Eine unpolitische Demonstration?
21. September 2008 at 10:38 | In USA | Leave a CommentTags: Barack Obama, Demonstration, Iran, Sarah Palin, Wahlkampf
In New York soll Montag eine Demonstration gegen den Teheran-Adolf stattfinden. Dazu hatten die Organisatoren der National Coalition to Stop Iran Now (ein Zusammenschluss hauptsächlich jüdischer Organisationen) schon lange Hillary Clinton eingeladen. Die sagte letzte Woche auf einmal ab, als auch Sarah Palin zugesagt hatte. Die Anfrage an Joe Biden (Obamas Vize-Kandidat) wurde abschlägig beschieden. Vordergründig hatte er einen anderen Termin. Gateway Pundit süffisant dazu: “Senator Joe Biden has a long history of supporting shady Iranian characters.” (Senator Joe Biden hat eine lange Geschichte der Unterstützung zweifelhafter iranischer Charaktere.) und liefert zwei Beispiele dafür.
Offensichtlich wollen die Demokraten nicht mit Konkurrenz zusammen auftreten. Warum nur? Ach ja, sie verteufeln McCain/Palin derart, dass sie es nicht wagen sich mit dem Teufel persönlich irgendwo sehen zu lassen, damit nur ja nicht der Eindruck entsteht, es bestünden irgendwelche Gemeinsamkeiten.
Aber jetzt kommt’s: Die Organisatoren der Demonstration wurden (von wem auch immer, hahaha) unter Druck gesetzt Palin wieder auszuladen. Camp Obama ist natürlich höchst erbost, dass McCain sie für mitverantwortlich hält. (Wie kann der es nur wagen auf so eine Idee zu kommen! Er erklärt noch nicht einmal, wieso er das glaubt!) Es gibt Quellen, die sprechen von „jüdischen Demokraten“, die zu den wichtigsten Geldgebern der Organisation gehören und den Druck ausübten. Es kann nicht sein, dass man einseitig Republikanern die Chance gibt sich zu profilieren! (Und um nicht „einseitig“ zu erscheinen, wurden auch alle sonstigen gewählten Volks- und Parteivertreter ausgeladen.)
Die groteskeste „Erklärung“ für Palins Ausladung ist eine finanzieller Art: „Palins Teilnahme [nach der Absage von Clinton] ließ die gemeinnützigen Gruppen, die das Ereignis planen, in Sorge verfallen, sie könnten ihren Steuerbegünstigten-Status verlieren, wenn nur einer der Kandidaten der Parteien eingeladen wurde.“ Und dann noch dieser Brüller hinterher: „Die IRS ist sehr klar darin, dass Hillary Clinton nicht auf gleicher Ebene wie Sarah Palin steht. Man muss eine gleiche Repräsentation der Kandidaten haben.“ Wozu AllahPundit bei HotAir beiläufig anmerkt: „Wie kommt es, dass sie ihren steuerbegünstigten Status verletzen, wenn sie doch Demokraten eingeladen haben? [Mit anderen Worten: Sie können doch nichts dafür, wenn die Linken absagen.] Ich vermute mal, dass die Rednerliste bei Planned Parenthood-Veranstaltungen ziemlich dünn ist, wenn es um Republikaner geht – und ihr Steuervorteil, muss man gar nicht anführen, damit nicht riskiert wird.
Es gibt einige Aufregung um diese Demonstration und die Art und Weise, wie mit eingeladenen Rednern umgegangen wird. Die Gründe für die Ausladung(en) erscheinen nicht plausibel, sondern vorgeschoben. Jetzt gibt es Vorschläge, wie wirkungsvoll gegen Ahmadinedschad protestiert werden kann. Sarah Palin soll ihre eigene Demo veranstalten und McCain soll dort auch reden – schließlich muss es ja nicht nur eine Demo geben. Ob das wirkungsvoll ist? Andere finden, die Demonstration solle boykottiert werden. Das wäre nun die schlechteste Lösung und würde wieder neu Wasser auf die Mühlen der Mullahs und ihres Vorzeige-Endzeitlers spülen.
Aus Israel kommt ein anderer Vorschlag. „Geht hin“, schreibt Aaron Lerner von IMRA. Die Demonstration ist zu wichtig, als dass man sie boykottieren sollte. Statt zu boykottieren, sollte man große Plakate mit Fotos der Gesichter von Obama, Palin, McCain und Biden verteilen, die die Leute hochhalten.
Es wäre interessant zu sehen, wie die Kandidaten reagieren würden, sollte das tatsächlich gemacht werden.
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