Der mit den Despoten kollaboriert

19. Juni 2012 um 15:09 | Veröffentlicht in Geistesgrößen, NGOs | Hinterlasse einen Kommentar
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Shiraz Maher, Gatestone Institute, 16. Juni 2012

Vival Palestina ist eine Wohlfahrtsorganisation, die in Großbritannien gegründet wurde und sich in mehrere Länder rund um die Welt ausbreitete, auch in die USA. Sie wurde von George Galloway nach der Operation Gegossenes Blei konzipiert und beschäftigt sich angeblich mit der Lieferung von Hilfe – zu der nach Angaben der Israels Waffen gehören könnten, um gegen den jüdischen Staat eingesetzt zu werden – in den Gazastreifen.

Die Organisation behauptet auch die Förderung von Frieden zwischen den Palästinensern und Israelis zu unterstützen, obwohl diesbezüglich wenig unternommen worden ist. Im Gegenteil: Weit davon entfernt Frieden zu fördern, hat die Gruppe regelmäßig Konflikt provoziert – nicht zu letzt 2010, als sie die illegale und verhängnisvolle, von der Mavi Marmara geführte Flottille unterstützte, die Gaza über das Meer erreichen sollte.

Der sechste Viva Palestina-Konvoi verließ Großbritannien letzten Monat Richtung Gaza, wobei die überwältigende Besessenheit der Organisatoren mit Israel offenbart wurde. Ohne eine Spur von Ironie wurde angekündigt, dass ihr angeblich dringender humanitärer Konvoi auf dem Weg nach Gaza durch Syrien fahren würde. Es gab allerdings keine Diskussion darüber den Zehntausenden Syrern zu helfen, die in diesem Land systematisch gefoltert, misshandelt oder vertrieben wurden. Der Konvoi soll direkt durch die Tausenden Syrer passieren, die jetzt gezwungen sind in Flüchtlingslagern im Libanon, der Türkei und Jordanien zu leben.

Als der Krieg im Gazastreifen stattfand, sagte George Galloway das Folgende:

Der bararische israelische Angriff auf Gaza wird in Schande an der Seite von Deir Yassin und Sabra und Schatila als prägendes Ereignis der palästinensischen Tragödie und des palästinensischen Widerstands eingehen.

Die Grausamkeiten gehen weiter – also muss auch der weltweite Protest weiter gehen.

[…]

Unsere Regierung bewaffnet die arabischen Quisling-Regime, deren Feigheit und Habgier so notwendig sind wie die Morde Israels und seiner von den USA gelieferten Waffen.

[…]

Lasst uns unsere Anstrengungen einen. Stoppt das Abschlachten in Gaza.

Solch eine aufrüttelnde Sprache wird nicht auf Bashar al-Assad ausgedehnt, dessen Regime das eigene Volk wahllos massakriert – nicht zuletzt in Homs, der Stadt, die seit knapp einem Monat erbarmungslos beschossen wird. Syrische Aktivisten behaupten, dass inzwischen mehr als 15.000 Zivilisten getötet worden sind. Stattdessen beschönigte Galloway die dortigen Gräueltaten mit den folgenden Begriffen:

Ich lehne jede Intervention des Auslands in die Angelegenheiten Syriens oder eines jeden anderen Landes ab. Westliches Eingreifen in arabische Angelegenheiten wird zurückgewiesen… Ich bin überzeugt, dass das syrische Volk in der Lage ist seine internen Probleme ohne jegliche Einmischung von außen zu lösen.

Während also Gaza „barbarisch“ war und ein „Abschlachten“, ist Syrien nur ein „internes Problem“. Das ist für Galloway Standardheuchelei; der hat seine Karriere in kriecherischer Dienstbarkeit für jeden Tyrannen verbracht, vorausgesetzt, der hat Geld, ist antiisraelisch und antiwestlich. Im Irak sagte er bekanntermaßen Saddam Hussein: „Sir, ich begrüße Ihren Mut, Ihre Stärke, Ihre Unverdrossenheit“ – einem Mann, der diskutabel mehr Muslime und Araber tötete als jeder andere Führer in der Region. Doch Saddam ist Vergangenheit, also auf zum nächsten. Im Iran, wo Präsident Ahmadinedschad die „Grüne Revolution“ zerschlug, hat Galloway das Regime mit liebedienendem Lob und uneingeschränkter Lobreden überschüttet. In Damaskus, wo politische Parteien nicht erlaubt sind, wo keine Wahlen stattfinden und wo Menschenrechte bloße Fantasie sind, sagte er einem handverlesenen Publikum: „Syrien kann sich glücklich schätzen Bashar al-Assad als Präsidenten zu haben.“

