Ein Alibijude macht Israel zur Minna

16. Juli 2012 um 14:04 | Veröffentlicht in Alibi-Juden, Geistesgrößen | 1 Kommentar
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Am 6. Juli veröffentlichte der Berliner Tagesspiegel ein Interview mit Daniel Barenboim. Gleich zu Anfang äußert er sich negativ über „orthodoxe Juden“, die sich „ohnehin nicht“ bei seinem Multikulti-Orchester (das im Prinzip eine schöne und gute Sache ist) bewerben, weil sie „am Freitag und Samstag nicht auftreten dürfen“. (Der Mann scheint nicht so ganz komplett informiert zu sein.) Hingegen hat lobt er die muslimischen Mitglieder seiner Truppe, weil die auch im Ramadan mitmachen, wo sie „tagsüber nichts essen“ dürfen. Die sind also weitaus besser drauf als orthodoxe Juden.

Gefragt, ob er sich als Israeli nach den Revolutionen in der arabischen Welt um die Sicherheit seines Landes sorgt, kommt ein Hammer: „Ich weigere mich, die Ereignisse des Arabischen Frühlings darauf zu reduzieren, ob sie gut oder schlecht für Israel sind. Nur die Irren denken, die ganze Welt drehe sich um Israel.“ Ist das so, dass die Ereignisse in der arabischen Welt nur darauf reduziert werden, ob sie gut oder schlecht für Israel sind? Und selbst wenn: Was soll eine solche Antwort? Darf man sich keine Sorgen um Israel machen, wenn in Ägypten und dem übrigen Nordafrika die Revolutionen Leute an die Macht spült, die ausschließlich Hass auf Israel nicht nur empfinden, sondern predigen und ihre Politik daran ausrichten oder zumindest ausgerichtet sehen wollen? Der Dirigent gibt mit seiner Äußerung eigentlich nur eines zu verstehen: Ob es Israel betrifft und wie, ist für ihn völlig belanglos. Rutsch mir den Buckel runter, jüdischer Staat!

Der Stuss hört hier nicht auf. Der Antisemitismus der Araber – „Palästinenser“ – sei einzig und allein der Vertreibung geschuldet. Der Mann hat keine Ahnung von Geschichte, er blendet – bewusst? (ich fürchte: ja!) – alles aus, was vorher schon von den Arabern gegen Juden im heiligen Land unternommen wurde. Das Stichwort Hadsch Amin al-Husseini sollte genügen, aber es gibt noch die arabischen Pogrome aus den 1920-er Jahren, die alleine schon die irre These dieses Nabelschau-Profis widerlegen. Aber was lässt sich ein Barenboim von Fakten stören?

Die haltlosen Beschimpfungen ohne Realitätsbezug gehen weiter: „Heute ist Jerusalem hauptsächlich ein jüdisch-orthodoxer Ort.“ Ist das so? Entweder läuft der Typ blind durch die Stadt oder er war zu lange nicht mehr da, um sich nicht von antiisraelischer Propaganda von links verabschieden zu müssen. Man gehe mal die Jaffa Road entlang, die heute nur noch von der Straßenbahn und (teilweise) Bussen zu befahren ist. Die Stadt pulsiert, anders als Tel Aviv, aber was da – bzw. rechts und links davon – an Menschen zu finden ist, widerspricht Barenboim. Der Mahane Yehuda-Markt, die Fußgängerzone Ben Yehuda-Straße, die King George Road, weiter weg die German Colony oder auch Talpiot. Nix von „hauptsächlich ein jüdisch-orthodoxer Ort“. Natürlich ist Jerusalem stärker von strenger glaubenden Menschen geprägt als viele andere Orte in Israel. Aber was ist daran so schlimm? Schlimm wäre es, wenn es nichts anderes gäbe. Aber das scheint Herrn Barenboim durch den Kopf zu gehen. Für ihn dürfte wohl Mea Shearim Jerusalem repräsentieren, wo nicht hereidische Menschen auch mal gerne beschimpft werden, wo Steine gegen Vertreter des Staates fliegen können; doch ist selbst das nur ein verhältnismäßig kleiner Teil Jerusalems und die Gewalttäter und Unflätigen nur ein Teil der Einwohner dieses Viertels.

Der Mann prahlt gerne damit, wie eingenommen er von sich ist: „Seitdem man in Berlins Restaurants nicht mehr rauchen darf, besuche ich nur noch eine Handvoll Lokale, in denen das Rauchen noch erlaubt ist. Dort kennen mich die Kellner und machen die Musik freundlicherweise von selbst aus.“ Denn er verträgt Musik nicht, wenn sie am falschen Ort gespielt wird. Da passt es dann auch, dass Mercedes, deutsche U-Boote usw. genauso falsch wären wie ein Antisemit und man deshalb den Antisemiten begrüßen muss: „Das Wagner-Verbot ist doch lächerlich. Jedes zweite Taxi in Tel Aviv ist ein Mercedes. Die Regierung hat auch keine Scheu, deutsche U-Boote zu kaufen. Wenn schon, dann müsste man alles Deutsche aus dem Land verbannen.“ Wir lernen: Wenn Wagner Antisemit war, dann ist auch Mercedes antisemitisch und alles übrige Deutsche ebenfalls.

Ist das schon  der Gipfel oder doch eher der Abschluss im abgedruckten Interview: „In Israel gibt es keinen politischen Willen, der die Gerechtigkeit und Notwendigkeit eines eigenen palästinensischen Staates anerkennt.“ Abgesehen davon, dass das schlicht falsch ist – solch harsche Worte hat er nicht für die arabischen Terroristen, die den Judenstaat nicht anerkennen, ihn vernichten wollen – und die Juden gleich alle mit.

