Was sie nicht wollen – was sie wollen:

10. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Araber, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Rassisten – ist doch klar, wer?

9. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Araber, Israel | Hinterlasse einen Kommentar
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Wer-sind-die-Rassisten

So sieht es aus – historische Fakten

24. Juli 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Araber, Geschichte, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Herb Keinon - settlements+conflictDer arabisch-israelische Konflikt geht den Siedlungen um ein halbes Jahrhundert voraus.
Die Araber randalierten gegen die Juden 1921, 1929, 1936, 1939,
bevor es Israel überhaupt gab, ganz zu schweigen von einer Siedlung…”
Herb Keinon
diplomatischer Korrespondent der Jerusalem Post

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (20.-26.07.2014)

20. Juli 2014 um 22:04 | Veröffentlicht in Araber, EU-Europa, Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, USA | 1 Kommentar
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Sonntag, 20.07.2014:

Zahlen:
Bilanz am Ende des 19.07. (Mitternacht): Während der letzten 12 Tage haben die Terroristen 1.768 Raketen auf Israel geschossen, das ist im Schnitt eine alle zehn Minuten.
– Stand 13:30 Uhr: Die Terroristen schossen während der letzen 13 Tage insgesamt 1.780 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel.
– Seit dem 8. Juli haben die Terroristen allein aus Shuja’iya mehr als 140 Raketen auf Israel geschossen. (Das ist der Ort/das Viertel, das die IDF seit dem Morgen so massiv beschoss.)
– Seit Beginn der Bodenoffensive hat die IDF 36 Terrortunnel und 450 weitere Terrorziele zerstört. In den Tunneln fanden die Soldaten jede Menge Panzerfäuste, Sprengsätze, Betäubungsmittel, mit Sprengfallen versehene Waffen, Funkgeräte, Minibunker. Dabei wurden mehr als 85 Terroristen getötet, alleine Samstag 20. 23 Soldaten wurden bisher verletzt, 3 davon schwer, 2 mittelschwer, der Rest leicht. 5 Soldaten wurden bisher getötet. 48.000 Soldaten wurden einberufen, weitere 18.000 sollen kommen.
– In Shuja’iya wurden bisher mehr als 30 Soldaten verletzt (ca. 15 Uhr). Die Zahl der seit Donnerstag getöteten Terroristen stieg auf 130 (800 Verletzte Terroristen). Al-Mayadin meldet 40 Tote durch Beschuss von Shuja’ija.
Stand 18 Uhr: Bei den Kämpfen im Gazastreifen wurden seit gestern Abend 13 Soldaten der Golani-Brigade getötet.
– ca. 21:30 Uhr: Die Araber geben an, dass es in den letzten 24 Stunden 100 Tote bei ihnen gab.
– Gesamtbilanz heute: 70 Raketen sind in Israel eingeschlagen; weitere 16 wurden abgefangen. Es wurden 6 Tunnel entdeckt (und zerstört; einer war 1,2km lang, enthielt jede Menge Sprengstoff und hatte einen Ausgang in Israel).
Gesamtbilanz Bodenoffensive (Stand: 23:30 Uhr): mindestens 110 tote Terroristen, 1.320 Terrorziele beschossen.

Die Hamas tönt weiter: Wir werden unsere Jugend mit 250.000 Handgranaten ausrüsten.

Hamas hält Journalisten davon ab den Gazastreifen über den Übergang Erez zu verlassen.

Ein Hamas-Sprecher behauptete Israel habe der Waffenruhe nicht zugestimmt, die Israel seit 13:30 Uhr einhielt.

Die Gas-Pipeline im Sinai wurde erneut (zum insgesamt 7. Mal) von Terroristen gesprengt.

Ägypten verurteilte „die Eskalation im Gazastreifen, besonders den Angriff in Shuja’iya… In diesen schweren Zeiten steht es auf Seiten der Palästinenser.“

Ein Vertreter Qatars sagte, das Emirat werde keinen Druck auf die Hamas ausüben ihre Forderungen herunterzuschrauben oder zu verändern. Man agiere nur als Übermittler. Das Emirat hatte einen auf den Forderungen der Terroristen basierenden Waffenstillstandsvorschlag gemacht, der aber von der Hamas abgelehnt worden war.

Dreimal hat Israel einer Waffenruhe zugestimmt. Dreimal hat die Hamas die Zeit zum Weiterschießen genutzt.

Aus dem Gazastreifen kommen Stimmen, die Israel auffordern den Strip zu erobern, um sie von der Hamas zu befreien.

Montag, 21.07.2014:

Zahlen:
– Bilanz gestern: 13 Tunnel (mit 39 Zugängen) entdeckt; 87 Raketen auf Israel, 70 schlugen in Israel ein; 16 abgefangen; die IDF traf 187 Terrorziele. 20 Soldaten wurden bei den Kämpfen über Nacht verletzt (11 mussten zur Behandlung ins Krankenhaus). Seit Beginn der Bodenoffensive wurden 92 Soldaten verletzt (Stand: 9 Uhr). Bis Mittag belief sich die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Soldaten auf 101. Am Montag wurden mindestens 30 Soldaten im Kampf verletzt, 3 davon schwer. Seit gestern Abend fielen insgesamt 7 Soldaten.
Die Araber geben an (während der Nacht), dass die Israelis im Gazastreifen bisher 469 Menschen töteten. Am späten Morgen nennen sie die Zahl von über 500. Bis Mittag steigerten sie sie auf 509.
– Seit Beginn der Luftoffensive wurden insgesamt 1.930 Raketen auf Israel geschossen, von denen 387 abgefangen wurden. Die IDF gibt an 2.800 Terrorziele beschossen zu haben. 18 Tunnel wurden zerstört, 45 weitere gefunden.
Stand 16 Uhr: 62 Raketen schlugen in Israel ein, weitere 14 wurden abgefangen.

Ban Ki-moon hat wieder Kritik nur für Israel, nicht für die Terroristen: Israel handelt unverantwortlich, es schone die Zivilisten nicht, die Menschenrechte würden nicht eingehalten. Eskaliert würde die Lage durch Israel.
Der spanische Außenminister forderte „einen sofortigen Waffenstillstand“. Er fordert von Israel „Verhältnismäßigkeit“ beim Vorgehen im Gazastreifen.
Kuwait appelliert an Ban Ki-moon, er solle die „israelische Aggression“ beenden.

