Wer tötete Rachel Corrie?

31. August 2012 um 14:46 | Veröffentlicht in Geschichte, NGOs | 2 Kommentare
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Diese Woche verloren die Eltern der US-amerikanischen ISM-Aktivistin Rachel Corrie den von ihnen gegen die IDF wegen des Todes ihrer Tochter angestrengten Prozesses. Das Gericht sprach die IDF von jeglicher Schuld frei, was natürlich für Empörung (schon vor der Urteilsverkündung) führte. Hier aus Anlass der Urteilsverkündung und der Propagandamaschinerie der Israelhasser ein paar weiterführende Gedanken zum Vorfall von 2003:

Lenny Ben-David, Times of Israel blogs, 29. August 2012

Die Eltern von Rachel Corrie verdienen Israels Beileid und Mitgefühl für den Verlust ihrer Tochter am 26. März 2003. Doch wie ihre Tochter richteten sie ihre Wut und ihren Kreuzzug für Gerechtigkeit in die falsche Richtung – gegen Israel.

Ihre Wut konzentriert sich jetzt auf das israelische Justizsystem. Doch Israels Gerichte sind als unabhängig und (nach meiner Meinung übertrieben) liberal bekannt und das israelische Gericht befand die israelische Armee und Regierung als schuldlos für Corries Tod.

Wer ist dann verantwortlich zu machen? Rachel Corrie selbst, wegen ihrer Anwesenheit und Fahrlässigkeit auf einem explosiven Schlachtfeld? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es könnte andere Täter auf der Lauer liegen. Ich bin von mehreren Elementen im Fall Corrie besorgt:

1. Wir sind alle von den fürchterlichen Bildern Corries, wie sie gebrochen und blutend auf dem Boden lag, geschockt. Doch niemand hat je gefragt, welche Sorte Mensch Bilder schießen würde, statt ihr zu Hilfe zu eilen oder zu rennen, um Hilfe zu holen.

2. Zahlreiche Bilder Corries, wie sie trotzig vor einem israelischen Bulldozer stand, erschienen in den Medien, doch bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass kein einziges davon von dem Vorfall stammte, bei dem sie starb. Manche wurden Stunden vor dem tödlichen Vorfall mit einem anderen Bulldozer aufgenommen; andere waren schlampig gearbeitete Bildbearbeitungs-Fälschungen. Warum gab es Fotos, nachdem sie verletzt wurde und nicht vorher?

3. Corrie war nicht das einzige Mitglied der International Solidarity Movement (ISM), die an diesem Tag fast unter einem Bulldozer-Schild zerdrückt wurde. Fakt ist: Mindestens zwei „Will und Jenny“ – wurden von ihren Mitstreitern in letzter Sekunde weggezogen.

4 Sofort nach Corries Tod wurden mehrere Führer der ISM interviewt. Sie sprachen nicht von Entsetzen oder auch nur von Trauer. Sie sprachen von Opfern der Friedenssoldaten im Kampf und dem PR-Nutzen, dass eine Amerikanerin durch die Han der israelischen Armee stirbt.

Der makabre Fotograf war ein ISM-Mitglied, der unter dem Namen „Joe Smith“ bekannt ist. Sein echter Name: Joseph Carr, ein selbst ernannter Anarchist, der offensichtlich Pseudonyme benutzt, um nach Israel und antiamerikanische Gefahrenherde wie Fallujah (Irak) ein- und ausreisen zu können. Seine eidesstattliche Erklärung unmittelbar nach Corries Tod legt einen Narziss nahe, der mehr von seinem Trauma spricht als von Corries Tod; ein Agitprop-Spezialist, der alle Pressekontakte und Zahlen schnell an der Hand hat, um gerade einmal 30 Minuten nach ihrem Tod eine Pressekampagne zu starten. Hier ist ein Auszug, wie die Erklärung auf Electronic Intifada erschien:

Ich führte non-stop Interviews, ab einer halben Stunde nach ihrem Tod, durchgehend bis Mitternacht; dann fing ich um 6 Uhr morgens wieder an, den ganzen Tag heute. Ich legte das Telefon buchstäblich nicht auf, sondern stellte von einem Anruf zum nächsten wartenden um. Als ich schließlich einen Moment zu Atem kam, hatte ich etwa 30 Anrufer, die nicht durchgekommen waren.

Egal, es war ein wenig eine Therapie, denke ich, die Geschichte wieder und wieder zu erzählen und Interviews lassen mich das Gefühl (als würde ich etwas tun) von Bedeutung (im Nachhinein) haben. All das ist jetzt ein Medien-Event, also müssen wir eine Kampagne führen, so hart wie möglich, bevor die Nachrichten und die größere Tragödie, der Irak-Krieg, beginnen. Die wenigen Stunden, die ich letzte Nacht zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens Ruhe hatte, wurden auf die Organisation der heutigen Ereignisse verwandt: Pressenkonferenzen, Live-Interviews in Fernsehen und Radio, eine Demonstration und die Anfänge der traditionellen palästinensischen 3-Tage-Zeremonie…

(Übrigens, ich schoss das Foto, das ihr von ihr gesehen haben mögt, wo sie mit dem Megafon vor dem Bulldozer stand; und das, wie ihre Freunde ihr helfen.)

