Mit Dokumentationen Antisemitismus und Antiisraelismus offenlegen

3. September 2012 um 14:52 | Veröffentlicht in Israel, Medien+Nahost | 1 Kommentar
Schlagwörter: ,

Manfred Gerstenfeld interviewt Gloria Greenfield (direkt vom Autor)

Doc Emet Productions wollte eine Dokumentation erstellen, die auf Alan Dershowitz‘ 2003 veröffentlichtem Bestseller The Case for Israel (Deutsch: Plädoyer für Israel) basiert. Wir begannen 2006 an The Case for Israel – Democracy’s Outpost (Plädoyer für Israel – der Vorposten der Demokratie) zu arbeiten. Damals gab es einen beispiellosen Terrorkrieg gegen Israels Zivilbevölkerung sowie eine Eskalation der Dämonisierungs- und Delegitimierungskampagne gegen diesen Staat.

Die Dokumentation bietet ein kraftvolles Eintreten für Israel. Sie demonstriert Israels Existenzrecht als nationale Heimat des jüdischen Volkes, auf Schutz seiner Bürger vor Terrorismus und der Verteidigung seiner Grenzen gegen aggressive Feinde. Wir hatten das Gefühl, dass ein Film diese detaillierte und eindringliche Analyse des arabisch-israelischen Konflikts einem breiteren Publikum nahe bringen würde.

Gloria Greenfield

Gloria Greenfield

Gloria Greenfield ist Gründungsvorsitzende der Doc Emet Production, bei der sie sich in ihrer Arbeit auf jüdische Identität, jüdisches Volksein und die Werte von Freiheit und Demokratie konzentriert.

Nachdem der Film 2008 seine Premiere hatte, begann ich ausgiebige Reisen durch Nordamerika, um mit jüdischem und nicht jüdischem Publikum nach der Vorstellung zu diskutieren. Ich machte mehrere alarmierende Beobachtungen: Zu viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass der bösartige Hass, der gegenüber Israel zum Ausdruck gebracht wird, mit Politik und/oder von Israel gehaltenem Territorium zusammenhängt. Sie glauben fälschlich, dass der Hass Israels Fehler ist und sich, wenn nur Israel kleiner und schwächer machte, auflösen wird.

Vielen guten und anständigen Leuten war das Wiederaufleben des tödlichen Antisemitismus in Regionen rund um die Welt nicht bewusst. Folglich waren sie nicht in der Lage den Hass gegenüber dem jüdischen Staat im Kontext zu betrachten. Vielen war auch die Geschichte der Komplizenschaft der islamischen Bewegung mit dem Nazi-Regime während des Holocaust nicht bewusst, ebenso wenig die von den Islamisten ausdrücklich erklärte Absicht, nach dem Sturz des Nazi-Regimes Hitlers Arbeit fortzusetzen.

The Case for Israel – Democracy’s Outpost wurde auf Arabisch, Französisch, Deutsch, Hebräisch, Japanisch, Russisch und Spanisch übersetzt. Er wird immer noch rund um die Welt gezeigt, in Theatern, an Universitäten und auf Campussen, in Parlamenten, Gemeindezentren, Kirchen und Synagogen. Er wurde von der Israel Broadcasting Authority im gesamten Nahen Osten ausgestrahlt, von Telemadrid in Spanien und lokalen Sendern in Lateinamerika und den Vereinigten Staaten.

Durch die Reaktionen auf den Film erkannte ich, dass man aus der defensiven Haltung „für Israels Existenzrecht zu plädieren“ herauskommen muss. Es war an der Zeit eine offensive Position einzunehmen. Gebraucht wurden eine Prüfung und ein Exposé des tödlichen Judenhasses hinter staatlich sanktionierten Aufrufen Israel von der Landkarte zu wischen und Juden zu ermorden, wo immer sie sie finden können.

