Deine Feinde kennen und Bücherverbrennungen
18. Februar 2008 at 22:12 | In Christen+Kirchen, Palästinenser, die Welt+Islam | Leave a CommentTags: arabische Christen, Gazastreifen, Hamas
This Ongoing War, 18. Februar 2008
Es liegt etwas tief Widerhallendes, sogar Symbolisches in der Tatsache, dass letzten Freitag von uns aus mal gerade über die Grenze eine Bibliothek zerstört wurde.
Zwölf Bewaffnete griffen dort an, nur ein weiterer Angriff in einer langen Reihe auf christliche Personen und Institutionen; diesmal auf die CVJM-Bibliothek in Gaza Stadt. Der immer verlässliche palästinensisch-arabische Journalist Khaled Abu Toameh schreibt, dass die Bibliothek völlig zerstört wurde – „als Antwort auf die letzte Woche vorgenommene Wiederveröffentlichung der Karikaturen, die den Propheten Mohammed ‚verpotteten’, in dänischen Zeitungen“. Alle 8.000 Bücher wurden vernichtet. Ein Bericht der BBC besagt, dass die Bewaffneten die Wächter fragten, warum sie für „Ungläubige“ arbeiten.
Wenn Sie es nicht bemerkt haben sollten: Für frühere Anschläge auf christliche Personen und Institutionen und Morde an prominenten Christen im Verlauf der letzten zwei Jahre haben bisher mehrere jihadistische Gruppen im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen die Verantwortung übernommen. Die BBC zitiert sie mit der Aussage, „sie würden ihre Anschläge weiterführen, bis alle 3.000 Christen den Gazastreifen verlassen haben“. Ziemlich klar.
Das sind ziemlich alarmierende Dinge. Nicht die Bomben – wir erwarten von den Jihadisten nichts anderes als ihren Barbarismus. Dafür alarmiert das überwältigende Schweigen der Führer der christlichen Welt.
Es ist nicht so, als wäre die Schrift nicht an der Wand: Der Manager von Gazas einzigem christlichen Buchladen wurde vor vier Monaten in Gaza Mitte entführt und erstochen und erschossen. Der CVJM-Weltbund hat den Bombenanschlag in Gaza verurteilt. Und darin erschöpft sich die Liste der offiziellen christliche Liste der erbosten Stimmen.
Stan Goodenough von der christlichen Nachrichtenagentur JNewswire hier aus Jerusalem beschrieb den Prozess als muslimische ethnische Säuberung und drückt sich ziemlich beißend aus: „Für die Muslime von Gaza wäre es die Beseitigung jeglicher aktiver christlicher Präsenz die Sahnehaube, nachdem sie erfolgreich Israel dazu zwangen 2005 jeden einzelnen Juden aus dem Gazastreifen zu entfernen.“
Der redselige Erzbischof von Canterbury, dem öffentliche Äußerungen zur Rolle des Islam nicht fremd sind, ist absolut stumm geblieben. Das steht in auffälligem Gegensatz zu seinen jüngsten Äußerungen großen Verständnisses muslimischer Werte, zitiert in der Times, dass, da „gewisse Formen der Scharia in unserer Gesellschaft und unter unserem Gesetz bereits anerkannt werden… es nicht so ist, als würden wir ein völlig fremdes und konkurrierendes System einbringen“. So, wie der Vergleich der Muslime in Großbritannien mit den Guten Samaritern, das Lob des muslimischen rituellen Gebets fünfmal am Tag, die Bewertung, dass Terroristen „ernste moralische Ziele haben können“ und die Argumentation, dass die Terroristen vom 11. September nicht bösartig genannt werden sollten. (Kaum erträglich, aber es steht alles hier.)
Christian Aid verurteilte den Bombenanschlag von Gaza, nicht wahr? Nichts da, sie sind voll damit beschäftigt für alles Israel verantwortlich zu machen. Fakt ist, dass fast jede große oder progressive protestantische Kirche in den USA die israelische Politik der letzten paar Jahre in der Westbank und dem Gazastreifen verurteilte (wie diese nachdenkliche Studie von Dexter Van Zile bei CAMERA herausstellt)… während sie in rätselhaftes Schweigen ausbrechen, was die Rolle der Araber und der Muslime bei der Fortführung dieses fortgesetzten Krieges gegen Israel und die Juden angeht.
Aber von hier aus, nahe am Geschehen, gibt es nicht viel Raum für Verwirrung. Es gibt einen höhnischen Ausdruck, den die Jihadisten benutzen: „Abel es-sabbat jibel-ahad“ – Nach Samstag kommt Sonntag. Das ist aus dem Kontext ziemlich einfach zu verstehen (die Juden halten den Sabbath am Samstag). Die Ergebnisse sind für die, die sich hinzusehen bemühen, offenkundig. Arafat zog 1988 die Grenzen von Bethlehem neu, wobei er seine Ortsgrenzen so änderte, dass jetzt muslimische Dörfer dazu gehören und die einst 80-prozentige christliche Bevölkerung zu einer Minderheit machte. Als Ergebnis ist heute nicht mehr als 20% der Bevölkerung Bethlehems christlich; und nach Angaben der Jerusalem Post bilden die palästinensischen Christen heute weniger als 1,5% der Westbank und des Gazastreifens – vor einem halben Jahrhundert waren es noch mindestens 15%. Erzbischof Williams weiß das … aber er versteht es anders. Vor zwei Weihnachten besuchte er Bethlehem und schrieb über die sinkenden Zahlen der Christen dort. Aber er wusste, wieso und zögerte nicht, seine Kenntnisse mitzuteilen: „die tragischen Zustände, die durch den ‚Sicherheitszaun’ geschaffen werden, der die schrumpfende Stadt fast erwürgt“. Die Terroranschläge, die Israel dazu brachten Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, und das Leben unserer Tochter nahmen, wurden noch nicht einmal am Rande erwähnt.
Keine gute Zeit den Zustand religiöser Führung zu bewundern. 1821 schrieb Heinrich Heine: „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ Können wir mutige religiöse Führung erwarten, wenn so etwas passiert?
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