Wie berechtigt ist der Vergleich ISIS = Hamas?

26. August 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Geistesgrößen, Islam+Islamismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 22. August 2014

ISIS=Hamas

Eine Menge Leute vergleichen in letzter Zeit Hamas mit ISIS und Hussein Ibish schlug gestern auf sie ein:

H.Ibish1Diese israelische Hasbara-Kampagne Hamas=ISIS ist mehr als armselig. Richtig miserabel und es besteht keine Veranlassung dazu. Übertreibung ist durchsichtig idiotisch.

Als Reaktion auf eine Frage von Clifford May, dem Präsidenten der Foundation for Defense of Democracies, sagte Ibish, die Antwort sei „zu grundlegend“:

May+Ibish1May Ernsthafte Frage: In welchen signifikanten Punkten unterscheiden sie sich?
Ibish Ich kann Ihnen auf Twitter keinen Grundkurs Nahost und IR geben. Zu grundlegend. Wenn Sie eine Podiumsdiskussion dazu machen und mit mir diskutieren wollen, ok.

Der Thread ging weiter:

May+Ibish2Ibish – Ich kann auflisten, dass sie in nur so wenig übereinstimmen: 1) beide islamistische; 2) bewaffnet; 3) glauben an unterschiedliche Formen von „Jihad“. Das ist alles.
May – Bewaffnete Islamisten, die Krieg gegen Ungläubige führen, ein neues Kalifat errichten wollen – das erscheint mir als hohes Maß an Gemeinsamkeit.
Ibish – Die 2 letzen nicht wirklich gemeinsam, das Begriffe unterschiedlich definiert. Aber wenn Sie klare Unterschiede nicht erkennen, ist Ihnen nicht zu helfen.
May – OK, bleiben wir dann bei Ihrer Liste. Bewaffnete Islamisten, die Jihad gegen Ungläubige führen. Das ist eine Menge Gemeinsamkeit.
Ibish – Wenn Sie glauben, dass alle bewaffneten Islamisten dasselbe sind, dann sind Sie unfähig eine grundlegende MENA-Analsye zu machen. Traurig.
May – Ich finde, bewaffnete Islamisten, die Jihad gegen Ungläubige führen, haben mehr, das sie eint, als was sie trennt. Stimmen Sie dem wirklich nicht zu?

H.Ibish2

Ibish Bei einer Menge Schlüsselpunkt des zeitgenössischen Nahen Ostens mache ich das in der Tat, ja. Wenn Sie wirklich glauben Hamas = ISIS, dann gewaltiges Mangelhaft.

Ibish argumentierte in diesem Thread nicht wirklich, er stellt nur Behauptungen auf.

Es gibt einige Unterschiede zwischen islamistischen Gruppen. Die Hamas hat z.B. salafistische Gruppen im Gazastreifen bekämpft. Al-Qaida kritisierte einmal die Hamas – man glaubt es kaum: weil diese Zivilisten beschoss!

Doch während die Taktiken der Gruppen sich unterscheiden mögen, gilt das für ihre Ziele nicht. Vielleicht sind das für Ibish grundlegende Unterschiede, aber ich glaube, dass diese Unterschiede taktischer Natur sind, nicht strategischer.

Das alles überragende Ziel eines islamischen Kalifats ist das wichtigste Thema. Natürlich stimmen sie nicht überein; wann sind Araber jemals geeint gewesen? Doch angesichts derselben Ziele und annähernd derselben Missachtung der Menschenrechte sind die Unterschiede weit geringer als ihre Gemeinsamkeiten.

Denn alle drei Gruppen werden tun, was immer sie für notwendig erachten, um ihre Ziele zu erreichen.

Obama Kloppen – Imam Obama

24. August 2014 um 9:32 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Islam+Islamismus, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Michael L., Israel Thrives, 22. August 2014

Barack Obama ist nicht nur ein höchst erfolgreicher Politiker, er ist offenbar jetzt auch Imam und dadurch qualifiziert zu entscheiden, wer Muslim ist und wer nicht.

Er redet von Martha’s Vineyard aus, als er von der Enthauptung des Journalisten James Foley durch den Islamischen Staat (ISIS) hörte und dort hatte Imam Obama folgendes zu sagen:

ISIS spricht also für keine Religion. Ihre Opfer sind überwiegend Muslime und kein Glauben lehrt Menschen Unschuldige zu masskrieren.

Nun, cih nehme an, dass hängt von der Bedeutung des Wortes „unschuldig“ ab. Kann ein Ungläubiger möglicherweise unschuldig sein? Und was ist mit Muslimen, die den Glauben nicht korrekt ausüben oder die Frömmigkeitsstandards nicht erfüllen? Sind sie nicht ungläubig und daher auch nicht unschuldig?

