Der einzige Feind der Linken

11. Oktober 2012 um 14:36 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, die Welt+Nahost, Israel, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Caroline Glick, 4. Oktober 2012 (Jerusalem Post, 4.10.2012)

Die legale Amtszeit des PA-Vorsitzenden Mahmud Abbas lief vor fast vier Jahren ab. Doch seine Unterstützter interessiert das nicht. In Israel, Washington und der ganzen Welt rühmen Abbas‘ Unterstützer den autoritären Führer als einen großen Moderaten. 2002, als sie verzweifelt nach einem Gesicht der Palästinenser suchte, das nicht Yassir Arafats Gesicht war, schob die Linke Abbas aus Arafats Schatten. Abbas, der 39 Jahre lang Arafats Stellvertreter war, wurde als der große Moderate hochgehalten und auf den erfundenen Posten des palästinensischen Premierministers gehievt.

Die Tatsache, dass Abbas ein eingefleischter Judenhasse war, der vier Jahrzehnte in der obersten Führung einer Terrororganisation verbrachte und dessen Doktorarbeit eine lange Leugnung des Holocaust war, wurde beiseite gefegt.

Seine linken Unterstützer kümmerte es nicht, dass er sagt, Israel habe kein Recht zu existieren. Sie lassen sich nicht davon beunruhigen, dass er 2008 das nie da gewesene, großzügige Angebot des damaligen Premierministers Ehud Olmert und die palästinensische Eigenstaatlichkeit ablehnte. Ihnen ist egal, dass Abbas es in den letzten vier Jahren abgelehnt hat mit Israel über Frieden zu verhandeln. Es kümmert sie nicht, dass er zwei Abkommen mit der Hamas für Einheitsregierungen unterzeichnete oder dass er versucht über die UNO die Souveränität für einen Palästinenserstaat zu erreichen und so einen palästinensischen Staat zu gründen, der sich in einem formellen Kriegszustand mit Israel befindet.

Es ist ihnen egal. Aber den meisten Israelis nicht. Weil sie seinen Hass auf Israel erkennen und wegen des Terrors, den Abbas Jahrzehnte lang geduldet und finanziert hat, betrachtet ihn die Mehrheit der Israelis nicht als potenziellen Friedenspartner. Sie glauben nicht, dass Abbas oder auch die Palästinenser als Ganzes auch nur das entfernteste Interesse daran haben von Israel beschwichtigt zu werden.

Die Folge war, dass die meisten Israelis der Rede Abbas‘ vor der UNO-Vollversammlung in der letzten Woche mit Gleichgültigkeit begegneten. In dieser Rede macht Abbas – einmal mehr – klar, dass er Arafats loyaler Stellvertreter bleibt. Der Großteil seiner Rede enthielt eine Litanei an Verleumdungen Israels, dem er alles vorwarf, von Terrorismus bis zu Apartheid, Kolonialismus, Rassismus, Mord, Diebstahl, usw. usw. usw.

Dann ging er zu seinen Forderungen über. Zusätzlich zur Wiedereinsetzung seiner Forderung, dass Israel allen palästinensischen Forderungen als Vorbedingung für Verhandlungen zustimmen solle, verlangte Abbas, dass Israel alle palästinensischen Terroristen aus seinen Gefängnissen entlässt.

Nein, keine der Attacken Abbas‘ beinhaltete auch nur ein Jota Wahrheit.

Aber wen interessiert’s? Abbas natürlich nicht. Genauso wenig seine Unterstützer. Ihre Unterstützung für Abbas hat nichts mit dem zu tun, was er sagt oder tut. Es hat mit dem zu tun, wer die Palästinenser sind und was sie wollen. Abbas ist ihr Requisit, nicht ihr Partner.

Abbas‘ israelische Unterstützer sind der Kern der Linksextremen, die uns den vorgetäuschten Friedensprozess mit der PLO brachten. Zweitausend tote Israelis später und ohne Frieden in Sicht ist ihr Lager heute kleiner, als es 1993 war. Aber es ist immer noch passioniert. Und es ist mit Mitgliedern der Medien übervölkert.

Dieser Gruppe gegenüber den Hut ziehend verkündete Verteidigungsminister Ehud Barak in einem Interview mit den Medien, dass er glaubt, Israel solle einseitig aus großen Teilen von Judäa und Samaria abziehen.

Für die meisten Israelis ist Baraks Plan selbstverständlich geistesgestört.

Wir verließen den Gazastreifen und erleben die Folgen dieses einseitigen Abzugs jeden Tag: das südliche Israel wird mit Flugkörpern und Raketen beschossen. Wir zogen ab und der Gazastreifen wurde in ein Zentrum für den globalen Jihad verwandelt, das zunehmend weniger vom Sinai zu unterscheiden ist. Schon der Gedanke, dass unser Verteidigungschef die Übernahme einer identischen Strategie für Judäa und Samaria vorschlägt, ist sowohl obszön als auch beängstigend.

Was könnte er denken? Barack denkt an Wahlen, die offensichtlich anstehen. Barak denkt, für ihn ist es politisch am besten den Versuch zu unternehmen Abbas‘ ständig schrumpfende Unterstützungsbasis zu gewinnen.

