Die israelischen „Berater“ der Palästinenser

14. August 2012 um 14:47 | Veröffentlicht in Nahost-Konflikt, Palästinenser | 8 Kommentare
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Abdel Karim Saleh, Gatestone Institute, 10. April 2012

Wie kommt es, dass wir nicht hörten, wie Beilin und seine Genossen Abbas früher ein ähnliches Angebot machten? Sie hetzen Abbas auf, um ihre eigenen politischen Ziele zu erreichen: die Entfernung Benjamin Netanyahus von der Macht.

Der ehemalige israelische Minister und Unterhändler Yossi Beilin – zusammen mit einer Reihe Israelis, darunter der ehemalige Armeechef Amnon Shahak und Zahav Gal’on, Führer der linken Meretz-Partei – trafen sich diese Woche [die Woche nach Ostern - heplev] in Ramallah mit PA-Präsident Mahmud Abbas und gaben ihm Rat, wie er mit der israelischen Regierung und dem Friedensprozess umgehen sollten.

Das Treffen in Ramallah kam einen Tag, nachdem Beilin Abbas aufrief die PA aufzulösen, damit Israel gezwungen wird die tagtäglichen Dinge der Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen zu regeln – was im Grunde die Aufhebung der Vereinbarungen von Oslo bedeutet, bei deren Gestaltung die beiden Männer vor zwei Jahrzehnten eine wichtige Rolle spielten.

In der Tat hetzen Beilin und seine Freunde Abbas gegen die israelische Regierung auf: Sie ermutigen ihn, amerikanischem und europäischem Druck zu widerstehen und sich von Friedensgesprächen mit Israel fernzuhalten.

Das Problem ist, dass Beilin und seine Freunde das nicht aus Sorge um oder Liebe zu den Palästinensern tun. Stattdessen hetzen sie Abbas auf, um ihre eigenen politischen Ziele zu erreichen: die Entfernung Premierminister Netanyahus von der Macht.

Doch Beilin ist nicht der einzige Israeli, der den Palästinensern regelmäßig unterschiedliche Ratschläge erteilt. Die Liste der „Berater“ besteht aus Politikern, Knessetmitgliedern, Journalisten und Kolumnisten und „Friedensaktivisten“.

Wenn Beilin, seine Kollegen und Partner sich wirklich um die Palästinenser sorgen würden, würden sie Abbas drängen sich von der Hamas fern zu halten und sofort zu den Verhandlungen mit Israel zurückzukehren – bedingungslos. Sie würden Abbas drängen groß angelegte Reformen in der von Korruption durchsetzten palästinensischen Autonomiebehörde durchzuführen und Verletzungen der Menschenrechte und der freien Meinungsäußerung in den Gebieten unter seiner Kontrolle zu stoppen.

Es wäre auch eine gute Idee Abbas zu raten, dass er die Indoktrination und Hetze in den Moscheen, Medien und dem Reden der offiziellen Vertreter der Palästinenser zu stoppen – die dem Friedensprozess und den Beziehungen zwischen Juden und Araber enormen Schaden zufügen.

Beilin will, dass Abbas die PA auflöst, damit Israel sich in einer peinlichen und schwierigen Lage wiederfindet, in der es gezwungen wäre die direkte Kontrolle über fast vier Millionen Palästinenser wieder aufzunehmen. Der Rat die PA aufzulösen ist einer, der den gesamten Nahen Osten in Instabilität stürzen und den Wenig für eine weitere Runde der Gewalt ebnen würde. Ein solcher Zug würde die Radikalen unter den Palästinenser und anderen Araber nur ermutigen und ihr Argument bestätigen, dass der gesamte Friedensprozess nur eine Farce ist.

Wie kommt es, dass wir nicht hörten, wie Beilin und seine Genossen Abbas früher schon ähnliche Angebote machten, als Ehud Olmert und Tzipi Livni in Israel an der Macht waren? Am wahrscheinlichsten ist, dass Beilin und sie praktisch dieselben Positionen und Ansichten haben wie Olmert und Livni.

Das ist auch kein neues Phänomen. Einige der „Berater“ erzählten Yassir Arafat und seinen Helfern gerne, was sie den Vertretern der israelischen Regierung und der israelischen Öffentlichkeit zu verschiedenen Themen sagen sollten. Einige dieser „Berater“ standen nach Angaben palästinensischer Quellen auf Arafats Lohnliste oder profitierten von Geldern, die von Amerikanern und Europäern zur Verfügung gestellt wurden.

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8 Kommentare »

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  1. Das halte ich jetzt für Schwachsinn.

    • Geht’s noch’n bisschen pauschaler?

      • Entschuldige, aber Beilin als Hetzer darzustellen, halte ich für Schwachsinn. Man kann ja auch etwas differenzierter mit ihm und seinen Vorschlägen umgehen, und deren mögliche Auswirkungen untersuchen, als ihm einfach Hetze zu unterstellen.
        Einige Links wären zur Überprüfung der hier aufgestellten Behauptungen hilfreich gewesen.
        Hier wird aber genau das innenpolitisch instrumentalisiert, was der Autor gerade Beilin vorwirft.
        Abgesehen davon wäre eine Auflösung der PLA auch das Ende der palästinensischen Ambitionen in der UN, und momentan fahren sie diese Linie, also kann sich Beilin brausen gehen.

        • M.E. ist Yossi Beilin ein linksextremer Friedenshetzer mit völligem Realitätsverlust. Die Positionen, die er vertritt, sind für Israel schädlich und spielen den Terroristen in die Hände.
          Insofern ist Beilin kein Hetzer, der lauthals “vernichtet Israel” brüllt. Aber seine Aktivitäten zeigen, dass er seinem Land nicht hilft, sondern nur schadet. Und da er dabei Andersdenkende immer schön “nett” angeht, ist das eben doch Hetze.

  2. In dem Fall würde ich ihn doch einladen, das bei dir zu argumentieren und zu diskutieren. Wäre doch ein schöner Scoop.
    Was soll an ihm linksextrem sein? Das würde mich interessieren.
    Als solche ordne ich eher die diversen kommunistischen Parteien Israels ein, oder Pappe meinetwegen, aber ihn? Oder hat er sich politisch so verändert?

    • Schon mal von Meretz gehört? (Abgeordneter, Vorsitzender 2003-2006)
      Von der “Genfer Initiative”?
      Wenn einer ständig in Ha’aretz veröffentlicht wird, spricht das auch Bände.

      • Unter linksextrem verstehe ich Gruppen oder Parteien von Kommunisten, Antiimperialisten, Autonome, Antizionisten, Islamistenverstehern und Apologeten Irans, der Hisbolah udn der Hamas sowie Russlands und Chinas, aber nicht eine zionistische Partei wie Meretz, auch wenn wenn sie früher einmal stalinistisch orientiert war.
        Selbstverständlich kenne ich die Genfer Initiative, und?
        Auch wenn ich nicht mit den in Ha´aretz veröffentlichten Meinungen übereinstimme, oder mich oft ärgere, qualifiziere ich sie noch lange nicht als linksextrem.
        Friedensinitiativen, wie naiv, utopisch, hanebüchen sie auch sein mögen und fern poliischer Realität, sind deshalb eben noch lange nicht linksextrem.

        • Na, dann sind die Gysi-Truppen bei Ihnen wohl auch keine Linksextremisten und Sahra Wagenknecht steht voll in der Mitte, was?


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