Antiisraelische deutsche Aktivistin log über Dienst in der IDF

3. Juli 2012 um 15:44 | Veröffentlicht in Deutschland, Geistesgrößen | 6 Kommentare
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Antiisraelische Aktivistin sagte, sie habe im Ersten Libanonkrieg in der IDF gedient und behauptete, ihre Mutter sei eine Holocuast-Überlebende

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 1. Juli 2012

Eine deutsche Dichterin und antiisraelische Aktivistin hat zugegeben ihren angeblichen Dienst in der IDf während des Ersten Libanon erfunden zu haben. „Ich sagte, ich war bei der IDF“, aber „das war eine Lüge“, sagte Irena Wachendorff (51) am Freitag gegenüber der Jerusalem Post in einem Telefoninterview. Sie bezeichnete pro-Israel-Aktivisten als „die Neonazi-Truppen unter den Juden“ und drückte Unterstützung für die Hamas im Gazastreifen aus.

Als Achtzehnjährige, sagte sie, verließ sie Deutschland in Richtung Israel und wollte in der Armee dienen; sie fügte hinzu, dass sie in Israel war, als die IDF in den Libanon ging, um grenzübergreifende Terroranschläge zu beenden, was ein Vorspiel zu Ersten Libanonkrieg war; nach sechs Wochen verließ sie Israel. Auf die Frage, warum sie gelogen habe, sagte sie, sie habe sich wegen ihres Versagens „geschämt“.

Wachendorff behauptet darüber hinaus, ihr Vater sei Jude und wäre 1936 nach England geflohen; ihre Mutter habe Auschwitz überlebt.

Die Post und Jennifer Pyka, eine hartnäckige investigative Journalistin aus München erhielten Beweise, die Wachendorffs angeblicher jüdischer Identität widersprachen. Gemäß Pykas investigativem Essay diente Wachendorffs Vater Raymund während des Dritten Reichs in der deutschen Armee und ihre Mutter Barbara streitet ab in Auschwitz interniert gewesen zu sein.

Wachendorff gab am Freitag gegenüber der Post zu, dass ihr Vater Wehrmachtsoffizier war. Sie behauptete auf Facebook, ihr Vater habe als „Berater eines Rabbiners und als Zaddik“ gearbeitet. Sie konnte keine Beweise vorlegen, dass der ehemalige Wehrmachtsoffizier Beratungsdienste für Rabbiner leistete.

Wachendorff schrieb auf Facebook ihre Mutter habe „vier Monate in Auschwitz“ verbracht und eine „Nummer auf den Arm tätowiert“ bekommen. Der Post sagte sie jedoch, dass sie sich nicht an den Namen des Vernichtungslagers erinnern könne, in dem ihre Mutter Häftling war und dass es „etwas“ auf dem Arm ihrer Mutter gebe, sie aber nicht sagen könne, ob das eine Nummer sei. Nach dem Interview mit der Post am Freitag schloss Wachendorff am Samstag ihr Facebook-Konto.

In einem Telefon-Interview sagte Pyka der Post am Samstag, dass sie schon vor fast zwei Jahren Betrug gerochen habe und eine Kette an Täuschungen und Widersprüchen in Wachendorffs Behauptungen auf Facebook aufgedröselt habe. In einem langen Essay, das letzten Monat auf der deutschen Internetseite Die Achse des Guten erschien, deckte Pyka eine Reihe behaupteter Halbwahrheiten auf. SPIEGEL online und die Kultur-Internetseite Perlentaucher zitierten Pykas Exposé als einen der Top-Blogeinträge der Woche.

Wachendorff sagte der Post wiederholt: „Ich bin Jüdin. Ich bin Mitglied einer liberalen jüdischen Gemeinschaft und ich bin keine Antisemitin.“

Laut Pykas Recherche gibt es keine Unterlagen, die Wachendorffs Behauptung stützen, wonach sie jüdisch oder Mitglied einer jüdischen Gemeinde sei.

Pyka kritisierte Wachendorf scharf, weil diese aus der Tragödie des Holocaust persönlich und geschäftlich Profit schlagen wollte. Es ist „pervers und unverfroren, dass Wachendorff sich als Jüdin und Tochter von Holocaust-Überlebenden präsentiert und Bildungsarbeit in Schulen zu Antisemitismus und jüdischem Leben im Dritten Reich betreibt“, sagte sie. „Sechs Millionen tote Juden dienen ihrem persönlichen wirtschaftlichen Gewinn. Gleichzeitig nimmt sie eine hinterlistige Opfer-Täter-Umkehrung vor, um Israel und allen Juden zu schaden“, sagte die Journalistin.