Die Nachricht der Hamas, sie habe einen israelischen Soldaten entführt, führte zu Jubelorgien im Gazastreifen. Die Facebookseite der Fatah zeigte Fotos aus Tulkarm (Samaria), auf denen „Aktivisten“ zur Feier der (angeblichen) Entführung eines Soldaten Süßigkeiten verteilten.

Die IDF veröffentlichte weitere Belege dafür, dass die Hamas Raketen von Wohnhäusern, Spielplätzen und sogar Krankenhäusern aus nach Israel schießt.

Mehr als 3.000 arabische Israelis „protestierten“ Montag in Nazareth gegen die Bodenoffensive im Gazastreifen. Sie bewarfen Polizisten mit Steinen und Flaschen. 10 Personen wurden festgenommen.

Vor zwei Tagen wurde ein Baby von einer Rakete schwer verletzt. Der Zustand des Mädchens hat sich heute deutlich verbessert.

Arabische Israelis haben zu einem Streik wegen der Offensive im Gazastreifen aufgerufen.

Terrorchef Haniyeh betonte in einer aufgezeichneten Fernsehrede erneut: Einen Waffenstillstand wird es nicht geben, wenn Israel nicht vor den Forderungen der Terroristen kapituliert. Und die beinhalten alles, was Israel unternehmen kann, um sich vor den arabischen Mördern zu schützen – im Gegenteil, es soll den Mördern den Job erst ermöglichen und sich als Opfer gefälligst willig zur Verfügung stellen.

Dienstag, 22.07.2014:

Zahlen:
Montag wurden über Tag 2 weitere Soldaten bei den Kämpfen im Gazastreifen getötet.
– Heute schoss die Eiserne Kuppel die 1.000. Rakete vom Himmel. Der erste wurde am 7. April 2011 abgeschossen.
Stand 19 Uhr: 41 Raketen auf Israel geschossen, 28 schlugen ein, 11 wurden abgefangen. 2 fielen noch im Gazastreifen.
– Stand 4 Uhr morgens: 2.040 Terrorraketen auf Israel geschossen – im Durchschnitt mehr als 145 pro Tag.
– Stand 13:30 Uhr: Nach Angaben der Araber wurden von der IDF bisher insgesamt mehr als 600 Menschen im Gazastreifen getötet. Gegen 22:30 Uhr gegen sie 604 Tote an.
– Stand 16 Uhr: Heute wurden (bisher) 14 Terroristen getötet und 187 Terrorziele zerstört.
– Stand 23:30 Uhr: Heute wurden 100 Terrorziele getroffen.
– Stand 18:30 Uhr: Heute wurden 5 verletzte Soldaten ins Krankenhaus Hadassah Ein Kerem gebracht; dort werden derzeit insgesamt 13 Soldaten behandelt.
– Zu den heute angegriffenen Terrorzentren gehörten 3 Moscheen.
– Das Barzilai-Krankenhaus in Aschkelon hat in den letzten 24 Stunden 50 während der Operation Schützende Schneide verletzte Personen aufgenommen; insgesamt wurden/werden dort 479 Opfer behandelt.

Heute Morgen gab es ein Feuergefecht mit Terroristen. 10 wurden getroffen. Andere benutzten einen Krankenwagen zur Flucht. Dieser wurde NICHT BESCHOSSEN.

Soldaten entdeckten einen Raketenwerfer direkt neben einer Schule im Gazastreifen.

Zum 2. Mal innerhalb einer Woche entdeckte die UNRWA Raketen in einer ihrer Schulen. Sie ist „empört“.

Ban Ki-moon fuhr seine „Kritik“ an Israel heute etwas zurück, fordert aber immer noch mehr israelische Zurückhaltung. Die Raketen der Terroristen verurteilte er „strongly“ („stark“), ebenso die Nutzung von zivilen Orten wie Schulen, Krankenhäusern usw. zu militärischen Zwecken. (Die gleichen harschen Worte wie zuletzt für Israel hat er den Terroristen gegenüber aber bisher nicht verwendet.)

Der französische Außenminister Fabius musste wieder was loswerden: Er verurteilte „die Massaker in Gaza“ und forderte einen Waffenstillstand. (Der hat offenbar immer noch nicht begriffen, dass die Terroristen diejenigen sind, die die Waffenruhe ablehnen!)
Der britische Oppositionsführer mag nicht zurückstehen und schäumte, er könne den furchtbaren Tod Hunderter Palästinenser nicht verteidigen. (Labour war aber schon immer antiisraelisch; die schlimmsten aktuellen Antisemiten der britischen Politik stammen aus dieser Partei, auch wenn sie ihr zum Teil nicht mehr angehören, weil sie ihnen noch zu zahm war.)

Ägypten schlug in den Gesprächen mit John Kerry vor, dass die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen Teil eines Waffenstillstandsvorschlags sein sollten. (Die haben auch den Schuss nicht gehört: Die Hamas hat diese Verhandlungen immer abgelehnt und heftig verurteilt!)

Mittwoch, 23.07.2014:

Zahlen:
Gefallene: Dienstagabend fielen 2 weitere Soldaten; das sind insgesamt 29 Gefallene. Mittwochmorgen fielen 3 weitere Offiziere und Unteroffiziere; insgesamt 32 Gefallene.
ca. 7:30 Uhr: Die IDF beschoss innerhalb der letzten 24 Stunden mehr als 200 Terrorziele, seit Beginn der Operation Schützende Schneide 3.250.
– Heute beschoss die IDF mehr als 100 Terrorziele im Gazastreifen, seit Beginn des Kriegs 3.333. Seit Beginn der Bodenoffensive wurden mehr als 200 Terroristen getötet.
– Raketenterror seit Beginn der Operation (12:45): 2.239 auf Israel geschossen, 442 davon abgefangen, 1.730 fielen in offenem Gelände
– verletzte Soldaten in Krankenhäuser gebracht: 8 ins Hadassah Ein Kerem am Morgen. Am Nachmittag weitere 26, einige davon relativ schwer verletzt.