Barak verlor seine politische Basis, als er Anfang 2011 die Arbeitspartei verließ und seine Unabhängigkeits-Fraktion mit anderen Aussteigern an Arbeitspartei-Politikern gründete. Er benötigt Abbas‘ israelische Unterstützer als Wähler, um in die nächste Knesset gewählt zu werden. Noch entscheidender: Barak braucht Abbas‘ Unterstützer in den israelischen Medien. Um ihre Unterstützung zu bekommen optierte er also dafür auf einer Plattform zu kandidieren, dass Juden aus ihren Häusern vertrieben werden sollen.

Baraks Schritt sagt uns nichts, was wir nicht bereits über ihn wissen. Er bleibt der politische Opportunist, der er immer gewesen ist. Sein Schritt ist interessant wegen dem, was er über das Wesen der israelischen Linken offenbart.

Es gibt keine rationale Möglichkeit der Argumentation, dass Israel irgendeinen Vorteil davon haben kann Judäa und Samaria den Palästinensern zu preiszugeben. Wenn Israel abzieht, wird entweder Abbas das Territorium schlucken und mehr verlangen oder er wird die Zugeständnisse schlucken und von der Hamas geschluckt werden, die dann mehr fordern wird – wie es im Gazastreifen geschah.

So oder so wird Israel verlieren.

Doch das interessiert die Linke nicht. Die Linke unterstützt weiter israelische Rückzüge, weil ihre Mitglieder wissen, dass der größte Verlierer einer solchen Aktion nicht Israel als Ganzes sein wird. Das wird die israelische Rechte sein. Und das ist alles, was die Linke interessiert.

Der einzige Feind, den zu bekämpfen sie interessiert, der einzige Gegner, den sie besiegen will, sind ihre israelischen Mitbürger. Und in dem Versuch ihre Unterstützung an der Wahlurne – und in den Abendnachrichten – zu gewinnen, hat Barak sich entschieden sich ihre Sache zu eigen zu machen. Er wird ihren Kampf für sie gegen ihre israelischen Feinde führen.

Die israelische Linke ist nicht alleine in dem Glauben, dass ihre oberste Priorität die Zerstörung der innenpolitischen Opposition ist. In der gesamten westlichen Welt sammelt sich die politische Linke zunehmend um Positionen, die in einem fundamentalen Konflikt mit den Interessen ihres Landes steht wie auch der besonderen ideologischen Hingabe der linken, aus dem einzigen Grund Macht zu gewinnen und zu behalten.

In den letzten Wochen hat die Linke in den USA ihre Motivationen und Ziele auf zutiefst Besorgnis erregende Art bloßgestellt. So wie jüdische Siedlung im Land Israel der Kern der zionistischen Revolution ist, ist freie Meinungsäußerung die Grundlage Amerikas. Ohne jüdische Siedlung gibt es kein Israel. Ohne freie Meinungsäußerung gibt es kein Amerika.

In den gerade vergangenen Wochen haben US-Präsident Barack Obama und alle seine hochrangigen Helfer und Unterstützer einen Angriff auf die freie Meinungsäußerung begonnen. Sie haben bis dahin unbekannte Personen attackiert, weil diese es wagten ihr Recht auf freie Meinungsäußerung auszuüben, um einen antiislamischen Film zu produzieren und ihn auf YouTube auszustrahlen. Das Weiße Haus setzte Google (den Eigentümer von YouTube) unter Druck den Film zu entfernen. Obamas Unterstützer in den Medien haben bei diesem schockierenden Angriff auf diese fundamentalen amerikanischen Prinzipien mitgemacht.

Die Unterstützung der Linken für Obamas Versuch die freie Meinungsäußerung bezüglich des Films zu unterdrücken, war kein isolierter Vorfall. Heute stehen die aufgeklärten Linken von New York und Washington vor einem Schlaganfall, weil ein Bundesrichter von der New Yorker Metropolitan Transportation Authority verlangte, bezahlte Werbung der Menschenrechtsgruppe Stop the Islamization of America aufzuhängen, die die Amerikaner auffordert Israel gegen den Jihad zu unterstützen. Der Inhalt der Werbung ist selbstverständlich vernünftig. Es heißt dort: „Unterstütze in jedem Krieg zwischen den Barbaren und dem Zivilisierten den Zivilisierten. Unterstützt Israel. Besiegt den Jihad.“

SIAO-Gründerin Pamela Galler reichte die Werbung bei der MTA letztes Jahr als Reaktion auf einen Hautausschlag an antiisraelischen Werbeplakaten, die die USA aufforderten ihre Unterstützung des jüdischen Staates zu beenden. Diese Plakate wurden auf New Yorker Bussen und U-Bahnen und dem öffentlichen Nahverkehr in den gesamten USA veröffentlicht.

