Aus der Hüfte geschnitzte Kritik gegen diplomatische Phrasen

13. März 2010 um 10:25 | Veröffentlicht in Blogosphäre, Deutschland | 12 Kommentare
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Am heutigen Samstag steigt eine Fete im Bayerischen Hof, einem Luxushotel in München. Veranstaltet wird sie vom iranischen Generalkonsulat. Eine Petition gegen diese Festivitäten durch eine rassistisches, antisemitisches, Christen und andere religiöse Minderheiten verfolgendes Regime, das nebenher auch die Muslime des eigenen Volkes mit brutaler Gewalt unterdrückt, wurde vom Hotel Hilton in München zum Anlass genommen, die ursprünglich für dort angesetzte Feier abzusagen. Kurzfristig konnten die Terror-Vertreter den Bayerischen Hof buchen. Für eine neue Petition war keine Zeit, deshalb gab es eine E-Mail-Kampagne, über die die Geschäftsleitung des Hotels darauf aufmerksam gemacht wurde, wen sie da beherbergen und bewirten wollen.

Eine Reihe der Aktivisten bekam von der E-Mail-Adresse der Bankett-Leiterin Patricia Häring Antwort von einer Frau Ingegrit Volkhardt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Haus pflegt zu den Konsulaten aller international anerkannter Staaten gute Kontakte und wir verhalten uns stets politisch neutral.

Unseren Informationen zufolge handelt es sich bei der Veranstaltung in unserem Hause am 13. März um ein “Zusammentreffen der in Deutschland lebenden Iraner”.

Dieser Gästekreis setzt sich lt. Aussagen des Veranstalters zu 95 % aus Ärzten, Ingenieuren und Hochschulabsolventen zusammen, wir sahen daher keinen Grund, diese Veranstaltung abzulehnen. Nach eingehender Überprüfung ist uns zum jetzigen Zeitpunkt ein Rücktritt von dem geschlossenen Vertrag leider rechtlich unmöglich.

Jedoch möchten wir uns für Ihre zahlreichen Anmerkungen bedanken! Bitte lassen Sie sich versichern, daß wir Ihre Ansichten respektieren!

Dass es aus Rechtsgründen keinen Rücktritt von dem geschlossenen Vertrag möglich ist, ist die eine Sache. Das kann man anführen und bedauern.

Eine ganz andere Sache ist die davor angegebene Rechtfertigung. Wenn der Bayerische Hof keinen Grund sah, die Veranstaltung abzulehnen, was heißt das? Heißt das, sie sehen das jetzt anders? Bedeutet es, dass sie diese Veranstaltung mit den jetzigen Kenntnissen anders betrachten? Ist man im Bayerischen Hof inzwischen vielleicht der Ansicht von den Veranstaltern über ihre wahre Identität getäuscht worden zu sein? Würde man diese Feier heute nicht mehr annehmen und das in Zukunft nicht tun?

Wenn dem so wäre, warum wird das nicht gesagt? Frau Volkhardt formuliert so, dass man hineinlesen kann, was man will. In den ersten Reaktionen wurde ihr Arroganz, Unkenntnis und mehr unterstellt –  „aus der Hüfte geschnitzt“.

Gerade hier liegt ein Problem: in solchen reflexhaften Antworten auf Schreiben, die auch ganz anders gelesen werden können.
Natürlich bedeutet „international anerkannter Staat“ nicht, dass man unbedenklich mit ihm kuscheln kann. Nazideutschland war international anerkannt, andere Terrorregime der jüngeren Vergangenheit auch (Südafrika, Idi Amins Uganda, Pinochets Chile, Argentinien unter den Militärdiktaturen, Pol Pots Kambodscha usw.). Wäre das ein Grund gewesen, diesen Regimen Räume für Feierlichkeiten zu überlassen?
„In Deutschland lebende Iraner“ heißt auch noch nichts. Davon gibt es die unterschiedlichsten Typen, von Terror-Jubel-Persern bis hin zu kommunistischen Regimegegnern. Genug in den USA lebende Deutsche haben Nazi-Feiern veranstaltet; genügend andere waren Todfeinde der Nazis.
Die Zusammensetzung des Gästekreises hat auch nichts zu sagen. Mengele war Arzt, zwei der schlimmsten Terror-Chefs der palästinensischen Araber waren „sogar“ Kinderärzte. Im Nazi-Apparat waren haufenweise Hochschulabsolventen zu finden. Sind Ingenieure von Natur aus vor falschen Weltbildern und ethisch unerträglichen Ansichten verschont?

