Wie mündig darf der Bürger denn nun sein?

8. Mai 2009 at 17:47 | In Deutschland, EU-Europa | 1 Comment
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Die EU macht hü, aber der deutsche Bundestag macht hott – und trotzdem widerspricht es sich wohl nicht: Seit Anfang Mai gilt, dass keine Packungsgrößen mehr vorgeschrieben sind. Und können wir irgendwann nicht nur 1l, und 0,5l Milch kaufen, sondern vielleicht auch 0,45l oder 0,9l. Und statt z.B. 450g Marmelade finden sich jetzt 380g (überwiegend zum selben Preis). Angeblich, weil der Verbraucher es gerne so hätte und damit er wählen kann. Schließlich ist der Verbraucher mündig und kann rechnen. Außerdem muss der Kilogramm-Preis am Warenregal angezeigt werden. Ist eigentlich auch geregelt, wie gut lesbar der sein muss?

Es wurde immer mächtig mit der Mündigkeit des Bürgers argumentiert. Nicht nur in Brüssel/Strasbourg, auch in Berlin und den Landeshauptstädten. Allgemein war in der Politik nichts grundsätzlich Kritisches zu hören, wenn man von vereinzelten Stimmen absieht. Gleichzeitig soll das als Bürokratieabbau gelten.

Jetzt kommt aus Berlin die neue Segnung des Verbrauchers: Der Bundestag hat beschlossen, dass eine Packung Zigaretten mindestens 19 Glimmstengel enthalten muss. Die Erlaubnis von Packungen mit 17 Zigaretten wird gestrichen.

Was sagt uns der Bundestag damit in Sachen „mündiger Bürger“? Dieser ist offenbar in der Lage bei Lebensmitteln auch die krummsten Größen zu meistern, aber bei Zigaretten geht das nicht? Marmelade, Milch, Wurst, Käse, usw. sind Freiwild für die Verpackungswut der Hersteller, aber ein Mäßigraucher darf keine Packung mit 6, 10, 12 oder 15 Sargnägeln kaufen können? (Ich bin übrigens militanter Nichtraucher.) Bei Lebensmitteln ist der Bürger obermündig, bei allem anderen muss er gegängelt werden?

Okay, wer fragt mal bei der EU an, ob das im Sinne des Bürgers oder seiner Mündigkeit sein kann. Dann haben sie im Spielzeug-Parlament und bei den Vorschriften-Erfindern von der EU-Kommission wieder ein paar Jahre zu tun, bis sie auch das wieder per bürokratischer Verordnung von oben ohne demokratischen Entscheid entbürokratisiert haben. Dann kann der Bundestag sein Verordnungswut wieder an etwas anderem auslassen; die EU-Bürokratie wird weiter ihre eigenen Gängelungsmechanismen aktivieren. Aber Hauptsache, sinnvolle Einschränkungen werden aus Freiheitsgründen über Bord gekippt, Unsinniges findet den Weg in dicke Vorschriften-Werke und sorgt dafür, dass Bürokraten niemals arbeitslos werden können…

Europas Krieg gegen die freie Meinungsäußerung

12. Februar 2009 at 23:40 | In EU-Europa, Europa+Islam, Medien + Islam, USA, die Welt+Islam | 3 Comments
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Sören Kern, Brussels Journal, 7. Februar 2009

Das Appellationsgericht in Amsterdam hat einen Strafprozess gegen das niederländische Parlamentsmitglied befohlen, weil er den Islam kritisiert. Die Entscheidung des Gerichts hebt eine frühere Entscheidung der niederländischen Staatsanwaltschaft auf, die entschieden hatte, dass es nicht genug Beweise dafür gibt Geert Wilders, den Führer der konservativen Freiheitspartei, wegen Hassverbrechen anzuklagen, nachdem er seinen knallharten Film produzierte, der sagt, der Islam werbe für Gewalt. In der schriftlichen Entscheidung sagte das Appellationsgericht: „Durch die Angriffe auf die Symbole der muslimischen Religion beleidigte Wilders außerdem muslimische Gläubige.“

Das Urteil wird die muslimischen Einwanderergruppen in Holland zufrieden stellen, die das Appellationsgericht anriefen, um das Justizministerium zu zwingen Wilders wegen der Äußerung seiner Meinung vor Gericht zu stellen. Viele andere sagen aber, das Gerichtsverfahren ist ein alarmierender Angriff auf die freie Meinungsäußerung durch politisch korrekte Aktivisten-Richter, die versuchen Kritik an der wachsenden Macht des Islam in Europa zum Schweigen zu bringen.

Wilders, der sich regelmäßig gegen die Islamisierung der Niederlande ausspricht, sagt: „Das Urteil des Gerichts ist ein Angriff auf die freie Meinungsäußerung… Die Teilnahme an der öffentlchen Debatte ist zu einer gefährlichen Aktivität geworden. Wenn man seine Meinung sagt, riskiert man eine Anklage… Wer wird für unsere Kultur einstehen, wenn ich zum Schweigen gebracht werde?“

Wilders ist natürlich nur der jüngste Fall in einer Reihe niederländischer Bürger, die mit dem promuslimischen Denken im postchristlichen Holland kollidieren. 2002 wurde der Politiker Pim Fortuyn wegen seiner Ansichten zum Islam und muslimischer Einwanderung ermordet. 2004 wurde der Filmemacher Theo van Gogh erstochen, weil der einen Film produzierte, der den Islam kritisierte. 2006 wurde die ehemalige Abgeordnete Ayaan Hirsi Ali zur Flucht aus dem Land gezwungen, nachdem sie die Misshandlung von Frauen in islamischen Gesellschaften kritisierte.

Was den Fall Wilders jedoch zu einem anderen macht: Der niederländische Staat selbst gibt jetzt dem Druck muslimischer Einwanderer nach, die jegliche Meinung kriminalisieren wollen, von der gesagt werden könnte, sie beleidige den Islam oder kritisiere die muslimische Einwanderung.

