Wenn du mit ihnen sprichst, was würdest du sagen?

18. Dezember 2012 um 15:40 | Veröffentlicht in Israel, Medien+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar

Paula R. Stern, A Soldier’s Mother, 14. Dezember 2012

Es ist eine interessante Frage, die meine Mutter mir stellte.

Eine internationale Medienorganisation hatte mich kontaktiert – niemand würde ihr je vorwerfen pro-israelisch zu sein; wenige würden sie überhaupt als ausgewogen ansehen, wenn es um die Berichterstattung zum Nahen Osten geht. Sie wollen mich über mein Leben, meinen Blog, wo ich lebe und was ich denke befragen. Sie wollten, dass ich über E1 rede – nicht, dass das Thema lange b rauchen würde: Hügel, kein Gebäude, keine Störungen, nächste Frage …

Ich habe früher schon gesehen, wie die Medien Worte verdrehen – ich bin nicht naiv. Ich weiß, wie das Spiel gespielt wird. Ich habe Beispiele gesehen, wo Reporter Teile einer Äußerung auslassen, um sie ganz anders scheinen zu lassen, als das, was beabsichtigt war. Sollte ich mich selbst öffnen, damit meine Worte verdreht werden, um ihnen zu erlauben die Schönheit der Gegend zu nehmen, in der ich lebe und sie in etwas Falsches, Übles, gar Gestohlenes zu drehen?

Vor Jahren führte ich eine Reporterin durch Ma’ale Adumim und nahm sie dann mit durch jüdische Gemeinden im Gazastreifen. Sie hatte einmal für genau diese Medienorganisation gearbeitet, die mich jetzt um ein Interview bat. Ich nahm sie mit zum Haus einer Frau, die zwei Kinder hatte, die bei Terroranschlägen verletzt wurden. Die Reporterin fragte nicht danach, wie es ihren Kindern mit ihren Verletzungen und ihrem Trauma ging… sie fragte, wie es sich anfühlt in einem Haus zu wohnen, das gestohlen wurde.

Nein, diese Frau lebte nicht in einem gestohlenen Haus, nicht einmal auf besetztem Land. Sie zog vor mehr als 20 Jahren hierher und kaufte eine Wohnung. Sie machte daraus ein Heim und zog ihre Kinder hier auf. Es gab so viel, über das sie hätte sprechen können, doch diese erste Frage war so verräterisch. Sie war mit Grausamkeit und Ignoranz formuliert, die Agenda der Reporterin war allen klar.

Bevor wir die Stadt verließen bedauerte ich bereits meine Entscheidung sie in den Gazastreifen mitzunehmen. Ich wollte ihr zeigen, welche staunenswerten Dinge Israel anstellt. In Ma’ale Adumim zeigte ich ihr einen wunderschönen neuen Kinderpark ganz in der Nähe – in Abteilen gebaut, damit Kinder unterschiedlichen Alters dort spielen können, bei denen viele Sicherheitsdinge berücksichtigt wurden – weicher Untergrund unter Klettergerüsten, Dinge, die der Sonne widerstehen können, Geländer und Zäune und Bänke für die Eltern, damit die sich hinsetzen und zusehen können. Umgeben von Gärten und Wegen, wo man angenehm entlang gehen kann; es ist für viele die ganze Woche über ein Treffpunkt.

Sie lobte nicht die Planung des Parks – sie fragte, warum keine Palästinenser herkommen. Sie fragte, warum die Palästinenser keine ähnlichen Parks in IHREN Vierteln haben und das in einem Ton der klar mache, dass sie uns dafür verantwortlich machte, dass es UNSERE Verantwortung sei ihnen Dinge zu bauen, die sich zu bauen sie sich nicht bemühten. Ich sagte ihr, sie solle sie fragen. Das Geld, das wir als Steuern zahlen, geht hier in den Bau von Parks – wohin geht das Geld in den Palästinensergebieten und was geschieht mit den Parks und Schulen, die wir in ihren Gebieten bauen?