Die IDF beschoss gestern das Wafa-Krankenhaus beschossen. In den Nachrichten bei uns wurde das groß gebracht. Ausgelassen wurden die Gründe: Seit Tagen wurden die Soldaten aus dem Krankenhausgelände heraus mit leichten und schweren Waffen beschossen; es diente außerdem als militärisches Kommandzentrum. Die IDF hatte die Krankenhaus-Verwaltung, die Hamas-Chefs und jede Menge anderer maßgeblicher Leute gewarnt, dass das aufhören muss. Die Warnungen wurden ignoriert. Schweren Herzens traf die Militärführung die Entscheidung dieses militärische Ziel anzugreifen und die Bedrohung zu eliminieren.

Die UNRWA hatte zum zweiten Mal Raketen in einer Schule entdeckt. Wieder der Umgang damit wie beim letzten Mal: Die „relevanten Seiten“ wurden unterrichtet, damit die Waffen aus der Schule entfernt werden. Heißt: Die Hama darf die Raketen wieder in Betrieb nehmen.

Die IDF fand in einem Tunnel zwischen Gazastreifen und Israel wieder ein mächtiges Waffenlager -diesmal alles IDF- Material.

Mal was Anständiges von der EU: Die 28 Mitgliedstaaten forderten Hamas und den Palästinensischen Islamischer Jihad auf sich zu entwaffnen; das wahllose Raketenfeuer aus dem Gazastreifen sei „kriminell und nicht zu rechtfertigen“. Sie konnten es aber auch wieder nicht unterlassen Israel Unverhältnismäßigkeit zu unterstellen und Proportionalität zu fordern.

Journalist John Reed twitterte heute: “Sah, wie 2 Raketen nahe dem Shifa-Krankenhaus auf israelische geschossen wurden, während weitere Bombenopfer hereingebracht wurden. Es ist noch nicht vorbei.“ Um das klar zu machen: Die Israelis haben das Wafa-Krankenhaus angreifen müssen, weil sie von dort aus beschossen wurden. Am Shifa haben wir jetzt dieselbe Situation! Es soll Aufrufe der IDF gegeben haben das Krankenhaus zu evakuieren. Im Keller dieses Krankenhauses befindet sich übrigens der oberste Kommandobunker der Hamas… (Wer sind die Kriegsverbrecher? Wem werden aber Kriegsverbrechen vorgeworfen?)

Khaled Meschaal streitet heftig ab, dass ein Waffenstillstand vor der Tür steht. „Kompromisse gibt es nicht.“ Nur wenn Israel die Hamas-Forderungen komplett erfüllt („kaputiliert“!), kann es eine Einstellung der Kämpfe geben.

Donnerstag, 24.07.2014:

Zahlen:
– Der gestern getötete Thai ist der 27. Gastarbeiter, der seit 2001 durch die Terroristen umkam.
– Gestern ergaben sich im Gazastreifen 150 Terroristen. Insgesamt wurden seit der Entführung (und Ermordung) der drei Jugendlichen 570 Hamas-Terroristen festgenommen.
– Die Araber melden 718 Tote seit Beginn der Operation.

- Verwundete Soldaten: 4 ins Soroka-Krankenhaus von Beer Sheva gebracht. Dort liegen derzeit 43 Soldaten.
– Mitternacht (Mittwoch auf Donnerstag): insgesamt sind 32 Soldaten gefallen, 1 wird vermisst.

Die IDF reagierte auf Beschuss aus Beit Hanun, wo ein Schutzbereich der UNRWA von den Terroristen zum Schießen von Raketen genutzt wurden; die IDF informierte die UNRWA, sie solle das Gebiet zwischen 10 und 12 Uhr Donnerstag evakuieren. UNRWA und Rotes Kreuz bestätigten den Erhalt der Nachricht. Die Hamas verhinderte, dass die Zivilisten die Gegend verlassen konnten!
Die IDF beschoss schließlich den Ausgangspunkt des weiterhin fortgesetzten Terrorfeuers.
Nach UNRWA-Angaben wurde eine Schule getroffen; dort starben 17 Personen, 200 wurden verletzt. Die IDF untersucht den Vorfall und sagte, ein fehl gegangener israelischer Mörser könne eine der Ursachen sein, weil Terroristen aus der Umgebung der Schule schossen. Es sei aber auch eine Terroristen-Rakete dort eingeschlagen; Chris Gunness von der UNRWA – ein Israelhasser – twitterte, dass fehlgeschossene Terrorraketen in Beit Hanun einschlugen.

Mehrere von der Hamas geschossene Raketen flogen zu kurz und schlugen in Beit Hanun ein.

Die IDF berichtete, dass weiterhin aus dem Bereich des Wafa-Krankenhauses geschossen wurde (einen Panzerfaust); im sich daraus ergebenden Feuergefecht wurden 2 Terroristen getötet.

Der stellvertretende Führer der Islamischen Bewegung (5. Kolonne) in Israel: Gaza wird Israels Nase durch den Schlamm ziehen… Gaza, das im Juli 1260 die Tataren und Mongolen überwand, ist dasselbe Gaza, das im Juli 2014 die Israelis überwinden wird. Die Israelis sind die neue Tataren.“ (Im April sagte derselbe Hetzer, Israel sei „das Land, das seit 1948 besetzt ist“.)

Als Reaktion auf den Raketenterror haben israelische Aktivisten in Sichtweite der Terroristen am Gazastreifen zwei riesige israelische Flaggen gehisst.

Nach Berichten einer russischen Nachrichtenagentur bot Putin Netanyahu an als Vermittler eines Waffenstillstands zu agieren.

Die Hamas verlangte, dass der Übergang Rafah sofort geöffnet wird.

Ein US-Vertreter sagte, ein Waffenstillstand bis zum Wochenende sei unwahrscheinlich.

Freitag, 25.07.2014:

Zahlen:
Gestern stieg die Zahl der entdeckten Tunnel auf 31. Die Terroristen schossen 63 Raketen; 47 schlugen in Israel ein, 15 wurden abgefangen. Die IDF tötete etwa 40 Terroristen. Mehr als 90 Terrorziele wurden getroffen. Insgesamt wurden seit dem 8. Juli 2.429 Terrorziele getroffen.
– Am Morgen fiel ein 36-jähriger Familienvater. Am frühen Nachmittag fiel ein weiterer Soldat im Gazastreifen, als Terroristen nahe einer UNRWA-Schule mit Mörsern und Antipanzer-Raketen auf eine israelische Einheit schossen. Heute wurden 6 Soldaten mittelschwer, 8 leicht verwundet.
– Gegen Mitternacht geben die Terroristen an, dass seit Beginn der israelischen Operation Schützende Schneide im Gazastreifen 800 Araber getötet worden sein sollen.
Die Araber geben am Abend an, dass die Zahl der Toten auf 848 gestiegen ist, darunter sollen sich 208 Kinder, 82 Frauen und 40 alte Menschen befinden. 5700 Personen wurden verletzt.