Barenboim und seine wirklichkeitsfremden Äußerungen haben einen offenen Brief an den Musikus veranlasst, der natürlich nicht abgedruckt wurde. Deshalb folgt er hier:

Sehr geehrter Herr Barenboim

Als Schweizer Musiker jüdischer Herkunft war ich letztes Wochenende in Berlin, um an meinem Schulprojekt gegen historischen und aktuellen Antisemitismus zu arbeiten, welches auf der Geschichte und den Gedichten der jüdischen Lyrikerin Selma Meerbaum-Eisinger (1924-1942) basiert.

Zufällig habe ich Ihr Interview im Tagesspiegel gelesen. Bitte erlauben Sie mir dazu ein paar Bemerkungen.

Als Musiker ist mir die Notwendigkeit einer guten Öffentlichkeitsarbeit vor einem wichtigen Konzert, wie dem Ihrigen in der Waldbühne, durchaus bewusst. Dass Sie dazu die Möglichkeit eines umfassenden Interviews nutzen, sei Ihnen selbstverständlich unbenommen.

Aber warum immer auf Kosten von Israel…?

Einmal mehr sind Sie Sich nicht zu schade, sich dem Entschuldungsbedürfnis der Deutschen anzudienen, die sich durch die einseitige Verurteilung Israels (vorzugsweise durch einen Juden) von der eigenen Schuld zu entlasten suchen. Und wie immer, wenn Sie Sich von den Medien als Alibijude instrumentalisieren lassen, um die Welt über den Nahostkonflikt aufzuklären, gibt es nur einen Schuldigen: Israel.

Kein Wort über die systematische Aufhetzung der Palästinenser zum Jihad gegen Israel, die antisemitische Propaganda von islamischen Geistlichen, Politikern, Akademikern und Intellektuellen auf arabischen TV-Sendern, die per Satellit weltweit verbreitet werden, die skrupellose Gehirnwäsche, durch die bereits Schulkinder zu Selbstmord-Attentätern erzogen werden, die Chartas der PLO und Hamas, die die Zerstörung Israels (und aller Juden) sowie die Errichtung eines islamistischen Staates auf ganz “Palästina” fordert und Nahost-Friedensinitiativen ablehnt.

Es wird sie immer geben, die sogenannten “self hating jews”, die mit ihren verqueren Ansichten eine wie auch immer geartete Aufmerksamkeit und/oder Bestätigung in der Öffentlichkeit suchen. Das jüngste Beispiel sind die Schmierereien an den Wänden der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, die von ultraorthodoxen jüdischen Extremisten stammen sollen, die den Staat Israel als “Gotteslästerung” ablehnen.

Dagegen sind Ihre haltlosen Thesen relativ harmlos und vor allem als durchaus erfolgreiche Konzert-PR zu werten. Weshalb Alibijuden wie Sie, Avram Burg, Finkelstein, Grosser, Hessel und wie sie alle heissen, in den sogenannten “Friedensforen”, wie sich Antisemiten heute gerne nennen, willkommen sind, ist offensichtlich. Sind sie doch für die nützlichen Idioten wie Mankell, Paech, Groth, Polenz, Langer, Höger etc. unabdingbar, denn Dank ihnen kann man sich immer darauf berufen, dass die eigenen grotesken Ansichten auch “von jüdischen Mitbürgern” geteilt werden.

Abschliessend darf ich Ihnen empfehlen, sich weniger mit öffentlichem Israel-Bashing zu profilieren, sondern sich vermehrt der von Ihnen gewünschten “radikalen Veränderung” des Deutschen Bildungssystems zu widmen, an dessen Finanzierung Sie Sich “sogar auch beteiligen” würden. Dafür sind Sie meiner Ansicht nach eher qualifiziert und das dürfte für Sie aufgrund Ihrer exorbitanten Gagen auch kein grösseres Problem darstellen.

Mit freundlichen Grüssen

David Klein

Die Gemeinsamkeiten von Holocaustleugnern und Antizionisten

5. Dezember 2011 um 15:23 | Veröffentlicht in Alibi-Juden, Israel, Nahost-Konflikt | 4 Kommentare
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Manfred Gerstenfeld, Interview mit Elhanan Yakira, 4. Dezember 2011 (direkt vom Autor)

„Es scheint so, als ob Israels Hauptgegner außerhalb der arabischen und muslimischen Welt Israelis und Juden im Ausland sind. Diese Leute erfahren hohe Wertschätzung durch Israels nicht jüdische Feinde. Die selbst ernannte „wahre Linke“ Israels nimmt Haltungen ein, die allgemein als postzionistisch bezeichnet werden. In Wirklichkeit sind sie antizionistisch.

Diese Ideologie weigert sich, dem jüdischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung und damit Israeldas Existenzrecht als jüdischer Staat zu gewähren. Das bedeutet, sie leugnet ebenfalls, dass Israel sowohl jüdisch als auch demokratisch sein kann. Führende Intellektuelle, jüdische wie nicht jüdische, spielen in dieser neuen Mutation des Antisemitismus eine wichtige Rolle.“

Prof. Elhanan Yakira

Prof. Elhanan Yakira

Elhanan Yakira ist Schulman-Professor für Philosophie an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Er besitzt einen Doktortitel der Sorbonne in Frankreich und hat verschiedene Bücher veröffentlicht. Sein Buch Post-Zionism, Post-Holocaust: Three Essays on Denial, Forgetting, and the Deligitimation of Israel (Postzionismus, Postholocaust: Drei Aufsätze zu Leugnung, Vergessen und der Delegitimierung Israels) löste eine große öffentliche Debatte in Israel aus, als 2006 die hebräische Originalversion erschien.

„Es gibt in Israel keine Holocaustleugner. Doch einige israelische Akademiker und andere Angehörige der radikalen Linken nutzen den Holocaust als wichtiges Argument beim Aushöhlen der moralischen Rechtfertigung Israels und um es zu dämonisieren. Man sollte die Bedeutung oder die Unmoral dieser Haltungen nicht unterschätzen.

