Norwegen: das antisemitischste Land des Westens

26. März 2012 um 15:19 | Veröffentlicht in Europa+Nahost | 6 Kommentare
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Manfred Gerstenfeld interviewt Hanne Nabintu Herland (direkt vom Autor)

Die derzeitige norwegische Regierung aus Arbeitspartei und radikaler Linken fördert eine extrem einseitige und negative Haltung zu Israel. Sie ist für die Schaffung eines politisch korrekten Hasses auf Israel vieler Menschen des Landes verantwortlich. Das hat Norwegen aus meiner Sicht zum antisemitischsten Land des Westens gemacht. In der norwegischen Geschichte hat es nie eine solche antiisraelische Gesinnung gegeben.

Hanne Nabintu Herland

Hanne Nabintu Herland

Hanne Nabintu Herland ist norwegische Akademikerin und Religionshistorikerin. Sie hat mehrere erfolgreiche Bücher geschrieben. Das letzte, Respekt, wurde im Februar 2012 veröffentlicht, erhielt eine Menge Publicity und steht an der Spitze der Bestsellerliste des Landes. Allerdings hat es öffentlich ein völliges Schweigen zur scharfen Kritik gegeben, die sie in dem Buch wegen deren unausgewogenen Sicht Israels an der derzeitigen linken Regierung übt.

Herland sagt: Die Kontrolle der öffentlichen Meinung ist in Norwegen derart stark, dass es fraglich ist, ob man noch von einem freien, demokratischen Staat sprechen kann. Die Arbeitspartei hat Anders Breiviks Terroranschlag vom 22. Juli 2011 gegen sie weithin genutzt, um weiter jegliche Opposition zu diskriminieren und die öffentliche Debatte abzuschalten.

Sie fügt an: Die norwegische Regierung akzeptiert indirekt die Hamas-Agenda, deren Hauptziele die ethnische Säuberung, Terror gegen und Völkermord an den Juden sind. Außenminister Jonas Gahr Støre von der Arbeitspartei verteidigt die Hamas regelmäßig in Zeitungen des Auslands. Im Februar 2011 tat er dies zum Beispiel in der International Herald Tribune.

Letztes Jahr wurde Støre beim Lügen erwischt. In einer Live-Sendung im norwegischen TV2 stritt er ab, beständig Gespräche mit Hamas-Führer Khaled Meschaal zu führen. Støre musste diese aber zugeben, als der Reporter ihm sagte, Meschaal habe diese Gespräche erwähnt. Was zuerst ein naives Handeln gewesen sein mag, ist inzwischen vorsätzliche Arglist. Langfristig beeinträchtigt Støre Norwegens internationalen Ruf, indem er als Verteidiger der Hamas auftritt.

Die Art und Weise, wie Norwegen die Hamas mit Hunderten Millionen norwegischen Kronen der Steuerzahler finanziert, ist pure Korruption. Wenn afrikanische Staaten sich den Weg zu Einfluss erkaufen, nennen wir das Korruption. Im Wesentlichen praktiziert die Arbeitspartei genau dasselbe – Milliarden verlassen das Land, um Norwegen Freunde in Staaten des Auslands zu kaufen, in denen man andernfalls wenig bis keinen Einfluss hätte.

Trotz bedeutender antiisraelischer Propaganda während des letzten Jahres stellte eine von Norwegens größter Zeitung Verdens Gang durchgeführte Meinungsumfrage fest, dass 60% der Norweger glaubt Israel habe mit der Behauptung Recht, die Berichterstattung in den norwegischen Medien sei unausgewogen. Diese Umfrage wurde durchgeführt, nachdem die israelische Botschaft in Oslo eine Beschwerde wegen verzerrter Berichterstattung gegen die staatliche Rundfunkanstalt NRK eingereicht hatte.

Dieser Antiisraelismus wird oft von Antisemitismus begleitet. Jüdische Kinder in norwegischen Schulen leiden besonders darunter. Nach Angaben einer Studie werden viele von ihnen weit mehr drangsaliert als andere Minderheiten.

