Schaschlik
21. März 2008 at 21:32 | In kurz notiert | 1 CommentDer Gedanke mag ja böse sein: Aber hat die Schweiz neulich im so Kasperletheater des UNO-Menschenrechtsrats mit den Gewaltstaaten gegen Israel gestimmt, damit der Gaslieferungsvertrag mit dem Iran nicht gefährdet wird? Ich mein’ ja nur…
Vertrauensbildende Maßnahmen sind immer gut. Aber anscheinend wird nur von Israel verlangt, dass es sich dran hält – die PA braucht das nur vorübergehend zu tun. Und so laufen jetzt die Mörder zweier israelischer Wanderer wieder frei herum, statt per Gericht hinter Schloss und Riegel gewandert zu sein. Die Drehtür-Politik von Mahmud Abbas (die unter Yassir Arafat schon immer sehr erfolgreich praktiziert wurde) wird weder von den Terroristen-Groupies noch von westlichen Politikern, Medien oder Intellektuellen beanstandet, wie’s scheint.
Noch ein böser Gedanke: Da 76% der Abstimmenden bei einer inzwischen nicht mehr zugänglichen Focus-Umfrage der Meinung sind, die Bundeskanzlerin müsse in der Rede vor der Knesset die israelische Apartheidspolitik anprangern. Ich könnte wetten: Dieselben Leute würden auch wollen, dass vor dem US-Kongress angeprangert wird, die Amerikaner würden rassistische Kriege gegen Muslime führen. Und natürlich würden sie es als Unverschämtheit empfinden, würde vor dem PLO-Exekutivrat der Terror gegen Israel als Völkermord verunglimpft. Oder im Iran das aggressive Vorgehen mit Terroristen gegen die Bevölkerung des Irak. Oder in Kuba vor dem „Parlament“ der Umgang mit Dissidenten. Oder…
Andere Probleme haben sie ja nicht: Die Hamas hat in Gaza eine Verleumdungsklage gegen Hafez al-Barghouti eingereicht; er habe „Publikationen verbreitet, die Mitglieder der palästinensischen Regierung beleidigen“. Barghouti ist der Chefredakteur von Al-Hayat al-Jadida, der Fatah-Tageszeitung. Wir haben also das typische „Argument“: Beleidigtsein. Weil der Feind eben nicht nur die Juden sind, sondern vor allem auch die Konkurrenten um die Macht im eigenen Lager.
Die Schließung eines Grenzübergangs von Israel nach Gaza wird immer als Riesenverbrechen in die Welt geheult. Was wiederum nicht ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit gerückt wird, ist gerade wieder eine Hobbys der Terroristen: Beschuss eben dieser Grenzübergänge, damit sie geschlossen werden. So gestern die palästinensische Nachrichtenagentur Ma’an: Die PFLP hat heldenhaft Mörser auf Sufa und Kerem Shalom geschossen. Ziel: Tötung von Juden und die Schließung der Übergänge, damit man sich über die humanitäre Katastrophe beschweren kann.
Wo ist das Zentrum der Herstellung DER palästinensischen Kopfbedeckung schlechthin, der Keffiyeh? Na, wo kann die schon sein? Da sich jeder linke Hobby-Revolutionär genauso damit ausstattet wie jedes gutbürgerliche Linksruck-Terrorgroupie mit Che-Chic-Ambitionen, besteht ein großer Markt. Und wo es einen großen Markt gibt, sind die Chinesen nicht weit, sondern mitten drin. Das sorgt dafür, dass die Krawall-Tücher schön preisgünstig überall zu haben sind – und die Hersteller im Nahen Osten ihre Textilmaschinen im Leerlauf stehen lassen müssen. Was für eine Ironie: Der freie Markt greift ausgerechnet bei denen, die ihn immer verdammen; die Links-Ideologen kaufen da, wo sie ideologisch gar nicht mitmachen dürften. Das einzige, was sie jetzt noch mit den Kapitalisten und den Terroristen gemein haben: Sie kaufen ihr ideologisches Kleidungsstück bei den Marken-Dieben im wirtschaftlich kapitalistischen, politisch leninistischen China. Nur der Markt für die israelische Version ist so klein, dass die Markenpiraten sich noch nicht damit beschäftigen.
Der Gaza-Holocaust und kein Ende: Das Nationale Komitee zur Verteidigung der Kinder vor dem Holocaust hat eine Ausstellung eröffnet, bei der (u.a.) ein großer Ofen gezeigt wird, in dessen Inneren Kinder verbrannt werden. Das berichtet Palestinian Media Watch (die Einstellung des Bulletins auf deren Homepage wird erfahrungsgemäß etwas dauern). Jetzt fehlt nur noch, dass Norman Finkelstein kommt und uns erklärt, wo die Öfen stehen, welche Kapazitäten sie haben und dass sie mit voller Auslastung gefahren werden. Aber das wird er schon hinbekommen, wie er es auch geschafft hat Auschwitz herunterzurechnen.
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Diese Frage enthält bereits die Antwort. Genauso wie die verschieden ironisch gemeinten Artikel bereits die Warheit beinhalten. Jedenfalls amüsant dieser Stil.
Kommentar von Feuermann — 25. März 2008 #