Obamas gesäuberte Geschichte zum Iftar-Essen
17. August 2012 um 13:04 | Veröffentlicht in Geschichte, USA | 1 KommentarSchlagwörter: Barack Hussein Obama, Geschichtsfälschung
Lee Cary, The American Thinker, 14. August 2012
Präsident Obamas stellte während eines kürzlich abgehaltenen Iftar-Abendessens im Weißen Haus Jeffersons Koran zur Schau, ignorierte aber das Buch in seinem historischen Kontext.
Nach Angaben einer Pressemitteilung des Weißen Hauses mit Datum vom 10. August 2012 sagte der Präsident den zum Iftar-Essen – an dem die Muslime das Fasten im Ramadan brechen - Versammelten:
„Wie ich früher schon erwähnte, hielt Thomas Jefferson hier einst ein Abendessen zum Sonnenuntergang mit einem Abgesandten aus Tunesien – vielleicht das erste Iftar im Weißen Haus, vor mehr als 200 Jahren. Und einige von Ihnen werden, als sie heute Abend hier ankamen, unsere besondere Auslage gesehen haben, die wir dank unserer Freunde von der Library of Congress zeigen können – den Koran, der Thomas Jefferson gehörte. Und das ist, gemeinsam mit den Generationen patriotischer Muslime in Amerika, eine Erinnerung, dass der Islam – wie so viele Religionen – Teil unserer nationalen Geschichte ist.“
Der Präsident ignorierte den Kontext dieses „ersten Iftar im Weißen Haus“. Diesen zu erwähnen währe politisch unkorrekt gewesen. Hier kommt aber der Rest des „ersten Iftar“-Essens im Weißen Haus.
Der Kontext des Besuchs des tunesischen Gesandten in Washington geht auf den Ärger zurück, den die Berber-Piraten den Handelsschiffen vor der Küste Nordafrikas bereiteten. Zu dieser Sache schrieb der kürzlich verstorbene Christopher Hitchens für Slate:
1786 stellten die neuen Vereinigten Staaten fest, dass sie ziemlich direkt mit den Grundsätzen der muslimischen Religion zu tun hatten. Die Berberstaaten Nordafrikas (oder wenn Ihnen das lieber ist, die nordafrikanischen Provinzen des ottomanischen Reiches plus Marokko) nutzten die Häfen der heutigen Algerien, Libyen und Tunesien, um einen Piraten- und Versklavungskrieg gegen alle Schifffahrt zu führen, die durch die Straße von Gibraltar verlief. Tausende Fahrzeuge wurden gekapert und mehr als eine Million Europäer und Amerikaner in die Sklaverei verkauft. Die frisch gebackenen Vereinigten Staaten von Amerika befanden sich in einer besonders schwierigen Lage, da sie den Schutz durch die britische Royal Navy eingebüßt hatten. Unter diesem Druck gab der Kongress dem Vertrag von Tripoli seine Zustimmung, der von Jeffersons Freund Joel Barlow ausgehandelt wurde; darin hieß es rundheraus: „Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ist nicht auf der christlichen Religion gegründet, da sie in sich keinen Charakter der Feindseligkeit gegen die Gesetze, Religion oder Ruhe der Muselmanen besitzt.“ Das ist oft als Zustimmung zum Säkularen angesehen worden, was es wahrscheinlich war, doch das Problem der Säkularisten besteht darin, dass sie versuchten die muslimischen Piraten durch die Zahlung von Tribut zu bestechen. Dass das nicht so einfach sein dürfte, entdeckten Jefferson und John Adams, als sie sich an den Gesandten Tripolis in London wandten, Botschafter Sidi Hadsch Abdrahamen. Sie fragten ihn, mit welchem Recht er in dieser Art Geld erpresste und Sklaven nahm. Jefferson berichtete später dem Außenminister John Jay und dem Kongress:
„Der Botschafter antwortete uns, dass [das Recht] in den Gesetzen des Propheten gründete, dass in ihrem Koran geschrieben steht, dass alle Nationen, die nicht ihrer Obrigkeit gehorchten, Sünder seien, dass es ihr Recht und ihre Pflicht sei gegen sie Krieg zu führen, wo immer sie zu finden sind und alle zu Sklaven zu machen, die sie gefangen nehmen und dass jeder Muselman, der in der Schlacht getötet wird, mit Sicherheit ins Paradies komme.“
Der „Gesandte“, auf den Obama sich bezieht, war Sidi Soliman Mellimelli. Er kam am 30. November 1805 in Washington DC an. Montellello.org (die private, nicht auf Profit ausgerichtete Organisation, die Jeffersons berühmtes Haus instand hält) beschreibt seinen Besuch so:
Im Verlauf der nächsten sechs Monate sollte dieser exotische Repräsentant einer weit entfernten und fremdartigen Kultur die Washingtoner Gesellschaftssaison Schwung geben, aber auch die diplomatischen Fähigkeiten des Präsidenten Thomas Jefferson und seiner Administration austesten.