Im Gazastreifen brachte ich sie zu mehreren Familien – zu einem Mann, der in einem Krieg einen Arm verlor und dann mehrere Finger seiner übrig gebliebenen Hand, als er ein paar Jahre später von einem Terroristen angegriffen wurde. Er erzählte ihr von der Leiche einer jungen Mutter, die er in einem Auto am Straßenrand gefunden hatte – und wie die Terroristen im Hinterhalt gewartet hatten. Die tote Frau war der Köder für jegliches Ziel, das als nächstes kam. Sie verließen sich auf die Herzensgüte und Zuwendung des nächsten Menschen, dass er anhalten und nachsehen würde, ob er helfen könnte. Er wurde schwer verletzt, mehr durch das Versagen einer Granate gerettet als durch die Soldaten, die folgten und den Terroristen eliminierten.

Ich nahm sie mit in die Gewächshäuser, um ihr die unglaublichen Farmen und Obst und Gemüse zu zeigen und andere Leute zu treffen und andere Orte zu sehen. Und schließlich nahm ich sie mit in das Haus einer Familie, die einen Sohn im Krieg verloren hatte und jetzt nicht nur dabei war ihr Zuhause zu verlieren, sondern auch damit konfrontiert wurde das Grab ihres Sohnes auszuheben und zu verlegen, um es nicht im Gazastreifen zurückzulassen, damit es geschändet würde. Es war das einzige Mal, dass ich sie anbettelte nicht irgendetwas Politisches zu fragen: „Bitte, tun Sie ihnen das nicht an – fragen Sie sie nicht nach gestohlenem Land und wie es sich anfühlt ihr Heim zu verlieren…“ Sie war tatsächlich sehr gut und ich schätzte es, dass sie sie einfach bat ihr von ihrem Sohn zu erzählen.

Mitten in der Nacht, die wir dort verbrachten, wurden Mörser auf das Dorf geschossen und wir hörten die Explosionen. Es war nicht Zeit genug wegzulaufen – nicht einmal die 15 Sekunden, die sie in Sderot haben. Ich hörte den Explosionen zu und wartete auf die Sirenen der Krankenwagen. Nach ein paar Minuten Stille lächelte ich in die Dunkelheit und dankte den Arabern, dass sie ihr zeigten, wie das Leben für allzu viele Israelis aussah – damals und heute. Auf Hebräisch entschuldigten sich die Gastgeber am Morgen und ich lachte: „Habt ihr die Mörser gefeuert?“ Sie lächelten und wünschten mir einen guten Tag. Ich kehrte zu der Reporterin zurück und sagte, es sei an der Zeit aufzubrechen. Ein wenig erschüttert bat sie mich um Bestätigung, dass sie von Mörser- oder Raketeneinschlägen in der Nähe aufgeweckt worden war. „Jau“, antwortete ich ohne zu zögern. „Stimmt.“

Der Zeitpunkt, an dem ich meine Fähigkeit ihr schweigend bei ihrem Journalismus zuzusehen, verlor, war, als ich sie durch den wunderschönen Zoo von Neve Dekalim führte, vorbei an den Tieren und den sattgrünen Gärten dort. Ich hatte die Leute für sich selbst sprechen lassen, erkannte aber, dass für diesen Ort, die Tiere niemand sprechen würde, für die kleinen Kinder, die sich die Zeit genommen hatten solch schöne Bilder auf die Wände zu malen, für das Kamel Shauli und so vieles mehr.

Als sie fotografierte und die Tierpfleger interviewte, um sie zu fragen, was mit den Tieren geschehen würde, blieb ich still und fühlte die Wut in mir steigen; schließlich fragte ich sie, ob ich etwas sagen dürfe. Wir gingen still weiter und dabei fing ich an zu sprechen.

„Welche Nachteile bringt dieser Zoo für irgendjemanden?“, fragte ich. „Wenn es ihn nicht gäbe, glauben Sie, es gäbe Frieden?“

„Warum können die Araber nicht in den Zoo kommen? Warum haben sie keinen?“, fragte sie mich.