Am Gazastreifen wurde von Israel ein Feldhospital aufgebaut, in dem seit Sonntagabend Gazaner behandelt werden. Bilder davon wurden nur so veröffentlicht, dass die Araber darauf nicht zu erkennen waren, um ihnen „Probleme“ mit den „regierenden“ Terroristen zu ersparen. Die agieren aber trotzdem und beweisen, wie menschenverachtend egal ihnen menschliches Leben der eigenen Bevölkerung ist: Sie halten Menschen davon ab das Feldhospital aufzusuchen und beschossen es mit Mörsern! Unsere Medien schweigen. Unsere Menschenrechtler halten den Mund. Alle stürzen sich auf angebliche israelische Menschenrechtsverletzungen. Was Israel nicht schadet, ist uninteressant!

Im zentralen Gazastreifen fanden Soldaten in einem Wohnhaus Sprengstoff und geladene Raketenwerfer.

Es gibt Gerüchte, dass in zwei bis drei Tagen ein Waffenstillstand eintreten könnte. Die Hamas tönt dazu, dass ihre Bedingungen stehen und ohne Aufhebung de Belagerung nichts zu machen sei.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) forderte die Schaffung eines humanitären Korridors, um die Verletzten aus dem Gazastreifen transportieren zu können.

Die Schule in Beit Hanun: Die UNRWA sagt, es geben keine Beweise dafür, dass in der Schule Raketen gelagert wurden. (Das hat auch niemand definitiv behauptet; aus der Schule und der direkt Umgebung heraus wurde aber geschossen.)
Die EU fordert eine schnelle und gründliche Untersuchung des Vorfalls (als wenn die Israelis das nicht machen würden…). Sie fordert „alle Seiten“ auf die Unverletzbarkeit und Integrität von UNO-Einrichtungen zu respektieren und betont die dringende Notwendigkeit eines Waffenstillstands. [„Alle Seiten“ - warum nicht die Terroristen, denn die IDF hält sich daran, wenn die Terroristen es tun. Und wenn die Terroristen es nicht tun, gilt diese Unverletzbarkeit nicht mehr.]

5 tote Araber über Tag in Judäa und Samaria: Bei Huwara bewarf ein arabischer Mob ein israelisches Auto mit Steinen, den Fahrer auch, als der ausstieg; der Mann sah keine andere Möglichkeit als auf die Angreifer zu schießen. Ein 18-jähriger Araber wurde dabei tödlich getroffen. Bei den folgenden Krawallen starb ein weiterer Araber. In Beit Ummar bei Hebron gab es gewalttätige „Zusammenstöße“, bei denen Soldaten sich ebenfalls genötigt sahen scharf zu schießen; die Araber geben an, dass drei von ihnen getötet wurden. Ein arabischer Autofahrer stellte sich, nachdem er im Gusch Etzion mit seinem Auto in eine Menge fuhr und ein 17-jähriges Mädchen verletzte; er sagt, das sei keine Absicht gewesen. (Wenig bis gar nicht glaubwürdig!)

Etwas verwirrende Nachrichten zu Kerrys Waffenstillstandsplan; es ist nicht ganz klar, welche Bedingungen der Hamas er alles aufgenommen hatte, nur die Freilassung von Terroristen war nicht enthalten. Israels Sicherheitskabinett lehnte den Vorschlag, so wie er vorliegt, ab; er sei zu sehr auf der Seite der Terroristen angelegt. Hamas soll ihm angeblich zugestimmt haben, aber auch dazu gibt es widersprüchliche Meldungen, nach denen die Hamas „nicht abgeneigt“ ist, aber noch nicht zugestimmt hat.
Dennoch, heißt es, soll ab 7 Uhr Samstagfrüh eine zwölfstündige Feuerpause eintreten.

Samstag, 26.07.2014: Zahlen:
– In den 24 Stunden vor der Waffenruhe traf die IDF 155 Ziele, das sind 3.670 während der gesamten Operation.
– In diesen 24 Stunden fielen 4 israelische Soldaten, das macht insgesamt 37.
– Aus den Trümmern im Gazastreifen wurden mehr als 100 Leichen geborgen. Das bringt die Zahl der toten Araber auf über 1000.
– Bei den Unruhen in Judäa und Samaria wurden gestern insgesamt 6 Araber getötet.

Soldaten fanden während der Waffenruhe weitere Tunnel.

Mahmud Abbas‘ Sohn Yassir nannte die IDF im PA-Fernsehen eine Nazi-Armee. Zudem gab er an, er wolle eine Einstaatenlösung ohne Juden.

Nach Angaben von Asharq al-Awsat soll die Hamas dazu neigen den Kerry-Vorschlag zu einem Waffenstillstand anzunehmen, wenn die Einzelheiten stimmen, darunter die Garantie der Aufhebung der „Belagerung“.

Im ägyptischen Rafah schlug eine Rakete ein und tötete 2 Kinder. Woher sie kam, muss noch festgestellt werden.
In El-Joura trafen Mörser ein Haus und töteten 4 Kinder; die Mörsergranaten galten anscheinend ägyptischen Soldaten.

Tel Aviv: Demonstration zur sofortigen (einseitigen) Beendigung des Kriegs im Gazastreifen. Es gab auch eine Gegendemonstration.

Die IDF veröffentlichte mehrere Videos, die die Lage im Gazastreifen zeigen – vor allem mit Sprengsätzen verseuchte Häuser, Waffenlager in Privathäusern usw.

Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden von Friedenspartner Abbas haben Israel in Judäa und Samaria „den offenen Krieg“ erklärt.

Waffenstillstandsbemühungen:
Israelische Medien berichteten, der Kerry-Vorschlag gebe Israel nicht genug Möglichkeiten die Terrortunnel zu vernichten. Die Regierung überlegt bei Verbesserungen gerne neu. Gleichzeitig heißt es, die Hamas habe den Waffenstillstand ebenfalls abgelehnt, weil Israel noch gegen Tunnel vorgehen könne.
Das israelische Kabinett lehnte Kerrys Waffenstillstandsvorschlag am Freitag einstimmig ab, weil der Amerikaner „komplett vor den Forderungen der Hamas kapituliert“ hat. Auch Ägypten ist mit Kerrys Vorgehen „äußert unzufrieden“.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Warum sich die arabische Welt in einer emotionalen Nakba (Katastrophe) verliert und wie wir sie darin belassen.