Der Hintergrund dieses Staatsbesuchs war der andauernde Konflikt zwischen den USA und den Berberstaaten, autonomen Provinzen des ottomanischen Reiches an der Mittelmeerküste Nordafrikas. Bald nach dem Revolutionskrieg und dem daraus folgenden Verlust des Schutzes durch die britische Marine waren amerikanische Handelsschiffe für Berberkorsaren zum Freiwild geworden. Jefferson war empört von den Lösegeldforderungen für von amerikanischen Schiffen geholte Zivilisten und der Erwartung der Berberstaaten, dass ein jährlicher Tribut als Versicherung gegen zukünftige Kaperungen gezahlt werden sollte. Er nahm eine uncharakteristisch harte außenpolitische Haltung gegenüber dem vorherrschenden Denken ein, dass es billiger sei Tribut zu zahlen, als eine Marine zu unterhalten, die die Schifffahrt vor Piraterie schützt.
Die Krise mit Tunesien brach aus, als die USS Constitution tunesische Schiffe kaperte, die versuchten die amerikanische Blockade von Tripoli zu brechen. Der Bey von Tunis drohte mit Krieg und schickte Mellimelli in die Vereinigten Staaten, um die volle Rückgabe der gekaperten Schiffe und Tributzahlungen zu verhandeln.
Jefferson gebot Tributzahlungen Einhalt, akzeptierte aber die Erwartung, dass die Gastgeberregierung alle Ausgaben für einen solchen Gesandten deckte. Er arrangierte,d ass Mellimelli und seine 11 Begleiter in einem Hotel in Washington untergebracht wurden und begründete das damit, dass der Verkauf der vier Pferde und anderer ausgezeichneter Geschenke des Bey von Tunis die Kosten decken würden. Mellimellis Antrag auf „Konkubinen“ als Teil der Unterbringung wurde Außenminister James Madison überlassen. Jefferson versicherte einem Senator, dass Frieden mit den Berber-Mächten zu erzielen wichtig genug war, um „das irreguläre Verhalten ihres Ministers durchgehen zu lassen.“
James Madisn, damals Außenminister, wurde damit beauftragt auf Mellimellis Anforderung von weiblicher Gesellschaft zu antworten. Irving Brant, Autor der klassischen, sechsbändigen Biografie Madisons, verweist auf den Konkubinen-Vorfall. Seine Bezugnahme illustriert Madisons (sehr) vereinzelt auftretenden Sinn für Humor:
Der Botschafter [Mellimelli] sprach sofort [nach seiner Ankunft] bei Madison vor; ihm folgte der Träger seiner 1,3m langen Pfeife… Die für ihn getroffenen Arrangements, berichtete er, seien zufriedenstellen, mit einer Ausnahme. Er brauche einige Konkubinen. Madison glich das Defizit mit „Georgia a Greek“ aus und stellte dem Außenministerium die Kosten in Rechnung. „Mittelzuweisungen für ausländischen Geschlechtsverkehr“, schrieb Madison einige Monate später zu einem anderen Thema, „sind Konditionen eines weiten Ermessensspielraums; auf sie kann in sehr dringenden und unvorhergesehenen Vorkommnissen zurückgegriffen werden.“
Das ist absolut kein Grund anzunehmen, dass Konkubinen in irgendeiner Weise mit dem kürzlich veranstalteten Iftar-Essen im heutigen Weißen Haus involviert waren.
Kommentar heplev: Halten wir also für die ganz Begriffsstutzigen fest, worin der Beitrag des Islam an der US-Geschichte der damaligen Zeit bestand – Piraterie und Versklavung auf der anderen Seite des Atlantiks sowie einem exotischen Gesandten der Piraten und Sklavenhalter, der sich ein paar Monate in Washington aufhielt und sich „ungewöhnlich“ benahm und dann wieder verschwand. Und das ganze infolge von kriegerischen Auseinandersetzungen mit genau diesen Piraten und Sklavenhaltern. Daraus konstruiert der Hochtrabende jetzt eine tolle, vorbildliche Geschichte der Muslime in den USA seit mehr als 200 Jahren. Geht’s noch?
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