„Weil sie“, antwortete ich in meinem Zorn, „wenn sie in diese Gemeinde kommen, mit Waffen kommen. Sei kommen um zu töten und nein, sie können nicht kommen um Tiere zu sehen, wenn einige das Kommen als Chance nutzen würden Menschen zu ermorden. Wenn sie Frieden schließen würden, könnten sie in den Zoo kommen, aber wenn alles, was sie wollen ist uns zu töten, nein, dann können wir sie nicht sicher reinlassen.“

Und dann fragte ich sie: „Aber warum fragen Sie nicht die Araber, warum SIE keine Zoo bauen? Warum sie Geld auf Raketen statt auf Spielplätze und Zoos und Krankenhäuser verwenden? Warum finden sie es akzeptabel Raketen auf uns zu schießen? Und was erwarten Sie von uns? Sie wollen von uns nicht nur, dass wir nicht zurückschießen, Sie glauben, wir sollten unsere Häuser trotz der Sicherheitsbedrohung öffnen! Glauben Sie, es sei in Ordnung, dass sei auf uns schießen, aber es sei nicht in Ordnung, dass wir unseren Zoo für sie sperren?“

Und ich erzählte ihr noch mehr in dem Zorn, der in mir kochte: „Okay, wir werden diesen Zoo also zerstören; wir werden die Tiere in andere Zoos überall in Israel bringen und wir werden die schönen Gemeinden ruinieren, die diese Leute gebaut haben… wird DAS Frieden bringen? Wir werden alle Juden aus dem Gazastreifen rausbringen – und was wird passieren? Glauben Sie, die Araber werden glücklich sein und ihr Geld dazu benutzen Zoos und Parks zu bauen? Werden die armen palästinensischen Kinder auf der anderen Seite der Straße, die keinen Spielplatz wie diesen haben, plötzlich einen bekommen?“

Stattdessen, sagte ich ihr, würde höchstwahrscheinlich genau das passieren, was ein paar Wochen zuvor passierte und den größten Teil der mehr als sieben Jahre geschah, seit wir den Gazastreifen verließen: Raketen auf Aschkelon, Aschdod, Beer Sheva und sogar Tel Aviv und Jerusalem.

Und jetzt habe ich die Wahl – Ich kann mit dieser internationalen Medienorganisation reden und ihre Fragen beantworten. Ich kann ihnen E1 zeigen und sie fragen, wie auf einem Berg zu bauen eine vierspurige Superautobahn abschneiden kann, die sowohl Juden als auch Arabern freien Verkehr an Orte im Norden und im Süden, im Osten und Westen bietet. Ich kann ihnen meine schöne Stadt  zeigen und kann auf die unfruchtbaren Berge zeigen, die sie auf allen Seiten umgeben und sagen – SO sahen diese Hügel aus, bevor wir hier bauten. Niemand hat irgendetwas verloren; nichts wurde gestohlen.

Ich könnte ihnen erzählen, dass sie mit der falschen Seite sprechen. Wir sind diejenigen, die Parks und Zoos und die Schulen bauen. Wir bauten das Blowlingzentrum, die Gärtnerläden, die Möbelgeschäfte, die Feuerwachen und die Rettungsstaffel, die eine riesige Region abdeckt, die Araber und Juden gleichermaßen behandelt.

Nien, fragen Sie uns nicht, warum wir Parks und Schulen bauen, könnte ich sagen … fragt die Araber, warum sie es nicht tun. Fragt sie, warum sie weiterhin mit echten Notfällen in UNSERE Gesundheitszentren kommen müssen und warum ihre Krankenwagen angehalten und durchsucht werden müssen; und akzeptieren Sie keine Antwort als die Wahrheit – wenn man Waffen in Krankenwagen steckt, dann zwingt man Israel, diese zu durchsuchen.