Die MTA lehnte die Werbung der SIOA ab, doch die Gruppe klagte. Unter Zitierung der US-Verfassung verlangte das Gericht, dass die MTA sie anbringt. Als die Plakate nach einem Jahr Verzögerung schließlich letzte Woche aufgehängt wurden, bekam die US-Linke in den Mdien und darüber hinaus kollektiv Zustände. Von der New York Times über radikale Rabbiner bis zu pro-islamischen christlichen Pastoren und der Washington Post ringt jeder seine Hände. In einer Fernseh-Debatte mit Geller verurteilte der antiisraelische, evangelikale Pastor Jim Wallis die Werbung und sagte Geller, sie sorge dafür, dass Christen umgebracht würden (warum und durch wen, sagte er nie). Er verlangte, dass Geller solle schweigen – wie er es ausdrückte: „Hören Sie auf zu reden.“

Es ist wichtig deutlich zu werden: Die amerikanische Linke hat kein Problem mit freier Meinungsäußerung an sich. Und es ist ihnen nicht egal – wie Wallis uns glauben machen möchte – dass Jihad barbarisch zu nennen, dazu führt, dass Menschen getötet werden (von überhaupt nicht barbarischen Jihadisten).

Das Problem mit Botschaften wie der Gellers ist: Über Jihad zu reden lenkt die Menschen von dem ab, worüber sie nach Maßgabe der Linken nachdenken sollen.

Wie die israelische Linke will die amerikanische Linke nicht, dass Amerikaner über die tatsächlichen Bedrohungen für die USA nachdenken, die aus der islamischen Welt ausströmen. Sie wollen, dass die Öffentlichkeit über das nachdenkt, was für sie die einzig wahre Bedrohung ihrer Werte und ihrer Möglichkeit zu gewinnen und Macht auszuüben ist. Diese Bedrohung entspringt nicht der islamischen Welt, wo Frauen schlimmer als Tiere auf dem Bauernhof behandelt, Homosexuelle auf öffentlichen Plätzen gehenkt, Christen zwangskonvertiert und angegriffen, Kirchen niedergebrannt, die Auslöschung des jüdischen Volkes weltweit ein inbrünstiges Ziel und „Tod Amerika“ ein politisches Programm ist.

Für die amerikanische Linke kommt die Hauptbedrohung ihres Lebensstils von Menschen, die gegen Abtreibungen und Homoehen und Waffenkontrolle sind. Sie kommt von Menschen, die gegen die gewerkschaftliche Organisation von Regierungsangestellten und die Verstaatlichung der Krankenversicherung sind.

Und sie kommt von Leuten wie Geller, die das Offensichtliche über den Jihad sagen.

Der Grund dafür, dass der Islam gegen Kritik immun sein soll, ist der, dass für die amerikanischen Linken wie für die israelischen Linken die einzig wichtige Schlacht die gegen die innenpolitischen Gegner ist. Und genau so, wie die miserablen Ergebnisse linker Politik der israelischen Linken keine Wahl gelassen haben als auf den Boten zu schießen, so muss auch die amerikanische Linke mit politischem Misserfolg umgehen, indem sie die Opposition mundtot macht.

In Israel hat das Appeasement der palästinensischen Terroristen zu einem furchtbaren Blutzoll und dem offensichtlichen Fehlen von Frieden geführt. Also muss die Linke diejenigen zum Schweigen bringen, die die Frechheit haben gegen diese fehlgeschlagene Politik zu sein. Die sichtbarsten Mitglieder der Rechten sind die religiösen Zionisten, die unverhältnismäßig häufig jenseits der Waffenstillstandslinien von 1949 platziert sind, also muss die Linke sie durch Vertreibung vernichten, ohne Rücksicht auf die Kosten für Israel.

In Amerika ist das auffälligste Versagen der Linken ihre Behauptung die Frauenrechte, -gleichheit und bürgerliche Freiheiten im Kulturkampf zu fördern, während sie gleichzeitig die Sucht der islamischen Welt nach weiblicher Genitalverstümmelung, Zwangsehen, Ehren morden und der Hinrichtung Homosexueller wegen des „Verbrechens“ schwul zu sein verteidigt. Also muss die Linke Kritiker des Jihad und des Islamismus mundtot machen und hoffen, dass niemand die Heuchelei bemerkt.

Das Ergebnis all dessen ist, dass der Linken ihre Möglichkeit verweigert werden muss den nationalen Diskurs zu beherrschen. Weil Abbas und die von ihm geführte pathologisch Juden hassende Gesellschaft eine Bedrohung für den jüdischen Staat ist, während die religiösen Zionisten das nicht sind. Und die Angriffe auf amerikanische Botschaften in der gesamten islamischen Welt sind nicht die Folge von Internetfilmen, sondern der Barbarei, die dem jihadistischen Islam innewohnt.

In diesen bedrohlichen Zeiten können wir es uns nicht erlauben uns von denen irreführen zu lassen, die darauf bestehen, dass wir selbst unsere schlimmsten Feinde sind.