Frau Volkhardt liefert also Steilvorlagen, wenn sie mit Kontaktpflege zu den Konsulaten aller international anerkannten Staaten und politischer Neutralität usw. argumentiert – und das auch gleich als Eingangsstatement. Rechtfertigt das aber den kompletten Verriss, wie er auf FreeIranNow und anderen Stellen zu lesen ist? Mir scheint, da ist nicht gründlich nachgedacht worden. Zumindest hätte es eine Rückfrage geben müssen, in der um Klärung der Haltung von Geschäftsführung und Bankettleitung gebeten wird, bevor man die Keule rausholt. Sollte sich herausstellen, dass die unterstellten Haltungen richtig waren, kann man immer noch hinlangen.

Das Schreiben aus München deutet durchaus an, dass man sich nicht bewusst war, wer da zum Feiern kommt: Muss die Information „Zusammentreffen in Deutschland lebende Iraner“ wollten feiern beim Hotel negative Konnotationen auslösen? Nein, nicht zwangsläufig. Eine kurzfristige Anfrage dieser Art kann (und sollte vielleicht) Aufmerksamkeit wecken, muss es aber nicht.
Dass es sich um Akademiker handelt, kann genauso wenig als zwangsläufiger Grund für Vorwürfe dienen, wie eine Gruppe Fließbandarbeiter.
„Eingehende Prüfung“ des geschlossenen Vertrags sagt zumindest, dass man sich mit der Sache auseinandergesetzt hat und vielleicht sogar erwog die Veranstaltung abzusagen. Das muss nicht der Wahrheit entsprechen, aber für diese Annahme sollte man zumindest Beweise haben. Die Iraner werden schließlich aus dem Rauswurf beim Hilton gelernt und einen Vertrag angestrebt haben, der Gleiches nicht so einfach wiederholbar macht. Selbst für den Fall einer bewussten Täuschung über den wahren Veranstalter.

Der Kritiker-Schnellschuss aus der Hüfte hilft nicht. Die wenig bis nichts sagende diplomatisch-politische Rechtfertigung des Hotels auch nicht. Es wäre nötig klare, aber deutlich überlegte Worte zu sprechen. Auf beiden Seiten.

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12 Kommentare »

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  1. Hallo Heplev,

    der Bayerische Hof war durch den Hilton-Fall vorgewarnt. Muss man da noch viel erklären oder hineuininterpretieren, so wie du das tust?

    Frau Volkhardt ist kein naiver Lehrling, sondern eine abgekochte Managerin, die genau weiß was sie sagt.

    Wenn sich jemand an ein anrüchiges Geschäft anhängt, das noch dazu nachträglich im Wettstreit mit der Konkurrenz gewonnen wurde, muss er sich gefallen lassen, dass er hart angegangen wird. Der Bayerische Hof hatte genügend Vorlaufzeit, um sich über die Begleitumstände zu informieren.

    Es gibt überhaupt keinen Grund, die Kritik am Bayerischen Hof abzuschwächen.

    Gruß
    Bernd

    • Du unterstellst, dass die im Bayerischen Hof das wussten. Das ist möglich. Es ist auch nicht möglich. Meinst du, das Konsulat oder das Hilton machen Werbung damit, dass sie dort absagten? Wie viel Aufsehen hat das in der Presse gemacht? Wussten sie im Bayerischen Hof, dass das dieselben waren, die im Hilton den Stuhl vor die Tür gesetzt bekamen?
      Wie “vorgewarnt” waren sie also?
      Konnten sie es wissen? Ja. Mussten sie es wissen? Nein.

