So alt Jerusalem auch ist, 1971 ist schon lange her

17. August 2012 um 14:41 | Veröffentlicht in Geschichte, Nahost-Konflikt, UNO | 1 Kommentar
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Israel’s Documented History, 14. August 2012

Am 25. September 1971 verabschiedete der UNO-Sicherheitsrat die Resolution 298, eine in einer Reihe von Resolution, die Israel aufforderte von der Entwicklung Jerusalems Abstand zu nehmen; in der Tat ging diese Resolution so weit von Israel zu verlangen, dass es alles, was es seit 1967 unternommen hatte, rückgängig machen sollte. 14 Mitglieder des Sicherheitsrats stimmten für die Resolution, Syrien enthielt sich – ich nehme an, sie wurde in Antwort auf ein jordanisches Ersuchen angenommen wurde und die Anerkennung der Ansprüche Jordaniens auf Jerusalem implizierte – etwas, an dem Syrien keinerlei Interesse hatte.

Am 15. November dieses Jahres antwortete Israels Außenminister Abba Eban in einem Brief an den UNO-Generalsekretär.

Briefe wie diese, geschrieben von Diplomaten für Diplomaten, müssen nicht als Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit genommen werden, sondern wie viele Äußerungen vieler Offizieller und anderen Leute oft nicht als Äußerungen zu Haltungen im Kontext verstanden werden müssen. Eine der Hauptaufgaben des Historikers ist das Streben danach Quellen einander gegenüber zu stellen und zu versuchen sie auszuwerten und zu einer plausiblen Interpretation zu kommen. Wenn daher also Eban zum Beispiel vermerkte, das die Zahl der Wähler in Ostjerusalem, die an den Kommunalwahlen von 1969 teilnahmen, größer war als die der Wahlberechtigten im jordanischen Jerusalem, sind seine Fakten korrekt. Unter den Jordaniern konnten nur rund 5.000 Bürger mit Grundbesitz wählen und der Bürgermeister wurde dann doch von der Regierung ernannt. Doch seine Äußerung lässt die Tatsache aus, dass die meisten Wahlberechtigten Ostjerusalems ind er Praxis ihr Wahlrecht nicht wahrnahmen.

Natürlich hat Eban absolut recht, wenn die UNO-Position verspottet, Jerusalem müssen in den Zustand vom Juni 1967 zurückversetzt werden. Die Stadt durch eine feindliche und zeitweise gewalttätige Grenze zu teilen, alle Juden und Israelis, einschließlich der arabischen, den Zugang zu den heiligen Stätten in der Altstadt zu verweiger und dann auch nur vorzugeben, es gäbe die Zeit nicht und dass keine Kommunalpolitik getätigt werden könne, war keine ernsthafte Option, egal, wie viele Mitglieder des UNSC dafür stimmten.

Doch der interessanteste Teil der gesamten Diskussion in der UNO und Israels Antwort ist das völlige Fehlen jeglicher Erwähnung der Palästinenser. Weder wird das Wort in einem der Dokumente auch nur genannt, noch scheint es irgendjemanden in der Diskussion gegeben zu haben, der einen Gedanken an sie als Nation verschwendete (als Gemeinschaft und als Individuen; die Araber Ostjerusalems wurden natürlich erwähnt). Das ist nicht als Überlegung zu einer aktuellen Debatte gemeint, sondern nur als historische Anmerkung: Ende 1971 war die internationale Gemeinschaft sehr an Jerusalem interessiert, dachte aber nicht an die Palästinenser als Partner in der Diskussion.

File ג-12/12796

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  1. Richtig. Und warum dachte niemand an die Palästinenser? Weil es die ,Palästinenser’, das älteste und tapferste Volk der Erde (ich vermute, sie sind noch älter als unsere Erde selbst), noch nicht gab. Bzw. sie waren gerade erst kurz zuvor von Arafat (dem in Ägypten geborenen Urpalästinenser) erfunden worden.
    Möge mal einer bitte unsere Politiker und Qualitätsjournalisten vom Spiegel & Co. daran erinnern!
    A propos Politiker: Was macht eigentlich der Premium Poltiker Ruprecht Polenz? Immer noch als Kindergärtner unterwegs?


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