Wochenend-Schaschlik
1. November 2009 at 23:38 | In kurz notiert | 4 CommentsDer türkische Sender TRT1 strahlt ein antisemitisches Schmierenstück gegen Israel aus. Der zuständige Programmberater tritt zurück. Nicht wegen der dort gezeigten Mordlust von und Massenmord durch israelische Soldaten, mitnichten! Nein, die Fernsehserie wird als „antipalästinensisch“ empfunden und hat sich deswegen Kritik eingefangen: Weil die Terrorherrscher des Gazastreifens und die Familien vergewaltigte Frauen ehrenmorden, sei die Serie „demütigend für palästinensische Frauen“ und „beleidigt die Widerstandskämpfer“. „Frauen, die von israelischen Soldaten vergewaltigt und anschließend von Palästinensern erschossen werden, rückten das ganze Volk in ein schlechtes Licht.“ Und das geht natürlich nicht, die Morde an den Frauen dürfen nicht an die Weltöffentlichkeit. Das „ist Verrat am Widerstand“.
Man ist versucht, das Chuzpe zu nennen – so lange man sich nicht klar macht, dass die Taliban ja die ganzen sonstigen islamischen Gewaltregime auch zu denen zählen, die mit den „Kolonialisten“ arbeiten: Die Taliban werfen der UNO vor „in den Fängen der Kolonialisten“ zu sein und längst auf der Seite der „Arroganten und Mörder“ zu stehen. Vor dem Hintergrund, dass die UNO von Tyrannen und Diktaturen nur so strotzt, die Taliban aber Demokratien als Kolonialisten und Verbrecher bezeichnen, schüttelt man trotzdem den Kopf.
Die Türkei weiter auf dem Weg in die iranischen Arme: Die beiden Staaten bauen eine Öl-Raffinerie, Kostenpunkt ca. 2 Milliarden Dollar.
Das ist doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Der Libanon wirft Israel vor zu spionieren. Und? Natürlich spioniert Israel! Der stellvertretende Premierminister Moshe Ya’alon bestätigte das Samstag. „In dem Moment, wo die Hisbollah ihre Angriffe wieder aufnahm, haben wir angefangen Informationen zu sammeln. Wir werden aufhören, wenn die Hisbollah sich entwaffnet und die Grenze eine Grenze des Friedens ist.“ Und vor allem: „Wenn wir uns mit einem Feind in Konflikt befinden, dann sammeln wir Informationen über ihn.“ Wer außer Israels Feinden sollte etwas dagegen haben?
Auch Israel hat seine Terroristen (wobei ich davon ausgehe, dass die Vorwürfe stimmen). Und es handelt entsprechend: Der Mann wurde verhaftet und wird verurteilt werden. Also anders als bei den PalArabern, die solche Leute auf ihrer Seite hätscheln, hoch leben lassen und ihnen Denkmäler setzen. Oh, noch etwas: Die Zahl der Terroristen auf israelischer Seite ist extrem gering. Bei den PalArabern sind sie nicht nur Stars, sie sind auch zahlreich. (Jetzt warten wir darauf, dass Ha’aretz pal-arabische Terroristen auch konsequent Terroristen nennt.)
Wieder das übliche Spiel: Am 8. Oktober gibt es die Meldung, dass 30.000 Menschen auf der Flucht sind, weitere 120.000 brauchen dringend Hilfe, sagt die UNO. Wer berichtet darüber? Wer spendet? Niemand. Sind ja weder Juden noch Amerikaner dran bearbeitet. (In Pakistan sind die Amerikaner beteiligt, weil sie der Regierung Druck machen und in Afghanistan dieselben Leute bekämpfen.)
Ein belgischer Muslim hat es gewagt zu fordern, dass das Kopftuchverbot verschärft werden soll. Ohne Argumente tun sich die Radikalen schwer, das zu kontern. Aber argumentativ haben sie offenbar ohnehin nichts zu bieten, sie schießen anders (wer will darf das ie ruhig umdrehen): Da der Mann im öffentlichen Dienst beschäftigt ist, fordern sie, der Mann solle das Maul halten und seinen Verwaltungsarbeiten nachkommen, statt Politik zu betreiben.