Der Diskurs der israelischen Antizionisten ähnelt dem von Teilen der Linken und extremen Linken im Ausland. In ihrer Diskussion nutzen die Antizionisten oft die Standpunkte der Philosophin Hannah Arendt zum Zionismus. Insbesondere Ahrendts Buch zu Eichmann hat sie zu einem Symbol der antiisraelischen Subkultur gemacht. Ich bezweifle aber, dass sie – würde sie heute noch leben – deren Ansichten dazu teilen würde.

Bezüglich der Rolle des Holocaust im Postzionismus – in Wirklichkeit ist das Antiisraelismus – findet man gewisse Analogien zur Holocaustleugnung und zwar zur Behauptung, der Holocaust habe nie stattgefunden. Das betrifft insbesondere Leugner, die aus der radikalen Linken kommen. Diese Art der Leugnung, ein seltsames Phänomen, findet sich hauptsächlich in Frankreich. Das Besondere dabei ist nicht der Holocaust, von dem sie besessen ist, sondern ganz ausdrücklich die Existenz eines jüdischen Staates. Da, so wird behauptet, der Holocaust die Ursache und einzig mögliche Rechtfertigung für Israels Existenz ist, fällt Israels Existenzrecht, hätte er nie stattgefunden, in sich zusammen.

Auch für die Postzionisten – eigentlich: Antizionisten – ist der Holocaust selbst nicht von Interesse. Sie postulieren fälschlich, er sei die universelle und grundlegende Erklärung für die Existenz Israels und dessen Verhalten. Die Struktur des Arguments der beiden Seiten ist dieselbe.

Auf dieser falschen Grundlage entwickeln sie weitere Argumente, der Holocaust sei der einzige Grund für die Gründung und Existenz Israels. Die internationale Gemeinschaft, behaupten sie, würde Israel niemals finanziell, politisch, moralisch, militärisch unterstützt haben, gäbe es diese ‚Erpressung‘ nicht, die auf dem Holocaust gründet. Die andere Seite dieses Arguments besteht darin, dass der Holocaust Israels Psyche, Ethos, Machtpolitik und seine angebliche Gewalttätigkeit erklärt.

Die Wahrheit sieht radikal anders aus. Die Grundlagen für die Verwirklichung des zionistischen Programms wurden gelegt, lange bevor der Holocaust auch nur möglich wurde. Weiterhin ist die zionistische Bewegung das einzige Mal der jüdischen Geschichte, bei der Juden politische Macht hatten, die aber nicht zum Töten genutzt wurde. Israel bekämpft seine Feinde, aber mit weit mehr Zurückhaltung als irgendjemand sonst. Die Behauptung, das israelische Ethos sei eines der Gewalttätigkeit, ist verleumderisch.

Die Postzionisten entwickeln ihre falschen Argument in verschiedene Richtungen. Zum Beispiel fragen sie: ‚Warum sollten die Palästinenser den Preis für das bezahlen, was den Juden in Europa angetan wurde?‘ Dies wird auch so formuliert: ‚Israel wurde in Sünde geboren.‘ Die Dämonisierer behaupten dann, um bessere Menschen zu werden müssten Israel und die Juden den Holocaust hinter sich lassen.

Solche Argumente haben eine gewisse Präsenz in der akademischen Welt Israels gewonnen. Auf dieser Grundlage ist viel Literatur verbreitet und eine intellektuelle Gemeinde gleich gesinnter Verzerrer geschaffen worden. Der beste Weg, um international in akademischen Kreisen voranzukommen, besteht darin, Teil eines Systems zu sein. Dann wird man regelmäßig ins Ausland eingeladen und wird veröffentlicht, auch wenn die eigene Arbeit keine signifikante Substanz besitzt. In den letzten Jahren sind wir Zeugen der Veröffentlichung einer großen Zahl postzionistischer Bücher außerhalb Israels geworden.

Ich habe immer zur säkularen Linken gehört. Viele Israelis, die Teil der so genannten „zionistischen Linken“ sind, glaubten, ihre Position sei moralisch vertretbar. Noch immer erkennen einige kaum, dass sie in den Augen der Antizionisten mit all den anderen Israelis zu einer homogenen, kriminellen Horde gehören. Viele dieser zionistischen Linken stellten fest, dass sie gegen ihre persönlichen Freunde und Kollegen opponierten.

In der Vergangenheit haben wir, wie jeder andere, die von Israel gemachten Fehler bedauert. Wir waren viel zu schüchtern darin uns unseren israelischen und jüdischen Feinden entgegenzustellen. Wir müssen jetzt konsequent und laut immer wieder sagen, dass Antizionismus ein Skandal und ein Zeichen moralischen Bankrotts ist.“

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Vorsitzender des Aufsichtsrats des Jerusalem Center of Public Affairs.

Deutsche nutzen „antiisraelische“ Juden, um Holocaust-Schuld zu mildern

24. Oktober 2011 um 15:49 | Veröffentlicht in Alibi-Juden, die Welt+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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Analyse: Welche Mechanismen lassen einige deutsche Lehrer, Schüler, Beschäftigte der Stiftung EVZ Israel in den Prügelknaben für Europas Schuld verwandeln?

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 16. Oktober 2011

Das Exposé der Jerusalem Post zur deutschen Holocuast-Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) Ende September und Anfang Oktober deckte auf, dass zwei ihrer Oberschul-Programme zum Holocaust von Hass gegen den jüdischen Staat angetrieben waren. Welche sozialen und psychologischen Mechanismen lassen deutsche Lehrer, Schüler und Beschäftigte der Stiftung EVZ den Holocaust marginalisieren und den Staat Israel zu einem öffentlichen Prügelknaben für Europas Schuldgefühle wegen der Verbrechen der Shoah machen?

In einer Reihe Interviews mit führenden israelischen und niederländischen Spezialisten am letzten Sonntag untersuchte die Jerusalem Post das Bedürfnis vieler Europäer die Schuldgefühle zur Erinnerung an die Beteiligung ihrer Vorfahren am Holocaust zu löschen.