Sehen wir, was der Koran zu sagen hat:

Sure 2,216:
Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr etwas, während es schlecht für euch ist. Allah weiß Bescheid, ihr aber nicht.
Sure 2,216:
Der Kampf ist euch befohlen, auch wenn er euch mißfällt; aber es ist wohl möglich, daß euch etwas mißfällt, was gut für euch ist; und es ist wohl möglich, daß euch etwas gefällt, was für euch übel ist. Allah weiß, ihr aber wisset nicht.

Hier sagt uns Mohammed (gelobt sei er), dass Gewalt etwas Gutes ist! Es gibt keinen Hinweis darauf, dass es hier um Selbstverteidigung geht. Es geht um Gewalt als Tugend.

Sure 4,89:
Sie möchten gern, ihr wäret ungläubig, so wie sie (selber) ungläubig sind, damit ihr (alle) gleich wäret. Nehmt euch daher niemand von ihnen zu Freunden, solange sie nicht (ihrerseits) um Allahs willen auswandern! Und wenn sie sich abwenden (und eurer Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken), dann greift sie und tötet sie, wo (immer) ihr sie findet, und nehmt euch niemand von ihnen zum Beschützer oder Helfer!
Sure 4,89:
Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr alle gleich seiet. Nehmet euch daher keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswandern auf Allahs Weg. Und wenn sie sich abkehren, dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmet euch keinen von ihnen zum Freunde oder zum Helfer;

Ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet? Und wer genau sind diese anderen, die ergriffen und getötet werden müssen? Sie sind Ungläubige, d.h. Nichtmuslime.

Sure 8,12:
(Damals) als dein Herr den Engeln eingab: Ich bin mit euch. Festigt diejenigen, die gläubig sind! Ich werde denjenigen, die ungläubig sind, Schrecken einjagen. Haut (ihnen mit dem Schwert) auf den Nacken und schlagt zu auf jeden Finger (banaan) von ihnen!
Sure 8,12:
Da dein Herr den Engeln offenbarte: «Ich bin mit euch; so festiget denn die Gläubigen. In die Herzen der Ungläubigen werde Ich Schrecken werfen. Treffet (sie) oberhalb des Nackens und schlagt ihnen die Fingerspitzen ab!»

Die Fingerspitzen? Das klingt jetzt eher unangenehm, nicht wahr? Es ist recht schwierig sich vorzustellen, mein Kumpel Jesus würde nicht nur empfehlen Köpfe abzuschlagen, sondern Fingerspitzen strikt als Stil. Das fügt der jihadistischen Erfahrung das gewisse Etwas hinzu, dass man auf keinen Fall verpassen will.

Sure 9,5:
Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf (wa-q`uduu lahum kulla marsadin)! Wenn sie sich aber bekehren, das Gebet (salaat) verrichten und die Almosensteuer (zakaat) geben, dann laßt sie ihres Weges ziehen! Allah ist barmherzig und bereit zu vergeben.
Sure 9,5:
Und wenn die verbotenen Monate verfloßen sind, dann tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt. Bereuen sie aber und verrichten das Gebet und zahlen die Zakat, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist allverzeihend, barmherzig.

Wie auch immer, wo das herkommt, gibt es noch jede Menge mehr.

Es geht nicht darum nahezulegen, dass der Islam eine gewalttätige Religion ist, weil seine Hauptquellen oft Gewalt empfehlen. Im Gegenteil, es gibt Formen des Islam und unzählige „stillste“ Imame, die aufrichtig für Frieden eintreten. Natürlich gibt es auch Formen des Islam und unzählige lärmende Imame, die den Himmel um das Blut der Ungläubigen anschreien, besonders das dieser verabscheuungswürdigen Prophetenmörder.

Natürlich werden Leute herausstellen, dass es, wenn es um Gewalt geht, kein Religionsbuch dieser Welt so blutig ist wie die Bibel. Die Bibel ist zweifellos viel blutiger als der Koran. Der Unterschied besteht darin, dass das Blutvergießen beschrieben wird, nicht vorgeschrieben. Nirgendwo in der Bibel wird den Juden gesagt, sie sollten auf die Ungläubigen Jagd machen und sie ermorden.

Das Judentum stellt sich nicht in Gegnerschaft zu anderen Glauben, der Islam tut das aber definitiv.

Auf jeden Fall mag ich es nicht vom Präsidenten der Vereinigten Staaten angelogen zu werden; es gibt in der Tat Glauben, die Gewalt gegen die Unschuldigen fordern. Im Koran macht der Islam das ganz direkt. Man kann es in jede beliebige Richtung drehen. Man kann die oben angeführten Passagen so interpretieren, dass sie etwas und alles andere bedeuten, als was sie tatsächlich sagen. Man kann sich in Knoten verdrehen, um zu erklären, dass Aufforderungen zu Gewalt in Wirklichkeit keine Aufforderungen zu Gewalt seien, sondern etwas völlig anderes.