Aber Holland ist nicht das einzige europäische Land, das sich im Krieg mit der Ausübung der freien Meinungsäußerung befindet. In Österreich wurde z.B. die Parlamentarierin Susanne Winter für das „Verbrechen“ verurteilt gesagt zu haben, dass „im heutigen System“ der Prophet Mohammed als „Kinderschänder“ betrachtet werden würde, wobei sie sich auf seine Heirat mit einem sechsjährigen Kind bezog. Sie wurde außerdem wegen „Hetze“ verurteilt, weil sie warnte, Österreich sehe sich eines „islamischen Einwanderungs-Tsunami“ gegenüber.

In Italien wurde die Journalistin und Autorin Oriana Fallaci vor Gericht gezerrt, weil sie schrieb, der Islam „bringt Hass statt Liebe und Sklaverei statt Freiheit“. Sie starb im September 2006, zwei Monate nach dem Beginn ihres Verfahrens. In Frankreich wurde der Romanautor Michel Houellebecq angeklagt, weil er den Islam „die dümmste Religion“ nannte. Er wurde im Oktober 2002 frei gesprochen. In der jüngeren Vergangenheit wurde die Tierrechts-Aktivistin Brigitte Bardot im Juni 2008 von einem Gericht in Paris wegen „Aufhetzung zu Rassenhass“ verurteilt, weil sie forderte, dass Muslime Tiere erst betäuben sollten, bevor sie sie schlachten.

In Großbritannien hat der Racial and Religious Hatred Act von 2006, der das neue Verbrechen der absichtlichen Aufrührung von religiösem Hass gegen Völker aus religiösen Gründen schuf, zu einem Eifer geführt, der ans Absurde grenzt. In Nottingham strich z.B. die Grundschule Greenwood ein Krippenspiel, weil es mit dem muslimischen Fest Id al-Adha kollidierte. In Scarborough entfernte das Yorkshire Coast College die Worte Weihnachten und Ostern aus seinem Kalender, um keine Muslime zu beleidigen. In Schottland entschuldigte sich das Tayside Police Department dafür einen Deutschen Schäferhund-Welpen als Werbefigur für eine Kampagne benutzt zu haben, um ihre neue Nichtnotfall-Nummer bekannt zu machen. Die Postkarten sind für die 3.000 Mitglieder starke muslimische Gemeinde möglicherweise beleidigend, weil die islamische Rechtstradition sagt, dass Hunde unrein sind.

In Glasgow wurde ein christlicher Radiomoderator nach einer Diskussion zwischen einem Muslim und einem Christen gefeuert, in der es darum ging, ob Jesus „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist. In Cheshire wurden zwei Schüler der Alsager High School von ihrem Lehrer bestraft, weil sie es ablehnten als Teil ihres Religionsunterrichts zu Allah zu beten. In East London wurden alle gewählten Mitgliedern des Stadtrats von Tower Hamlets angewiesen, sie sollten während des Tages in Stadtratstreffen während des muslimischen Monats Ramadan nicht essen. Es wurden auch Sonderarrangements getroffen, um die Stadtrats-Sitzungen für muslimische Gebete zu unterbrechen. Inzwischen wurden eine Weihnachtsfeier der Mitarbeiter in „Festmahl“ umbenannt.

Die Muslime sind auch nicht die einzigen, die die freie Meinungsäußerung in Europa einzuschränken versuchen. In Großbritannien z.B. sieht sich die Regierung Druck von Homosexuellen-Aktivisten gegenüber, einen Zusatz für freie Meinungsäußerung, der einem kontroversen „Schwulenhass“-Gesetz hinzugefügt wurde, zu kippen. Die Klausel zur freien Meinungsäußerung, die besagt, dass homosexuelle Praktiken zu kritisieren oder Menschen dazu zu drängen, sich vor solchem Verhalten zurückzuhalten, an sich nicht als Verbrechen angesehen; dieser Klausel wurde das neue Vergehen hinzugefügt: „Hetze zu homophobem Hass“. Jetzt will die Regierung aber diesen Schutz entfernen. Das Verbrechen der Hetze zu homophobem Hass schließt jegliche Worte oder jegliches Verhalten ein, die drohend sind oder dazu dienen sollen Hass zu schüren. Es droht eine Höchststrafe von sieben Jahren Gefängnis.

Auf europäischer Ebene diskutieren inzwischen Minister der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union den Entwurf einer EU-Direktive, der darauf abzielt das Verbot von Diskriminierung und „Belästigung“ in die Vorschriften des Guten und Dienstvollen aufzunehmen. Das neue Recht würde z.B. christliche Adoptions-Agenturen schließen, wenn sie es ablehnen gleichgeschlechtlichen Paaren Kinder zu vermitteln. Die Definition von „Belästigung“ ist derart schwammig, dass selbst moderate Erklärungen des christlichen Glaubens zu sexuellem Verhalten oder anderen Religionen als Verbrechen angesehen werden können.

Europas Krieg gegen die freie Meinungsäußerung ist das Ergebnis einer tief greifenden Identitätskrise, die von der alles einschließenden Aufgabe der traditionellen jüdisch-christlichen Werte im Zusammenspiel mit der Masseneinwanderung aus muslimischen Ländern verursacht ist. Aber in ihrem Eifer das freie Denken und die freie Meinungsäußerung zu kriminalisieren zerstören die linken Wächter der Orwellschen politischen Korrektheit systematisch die europäische Demokratie.

Nicht nur die politischen Eliten Europas nutzen die Gesetze über Hassverbrechen, um Menschen mit Meinungen zum Schweigen zu bringen, die der offiziellen Staatspolitik nicht entsprechen. Außerdem teilten sie die Europäer in zwei Gruppen (die Mehrheit und die Minderheit), jede mit unterschiedlichen Rechten und Verpflichtungen. Die Minderheit (Muslime, Homosexuelle, Sozialisten) drückt der Mehrheit (Nichtmuslimen, Heterosexuelle, Nichtsozialisten) ihren Willen auf, indem sie aggressiv diejenigen verklagen, die es ablehnen sich einzuordnen.

Den Europäern fehlt etwas wie der amerikanische erste Verfassungszusatz, was bedeutet, dass sie dafür bestraft werden können, die „falsche“ Meinung zu äußern. Doch der europäische Krieg gegen die freie Meinungsäußerung sollte den Amerikanern als Warnung vor den Risiken der Selbstgefälligkeit dienen. Denn die Obama-Administration sagt, sie solle „die Bundes-Hassverbrechen-Gesetzgebung stärken, den Schutz vor Hassverbrechen ausbauen, indem der Matthew Shepherd Act verabschiedet wird und die Verstärkung der Strafrechts-Abteilung des Justizministeriums neu beleben“. Einige Politiker haben darüber hinaus Unterstützung für die Wiedereinsetzung der Fairness Doctrine zum Ausdruck gebracht, womit praktisch die Meinungen von Dutzenden Millionen Amerikaner zensiert würde.