Hört auf, Kritik am Islam „Islamophobie“ zu nennen

3. Oktober 2012 um 15:09 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Europa+Islam, Islam+Islamismus | 1 Kommentar
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Robert Spencer, Jihad Watch, 28. September 2012

Kanadas National Post nimmt ein Wort ins Visier, das genutzt wird, um Diskussionen abzuwürgen und die Gegner von Jihad und islamischen Herrenmenschentum zu vernichten: Meinung: Hört auf die Kritik am Islam „Islamophobie“ zu nennen, von Jackson Doughart und Faisal Said al-Mutar in der National Post, 26. September 2012:

Die englische Sprache braucht ein Moratorium zum Wort Islamophobie, einem Begriff, der oft benutzt wird, um Bigotterie gegen Muslime zu beschreiben. Leider wird es auch reflexhaft benutzt, um Islamkritiker zu denunzieren, die eine wertvolle und fortgeführte Diskussion zur Beziehung zwischen dem Westen und der weltweiten islamischen Gemeinde leisten. Dieses Thema ist wichtig, weil mehrere westliche Länder, so auch Dänemark, Großbritannien und die Niederlande, gezwungen sind ihre Ansätze zur Einwanderung und Kultur angesichts tief gehender Konflikte zwischen den muslimischer Einwanderer und der einheimischen Bevölkerung zu überdenken. Diese Spannungen haben in den letzten Wochen mit der Serie gewalttätiger Proteste viel Aufmerksamkeit erhalten; diese Proteste breiteten sich über zwanzig Länder aus und entstammen dem umstrittenen Film Unschuld der Muslime.

… Doch alle Gegner des Islam zu beschuldigen, sie hegten tief sitzenden Hass, der in irrationaler Angst wurzelt, ist ein schwerer Fehler, veranschaulicht durch die dramatischen und freien Gebrauch der „Islamophobie“. Fakt ist: Das einzige Gefühl in dieser Debatte, als tatsächlich als phobisch bezeichnet werden könnte, ist die bedingungslose Verachtung unter vielen Muslimen für Leute, die nicht mit ihnen übereinstimmen. Doch man darf bezweifeln, dass eine Formulierung wie „Infidelophobia“ [Ungläubigen-Phobie] irgendwann in der näheren Zukunft Fuß fassen wird.

Das strategische Konstrukt der „Islamophobie“, das seine Wurzel im Wort Islam und nicht Muslim hat, dient zu mehr als einem bloß lexikalischen Zweck. Es ist in erster Linie dazu gestaltet, um freiwilligen religiösen Glauben mit unfreiwilliger Hautfarbe in Verbindung zu bringen, an weit verbreitete und legitime Abscheu gegen Rassenvorurteile zu appellieren und weiterhin Fanatismus gegen Muslime mit Kritik am Islam gleichzusetzen, womit jede Unterscheidung zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Funktionen zu verwischen. Während das Vorverurteilung aller muslimischer Bürger als verdächtig und nicht vertrauenswürdig in der Tat mit anderen Formen rassischer und religiöser Bigotterie vergleichbar ist, sind das Studium und die Anfechtung der Behauptungen moralischer und philosophischer Autorität durch den Islam ein gerechtes und notwendiges Unterfangen, vollständig kompatibel mit einer pluralistischen Gesellschaft, die Religionsfreiheit wertschätzt. Das ist so, weil die Freiheit des Glaubens, soll sie universale und beständig Bedeutung haben, die Freiheit zur Kritik von Glaube und Glaubenden einschließen muss – ein  Konzept, das dem sozialen und politischen Weltbild des Islam fremd ist…

Zusätzlich zu „Islamophobie“ ist die ernsthafte Anwendung des Begriffs der Blasphemie und seine Förderung durch die Apologeten des Islam als vertretbarem Konzept ein klarer Feind der offenen und säkularen Gesellschaft. Freie Meinungsäußerung, die das Fundament der Prozesses der Befreiung kontroverser Wertfragen darstellt, kann nicht mit der Idee heiligen und unangreifbarer Glaubens aufgewogen oder versöhnt werden, da diese dem ersten Prinzip der freien Meinungsäußerung widerspricht: dass selbst der gottloseste Widerspruch zu schützen ist. Am wichtigsten ist, dass der schleichende Einfluss von Begriffen wie Blasphemie und Islamophobie sowohl Muslime als auch Nichtmuslime aus zwei Gründen entwürdigt. Erstens konspiriert er mit dem Versuch des Islam seine Anhänger zu bevormunden – sie zu überzeugen, dass kritisches Denken, insbesondere in Glaubensfragen, unmoralisch ist. Zweitens wird vorausgesetzt, dass Muslime, insbesondere im Westen, nicht erwachsen genug sind mit Kritik an dem von ihnen gewählten Glauben umzugehen und dass ihre Subkulturen auf archaische Texte und Bräuche reduziert werden können. Das ist die wahre Ungerechtigkeit, zu der die niederträchtigste Preisgabe von Skrupeln und der Feigheit zu erliegen gehören und die nur korrigiert werden kann, indem dieser durch und durch unsinnige Begriff abserviert wird.

Sieben Jahre nach den dänischen Karikaturen: Karikaturen, die sich lustig machen, Karikaturen, die dämonisieren

30. September 2012 um 11:41 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Islam+Islamismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Richard Landes, The Augean Stables, 28. September 2012

In Übereinstimmung mit Daniel Pipes‘ Vorschlag veröffentliche ich Mohammed-Karikaturen und veröffentliche ein Reihe Einträge noch einmal, die ich zur Zeit des Skandals einstellt, als ich anfing zu bloggen. Zum Thema des gegenseitigen Gebens und Nehmens (s.u.) hat Raymond Ibrahim einen schönen Aufsatz dazu, wie – sollten die Muslime ihren Willen bekommen und die Respektlosigkeit gegenüber anderen Religionen verboten bekommen – dies das Ende des Islam sein würde, dessen heilige Schriften zutiefst negative Überlegungen zu allen anderen Religionen mit sich bringen würde, einschließlich derer, aus denen der Islam abstammt.