Pyka fasst den wachsenden Skandal zusammen: „Das Ganze ist ein Grusical [Comic-Horror-Musical] made in Germany, das nur inszenieren oder beklatschen kann, wer selbst Kostümjude, Antisemit oder beides ist.“

Ruprecht Polenz, hochrangiger Abgeordnete im Bundestag, verteidigt die Arbeit der antiisraelischen Akivistin vehement. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses hieß letztes Jahr eine Gruppe iranischer Parlamentarier in Berlin willkommen. Er fungierte als Wachendorffs wichtigster Fürsprecher. In einer E-Mail an die Post lehnte er es ab, sich zu Vorwürfen gegenüber Wachendorff konkret zu äußern.

Der CDU-Parlamentarier steht nicht nur wegen der Verteidigung Wachendorffs unter Beschuss. Kritiker werfen ihm vor, er erlaube, dass seine Facebook-Seite in einen Magneten für Jihadisten, tobende Antisemiten, Israelhasser und Linksextreme verwandelt wird. In einer Reihe von Einträgen, die auf Polenz‘ Seite erschienen und von der Post untersucht wurden, schrieben Facebook-Nutzer, „reiche jüdische Industrielle planten den Völkermord am jüdischen Volk um Israel zu schaffen“. In einem anderen Eintrag schrieb Darwisch salman Khorassani, wenn „USRAEL [Israel und die USA] angreifen, werde ich mich als Selbstmord-Bomber registrieren. Nicht aus islamischen Motiven heraus, sondern aus rein humanistischen Motiven.“

Hinsichtlich des Hasses und Antisemitismus auf seiner Facebook-Seite befragt, schrieb Polenz der Post: „Im Zweifel wird für die Meinungsfreiheit entschieden – jeder Mensch ist für seine Meinung selbst verantwortlich.“

Henryk M. Broder, deutsch-jüdischer Autor und Experte für modernen Antisemitismus, übte in einer E-Mail aus den USA an die Post am Samstag heftig Kritik an Polenz, weil der Wachendorffs Statur in Deutschland fördert. „Irena Wachendorf ist nicht die erste Irre, die sich in die Rolle einer Jüdin hinein phantasiert hat. So etwas kommt öfter vor. Das Skandalöse an dieser Geschichte ist, dass sie Jahre lang von einem CDU-Politiker protegiert wurde, der sie für seine Zwecke ebenso instrumentalisiert hat, wie sie ihn für ihren Schwindel. Das ist der vorläufige Höhepunkt der deutsch-jüdischen Symbiose“, schrieb Broder.

Die ganze Wachendorff-Affäre kann hier gelesen werden:
- E-Mails fü rden Staatsanwalt
- Die eingebildete Jüdin
- Noch ‘ne Tochter
- Die Meise von Remagen
- Der Fall Wachendorff – ist ein erfundenes Bekenntnis wirklich schlimm?

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6 Kommentare »

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  1. Hervorragend recherchiert. Meine Hochachtung!

    • Benjamin Weinthal ist hervorragend (und Jennifer Nathalie Pyka auch).

  2. Wachendorff und kein Ende.
    Ich habe gedacht, dass sie, nachdem sie nun doch wirklich blossgestellt ist, aufhören würde. Aber nein, sie schwafelt von “Nebelkerzen” und ähnlichem Quatsch, mit denen sie sich schützen musste.
    Für mich ist sie eine echte Hochstaplerin. Nein, ich muss mich korrigieren, dazu fehlt ihr die Klasse eines Felix Krull. Sie ist eine Niedrigstaplerin, aber eine von der schlimmsten Sorte.
    Mein Dank an Pyka, die sich Verdienste bei der Aufklärung dieses Skandals erworben hat.
    Mein Dank aber auch an Weintal, der den “Sack zu gebunden hat”.

    Wünschenswert wäre ein juristisches Nachspiel. Leider bin ich nicht Fachmann genug, um einschätzen zu können, ob dieses Verhalten der Frau Wachendorff justitiabel ist.

    Wie heißt es so schön?
    “Cobra übernehmen sie!”

  3. P.S.: Noch was vergessen.
    Sie Spendensammelgeschichte hat für mich ein “Gescmäckle”, wie der Schwabe zu sagen pflegt.

  4. Respekt für Jennifer Nathalie Pyka, die die Lügenbaronin enttarnt hat!

  5. Urlaubsbedingt spät dran: „Großartige Geschichte, großartige Lüge!“, möchte ich, auf Wachendorff gemünzt, einmal zusammenhanglos Mark Twain zitieren.
    Was man bei Wachendorffs zu Hause Nebelkerzen nennt, heißt bei uns schlicht Lügen. Und sie nebelkerzt sich nun endgültig um den Verstand.
    Extrabonus: Der rasend antisemitische Israelfreund Polenz steht international ohne Hosen da, alle können sein Elend sehen, und, neugierig geworden, alle widerlichen Details seiner Webpräsenzen unter der Lupe analysieren.


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