Wissen Sie, vielleicht sollte der Typ, der die Muslimbruderschaft unterstützte, einfach seine Klappe halten, wenn es um die Religion anderer Leute geht. Wenn er sich nicht dazu aufraffen kann wahrheitsgemäß zu reden, dann wäre es weit besser, er würde überhaupt nichts sagen.

Und übrigens, so ganz nebenbei: Wie kommt es, dass Obama derart gegen den Islamischen Staat ist, dass er glaubt, die Hamas sollte Teil einer Einheitsregierung sein? Sollte, solange wir Islamisten stärken, nicht der Islamische Staat auch Teil einer Einheitsregierung im Irak sein? Nein? Warum nicht?

Der einzige wirkliche Unterschied, den ich zwischen der Hamas und dem Islamischen Staat erkennen kann, ist der: Während die Hamas Muslime und Christen und Juden tötet, hat der Islamische Staat bisher nur Muslime und Christen getötet. Vielleicht sollten sie ein paar Juden in diesen Mix bekommen, damit sie die antizionistische Linke hofieren können und sich so für politische Unterstützung bei Westlern qualifizieren.

Sehen Sie, das zeigt die Zusammenhanglosigkeit der Außenpolitik Obamas auf, die ich seit Jahren aufzeige.

Er begünstigt die Muslimbruderschaft, aber nicht Al-Qaida.

Er begünstig die Hamas bis zu dem Punkt dass er sie innerhalb einer „palästinensischen“ Einheitsregierung an der Macht sehen will, aber er will den Islamischen Staat im Irak und Syrien bekämpft sehen.

Das macht keinen Sinn. Man kann nicht die Muslimbruderschaft begünstigen, während man Al-Qaida ablehnt, denn Al-Qaida ist die Muslimbruderschaft.

Entweder ist man gegen den politischen Islam oder man ist es nicht. Man kann sich nicht die Rosinen herauspicken, bei welcher dieser bösartigen Islamisten-Organisationen man sich einschmeichelt, denn sie alle repräsentieren dasselbe und allesamt würden dich in New York lieber tot sehen, sollten sie auch nur ansatzweise die Chance dazu bekommen.

Ich-war-schon-anti-Obama

Die Religion des Friedens

9. August 2014 um 13:30 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Islam+Islamismus, Medien + Islam, Terroranschläge, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Im Focus gab es eine (interaktive) Weltkarte des Terrors. Die Überschrift des zugehörigen Artikels beinhaltete den Satz: „In diesen Ländern morden Islamisten und Separatisten.“

Weshalb die Einzelzeiten zu Südamerika nicht weiter ausgeführt werden, weiß der Geier (in Kolumbien sind Kommunisten am Werk, teilweise unterstützt vom Regime in Venezuela). In der Ukraine gibt es die „Separatisten“. Alle anderen (17) großen Konfliktherde haben eines gemeinsam: Die Terroristen sind Leute, die sich auf den Koran und ihren zugehörigen Propheten berufen und aus religiöser Überzeugung massenmorden. (Thailand ist den Focussierern wohl entgangen, weil es dort zwischen Regierung und Opposition in Bangkok Probleme gibt, die in der westlichen Wahrnehmung alles andere überlagern.)

Weltkarte des Terrors

Wir bekommen sehr anschaulich gezeigt, wie viel Frieden diese Religion schafft…

Linke Sorgen

6. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Europa+Islam, Gesellschaftspolitik | Hinterlasse einen Kommentar
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gefunden auf Facebook und eingedeutscht:

Linke-Ozeane-Islamophobie

Islamofaschistische Einigkeit

22. Juli 2014 um 16:55 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, die Welt+Nahost, Karika-Tour | Hinterlasse einen Kommentar
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DryBones, 21. Juli 2014

Die Welt wird getäuscht und fehlgeleitet, während sowohl Ägypten als auch Israel sich der islamofaschistischen Bedrohung stellen, der wir beide in Gestalt der Hamas ausgesetzt sind.

Warum sich die arabische Welt in einer emotionalen Nakba (Katastrophe) verliert und wie wir sie darin belassen.

15. Juli 2014 um 13:23 | Veröffentlicht in Araber, die Welt+Islam, die Welt+Nahost, Nahost-Konflikt | 3 Kommentare
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Richard Landes, Tablet, 24.06.2014

Verhindert der Westen selber Fortschritte im Friedensprozess, indem er die Dynamik von Ehre und Scham in der politischen Kultur der Araber ignoriert?

Anthropologen und studierte Historiker haben schon lange verschiedene Stammeskulturen – kriegerische, nomadische – identifiziert, in denen es spezifische Ausprägungen von Ehrenkodexen gibt, deren Verletzung eine schwächende Scham hervorbringt. Der Einzelne, welcher dabei versagt Rache an einem Mörder eines Stammesmitgliedes zu nehmen, bringt Schande über sich (was ihn zu einer Frau macht) und schwächt den Klan, was zu weiteren Angriffen geradezu einlädt.