15. Juli 2014 um 13:23 | Veröffentlicht in Araber, die Welt+Islam, die Welt+Nahost, Nahost-Konflikt | 3 Kommentare
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Richard Landes, Tablet, 24.06.2014

Verhindert der Westen selber Fortschritte im Friedensprozess, indem er die Dynamik von Ehre und Scham in der politischen Kultur der Araber ignoriert?

Anthropologen und studierte Historiker haben schon lange verschiedene Stammeskulturen – kriegerische, nomadische – identifiziert, in denen es spezifische Ausprägungen von Ehrenkodexen gibt, deren Verletzung eine schwächende Scham hervorbringt. Der Einzelne, welcher dabei versagt Rache an einem Mörder eines Stammesmitgliedes zu nehmen, bringt Schande über sich (was ihn zu einer Frau macht) und schwächt den Klan, was zu weiteren Angriffen geradezu einlädt.

Im zweiten Weltkrieg suchte die USA Hilfe bei Anthropologen wie Ruth Benedict, um herauszufinden, welche Rolle Ehre und Scham bei den Entscheidungen der des japanischen Militärs spielten, was zum Sieg im pazifischen Kriegsschauplatz und dem Buch „Die Chrysanthemen und das Schwert“ führte. Mit ihr als Vorbild analysierte der große Klassizist E. R. Dodds in seinem Werk „Die Griechen und das Irrationale“ den Jahrtausende langen Wechsel der griechischen Kultur von einer „Scham-“ hin zu einer „Schuld“-Kultur, in dem er eine Welt darstellte, in der vor allem Ruhm und Ehre, denn Gewissen oder Angst vor göttlicher Vergeltung die Menschen handeln lässt.

Schon vor der geballten Verachtung des Literaturkritikers Edward Said gegen eine „Ehre – Scham“-Analyse in „Orientalism“ (1978) wichen die Anthropologen vor einer solchen Annäherung zurück, schien sie doch einen von Natur aus boshaften Vergleich zwischen primitiven Kulturen und dem moralisch überlegenen Westen zu beinhalten. Die Aufnahme von Saids Werk verstärkte diesen kulturellen Relativismus: Sorge um Ehre und Scham bewegt jeden und der einfache Gegensatz von Scham und Schuld muss daher letzten Endes rassistisch sein, besonders aber im Kontext von Vergleichen der arabischen Welt mit dem Westen. Sogar bei Geheimdiensten, deren Aufgabe es sein sollte, wie der Feind zu denken, wurde es zum Standard, den Rückgriff auf eine Ehre/Scham-Dynamik zu verweigern.

Jede noch so großzügige Person sollte ein gesundes Unbehagen gegenüber dem „Anderen“ haben, was eine scharfe Linie zwischen zwei Menschen zieht. Wir verwischen diese Linie nur um ein bisschen höflich zu sein; Ehrenmorde werden daher zum Beispiel als eine Art häuslicher Gewalt gesehen, die auch im Westen vorkommt. Und überhaupt sind die Sorgen um Ehre und Scham doch universell: Nur Heilige und Soziopathen scheren sich nicht darum, was andere denken und keine Gruppe hält ohne einen Ehrenkodex zusammen.

Aber auch wenn diese Praxis überall vorhanden ist, sollten wir in der Lage sein festzustellen, dass es in manchen Kulturen Stimmen gibt, die öffentlich die Werte von Ehre/Scham in einer Art und Weise unterstützen, die dem Fortschritt und einer liberalen Gesellschaft widersprechen. Die arabische Gesellschaft zum Beispiel tendiert – ungeachtet einiger liberaler Stimmen und nobler Gegner – zu einer Vormachtstellung durch Aggression, einer Politik des „starken Pferdes“ (Recht des Stärkeren), der Anwendung der Hama-Regeln – was sich alles so kombiniert, dass der Nahe Osten zwischen Gefängnis und Anarchie, zwischen Sisis Ägypten und Assads Syrien gefangen ist. So gut sie auch gemeint ist, unsere Unfähigkeit die Rolle der Ehre/Scham-Dynamiken in der Entstehung dieser politischen Kultur zu diskutieren zeigt ein Dilemma auf: Indem wir schweigen, verleugnen wir es nicht nur, sondern damit stärken wir diese brutalen Werte und schwächen jene, die wir schätzen.

Wenige Konflikte sind besser dazu geeignet diese Dinge zu erkunden, als der arabisch-israelische Konflikt.

*****

Um die Rolle der absoluten Ehre/Scham-Sorgen der Araber gegenüber Israel zu verstehen, muss man zuallererst die Rolle der Juden in der arabisch-muslimischen Ehren-Gruppierung verstehen. In den 13 Jahrhunderten vor dem Zionismus waren die Juden in den muslimischen Ländern Subjekte eines politischen Statutes, der genau um die Ehre (der Muslime) und der Scham (die Juden) herum gebaut war. Die Juden waren Dhimmis, geschützt vor muslimischer Gewalt, wenn sie ihre tägliche Erniedrigung und rechtliche Unterdrückung akzeptierten. So schreibt Chateaubriand im 19. Jahrhundert. „Als spezielles Ziel der (muslimischen und christlichen) Verachtung, beugen die Juden ohne Beschwerde ihre Köpfe, sie ertragen alle Ungerechtigkeiten ohne Gerechtigkeit zu verlangen, sie lassen sich durch einen Luftzug niederschmettern … Durchstreift man ihre Wohngebiete, findet man diese Menschen in schrecklicher Armut.“

Mehr als ein Jahrtausend lang bestand die arabische und muslimische Ehre darin, ihre Dhimmis zu beherrschen und zu erniedrigen – und wenn Reformer hin und wieder deren staatlichen Status verbesserten, so verursachte dies eine heftige Verletzung der muslimischen Ehre. So beschreibt ein britischer Gesandter die Folgen der Reformen durch Muhammed Ali: „Die Musulmanen bedauern zutiefst den Verlust ihrer Erhabenheit welche sie alle & individuell gegen alle anderen Glaubensrichtungen ausleben …. Ein Musulman glaubt, dass ein Christ – & noch mehr ein Jude – ihm gegenüber untergeordnet ist und so handelt er auch.“