War Corrie so eine Art gecastetes Mitglied für eine ISM-Produktion, bei der Joe Smith/Carr Regie führte (der zufälligerweise auch einige Wochen später am Ort der Erschießung eines weitere ISM-Bauernopfers im Gazastreifen auftauchte)?

Rachel Corrie wird als mutige Kämpferin dargestellt, die trotzig vor der israelischen Vernichtungsmaschine stand; einige ihrer Mitstreiter bezeugten diese Tatsache hinterher. Doch die ersten Berichte und Aussagen nach dem Unfalltod erklären, dass Corrie auf dem Boden saß oder kniete, nicht stand. Natürlich war es für den Fahrer des Bulldozers schwer sie zu sehen; ihr Profil war unter dem Schutt sehr niedrig und die Sicht aus dem gepanzerten Fahrzeug war begrenzt.

„Als der Bulldozer sich heute einem Haus näherte“, schrieb die New York Times in ihrem Bericht über den Vorfall, „fiel Miss Corrie, die eine leuchtend orange Jacke trug, auf ihre Knie.“ Dale erklärte, dass sie Kniete und aufzustehen begann.“

„Der Bulldozer fuhr langsam auf Rachel zu, sammelte Erde mit seiner Schaufel, als er vorwärts fuhr“, sagte ein ISM-Freund Corries 2003. „Sie kniete dort, sie rührte sich nicht.“

Ein weiterer Kollege berichtete: „Es war nicht so, dass sie vor dem Bulldozer ‚stolperte und fiel‘. Sie setzte sich davor, ziemlich zeitig.“ Er fügte an: „Corrie ließ ihr Megafon fallen und saß vor einem der Bulldozer.“

Carr/Smith, der Fotograf, der ihr Bild, wie sie auf dem Boden im Weg des Bulldozers saß, nicht fotografieren konnte – oder wollte – konnte Corrie offenbar nicht sehen.

Corries Mitstreiter gaben eidesstattliche Erklärungen ab und sagten Joshua Hammer von Newsweek 2003 in einem Mother Jones-Artikel, zwei von ihnen, Jennie und Will, fanden sich ebenfalls unter dem 50-Tonnen-Monster und wurden in letzter Sekunde fortgezogen. Diese Bulldozer kriechen mit einem Schneckentempo von 1 bis 5 Kilometern pro Stunde vorwärts, mit Sicherheit genug Zeit, dass jemand der Maschine ausweicht, wenn er das will.

„Zwei Stunden lang versuchten wir unter großem Risiko die Bulldozer in ihrer Arbeit zu behindern und zum Scheitern zu bringen“, sagte einer.

„Unsere Gruppe begann, sich im Versuch sie zu stoppen vor diese Bulldozer zu stellen“ sagte ein anderer. „Mehrfach mussten wir im letzten Moment ausweichen, um nicht zermalmt zu werden. Das ging so rund zweieinhalb Stunden lang weiter… Einmal wurde Will aus den USA beinahe zerquetscht.“

Warum sollten „Internationale“ ihr Leben auf diese Weise riskieren? Und war Corrie Teil dieses verräterischen Spiels? Der Reporter Joshua Hammer erklärte, dass die ISM-Mitglieder sich an diesem schicksalhaften Tag entschieden, in ihre Konfrontation mit der IDF zuzulegen. Sie msusten sich der örtlichen Bevölkerung beweisen:

Es kursierte ein anonymer Brief, der Corrie und die anderen Frauen aus dem Ausland in Rafah als „eklige ausländische Schlampen“ bezeichneten, denen „unsere palästinensischen jungen Männer hinterherlaufen“.

An diesem Morgen [als Corrie starb] versuchte das ISM-Team eine Strategie zu entwickeln, um die Folgen des Briefes zu kontern. „Wir alle hatten das Gefühl, dass unsere Rolle zu passiv war“, sagte ein ISM-Mitglied. „Wir redeten darüber, wie wir das israelische beschäftigen konnten.“ An diesem Morgen machten die Teammitglieder eine Reihe von Vorschlägen, die das Problem nur zu verschärfen schienen… „Die Idee war, die israelische Militärdominanz direkter herauszufordern, indem wir unseren internationalen Status nutzten“, sagte der ISM-ler.