Im zweiten Weltkrieg suchte die USA Hilfe bei Anthropologen wie Ruth Benedict, um herauszufinden, welche Rolle Ehre und Scham bei den Entscheidungen der des japanischen Militärs spielten, was zum Sieg im pazifischen Kriegsschauplatz und dem Buch „Die Chrysanthemen und das Schwert“ führte. Mit ihr als Vorbild analysierte der große Klassizist E. R. Dodds in seinem Werk „Die Griechen und das Irrationale“ den Jahrtausende langen Wechsel der griechischen Kultur von einer „Scham-“ hin zu einer „Schuld“-Kultur, in dem er eine Welt darstellte, in der vor allem Ruhm und Ehre, denn Gewissen oder Angst vor göttlicher Vergeltung die Menschen handeln lässt.

Schon vor der geballten Verachtung des Literaturkritikers Edward Said gegen eine „Ehre – Scham“-Analyse in „Orientalism“ (1978) wichen die Anthropologen vor einer solchen Annäherung zurück, schien sie doch einen von Natur aus boshaften Vergleich zwischen primitiven Kulturen und dem moralisch überlegenen Westen zu beinhalten. Die Aufnahme von Saids Werk verstärkte diesen kulturellen Relativismus: Sorge um Ehre und Scham bewegt jeden und der einfache Gegensatz von Scham und Schuld muss daher letzten Endes rassistisch sein, besonders aber im Kontext von Vergleichen der arabischen Welt mit dem Westen. Sogar bei Geheimdiensten, deren Aufgabe es sein sollte, wie der Feind zu denken, wurde es zum Standard, den Rückgriff auf eine Ehre/Scham-Dynamik zu verweigern.

Jede noch so großzügige Person sollte ein gesundes Unbehagen gegenüber dem „Anderen“ haben, was eine scharfe Linie zwischen zwei Menschen zieht. Wir verwischen diese Linie nur um ein bisschen höflich zu sein; Ehrenmorde werden daher zum Beispiel als eine Art häuslicher Gewalt gesehen, die auch im Westen vorkommt. Und überhaupt sind die Sorgen um Ehre und Scham doch universell: Nur Heilige und Soziopathen scheren sich nicht darum, was andere denken und keine Gruppe hält ohne einen Ehrenkodex zusammen.

Aber auch wenn diese Praxis überall vorhanden ist, sollten wir in der Lage sein festzustellen, dass es in manchen Kulturen Stimmen gibt, die öffentlich die Werte von Ehre/Scham in einer Art und Weise unterstützen, die dem Fortschritt und einer liberalen Gesellschaft widersprechen. Die arabische Gesellschaft zum Beispiel tendiert – ungeachtet einiger liberaler Stimmen und nobler Gegner – zu einer Vormachtstellung durch Aggression, einer Politik des „starken Pferdes“ (Recht des Stärkeren), der Anwendung der Hama-Regeln – was sich alles so kombiniert, dass der Nahe Osten zwischen Gefängnis und Anarchie, zwischen Sisis Ägypten und Assads Syrien gefangen ist. So gut sie auch gemeint ist, unsere Unfähigkeit die Rolle der Ehre/Scham-Dynamiken in der Entstehung dieser politischen Kultur zu diskutieren zeigt ein Dilemma auf: Indem wir schweigen, verleugnen wir es nicht nur, sondern damit stärken wir diese brutalen Werte und schwächen jene, die wir schätzen.

Wenige Konflikte sind besser dazu geeignet diese Dinge zu erkunden, als der arabisch-israelische Konflikt.

*****

Um die Rolle der absoluten Ehre/Scham-Sorgen der Araber gegenüber Israel zu verstehen, muss man zuallererst die Rolle der Juden in der arabisch-muslimischen Ehren-Gruppierung verstehen. In den 13 Jahrhunderten vor dem Zionismus waren die Juden in den muslimischen Ländern Subjekte eines politischen Statutes, der genau um die Ehre (der Muslime) und der Scham (die Juden) herum gebaut war. Die Juden waren Dhimmis, geschützt vor muslimischer Gewalt, wenn sie ihre tägliche Erniedrigung und rechtliche Unterdrückung akzeptierten. So schreibt Chateaubriand im 19. Jahrhundert. „Als spezielles Ziel der (muslimischen und christlichen) Verachtung, beugen die Juden ohne Beschwerde ihre Köpfe, sie ertragen alle Ungerechtigkeiten ohne Gerechtigkeit zu verlangen, sie lassen sich durch einen Luftzug niederschmettern … Durchstreift man ihre Wohngebiete, findet man diese Menschen in schrecklicher Armut.“