Vor über 200 Jahren warnte Thomas Jefferson vor dem langsamen Abdriften von der Freiheit in die Tyrannei, als er feststellte: „Es gibt Rechte, von denen es nutzlos ist sie der Regierung zu überlassen und von denen man immer wieder feststellte, dass Regierungen Eingriffe in sie vornahmen. Dies sind die Rechte unsere Gedanken zu denken und durch Reden oder Schreiben zu veröffentlichen.“

Werden die Vereinigten Staaten auf den Spuren Europas wandeln?

(crossposted bei EuropeNews)

Das pazifistische Spanien bewaffnet die Feinde des Westens

4. November 2008 at 21:11 | In EU-Europa, Europa+Islam, Europa-USA | 3 Comments
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Soeren Kern, The Brussels Journal, 3. November 2008

Seit Amtsantritt 2004 hat der spanische Premierminister José Juis Rodríguez Zapatero eifrig daran gearbeitet seine öffentliche Persönlichkeit als „überzeugter Pazifisten“ zu zimmern. Sein erster offizieller Akte als Chef-Pazifist war bekanntlich die spanischen Soldaten aus dem Irak abzuziehen; die Entscheidung wurde nicht nur von den spanischen Wählern stürmisch begrüßt, sondern zementierte Zapateros pazifistische Empfehlung auf der Weltbühne.

Einige Monate später stellte Zapatero angesichts eines Kritik-Hagels der Nichtpazifisten Zuhause und im Ausland, dass seine Irak-Politik auf Appeasement islamischer Terroristen hinauslief, widerstrebend weitere Soldaten für den NATO-Auftrag in Afgahnistan. Doch nur für den Fall, dass die Stationierung Zweifel an seiner Verpflichtung gegenüber pazifistischen Idealen wecken könnte, diktierte Zapatero strikte Regeln für ihren Einsatz, die spanischen Soldaten in Afghanistan verbietet tödliche Gewalt einzusetzen, eine „Vorsichtsmaßnahme“, die heute ihre Anwesenheit in dem Land praktisch nutzlos macht.

Später im selben Jahr, in seiner ersten Rede vor der UNO-Vollversammlung [pdf], warf Zapatero etwas Licht auf seine pazifistische Vision zur Erreichung des Weltfriedens. Unter Benutzung der blumigen, postmodernen Diktion, für den er inzwischen berühmt ist, erklärte er: „Kultur ist immer Frieden.“ Dann fuhr er damit fort darzulegen, dass islamische Terroristen missverstanden werden und nur dadurch besiegt werden können, dass man sich mit ihnen zum Dialog zusammensetzt.

Zapatero hat sorgfältig darauf geachtet nur Pazifisten zu spanischen Verteidigungsministern zu ernennen. Zapateros erster Verteidigungsminister, der umstrittene José Bono Martínez, verkündete: „Ich bin ein Verteidigungsminister und würde lieber getötet werden als zu töten.“ Dann gab er die Befehle aus, die den spanischen Truppen in Afghanistan verbot tödliche Gewalt gegen Talibankämpfer anzuwenden.

Zapateros zweiter Verteidigungsminister, José Antonio Alonso Suárez, glaubte es sei sein Job das spanische Militär zu demilitarisieren und in die frisch entwaffneten Streitkräfte statt dessen in eine NGO-artige humanitäre Organisation zu verwandeln. Um seine Vision zu verwirklichen säuberte er die oberen Ränge des spanischen Militärs von den Offizieren, die sich weigerten den dummen Glauben zu verlassen, dass die Hauptaufgabe des Militärs die Verteidigung der spanischen Souveränität ist.

In derselben Stimmungslage sagte Zapateros dritte Wahl und aktuelle Verteidigungsministerin Carme Chacón for kurzem: “Ich bin Pazifistin und das sind auch die Armeen des 21. Jahrhunderts.“ Und noch einmal: „Ich bin eine pazifistische Frau und die Armee ist ebenfalls pazifistisch.“ Dazu kommt, dass Chacón aus der auf Unabhängigkeit eingestimmten Region Katalonien stammt und nicht an das Konzept einer vereinten und unteilbaren spanischen Nation glaubt. Was dazu führt, dass einige Spanier sich fragen: Was will die spanische Verteidigungsministerin verteidigen? Die Antwort: Wahrscheinlich das, was die Zapatero-Doktrin genannt werden kann, von der man auf Grundlage von fast fünf Jahren politischer Reden sagen kann, dass sie hauptsächlich auf drei postmodernen „Prinzipien“ ruht:

1) Es gibt keine Art von Bedrohung, die wirklich jemals die Benutzung von Gewalt rechtfertigen kann;
2) Militär sollte in humanitäre Organisationen verwandelt werden, die zum Zivilschutz genutzt werden, statt zur Verteidigung der Souveränität;
3) für die Anwendung von Gewalt gibt es keine andere Quelle der Legitimität als die Vereinten Nationen und wenn dieses Gremium keinen Konsens erreicht, dann ist es besser nicht zu handeln, als einseitig zu handeln.

Aber setzt Zapatero wirklich um, was er predigt? Die Spanier begannen einige Zweifel zu hegen, als politisch explosive Fotos im Internet eingestellt wurden, die die spanische Fregatte Álvaro de Bazán im Persischen Golf vor der Küste des Irak als Teil der Kampfgruppe des Flugzeugträgers USS Theodore Roosevelt im Einsatz sahen. Nach monatelangen Kontroversen schaffte es Zapatero die Frage nicht zu beantworten, ob Spanien nun im Irak im Einsatz ist oder nicht.