Die EVZ nutzte €38.690, um 2010/2011 Schüleraustauschprogramme zu fördern, bei denen Israel mit dem früheren, repressiven und stalinistischen ostdeutschen Staat gleichgesetzt wurde und Schüler krude Karikaturen von Juden in einer Broschüre veröffentlichten. Deutsche Steuergelder finanzierten das Engagement des hardcore-antiisraelischen Holocaust-Überlebenden Hajo Meyer durch die Anne Frank-Gesamtschule in Gütersloh, um vor deren Schülern zu sprechen. Meyer nannte Israel vor den Schülern einen „kriminellen Staat“ und setzte das Leiden der Palästinenser mit der Verfolgung und dem Massenmord an Juden während des Holocaust gleich.

Dr. Manfred Gerstenfeld, Vorsitzender des Jerusalem Center for Public Affairs und Autor eines Buchs über den Missbrauch der Erinnerung an den Holocaust, sagte: „Palästinenser mit Opfern der Schoah gleichzusetzen ist Teil der weit breiteren Verzerrungskategorie der Umkehrung des Holocaust. Diese Umkehrer der Geschichte stellen die Juden als Nazis hin. Die wenigen dieser jüdischen ideologisch Pervertierten bekommen Öffentlichkeit, weil viele weitere Nichtjuden diese Dinge von Juden hören wollen.“

Gerstenfeld, der in Holland aufwuchs, ist ein Experte für modernen europäischen Antisemitismus; er zitierte den Autor Leon de Winters Sichtweise zu den „Fälschern der Geschichte“, die wegen des Holocaust Juden höhere ethische Standards aufbürden: „Der Autor Leon de Winter sagte mir einmal: ‚Sie repräsentieren die Schoah als eine Bildungsinstitution für Juden, um jüdische Moral zu lehren. Mit anderen Worten: Die Nazis hielten in den Konzentrationslagern Kurse ab, um die Juden mit Menschlichkeit zu tränken.‘“

Über die Motive Meyers und den steten Strom an Einladungen durch NGOs überall in Europa, damit Meyer seine Abscheu gegenüber Israel zum Ausdruck zu bringen, sagte de Winter – ein jüdisch-niederländischer Bestseller-Romanautor, der Post: „Meyer ist en trauriger und extremer Fall von ‚Überlebenden-Schuld‘, was ihn dazu geführt hat alles Jüdische zu hassen. Er ist Mitglied jeder Israel-Bashing-Gruppe in Holland; und weil er Jude und Holocaust-Überlebender ist, lieben sie ihn. Er vereint seinen Selbsthass mit Eitelkeit – ein furchtbarer Mix. Er kann gleichzeitig eitel und voller Selbsthass sein, weil er stolz darauf ist in der Lage zu sein aus dem Holocaust Sinn zu ziehen: Die Juden sind wegen ihrer Regeln, Gesetze und Behauptung außergewöhnlich und ‚erwählt‘ zu sein verantwortlich zu machen.“

„In einem Buch über ‚Das Ende des Judentums‘ – ein Ende, das er befürwortet – schrieb er, dass das ‚Anderssein‘ der Juden, wie auch ihre Speisevorschriften, verursachten bereits vor Tausenden Jahren Antipathien“, fuhr de Winter fort. „Es ist ein faszinierender und Angst einflößender Weg zu überleben – er ist immer noch der Gefangene der Nazis von einst, indem er den Hass der Nazis komplett verinnerlicht.“

Zur Notwendigkeit, Redner wie Meyer bei europäischen Veranstaltungen zu Gast zu haben, sagte Prof. Gerald Steinberg, Kopf der Watchdog-Organisation NGO-Monitor aus Jerusalem: „Das Böse haust in denen, die Meyers Tragödie für ihre zynische Agenda ausbeuten.“

Steinberg und NGO-Monitor legten die unpassende Finanzierung des Programms der Anne Frank-Schule Anfang Oktober offen. Er argumentiert, dass es „eine Bereitschaft seitens Organisationen und Einzelpersonen“ in Europa gibt, die es Kritikern wie Meyer und der amerikanisch-jüdischen, antizionistischen und 1939 vor dem Holocaust nach England geflohenen Aktivistin Hedy Epstein erlaubt Positionen zum Ausdruck zu bringen, die die Existenz Israels delegitimieren: Es gibt eine Nachfrage dafür und es lindert den Schuldkomplex der Europäer“, sagte Steinberg.

Er fügte an, das die „deutsche Organisation“ [die EVZ] eine Plattform dafür bietet ihre extremen psychologischen Reaktionen durch Meyer und Epstein zu verfestigen. Ein Holocaust-Überlebender wie Meyer hilft „ihre Schuld [die der Europäer] zu stillen“ und eine Organisation [die EVZ] sollten nicht Teil dieser Ausbeutung sein.“

Steinberg und NGO-Monitor haben die EVZ aufgerufen das Missmanagement von Geldern zu wieder gutzumachen und die Mittel dazu zu nutzen zum Holocaust zu bilden und Überlebende zu entschädigen.

Die Nutzung von antiisraelischen Juden wie Meyer und Epstein erinnert an die bitter polemische Zeile des österreichisch-jüdischen Satirikers und Humoristen Alexander Roda Roda (1872 – 1945): „Aus dem Antisemitismus könnte schon was werden, wenn nur die Juden sich seiner annehmen würden.“

Kurz gesagt: Einige deutsche Pädagogen nutzen Gestalten wie Meyer aus, um indirekt zu tun, was sie direkt nicht tun können, nämlich Israel mit Nazideutschland gleichzusetzen. Die EU-Definition des Antisemitismus beschreibt den Israel = Nazis-Vergleich als eine zeitgenössische Form des Judenhasses.

Die EVZ hat das Programm der Anne Frank-Schule verteidigt und es abgelehnt ihre Gelder für die antiisraelischen Aktivitäten und ihre Trivialisierung bei den Holocaust-Workshops zurückzufordern. Entsprechend der Äußerungen gegenüber der Post und dem Kuratorium der EVZ plant der umstrittene EVZ-Chef Dr. Martin Salm die Programmstruktur einer Überprüfung zu unterziehen.

