Den Palästinensern Jerusalem übergeben

23. August 2012 um 14:57 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Jerusalem, NGOs, Palästinenser, UNO | Hinterlasse einen Kommentar
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(Das jüdische Jerusalem verleugnen – die neue Domäne der NGOs und der UNO)

Alex Ryvchin, YNet (Israel Opinion), 13. August 2012

In ihrem Verlangen einen Fall zu schaffen, warum Jerusalem zum ersten Mal Hauptstadt eines arabischen Staates werden sollte, hat die palästinensische Autonomiebehörde beständig die Auffassung angegriffen dass – wie der Historiker Sir Martin Gilbert schreibt – „die Stadt den zentralen spirituellen und physischen Ort in der Geschichte der Juden als Volk einnimmt“.

Dieser Position ist der konzertierte Versuch zentral gewesen, die mächtige jüdische Verbindung zu Jerusalem abzustreiten und sie stattdessen als eine fundamental arabische, islamische und christliche Stadt darzustellen sowie jede jüdische Präsenz als kolonial, expansionistisch und ein allgemein jüngstes Phänomen zu präsentieren.

Im Fernsehen der PA behauptete der palästinensische Minister für Religionsangelegenheiten, Mahmud Al-Habbash, im August 2010, Jerusalem sei „die gesamte Geschichte hindurch die Hauptstadt des palästinensischen Staates und die Hauptstadt des palästinensischen Volks“ gewesen, trotz der Tatsache, dass es nie einen palästinensischen Staat gab und dass das jüdische Volk in der Geschichte das einzige Volk gewesen ist, das Jerusalem seine Hauptstadt nannte.

Der Mufti der PA, Muhammad Hussein, ging mit der Verdrehung noch weiter, als er erklärte: „Es hat niemals einen Tempel in welchem Zeitraum auch immer gegeben, auch hat es zu keiner Zeit irgendeinen Ort des Gebets für die Juden oder andere an der Stelle der Al-Aqsa-Moschee gegeben.“

Solche Meinungen beschränken sich nicht nur auf die religiösen Führer der palästinensischen Nationalbewegung. Im Februar diesen Jahres beschuldigte Ahme Al-Ruweidi, Berater des palästinensischen Präsidentenbüros zu Jerusalemfragen, Israel, es schaffe „künstliches“ jüdisches Erbe in Jerusalem „auf Kosten seiner wahren und authentischen Identität als arabische, islamische und christliche Stadt“. Das ist eine Äußerung, die nicht nur die uralt jüdische Verbindung zu Jerusalem bestreitet, sondern auch die jüngeren Aspekte seiner jüdischen Identität ignoriert, insbesondere die Tatsache, dass die Stadt seit den 1860-er Jahren eine jüdische Bevölkerungsmehrheit hatte.

Präsident Abbas selbst hat Jerusalem lange als die „ewige Hauptstadt Palästinas“ bezeichnet, eine Äußerung, die grundlegend nicht mit einer wie auch immer aussehenden Anerkennung jüdischer Ansprüche an der Stadt zusammenpasst.

Viele Beobachter werden solche aufhetzendes Lügen und politischen Erklärungen schnell als bloße politische Spielkunst der Palästinenser oder den Kehrreim von Randelementen abbürsten, doch es gibt eine echte Sorge, dass das Konzept der jüdischen Fremdheit, wenn es um Jerusalem geht, im politischen Diskurs des Mainstreams Fuß fasst.

Ununterbrochene jüdische Beziehung

Amnesty Internationals Nahst- und Nordafrika-Direktor Malcolm Smart hat jüdische Wohnprojekte in den östlichen Teilen der Stadt als „auf besetztem palästinensischem Land“ stattfindend beschrieben, die „das Leben und die Lebensgrundlagen der Palästinenser vernichten“. Ostjerusalem als „besetztes palästinensisches Land“ zu beschreiben, greift praktisch in den Disput über den Status der Stadt ein und übergibt sie den Palästinensern. Dabei wird die Unparteilichkeit von Amnesty International spektakulär ausgehöhlt.

Darüber hinaus ignoriert Smarts Ablehnung einer jüdischen Präsent im Osten der Stadt und seine Behauptung, das Land sei palästinensisch und von Israel „besetzt“, sowohl das Fehlen einer legalen Souveränität, der Israel das Land abgenommen haben könnte, als auch die jüdische Verbindung zu Jerusalem lange vor der Wiederaufnahme jüdischen Lebens dort nach dem Ende des jordanischen Zugriffs auf die Stadt im Jahr 1967.

Smarts Verschiebung der jüdischen Verbindung zu Jerusalem durch die Darstellung israelischer Bautätigkeit als Ungerechtigkeit, die durch einen bloßen Besatzer an einer angeblich uransässigen Bevölkerung verübt wird, stellt eine fundamentale Verzerrung der Geschichte dar.

Weiter ist die subtile Art, in der das jüdische Volk von seiner uralten Hauptstadt getrennt wird, im Gegensatz zu den oben erwähnten offensichtlichen Lügen der PA, genau das, was es so gefährlich  macht – weil sie gewandet in die Sprache des internationalen Rechts und der Menschenrechte daher kommt. Die Sonderberichterstatterin zu angemessenen Wohnverhältnissen, Raquel Rolnik, hat das noch weiter getrieben, indem sie einen Sprachgebrauch verwandte, der die Lücke zwischen der Rhetorik der PA und scheinbar unparteiischen Mainstream-Organisationen schloss. Rolnik beschrieb die israelische Wohnungsbaupolitik – nicht nur – in Jerusalem als „Judaisierung“; das ist eine Verleumdung, die sich davor auf die palästinensische Autonomiebehörde und radikale Sympathisanten beschränkte.

Die Benutzung des Begriffs „Judaisierung“ (und auch noch durch eine UNO-Beamtin), er als einen Prozess kennzeichnend verstanden werden kann, durch den etwas, das nicht jüdisch ist, jüdisch gemacht wird, heißt, dass der jüdische Charakter Jerusalems geleugnet wird und eine neue und hoch politisierte Geschichte perpetuiert wird, die darauf abzielt palästinensische nationale Bestrebungen voranzubringen, nicht zusammen mit der Entwicklung des jüdischen Staates, sondern an seiner Stelle.

Rolknis empörende Verwendung des Begriffs legt nahe, dass jüdisches Leben in Jerusalem irgendwie fremd ist und nicht toleriert werden kann.

Der vielleicht beunruhigendste Aspekt ihrer Bemerkungen ist die Folgerung, dass palästinensische Interessen nur gefördert werden können, indem man die lange, ununterbrochene jüdische Verbindung zum Land leugnet – eine Vorgehensweise, die in fundamentalem Widerspruch zu der Vorstellung einer gegenseitigen Anerkennung der jüdischen und palästinensischen Bewegungen und der Koexistenz von zwei Staaten erscheint, die aus solchen Bewegungen geboren sind.

Signifikant ist, dass sich offenkundige Verdrehungen der Geschichte und die Leugnung eines jüdischen Jerusalem sich Stück für Stück aus der Arena der palästinensischen Autonomiebehörde in die angeblich unparteiischen NGOs und der UNO verschoben hat. Ironischerweise untergraben solche Verdrehungen – weit davon entfernt die palästinensischen nationalen Bestrebungen voranzubringen – vielmehr die Ideen gegenseitiger Anerkennung und Verständnisses, die entscheidende Wegbereiter jedes verhandelten Friedens sind.

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