Gewalttätig oder nicht gewalttätig?
16. März 2008 at 16:44 | In Islam+Islamismus, Islamstaaten, die Welt+Islam |Tags: OIC, Terror
Der Präsident Indonesiens will am Image arbeiten. Dem Image des Islam. Denn dieser „wird ungerechtfertigterweise mit Gewalt in Verbindung gebracht“. Das erklärte er vor der OIC auf der Konferenz in Dakar. Diese furchtbare falsche Vorstellung des gewalttätigen Islam muss der Welt genommen werden. Und deshalb fordert er einen „Friedens-Jihad“, größere Anstrengungen gegen „Islamophobie“ im Westen und mehr Demokratie in den muslimischen Staaten.
Wie es wohl kommt, dass der Islam dieses „falsche“ Image hat?
Na ja, egal. In Saudi-Arabien bekommt er offensichtlich wenig Unterstützung, eher im Gegenteil. Dort wird von einem führenden und angesehensten Kleriker gefordert (in einer Fatwa): Zwei Männer, die „häretische Artikel“ geschrieben haben, müssten wegen Abfall vom Islam vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt werden. Ihre Sünde: Sie hatten in Frage gestellt, dass Anhänger jeglichen anderen Glaubens als der von Saudi-Arabien vertretene Form des sunnitischen Islam als Ungläubige betrachtet werden müssen. Scheikh Abdul-Rahman al-Barrak ist der Meinung, dass die von ihm beanstandeten Artikel nahe legten, dass Muslime die Freiheit hätten anderen Religionen zu folgen.
Die Fatwa erstreckt sich nicht nur auf die beiden Schreiber; in zuverlässiger islamischer Über-die-Sippe-hinaus-Haftung müssen auch die Zeitungen, die das abdruckten, und alle, die daran in irgendeiner Form beteiligt waren, zur Rechenschaft gezogen werden.
Aber es gibt ja keinen Zwang im Glauben. Die Religion des Friedens ist tolerant. Und schon gar nicht gewalttätig. Was dann mit den Verletzten und Toten jeder Demonstration gegen die Behauptung des Gegenteils bewiesen wird. Und erst recht mit den Forderungen nach den Köpfen von „islamophoben“ Leuten wie Geert Wilders, Theo van Gogh oder Ayaan Hirsi Ali.
Und so dürfen wir auch dieses Geschehen nicht als Gewalt definieren: Marokkanische Jugendliche in den Niederlanden drohen öffentlich damit jeden zu töten, der mit Geert Wilders sympathisiert oder ihn wählt. Die Pariser Buchmesse bekommt eine Bombendrohung, weil wegen des 60-jährigen Bestehens Israels israelische Schriftsteller dort eingeladen sind. Das alles als Gewalt (oder Androhung solcher) zu werten ist islamophob; und mit dem Islam hat das schon gar nichts zu tun, sollte es sich doch um Gewalt handeln.
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