  2. Sehr Verehrter/e Heplev!

    heute ist der 13.03, die Petition läuft seit angemessener Zeit, die bayrisch-hof-höflicher Antwort ist uns erst gestern getroffen…

    Wissen Sie, dass die Zeitbombe viel schneller tickt als Sie versuchen im Namen der verwirrten “Vernunft!!!” jedoch widersprüchlich zu appellieren… Wenn Sie schreiben: “Zumindest hätte es eine Rückfrage geben müssen, in der um Klärung der Haltung von Geschäftsführung und Bankettleitung gebeten wird, bevor man die Keule rausholt.”

    Mullah-Kannibalisten massakrieren tag täglich die Menschen im Iran und Sie geben uns den moralistischen ‘Rat á la “BRD-gängige Praxis”!!! Wo leben Sie eigentlich? Hoffentlich in keiner Traumwelt…

    Handeln Sie statt zu predigen…

    • Liebe Nasrin, bitte machen wir keine Kampfzonen auf, die unnötig sind.
      Ich wäre höchst erfreut, hätte sich der Bayerische Hof entschieden die Feier gar nicht erst anzunehmen oder abzusagen. Darum geht es aber nicht.
      Es geht um dem Umgang mit der Reaktion der Bankettleitung. NACHDEM die Stellung genommen und angekündigt hat, die Feierlichkeiten NICHT abzusagen.
      Ich plädiere dafür, nach den tatsächlichen Gründen zu fragen, statt gleich in dieser Art auf das Hotel einzuprügeln.

      Was hätte es gekostet, nachzufragen?
      Wäre es zu viel verlangt gewesen, eine klare Stellungnahme einzufordern, um dann festzustellen, ob der Schnellschuss-Gedanke (den ich auch hatte!) richtig ist oder nicht?
      Zumindest hätte man weiteres Nachdenken anregen können – Reaktionen wie Bernds sind sinnvoll, wenn sie faktisch belegt sind. Im Moment fürchte ich, dass der Bayerische Hof eher stur werden wird.

      Ich denke, wenn Sie sich auf meinem Blog umsehen, werden Sie feststellen, dass ich weder auf der Seite der Mullahs stehen, noch auf der der Appeaser. Ich bin auch kein zweiter Charles Johnson (Little Green Footballs).

      Im Grunde genommen ist Ihre Reaktion eine Bestätigung dessen, was ich hier fordere: Dass etwas kühler agiert und reagiert wird, dass etwas mehr nachgedacht wird. Sie machen denselben Fehler, der in der Reaktion an das Hotel gemacht wurde – nein, Sie setzen noch eins drauf, denn Sie greifen mich hier zu einer Sache an, die in diesem Eintrag gar nicht Thema ist! Eine Sache, in der ich voll und ganz auf Ihrer Seite stehe! Ich habe dem Bayerischen Hof auch geschrieben; und ich bin einer von denen, die dieses Antwortschreiben bekommen haben. Also bitte: Keine Schnellschüsse aus der Hüfte. Nachdenken. Lesen, was tatsächlich da steht. Gegebenenfalls nachhaken. Und dann schreiben.

  3. Ich bin der Meinung, daß es der Tante nur um den Umsatz ging. Wer die Gäste sind, juckt sie herzlich wenig. Ein Gewissen zu haben ist nun einmal nicht gut für’s Geschäft.

    Die inhaltslosen Phrasen aus dem Antwortschreiben dienten nur, um das Blatt zu füllen. Daher macht es jetzt keinen Sinn, jedes Wort dieses Schreibens auf die Goldwaage zu legen. Das ist wohl zu viel des Guten.

  4. hallo Heplev,

    Du schreibst: Ich wäre höchst erfreut, hätte sich der Bayerische Hof entschieden die Feier gar nicht erst anzunehmen oder abzusagen. Darum geht es aber nicht.

    Sorry, aber genau darum geht es und nicht darum, ob man einen ironisierenden geschrdiebenen Brief auf Einhaltung der Etiketette überprüft. Warum auf einmal diese vornehme Zurückhaltung?

    ============
    Ich will dir als Beispiel zwei kurze Leserbriefe präsentieren, die Thomas E. bei mir hinterlassen hat. Sie spiegeln nämlich in etwa unsere Unterhaltung weiter, allerdings mit einem anderen Ergebnis (zwei Wörter durch mich fett markiert):

    Lieber Bernd,

    du weißt, dass ich deine Position in Bezug auf den Iran teile und mir die Bekämpfung der Mullah-Diktatur ebenso ein Anliegen ist.