Einer der Gründer der ISM, Thom Saffold, gab gegenüber der Washington Post zu, dass es am Tag nach Corries Tod „möglich ist, dass sie [die Protestler] nicht so diszipliniert waren, wie wir das gerne gehabt hätten“. Saffold fuhr mit erstaunlicher Gefühllosigkeit fort: „Aber wir sind wie eine Friedensarmee. Generals schicken junge Männer und Frauen zu Operationen fort und einige sterben.“

Das war nicht die einzige Äußerung, die darauf hindeutet, dass Corrie Kanonenfutter für die ISM war. George Rishmawi, ein weiterer ISM-Gründer, sagte dem San Francisco Chronicle 2004:

Wenn Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen werden, interessiert das keinen mehr. Wenn aber einer dieser Freiwilligen aus dem Ausland angeschossen oder gar getötet wird, dann werden sich die internationalen Medien aufsetzen und da zur Kenntnis nehmen.

Ein weiterer ISM-ler in Gaza verpflichtete sich im Februar 2003 dem Schreiben ähnlicher Ansichten in einem Brief nach Hause:

Du kannst es dir einfach nicht vorstellen, wenn du es nicht siehst. Und selbst dann bist du dir immer bewusst, das deine Erfahrung nicht die ganze Realität ist: Was wäre mit den Schwierigkeiten, der die israelische Armee sich ausgesetzt sähe, wenn sie einen unbewaffneten US-Bürger schießen würde. (kursiv hinzugefügt)

Geschrieben hatte das Rachel Corrie, einen Monat vor ihrem Tod. Glaubte sie, dass sie diese unbewaffnete US-Bürgerin sein sollte? Glaubten die ISM-Kader im Gazastreifen, dass sie den örtlichen Palästinenser beweisen müssten, dass sie sich er Sache genauso verschrieben hatten wie die palästinensischen Schihade, die sich in israelischen Bussen sprengten? Im April, einen Monat nach ihrem Tod, bekam das ISM-Büro in Gaza Besuch von zwei britischen Muslimen, die dann Blumen dort niederlegten, wo Corrie starb. Fünf Tage später sprengten sie sich in einer Bar in Tel Aviv, wobei sie drei Menschen töteten und Dutzende verletzten.

Entschieden sich Corrie und ihre ISM-Kollegen, an diesem Tag russisches Roulette mit dem Bulldozer zu spielen? Schaffte sie es nicht zu entkommen, während die anderen rechtzeitig weggezogen wurden? War Joseph Carr/Smith dort, um eine weitere Beschuldigt-Israel-Produktion zu erstellen, wie so mächtig war wie das Video aus dem Jahr 2000 über die Erschießung des Gaza-Jungen Mohammed al-Dura – angeblich durch israelische Soldaten?

Der Hollywood-Film „The Life of David Gale“ erzählt die Geschichte einer fanatischen Gegnerin der Todesstrafe, die Selbstmord begeht. Doch zuerst fingiert sie einen Verbrechens-Tatort, um ihre letzte Tat wie Mord aussehen zu lassen, damit ein unschuldiger Mann als ihr Mörder hingerichtet wird. Nach ihrem Tod wird ein Video entdeckt und die furchtbare Ungerechtigkeit der Todesstrafe wird offenbar. Ihr Kreuzzug gegen die Todesstrafe erhält schließlich landesweite Aufmerksamkeit.

Der Film debütierte im Februar 2003. Corrie starb einen Monat später.

War es also Mord oder Selbstmord? Und durch wen?

2 Kommentare »

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  1. Für mich sind ALLE Schuldig, außer Israel!!!

    Das einzige an Schuld was Israel trägt ist, dass solche bescheuerte Krawallmacher ins Land lässt, oder bei der erste Auffälligkeiten nicht für immer aus d Land wirft! Sonst aber kann man nichts als Schuld finden!

    Was mich extrem stört ist, dass die Eltern wegen ihre Tochter Israel anklagen, obwohl sie angeklagt werden sollten, weil sie solche bescheuerte Erziehungsmethoden haben, dass sie ihre Tochter nicht dazu angehalten haben das sie NICHTS ABER GAR NICHTS in ein andere Land zu protestieren hat, und Unannehmlichkeiten bereiten für denen, wo sie weder Stimmrecht oder sonst welche rechte hätten!

    Also daher finde ich ALLE die sich Betroffen fühlen wegen solche Idiotin, die keinerlei Rechte dazu hatte, was sie tat…. Es ist alles also was Pro diese Gehirnlose “Pali-fan” angestellt wird, bezeugt wie sehr verdreht der Unrechtsbewusstsein diejenigen die also die ihr Recht geben, und Mitleid denen zukommen lassen denen es nicht Gebührt, sondern die junge Soldaten, die solche Schwachsinnige wegen ein Lebenslang es nicht vergessen werden, und Israel, d schon wieder eine Ungerechte Hasswelle abbekommt….!!!!

    • Alle. Hm. Die Deutschen? Die Franzosen? Die Italiener? Die Eskimos?
      Na ja. Die Eltern? Haben was falsch gemacht, aber schuldig?
      Die Tochter hat ihre eigenen Entscheidungen getroffen. Selbstständig.
      Das kann man den Eltern nicht vorhalten.
      Allerdings muss man ihnen vorhalten, dass sie selbst so einiges nicht begriffen haben und sich aufplustern ohne Ende.


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