Gunnar Weykam, Leiter des „Palästina-Projekts“ der Anne Frank-Schule hat es abgelehnt sich der Post gegenüber zur Nutzung von EVZ-Geldern seiner Schule zum Israel-Bashing zu äußern. In einer E-Mail an die Post schrieb er, er wünsche zuerst den Bericht über die Aktivitäten der Schule zu lesen. Die Schule ist nach der deutsch-jüdischen Teenagerin Anne Frank benannt, die von den Deutschen im Vernichtungslager Bergen-Belsen ermordet wurde.

Es gibt keinen Mangel an völkermörderischer antisemitischer Rhetorik und antisemitischen Terrorgruppen wie der Hamas und der Hisbollah. Man nehme das offenkundigste Beispiel des Regimes im Iran und seines Wunsches „Israel von der Landkarte zu wischen“ und den ersten Holocaust leugnet, während es einen atomar bewaffneten zweiten Holocaust gegen den jüdischen Staat plant.

All das hilft die Entrüstung über die blinden Flecken der EVZ zu erklären, wie auch die Besessenheit Weykams und seiner Schüler mit übertriebener Kritik an Israel und ihrer Ignoranz gegenüber tödlichem Antisemitismus und der Schoah.

Es ist ein wenig viel verlangt zu erwarten, dass Weykam das „Palästina-Projekt“ streicht und ein „Iran-Projekt“ schafft, um den modernen Antisemitismus zu bekämpfen und sich den Auftrag der Erinnerung an Anne Frank zu eigen zu machen.

UN-„Menschenrechts“-Vertreter entschuldigt sich bei Juden und Tieren

11. Juli 2011 um 15:00 | Veröffentlicht in Alibi-Juden, UNO | Hinterlasse einen Kommentar
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Gil Ronen, Arutz-7, 10. Juli 2011

Der Sonderberichterstatter für die Rechte der Palästinenser des UNO-Menschenrechtsrats, Richard Falk, hat eine „Entschuldigung“ wegen der Veröffentlichung einer antisemitischen Karikatur veröffentlicht; diese auf seiner Internetseite eingestellte Karikatur zeigte einen Hund, der eine Kippa trug (s. unten).

Die Entschuldigung ist jedoch genauso beleidigend, da sie sich gleichermaßen sowohl an Juden wie an Tiere richtet, als seien beide durch den Vergleich mit dem andern beleidigt worden.

Die Karikatur erschien auf Falks Blog als Illustration zu einem Eintrag, den er zur angeblichen antiarabischen und proisraelischen Heuchelei der USA und des Internationalen Kriminalgerichtshofs einstellte. Sie zeigt Justitia, die einen Hund Gassi führt. Der Hund trägt ein Hemd mit dem Schriftzug „USA“ und auf dem Kopf eine jüdische Kippa. Er verschlingt einen Haufen blutiger, menschlicher Knochen, während er auf den Fuß der Justitia auf den Fuß pinkelt.

Nachdem er zuerst leugnete, dass er die Karikatur überhaupt einstellte, entfernte Falk ihn von seinem Blog. Er gab diese „Entschuldigung“ aus:

Ich entschuldige mich, ich erkenne, dass die Karikatur … starke antisemitische Symbolik beinhaltet, die ich nicht entdeckte, bevor sie mir gezeigt wurde…

Trotz meiner starken Kritik an der israelischen Politik und einiger Varianten der zionistischen Unterstützung war es nie meine Absicht Juden als Volk in irgendeiner Weise zu erniedrigen…

Darüber hinaus müssen wir, wenn wir eine nachhaltige Zukunft der Menschheit haben wollen, auch mit der Natur Frieden schließen und die Tiere mit so viel Respekt behandeln wie möglich…

Gleichzeitig ist mir bewusst, dass viele der Botschaften davon motiviert waren mich wegen meiner Ansichten zur Politik und Verhalten Israels zu diskreditieren.“

Die Karikatur wurde letzte Woche von UN Watch entdeckt; die NGO forderte von UNO-Menschenrechtskomissarin Navi Pillay sich dazu öffentlich zu erklären.

Falk reagierte am selben Tag damit, dass er sagte: „Das ist eine komplette Lüge. Ich weiß nichts von einer solchen Karikatur und würde so etwas nie veröffentlichen, niemals.“ Später am selben Tag löschte er die Karikatur. Er erklärte: „Vielleicht verstehe ich die Karikatur nicht und falls sie auf diese Weise beleidigt, habe ich sie vom Blog entfernt. Sie mag in einer Art von schlechtem Geschmack sein, die ich vorher nicht wahrnahm, aber ich erkannte natürlich nicht, dass sie als antisemitisch betrachtet werden würde und erkenne das weiterhin nicht.“

In einem weiteren Eintrag kommentierte er am Mittwoch: „Ich nahm keinerlei rassistische Konnotation wahr und sicherlich keine antisemitischen Implikationen; und da sie Leute beleidigt, habe ich sich entfernt ohne zu verstehen, warum.“ Er machte auch noch sein unvollkommenes Sehvermögen – im Alter von 80 Jahren – dafür verantwortlich, dass er dachte die mit einem Davidstern versehene Kippa des Hundes sei ein Helm.

Die Kongressabgeordnete Ileana Ros-Lehtinen, Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses des Repräsentantenhauses, brandmarkte Falks Karikatur im US-Kongress.

Falk ist selbst Jude. Er lehrte vierzig Jahre lang internationales Recht und internationale Beziehungen an der Universität Princeton.