Mehr als ein Jahrtausend lang bestand die arabische und muslimische Ehre darin, ihre Dhimmis zu beherrschen und zu erniedrigen – und wenn Reformer hin und wieder deren staatlichen Status verbesserten, so verursachte dies eine heftige Verletzung der muslimischen Ehre. So beschreibt ein britischer Gesandter die Folgen der Reformen durch Muhammed Ali: „Die Musulmanen bedauern zutiefst den Verlust ihrer Erhabenheit welche sie alle & individuell gegen alle anderen Glaubensrichtungen ausleben …. Ein Musulman glaubt, dass ein Christ – & noch mehr ein Jude – ihm gegenüber untergeordnet ist und so handelt er auch.“

Wenn man sagt, allein die Aussicht auf eine autonome politische jüdische Entität wäre für die von Ehre getriebenen arabischen und muslimischen Politiker im 20. Jahrhundert wie im 10. Jahrhundert eine Blasphemie gegen den Islam und eine Beleidigung der arabischen Männlichkeit, heißt das nicht, dass alle Epochen der muslimischen Herrschaft eine absichtliche Herabwürdigung der Dhimmis mit sich brachten. Auch kann man nicht behaupten, dass alle Araber so denken. Im Gegenteil, diese Art der testosterongefüllten und autoritären Debatte bürdet seine Interpretation von Ehre der gesamten Gemeinschaft auf, sehr oft gewaltsam. Während einige Araber in Palästina 1948 die Aussicht auf eine jüdische Souveränität als große Chance sahen, stimmten die arabischen Anführer und die „Straße“ darin überein, dass Israel um der arabischen Ehre willen zerstört werden musste und jene, die sich dagegen aussprachen Verräter an der arabischen Sache seien.

Schlimmer noch: Die Bedrohung der arabischen Ehre kam nicht von einem würdigen Feind, wie den westlichen Christen, sondern von den Juden, der traditionell passivsten, niedrigsten und feigsten Bevölkerung, über die die Muslime herrschten. So wie die Athener im 5. Jahrhundert v.d.Z. den Meliern sagten,

man fürchtet weniger eine Eroberung durch andere beherrschende Mächte, wie es die Spartaner tun, als das, was geschieht, wenn eine herrschende Macht von ihren eigenen Untergebenen attackiert und besiegt wird.

Also war die Aussicht auf einen unabhängigen Staat jener, die eigentlich Dhimmis sein sollten, für die arabischen Anführer mehr als verletzend. Er gefährdete den Islam. So sprach Rahman Azzam Pascha, das Leiter der neu gegründeten Arabischen Liga, für seine „Ehren-Gruppe“, als er drohte: „Wenn die Zionisten es wagen einen Staat zu gründen, werden wir Massaker verüben, gegen die alles, was Dschingis Khan und Hitler begangen haben, Kleinigkeiten sind.“ Wie die Armenier nur eine Generation vorher feststellen mussten, reichte schon der Verdacht einer Rebellion für ein Massaker.

Damit wurde die Niederlage von 1948 zum katastrophalsten aller Ergebnisse für diese „Ehren-Gruppe“. Sieben arabische Armeen, die die Ehre von hunderttausenden Arabern (und Muslimen) vertraten, wurden von weniger als einer Millionen Juden besiegt, die die Überlebenden des mörderischsten und effektivsten Genozid der Geschichte waren. Menschen unterlegen zu sein, die so niedrig auf einer Skala waren, dass es eigentlich unehrenhaft war, gegen sie zu kämpfen – nichts konnte erniedrigender sein. Und diese Verletzung geschah auch noch auf der offenen Bühne der neuen Nachkriegs-Weltgemeinschaft, vor der die Arabische Liga lauthals deren Abschlachten verkündet hatte. In der Geschichte der globalen Öffentlichkeit hatte noch keine so kleine oder große Gruppe einen derartigen Ehrverlust und Scham vor einem solch großen Publikum hinnehmen müssen.

Neben der Nakba (Katastrophe), die hunderttausende der arabischen Einwohner des ehemaligen britischen Mandatsgebiets Palästina betraf, finden wir eine wesentlich größere psychologische Katastrophe, die die gesamte arabische Welt und vor allem ihre Anführer betrifft: Eine Demütigung, die so groß ist, dass die arabische Kultur der Politik und des Diskurses damit nicht fertig werden konnte. Daher benutzen die Flüchtlinge den Begriff Nakba als Vorwurf den arabischen Anführern gegenüber, die diesen Krieg angefangen und verloren hatten, auch um diese zu verletzen. In einer Gesellschaft, die weniger von Ehre besessen und Selbstkritik gegenüber offener gewesen wäre, hätte dies zu einem Austausch der nationalen Eliten und zu Anführern geführt, die mit der Weltpolitik der Vereinten Nationen und dem Marshall-Plan erfolgreich zusammengearbeitet hätten. Aber wenn der äußere Schein über allem steht, beschämt jede öffentliche Kritik die Nation, das Volk und seine Anführer.