Nun wirft die Frage spanischer Waffenverkäufe weitere Zweifel auf die Genialität der pazifistischen Neigungen Zapateros. Nach Angaben eines neuen Regierungsberichts [pdf], der dem spanischen Kongress im September 2008 vorgelegt wurde, sind die spanischen Waffenverkäufe während Zapateros Amtszeit um mehr als 130 Prozent in die Höhe geschossen, auf 933 Millionen Euro im Jahr 2007; 2004 betrugen sie noch 400 Millionen. Spanien ist jetzt nach den USA, Russland, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien und Italien der achtgrößte Waffenlieferant der Welt.

Besonderer Grund für Besorgnis sind jedoch die Empfänger der spanischen Waffen. Die Daten zeigen, dass die Zunahme der Waffenverkäufe in erster Linie nicht europäische oder westliche Staaten sind, sondern ausgeprägt nicht pazifistische Schwellenländer wie China, Kuba, der Iran und Venezuela. Spaniens größter Waffenverkauf wurde gar mit dem Diktator Venezuelas abgeschlossen, was besonders überrascht, wenn man bedenkt, dass Spanien selbst fast 40 Jahre lang unter einer Diktatur schmachtete und erst vor kurzem eine Demokratie wurde. (Zapatero glaubt natürlich, dass nur rechtsgerichtete Diktaturen widerwärtig sind; linksgerichtete und islamische Tyrannen andererseits, sind Mitreisende.) Als Antwort auf seine Kritiker definierte Zapatero in klassischer postmoderner Terminologie den 1,7 Milliarden Euro-Deal als „geschäftliche Transaktion mit pazifistischen Waffen“.

Was treibt diese spanischen Waffenverkäufe an? Spanische Arbeitsplätze natürlich, und in der Erweiterung dessen Zapateros Job. Der spanische Verteidigungssektor, der fast 20.000 Arbeitskräfte beschäftigt, hofft eine finanzielle Krise zu vermeiden, indem man Waffen an jeden verkauft, der sie kaufen will, ohne Rücksicht auf das herrschende Regime oder den möglichen Gebrauch der Waffen. Nach Angaben von Amnesty International gehen rund 40 Prozent der spanischen Waffenexporte an Länder, die in regionalen Konflikten stehen oder die Menschenrechte nicht respektieren. Ein weiterer Bericht [pdf] zeigt, dass Spanien der größte Waffenexporteur ins Subsahara-Afrika ist, einer der am stärksten von Konflikten heimgesuchten Teile der Welt.

Wenn die spanischen Waffenexport-Daten etwas bestätigen, dann einmal mehr die Heuchelei des postmodernen Spanien Zapateros, wo „hoch gehaltene“ Prinzipien in den Wind geschossen werden, wo immer sie unbequem sind.

Der Antikriegs-Idealismus der Zapatero-Doktrin ist im Wesentlichen eine neopazifistische Fassade, hinter der sich die spanische Regierung (und viele andere in Europe) verstecken, um der Verantwortung der militärischen Allianz in Afghanistan, dem Irak und andernorts aus dem Weg zu gehen. Und in dem Versuch diese Doppelzüngigkeit zu verbergen, dienst die Zapatero-Doktrin auch als edel gesinntes, antiamerikanisches Pult, von dem aus auf die USA (und Israel) für ihre Entschiedenheit, sich gegen den islamischen Terror und andere Bedrohungen der Sicherheit zu verteidigen, eingedroschen wird.

In diesem Zusammenhang zeigen Zapateros Waffenverkäufe eine weit unheilvollere Realität auf: Obwohl Zapatero und seine die westliche Zivilisation hassenden sozialistischen Ideologen nicht bereit sind ihr eigenes Land zu verteidigen, geschweige denn ihre Allianzpartner, haben sie absolut keinerlei Skrupel einige der bösartigsten Feinde der Welt zu bewaffnen.

Der spanische (und über ihn hinaus der europäische) Pazifismus hat wenig mit einem echten Wunsch nach dem Weltfrieden zu tun. Statt dessen ist er die populistische Ideologie schwacher Führer, die nur daran interessiert sind an der Macht zu bleiben und deren einzigen festen Überzeugungen sich um den Abscheu gegen ihr jüdisch-christliches Erbe dreht. Sie ignorieren das von der Geschichte überprüfte römische Sprichwort „Wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor“ und machen die Welt damit bedrohter, als sie es ohnehin schon ist.

Fehlt nur noch der GULAG

1. November 2008 at 12:26 | In EU-Europa, Gesellschaftspolitik | 1 Comment
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Warum Diana West Belgien als das „faschistische kleine Belgien“ beschreibt, ist mir eigentlich schleierhaft. Wenn weit nach links orientierte Politiker (und sonstige Aktivisten wie Richter, Polizei usw.) das lesen, werden sie schäumen, denn „faschistisch“ ist deutlich weiter „rechts“ als sie. Von daher ist die Beschreibung Belgiens als „faschistisch“ wohl kaum der geeignete Begriff. Für stalinische Justizverbrechen sollte also „sozialistisch“ gewählt werden. Aber vielleicht hat sich selbst bei konservativen Journalisten im Westen inzwischen durchgesetzt, dass extremistisch-verbrecherische Staatsakte „rechts“ anzusiedeln sind, selbst wenn im Text später ausdrücklich vermerkt ist, dass das Verhalten dieses Staates eher an die UdSSR erinnert als an das demokratische Europa.

Der Tod des Erwachsenseins

Diana West, 29. Oktober 2008

„Komischerweise gewöhnt man sich an diese Nachrichten.“
Genau das sagte mir Bart Debie, als er mir bestätigte, ja, er sei angewiesen worden sich am Mittwoch – also morgen – in einem belgischen Gefängnis zu melden, um eine einjährige Strafe wegen „Rassismus“ anzutreten.

Lassen Sie mich den grausigen Surrealismus dieser Verurteilung erklären, wie sie diesem ehemaligen Polizisten und früheren Antwerpener Stadtratsmitglied durch den belgischen Staat zugemessen wurde: Debie tätigte weder die fraglichen rassistischen Bemerkungen, noch war er während des Vorfalls anwesend. Das fügt einer politisch korrekten Verfolgung eines Mitglieds der politischen Opposition nur fürchterlichen kafkaesken und koestlerschen Sturm in dem hinzu, was man am besten als faschistisches kleines Belgien beschreibt. Natürlich hat der Ungläubigkeit zu Debies völliger Schuldlosigkeit in Sachen „Rassismus“ Ausdruck zu geben nichts damit zu tun, dass man die Legitimität solcher „Rassismus“-Verfahren anerkennt. Jede derartige verfahrenstechnische Umkurvung von Sprache ist eine krasse Verletzung der freien Meinungsäußerung; aber es ist angesichts dessen, dass Debie daran gar nicht beteiligt war, ein doppelt ungerechter, sogar absurder Aspekt dieses Falles. Daher die kafkaesken und koestlerschen Anhauchungen.