Der Ablauf des Skandals, wie er von UN Watch aufgezeichnet wurde:
– 06.07.2011, 23:31: Before he deleted it: Richard Falk’s anti-Semitic cartoon
– 06.07.2011, 23:52: Timeline: Falk’s reaction
– 07.07.2011, 01:01: UN’s Falk denies posting anti-Semitic cartoon, then deletes it
– 07.07.2011, 14:36: After Jewish dog cartoon, UN’s Richard Falk apologizes — to Jews, and animals
– 08.07.2011, 08:57: Washington endorses UN Watch’s call to fire Richard Falk

„Journalisten aus dem Westen arbeiten immer mit mir zusammen“

6. Mai 2010 um 20:29 | Veröffentlicht in Alibi-Juden, Geistesgrößen, Israel | 4 Kommentare
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Tuvia Tenenbom, Hudson New York, 29. März 2010

Haben Sie schon einmal von Mahmud Darwish gehört? Seine Bücher werden hier im „Yafa: Book Store & Coffee Shop“ verkauft, wo man süßen und bitteren Kaffe zum Vierfachen des Preises anderer Cafés in der Gegend nippen kann, aber man bekommt die Chance seinen Geist mit den hochfliegendsten Dingen zu unterhalten.

Nicht von ihm gehört? Macht nichts. Mahmud Darwish, der im August 2008 starb, ist der am meisten gefeierte palästinensische Schriftsteller unserer Zeit. Viele der hier verkauften Bücher sind in Arabisch geschrieben und neun von zehn israelischen Intellektuellen, die vorbeikommen, können – nur so am Rande gesagt – kein Arabisch lesen.

Entspannen Sie. Schlürfen Sie noch etwas länger heißen Kaffee, trinken Sie zwischendurch etwas Kaltes. Ihnen wird hier mit Sicherheit nicht langweilig. Es gibt auch ein paar Bücher auf Hebräisch, für diejenigen Juden, die darauf bestehen zu lesen; kaufen muss man nicht.

Die Drinks sind in diesem Geschäft teurer als Papier und der Besitzer wird dankbar Ihnen dankbar sein, egal, wie Sie Ihre Zeit verbringen. Einige Leute, diejenigen, die nicht gerne lesen und trinken, kommen her um zu hören. Dieser Ort ist Frieden, gegen Krieg; jedermann in Sichtweite ist friedlich und verträglich.

Die meisten, die eintreten – das wird Sie nicht überraschen – sind linke Israelis, für die das Coffee Shop ein Mekka ist. Einige Juden kommen her, um eine Rede zu halten und ihre Waren zu verkaufen. Wie Prof. Shlomo Sand. Haben Sie von dem gehört? Wenn nicht, dann sollten Sie das ändern. Michel, der Besitzer des Coffee Shop gehört z.B. zu den Bewunderern. „Normalerweise“, sagt Michel mir, während er mir seinen teuren Kaffee einschenkt, „gebe ich Leuten eine Stunde für ihre Rede. Aber Prof. Sand gab ich drei Stunden.“ Michel ist Araber, Prof. Sand ist ein Jude und die Liebe zwischen ihnen überquert die Grenzen nationaler Identitäten. „Er hat einen außergewöhnlich guten Geist“, sagt Michel mir. „Haben Sie sein neuestes Buch gelesen?“

Prof. Sand, der Autor von „Die Erfindung des jüdischen Volkes“, ist Professor für moderne Geschichte an der Universität Tel Aviv. Anscheinend erlebte der hochverehrte Professor irgendwann einen unkontrollierbaren intellektuellen Drang auch in der antiken Welt herumzutapsen. Was er gefunden zu haben behauptet – und was Michel so sehr schätzt – ist, dass die Juden von heute nicht die Nachkommen der Juden von vor zweitausend Jahren sind. Die Wesen, die sich im heutigen Israel „Juden“ nennen, stammen nach Prof. Sand aus dem Königreich der Chazaren im Kaukasus. Die Chasaren wurden, so sagt er, von ihren Herrschern dazu angestiftet zum Judentum zu konvertieren, aber sie haben keine Beziehung zu den antiken Juden. Die offensichtliche politische Schlussfolgerung schmeckt Michel wie Honig: Die Juden Israels haben keinen rechtlichen oder ethischen Anspruch auf das Land.

Erledigt. Die israelischen Juden sind falsche Juden. Aber was ist mit Michel? Wo liegen seine Wurzeln? Um anzufangen, das herauszubekommen, frage ich ihn, ob er Christ oder Muslim ist. „Ich lehne es ab“, sagt er, „das zu beantworten.“ Warum? „Wenn Sie diese Frage stellen, müssen Sie Jude sein.“ Ich? Seit wann das? „Nur Juden stellen diese Frage, weil sie die Palästinenser auseinander bringen wollen.“ Ich versuche ihn zu beruhigen. „Ich bin deutscher Journalist“, erkläre ich ihm. „Ich entschuldige mich, aber manchmal müssen Journalisten dumme Fragen stellen.“ Michel akzeptiert meine Erklärung. „Ich glaube an Jesus Christus und ich bin Katholik“, sagt er stolz.

Hier, wie auf der anderen Seite der Grenzen in Jordanien, woher ich vor nicht allzu langer Zeit kam, lieben Sie Deutschland. Und auch einige deutsche Bücher. Eines davon, ins Arabische übersetzt, steht stolz im Bereich der ausgestellten Bücher über unserem Tisch: „Mein Kampf“.