Im Zustand tiefster Erniedrigung und Kraftlosigkeit auf der Weltbühne wählten die arabischen Anführer stattdessen die Leugnung – die Juden hatten nicht, konnten nicht, durften nicht gewonnen haben. Der Krieg war nicht – konnte nie – vorbei sein, bis zum Sieg. Wenn die Flüchtlinge verschwänden, absorbiert würden von den Brüdern in deren Länder sie geflohen waren, dann wäre dies die Anerkennung des Unerträglichen – dass Israel gewonnen hat. Und so verdoppelte die arabische „Ehren-Gruppe“, getrieben von Wut und Verweigerung, die Katastrophe ihrer eigenen Flüchtlinge. Sie ließen sie in Lagern leiden, eingefroren in dem Moment der Erniedrigung, wartend und gegen den zionistischen Sieg ankämpfend, der anerkannt werden müsste. Das fortwährende Leid derer, die auf dem Altar des arabischen Stolzes geopfert wurden, schreit in der arabischen Welt nach Vergeltung an den Juden. Derweil wurden die Juden als Akt der Rache überall dort verjagt, wo die Muslime an der Macht waren.

Die Auslegung der Ehre durch die arabischen Anführer hat dazu geführt, dass sie die Niederlage ihres eigenen Nullsummen Spiels – wir werden sie massakrieren – mit einem Minussummen Spiel beantworteten. Die Zerstörung des israelischen „Anderen“ wurde ausschlaggebend, egal wie sehr durch diese Sache die Araber, vor allem die Palästinenser, zu leiden hatten. „Keine Anerkennung, keine Verhandlungen, keinen Frieden!“ Kein Israel. Eher belassen sie Millionen Araber unter jüdischer Herrschaft, als dass über eine Lösung verhandelt würde. Lieber sterben als erniedrigt leben. Lieber Selbstmord begehen um Juden zu ermorden, als mit ihnen Frieden zu schließen.

*****

So offensichtlich diese Betrachtungen sind, ihre Auswirkungen werden nach wie vor nur selten in den politischen Zirkeln diskutiert. Die derzeitigen Friedenspläne setzen dagegen voraus, dass beide Seiten bereit sind die notwendigen Konzessionen zu machen und dass ein Kompromiss ein Gewinn für beide Seiten ist. Ein verblüffter BBC-Sprecher rief aus: „Du meine Güte, es ist so einfach, man könnte es mit einer einfachen E-Mail lösen!“ Oder wie es Jeremy Ben Ami ausdrückte: „Es bräuchte 60 Sekunden, um eine grundlegende Lösung zu finden.“ Aber es ist nur einfach, wenn man glaubt, die Araber würden ihr eisernes Nullsummen Spiel aufgeben, in dem jeder Gewinn Israels ein inakzeptabler Verlust an Ehre für sie ist; ihre Ehrenwächter nicht länger daran festhalten, Verhandlungen seien ein Zeichen der Schwäche, des Kompromisses, beschämend und jeder Friede mit Israel, jeder Sieg Israels, egal wie klein, sei eine Beleidigung des Islams. Während und, wesentlich bemerkenswerter, nach Oslo wurde es zu einem Glaubensgrundsatz der Politiker und Weisen, dass die alte Zeit des arabischen Irredentismus vorbei sei. So stellte ein NPR-Kommentator (während der Intifada) fest: „Jeder Palästinenser mit einem dreistelligen IQ weiß, dass Israel da ist, um zu bleiben.“

Die herablassende Weise dieser Bemerkung passt lediglich zu ihrer Fehlerhaftigkeit. Nicht nur, dass sie die gesamte Führerschaft der Hamas als Idioten ansieht, sondern sie ignoriert, wie tief das psychische Trauma Israel in der arabischen Welt geht. Khaled Ma´aschal von der Hamas, keineswegs mit einem ein zweistelliger IQ versehen, sagte Folgendes auf dem Höhepunkt der Intifada:

Morgen wird unsere Nation (Islam, nicht Palästina) auf dem Thron der Welt sitzen. … Morgen werden wir die Welt führen, das ist Allahs Wille. Bereut heute (ihr Ungläubigen) bevor euch Gewissensbisse nichts mehr nutzen. Unsere Nation schreitet voran und ihr solltet in eurem Interesse eine siegreiche Nation respektieren. … Bevor Israel stirbt, muss es erniedrigt und gedemütigt werden. Allahs Wille ist es, dass sie, bevor sie sterben täglich Demütigungen und Erniedrigungen erfahren.