Karikaturen, die sich lustig machen – Karikaturen, die dämonisieren
31. Januar 2006

Kann mir bitte jemand erklären, warum die Führungspolitiker des Westens den Muslimen nicht sagen: „Ihr könnt von uns fordern euch zu respektieren, aber nicht, wenn ihr uns keinen Respekt zeigt. Wenn Muslime aufhören groteske und barbarische Karikaturen zu produzieren, die sich nicht nur über andere Religionen lustig machen, sondern herabwürdigen, dann werden wir dem Islam den Respekt erweisen, nach dem er lechzt.

Okay: nicht „lechzen“ … „ersehnen“.

Warum gehen wir so sorgfältig mit ihren Wünschen um, sind aber nicht so sorgfältig dabei sie aufzufordern, die Standards an den Tag zu legen, von denen sie wollen, dass wir sie bezüglich ihnen erfüllen sollen?

Sich über Mohammed lustig zu machen ist kein Hassreden

28. September 2012 um 14:50 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Islam+Islamismus, Muslime, USA | 1 Kommentar
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Daniel Pipes, FoxNews.com, 24. September 2012

Um islamistische Gewalt wegen vermeintlicher Beleidigung Mohammeds zu stoppen, argumentierte ich am Freitag in einem Artikel bei FoxNews.com, sollten Redaktionen und Sendeleiter täglich Karikaturen Mohammeds einstellen, „bis die Islamisten sich an die Tatsache gewöhnen, dass wir aus heiligen Kühen Hamburger machen“.

Dieser Appell veranlasste eine pathetische Antwort von Sheila Musaji von der Internetseite The American Muslim, die das für „unverantwortlich und völlig inakzeptabel“ hält. Warum? Weil, wie sie sich ausdrückt, „die Lösung für die eskalierende Gewalt und Hassreden nicht weiteres Hassreden ist“.

Das kling recht vernünftig. Aber ist es Hassreden sich über Mohammed lustig zu machen, einen Koran zu verbrennen oder den Islam einen Kult zu nennen? Und was ist mit den respektvollen Darstellungen Mohammeds in den Gebäuden des Obersten Gerichtshofs der USA und dem des Staates New York? Selbst diese verursachten Aufregung und Gewaltausbrüche.

Hassreden, darin stimmen die Rechtsinstanzen überein, beinhaltet Worte, die sich gegen eine Gruppe Personen richtet. Hier ist eine typische Definition, sie stammt von USLegal.com: „Aufhetzen zu Hass vorrangig gegen eine Personengruppe, die in Begriffen von Rasse, Ethnizität, nationaler Herkunft, Geschlecht, Religion, sexueller Orientierung und Ähnliches definiert wird.“

Die Heiligkeiten einer Religion anzugreifen, schlage ich vor, ist etwas recht anderes als die Gläubigen einer Religion anzugreifen. Das erste ist geschützte Meinungsäußerung, Teil des Gebens und Nehmens auf dem Markt der Ideen, auf dem nicht alles bezaubernd ist. Freie Meinungsäußerung bedeutet die Freiheit vor den Kopf zu stoßen und anstößig zu sein. So lange das keine Hetze beinhaltet oder Informationen, die zu kriminellem Handeln drängen, ist Anstößigkeit ein wesentlicher Teil unseres Erbes.

Ich persönlich musste lernen mit dem Strömen an vulgärer Bosheit – gesprochen wie im Bild – von denen zu leben, die mit meiner Meinung nicht einverstanden sind; Sie werden mich nicht darüber jammern hören. Weiter gefasst haben Katholiken, Juden, Mormonen und andere Glaubensgemeinschaften im Westen seit der Aufklärung gelernt bösartige Verletzungen ihrer Symbole und Doktrinen zu erdulden.

Wer Beweise dafür braucht, erinnere sich an Monty Pythons Das Leben des Brian, Terrence McNallys Corpus Christi, Andres Serranos Piss Christ und Chris Ofilis The Holy Virgin Mary. Oder die Lawine antisemitischer Karikaturen, die Muslime ausspeien.

Als übertriebenes Beispiel wurde von der Humor-Website The Onion eine Karikatur veröffentlicht, die den Titel „Niemand mordete wegen dieses Bildes“ trug. Sie zeigt Moses, Jesus, Ganesha und Buddha in den Wolken, die betreiben, was die Beschriftung taktvoll als „ein lasziver Sexakt von beträchtlicher Verdorbenheit“ beschreibt. The Onion fährt Berichterstattung nachahmend, aber akkurat fort: „Obwohl einige Mitglieder der jüdischen, christlichen, hinduistischen und buddhistischen Religionen durch das Bild vor den Kopf gestoßen waren, bestätigten Quellen, dass sie, als sie es sahen, den Kopf schüttelten, die Augen verdrehten und wieder an ihr Tagwerk gingen.“

Ich forderte dazu auf die Karikaturen immer und immer wieder zu veröffentlichen, um durchzusetzen, dass Islamisten nicht an der Freiheit kratzen dürfen, dass man sich über etwas lustig macht und beleidigt, indem sie sich hinter falschen Behauptungen von Hetze verstecken. Nennen Sie einen Vorfall, Frau Musaji, wo beißende Bemerkungen über Mohammed, den Koran oder den Islam zu Krawallen und Morden von Nichtmuslimen an Muslimen geführt haben.

