Alte Rezepte, die nicht funktionieren…

29. August 2012 um 15:18 | Veröffentlicht in Araber, Friedensinitiativen, Geschichte, Israel, UNO | Hinterlasse einen Kommentar
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… werden trotzdem auch nach Jahrzehnten immer noch als einziges Allheilmittel gepriesen und gefordert. So auch die Forderungen nach Zugeständnissen seitens Israels, aber nicht seitens der Araber.

Auszug aus: Alex Grobman: Nations United. How the United Nations Undermines Israel and the West (Balfour Books, Green Forest, 2006), S. 56-58 (übersetzt); es geht um die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Arabern, die von der UNO versucht wurden:

Der Generalsekretär [Trygve Lie] fürchtete, nicht zu handeln würde andere Staaten dazu ermutigen, in Missachtung ihrer Zusicherungen der UNO gegenüber Gewalt anzuwenden. Indonesien und Kaschmir, die sich bereits der Autorität des Sicherheitsrats übergeben hatten, könnte versucht sein den Rat zu missachten, nachdem Ägypten dem Ratspräsidenten am 15. Mai telegrafiert hatte, um ihn von seiner bewaffneten Intervention zu informieren und den Geist der Charta zu unterlaufen. Der Generalsekretär erhielt am 16. Mail ein ähnliches Telegramm der Arabischen Liga im Namen der übrigen arabischen Staaten.

Damit lief die UNO Gefahr ein wirkungsloses Mittel zum Erhalt des Friedens zu werden, wenn sie nicht rasch handelte. Am 16. Mai gab der Generalsekretär in einem Brief an die permanenten Mitglieder des Sicherheitsrats zu, dass zum ersten Mal „Mitgliedsstaaten offen ihre bewaffnete Intervention außerhalb des eigenen Territoriums zugaben“ (kursiv hinzugefügt) und das in einem Gebiet „von besonderem Interesse“ für die UNO. Es wurde eine Waffenstillstandskommission gebildet und die Vollversammlung verabschiedete eine Resolution, die einen UNO-Vermittler einrichtete. Am 27. Mai befahl die UNO einen Waffenstillstand und drohte mit Sanktionen gegen die, die sich nicht daran hielten.

Die endgültigen Waffenstillstandsvereinbarungen zwischen Israel und den arabischen Ländern (die Israel ins Meer treiben wollten), wurden erst am 20. Juli 1949 unterzeichnet. Die besiegten arabischen Staaten bestanden auf indirekten Verhandlungen mit den Israelis und keiner direkten Vermittlung von Angesicht zu Angesicht, was die Israelis befürworteten. Die Schlichtungskommission der UNO (PCC), gegründet am 11. Dezember 1948, stellte sich auf die Seite der Araber.

Friedensverhaldungen

Die Kommission war aus Vertretern Frankreichs, der Vereinigten Staaten und der Türkei zusammengesetzt. Als die israelische Delegation in Lausanne in der Schweiz eintraf, um sich mit ihren Gegenparts zu treffen, lehnten die Araber es ab sich mit ihnen im selben Raum zu treffen. Fünf Monate lang kamen die Delegationen offiziell nicht zusammen. Die Israelis trafen sich separat und im Geheimen mit jeder der arabischen Delegationen, damit deren Gegenüber nicht wussten, dass sie mit den Israelis redeten. Den öffentlich erklärten arabischen politischen Positionen gegenüber waren keine Zugeständnisse möglich.

Die arabischen Staaten sagten, es gäbe nichts zu diskutieren, solange Israel nicht die Flüchtlinge zurückkehren lasse und zu den Grenzen des Teilungsplan von 1947 zurückkehre. Als die israelische Delegation in Lausanne eintraf, bat Mark Ethridge, der US-Verteter im PCC der UNO und Vorsitzender der Kommission in diesem Monat, Walter Eytan, den Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, Zugeständnisse zu machen, um die Härten der Flüchtlinge zu lindern, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Eltern, Kindern und Ehemännern und -frauen, die während des Kriegs getrennt wurden, zu erlauben wieder vereint zu werden, würde eine israelische Geste des guten Willens sein, glaubte Ethrigde und würde von den Araber als „große humanitäre Tat“ betrachtet werden und – vielleicht – die Gespräche in Gang bringen. Das Arrangement „Wiedervereinigung von Familien“ wurde getroffen und die Israelis gestatteten die Rückkehr von 6.000 Flüchltingen.

Doch die Araber beharrten darauf unkooperativ zu sein und schufen ein nicht tolerierbares Umfeld für die Gespräche; sie reagierten auf den israelischen guten Willen mit Verachtung und Gleichgültigkeit; sie betrachteten die Zugeständnisse als Zeichen der Schwäche. Der PCC forderte dann Israel auf die Araber für Land zu entschädigen, das verlassen vorher erschlossen worden war. Israel zahlte $10.000.000 an Araber in arabischen Staaten und gab ihre Vermögenswerte aus sicheren Bankschließfächern frei. Kein legitimer Anspruch wurde verweigert.

Dann forderten die Vereinigten Staaten von Israel, es solle zwischen 200.000 und 300.000 Araber der circa eine halbe Million Flüchtlinge zurück ins Land lassen. Die Israelis schätzten die Zahl auf 520.000, die Briten auf 726.000 und die UNO auf 810.000. Israel sagte schließlich, es könnte 100.000 Flüchtlingen die Rückkehr erlauben. Die Araber lehnten diesen Vorschlag ab; sie bestanden darauf, dass alle Flüchtlinge „außerhalb“ Israels sofort in ihre Häuser zurückkehrten.

Eytan sagte ihnen am 25. Mai 1949: „Es kann keine Rückkehr zum Status quo ante geben. Die Uhr kann nicht zurückgedreht werden.“ Wenn ein arabische Flüchtling annimmt, er werde in das von ihm verlassene Haus zurückkehren oder sein Handwerk in der von ihm früher gemieteten Werkstatt betreiben oder die Felder in der Umgebung des Dorfes beackern, das er einst kannte, dann lebt er unter einer Illusion, von der mir scheint, dass sie unbedingt aufgelöst werden muss. Sein Haus, seine Werkstatt, sein Dorf, gibt es möglicherweise nicht länger.“ Jeder Versuch die Umstände wiederherzustellen, wie sie vor dem Krieg waren, würde den Fortschritt der Gespräche vereiteln und „letztlich zu ihrem Zusammenbruch führen“.

Beim ersten Versuch eines Friedensschlusses wurden schon dieselben Rezepte angewandt, die 40, 50, 60, inzwischen 64 Jahre später immer noch probiert werden. Von Anfang an ging das in die gewaltig Hose, die Araber nahmen schon immer „Gesten des guten Willens“ und Zugeständnisse Israels als Schwäche, die ausgenutzt werden muss. Sie saßen 1948/49 trotz ihrer blamablen Niederlage auf dem hohen Ross und stellen auch nach weiteren, teilweise verheerenden, Niederlagen Maximalforderungen. Und der Westen fordert immer noch Zugeständnisse von Israel, die die Araber gutmütig stimmen sollen, aber genau das Gegenteil erreichen.

Wer nach 64 Jahren vergeblicher Anwendung des einen Rezeptes immer noch Zugeständnisse Israels fordert, um damit die „Palästinenser“ zu Gesprächen motivieren, erweist sich als jemand, der aus der Geschichte nichts nur nichts gelernt hat, sondern auch nichts lernen will. Und da sich das „Rezept“ immer und einzig nur an Israel wendet, den Arabern aber nun gar nichts abverlangt, sollte sich niemand wundern, wenn er dann irgendwann als Antisemit da steht.

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