Wenn man sagt, allein die Aussicht auf eine autonome politische jüdische Entität wäre für die von Ehre getriebenen arabischen und muslimischen Politiker im 20. Jahrhundert wie im 10. Jahrhundert eine Blasphemie gegen den Islam und eine Beleidigung der arabischen Männlichkeit, heißt das nicht, dass alle Epochen der muslimischen Herrschaft eine absichtliche Herabwürdigung der Dhimmis mit sich brachten. Auch kann man nicht behaupten, dass alle Araber so denken. Im Gegenteil, diese Art der testosterongefüllten und autoritären Debatte bürdet seine Interpretation von Ehre der gesamten Gemeinschaft auf, sehr oft gewaltsam. Während einige Araber in Palästina 1948 die Aussicht auf eine jüdische Souveränität als große Chance sahen, stimmten die arabischen Anführer und die „Straße“ darin überein, dass Israel um der arabischen Ehre willen zerstört werden musste und jene, die sich dagegen aussprachen Verräter an der arabischen Sache seien.

Schlimmer noch: Die Bedrohung der arabischen Ehre kam nicht von einem würdigen Feind, wie den westlichen Christen, sondern von den Juden, der traditionell passivsten, niedrigsten und feigsten Bevölkerung, über die die Muslime herrschten. So wie die Athener im 5. Jahrhundert v.d.Z. den Meliern sagten,

man fürchtet weniger eine Eroberung durch andere beherrschende Mächte, wie es die Spartaner tun, als das, was geschieht, wenn eine herrschende Macht von ihren eigenen Untergebenen attackiert und besiegt wird.

Also war die Aussicht auf einen unabhängigen Staat jener, die eigentlich Dhimmis sein sollten, für die arabischen Anführer mehr als verletzend. Er gefährdete den Islam. So sprach Rahman Azzam Pascha, das Leiter der neu gegründeten Arabischen Liga, für seine „Ehren-Gruppe“, als er drohte: „Wenn die Zionisten es wagen einen Staat zu gründen, werden wir Massaker verüben, gegen die alles, was Dschingis Khan und Hitler begangen haben, Kleinigkeiten sind.“ Wie die Armenier nur eine Generation vorher feststellen mussten, reichte schon der Verdacht einer Rebellion für ein Massaker.

Damit wurde die Niederlage von 1948 zum katastrophalsten aller Ergebnisse für diese „Ehren-Gruppe“. Sieben arabische Armeen, die die Ehre von hunderttausenden Arabern (und Muslimen) vertraten, wurden von weniger als einer Millionen Juden besiegt, die die Überlebenden des mörderischsten und effektivsten Genozid der Geschichte waren. Menschen unterlegen zu sein, die so niedrig auf einer Skala waren, dass es eigentlich unehrenhaft war, gegen sie zu kämpfen – nichts konnte erniedrigender sein. Und diese Verletzung geschah auch noch auf der offenen Bühne der neuen Nachkriegs-Weltgemeinschaft, vor der die Arabische Liga lauthals deren Abschlachten verkündet hatte. In der Geschichte der globalen Öffentlichkeit hatte noch keine so kleine oder große Gruppe einen derartigen Ehrverlust und Scham vor einem solch großen Publikum hinnehmen müssen.

Neben der Nakba (Katastrophe), die hunderttausende der arabischen Einwohner des ehemaligen britischen Mandatsgebiets Palästina betraf, finden wir eine wesentlich größere psychologische Katastrophe, die die gesamte arabische Welt und vor allem ihre Anführer betrifft: Eine Demütigung, die so groß ist, dass die arabische Kultur der Politik und des Diskurses damit nicht fertig werden konnte. Daher benutzen die Flüchtlinge den Begriff Nakba als Vorwurf den arabischen Anführern gegenüber, die diesen Krieg angefangen und verloren hatten, auch um diese zu verletzen. In einer Gesellschaft, die weniger von Ehre besessen und Selbstkritik gegenüber offener gewesen wäre, hätte dies zu einem Austausch der nationalen Eliten und zu Anführern geführt, die mit der Weltpolitik der Vereinten Nationen und dem Marshall-Plan erfolgreich zusammengearbeitet hätten. Aber wenn der äußere Schein über allem steht, beschämt jede öffentliche Kritik die Nation, das Volk und seine Anführer.

Im Zustand tiefster Erniedrigung und Kraftlosigkeit auf der Weltbühne wählten die arabischen Anführer stattdessen die Leugnung – die Juden hatten nicht, konnten nicht, durften nicht gewonnen haben. Der Krieg war nicht – konnte nie – vorbei sein, bis zum Sieg. Wenn die Flüchtlinge verschwänden, absorbiert würden von den Brüdern in deren Länder sie geflohen waren, dann wäre dies die Anerkennung des Unerträglichen – dass Israel gewonnen hat. Und so verdoppelte die arabische „Ehren-Gruppe“, getrieben von Wut und Verweigerung, die Katastrophe ihrer eigenen Flüchtlinge. Sie ließen sie in Lagern leiden, eingefroren in dem Moment der Erniedrigung, wartend und gegen den zionistischen Sieg ankämpfend, der anerkannt werden müsste. Das fortwährende Leid derer, die auf dem Altar des arabischen Stolzes geopfert wurden, schreit in der arabischen Welt nach Vergeltung an den Juden. Derweil wurden die Juden als Akt der Rache überall dort verjagt, wo die Muslime an der Macht waren.

Die Auslegung der Ehre durch die arabischen Anführer hat dazu geführt, dass sie die Niederlage ihres eigenen Nullsummen Spiels – wir werden sie massakrieren – mit einem Minussummen Spiel beantworteten. Die Zerstörung des israelischen „Anderen“ wurde ausschlaggebend, egal wie sehr durch diese Sache die Araber, vor allem die Palästinenser, zu leiden hatten. „Keine Anerkennung, keine Verhandlungen, keinen Frieden!“ Kein Israel. Eher belassen sie Millionen Araber unter jüdischer Herrschaft, als dass über eine Lösung verhandelt würde. Lieber sterben als erniedrigt leben. Lieber Selbstmord begehen um Juden zu ermorden, als mit ihnen Frieden zu schließen.

