Die Erklärung des immerwährenden palästinensischen „Nein“

17. April 2012 um 15:36 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 3 Kommentare
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Jonathan Tobin, Commentary Magazine, 12. April 2012

Es ist ein Axiom der gängigen Meinung über den Nahen Osten, dass die Regierung Israels ein Hardliner-Gegner des Friedens ist, der unter Druck gesetzt und bedrängt werden muss, damit es um des Überlebens seines Volks willen mit den Palästinensern in Beziehung tritt. Diese Weisheit ist ein Evergreen außenpolitischer Diskussionen, die gegen Premierminister Netanyahus Vorgänger genutzt wurde und schon immer falsch war. Doch die Beharrlichkeit dieser Falschmeldung angesichts der Beweise des Gegenteils bezeugt die Kraft antiisraelischer Vorurteile innerhalb der Quasselklubs.

Wenn diese Auffassung die Entscheidung der Palästinenserführung, Angebote Israels in den Jahren 2000, 2001 und 2008 abzulehnen, die ihnen einen Staat praktisch in der gesamten Westbank, dem Gazastreifen und einem Anteil an Jerusalem gebracht hätten, überleben konnte, dann wird sie natürlich die heutige Ablehnung von Netanyahus Angebot für Friedensgespräche ohne Vorbedingungen aussitzen. Gleichwohl können diejenigen, die sich fragen, wie ein solche inbrünstiger Unterstützer der Palästinenser wie Präsident Obama sie letztes Jahr fallen ließ, nicht alles auf Wahlkampf-Politik schieben. Er hatte Positionen abgesteckt und Streit mit den Israelis gesucht, um das diplomatische Spielfeld direkt zugunsten der Palästinenser zu neigen, doch selbst er begreift, dass es keinen Sinn macht sich in Auseinandersetzungen zugunsten einer Gruppe zu begeben, die einfach unter keinen Umständen reden wird, geschweige denn Frieden schließt.

Die Palästinenser behaupten, ihre Ablehnung von Verhandlungen gründe auf der Idee, dass es sinnlos ist zu reden, wenn Israel nicht in jedem strittigen Punkt wie Grenzen und Siedlungen schon vorab statt gibt. Das ist allerdings zum Teil Obamas Fehler. Seit er vor drei Jahren verlangte, dass Israel als Vorbedingung für Verhandlungen den Siedlungsbau einfriert – etwas, woran vor 2009 nicht einmal die Palästinenser gedacht hatten – dann ist es für PA-Führer Mahmud Abbas schwierig auf weniger zu beharren. Doch weil Israel die Bautätigkeiten in der Westbank 2010 bereits einfror und Abbas trotzdem nicht reden wollte, ist dieser Punkt irrelevant.

Fakt ist: Weder Abbas noch sein Koalitionspartner Hamas haben irgendeine Intention jemals einen Stück Papier zu unterzeichnen, das die Legitimität des jüdischen Staates anerkennt und damit den Konflikt für immer beendet. Das ist etwas, das selbst Obama anfängt zu begreifen; aber es ist auch etwas, das viele Linke und andere, die glauben in dem Kampf um dieses winzige Stück Land gehe es um Grenzen, nicht erklärbar finden. Dabei ist das doch ziemlich leicht zu verstehen.

Der palästinensische Nationalismus blühte im letzten Jahrhundert nicht als Versuch zur Wiederherstellung einer alten ethnischen oder nationalen Identität oder zur Wiederherstellung einer sterbenden Sprache oder Kultur, wie das in Fällen mit nationaler Wiederbelebung an Orten wie Irland, der Tschechischen Republik oder auch der jüdischen Bewegung des Zionismus. Stattdessen war er eine Reaktion auf die jüdische Rückkehr in das Land. Auch wenn Apologeten der Palästinenser vorbringen, dass es keine rein negative Bewegung sei, kann man den palästinensischen Nationalismus nicht als etwas anderes begreifen als einen Versuch den Erfolg des Zionismus zu verhindern. Sein Kern ist die Illegitimität des jüdischen Staates und jeder Versuch ihm diesen Glauben abzugewöhnen stellt einen Widerspruch dar, den die palästinensischen Graswurzeln und seine riesige Flüchtlingsdiaspora schlicht nicht akzeptieren können.

Dieses immerwährende „Nein“ ist die Grundtatsache, des Nahost-Konflikts, der nicht wegdiskutiert werden kann. Genauso wenig kann es durch israelische Zugeständnisse weggezaubert werden, die bis kurz vor die Vernichtung des jüdischen Staates gehen.

Jeder, der das nicht begreift, wird niemals in der Lage sein diese neueste palästinensische Zurückweisung von Gesprächen zu erklären oder die, die davor kamen und die unvermeidlichen „Nein“, die folgen werden.

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3 Kommentare »

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  1. Vielen Dank für den Artikel!
    Ja, das stimmt. Es geht und ging niemals um die ‘armen Palästinenser’. Sie wurden ja erst 1969, glaube ich, von Arafat erfunden.
    Man kann es auch daran festmachen, in welchem Zustand die Moschee in Jerusalem war, bevor die IDF die Stadt zurückerobert hatte: Total verwahrlost und heruntergekommen. Und jetzt soll es auf einmal die zweit- oder drittheiligste muslimische Stadt sein… Und überhaupt, das alles nur, weil Burak, dieser beknackte fliegende Esel von Mohammed, an der Tempelmauer angebunden worden sein soll…
    Die Moslems haben einen ‘Judenknacks’ und sie sind total auf die Juden fixiert. Im Koran soll bis zu 800x zum Mord an den Juden aufgerufen werden. Auch der Spruch ‘Allah u akbar’ bezieht sich auf die Juden. Er heißt nicht ‘Allah ist der größte’, sondern ‘Allah ist größer’, wenn ich richtig informiert bin. Größer als der jüdische Gott natürlich.
    Das allerschlimmste an dieser ganzen Geschichte ist m.E. aber, daß der Westen, dieses Verhalten mehr oder weniger unverhohlen unterstützt und befeuert!
    Es wäre ein LEICHTESTES den Palis, die ja auch unter den übrigen Arabern völlig unbeliebt sind, den Geldhahn abzudrehen und sie nur bei gutem Betragen zu unterstützen.
    Aber was erzähle ich hier – Ihr wißt das ja alles auch und sicher auch besser als ich.
    Die Moslems sind für mich hoffnungslos primitive und bösartige Gesellen. Aber der Westen spielt ein mieses, verlogenes Spiel. Er unterstützt die Moslems und läßt sie die ‘Drecksarbeit’ machen. Ich würde es begrüßen, wenn er zu seinem Antisemitismus stehen würde! Und einfach sagen würde, daß er die Juden nicht mag. Dann wären wenigstens die Fronten klar. Ich kann dieses verlogene Gerede von dem ‘besonderen und unverbrüchlichen Verhältnis’ unserer Bundesregierung zu Israel nicht hören. Und gleichzeitig empfangen sie Abbas, diesen Mörder, Holocaustleugner und Mitbeteiligten vom Olympiaattentat.

    • Die “Palästinenser” wurden 1964 von den Arabern erfunden; da spielte Arafat noch überhaupt keine Rolle.
      “Total verwahrlost und heruntergekommen” war der Felsendom in den 1920-er Jahren; er wurde dann von einem der Emire aufgehübscht. In den 1960-ern war er nicht so verwahrlost.
      Nicht “die zweit- oder drittheiligste”- Mekka und Medina stehen an erster Stelle.
      Es empfiehlt sich, diesen Texte zu lesen: Der muslimische Anspruch auf Jerusalem”

      • Danke!


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