Operation Wolkensäule – Übersicht zu den medizinischen Lieferungen in den Gaza-Streifen

18. November 2012 um 13:05 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt | 1 Kommentar
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Israelische Botschaft Berlin, 17. November 2012 (Informationen von COGAT)

Hintergrund:

Die anhaltende Knappheit von Medikamenten und medizinischen Hilfsmittel im Gazastreifen resultiert hauptsächlich aus der nicht funktionellen Beziehung zwischen den palästinensischen Gesundheitsministerien in Gaza und in Ramallah. Die Konflikte zwischen beiden Behörden haben nicht nur zur Folge, dass es an Medikamenten und Hilfsmitteln fehlt, sondern auch dass Patienten einen verringerten Zugang zu medizinischen Behandlungen außerhalb von Gaza haben.

Die Behörde für Koordination und Liaison für Gaza (CLA):

1. Die CLA arbeitet daran, sicherzustellen, dass Patienten aus dem Gazastreifen den von ihnen benötigten Zugang zu medizinischen Behandlungen erhalten.

2. Von den Tausenden Patienten, die den Antrag stellten, wegen medizinischen Behandlungen nach Israel einzureisen, wurden 99,3% angenommen. Sie wurden nur abgelehnt, wenn es erwiesen war, dass sie die notwendige Behandlung auch in Gaza erhalten konnten (September 2012).

3. Von Januar bis Oktober 2012 wurden mehr als 14.500 Anträge von der CLA für Gaza für Patienten und ihre Begleitpersonen erteilt, die den Gaza-Streifen über den Erez-Übergang verließen.

4. Alle Anträge, die von der internationalen Gemeinschaft für den Transport von Medikamenten und Hilfsmitteln in den Gaza-Streifen gestellt wurden, wurden erteilt.

5. Im Durchschnitt werden Anträge der internationalen Gemeinschaft für die medizinischen Lieferungen (Medikamente und Hilfsmittel) innerhalb 24-72 Stunden erteilt. Die Koordination der genehmigten medizinischen Lieferungen wird innerhalb eines Arbeitstages bearbeitet, nachdem eine Organisation den geplanten Tag der Einfuhr einreicht.

6. Seit September 2012 haben die internationalen Organisationen in Koordination mit der CLA für Gaza 32 LKW-Ladungen mit Medikamenten und Hilfsmitteln durch den Übergang Kerem Shalom nach Gaza importiert. Darin enthalten sind auch Dialyse-Maschinen, Helium für MRTGeräte und drei voll ausgestattete Krankenwagen. Weitere fünf Ladungen wurden mit besonderer Koordination durch den Erez-Übergang importiert.

Medizinmangel und Zugangsbeschränkungen:

1. Der Mangel an medizinischen Hilfsmitteln im Gaza-Streifen manifestiert sich an einem Mangel von 400-500 von insgesamt 700 bestimmten Mitteln, einschließlich der Mittel für Operationen und Anästhesie.

2. Es besteht ein permanenter durchschnittlicher Medikamentenmangel von 33% in Bezug auf bestimmte Medikamente.

3. Laut der WHO wurde der Überweisungsprozess von Patienten aus dem Gaza-Streifen zu Behandlungen in Israel, im Westjordanland und Jordanien für fast zehn Tage unterbrochen, weil es Differenzen zwischen den Gesundheitsministerien in Ramallah und Gaza gab. Als Ergebnis dessen führte der um 38% gesunkene Rückgang der Überweisungen dazu, dass mehrere Hundert Patienten die benötigte Behandlung nicht erhielten.

4. Die WHO berichtet, dass durch das Versäumen des palästinensischen Gesundheitsministeriums, die ausstehenden Schulden in Jordanien zu bezahlen, es jordanische Krankenhäuser ablehnen, Patientenüberweisungen aus dem Gaza-Streifen anzunehmen.

5. Zulieferer von medizinischen Hilfsmitteln lehnen es häufig ab, Produkte in den Gaza-Streifen zu verkaufen, da es Zahlungsausstände gibt.

Operation Wolkensäule:

1. Krankenhäuser in Gaza haben berichtet, zu 80% ausgelastet zu sein, nur geringfügig höher als zu normalen Zeiten.

2. Am 17. November wurde Hasin el Alshich vom Koordinator für Aktivitäten in den Gebieten informiert, dass es trotz der problematischen Sicherheitslage und dem andauernden Raketenbeschuss möglich sein wird, medizinische Lieferungen in den Gaza-Streifen zu transferieren.

3. Am Morgen des 18. November 2012 werden zehn LKW des Roten Kreuzes mit medizinischen Lieferungen, sowie ein UNWRA-LKW über den Kerem Shalom-Übergang in den Gaza-Streifen fahren. Zwei LKW wurden als besonders dringend eingestuft, da sie Anästhetika und Verbandsmaterial enthalten.

4. Seit Beginn der Operation Wolkensäule wurde von zwei Vorfällen berichtet, bei denen leichter Sachschaden an medizinischen Einrichtungen durch Druckwellen von Luftschlägen der IAF auf die terroristische Infrastruktur in der Umgebung entstanden ist.

a. Leichter Schaden an Fenstern und Türen des Al-Quds-Krankenhauses und dem nahe gelegenen Palästinensischen Roten Kreuzes im Gaza-Bezirk. Zwei Mitarbeiter des Krankenhauses wurden leicht verletzt.

b. Leichter Sachschaden an den Fenstern des Al-Karma-Krankenhauses im Jabaliya-Bezirk.

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