„Das ist ein altes Buch“, erinnere ich Michel. „Warum verkaufen Sie es?“ Neue, frisch kochende Flüssigkeit wird für uns beide von Hana eingegossen, Michels Bruder. „Araber“, sagt Michel und nippt an seinem heißen Kaffee, „wollen wissen, was den Juden in dem geschah, was sie ‚Holocaust‘ nennen. Und wir wollen, dass die Araber das wissen, damit sie die Juden verstehen.“ In der Tat, ein ausgezeichneter Versuch von Multikulturalismus. Verkauft er auch Bücher jüdischer Autoren über den so genannten Holocaust? „Ja, natürlich tun wird das. Viele.“ Kann ich ein paar davon sehen? „Sie wollen sie sehen?“ Ja. „Jetzt?“ Ja. „Sie möchten, dass ich..?“ Ja, möchte ich. Kein Problem, wir erden Ihnen gerne welche zeigen. Michel steht auf und geht, um nach diesen Büchern zu suchen. Bücher jüdischer Autoren über einen so genannten Holocaust werden nicht im Bereich der ausgestellten Bücher eingestellt. Michel braucht etwa fünfzehn Minuten, um sie zu finden, alldieweil er sich mit Hana darüber berät, welche Bücher er mir zeigen soll. Schließlich kommt er mit vier Büchern „über den Holocaust“ zurück und legt sie mit triumphierender Geste vor mir ab. Natürlich sind alle in Arabisch.

Ich öffne das erste Buch. Darin geht es um die palästinensische Wirtschaft unter der Besatzung. „Was hat dieses Buch mit dem zu tun, was die Juden Holocaust nennen?“, frage ich ihn. Uhps – er ist völlig überrascht. „Sie lesen Arabisch? Aus Deutschland?!“ Die restlichen Bücher, die „Holocaust-Bücher“, sind ebenfalls politische Bücher über Palästinenser. Haben nichts mit Juden zu tun, keines von Juden geschrieben und keines davon über irgendeinen Holocaust. „Ist das alles, was Sie haben?“, frage ich ihn.

„Sind Sie sicher, dass Sie Journalist sind?“, kommt die Antwort. „Journalisten aus dem Westen“, sagt mir Michel, „tun das nie. Sie arbeiten immer mit mir zusammen; sie hinterfragen mich nie. Sie sind wie Mahmud Darwish. Sie sind tief. Mit Ihnen ist es nicht einfach. Ich werde dieses Interview niemals vergessen. Glauben Sie, ich sollte ‚Mein Kampf‘ herausnehmen? Ich werde tun, was Sie mir sagen.“ „Sie können ‚Mein Kampf‘ weiter verkaufen“, sage ich ihm. „Das ist ein gutes Buch. Ein Klassiker.“

Als der das hört, fühlt sich Michel wohl genug, mir ein paar intime Details aus seinem Leben mitzuteilen. Seit drei Jahren, vertraut er mir an, trifft er sich mit einer jüdischen Frau. Sind sie verheiratet? No. Irgendwelche Hochzeitspläne? Um Gottes Willen! „In Israel“, informiert er mich, „kommen die Kinder nach der Mutter. Wenn ich Kinder mit meiner Gefährtin habe, werden das Juden sein und ich werde keine Juden in die Welt setzen!“ Macht absolut Sinn. Wer braucht schon kleine Juden? Sie könnten aufwachsen und Riesenprobleme schaffen. Michel wird das nie zugeben, aber er und ein extremistischer Rabbi, Yitzhak Shapira, haben eine ähnliche Philosophie. Shapira ist ein Mann, der Araber jeglichen Alters nicht ausstehen kann; er behauptet in einem Buch mit dem Titel Torat Hamelekh, dass es erlaubt ist unter bestimmten Umständen arabische Kinder zu töten. Kleine Araber könnten eines Tages groß werden und wer weiß, was sie tun, wenn sie da hin kommen?

Frida, Hanas Tochter und Michels Nichte, belauschte unser Gespräch. Frida ist eine Achtzehnjährige mit schönen schwarzen Augen, einem scharfen Blick und einen Lächeln, das töten kann. Sie hat keine Probleme mit erwachsenen Leuten, d.h. Juden. Wie kommt dasl? „Wenn alle Juden sterben“, erklärt sie mit einem bezaubernden Lächeln, „werden wir, die Palästinenser, uns gegenseitig umbringen, wie wir das im Gazastreifen tun. Es ist besser, die Juden hier zu haben. Wenn die Juden in Palästinenser bleiben, werden wir sie töten, nicht einander.“

Hana lächelt. Er liebt sein Tochter und ist stolz auf ihre Klugheit. Er hätte gerne, dass sie einen netten Mann heiratet, „wenn immer sie sich aussucht“. Demokratie. Ich frage ihn, was passieren würde, wenn seine Tochter eines Abends heim käme und ihm sagte: „Papa, ich habe den perfekten Mann für mich: Er ist groß, er ist klug, er hat starke Muskeln, er ist reich, er ist dunkelhäutig und sein Name ist Mosche Cohen.“ Wie würde er reagieren? Hana zögert nicht eine Sekunde. „Ich hoffe bei Gott, dass ich in diesem Moment keine Waffe dabei habe.“ Warum die Angst, würde er seine Tochter erschießen? „Nein, nicht sie.“ Herrn Mosche Cohen? „Nein, nicht ihn.“ Wen anders würde er dann erschießen? „Ich würde mich selbst erschießen. Wenn die Tochter, die ich groß gezogen habe, sich in einen Juden verguckt, dann verdiene ich es nicht zu leben.“

Die Kaffeetrassen sind inzwischen leer, aber niemand geht, um sie wieder zu füllen. Michel spricht: „Wir haben viele Russen in diesem Land. Ich kann ‚Mein Kampf‘ auf Russisch bekommen und hier verkaufen. Glauben Sie, dass ich ein paar davon haben sollte? Ich werde einen oder zwei Tage brauchen, um die russische Ausgabe zu bekommen.“

Gut, dass Michel wieder auf das Thema Bücher zurückkommt. Das ist immerhin ein Ort für intellektuelle Gespräche, nicht für Geschwätz über Männer und Frauen. Ich frage Michel, ob er Prof. Sands Buch wirklich gelesen hat. Ja, natürlich hat er das gemacht, versichert er mir, von vorne bis hinten. Ich erinnere ihn daran, dass Prof. Sand in demselben Buch behauptet, dass die heute in Israel lebenden Palästinenser die Nachkommen der antiken Juden sind. Wie denkt er darüber? „Was ist das für ein Gefühl am Morgen aufzuwachen, ein Buch zu lesen und festzustellen, dass man Jude ist?“, frage ich meinen neuen Freund. Als eine Art Antwort bekomme ich die Rechnung: fünfundsechzig Schekel. Eine ziemliche Stange Geld für türkischen Kaffee.