Scheik Yussuf al-Qaradawi, der hat wieder besondere Botschaften: Den islamistischen Führer in Israel, Raed Salah, fordert er auf die Al-Aqsa-Moschee weiter zu verteidigen – dass die Hetze Salahs pure Märchen sind, hat offensichtlich nichts zu sagen, denn Qaradawi bringt seine eigenen Lügen ins Spiel: Die Israelis wollen die Moschee bis 2010 zwischen Juden und Muslimen aufteilen. (Wie irre das ist, zeigt sich eigentlich schon darin, dass die Moschee einmal Kirche war und für Juden uninteressant ist, weil sie für Juden nichts Heiliges hat. Anders als bei erfundenen arabisch-muslimischen „Moscheen“ in jüdischen heiligen Stätten.) Darüber hinaus befindet Qaradawi den muslimisch-christlichen Dialog als Zeitverschwendung, weil Christen den Islam nicht anerkennen und der Papst sich immer noch nicht für seinen Regensburger Vortrag und für die Kreuzzüge beim Islam und den Muslimen entschuldigt hat.
Die Muslimbruderschaft in Person von Mohammed Mahdi Akef schloss sich an und rief zum Jihad auf. Besonders interessant für Multikulturalisten ist dieser Aspekt: Er fügte hinzu, dass das Konzept des Jihad nicht nur den militärischen Jihad bedeutet, sondern auch finanziellen, kulturellen, Medien- und politischen Jihad. Fällt euch was auf? „Nicht nur den militärischen Jihad“, sagt der fromme Mann. Wie war das noch? Jihad ist nur „geistiger innerer Kampf“? Ach nee, der Mann muss ein Islam-Missversteher sein…
Qualitätsmedien:
- Der Daily Telegraph berichtet über eine Kollision zwischen einen Hubschrauber und einem C-130 Transportflugzeug vor der Küste bei San Diego. Es gab neun Vermisste (Stand Freitag), 7 aus dem Hubschrauber, 2 aus dem Transportflieger. Der Heli ist laut Angaben des Daily Telegraph ein AH-1W SuperCobra. Wenn der tatsächlich sieben Leute an Bord hatte, dann könnte das allerdings etwas damit zu tun haben, dass es zu dem Zusammenstoß kam…
Obama Watch:
- So kann man sich auch selbst betrügen: Hillary Clinton lobt in Jerusalem „nie da gewesene Zugeständnisse“ der Israelis in der Westbank. So weit, so richtig. Dass vorher die komplette Einstellung jeglicher Bautätigkeit gefordert wurde, behauptet sie, sei nicht richtig, es habe eine solche (Vor-)Bedingung nie gegeben. „Das war immer eine Frage der Verhandlungen.“ Och nee….
(Mahmud Abbas besteht weiter auf der völligen Einfrierung der „Kolonisierung“, bevor es Verhandlungen gibt.)
- Und so kann man seine eigene Haltung offenbaren: Der Superpräsi hat einen Republikaner in sein Geheimdienst-Beratergremium geholt, den ehemaligen Senator Chuck Hagel. Hagel ist ein fanatischer Israel-Hasser und immer gegen Sanktionen gegen den Iran gewesen; natürlich beklagte er den Einfluss der Israel-Lobby, behauptet aber „für Israel“ zu sein. Als er sich 2007 um die Präsidentschafts-Kandidatur der Republikaner bewarb, erstellte die Zionist Organization of America eine Liste von Hagels Bilanz in Sachen Israel – und die ist schlichtweg nicht tragbar, was Israel angeht. Diesen Mann in ein so wichtiges Gremium zu holen, zeigt die Richtung, die Obama eingeschlagen hat.
Pamela Geller im Interview mit FrontPageMagazine (nur ein Ausschnittchen):
Frage: Wenn das kein Zufall ist, warum befindet sich dieser Antisemitismus auf Obamas Website? Was sagt uns das über Obama und seine Administration?
Geller: Ja, warum? Es ist nicht so, dass sie das nicht mitbekommen würden. Als Bill Levinson Obama-Zitate aus dessen eigenem Buch postete, wurde sein Eintrag innerhalb weniger Stunden gelöscht. Diese Art von Rassismus jetzt ungehindert zu erlauben, signalisiert stille Mittäterschaft.
Obamas Website zieht die sich als Entrechtete verstehenden, die Hasser, die Antisemiten. Es spricht Bänder, wenn man auf die „Kontakt“-Seite geht und diese Botschaft erhält: „Vielen Dank für Ihr Interesse an der Abgabe eines Kommentars. Die Obama-Administration akzeptiert Ihre Kommentare auf www.whitehouse.gov.“
Es gibt keine Kontakt-E-Mails für irgendjemanden auf der Website, nur einen direkten Link zum Weißen Haus.