Selbst bei fast vollständig verwestlichten Arabern geht die Wunde, die Israels Existenz schlägt, ungeheuer tief, ebenso der Instinkt, Israel für alle arabischen Fehler verantwortlich zu machen. Ahmed Shaikh, der Herausgeber von Al Jazeera, gibt Israel sogar die Schuld am Mangel an Demokratie in der arabischen Welt:

„An dem Tag, an dem Israel gegründet wurde, wurde die Basis für unsere Probleme gelegt. … Das liegt daran, dass wir ständig gegen Israel verlieren. Es nagt an den Menschen des Nahen Ostens, dass ein solch kleines Land wie Israel, mit gerade Mal 7 Millionen Einwohnern, die arabische Nation mit 350 Millionen Menschen besiegen kann. Das verletzt unser kollektives Ego. Das palästinensische Problem ist in den Genen eines jeden Arabers. Das Problem des Westen ist, dass er das nicht versteht.“

Sheikh kommt nicht zu der Erkenntnis, dass ein Ende der Kämpfe gegen Israel zur Demokratie führen könnte, sondern er glaubt, wenn der Westen die Araber gegen die Israelis gewinnen ließe, dann würden sie Demokratien aufbauen.

So transparent falsch das Verständnis in der arabischen Welt für die Probleme der Demokratie ist, wie diese Aussage zeigt, so hat sie doch viele westliche Verteidiger, die eifrig ihre „rationelle Wahl der Modelle“ bewahren. Viele Post-Orientalisten haben, in der Tradition Edward Saids, den Ausbruch der Demokratien schon seit Jahrzehnten vorausgesagt, von den 90-er Jahren bis zum „Arabischen Frühling“. Somit schockierte Yasser Arafats „Nein“ in Camp David Bill Clinton, Dennis Ross und eine Öffentlichkeit, die mit der Idee, ein Friedensprozess sei eine win-win-Situation, gefüttert wurde, während jene, die mit den Werten Arafats wichtigster Ehren Gruppe vertraut waren, die Ablehnung vohrhergesagt hatten. Wenn „das was mit Gewalt genommen wurde, nur mit Gewalt zurückgeholt werden kann“, dann hätte Arafat bei den Verhandlungen nichts bekommen, was möglicherweise die Scham weggewaschen hätte, die ein Federstrich mit sich -gebracht hätte, der ein Dar-ul-Harb inmitten des Dar-ul-Islam legitimiert hätte. Das Ergebnis war, dass Arafat als Held in den Nahen Osten zurückkehrte, während Bill Clinton und Ehud Barak (und, so wird berichtet, einige jüngere palästinensische Unterhändler) trauerten.

Doch das alles spielte für Experten wie Robert Malley und Robert Wright keine Rolle; sie erklärten, welche Gründe Arafat gehabt hatte, nein zu sagen. Natürlich bedeutete die Rationalisierung der Beweggründe Arafats, den Israelis die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen zuzuschieben und damit nachträglich auch für die Explosion an Gewalt gegen sie. Als Cherie Blair Verständnis für die Verzweiflungder Selbstmordattentäter äußerte, projizierte sie ihre liberale Weltsicht auf Menschen, die eigentlich nur nach der höchsten Ehre streben, die ihnen ihre Gesellschaft geben kann: Im Krieg zur Tötung der Juden als Märtyrer zu sterben. Die Israelis selber bieten bei dieser Umkehrung der Verantwortung stattliche Hilfe. Unfähig die Unterschiede zwischen Strategie und Taktik zu erklären, kritisieren sie beide Seiten, ein Nullsummen Spiel zu spielen, wobei aber nur ihre Seite das als Tadel betrachtet.

*****

Die politischen Folgen sind schwerwiegend. Das „rationale“ Modell nimmt an, dass die Grenzen von 1967 (Waffenstillstandslinien on 1949) der Schlüssel sind und ein Rückzug der Israelis die rationalen Forderungen befriedigen und damit der Konflikt gelöst sei. Beachtet man aber die Ehre-Scham-Kultur, legt diese nahe, dass ein solcher Rückzug noch mehr Aggressionen im Drang nach wahrer palästinensischer Ehre auslösen würde, die bedeutet: „Ganz Palästina, vom Fluss bis zum Meer.“ Um die Logik einer win-win-Lösung von Konflikten zu beschreiben, schrieb der Militärhistoriker Andrew Bacevitch kürzlich, wenn man die zu starken Israelis ein wenig schwächen würde, könnten Verhandlungen wirklich funktionieren. Da er die Politik des „Starken Pferdes“ (Recht des Stärksten) in der arabischen Kultur und ihren tiefen Groll auf das „zionistische Gebilde“ völlig übersieht, kommt er auch nicht auf die Möglichkeit, dass eine Gleichheit noch mehr Konflikte heraufbeschwören dürfte, wahrscheinlich eher dem syrischen Bürgerkrieg ähnlich denn der skandinavischen Höflichkeit, auf die er sich beruft. Die Israelis, selbst jene aus dem Friedenslager, wissen das instinktiv und widerstehen dieser Art von Konzessionen; Außenstehende und dogmatische Selbstbeschuldiger sehen in diesem Widerstand das eigentliche Problem.