Die Geschichte hat aber auch einen Hauch von Dumas. Das fiel mir erstmals auf, als ich Debie seine Geschichte im Sommer während eines Besuchs in Antwerpen erzählen hörte, einer Stadt von rund 500.000 Menschen, darunter ca. 40.000 illegale Einwanderer, die hauptsächlich aus der Türkei und Marokko kommen.

Debie, ein athletisch wirkender 34-jähriger, war einmal ein hochrangiger Polizist. Als ich ihn traf, saß er im Stadtrat, aber als er 25 Jahre alt war, war er der jüngster Polizeiinspektor des Landes, der später für die Führung erfolgreicher Polizeieinsätze gegen die von der Mafia beherrschte Prostitution, Menschenhandel und illegale Drogenringe in Antwerpen gefeiert werden sollte. Dann kam eine Nacht im Jahr 2003, nach der die Dinge sowohl kompliziert als auch albtraumhaft werden.

Ich versuche immer noch hinter die Fakten dieses mehr als fünf Jahre andauernden Falles zu steigen, aber hier sind die hervorstechenden Punkte, wie ich sie begreife: Während sie auf die Beschwerde wegen ein paar Betrunkener reagierten, wurden Debie und seine Polizisten von fünf türkischen Männern angegriffen, die Baseballschläge rund ein Messer schwangen. Zwei Zeugen bestätigten diesen Angriff vor Gericht. Nachdem er half die Angreifer zu bändigen und zu verhaften, wurde Debie fortgerufen, um ein SEK-Team an einem anderen Ort in Antwerpen zu beaufsichtigen. Seine Leute kehrten mit den türkischen Verhafteten zur Wache zurück; diese behaupteten später, sie seien geschlagen und Rassismus ausgesetzt worden, während sie sich in der Wache befanden. Debie glaubt, dass die Schläge in seiner Abwesenheit tatsächlich passierten, obwohl seine schließliche Verurteilung dafür erfolgte, wie er erklärte, dass er „eine Atmosphäre geschaffen habe, die andere Leute dazu brachte solche Dinge zu sagen“ wie – das muss man sich vorstellen – „Jetzt haben wir fünf Lämmer hier und können sie schlachten“.

Ursprünglich wurde Debie zu einer Bewährungsstrafe verurteilt; es stellte sich heraus, dass dies aber nur das erste von zwei Verfahren war. „Ich war mit dem ersten Urteil sehr zufrieden“, erinnert sich Debie. Der Polizist, der zugab den „rassistischen“ Kommentar gemacht zu haben, blieb ungestraft und gehört heute, sagte mir Debie, zu einem „das die Diversität in Antwerpen managt“. Die Türken ihrerseits wurden nie wegen ihres Angriffs auf die Polizei belangt.

Nach dem Ausscheiden aus dem Polizeidienst entschied sich Debie für einen Sitz im Stadtrat von Antwerpen zu kandidieren und, wie er es formuliert, „Antwerpen auf diese Weise sicher zu machen“. Er kandidierte als Mitglied von Vlaams Belang, der vom Establishment verunglimpften konservativen Partei, die (1) die flämische Unabhängigkeit von Belgien anstrebt und (2) sich der Islamisierung der Kultur Europas entgegen stellt, zu der die linken Eliten in Belgien wie sonst in Europa aktiv ermutigen und teilweise in ihren Wählerschaften zu verstärken helfen. Und Debie siegte.

Und so kam es, dass die Staatsanwälte, nachdem Debie gewählt wurde, gegen sein Urteil Berufung einlegten.

Hmm. Ich frage mich, warum? Könnte es Teil der fortgesetzten Kampagne der belgischen Regierung gegen Vlaams Belang sein, die als größte politische Partei Belgiens eine ständige Drohung der Abspaltung von Belgien (immerhin Heimat des „vereinten Europa“) und der Gegnerschaft zur Islamisierung darstellt? Selbst jetzt sehen sich zwei führende Mitglieder der Partei, Filip Dewinter und Frank Vanhecke, ihren eigenen juristischen Schlachten ausgesetzt, um ihre politischen Rechte und Lebensfähigkeit gegen andere absoluten falschen Anklagen wegen „Rassismus“ zu behalten. „Rassismus“ ist die beliebteste Keule der PC-Belgier, die verzweifelt versuchen die zentralisierte Macht zu behalten.

In Debies Fall erreichten die Staatsanwälte bei diesem zweiten Mal vor Gericht die Verurteilung wegen Rassismus, die sie anstrebten – noch einmal: für Äußerungen, die Debie bei dem Vorfall auf der Wache, bei dem Debie nicht anwesend war, nicht machte.

Und was tut ein verurteilter „Rassist“ in Belgien, um seine Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft nachzukommen? Bisher hat Debie €30.000 Euro an Bußgeldern bezahlt. Er hat schon längst seine politische Karriere verloren und nach dieser neuen Verurteilung entzog ihm die Regierung Belgiens seine politischen und bürgerlichen Rechte für die Dauer von zwölf Jahren auf lokaler und für fünf Jahre auf nationaler Ebene. Was sich, offen gesagt, weit mehr nach der alten Sowjetunion anhört als nach dem Alten Europa.

Natürlich musste Debie als Mann ohne Rechte aus dem Stadtrat abtreten, wo ich ihn im Sommer traf. Ich nahm ihn mit der Videokamera neben seinem Ratsstuhl stehend auf, als er schon erwartete, dass er dort zum letztem Mal stehen würde. Ihm ist jetzt verboten für ein öffentliches Amt zu kandidieren, er darf nicht wählen und in keinem öffentlichen Dienst arbeiten. Er sagte mir, er plante 2009 zu heiraten und forschte gerade nach, ob ihm das ohne Bürgerrechte überhaupt erlaubt werden würde.