Ich finde nicht einen einzigen.

Wenn Angriffe auf Muslime stattfinden, geschieht das in Reaktion auf Terror durch Muslime; das ist sicherlich keine Rechtfertigung, doch es deutet darauf hin, dass Gewalt gegen Muslime keine Verbindung zur Verspottung Mohammeds oder der Schändung des Koran besitzt. Muslime müssen sich wie jeder sonst auch eine dickere Haut zulegen; das ist eines der Nebenprodukte der Globalisierung. Die alte Isolation für immer vorbei.

Um alles noch schlimmer zu machen, sagen uns die Islamisten „Passt bei Mohammed auf!“ und bedrohen diejenigen, die die Frechheit besitzen über den Propheten des Islam zu sprechen, ihn zu zeichnen oder nur vorgeben ihn zeichnen zu wollen, während sie selbst nach Belieben andere Religionen verunglimpfen und beleidigen. Ich kann viele Beispiele anführen, wie Schauspieler, Satiriker, Künstler, Karikaturisten, Autoren, Redakteure, Verleger, Ombudsleute und andere offen zugeben, dass sie eingeschüchtert sind islamische Themen zu diskutieren; dieses Problem hat sogar Frau Musaji selbst eingestanden.

Um die Temperatur herunterzufahren können die Muslime zwei Schritte unternehmen: den Terrorismus beenden und die Krawalle wegen Karikaturen und Romanen stoppen. Das wird dafür sorgen, dass der im Verlauf des letzten Jahrzehnts aufgebaute Antagonismus gegenüber dem Islam nachlässt. An diesem Punkt werde ich meinen Aufruf an Redakteure und Sendeleiter beleidigende Karikaturen Mohammeds zur Schau zu stellen, freudig zurückziehen.

Update vom 24. September 2012:
Ein aktuelles Beispiel antichristlicher Gehässigkeit: Unter Gebrauch der vulgärsten möglichen Ausdrucksweise verkündet in einer an herausragender Stelle auf einer Straße platzierten Karikatur im deutschen Kassel eine himmlische Stimme dem gekreuzigten Jesus, dass Gott Sex mit Jesu Mutter hatte. Bisher gibt es viel Abscheu, aber keine Krawalle. Die christlichen Proteste sorgten dafür, dass die Karikatur aus dem herausgehoben öffentlichen Raum entfernt wurde; eine Entfernung aus der Ausstellung wurde von den Verantwortlichen aber abgelehnt.

Zusammenprall der Kulturen, Krawalle, Juden und Israel

27. September 2012 um 16:25 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Europa+Islam, Islam+Islamismus, Muslime, USA | 1 Kommentar
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Es ist irrig den Mord an amerikanischen Diplomaten in Libyen und die antiwestlichen Krawalle in der arabischen Welt nur als ausschließlich aktuelle Ereignisse zu analysieren. Aus strategischer Perspektive sind sie Teil eines riesigen Zusammenpralls der Kulturen zwischen dem Westen und großen Teilen der islamischen Welt. Es ist unwahrscheinlich, dass die derzeitigen antiamerikanischen Unruhen in Zukunft ein wichtiges Element geschichtlicher Aufzeichnungen dieses Konflikts sein werden.

Gewalttätige Komponenten dieser Konfrontation sind in der Welt der Periode nach dem Zweiten Weltkrieg seit mehr als 30 Jahren vorhanden. Man könnte ihren „offiziellen“ Beginn 1979 ansetzen, als die Iraner die Beschäftigten der amerikanischen Botschaft in Teheran als Geiseln nahmen. Dem folgten das Abbrennen amerikanischer Botschaften in Pakistan1 und Libyen.2

Die Entwicklung dieses kulturellen Zusammenpralls ist schwierig zu analysieren, weil viele Komponenten mit anderen Themen verwoben sind. Der Krieg der Alliierten in Afghanistan ist hauptsächlich einer gegen radikale Elemente in der islamischen Welt. Der Krieg im Irak war das weit weniger. Während des ersten Golfkriegs kam die amerikanische Armee, um die muslimischen Länder vor dem Angriff des Irak zu retten. Die Vielzahl zwischenmuslimischer Tötungen ist kein Teil dieses Zusammenpralls der Kulturen.

Andere gewalttätige Komponenten der Konfrontation der Kulturen sind Angriffe auf westliche Ziele durch muslimische Terroristen. Sie sind weniger todbringend als Kriege, aber in ihrem Wesen eindeutig. Die Terroristen des 9/11 wie auch die Täter der Bombenanschläge von Madrid (2004) und London (2005) handelten aus ihrer Vision des Islam heraus. Auch wenn ihre Weltanschauung die einer Minderheit ist, ist sie weit davon entfernt marginal zu sein. Es gibt mindestens einhundert Millionen Muslime in der Welt, die die gewalttätige Vision des Islam der Al-Qaida teilen3, wenn auch nur eine begrenzte Zahl davon bereit sind selbst die Morde zu begehen. Darüber hinaus gibt es viele andere, die glauben, der Islam solle die Welt beherrschen.