Das Problemmit Viva Palestina geht über Galloway hinaus. Seine institutionelle Heuchelei sitzt so tief, dass Kevin Ovenden – der in der Führung sowohl von Viva Palestina als auch Galloways RESPECT-Partei sitzt – den jüngsten Viva Palestina-Konvoi durch Syrien begleitete. Er sagte dem syrischen Fernsehen:

Das Hauptziel des Konvois besteht darin die Menschen daran zu erinnern, dass die Sache der Palästinenser eine unerlässliche ist sowie Hilfe zu den Palästinensern zu schaffen und die Anstrengungen zur Aufhebung ihrer Belagerung fortzusetzen. Das für die Ankunft des Konvois in Gaza gewählte Datum war der 15. dieses Monats [Mai - heplev]. Das soll mit dem Anlass des Nakba-Tages zusammenfallen, um die Welt zu erinnern, dass die Palästinenser, die aus ihren Häusern vertrieben wurden, in diese und in ihr Heimatland zurückkehren müssen.

Kein Wort zu denTausenden Syrern, die nicht nur gerade erst aus ihren Häusern vertrieben wurden, sondern deren Häuser durch gnadenlosen Beschuss zerstört wurden. Auch kein Wort zu Syriens Helfern – Iran und Russland. All dies hat natürlich dem syrischen Regime direkt in die Hände gespielt; es hat den Konvoi zu maximaler Propaganda ausgenutzt. Die syrische Presse berichtete über die Ankunft von Viva Palestina mit folgenden Worten:

Der auf dem Weg nach Gaza befindliche humanitäre Hilfskonvoi „Das Rückkehrrecht“ reiste am Mittwoch über den Kasab-Übergang in syrisches Territorium ein.

Der Konvoi ist von einer Gruppe Europäer organisiert, die mit dem palästinensischen Volk und Syrien solidarisch ist und vom britischen Parlamentsabgeordneten George Galloway geführt wird.

Zum Empfang des Konvois gaben der Gouverneur von Lattakia, Abdel Qader Mohammad al-Sheik und der Sekretär der al-Baath-Parteigruppe von Lattakia, Mohammad Shreitah dem Dank Syriens für die Haltung der Mitglieder des Konvois in Unterstützung der Sache der Palästinenser Ausdruck, die das zentrale Anliegen der Araber ist.

Ein Sprecher der Konvoi-Teilnehmer dankte der syrischen Regierung und dem syrischen Volk, dass sie ihnen ihren Auftrag der Beförderung von Hilfe für die Palästinenser im Gazastreifen und ihre Bemühungen zur Aufhebung der ihnen auferlegten Belagerung aufzuheben ermöglichen.

Die nicht ausgesprochene logische Folge ist klar – ein britischer Parlamentarier unterstützt das syrische Regime, konzentriert sich auf Israel, hier gibt’s nichts zu sehen. Das ist etwas, das Bashar al-Assad ständig zu erreichen versuchte, seit die Revolution vor mehr als einem Jahr begann. Er ist erpicht darauf sich als jemand darzustellen, der internationale Unterstützung hat, während er versucht die innere Unruhe auf Israel abzulenken, eine herkömmliche Strategie arabischer Despoten.

Dass ein erfahrener Politiker und seine angeblich humanitären Aktivisten al-Assad auf diese Weise in die Hände gespielt haben, ist keineswegs ein Fehler. Eine Agenda, die derart kurzsichtig von Israel, dem Westen und „Antiimperialismus“ besessen ist, ist notwendigerweise blind für jede Realität, die diese Weltsicht in Frage stellt.

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