Frage: Warum diese Stimmung Israel und den Juden gegenüber?
Geller: Obama wurde darin aufgezogen. Von Frank Marshall Davis bis Khalid Al-Mansour, Bill Ayers, Jeremiah Wright, Louis Farrakhan und seine Verbindungen zur Nation of Islam hat sich Obama mit Antisemiten der schlimmsten Sorte umgeben. Das geht jetzt mit antiisraelischen Beratern weiter, zu denen Robert Malley, Samantha Power und Zbigniew Brzezinski gehören. Das lässt für das jüdische Volk nichts Gutes ahnen. Diese antisemitische Einstellung hat sich in seinem scharf antiisraelischen Herangehen an den Nahost-„Friedens“-Prozess gezeigt.
Frage: Was kann wegen dieses Judenhasses auf Obamas Website getan werden?
Geller: Die guten Leute sollten ihre Stimme erheben. Die guten Leute sollten das Weiße Haus und die Demokraten deswegen anrufen. Schweigen ist Apathie. Apathie ist tödlich. Wenn genügend Leute ihre Empörung und Beschämtheit zum Ausdruck bringen, wird das Weiße Haus, wird das Obama-Lager gezwungen sein diese Aufhetzung zu Hass und Gewalt zu entfernen. Das ist eine Abscheulichkeit.
4 Kommentare »
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI
Kommentieren
Bloggen Sie auf WordPress.com. | Theme: Pool by Borja Fernandez.
Entries and comments feeds.



Zu deinem Schaschlikstück Türkei – Iran – Ölraffinerie:
Die Nabucco Gaspipeline, die Herr Fischer so tatkräftig unterstützt, amortisiert sich nur, wenn Iran auch ausreichend große Mengen an Gas dadurch anliefert.
Könnte da ein Zusammenhang bestehen?
Kommentar von carl — 2. November 2009 #
„…für Juden uninteressant ist, weil sie für Juden nichts Heiliges hat.“
Kleine Korrektur, die Al-Aqsa Moschee befindet sich auf dem Tempelberg. Also nicht ganz so uninteressant. Interessant hingegen jedoch ist die Rücksicht der Israelis gegenüber alle Andersgläubigen, denn es gäbe nach 1967 und der vorhergegangenen Erfahrung mit der Jordanischen Verwaltung gegenüber den Jüdisch-Historischen Vermächtnissen nichts Logischeres als die moslemische Herrschaft über die Al-Aqsa Moschee zu verbieten um tatsächlich diese (wortwörtlich) zu untergraben um nach archäologischen Überresten zu forschen. Dies wäre ebenfalls für die Christen aller Welt von größter Bedeutung, da diese Moschee ja vorher eine Kirche war. Den schlimmsten Fehler den die Israel begannen hatten, war es den Moslems eine religiöse Selbstständigkeit über dieses Territorium weiterhin zu gestatten anstatt sich ihres eigenen Erbes anzunehmen und so viel wie möglich für die nachkommenden Generationen zu erhalten. Nach über 40 Jahren wissen wir nicht einmal wieviel die Moslems für immer zerstört haben in ihren Größenwahn um den Islam als einzige Religion dieser Region darzustellen. Die Israelis leiden wahrscheinlich an einen pathologisch-masochistischen Gerechtigkeitssinn für alle.
Kommentar von Guerreiro — 2. November 2009 #
Die Al Aqsa hat für die Juden nichts Heiliges. Außerdem steht sie abseits der Stelle, wo der Tempel (und damit das Allerheiligste) gestanden hat. Kein Problem also.
Wo du recht hast: Dass sie der Waqf die Verwaltungshoheit über den Tempelberg gelassen haben, ist ein Fehler gewesen, der auf ihre Großzügigkeit, ihre Toleranz und den Verusch des miteinander Auskommens zurückzuführen ist. Die Folgen haben sie – blauäugig – nicht kommen sehen. So ähnlich wie Rabin in Oslo (wobei der es schon der gesammelten Erfahrungen der 25 Jahre vorher hätte besser wissen müssen).
Kommentar von heplev — 2. November 2009 #
Also ich persönlich find die Grabungen im Tempelberg (Unter der ehemaligen Kirche…ähmm nun Moschee…)schon etwas unschön, auch das die dort geförderten Artefakte zerstört und weggeschafft werden.
Was Dayan sich dabei an sich gedacht hat…naja…
Kommentar von joschuacohen — 3. November 2009 #