Aber das ist Zukunftsmusik. Heute, so nichts Unvorhergesehenes eintritt, meldet er sich beim überbelegten und gewalttätigen Gefängnis Vorst außerhalb von Brüssel, wo er seine Zeit an der Seite einiger der schlimmsten Kriminellen Belgiens absitzen wird, von denen eine nicht unerhebliche Zahl das sind, was Debie gequält als seine „ehemaligen Kunden“ bezeichnet.

Das setzt Debies Leben mit Sicherheit einem Risiko aus; diese Tatsache hat er den belgischen Behörden dringen vorgelegt, die es bisher aber nicht für nötig gehalten haben seine Sicherheitsbedenken in Betracht zu ziehen.

„Als ich die Nachricht [sich im Gefängnis zu melden] erhielt, rief ich den Gefängnisdirektor an“, sagte mir Debie. „Sie wussten genau, wer ich war und sagten mir: Es tut uns sehr leid, aber dies der schlimmste Ort, an den Sie geraten konnten“. Debie hat die Möglichkeit eines letzten Gesuchs an den belgischen Justizminister, Jo Vandeurzen. „Ich werde nicht wegen meiner Verurteilung streiten; die habe ich akzeptiert“, erklärte er. Angesichts des akuten Risikos für seine physische Unversehrtheit jedoch hat Debie Vandeurzen gebeten ihm eine alternative Strafverbüßung zu gewähren, etwas wie Straßen kehren oder den Zoo sauber halten, was in Belgien nach seiner Aussage nicht ungewöhnlich ist.

Bisher hat er natürlich noch keine Antwort bekommen.

Warum schreibe ich „natürlich“? Wenn dieser Eintrag nicht wirklich die Trüffel-Tabletts im belgischen Palast erschüttert, ist es kaum vorstellbar, dass humanitäre Bedenken Erfolg haben, wo Logik und Beweise lange schon versagen. Aber wir können hoffen. (Und wir können anrufen.)

In der Zwischenzeit versucht Debie vorwärts zu sehen. „Es ist schon komisch“, sagte er, „dass es nach dem hier etwas gibt, was sie mir nicht mehr antun können. Ich werde frei sein.“

Hoffentlich früher als später.

Update durch PowerLine: Diana West hat uns informiert, das Debie nach einem Tag aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er befindet sich jetzt unter einer Art elektronischer Kontrolle/Hausarrest. Ihm sind weiterhin seine Bürger- und politischen Rechte entzogen, sein Sitz im Stadtrat und seine berufliche Laufbahn bei der Polizei verwehrt. Aber zumindest sieht er sich nicht weiter der Aussicht ausgesetzt im Gefängnis von seinen „ehemaligen Kunden“ angegangen zu werden.

Belgien gilt als Modell für “Europa”. Wenn das wirklich so sein soll, dann gute Nacht. In Köln hat sich der Türken-Fritz schon ein Beispiel an seinem Kollegen von Brüssel genommen. Fat Freddie hat ja auch ein besonderes Herz für Leute, die von ihm nicht gewünschte politische Meinungsäußerer platt machen. Man kann nur hoffen, dass das nicht weiter Kreise zieht. Kein Wunder jedenfalls angesichts solcher Vorgänge (deren Revidierung nicht vor der EU eingeklagt werden kann), dass das Brussels Journal schon länger davon spricht, dass wir auf dem Weg in die EUSSR sind.

Das Quartett träumt weiter

1. Oktober 2008 at 22:45 | In EU-Europa, Europa+Nahost, Friedensinitiativen, Nahost-Konflikt, UNO, USA, die Welt+Nahost | Leave a Comment
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Notiz an die Medien

Büro des Pressesprechers, Washington D.C., 26. September 2008

Erklärung des Quartetts

Die folgende Stellungnahme wurde heute vom Nahost-Quartett (UNO, EU, Russische Föderation und USA) veröffentlicht

Text:

Die Repräsentanten des Quartetts – UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, der russische Außenminister Sergey Lawrow, US-Außenministerin Condoleezza Rice, der Hohe Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, Javier Solana, die Europakommissarin für außenpolitische Beziehungen, Benita Ferrero-Waldner und der französische Außenminister Bernard Kouchner – trafen sich heute in New York, um die Lage im Nahen Osten zu diskutieren. Zu ihnen stieß der Repräsentant des Quartetts an, Tony Blair.

Das Quartett bekräftigte seine Unterstützung der bilateralen und umfassenden israelisch-palästinensischen Verhandlungen und lobte die Parteien für ihre ernsthaften und kontinuierlichen Bemühungen seit der Konferenz von Annapolis. Das Quartett erkennt, dass ein bedeutungsvoller und ergebnisorientierter Prozess im Gang ist und rief die Parteien auf weiterhin alle Anstrengungen zu unternehmen, um vor dem Ende des Jahres 2008 ein Abkommen zu schließen. Es ermerkte die Bedeutung dieses Prozesses und die Wichtigkeit der Vertraulichkeit, um seine Integrität zu wahren. Das Quartett unterstrich seine Entschiedenheit für die nicht Unumkehrbarkeit der Verhandlungen; zur Schaffung eines unabhängigen, demokratischen und lebensfähigen palästinensischen Staates in der Westbank und dem Gazastreifen, der in Frieden und Sicherheit neben Israel besteht; und zu einem Ende des Konflikts. Das Quartett gab seinem Wunsch Ausdruck, die Fortführung der soliden Verhandlungsstruktur zu sehen, zu der substanzielle Diskussionen auf allen Ebenen gehören, darunter Kernfragen ohne Ausnahmen, um die Erfüllung der Ziele von Annapolis sicherzustellen. Das Quartett betonte erneut seinen früheren Aufruf an alle Palästinenser sich der Gewaltlosigkeit zu verschreiben, der Anerkennung Israels und der Anerkennung aller früheren Abkommen und Verpflichtungen. Die Wiederherstellung der palästinensischen Einheit auf Grundlage der PLO-Verpflichtungen würde einen wichtigen Faktor in diesem Prozess darstellen.

