Saddam spricht…

27. Januar 2008 at 15:22 | In Nahost | Leave a Comment
Tags: , , ,

PowerLine, 24. Januar 2008

…und zwar durch seinen Vernehmungsbeamten vom FBI, der ihn sieben Monate lang verhörte: George Piro. Piro wurde von 60 Minutes interviewt; das Interview wird Sonntag ausgestrahlt. Diese Vorschau ist interessant, überrascht aber nicht.

Wie viele glaubten, hatte Saddam die Regierung Bush falsch eingeschätzt. Er erwartete ein weiteres „Vier-Tage-Bombardement“ [heplev: wie 1991], das er auszusitzen bereit war. Irgendwann wurde es allerdings offensichtlich, dass eine Invasion unvermeidlich war. Warum machte Saddam nicht reinen Tisch und gab zu, dass er keine Massenvernichtungswaffen mehr hatte? Piro sagte, dass Sadadm ihm erzählte er hätte es nicht gewagt die Welt wissen zu lassen, dass seine MVW weg waren, weil er dann keine Abschreckung gegen einen Angriff des Iran mehr gehabt hätte.

Saddam wollte immer noch nicht zugeben, dass er keine Massenvernichtungswaffen hatte, selbst wenn es offensichtlich war, dass wegen der von ihm vermittelten Sicht militärisch gegen ihn vorgegangen würde. Deshalb, sagt Piro, „war es für ihn entscheidend, dass er immer noch als stark betrachtet würde, als der aufsässige Saddam. Er glaubte, dass so zu tun als hätte er die Waffen, würde die Iraner davon abhalten den Irak wieder anzugreifen“, sagte er Pelley.

Natürlich war auch noch etwas anderes im Gang: Saddam hatte der Welt seit Jahren erzählt, dass der Irak keine MVW hatte und niemand glaubte ihm. Tatsache ist, dass Saddam nicht wollte, dass man ihm glaubte; er wollte, dass die Welt (und besonders der Iran) seine offensichtliche Kooperationsverweigerung mit den UNO-Inspektoren als Beweis dafür nahmen, dass er aktive biologische und chemische Programme verbarg. Auf diese Weise wäre Saddam in der Lage gewesen zu sagen: „Nein, nein, diesmal meine ich es ehrlich!“. Es ist zweifelhaft, ob irgendjemand ihm geglaubt hätte.

Piro bekräftigt einen weiteren Punkt, der im Duelfer-Bericht betont wurde: Saddam wartete auf den richtigen Augenblick und er hatte die Leute und die Ressourcen, die er brauchte, um seine Waffenprogramme wieder aufzunehmen, wenn die Zeit dafür reif war:

Er hatte auch vor und besaß die nötigen Mittel, das Waffenprogramm wieder aufzunehmen. Saddam hatte immer noch die Ingenieure. Die Leute, die er brauchte, um das Programm wieder einzusetzen, sind immer noch da“, sagt Piro. „Er strebte nach allen MVW… um sein gesamtes MVW-Programm wieder aufzunehmen.“ Dazu gehörten chemische, biologische und Atomwaffen, sagt Piro.

Wenn man alles zusammen nimmt, dann scheint es so dass die Linken einen neuen Wahlspruch übernehmen sollten: „Saddam lied, people died.“ (Saddam log, Menschen starben – heplev: statt des üblichen Spruches „Bush lied, people died“.)

No Comments Yet »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Einen Kommentar schreiben

XHTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Bloggen Sie auf WordPress.com. | Theme: Pool by Borja Fernandez.
Entries and comments feeds.