Mit einem bitteren Geschmack im Mund verlasse ich Michel & Co. Sind diese Leute die Ausnahme oder sind sie in der arabischen Welt die Regel? Der beste Weg, das herauszufinden, geht mir durch den Kopf, besteht darin, mit mehr Leuten zu reden. Aber wie soll ich das tun? Soll ich Leute auf der Straße anhalten, Männer und Frauen, die ich nicht kenne, und sagen: Entschuldigen Sie, wie denken Sie über die Juden?

Als ich über dieser komplizierten Frage grübele, strahlt mir das Glück und ich bemerke die Werbung für eine Demonstration, die ein paar Straßen weiter stattfindet. Ich liebe Demonstrationen. Wenn man sich einer anschließt, fühlt man sich als Teil einer Gruppe; man ist nicht allein auf diesem Planeten. Interessant ist, worum es bei dieser Demonstration geht. Als ich den Platz erreiche, sehe ich auf dem Podium einen Mann, der in Arabisch spricht; er drischt auf „die jüdischen Besatzungskräfte in unserem besetzen Land“ ein, verlangt das Ende von all dem und schäumt gegen die jüdischen Besatzer. Alle spenden Beifall. Nicht ein einziger Mund widerspricht, nicth eni Finger wird missbilligend erhoben. Ich denke, hier muss niemand gefragt werden, was er von den Juden denkt. Das ist ziemlich deutlich.

Was nicht deutlich wird, ist etwas ganz anderes. Das hier ist Tel Aviv-Jafo, wohlbehalten in den „Grenzen von 1948“ gelegen. Und wenn Tel Aviv-Jafo, die israelischste aller Städte, besetztes Land ist, wohin soll ein Jude gehen? Ich gehe wieder in Richtung von Michel’s, ein Versuch einen Intellektuellen zu finden, um das in der verdienten Tiefe zu diskutieren. Aber der „Yafa: Book Store & Coffee Shop“ ist am Abend geschlossen. Hitler ist drinnen und Michel ist bei seiner Jüdin. Gibt es irgendjemanden hier, der bereit ist erhabene Dinge mit mir zu diskutieren? Ich versuche es mit Ilana, einer jüdischen Dame, die ein Stockwerk über Michels Geschäft wohnt. Ilana liest begeistert, liebenswürdig heißt sie mich in ihrem Apartment bekommen, während sie ihre Pall Mall-Zigaretten Kette raucht. Als wir uns setzen, erzählt sie mir, wie ihre Familie es schaffte sich vor den Nazis zu verbergen und den Holocaust zu überleben. Hat sie je „Mein Kampf“ gelesen, frage ich sie. Nein, hat sie nicht. Sie hat das Buch noch nicht einmal gesehen. „In Israel“, verrät sie mir, „ist es illegal. Man kann es nirgendwo finden.“ Als ich ihre Bemerkung höre, versuche ich mein geistig Bestes, um mir zu überlegen, wie die Augen dieser intelligenten Dame dabei versagen können die buchstäbliche Realität unter ihrer Nase zu sehen.

Während die Nacht vorbei geht, um der Sonne Platz zu machen, denke ich an diese Leute von gestern. Ich denke an Ilana, an Michels Freundin, an Prof. Sand und viele andere Juden in dieser Gegend. Wer, frage ich mich nach langem Nachdenken, war der Idiot, der gesagt hat, die Juden seien schlau? Es gibt sicherlich eine ziemliche Menge jüdischer Intellektueller in Tel Aviv-Jafo, aber Intellektualität garantiert nicht immer Weisheit. Natürlich gibt es Ausnahmen: der Juden Michel zum Beispiel, gehört dazu. Er liebt die chasarischen Intellektuellen und ich glaube, ich weiß auch, warum. Wer sonst, sagen Sie mir bitte, zahlt fünfundsechzig Schekel für türkischen Kaffee?

Linke Lehrende der Universität Tel Aviv fordern mehr Antisemitismus von Deutschland

6. April 2010 um 19:14 | Veröffentlicht in Alibi-Juden, Geistesgrößen | 12 Kommentare
Schlagwörter:

Steven Plaut, Zionist Conspiracy, 6. April 2010

Israelische Akademiker bestehen darauf, dass die Deutschen antiisraelischer sein sollen; sie fordern deutsche Sanktionen gegen Israel:

http://cjpp5.over-blog.com/article-the-alternative-information-center-palestine-israel-open-letter-to-german-left-party-die-linke-48088763.html
(dt. Original z.B. hier und hier)

„Darüber hinaus bedürfte es angesichts der Schwäche der PalästinenserInnen eines stärkeren Drucks auf Israel seitens der Internationalen Gemeinschaft.  Die stärkere Seite wird ohne wirksamen Druck ihre Positionen niemals aufgeben. Der Staat Israel hat immer wieder bewiesen, dass er nicht zu einem Friedensabkommen und zur Beendigung der Besatzung bereit ist, ohne dass im Ausland intensiv Druck … ausgeübt würde…

Wir sind der Auffassung, dass der Staat Israel für die Besatzung, die rassistische Separation und die Kriegsverbrechen nicht belohnt und darin bestärkt werden sollte. Nur eine internationale Politik, die Israel klarmacht, dass Verstöße gegen das Internationale Recht nicht zu akzeptieren sind, kann einen gerechten Frieden für alle BewohnerInnen des Landes bringen.“

Zu den Unterzeichnern gehören:
Gadi Algazi, Universität Tel Aviv (TAU)
Yehuda Shenhav, TAU
Roy Wagner, TAU
Anat Matar, TAU
Orly Lubin, TAU

Moshe Zuckerman, TAU, Ofer Neiman Weizmann-Institut

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