Das Quartett betonte die Notwendigkeit einer erneuerten Konzentration auf Verbesserungen der Lage vor Ort und erklärte, dass in den Verhandlungen sichtbarer und fühlbarer Fortschritt erzielt werden muss. Das Quartett lobte die Palästinensische Autonomiebehörde wegen der ermutigenden Ergebenisse ihrer Bemühungen den Sicherheitssektor zu reformieren, Milizen und Terrorismus entgegenzutreten und Rechtsstaatlichkeit in Gebieten durchzusetzen, die ihrer Sicherheitskontrolle unterstehen. Das Quartett lobte die jüngsten Maßnahmen der israelischen Regierung zur Aufhebung von Einschränkungen in Sachen Zugang und Bewegungsfreiheit und ermutigt zu weiteren Schritten, die die Bedingungen des zivilen Lebens und der Wirtschaft der Wirtschaft zu erleichtern. Das Quartett forderte beide Seiten auf ihre kooperativen Anstrengungen zur Sicherheit zu verstärken, um sicherzustellen, dass Israelis und Palästinenser in Frieden und Sicherheit leben. Insbesondere drängte das Quartett die Seiten zu fortgeführter Zusammenarbeit, um den in Jenin beobachteten Erfolg auf andere wichtige Zentren in der Westbank auszudehnen und rief die internationale Gemeinschaft, einschließlich der regionalen Partner, auf diese Bemühungen mit gezielten und koordinierten Hilfen und durch die fortgesetzten Anstrengungen des Quartett-Repräsentanten Blair zu assistieren. Das Quartett forderte die rasche Umsetzung des Ausgangs der Berliner Konferenz und lud alle Geber ein die auf der Konferenz in Paris gemachten Zusagen in Übereinstimmung mit dem palästinensischen Reform- und Entwicklungsplan zu erfüllen. Es begrüßte die Stellungnahme des Ad hoc-Verbindungskomitees vom 22. September und erinnerte an die Bedeutung gerechter Lastenteilung.

Das Quartett diskutierte den Status der Verpflichtungen der beiden Parteien unter der Roadmap als integralen Bestandteil der Folge von Annapolis. Das Quartett gibt seiner tiefen Sorge über die zunehmende Siedlungsaktivität Ausdruck, die einen schädlichen Einfluss auf die Umgebung hat und ein Hindernis für die wirtschaftliche Erholung darstellt; es rief Israel auf alle Siedlungsaktivitäten einzufrieren, einschließlich des natürlichen Wachstums, und Außenposten abzubauen, die seit dem März 2001 errichtet wurden. Diesbezüglich wiederholte das Quartett, dass die Parteien Taten vermeiden müssen, die Vertrauen untergraben und den Ausgang der Verhandlungen beeinträchtigen könnten. Die Mitglieder des Quartetts verurteilten die jüngste Gewalt von Siedlern gegen palästinensische Zivilisten und drängen auf die Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit ohne Diskriminierung oder Ausnahmen. Das Quartett verurteilte ebenfalls Terrorakte gegen Israelis, einschließlich der Raketenangriffe, die aus den Palästinensergebieten kommen, und betonte die Notwendigkeit weiterer palästinensischer Anstrengungen zur Bekämpfung des Terrorismus und den Abbau der Terror-Infrastruktur, wie auch, dass eine Atmosphäre der Toleranz gefördert wird.

Das Quartett verurteilte Ägypten wegen seines Bestrebens die palästinensische Teilung zu überwinden und die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen unter der legitimen palästinensischen Autonomie wieder zu vereinen. Das Quartett hieß die weiter bestehende Waffenruhe zwischen Gaza und dem südlichen Israel willkommen, die seit mehr als drei Monaten weit gehen Bestand hat und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass diese Ruhe in weiteren Erleichterungen für die Zivilbevölkerung des Gazastreifens zur Folge haben wird, einschließlich der regelmäßigen Öffnung der Übergänge für humanitären wie auch kommerziellen Verkehr und beständigen Frieden an Israels Südgrenze. Das Quartett erklärte, es erwartet, dass die Bewegung von Personen und Waren in den kommenden Monaten normalisiert wird, wie es in der Vereinbarung über Transport und Zugang vorgesehen ist, und gab seiner starken Unterstützung für die sofortige Wiederaufnahme der unterbrochenen Projekte der UNO und anderer Geber im Gazastreifen Ausdruck. Das wird wirtschaftliche Aktivitäten begünstigen, die Abhängigkeit von humanitären Hilfen verringern und die Verbindungen zwischen dem Gazastreifen und der Westbank wiederherstellen. Das Quartett hießt das Angebot der EU willkommen, ihre Beobachter-Mission am Rafah-Übergang wieder aufzunehmen. Das Quartett forderte die sofortige und bedingungslose Freilassung des israelischen Unteroffiziers Gilad Shalit.

Das Quartett hieß die Bemühungen um umfassenden regionalen Frieden und Stabilität willkommen, einschließlich der Förderung indirekter israelisch-syrischer Verhandlungen durch die Türkei. Es gab seiner Hoffnung auf eine Intensivierung dieser Gespräche Ausdruck, die das Ziel haben Frieden in Übereinstimmung mit den Bedingungen der Konferenz von Madrid zu erzielen. Das Quartett stellt die Bedeutung der arabischen Friedensinitiative als wichtigem für das Fortkommen im Friedensprozess fest und bestätigte seine Unterstützung eines gerechten, dauerhaften und umfassenden Friedens im Nahen Osten auf Grundlage der Resolutionen 242, 338, 1397 und 1515 des UN-Sicherheitsrates.

Das Quartett gab seiner Absicht Ausdruck eng mit den Parteien in der wichtigen, vor uns liegenden Zeit zusammenzuarbeiten. Das Quartett einigte sich darauf, dass das Frühjahr 2009 eine angemessene Zeit für ein internationales Treffen in Moskau sein würde.

Das Quartett vermerkte mit Anerkennung den Vorschlag der Parteien das Quartett über den laufenden Verhandlungsprozess zu informieren, mit dem angebrachten Respekt für die vertrauliche und binationale Natur der Gespräche. Das Quartett gab seinem Interesse Ausdruck solch ein Treffen für einen allseitig akzeptierten Zeitpunkt zu koordidnieren.

Text Ende
2008/801
veröffentlicht am 26. September 2008

Die vom Quartett unterstrichene „Unumkehrbarkeit der Verhandlungen“ klingen stark nach „hinter das (bisher) Erreichte geht es nicht zurück“, besonders im Englischen. Das macht die derzeitigen Aktivitäten von Olmert/Livni so unberechenbar gefährlich.

