NGOs: Israel-Boykott von deutschem Bürgermeister ist antisemitisch

10. Juni 2012 um 12:33 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, Deutschland, Europa+Nahost, Geistesgrößen, NGOs | 3 Kommentare
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(Der Pax Christi/Albrecht Schröter-Boykottaufruf – 1)

Führende deutsche NGOs beschuldigen Bürgermeister Schröter der Werbung für Boykott, der an Nazi-Kampagne „Kauft nicht bei Juden“ erinnert

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 30. Mai 2012

Führende deutsche NGOs warfen am Dienstag dem sozialdemokratischen Bürgermeister Albrecht Schröter von Jena in Thürigen vor, er vertrete einen Boykott israelischer Produkte, der so aggressiv ist, dass er an die Kampagne „Kauft nicht bei Juden“ der Nazizeit erinnert und zur Delegitimierung des jüdischen Staates beiträgt.

In einer E-Mail an die Jerusalem Post schrieb Kevin Zdiara, zweiter stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-israelischen Gesellschaft Erfurt: „Die Kampagne unterscheidet nicht; de facto sollen alle israelischen Produkte boykottiert werden, was nicht zum Frieden beiträgt. Das erinnert stark an die Nazi-Parole „Kauft nicht bei Juden“. Zdiara fügte an: „Schröter ist seit Jahren für seine Haltung zu Israel bekannt. Der Bürgermeister hat an pro-palästinensischen Demonstrationen in der Westbank und einen Vortrag auf einer pro-Hamas-Konferenz in Bad Boll gehalten. Schröter ist ein Beispiel des klassischen christlichen Friedensaktivisten, der nur Israel beschuldigt, aber bei palästinensischen Verbrechen die Augen verschließt.“

Klaus Faber und Daniel Kilpert, zwei Vertreter des Koordinierungsrats der deutschen Nichtregierungs-Organisationen gegen Antisemitismus, sagten der Post am Dienstag in einer Erklärung, dass das Gebaren des Bürgermeisters „die Linie zum Antisemitismus überschreitet und den Staat Israel delegitimiert. Warum sieht Herr Schörter keine Gelegenheit zu einem Boykott gegn Produkte der antisemitischen Islamischen Republik Iran aufzurufen oder aus dem Nordsudan, der viele Massaker begeht?“ Klaus Faber, prominentes Parteimitglied der SPD, war Minister für Bildung, Wissenschaft, Forschung, Kultur und Religionsgemeinschaften im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt.

Dr. Reinhard Schramm, stellvertretende Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Thüringen, sagter der Post am Dienstag in einem Telefoninterview, dass der „Boykott unanständig und schmerzhaft ist. Bürgermeister Dr. Schröter sollte nicht zurücktreten, denn er ist kein Antisemit. Aber er sollte wissen, dass er mit seiner Unterschrift antisemitische Tendenzen fördert. Pax Christi ist durchdrungen von Antisemitismus, denn ihre Variation des Antizionismus ist Antisemitismus.“ Dr. Schramm ist Professor emeritus für Ingenieurwissenschaften und überlebte den Holocaust mit seiner Mutter Rosel im Untergrund.

Bürgermeister Schröter unterschrieb die Petition „Besatzung schmeckt bitter“ der deutschen katholischen Friedensorganisation, die zu einem umfassenden Boykott israelischer Waren auffordert.

Dr. Shimon Samuels, Direktor für internationale Beziehungen des Simon Wiesenthal-Zentrums, sagte der Post, Schröders Boykottaufruf „kann zweischneidig sein. Er ist schlecht für die Geschäfte Jenas.“

Samuels sagte, was Schröter tut, sei „rassistisch“ und fügte hinzu, der Bürgermeister habe „einen Schatten über die Stadt des Lichts geworfen“. Jena ist für seine Optik-Industrie bekannt.

Barbara Glasser, eine Sprecherin Schröters, sagte der Post am Telefon, der Bürgermeister „garantiert kein Antisemit ist. Er ist für Frieden. Ihm wurde ein Preis für Zivilcourage verliehen.“

Zdiara von der DiG Erfurt sagte, Pax Christi ist für seine antiisraelische Haltung bekannt. „Seit Jahren haben sie nur Israel dämonisiert und sich jetzt mit dem Boykottaufruf auf die Seite der aggressivsten Israelhasser gestellt, deren Ziel die Delegitimierung des jüdischen Staates ist“, sagte er über die Organisation.

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3 Kommentare »

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  1. Ich weiß nicht, inwieweit bekannt ist, dass “Pax Christi” (neben anderen Organisationen) zu den Unterzeichnern des “Kairos-Palästina-Dokuments” gehört. Dieses zielt auf eine Delegitimierung Israels ab. (Auf Deutsch nachzulesen unter: http://www.kairospalestine.ps/sites/default/Documents/German.pdf)
    Weitere Informationen unter: http://www.kairospalestine.ps/
    Unter den Menüpunkten gibt es auch einen Punkt “BDS”.

    Die Unterzeichner dieses Dokuments unterstützen ausdrücklich den Boykott gegen Israel. Schröter selbst sieht sich als engen Freund des dortigen palästinensischen ev.-luth. Pastors Sihade, der auch hinter den Aussagen des Dokuments steht.

  2. Nachtrag: Der Boykottaufruf erinnert nicht nur an die Naziparole “Kauft nicht bei Juden”, sondern ist auch verbunden mit einer einseitigen Schuldzuweisung! Durch äußeren Zwang will man Israel in die “Knie zwingen”!!! :-(

  3. [...] siehe auch hier… [...]


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