Für die Israelis könnte der Irrsinn dieser abstrusen Debatte über den Zweck und die Bedeutung einer Ehre-Scham-Kultur nicht größer sein. Die Zukunft Israels hängt von der Fähigkeit ab zu verstehen, warum ihre Nachbarn sie hassen und was bei den Versuchen, mit dieser Feindschaft umzugehen funktioniert und was nicht. Es wäre eine kriminelle Nachlässigkeit, dies nicht zu beachten.

Aber das Problem geht weit über Israel und seine Nachbarn hinaus. Wie jeder, der ein wenig aufmerksam ist, weiß, vertreten die salafistischen Jihadisten, die den Islam weltweit gekapert haben, genau diese Mentalität der Ehre-Scham-Kultur in ihrer rabiatesten Form: das existentielle Drama von demütigen oder gedemütigt werden, herrschen oder beherrscht werden, ausrotten oder ausgerottet werden. Der Dar-al-Islam muss den Dar-ul-Harb erobern. Unabhängige Ungläubige (harbis) müssen spektakulär erniedrigt werden, ihre Frauen müssen vergewaltigt werden; der Islam muss die Welt beherrschen oder er geht unter. Die Sprachen der schiitischen oder sunnitischen Jihadisten haben beide denselben Ton: Ehre, Plünderungen, Herrschaft, Scham, Erniedrigung, Frauenhass, Wut, Rache, Verschwörung und die paranoide Angst vor einer Implosion.

Es ist nicht so, dass unsere Politiker – und hier meine ich nicht nur die Israels sondern des gesamten demokratischen Westens – die Dynamik der Ehre und Scham nicht beachten würden. Sie nehmen sie nur nicht ernst. Sie nehmen sie als kindische, oberflächliche Sorgen wahr, die man mit freundlichen Worten und Gesten beruhigen kann, dann werden diese guten Menschen sich wieder wie so benehmen, wie jemand, der rationale Entscheidungen trifft, und wir können auf bekannten und vernünftigen Wegen weiter machen. So war es, als Papst Benedikt von der „im Islam innewohnenden Gewalt“ sprach, was in der gesamten islamischen Welt zu gewaltsamen Aufständen führte, die den Papst in die Pflicht nahm, sich für diese Provokation zu entschuldigen. Witzigerweise konnte nur das jemanden in der muslimischen Welt davor bewahren aus Versehen getötet zu werden, getötet beim Protest dagegen, gewalttätig genannt zu werden.

Aber Kultur ist keine oberflächliche Frage von Benehmen. Im Nahen Osten ist die Ehre ein Teil der Identität. Beschwichtigungen und Konzessionen sind ein Zeichen der Schwäche. Wenn es von den eigenen Anführern praktiziert wird, kommt es zu protestierenden Ausschreitungen, beim Feind sorgt es für weitere Angriffe. Benjamin Netanjahu stoppte die meisten Siedlungsaktivitäten für neuen Monate, Barack Obama ging nach Saudi Arabien um gegenseitige Zugeständnisse zu erreichen, die er Kairo verkünden wollte, König Abdullah bekam einen Anfall und die Palästinenser stellten weitere Forderungen. Und die wenigsten fragen sich, ob man sich für die logische Basis der Verhandlungen – Land gegen Frieden – in der kulturellen Realität dieser Ecke der Welt überhaupt etwas kaufen kann. Wenn doch nur Israel etwas vernünftiger wäre…

Wenn wir den Sorgen der Araber (und der muslimischen Jihadisten) um ihre Ehre nachgeben, indem wir alles vermeiden, von dem sie behaupten, es würde sie beleidigen, glauben wir, unser Großmut und unsere Beschränkung würden irgendwann diese Extremisten dazu bringen, etwas vernünftiger zu sein. Stattdessen wird es darin enden, dass wir uns selbst zum Schweigen verdammen und uns damit mitschuldig an ihrem absolut kriegerischen Verhalten gegenüber allen „anderen“ machen, weil wir es honorieren und damit bestätigen. Es wird zu einem Schattenboxen, während wir glauben, wir würden für den Frieden arbeiten, endet es damit, dass wir die giftigste Schwäche der arabischen Welt bestätigen und munitionieren – ihre Unsicherheit, ihr Bestehen auf Alles oder Nichts bei allen Auseinandersetzungen, ihr Hang zur Rache, ihre paranoide Suche nach Sündenböcken, ihren von Scham getriebenen Hass. Und daran ist nichts Großzügiges, Rationales oder Fortschrittliches.

Richard Landes, Professor für Geschichte an der UniversitätBoston, ist Autor des Buches „Heaven on Earth: The Varieties of the Millennial Experimence.“ Er bloggt auf Augean Stables.

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