Ich begann dann eine zweite Dokumentation, Unmasked Judeophobia (Judeophobie entlarvt). Sie beginnt mit einer Äußerung von Elie Wiesel, der sagt: „Seit 1945 hatte ich nicht so viel Angst wie heute. Ich habe Angst, weil der Antisemitismus, von dem ich glaubte, er gehöre der Vergangenheit an, irgendwie überlebt hat. Ich war 1945 überzeugt, dass der Antisemitismus mit seinen jüdischen Opfern in Auschwitz und Treblinka gestorben sei, doch ich sehe: Nein, die Juden verendeten, doch der Antisemitismus blühte in einigen Teilen der Welt auf.“ Ich hatte das Gefühl, dass dieser Text den richtigen Ton für den Film traf. Judenhass ist die Pest der Menschheit, die Krebskrankheit, die nicht nur das Potenzial hat alle Juden zu ermorden, sondern auch das Potenzial die Zivilisation zu vernichten.

Unmasked Judeophobia hatte am 24. Oktober 2011 im Paris Theater in New York seine Premiere. Seitdem ist er überall in Nordamerika, Südafrika und Israel an ähnlichen Orten wie The Case for Israel – Democracy’s Outpost gezeigt worden. Unmasked Judeophobia ist vor kurzem in Großbritannien und Australien gezeigt worden. Er wird derzeit auf Arabisch, Französisch, Deutsch, Hebräisch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch übersetzt und wird im Winter 2012/13 seine Tour durch Lateinamerika und Europa beginnen.

Greenfield merkt an: Der Film ist kompakt und intensiv. Es ist nicht ungewöhnlich, dass das Publikum sich sowohl wachgerüttelt fühlt, als auch dankbar, dass es sachkundiger gemacht wurde. Doc Emet Productions veröffentlicht jetzt With Clarity and Courage: The Companion Activist Guide to Unmasked Judeophobia (Mit Klarheit und Mut: Der begleitende Aktivisten-Führer zu Unmasked Judeophobia). Geschrieben wurde er von Anna Kolodner und wird auf www.unmaskedthemovie.com zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen.

Beim israelischen Publikum besteht die Tendenz Frust wegen der politischen Führung zum Ausdruck zu bringen. Die Öffentlichkeit nimmt unzureichendes strategisches Denken und Handeln der Regierung in Reaktion auf das Wiederaufkommen tödlichen Judenhasses und des Umgangs mit Israel als „Jude unter den Staaten“ wahr.

Mein nächstes Filmprojekt wird die zentrale Bedeutung des Landes Israel für die jüdische Identität zusammen mit der Entstehung des Zionismus, der nationalen Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes untersuchen. Die Wurzeln des Zionismus sind Lekh Le’kha, Gottes Aufruf an Abraham, seine Heimat und das Haus seines Vaters zu verlassen und in das Land zu ziehen, das Gott ihm zeigen wird.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

About these ads

1 Kommentar »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

  1. Die Erfahrung zeigt doch, daß diejenigen die gegen Juden vorgehen, dann – danach – auch uns Nichtjuden an den Kragen gehen wollen. Das haben die Nazis so gemacht und wenn die Islamofaschisten Palästina eingesackt haben, werden sie sich Spanien zuwenden.
    Juden sind zwar ein ganz normales Volk mit der üblichen Menge Idioten (18,5%) aber die Verbrecher gehen immer zuerst auf die Juden los, weil das ein bewährtes Ziel ist und es da 1000 altbekannte Gründen gibt, Leute umzubringen.
    Es ist die Frage ob das ein moralisch reines Argument ist (die Furcht als “Nächster” dran zu sein). Anbringen sollte man es aber trotzdem, weil so zu zeigen ist, daß Judenhasser per se Verbrecher sind.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder einen kostenlosen Blog – auf WordPress.com!. | The Pool Theme.
Entries und Kommentare feeds.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 483 Followern an

%d Bloggern gefällt das: