Clausewitz’ Lektion für die Israelis
1. September 2008 at 21:09 | In Israel, Nahost-Konflikt | Leave a CommentTags: Friedensbemühungen
The Augean Stables, 1. September 2008
Eine Perle von Clausewitz, die mir gerade begegnete:
Man sieht also, dass in den Kriegen, wo der eine den anderen nicht ganz wehrlos machen kann, die Motive zum Frieden in beiden Teilen steigen und fallen werden nach der Wahrscheinlichkeit der ferneren Erfolge und des erforderlichen Kraftaufwandes. Wenn diese Motive in beiden Teilen gleich stark wären, so würden sie sich in der Mitte ihrer politischen Differenz treffen; was sie in dem einen an Stärke zunehmen, dürfen sie in dem anderen schwächer sein; wenn ihre Summe nur hinreicht, so wird der Friede zustande kommen, natürlich aber mehr zum Besten dessen ausfallen, der die schwächsten Motive dazu hatte. (Vom Krieg. Erstes Buch, Kapitel 2)
Besonders die letzte Zeile ist sehr angemessen, wenn man die israelischen Friedensanstrengungen gegenüber den Palästinensern in Betracht zieht. Die Israelis verfügen über ein Muster sich selbst zu überzeugen, dass sie, wenn sie nicht sofort irgendeinen Friedenshandel abschließen, wegen irgendeiner zukünftigen Bedrohung in existenzieller Gefahr sind. Heutzutage wird oft die demographische Bedrohung als drängender Grund zum Akzeptieren jeglichen Handels von den Zeitungen hinausposaunt, damit Israel aus der Westbank abzieht. Die Geduld der Palästinenser und ihre Bereitschaft Elend zu leiden, gibt ihnen einen Vorteil gegenüber den verzweifelten Israelis, die bereit gewesen sind Sicherheitsrisiken einzugehen und Jerusalem zu teilen, um hastig Friedensvereinbarungen herbeizuführen. Ihre tollkühne Hingabe an unzureichende Friedensabkommen macht wirklichen Frieden weniger wahrscheinlich.
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