    Vielleicht habe ich ja was versäumt, aber die Aufregung um den Bayerischen Hof verstehe ich trotzdem nicht. Auch nicht, dass ihr euch auf eine harmlose Hotelmanagerin einschießt. Zum Einen, weil keine Konferenz der Welt möglich wäre, würde man deren Teilnehmer nicht beherbergen, auch wenn Sie Dikaturen repräsentieren – oder sollte man solchen ausschließlich Hausbesuche abstatten?

    Zum Andern, weil man nicht verlangen kann, dass ein Hotelmanagement die eigene politische Agende teilt. Nicht dass sie das nicht könnte, aber es steht in ihrem freien Ermessen. Würde ich ein Haus dieser Kategorie führen, würde ich mich auf eine solche Diskussion auch nicht einlassen. Oder sollte ich allen Gästen aus Saudi-Arabien, China, Venezuela usf. die Tür weisen oder bei der Buchung einen politischen Gesinnungstest verlangen? Wer einreisen darf, darf auch beherbergt werden, so einfach ist das.

    Wie gesagt, vielleich habe ich was verpasst, und die Iraner halten hier so etwas wie eine neue “Holocaust-Konferenz” ab. Das wäre natürlich etwas anderes, weil Veranstaltungen anders zu bewerten sind als bloße Nächtigungen. Wenn es aber nur um die Beherbergung von Regierungsvertretern geht, liegt ihr hier schwer daneben.

    Und dann seine Berichtigung:

    Inzwischen habe ich mich schlauer gemacht. Festbankett des Generalkonsulats muss wirklich nicht sein! Ich hatte gedacht, es ginge um Übernachtungen.

    Was lernen wir daraus? Zuerst lesen, dann posten ;-)

    Best, Thomas

    ———
    Wichtiger Nachtrag: Inzwischen hat der bayerische Hof an den Autor von IranianGerman eine Antwort geschickt, die zwar der sprachlichen Kleiderordnung voll genügt, es letztlich aber doch beim Bankett bleiben lässt. Hier:

    http://iraniangerman.wordpress.com/2010/03/13/nachtrag-ir-bankett-im-bayrischen-hof/

    Was nutzt also höfliches Nachfragen in diesem speziellen Fall? Gar nichts, denn komischerweise konnten Kempinski und Hilton aussteigen, der Bayerische Hof” aufgrund der Fehlleistung einer Angestellten aber nicht? Lächerlich und peinlich und erst Recht ein Grund mehr, unsere Reaktion auch in ihrer Schärfe als absolut gerechtfertigt zu sehen. Man müsste eher noch einen draufsetzen.

    ————
    Was deinen Rat an nasrin betrifft, beim Bayerichen Hof vorher nachzufragen: Reichen ein Presseerklärung des Hotels und die Anfrage des Iranischen Generalskonsulats etwa nicht? Was hätte man noch höflich nachfragen sollen, ohne dass die sich vor Lachen gekugelt hätten?

    Ich bin sehr für gute Umgangsformen, es muss auch klöae Kante gezeigt werden. Zeigen wir doch sonst auch immer, oder?

    • “Sorry, aber genau darum geht es”
      Dir vielleicht, aber nicht in meinem Text.
      Jetzt später erfolgte Stellungnahmen anzuführen, ist unredlich.
      Das von dir verlinkte Schreiben zeigt einiges auf, was traurig stimmt und den Verdacht in Teilen bestätigt.
      Ansonsten bestätigt dieses Schreiben meine Kritik und meine Vermutungen, was möglicherweise auch hinter dem Schreiben von Frau Volkhardt steckte.
      Ich kritisiere, dass Frau Volkhardt nicht schon in der ersten Antwort Klartext geschrieben hat. Aber ich habe auch gefordert, dieses Schreiben genauer anzusehen und keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen. Ihr habt sie gezogen – zu Unrecht, denn sie selbst bestätigt ja, dass das ein Fehler war und sie aus dem Vertrag nicht rauskommen.

      Ich begreife nicht, wie du jetzt derart rechthaberisch darauf herumreiten kannst, du hättest Recht gehabt!

