Antwort vom WDR – wir sind sachlich, fair und anerkannter Standard

18. Februar 2011 um 19:24 | Veröffentlicht in Medien+Nahost, WDR | Hinterlasse einen Kommentar

Am Wochenende bekam der WDR auf seine Nachrichten hin eine Beschwerde. Ein Rechercheur antwortete mit Selbstbeweihräucherung, die die Probleme umschiffte. Er bekam erneut ein Schreiben – auf das er wohl nicht mehr antworten wird:

Sehr geehrter Herr Bochenek,

dann muss ich wohl unter Halluzinationen leiden. Die Nachrichten von 10 Uhr habe ich mir bestimmt eingebildet.

Aber auch in der von Ihnen angeführten Meldung 6-Uhr-Sendung fehlt jeglicher Hinweis auf die irren “Tatsachen”-Feststellungen der Türkei in besagtem Bericht. Vielleicht machen Sie sich mal mit ein paar betreffenden Fakten vertraut? Das gehört doch wohl auch zu den handwerklich-journalistischen Standards, oder nicht? Hier eine Möglichkeit, was bei minimaler Recherche zu erfahren ist (damit ist nicht dieser Blogger gemeint – der hat nur übersetzt -, sondern die Quellen dessen, den er übersetzt hat):
http://heplev.wordpress.com/2011/02/12/der-absurde-flottillenbericht-der-turkei/

Und wenn für so etwas in den Nachrichten kein Platz ist – mir kommt da eine sehr böse Frage: Hätten Sie auch über die Aktion am Sender Gleiwitz so berichtet? Hätten Sie eine eventuelle deutsche Untersuchung so äquidistant hingestellt, obwoh es Videomaterial gab, das zeigt, wie gelogen die deutsche Seite da “argumentierte”? “Deutschland widerspricht darin der polnischen Einschätzung.”
Ich schätze mal, diese Äquidistanz würde Ihnen da nicht unterlaufen sein. Aber bei Israel und dem Nahen Osten, da ist so etwas eine einwandfrei formulierte und faire Meldung.

Zum Abschluss möchte ich mich entschuldigen, dass ich Sie über mein Geschlecht im Unklaren ließ.

Ansonsten kopfschüttelnd

Hier das Schreiben aus dem WDR:

Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr XXX,

das von Ihnen angesprochene Thema ist am 12. Februar in den
10-Uhr-Radionachrichten im WDR Hörfunk ausweislich unserer
Sendeunterlagen nicht berücksichtigt worden.
Wir hatten am genannten Tag in den Frühsendungen die folgende Meldung.
Sie informiert nachrichtlich über den türkischen Untersuchungsbericht zu
dem Vorfall Ende Mai letzten Jahres.
Es wird durchaus auch die israelische Einschätzung erwähnt, über die
wir aktuell Ende Januar berichtet hatten (eine entsprechende Meldung vom
23.1. ist beigefügt.)
Ihre Kritik vermag ich nicht nachzuvollziehen. Die Meldung ist
einwandfrei formuliert und entspricht in Sachen Fairness und
Sachlichkeit anerkannten handwerklich-journalistischen Standards.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Bochenek
Programmgruppe Nachrichten
WDR Radio

___________________________________

Sendung vom 12.2.2011 6:00
Die Türkei hat ihren Abschlussbericht zu dem israelischen Angriff auf
eine Hilfsflotte für die Palästinenser vorgelegt.

Sie widerspricht darin der israelischen Einschätzung. Im Gegensatz zu
einer israelischen Untersuchungskommission hält die Türkei das damalige
Vorgehen der israelischen Armee nicht für rechtmäßig. Zur Begründung
heißt es, schon die Seeblockade des Gazastreifens, die Israel mit dem
Angriff auf die Hilfsflotte verteidigen wollte, sei unrechtmäßig. Neun
Menschen waren bei dem Einsatz im Mai getötet worden, acht von ihnen
waren Türken.

Die Berichte beider Seiten sollen den Vereinten Nationen dazu dienen,
den Vorfall aufzuklären.
_____________________________

Sendung vom 23.01.2011 22:00:00
Israelische Kommission sieht Gaza-Blockade-Brecher im Unrecht

Eine israelische Untersuchungskommission hat den Angriff auf einen
Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für die Palästinenser im Gazastreifen als
rechtmäßig bewertet. Auch die Seeblockade um den von der
radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen stehe im Einklang
mit internationalem Recht. Die sechs Mitglieder der
Untersuchungskommission entlasteten Israel einstimmig. Zugleich erklärte
die Kommission unter Vorsitz des ehemaligen obersten israelischen
Richters, Jaakov Tirkel, ihr Bedauern darüber, dass Menschen bei dem
Marineeinsatz ums Leben kamen beziehungsweise verletzt wurden. Bei dem
Versuch, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen,
waren im Mai vergangenen Jahres neun türkische Aktivisten ums Leben
gekommen.

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