Haben wir aus dem Holocaust gelernt?

27. April 2012 um 13:53 | Veröffentlicht in USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Benjamin Weinthal, National Review Online (The Corner), 23. April 2012

Heute hielt Präsident Barack Obama eine Holocaust-Gedenkrede im Holocaust Memorial Museum der USA in Washington. In dieser durch die politisch korrekte Standard-Rhetorik gekennzeichneten Ansprache sprach Obama davon zu verhindern, dass der Iran zu Atomwaffen kommt.

Der Präsident verkündete eine Menge neuer Sanktionen auf bestimmte Technologien, die sich gegen ruchlose Regime richten, das diese für Menschenrechtsverletzungen nutzt – namentlich den Iran und die Regierung Assad in Syrien, die fortschrittliche elektronische Überwachungsausrüstung für die Polizei einsetzen und ihre Bevölkerung unterdrücken.

„‘Nie wieder‘ ist eine Herausforderung für Nationen“, sagte Obama. „Es ist eine bittere Wahrheit: Zu oft wurde hat die Welt darin versagt das massive Töten von Unschuldigen zu stoppen und wir werden von den Gräueln heimgesucht, die wir nicht stoppten und den Leben, die wir nicht retteten.“

Die Deutschen führen bei Holocaust-Gedenkveranstaltungen in der Bundesrepublik regelmäßig die Satz „Wehret den Anfängen“ an. Aber für Deutsche und andere Europäer geht es bei „den Anfängen“ um den Aufstieg des Neonazi-Faschismus in den modernen Industrienationen Europas statt die repressiven islamistischen Regierungen des Iran oder ihrer Stellvertreter Hamas im Gazastreifen bzw. die Hisbollah im Libanon.

Für den Friedensnobelpreisträger und Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel, der auch bei der Veranstaltung in Washington sprach, bedeutet Erinnerung nicht, dass man in der Vergangenheit stecken bleibt. Er sagte: „Hier an diesem Ort müssen wir fragen: Haben wir daraus irgendetwas gelernt? Wenn ja, wie kommt es, dass Assad immer noch an der Macht ist? Wie kommt es, dass der größte Holocaustleugner [Irans Präsident Mahmud] Ahmadinedschad immer noch Präsident ist? Er, der damit droht Atomwaffen zu nutzen, um den jüdischen Staat zu vernichten.“

Bis heute haben die USA und ihre Verbündeten nichts Sinnvolles gegen das syrische Regime unternommen, weil es bis zu 11.000 Menschen des eigenen Volks tötete. Ein von Hand geschriebenes Schild, das in der Stadt Arbin auf ein UNO-Auto gepappt wurde, fing die schmerzvolle Frustration wegen der internationalen Tatenlosigkeit ein: „Der Schlachter tötet weiter, die Beobachter beobachten weiter und die Menschen machen mit der Revolution weiter.“

„Erinnerung ohne Entschlossenheit ist eine leere Geste“, vermerkte Obama. „Bewusstsein ohne Handeln verändert nichts.“ Doch um Slobodan Milošević in Serbien aufzuhalten, war militärische Gewalt nötig; dasselbe könnte nötig sein, um Assad in Syrien zu stoppen.

Der britische Historiker Sir Ian Kershaw ist berühmt dafür, dass er sagte: „Die Straße nach Auschwitz wurde mit Hass gebaut, aber mit Gleichgültigkeit gepflastert.“

Wie Recht er doch hat.

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