      Das von dir hier eingefügte Schreiben widerlegt mich auch nicht. Ich bin genau dieser Meinung: Das Bankett sollte gar nicht erst stattfinden. Aber warum wollt ihr partout nicht nachdenken? Und warum nicht nachfragen? In etwa:
      “Sehr geehrte Frau Volkhardt, Ihr Schreiben enthält Formulierungen, die nicht eindeutig sind. Bitte klären Sie uns auf: Finden Sie, dass Ihr Hotel mit diesem Bankett einen anständigen Dienst leistet oder wäre es Ihnen lieber, Sie hätten diese Veranstaltung gar nicht erst angenommen?”
      Sie hätte diese Iraner lieber nicht im Haus. Sie bestätigt eine Vermutung meinerseits, die ich ALS MÖGLICHKEIT angesprochen habe, ohne überhaupt zu behaupten, das das die richtige ist!

      Tut mir Leid, das sagen zu müsswen, aber deine Argumentation hinkt nicht nur, sie ist einfach Rechthaberei ohne Belege.

  5. Um den ganzen Theater des “wenn und aber” endgültig ein Ende zu setzen:
    Die Geschäftsleitung hatte (und wurde auch unmissverständlich dazu aufgefordert) zumindest im Nachhinein die Möglichkeit, diesen Vertrag als groben Fehler einzugestehen und sich von den Machern der Veranstaltung zu distanzieren. Sie hätten mit einer öffentlichen KLARSTELLUNG Bezug zu all dem nehmen können, indem man allerdigs leere Phrasen wie “unpolitisch” oder “aller anerkannten Staaten” aussen vor liess. Stattdessen hat man diesen Skandal bis zum Ende durchgeführt, danach nur noch geschwiegen und mal gehofft, dass da ganz schnell “Gras über die Sache” wächst.
    Es deutet nichts darauf hin, dass sie dieses Geschäft wirklich anhand all der Kritiken bereuen. Bereuen werden sie allenfalls die nachträgliche schlechte PR.
    Dennoch haben sie noch sehr viel Glück gehabt, dass dieser Vertrag nur sehr kurzfristig zustande kam, somit entgingen sie zweierlei:
    1. Viel mehr Protestierende vor ihrem Hotel (bzw. in der Nähe, da die Demonstranten offensichtlich gut abgeriegelt wurden von der Polizei)
    2. Der noch grösseren Blamage und Gesichtverlusts, lange genug zuvor hätten reagieren können. Die Frage ist nämlich, WAS, wenn all dies nicht so kurzfristig passiert wäre? Man wird es wohl niemanden verübeln können, der nicht wirklich AUCH DANN an eine Absage Seitens des Hotels glaubt.

    In diesem Sinne hat freeirannow ganz und gar nicht überreagiert!

    P.S.: Diese permanente Aufforderung zur politischen Korrektheit ist nicht nur nervend, sondern insbesondere auch kontraproduktiv. Es wird KRIEG geführt gegen ein ganzes Volk, da ist es mehr als daneben, ständig darauf hingewiesen zu werden, dass man gerne böse sein kann, aber nur “unter Kerzenschein”

    • Ich fordere nicht zu politischer Korrektheit auf! Wo denn das?

      Ich hatte die Meinung geäußert, dass man hätte nachhaken sollen. Das ist nicht “politisch korrekt”, sondern in diesem Fall ein kühler Kopf. Das nicht zu machen war nicht das Gelbe vom Ei, wie sich herausgestellt hat.
      Die Kampagne von FIN war richtig. Die erste Reaktion auf die erste Antwort war voreilig, überzogen und unbedacht.