Die gegenwärtigen Krawalle haben viel mit denen von den dänischen Mohammed-Karikaturen inspirierten Unruhen des Jahres 2006 gemein. Auch damals fand eine weit verbreitete Reaktion in der islamischen Welt gegen die Tat eines unwichtigen Akteurs an einem Ort der westlichen Welt statt. Schätzungsweise 200 Menschen wurden bei den Karikaturen-Krawallen getötet. Die meisten Toten waren allerdings Muslime. Bei den anderen handelte es sich um Christen, von denen keiner Westler war.4

Die Verfolgung und Ermordung von Christen in muslimischen Ländern gehört ebenfalls in einen größeren Rahmen des Konflikts der Kulturen. Es handelt sich um einen Kampf gegen diese führende Religion des Westens, selbst wenn die Angegriffenen keine Westler sind.

Es gibt außerdem viele nicht gewalttätige Elemente des Zusammenpralls der Kulturen. Eine Minorität muslimischer Einwanderer in westlichen Ländern untergräbt die Demokratie und hetzt dagegen. Andere streben danach eine lokale Kultur ihrer Gemeinschaft zu schaffen, die in wichtigen Teilen im Widerspruch zur Demokratie stehen. Die Einschüchterung und der Missbrauch vieler muslimischer Frauen sind dafür eindeutige Beispiele. Man kann das z.B. besonders gut in muslimischen Gettos in Frankreich und Schweden sehen. Die aktuelle Dokumentation „Allah-Islam“ auf Israels Kanal 10 veranschaulicht das gut.5

Die Perspektive auf den Konflikt der Kulturen wird durch politische Einstellungen im Westen weiter getrübt. Die vielfältigen Unwahrheiten in Präsident Obamas Rede an die muslimische Welt in Kairo im Jahr 2009 sind Beispiele dafür.6 Wichtiger ist der Multikulturalismus. Er verwirrt die westlichen Visionen der gegenwärtigen Kultur der Welt des Islam strukturell. Zu suggerieren, dass alle Kulturen gleich sind, bedeutet bedeutende Kriminalität in der muslimischen Welt außer Acht zu lassen, darunter diverse nationale Revolten, die als „der arabische Herbst“ oder „Winter“ bezeichnet werden könnten.

Darauf hinzuweisen, dass die westliche Kultur zwar problematisch, die gegenwärtige islamische Kultur ihr aber unterlegen ist, ist politisch höchst inkorrekt. Doch besonders westliche Muslime sollten daran interessiert sein, dass diese Wahrheit gesagt wird. Wären die zwei Kulturen gleich, könnte der Westen theoretisch gegenüber den Muslimen in ihren Ländern so handeln, wie sich viele muslimische Länder in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Juden gegenüber verhalten haben. Würde der Westen auf ähnliche Weise handeln, könnte er für sie die Bürgerrechte einschränken, die Pässe und das Eigentum der Muslime konfiszieren. Danach könnte er sie vertreiben. Würde der Westen dem Handeln der Libyer gegenüber Juden von 1967 folgen, könnte er sogar einige töten.7

Wie passen Israel und die Juden in all das hinein? Der Kampf der muslimischen Welt gegen sie ist zum Teil von diesem Zusammenprall der Kulturen zu trennen und gehört zum Teil dazu. Ein Beispiel für das Letztere ereignete sich dieses Jahr in Frankreich, als Mohammed Merah, ein Muslim algerischer Herkunft, sowohl französische Soldaten als auch Juden tötete.8 Die Einschüchterung der Juden im Westen hauptsächlich durch junge Muslime, führt dazu, dass Juden in vielen europäischen Städten in der Öffentlichkeit ihre Identität verbergen, indem sie zum Beispiel keine Kippa tragen.

Dieser Zusammenprall wird nicht notwendigerweise eine große Explosion zur Folge haben. Er mag weithin zu zunehmendem Chaos führen, ohne eine komplette Konfrontation zwischen den westlichen und den islamischen Welten. Der andauernde Zusammenprall der Kulturen erhält viel zu wenig Aufmerksamkeit. Das bedeutet auch, dass Veränderungen in den beiden Welten oft analysiert werden, ohne sie mit dieser Konfrontation in Verbindung zu bringen. Das ist in der Tat ein großer Fehler.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

 

Fußnoten:
1 http://news.bbc.co.uk/onthisday/hi/dates/stories/november/21/newsid_4187000/4187184.stm
2 http://libya.usembassy.gov/about.html
3 Juliana Menasce Horowitz: Declining Support for bin Laden and Suicide Bombing. PewResearchCenter Publications, 10. September 2009.
4 http://www.jcpa.org/phas/phas-043-gerstenfeld.htm
5 Vier Dokumentationen: „Allah-Islam: The Spread of Islam in Europe“, ausgestrahlt von Israels Kanal 10 im September 2012.
6 http://www.nytimes.com/2009/06/04/us/politics/04obama.text.html?pagewanted=all
7 http://jcpa.org/article/the-final-exodus-of-the-libyan-jews-in-1967/
8 Manfred Gerstenfeld: „The Toulouse Murders“. Journal for the Study of Anti-Semitism, Ausgabe 4/1. 2012.

