Applaus! Der Hisbollah gehört der Libanon!

26. Mai 2008 at 19:04 | In Europa+Nahost, Nahost, UNO, USA, die Welt+Nahost | Leave a Comment
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Der Libanon hat einen neuen Präsidenten. Und wie gestern die Tagesschau schon jubelte, soll das Land wieder regierbar sein. Die EU, die USA (und die UNO natürlich auch, was sonst?) bejubeln das Schauspiel – dass die Hisbollah in der Regierung sitzt, überall Veto einlegen kann und damit alles im Sack hat. Das Land ist nicht regierbar, es steht unter der Fuchtel der Terrorgruppe.

DryBones, 26.05.2008Der neue Präsident, der ehemalige Armeechef Michel Suleiman, soll ein Kumpel der Hisbollah sein. Das habe ich so in unseren Medien nicht gehört. Dass er die Hisbollah ausdrücklich für ihren Krieg gegen Israel lobte und ankündigte, dass er engere Beziehungen zu Syrien anstrebt. Überraschung! Fragt sich bloß, warum die Hisbollah denn so lange gegen diesen Mann im Präsidentenamt war? Nun, bei dem Ergebnis wird es jetzt klar, oder?

Dass die UNO das „Arrangement“ völlig in Ordnung findet und gut heißt, muss nicht weiter verwundern. Was kümmern den Schwadronierverein schon, dass er mal ganz was anderes beschlossen und gefordert hat? Es gibt reichlich Resolutionen (vom Sicherheitsrat, also welche, die zählen, nicht zuletzt 1701), die die Entwaffnung der Hisbollah fordern. Statt dessen wird sich jetzt, so wie sie ist, auf den Thron gehoben und entscheidet so gut wie alleine, was im Libanon passiert. Was für ein schlechter Witz!

Was bei der UNO eigentlich klar war, verwunderte allerdings bei anderen mehr. Die Europäer – gut, die sind schon immer auf dem Trip, Diktatoren und Massenmördern zu geben, was die wollen und zu erwarten, dass die sich dann so benehmen, wie „Europa“ es sich wünscht. Hat zwar noch nie wirklich funktioniert, aber warum nicht einfach weiter machen, bis es einmal klappt (d.h., bis die Terroristen und Gewaltherrscher uns einkassiert haben)? Sooo verwunderlich ist das also dann doch nicht. Da wird wohl versucht, die Syrer vom Iran wegzubringen. Nach dem Motto: Gebt den Syrern den Libanon und dann will der Assad vom Iran nichts mehr wissen. Ein wenig irre, aber so funktioniert das Denken in Europa.

Was die Amerikaner angeht, fragt man sich dann denn doch, was mit denen los ist. Aber seit Frau Rice im State Department das Zepter schwingt und die PalAraber zu den amerikanischen Schwarzen (und damit Israel fast für den Ku-Klux-Klan) erklärt hat, braucht man sich über nichts mehr zu wundern. Die Nahostpolitik aus Washington ist derart europäisiert, dass Präsident Bush in der Knesset so viel von Bündnistreue und israelischen Rechten reden kann, wie er will: Die (diplomatischen) Taten sprechen eine andere Sprache als die wirkliche Unterstützung Israels. Und über diese Schiene wird auch jetzt versucht, zusammen mit UNO und EU den Blödsinn zu betreiben, der die Tyrannen stark macht und sie in ihrem Tun und Manövrieren bestätigt.

Fazit? Israel ist komplett auf sich gestellt. Und das mit einer Regierung am Ruder, die sich wegen eines korrupten Premierministers im freien Fall befindet, aber außenpolitisch zu punkten versucht, um wenigstens international Anerkennung zu bekommen und sich damit ohne Rücksicht auf Verluste (Anstand kennt diese Gruppe eh nicht) an der Macht zu halten. Dass sie dabei den Ausverkauf ihres Staates veranstalten, stört sie nicht – sie sind am eigenen politischen Überleben interessiert, alles andere kümmert sie nicht.

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