Schuldzuweisungen und Verschonungen
18. April 2008 at 22:43 | In Europa+Islam, Islam+Islamismus, Islamstaaten, Medien + Islam, Muslime, Terrorismus, die Welt+Islam |Tags: Al-Qaida
Al-Qaidas Nummer Zwei, Ayman al-Zawahiri, hat eine neue Rede auf Tonband verbreiten lassen, mit dem er Muslime dazu aufruft den Irak zu einer „Festung des Islam“ zu machen. Dazu hat Robert Spencer von Jihad Watch einige Anmerkungen gemacht:
Ein glücklicher Zufall lässt Zawahiris neueste Veröffentlichung sechszehn Minuten lang sein – ungefähr genauso lang also, wie Geert Wilders’ Film Fitna. Und darin verbindet er den Islam mit Terrorismus, indem er das Schicksal des Islam mit dem der Al-Qaida im Irak verbindet. Doch die 57 muslimischen Regierungen der Organization of the Islamic Conference, die so wütend sie über Fitna sind, werden wohl nichts zu Zawahiris Tonband sagen. Die EU, die ebenfalls – im Kielwasser von Fitna – jeden Versuch streng verurteilte den Islam mit Terrorismus in Verbindung zu bringen, wir ebenfalls wohl nichts über zu all dem sagen.
Was noch unglaublicher ist: Angesichts der Notwendigkeit, dass wir die Bedrohung begreifen, um uns gegen sie verteidigen zu können, ist die Tatsache, dass, obwohl Muslime wie Zawahiri täglich den Islam mit dem Terrorismus verbinden, wird die Empörung – durch Nichtmuslime wie Muslime – immer für die Nichtmuslime wie Wilders reserviert, die dies herausstellen, nicht für die Muslime, die die Verbindung tatsächlich herstellen.
2 Kommentare »
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„Die EU, die ebenfalls – im Kielwasser von Fitna – jeden Versuch streng verurteilten den Islam mit Terrorismus in Verbindung zu bringen, [….]“
Ich habe eine gute Zustandsbeschreibung für dieses „Paradoxon“ gelesen (Quelle Marius Baar?):
Beide Gruppen (Islam und Islamismus) bewegen sich auf dem Boden des Koran. Wo fängt und hört die eine Gruppe (Islamisten) an, und wo fängt und hört die andere Gruppe (Islam) auf? Diese Trennlinie zu finden, würde den gleichen Effekt bedeuten, wie den Gordischen Knoten durchzuschlagen.
Durch solche Parteilichkeiten, macht die EU sich unglaubwürdig.
Paulchen
Kommentar von Paulchen — 19. April 2008 #
‘Wo fängt und hört die eine Gruppe (Islamisten) an, und wo fängt und hört die andere Gruppe (Islam) auf?’
Das wäre die Frage. Daniel Pipes z.B. unterscheidet sie über ihre Ziele: Der Islam will eine Religion quasi im Wettstreit mit den anderen Religionen sein; außerdem wertet er ihn als eine Art Supermarkt, wo sich jeder an dem bedienen kann, was er haben will und weglässt, was ihm nicht gefällt. Der Islamismus will das Kalifat neu errichten und die Vorrangstellung vor allen anderen haben.
Ob er diese Unterscheidng zurecht macht, ist auch so eine Frage, die zu beantworten einigen sehr leicht fällt, anderen Probleme bereitet.
Kommentar von heplev — 20. April 2008 #