Man mag sich fragen, warum das norwegische Establishment der einzigen Demokratie im Nahen Osten ständig zusetzt. Viele in Norwegen und Europa insgesamt erkennen nicht länger die historische Verbindung ihrer traditionellen Kultur zum jüdischen Volk. Diejenigen, die die zehn Gebote verbreiteten, legten die Infrastruktur zivilisierter Gesellschaften. Die Juden haben enorm zur Entwicklung der europäischen Kultur beigetragen.

Im Frühjahr 2011 veröffentlichte Herland einen Artikel mit den Titel „Norwegen ist das antisemitischste Land des Westens“. Darin schrieb sie: „Kulturell haben wir weit mehr mit dem jüdischen Volk gemeinsam, als man denken würde. Die Werte der westlichen Zivilisation haben ihre Wiege in griechischen und römischen Beiträgen, aber wenn es um Werte geht, dann im hebräisch-christlichen Beitrag. Die europäischen humanistische Ansichten zur Menschenwürde ohne Rücksicht auf Rang, Klasse oder Ethnie hat ihre Wurzeln tief im Judentum. Diese Werte liegen im Kern dessen, was es bedeutet heute zur westlichen Zivilisation zu gehören.“

Herland stellt fest: Die neuen westlichen, säkularen Werte implizieren eine Ablehnung des Respekts für die historische Verbindung unserer Kultur zum jüdischen Volk. Viele im Westen begreifen nicht, dass die radikal-religiöse Bewegung des Islam maximalen Widerstand gegen das projiziert, was sie als westliche Dekadenz und Dominanz ausmachen.

Die neuen muslimischen Freunde vieler westlicher Säkularisten pflegen einen gewalttätigen Umgang mit verschiedenen Minderheiten in islamischen Ländern. Das Gesetz der Scharia wird als kulturelle Alternative zum westlichen Rechtssystem betrachtet. Was als Mitgefühl der Linken für die Schwachen begann, hat sich in Unterstützung totalitären Zwangs verwandelt. Dazu gehört auch die Stützung eines ausgeprägten Antiisraelismus. Heute dominieren diese undemokratischen Gesinnungen die Stimmen der politischen Kontrolle in Ländern wie Norwegen auf eine Weise, die sowjetischer Propaganda sehr ähnlich ist.

Im März 2011 kam der berühmte Harvard-Jurist Alan Dershowitz nach Oslo. Er bot drei norwegischen Universitäten einen kostenlosen Vortrag an. Sie wiesen ihn allesamt ab. Danach schrieb Dershowitz einen Artikel im Wall Street Journal, in dem er übermittelte, wie antisemitische norwegische Akademiker ihn wissen ließen, dass er persona non grata war. Diese Affäre sorgte dafür, dass ich mich schämte Norwegerin zu sein. Ich freue mich auf den Tag, an dem die gegenwärtige Regierung abgewählt wird. Dann wird hoffentlich der Propaganda ein Ende gesetzt und mit ihr dem irreführenden Bild Israels, das der norwegischen Öffentlichkeit ständig vorgesetzt wird.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Vorsitzender des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs.

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6 Kommentare »

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  1. In Schweden ist (v.a. moslemisch geförderter) Antisemitismus ebenfalls an der Tagesordnung. Es ist einfach nur abstoßend, wie die Linken da einsteigen um ihre Klientel bedienen.

    • schlimmstes Stichwort: Malmö, Bürgermeister Ilmar Reepalu – einfach zum Kotzen

  2. Hat der staatliche Antisemitismus etwas mit Ölbesitz zu tun? Iran, arabischer Raum, Venezuela, Norwegen?

    • Ist wohl eine etwas gewagte These.

  3. [...] März 2012 um 15:19 | Veröffentlicht in Europa+Nahost | 4 Kommentare Tags: Antisemitismus, Diaspora-Juden, Judenhass, [...]

  4. [...] van (populair)-wetenschappelijke boeken Hanne Nabintu Herland. Zij beweert dat Noorwegen het meest antisemitische land van het Westen is. Haar aanzien in het land is zó groot, dat zelfs belangrijke internationale [...]


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