 

Jeden Tag eine Mohammed-Karikatur

25. September 2012 um 16:10 | Veröffentlicht in die Welt+Islam | 1 Kommentar
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Von Daniel Pipes, FoxNews, 21. September 2012

Als Salman Rushdie 1989 in seinem magisch-realistischen Roman Die Satanischen Verse islamische Heiligkeiten verspottete, machte Ayatollah Khomeini etwas schockierend Urtypisches: Er verkündete einen Todeserlass gegen Rushdie und alle, die mit der Herstellung des Buches in Zusammenhang standen. Damit strebte Khomeini an dem Westen islamische Gebräuche und Gesetze aufzuzwingen; er sagte quasi: Wir beleidigen den Propheten nicht und ihr könnt das auch nicht.

Das war der Beginn eines Trends diejenigen im Westen zu verurteilen, die für antiislamisch gehalten wurden; dieser besteht bis heute weiter. Immer und immer wieder, wenn Westler als Mohammed, den Koran oder den Islam verunglimpfend wahrgenommen werden, demonstrieren, randalieren und töten Islamisten.

Khomeinis Erlass hatte zudem den unerwarteten Nebeneffekt, Einzelpersonen – Westler wie Islamisten – Macht zu verleihen die Politik ihrer Länder zu steuern.

Im Westen schuf der Chefredakteur Fleming Rose die größte Krise Dänemarks seit dem Zweiten Weltkrieg, als er zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlichte. Pastor Terry Jones aus Florida verursachte bei amerikanischen Kommandeuren in Afghanistan Panik, indem er drohte einen Koran zu verbrennen. Nakoula Basseley Nakoula und Freunde verursachten mit einem amateurhaften Video namens Innocence of Muslims (Die Unschuld der Muslime) eine Krise der Beziehungen zwischen den USA und Ägypten. Durch die Veröffentlichung vulgärer Bilder von Mohammed, veranlasste die französische Wochenzeitschrift Charlie Hebdo die französische Regierung ihre diplomatischen Vertretungen in zwanzig Ländern zeitweise zu schließen. Pläne des deutschen Satiremagazins Titanic Angriffe gegen Mohammed zu veröffentlichen, haben gleichermaßen dafür gesorgt, dass deutsche Vertretungen geschlossen wurden.

Bei den Islamisten nahmen eine Einzelperson oder eine Gruppe die angenommenen Beleidigungen und verwandten sie als Grund für Randale. Khomeini machte das mit den Satanischen Versen, Ahmad Abu Laban machte das ähnlich mit den dänischen Karikaturen. Hamid Karzai stachelte die Afghanen wegen von amerikanischen Soldaten verbrannten Koranen zu Krawallen an und der ägyptische Prediger Khaled Abdullah machte aus Innocence of Muslims ein internationales Ereignis.

Kurz gefasst: Jeder Westler kann für einen Dollar einen Koran kaufen und ihn verbrennen und jeder Muslim mit einem Podium kann diese Handlung in eine zu bekämpfende Beleidigung drehen. Während die Leidenschaften auf beiden Seiten der Kluft zwischen demokratisiertem Westen und Muslimen zunehmen, haben westliche Provokateure und islamistische Hitzköpfe einander gefunden und Konfrontationen treten mit zunehmender Regelmäßigkeit auf.

Was die Frage veranlasst: Was würde geschehen, wenn Verleger und Manager der wichtigen Medien sich auf diesen Konsens einigten: „Es reicht mit dieser Einschüchterung, wir werden die berühmtesten dänischen Mohammed-Karikaturen jeden Tag veröffentlichen, bis die Islamisten erschöpft sind und nicht länger randalieren.“ Was würde geschehen, wenn regelmäßig Vorfälle mit Koranverbrennungen aufträten?

Würde die Wiederholung eine Institutionalisierung anregen, immer weitere empörte Reaktionen hervorrufen und für die Islamisten ein Vehikel bieten, größere Macht zu gewinnen? Oder würde es zu einer Routinisierung führen, zu Abnutzungserscheinungen bei den Islamisten und einer Einsicht, dass Gewalt für ihre Sache kontraproduktiv ist?

Ich sage Letzteres voraus; wenn jeden Tag eine Mohammed-Karikatur veröffentlicht wird, wenn Koranschändungen quasi auf regelmäßiger Basis stattfinden, wird das den Islamisten erschweren muslimische Mobs zu mobilisieren. Wäre das der Fall, könnten Westler einmal mehr mit dem Islam so umgehen, wie sie das mit anderen Religionen tun – frei, ohne Angst Kritik zu üben. Das würde den Islamisten demonstrieren, das Westler nicht kapitulieren werden, dass sie das islamische Recht ablehnen, dass sie bereit sind für ihre Werte einzustehen.

Das ist also mein Appell an alle westlichen Redaktionschefs und Sendeleiter: Zeigen Sie jeden Tag eine Mohammed-Karikatur, bis die Islamisten sich an die Tatsache gewöhnt haben, dass aus heiligen Kühen Hamburger gemacht werden.

Daniel Pipes (www.DanielPipes.org) ist Präsident des Middle East Forum
© 2012 by Daniel Pipes. Alle Rechte vorbehalten

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