Nominierungs-Berichterstattung
2. September 2008 at 18:49 | In USA, Weltpolitik | 2 CommentsTags: Linke Schläger, Wahlkampf
Letzte Woche war mein Aufwachen bestimmt von Parteitagsberichten mit der Nominierung von Barack Obama als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei der USA. Und war das eine tolle Sache! Die Begeisterung der WDR-Leute war kaum zu toppen. Nebenbei wurden Anschläge vereitelt (von durchgeknallten, die keiner politischen Konkurrenz zuzuordnen waren).
Jetzt war dann wohl die Erkenntnis durchgesickert, dass man John McCain und die Republikaner nicht einfach übergehen kann, wenn man sich zu offensichtlich dem Vorwurf aussetzen wollte Partei zu ergreifen. Tja, da sickerten dann etwas kritischere Töne über die „Show“, die bei Obama so toll war. Und genüsslich wurde ausgeführt, dass der Hurrikan Gustav den Parteitag etwas durcheinander bringt.
Was natürlich (?) keinerlei Erwähnung findet, sind die „Störaktionen“ der Obamanisten. Die gehen über üble Beschimpfungen per Plakaten an den Zufahrtstraßen weit hinaus und sind nicht von Pappe. The PowerLine und Gateway Pundit berichten, dass ein paar ganz nette Leute Sandsäcke und Zementsäcke auf Busse fallen ließen – was als versuchter Mord gewertet werden kann; wäre einer von den Säcken auf die Windschutzscheibe eines Busses geknallt, hätte es Tote gegeben.
Andere Trupps nahmen sich Busse vor, indem sie sie umringen, dagegen schlugen und sie gemeinschaftlich hin und her schüttelten. Eine Gruppe Pfadfinder, die die Eröffnungsfeier mitgestalteten, wurde so „empfangen“. Macht sich gut, nicht? Wer zur RNC kommt, muss halt etwas aushalten können. Strafe muss sein – oder so?
Seltsam, dass solche Szenen gegen Demokraten nicht vorgekommen sind. Oder solche, wie sie bei Atlas Shrugs beschrieben werden (die u.a. einen Bericht von MyFox Twin Cities wiedergeben):
Als die Delegation aus Connecticut in der Nähe des Xcel Center aus dem Bus stieg, brach eine Gruppe Demonstranten durch die Polizei und griff die Delegierten an. Rob Simmons sagte gegenüber FOX9, dass eine Gruppe Demosntranten auf seine Delegation zu kam und versuchte ihnen Ausweise vom Hals zu reißen und sie mit einer giftigen Substanz besprühte. Die unbekannte Substanz brannte in den Augen und machte Flecken auf die Kleidung. Ein 80-jähriges Mitglied der Delegation musste wegen seiner Verletzungen behandelt werden und einige andere Delegierte mussten Augen und Kleidung ausspülen.
Da ist es schon regelrecht harmlos, wenn Leute nur bespuckt werden. Auch mal nur ein Steinwurf ist, wie wir aus dem Nahen Osten wissen, ganz friedlich und harmlos. Dass Streifenwagen zu Bruch gingen, gehört auch zum üblich ungefährlichen Spielchen.
Dem WDR sollte man vielleicht nicht gar so viele Vorwürfe machen, dass er sich von den unschönen Fakten fern hält, denn die US-Presse macht es auch und anständige WDR-Journalisten bedienen sich bei Qualitätsmedien, nicht bei Bloggern. Allerdings hat es einige Agenturmeldungen gegeben. Bilder auch – passenderweise meist von reagierender Polizei, nicht von den Angriffen der Obamaniacs.
Als Ursache(n) für die Krawalle – so sie denn „qualitätsmedial“ aufgearbeitet werden – dürften dann wieder Bush und McCain sein, weil die die Nation spalten. Weil sie die heftigen „Demonstrationen“ verursachen bla bla bla. Auf die Idee, dass hier auf der linken Seite einfach die politische Auseinandersetzung nicht mehr geführt, sondern mit Gewalt der freie Wettbewerb der Ideen und Prinzipien unterdrückt werden soll. Das ist eine Entscheidung der Krawallbrüder und ihrer Parteigänger; letztlich entweder eine Angstreaktion, weil sie ihre Felle davon schwimmen sehen oder eine Machtprobe, weil sie sich stark genug fühlen ihre Gegner zu beseitigen statt sie zu besiegen. Unsere Genossen vom Appellhofplatz können das allerdings gar nicht verbreiten (vielleicht nicht einmal erkennen), weil das ihrem Selbstbild schaden dürfte. Und was nicht sein darf, kann nicht sein, nicht wahr? So werden Spalter zu Opfern, die sich „wehren“, ohne dass man ihnen etwas getan hat. Und Schuld sind immer die anderen, egal, welche Sauereien man als Linker verübt. Wir kennen das auch aus Hamburg oder Berlin zum 1. Mai, vom G8-Treffen, usw. Schwarz vermummt und so (machen das die „Demonstranten“ in St. Paul ihren europäischen Vorbildern nach oder wie rum läuft das?). Und längst nicht mehr nur rein „autonom“.
Nachtrag: Am 3.9. gab es auf n-tv ein wenig zu den Krawallen. Natürlich ohne Kritik an den Tätern. Sie waren ein Problem, das den Republikanern aufgehalst wurde; sie müssen mit der negativen Presse klar kommen. Ein klassisches Beispiel dafür, wie aus Opfern das Problem gemacht wird!
Und noch ein Gedanke: Warum „gehen“ bei diesen „Protestaktionen“ immer Autos, Geschäfte und anderes von völlig Unbeteiligten zu Bruch? Wenn es doch angeblich „gegen Bush“ geht, ist dann ein Autobesitzer, der zufällig in der (weiteren) Umgebung des Parteitagsgeländes wohnt, automatisch einer, der „Bush“ unterstützt? Und dafür „bestraft“ werden muss?
2 Kommentare »
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Habe gerade in der ARD einen Live-Bericht vom Parteitag gesehen. Wie schlimm durcheinander alles ginge, wie bedenklich die Kandidatin mit ihrer Tochter sei etc. Dazwischen dann auch Bilder von Gustav. Nebenbei dann die Anmerkung, der Parteitag hätte noch gar nicht begonnen.
Diese Art der Berichterstattung ist dermaßen parteiisch, oberflächlich und schlimm, daß mir die Worte fehlen. Sie fügen sich aber ein in den Gesamtkontext der linken Dauerberieselung des deutschen Publikums durch die Mehrzahl der Medien, die wir schon seit vielen, vielen Jahren erleben und die die Meinung sehr vieler Leute kräftig deformiert haben.
Kommentar von David — 2. September 2008 #
Beim ZDF war’s auch nicht besser. Nur die Suche nach irgendwelchen Sachen, mit denen man die Frau mies machen kann. Alles andere interessiert nicht. Noch nicht einmal die Frage, ob die Unterstellungen stimmen.
Kommentar von heplev — 2. September 2008 #