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So offensichtlich diese Betrachtungen sind, ihre Auswirkungen werden nach wie vor nur selten in den politischen Zirkeln diskutiert. Die derzeitigen Friedenspläne setzen dagegen voraus, dass beide Seiten bereit sind die notwendigen Konzessionen zu machen und dass ein Kompromiss ein Gewinn für beide Seiten ist. Ein verblüffter BBC-Sprecher rief aus: „Du meine Güte, es ist so einfach, man könnte es mit einer einfachen E-Mail lösen!“ Oder wie es Jeremy Ben Ami ausdrückte: „Es bräuchte 60 Sekunden, um eine grundlegende Lösung zu finden.“ Aber es ist nur einfach, wenn man glaubt, die Araber würden ihr eisernes Nullsummen Spiel aufgeben, in dem jeder Gewinn Israels ein inakzeptabler Verlust an Ehre für sie ist; ihre Ehrenwächter nicht länger daran festhalten, Verhandlungen seien ein Zeichen der Schwäche, des Kompromisses, beschämend und jeder Friede mit Israel, jeder Sieg Israels, egal wie klein, sei eine Beleidigung des Islams. Während und, wesentlich bemerkenswerter, nach Oslo wurde es zu einem Glaubensgrundsatz der Politiker und Weisen, dass die alte Zeit des arabischen Irredentismus vorbei sei. So stellte ein NPR-Kommentator (während der Intifada) fest: „Jeder Palästinenser mit einem dreistelligen IQ weiß, dass Israel da ist, um zu bleiben.“

Die herablassende Weise dieser Bemerkung passt lediglich zu ihrer Fehlerhaftigkeit. Nicht nur, dass sie die gesamte Führerschaft der Hamas als Idioten ansieht, sondern sie ignoriert, wie tief das psychische Trauma Israel in der arabischen Welt geht. Khaled Ma´aschal von der Hamas, keineswegs mit einem ein zweistelliger IQ versehen, sagte Folgendes auf dem Höhepunkt der Intifada:

Morgen wird unsere Nation (Islam, nicht Palästina) auf dem Thron der Welt sitzen. … Morgen werden wir die Welt führen, das ist Allahs Wille. Bereut heute (ihr Ungläubigen) bevor euch Gewissensbisse nichts mehr nutzen. Unsere Nation schreitet voran und ihr solltet in eurem Interesse eine siegreiche Nation respektieren. … Bevor Israel stirbt, muss es erniedrigt und gedemütigt werden. Allahs Wille ist es, dass sie, bevor sie sterben täglich Demütigungen und Erniedrigungen erfahren.

Selbst bei fast vollständig verwestlichten Arabern geht die Wunde, die Israels Existenz schlägt, ungeheuer tief, ebenso der Instinkt, Israel für alle arabischen Fehler verantwortlich zu machen. Ahmed Shaikh, der Herausgeber von Al Jazeera, gibt Israel sogar die Schuld am Mangel an Demokratie in der arabischen Welt:

„An dem Tag, an dem Israel gegründet wurde, wurde die Basis für unsere Probleme gelegt. … Das liegt daran, dass wir ständig gegen Israel verlieren. Es nagt an den Menschen des Nahen Ostens, dass ein solch kleines Land wie Israel, mit gerade Mal 7 Millionen Einwohnern, die arabische Nation mit 350 Millionen Menschen besiegen kann. Das verletzt unser kollektives Ego. Das palästinensische Problem ist in den Genen eines jeden Arabers. Das Problem des Westen ist, dass er das nicht versteht.“

Sheikh kommt nicht zu der Erkenntnis, dass ein Ende der Kämpfe gegen Israel zur Demokratie führen könnte, sondern er glaubt, wenn der Westen die Araber gegen die Israelis gewinnen ließe, dann würden sie Demokratien aufbauen.

So transparent falsch das Verständnis in der arabischen Welt für die Probleme der Demokratie ist, wie diese Aussage zeigt, so hat sie doch viele westliche Verteidiger, die eifrig ihre „rationelle Wahl der Modelle“ bewahren. Viele Post-Orientalisten haben, in der Tradition Edward Saids, den Ausbruch der Demokratien schon seit Jahrzehnten vorausgesagt, von den 90-er Jahren bis zum „Arabischen Frühling“. Somit schockierte Yasser Arafats „Nein“ in Camp David Bill Clinton, Dennis Ross und eine Öffentlichkeit, die mit der Idee, ein Friedensprozess sei eine win-win-Situation, gefüttert wurde, während jene, die mit den Werten Arafats wichtigster Ehren Gruppe vertraut waren, die Ablehnung vohrhergesagt hatten. Wenn „das was mit Gewalt genommen wurde, nur mit Gewalt zurückgeholt werden kann“, dann hätte Arafat bei den Verhandlungen nichts bekommen, was möglicherweise die Scham weggewaschen hätte, die ein Federstrich mit sich -gebracht hätte, der ein Dar-ul-Harb inmitten des Dar-ul-Islam legitimiert hätte. Das Ergebnis war, dass Arafat als Held in den Nahen Osten zurückkehrte, während Bill Clinton und Ehud Barak (und, so wird berichtet, einige jüngere palästinensische Unterhändler) trauerten.

Doch das alles spielte für Experten wie Robert Malley und Robert Wright keine Rolle; sie erklärten, welche Gründe Arafat gehabt hatte, nein zu sagen. Natürlich bedeutete die Rationalisierung der Beweggründe Arafats, den Israelis die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen zuzuschieben und damit nachträglich auch für die Explosion an Gewalt gegen sie. Als Cherie Blair Verständnis für die Verzweiflungder Selbstmordattentäter äußerte, projizierte sie ihre liberale Weltsicht auf Menschen, die eigentlich nur nach der höchsten Ehre streben, die ihnen ihre Gesellschaft geben kann: Im Krieg zur Tötung der Juden als Märtyrer zu sterben. Die Israelis selber bieten bei dieser Umkehrung der Verantwortung stattliche Hilfe. Unfähig die Unterschiede zwischen Strategie und Taktik zu erklären, kritisieren sie beide Seiten, ein Nullsummen Spiel zu spielen, wobei aber nur ihre Seite das als Tadel betrachtet.

