Sommer im Ferienlager

26. August 2008 um 21:39 | Veröffentlicht in Medien+Nahost, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 1 Kommentar
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Dass die Erlebnisse der Kindheit extrem prägend sind, ist eine Weisheit, die wir inzwischen alle begriffen haben. Was wir als Kinder lernen und verinnerlichen, das prägt unser Verständnis der Welt und unser Handeln enorm und ist kaum, vielleicht gar nicht wieder zu verlernen. Deshalb sollte uns zu denken geben, was von Organisationen wie der Hamas oder der Fatah „für Kinder“ getan wird. Noch mehr sollte zu denken geben, dass im Westen zu ziemlich völlig ignoriert wird, was dort los ist. Es ist halt einfacher und vor allem folgenloser antiisraelische Propaganda zu verbreiten, als die Terroristen zu verärgern:

Von einer Generation zur nächsten

Brian Henry, Engage online (Kanada), 20. August 2008

Eine der Freuden eines Sommerlagers ist das Lernen von dummen Liedern und Sprüchen. Im Gazastreifen lernen die Kinder in von der Hamas geführten Sommerlagern eine andere Art von Sprüchen: „Tötet“, brüllt der Einweiser. „Tötet“, brüllen die Kinder zurück. „Schlachtet ab! Sprengt! Greift an!“

Dann marschieren die Kinder in Zweierreihen zum Exerzierplatz, wo sie Kriegskünste, Gefangene zu machen und Schusswaffen-Imitationen an deren Köpfe zu halten lernen; und sie werden gelehrt Israel und Amerika zu hassen.

„Was willst du werden, wenn du groß bist?“, fragt einer Journalist einen der Lagerteilnehmer in einem auf Israels Kanal 10 ausgestrahlten Bericht. „Ein heiliger Krieger“, antwortet er.

Die Hamas betreibt diesen Sommer 300 solcher Lager; 50.000 Kinder nehmen an ihnen teil.

Der Islamische Jihad betreibt ähnliche paramilitärische Sommerlager für 10.000 Kinder. In den Lagern des Islamischen Jihad spielen die Kinder terroristische Raketen verschießen. Ein Funktionär des Islamischen Jihad versicherte Ynet News, dass die Kinder keinen echten Raketen ausgesetzt würden, sondern nur aus Plastik gefertigten.

Ein weiteres Lager im Gazastreifen, das vom Volkswiderstandskomitee betrieben wird, gibt sich nicht mit Spielzeug zufrieden. Die britische Sky News berichtet, dass Kinder schon im Alter von 10 Jahren dort mit AK-47-Gewehren gedrillt werden und „einen Hinderniskurs absolvieren, bei dem sie unter Stacheldraht durchkriechen und durch Feuerringe springen, während ihre Ausbilder mit scharfer Munition über sie hinweg schossen“. Die Kinder übten auch ein Auto anzugreifen und den Fahrer töten.

Die kanadischen Meiden haben nichts davon berichtet. Außerhalb Israels widmen die Medien der palästinensischen Hetze gegen Israel tatsächlich wenig Aufmerksamkeit – es gibt natürlich Ausnahmen. Die Mainstream-Medien Kanadas berichteten alle über die Fernsehsendung der Hamas für Vorschulkinder namens „Die Pioniere von morgen“, die einen Mickey Maus-Doppelgänger nutzte, um Hass auf Israel und Amerika und den Glauben an eine letztliche islamische Dominanz zu lehren.

Offenbar war jihadistische Propaganda an kleine Kinder zu richten abscheulich genug, um die Aufmerksamkeit der Medien zu finden. Aber bösartige Propaganda ist in den Palästinensergebieten die Regel, nicht die Ausnahme.

Die New York Times gab ihren Lesern im letzten April mit einem Bericht von Steven Erlanger auf der Titelseite eine Andeutung davon; darin wurde in allen Einzelheiten der grobe Judenhass beschrieben, der in den Moscheen des Gazastreifens gepredigt und im Hamas-Fernsehen gesendet wurde. Erlanger war vier Jahre lang der Jerusalemer Bürochef der Times, aber es sagt viel, dass er wartete, bis er dort abreiste, um das wahre Gesicht der Hamas zu zeigen. Es könnte sein, dass er sich davor nicht sicher genug fühlte, um darüber zu schreiben.

Sicherlich verhalten sich Reporter in Umgebung von „Militanten“ vorsichtig. 2004 erklärte David Schlesinger, Global Managing Editor von Reuters, dass seine Nachrichtenagentur Worte wie „Terrorist“ meidet, damit seine Reporter vor Ort „geschützt werden können“. Das heißt, sie nennen Terroristen nicht Terroristen, denn wenn sie es täten, könnten die Terroristen sie töten.

Der Artikel in der New York Times verschont zwar die Hamas nicht, geht er mit Präsident Abbas’ Palästinensischer Autonomiebehörde zurückhaltend um. Das deutet auf einen weiteren Grund hin, weshalb die Medien einiges der Hetze nicht berichten. Wer will schon fiese Sachen über einen Palästinenser sagen, der für Frieden ist?

Sie ist zwar nicht so schlimm wie die Hamas, aber die PA hetzt weiter zu Hass auf. Im Juli druckte die offizielle Zeitung der PA, Al-Hayat Al-Jadida, drei völlig erfundene Geschichten ab, nach denen Israel naziartige Experimente an palästinensischen Gefangenen durchführe.

In der Zwischenzeit bringt WAFA, die offizielle palästinensische Nachrichtenagentur einen absurden Bericht, dass Juden gigantische Ratten auf die Araber Jerusalems hetzen. Zweimal so groß und sich viermal so schnell vermehrend wie normale Ratten, sind diese Superratten immun gegen Gift und werden irgendwie nur von Arabern gesehen; man nimmt an, dass sie dazu gezüchtet sind die Juden in Ruhe zu lassen.

Andere Medien mögen nicht von palästinensischer Hetze berichten, weil es ihren ideologischen Scheuklappen nicht entspricht. Die britische Zeitung The Guardian z.B. hat Seamus Milne, einen Hamas-Apologeten, in ihrer Chefredaktion. Milne beschreibt die Hamas als „pluralistische“ Organisation. Das soll heißen, vermute ich, dass die Hamas sowohl Palästinenser wie auch Juden ermordet.

Am meisten, vermute ich, berichten die Medien nicht über palästinensische Hetze, weil sie nicht neu ist, weil sie nie aufhört. In „Die Pioniere von Morgen“ wurde die Mickey Maus-Figuer längst ermordet, von einem israelischen Agenten in den Rücken geschossen. Die Maus wurde durch eine Biene ersetzt, die ihrem jungen Publikum sagte, es solle „dem Weg des Islam folgen, dem Märtyrertum und den heiligen Kriegern“. Die Biene wurde Anfang diesen Jahres gemärtyrert und von dem Hasen Assud ersetzt, der den Kindern gleich in der ersten Folge sagte: „Ich, Assud, werde die Juden los werden, so Allah will. Und ich werde sie aufessen“ (s. hier).

Es ist traurig, dass die Medien nicht mehr über die palästinensische Hetze berichten. Über Land kann verhandelt werden, aber ich fürchte, dass dieser blinde Hass auf die Juden für mindestens eine Generation jede Chance auf Frieden vernichtet hat.

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