      Noch einmal: Ich kritisiere das erste Schreiben von Frau Volkhardt, sie hätte sich klarer äußern sollen.
      Hat sie nicht. Schade.
      Was danach über das Hotel ausgeschüttet wurde, war unüberlegt. Weil jeder nur das aus dem Schreiben herausgelesen hat, was er/sie unbedingt darin sehen wollte. Das ist Schubladendenken, nichts anderes.
      Ich wollte auch gegen diese Antwort protestieren und harsche Worte schicken. Dann habe ich mir die Mail dafür angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, sie hätte das auch anders meinen können. Und das von Bernd verlinkte Schreiben zeigt, dass dieses Nachhaken eine – besser von vorneherein gegebene, leider aber nicht sofort dargelegte – Haltung zeigt, die dem widerspricht, was in den Keulenschreiben angenommen wurde.
      Wie oft muss das eigentlich noch aufgezeigt werden?
      Oder habt ihr alle Angst einen Fehler zuzugeben?
      Ich finde es erschreckend, wie ihr reagiert. Und wie uneinsichtig hier so mancher agiert.
      Verdammt nochmal, warum macht ihr nicht das, was ihr (zurecht) vom Bayerischen Hof fordert und sagt: Okay, ein Fehler gemacht, nächtes Mal passiert das so nicht wieder, weil wir nicht mehr so emotionalisiert agieren.
      Ist das tatsächlich zu viel verlangt?

  6. @Eine Iranerin

    Du schreibst:

    Es wird KRIEG geführt gegen ein ganzes Volk [...]

    Exakt!

    Wenn man mir Rechthaberei unterstellte, sogar Unredlichkeit, weil ich einen scharfen Ton angeschlagen hatte (war meine Reaktion in dieser Form also unangebracht oder überflüssig?), dann stimmte mich das auch ein wenig traurig. Aber das ist mittlerweile verflogen….

    Ich kann damit leben, weil ich ansonsten durch die Bank zustimmende Zuschriften erhalten hatte. Und so falsch kann ich nicht liegen, wenn Exiliraner, die unter lebensgefährlichen Begleitumständen aus dem Iran fliehen mussten und deren Angehörige drangsaliert und ermordet wurden, sich meiner Argumentation und Wortwahl anschlossen.

    Fazit: Man darf im Umgang mit Ausrichtern von Festbanketten für Vertreter des Terrorregimes keine Glacehandschuhe anlegen. Das würde man übrigens (völlig zu Recht) auch nicht machen, wenn Meshaal oder Abbas sich im Bayerischen Hof bewirten lassen würden. Warum also diese diplomatische „Unterscheidung“, frage ich mich da.

    Für mich ist der Einsatz für die iranische Demokratiebewegung genauso wichtig wie der für die Sache Israels. Man muss diese beiden Engagements sogar unbedingt zusammendenken! Da gibt es kein Ruckeln, ganz abgesehen davon, dass entschiedener Einsatz für die iranische Demokratiebewegung auch Israel nutzt. Ich will hier auf einen entsprechenden Beitrag verweisen:

    http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704486504575097323070730564.html

    Für mich ist die unwichtige Diskussion um Stilfragen hiermit auch abgeschlossen, weil es weiß Gott wichtigere Dinge gibt und ich keinen Wert auf Zank mit Menschen lege, die ich gern habe.

    • Bernd, ich kriege das Kotzen.
      Ihr schreibt hier alle so, als hätte ich nichts dagegen, wenn der Bayerische Hof die Terror-Fete veranstaltet.
      Ich habe auch keine Glace-Handschuhe gefordert.
      Ich habe euch lediglich aufgefordert, nachzudenken und nachzuhaken, bevor ihr etwas als Tatsache annehmt.
      Das hat nichts mit Stil zu tun, sondern mit Anstand.
      Urteile auf diese Weise zu fällen, spricht nicht für euch. Ich könnt das besser. Ihr bzw. wir haben so manche Kampagne gefahren, die sauberer gelaufen ist, mit weniger Unterstellungen und nicht überprüften Urteilen.
      Ihr tut euch keinen Gefallen, wenn ihr das weiter so macht.
      Was hätte es euch gekostet eure Annahmen abzuklären? Die Protestschreiben mit den Vergleichen ein paar Stunden später loszuschicken, wenn keine Antwort auf eine entsprechende Anfrage gekommen wäre – oder eine bestätigende?
      Kein Mensch – ich schon gar nicht – fordert, dass irgendwer geschont wird. Aber bitte, macht es mit Leuten, die es verdienen und wenn ihr abgeklärt habt, dass sie die richtige Adresse sind!

  7. Im Übrigen werden in diesem Eintrag ab jetzt keine Kommentare mehr veröffentlicht.


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