Fragt sie, warum meine Söhne, die regelmäßig als Freiwillige für das örtliche Rettungsteam arbeiten, auf eine Eskorte der Armee warten müssen, um in arabische Dörfer zu fahren und verletzten oder kranken Arabern zu helfen, die medizinische Behandlung benötigen. Fragt sie, warum sie dagegen sind, dass wir auf öden Hügeln bauen. Wenn ihre Behauptung, dort seit Generationen gelebt zu haben, wahr wäre: Warum bauten sie nicht?

Und wenn sie gegen unser Bauen sind – was gibt ihnen das Recht zu bauen? Fragt sie, wie es möglich ist, dass Issawiya sich in den letzten Jahren fast verdoppelte und fragt sie, warum wir die Umgehungsstraße bauen mussten, weil sie Autos mit Steinen bewarfen – und die Umgehungsstraße zur Umgehung der Umgehungsstraße, weil die Angriffe eskalierten und sie schossen, mit Felsen angriffen und sogar Waschmaschinen und Sofas auf die unten fahrenden Autos warfen.

Fragt sie, warum sie nahe Jericho das Feuer auf einen Mönch eröffneten und ihn töteten, der auf dem Weg nach Jerusalem war … und fragt sie, warum sie einen Selbstmordbomber die Straße hinauf schickten. Wir hatten damals Glück – ein mutiger Polizist zahlte den ultimativen Preis, als ihm das Auto und der Fahrer verdächtig vorkamen und hielt ihn an. Der Fahrer sprengte sich, töteten den Beduinen-Polizisten am Straßenrand – ich hörte die Explosion und wusste einfach, dass es eine Bombe war. Ich hörte die Sirenen – und es war Israel, das eine Gedenkstätte in der Nähe des Ortes seiner Ermordung baute.

Was soll ich dieser Nachrichtenagentur sagen? Dies ist mein Haus – wir haben die Wüste zum Blühen gebracht, wie wir es versprachen. Aus einem öden Hügel haben wir solche Schönheit geschaffen. Fragt nicht mich, warum die Palästinenser keine Spielplätze wie unsere haben – fragt sie. Und wenn sie Armut behaupten – seht euch die Autos an, die sie fahren … die BMWs, die Volvos, die großen Autos und die Gebäude und mehr.

Und wenn ihr in meine Stadt kommt, nehmt euch einen Moment um einen Blick auf das Einkaufszentrum zu werfen – seht, wie viele Araber jeden Tag in die Stadt kommen um zu arbeiten, um einzukaufen. Und fragt die Araber, warum es für mich nicht sicher ist in ihre Vierteil zu gehen, wie sie in meines kommen. Fragt sie nach meinem Nachbarn, der gelyncht und dessen Leiche zum Teil verbrannt wurde.

Fragt sie, warum sie sich nie darum sorgen müssen in Ma’ale Adumim gelyncht zu werden.

Und fragt sie, warum in den letzten Monaten die Araber gekommen sind und einen Wachmann an den Toren unserer Stadt eingestochen haben und ein andere kam und sagte, er würde angreifen. Fragt sie, warum sie nicht das Gefühl haben einen Sicherheitszaum um ihre Viertel bauen zu müssen und Vollzeit-Wachleute an den Toren zu postieren, die sie beschützen.

Und fragt sie, warum – wenn wir die Aggressoren sind – es UNSERE Häuser sind, die Bunker haben und nicht ihre.

So viele Fragen, so viele Gedanken – aber vielleicht bin ich nicht die Richtige dafür. Ich kann nur zeigen, was wir aufgebaut haben, die Gärten und die Blumen. Ich kann ihnen den See in der Wüste zeigen, den wir bauten – einfältig und reizend zugleich, doch ich kann niemals die Frage beantworten, warum die Araber ihre Ressourcen nicht in ähnliche Dinge für sich geleitet haben und ich kann niemals die Frage beantworten, warum es falsch ist, dass wir die die Früchte unserer harten Arbeit genießen.

Wenn ich mit ihnen rede – was würde ich sagen? Dies ist mein Heim, mein Land. Durch Gott, durch das Recht, durch die Geschichte, vielleicht durch Macht, aber am meisten durch Liebe ist dies mein Haus.

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