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Die politischen Folgen sind schwerwiegend. Das „rationale“ Modell nimmt an, dass die Grenzen von 1967 (Waffenstillstandslinien on 1949) der Schlüssel sind und ein Rückzug der Israelis die rationalen Forderungen befriedigen und damit der Konflikt gelöst sei. Beachtet man aber die Ehre-Scham-Kultur, legt diese nahe, dass ein solcher Rückzug noch mehr Aggressionen im Drang nach wahrer palästinensischer Ehre auslösen würde, die bedeutet: „Ganz Palästina, vom Fluss bis zum Meer.“ Um die Logik einer win-win-Lösung von Konflikten zu beschreiben, schrieb der Militärhistoriker Andrew Bacevitch kürzlich, wenn man die zu starken Israelis ein wenig schwächen würde, könnten Verhandlungen wirklich funktionieren. Da er die Politik des „Starken Pferdes“ (Recht des Stärksten) in der arabischen Kultur und ihren tiefen Groll auf das „zionistische Gebilde“ völlig übersieht, kommt er auch nicht auf die Möglichkeit, dass eine Gleichheit noch mehr Konflikte heraufbeschwören dürfte, wahrscheinlich eher dem syrischen Bürgerkrieg ähnlich denn der skandinavischen Höflichkeit, auf die er sich beruft. Die Israelis, selbst jene aus dem Friedenslager, wissen das instinktiv und widerstehen dieser Art von Konzessionen; Außenstehende und dogmatische Selbstbeschuldiger sehen in diesem Widerstand das eigentliche Problem.

Für die Israelis könnte der Irrsinn dieser abstrusen Debatte über den Zweck und die Bedeutung einer Ehre-Scham-Kultur nicht größer sein. Die Zukunft Israels hängt von der Fähigkeit ab zu verstehen, warum ihre Nachbarn sie hassen und was bei den Versuchen, mit dieser Feindschaft umzugehen funktioniert und was nicht. Es wäre eine kriminelle Nachlässigkeit, dies nicht zu beachten.

Aber das Problem geht weit über Israel und seine Nachbarn hinaus. Wie jeder, der ein wenig aufmerksam ist, weiß, vertreten die salafistischen Jihadisten, die den Islam weltweit gekapert haben, genau diese Mentalität der Ehre-Scham-Kultur in ihrer rabiatesten Form: das existentielle Drama von demütigen oder gedemütigt werden, herrschen oder beherrscht werden, ausrotten oder ausgerottet werden. Der Dar-al-Islam muss den Dar-ul-Harb erobern. Unabhängige Ungläubige (harbis) müssen spektakulär erniedrigt werden, ihre Frauen müssen vergewaltigt werden; der Islam muss die Welt beherrschen oder er geht unter. Die Sprachen der schiitischen oder sunnitischen Jihadisten haben beide denselben Ton: Ehre, Plünderungen, Herrschaft, Scham, Erniedrigung, Frauenhass, Wut, Rache, Verschwörung und die paranoide Angst vor einer Implosion.

Es ist nicht so, dass unsere Politiker – und hier meine ich nicht nur die Israels sondern des gesamten demokratischen Westens – die Dynamik der Ehre und Scham nicht beachten würden. Sie nehmen sie nur nicht ernst. Sie nehmen sie als kindische, oberflächliche Sorgen wahr, die man mit freundlichen Worten und Gesten beruhigen kann, dann werden diese guten Menschen sich wieder wie so benehmen, wie jemand, der rationale Entscheidungen trifft, und wir können auf bekannten und vernünftigen Wegen weiter machen. So war es, als Papst Benedikt von der „im Islam innewohnenden Gewalt“ sprach, was in der gesamten islamischen Welt zu gewaltsamen Aufständen führte, die den Papst in die Pflicht nahm, sich für diese Provokation zu entschuldigen. Witzigerweise konnte nur das jemanden in der muslimischen Welt davor bewahren aus Versehen getötet zu werden, getötet beim Protest dagegen, gewalttätig genannt zu werden.

Aber Kultur ist keine oberflächliche Frage von Benehmen. Im Nahen Osten ist die Ehre ein Teil der Identität. Beschwichtigungen und Konzessionen sind ein Zeichen der Schwäche. Wenn es von den eigenen Anführern praktiziert wird, kommt es zu protestierenden Ausschreitungen, beim Feind sorgt es für weitere Angriffe. Benjamin Netanjahu stoppte die meisten Siedlungsaktivitäten für neuen Monate, Barack Obama ging nach Saudi Arabien um gegenseitige Zugeständnisse zu erreichen, die er Kairo verkünden wollte, König Abdullah bekam einen Anfall und die Palästinenser stellten weitere Forderungen. Und die wenigsten fragen sich, ob man sich für die logische Basis der Verhandlungen – Land gegen Frieden – in der kulturellen Realität dieser Ecke der Welt überhaupt etwas kaufen kann. Wenn doch nur Israel etwas vernünftiger wäre…

Wenn wir den Sorgen der Araber (und der muslimischen Jihadisten) um ihre Ehre nachgeben, indem wir alles vermeiden, von dem sie behaupten, es würde sie beleidigen, glauben wir, unser Großmut und unsere Beschränkung würden irgendwann diese Extremisten dazu bringen, etwas vernünftiger zu sein. Stattdessen wird es darin enden, dass wir uns selbst zum Schweigen verdammen und uns damit mitschuldig an ihrem absolut kriegerischen Verhalten gegenüber allen „anderen“ machen, weil wir es honorieren und damit bestätigen. Es wird zu einem Schattenboxen, während wir glauben, wir würden für den Frieden arbeiten, endet es damit, dass wir die giftigste Schwäche der arabischen Welt bestätigen und munitionieren – ihre Unsicherheit, ihr Bestehen auf Alles oder Nichts bei allen Auseinandersetzungen, ihr Hang zur Rache, ihre paranoide Suche nach Sündenböcken, ihren von Scham getriebenen Hass. Und daran ist nichts Großzügiges, Rationales oder Fortschrittliches.

Richard Landes, Professor für Geschichte an der UniversitätBoston, ist Autor des Buches „Heaven on Earth: The Varieties of the Millennial Experimence.“ Er bloggt auf Augean Stables.

Wo Verteidigung Kriegsverbrechen ist…

14. Juli 2014 um 15:55 | Veröffentlicht in Araber, die Welt+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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