Feinde der eigenen Bevölkerung
27. Februar 2008 at 23:36 | In Israel |Tags: Ehud Barak, Ehud Olmert, Sderot
Gemeint sind die Schwätzer im Regierungsamt in Jerusalem. Die folgende Meldung stammt vom IMRA:
Außenministerium antwortet auf heutigen Qassam-Hagel und Tod von Student des Sapir College
(übermittelt von Außenamts-Sprecher)
Mittwoch, 27. Februar 2008
Der aus dem Gazastreifen ausgehende Terror der Hamas gegen unschuldige Zivilisten geht weiter. Das Sapir College – in dem der Student Roni Yichia heute (27.02.) von einer Qassam getötet wurde – und das Barzilai-Krankenhaus in Aschkelon sind die Ziele, auf die die Hamas ihre Raketen verschießt. Der Verschuss von Raketen auf israelische Ziele durch die Hamas aus palästinensischen Wohngebieten ist ein Kriegsverbrechen, das Israelis wie Palästinenser schädigt. Der Hamas-Terror gefährdet nicht nur das Laben von israelischen und palästinensischen Zivilisten, sondern auch den Frieden und die Stabilität in der gesamten Region.
Israel wird sich weiterhin gegen die Terrorangriffe aus dem Gazastreifen verteidigen.
Der letzte Satz ist eigentlich ein Hohn. Israel beschießt einige der Abschussorte der Raketen. Aber eine wirklich aktive Verteidigung – das hat der heutige Tag mit über 20 Qassam wieder einmal gezeigt – findet nicht wirklich statt. Die Gebäude in Sderot sind nicht ausreichend geschützt, das Alarmsystem warnt nur vor den Raketen. Offensiv vorbeugendes Vorgehen gegen die Terroristen ist nicht umfangreich feststellbar.
Angesichts von Möglichkeiten besser zu agieren greifen die Einwohner von Sderot zu einem neuen Mittel, um endlich von der Regierung mehr Schutz zu erhalten; das Israel Law Center hat eine Pressemitteilung ausgegeben:
Zur sofortigen Veröffentlichung
26. Februar 2008
Die Einwohner von Sderot verklagen den israelischen Verteidigungsminister: Klage fordert, dass die IDF sofort das lasergeleitete „Nautilus“-System zum Abfangen von Qassam-Raketen einsetzt.
Siebzig Einwohner von Sderot und anderen Orten an der Grenze zum Gazastreifen werden am heutigen 26. Februar 2008 beim Jerusalemer Bezirksgericht eine nie da gewesene Klage gegen den israelischen Verteidigungsminister einreichen. Die Kläger verlangen, dass die IDF sofort das lasergeleitete „Nautilus“-Raketenabwehrsystem als Verteidigungswaffe gegen die palästinensischen Raketenangriffe einsetzt.
„Das System nicht zu stationieren heißt das Leben der Einwohner zu verwerfen“
Die Klage, die Premierminister Ehud Olmert und Verteidigungsminiser Ehud Barak als Beklagte nennt, führt an, dass das „Nautilus“-System die Fähigkeit hat die Kurzstreckenraketen der Terroristen noch in der Luft abzufangen. Bisher hat die IDF keine effektive Antwort auf den täglichen palästinensischen Raketenhagel gefunden, der auf die Zivilbevölkerung von Sderot nieder geht. Die Einwohner machen geltend, dass Versäumnis, das derzeit zur Verfügung stehende und preisgünstige „Nautilus“-System zu nutzen eine krasse Fahrlässigkeit seitens der Regierung und der IDF. Sie behaupten, die Regierung schütze ihre verarmte Stadt nicht so, wie sie das mit dem wohlhabenden Tel Aviv oder Jerusalem tun würden.
Die Einwohner verlangen darüber hinaus, dass die IDF das voll funktionsfähige System „Skyguard“ einsetzt (das auf der „Nautilus“-Technologie basiert), um sicherzustellen, dass es in spätestens zwei Jahren eine vollständige Lösung zur Raketenbedrohung für die gesamte Region Sderot-Aschkelon gibt.
Die Einwohner werden von Rechtsanwältin Nitsana Darshan-Leitner, der Direktorin des Shurat HaDin Law Center, vertreten. Die Klage wurde von Alon Davidi vom Headquarters for the Safety of Sderot initiiert. In den Gerichtsakten führen die Einwohner – von denen einige durch Qassams Anverwandte verloren oder verletzt wurden – an, dass sich das „Nautilus“-System in den 46 bisher durchgeführten Versuchen als 100% erfolgreich erwiesen hat. Bei diesen Experimenten schoss „Nautilus“ Kurzstreckenraketen, Artilleriegranaten und Mörserbomben ab ohne ein einziges Mal daneben zu schießen. Die Kläger führen an, dass das System, das derzeit von den USA genutzt wird, innerhalb der nächsten sechs Monate für die geringe Summe von 5 Millionen Dollar einsatzbereit und in der Umgebung von Sderot stationiert werden kann. Nach Angaben von Raketenexperten, auf die die Kläger sich stützen, zeigt eine Untersuchung der Vorfälle mit Schüssen während der letzten sechs Monage, dass eine Stationierung von „Nautilus“ vor sechs Jahren dazu geführt hätte, dass auf Sderot überhaupt keine Raketen gefallen wären!
Die IDF wird aller Voraussicht nach ein Alternativsystem einführen, das „Kippat Barzel“ (Eisenkuppel), das erst im Jahr 2011 einsatzbereit sein und ungefähr $100.000 pro Flugkörper kosten wird. Das Kippat Barzel-System kann nur auf Raketen reagieren, die 15 Sekunden oder länger in der Luft bleiben und ist daher nicht in der Lage die tief fliegenden Qassams rechtzeitig abzufangen.
Anwältin Nitsana Darshan-Leitner von der Organisation Shurat HaDin und Alon Davidi vom Headquarters for the Safety of Sderot erklärten heute: „Die Einwohner von Sderot und den Ortschaften im westlichen Negev noch Jahre lang dem Beschuss durch Hamas-Raketen zu überlassen, wenn es verlässliche und zur Verfügung stehende Lösungen zum Schutz der Zivilisten gibt, ist ein schwer wiegendes Versäumnis und ein unvorstellbares Verbrechen. Die Grenzbewohner werden angesichts ihrer Preisgabe und Diskriminierung durch die Regierung nicht still halten. Die Familien von Sderot, Aschkelon und den Städten und Kibbuzim an der Grenze zum Gazastreifen und bald auch Hunderttausende weiterer Israelis, die in Reichweite der verbesserten Raketen der Hamas leben, haben Anspruch auf dieselbe Sicherheit, wie sie den Einwohnern von Tel Aviv und Jerusalem versprochen wurde.
Das Versäumnis, das Nautilus-System zu nutzen, hatte den Mord und die Verletzung Dutzender Einwohner Sderots zur Folge. Die IDF hat ihre Pflicht die Zivilisten des Negev zu schützen absolut verletzt. Die Klage wird aufdecken, dass die Regierung Olmert ihre eigenen, beschränkten Interessen über die Sicherheit der Einwohner von Sderot gestellt.“
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