Die „Wiederherstellung der palästinensischen Einheit auf Grundlage der PLO-Verpflichtungen“ ist auch so eine Sache – die PLO-Charta schreibt immer noch die gewaltsame Vernichtung Israels vor. Wenn das Quartett auf dieser Grundlage palästinensische Einheit wiederherstellen will, dann gute Nacht! Die Terroristen aber wird’s freuen!

Interessant auch, dass der demokratische Prozess in Israel keine Rollen spielen soll. Verhandelt wird zwischen der Regierung und den Terroristen – und was die vereinbaren, dahinter geht es nicht zurück. Was die Israelis außerhalb der Regierungssessel denken und inwiefern sie daran beteiligt werden müssen (und sei es nur durch Beschlüsse in der Knesset), geht den Quartettlern am Allerwertesten vorbei. Spätere Regierungen, egal ob Livni oder Netanyahu, haben auch keine Möglichkeit irgendetwas zurückzunehmen, egal, ob es bereits unterschriebene Vereinbarungen gibt oder nicht. Demokratie? Nicht für Israel!

„…die Wichtigkeit der Vertraulichkeit, um seine Integrität zu wahren“ das bedeutet, dass es die israelische Öffentlichkeit und z.B. die Shas-Partei einen Dreck angeht, was bereits auf den Tisch gelegt wurde.

(h/t: IMRA)

Angst vor Demokratie

6. April 2008 at 16:12 | In EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, UNO, USA, die Welt+Nahost | Leave a Comment
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Caroline Glick, Jerusalem Post, 3. April 2008

Der Westen steht untätig daneben, wenn seine Grundmauern auseinandergerissen werden. Letzten Freitag versetzte der UN-Menschenrechtsrat der Redefreiheit einen direkten Schlag. Mit 32 gegen Null wie der Rat seinen „Experten für die Redefreiheit“ an dem Rat über alle Vorfälle zu berichten, in denen Einzelpersonen ihre Redefreiheit „missbrauchen“, indem sie rassische oder religiöse Einseitigkeit zum Ausdruck bringen.

Die Maßnahme wurden von den Freiheitsvorbildern Ägypten und Pakistan eingebracht. Sie wurde von allen arabischen, muslimischen und afrikanischen Staaten unterstützt – allesamt Quellen der Freiheit. Die europäischen Staaten enthielten sich.

Die USA, kein Mitglied des Menschenrechtsrats, versuchte Widerstand gegen die Maßnahme zu leisten. In seiner Rede vor dem Rat warnte der US-Botschafter bei der UNO in Genf, Warren Tichenor, dass der Zweck der Resolution sei die Freiheit des Ausdrucks zu untergraben, weil sie „Personen Beschränkungen auferlegt, statt die Pflicht und Verantwortung der Regierungen zu betonen, dass sie die Menschenrechte garantieren, hoch halten, für sie werben und sie beschützen“.

Indem sie danach strebt die freie Rede zu kriminalisieren, ist die Resolution ein Bruch der Menschenrechtserklärung der UNO. Artikel 19 dieses Dokuments erklärt ausdrücklich: „Jedermann hat das Recht auf freie Meinung und Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ungehinderter Meinungsvertretung ein und Information und Ideen durch jede Form von Medium und ohne Beschränkung durch Grenzen zu suchen, zu erhalten und kund zu tun.“

Die Entscheidung der Europäer sich zu enthalten, statt sich gegen die Maßnahme zur Wehr zu setzen, scheint auf den ersten Blick recht überraschend. Da die EU-Mitgliedsstaaten zu den nachdrücklichsten Verfechtern der UNO gehören, hätte es für sie normal erscheinen sollten, dass sie gegen eine Resolution sind, die eines der Gründungsdokumente der UNO und in der Tat die grundlegendsten Grundsätze der westlichen Zivilisation untergräbt.

Allerdings gibt es angesichts der Haltung der EU in den vergangenen Jahren, wenn es gegen die freie Meinungsäußerung geht, nichts Überraschendes. Die derzeitige Beugung der EU unter intellektuelles Rowdytum ist natürlich in ihrer Antwort auf die Internet-Veröffentlichung des Films Fitna durch den niederländischen Parlamentarier Geert Wilders zu finden.

Dann griff auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon den Film als „beleidigend antiislamisch“ an.

Diese Erklärungen folgten dem Trachten der EU nach Beschränkung der freien Rede nach der Veröffentlichung der Mohammedkarikaturen in Dänemarks Zeitung Jyllands-Posten. Sie kommen auch vor dem Hintergrund, dass antijihadistische Intellektuelle auf dem gesamten Kontinent zum Schweigen gebracht werden. Diese Intellektuellen, wie Robert Redeker (Glick gibt im Original fälschlicherweise den Vornamen Peter an – heplev) und Paul Cliteur in den Niederlanden, werden durch die Drohungen europäischer Jihadisten ins Schweigen getrieben. Und die Regierungen Europas tun entweder nichts, um die bedrohten Denker zu verteidigen, oder sie rechtfertigen die intellektuellen Erpresser, indem sie mit ihrer Wut sympathisieren.

Die Freiheit der Meinungsäußerung ist axiomatisch die Grundlage von menschlicher Freiheit und menschlichem Fortschritt. Wenn Menschen nicht erlaubt wird, sich frei zu äußern, dann kann es keine Diskussion oder Forschung geben. Nur durch freie Debatte und Forschung war es der Menschheit möglich vom dunklen Mittelalter ins digitale Zeitalter fortzuschreiten. Das ist der Grund, weshalb die erste Handlung jedes Möchtegern-Tyrannen die Übernahme der Kontrolle des Marktplatzes der Ideen ist.

Und doch sitzen die Nationen Europas – in der Tat der Großteil der westlichen Welt – untätig am Rand und unternehmen nichts zur Verteidigung dieser Freiheit oder kollaborieren mit den unfreien und oft tyrannischen islamischen Staaten und Terroristen dabei, Diskussion zum Schweigen zu bringen und abweichende Meinungen zu unterdrücken.

Dafür gibt es zwei Gründe.

Der erste: Die politische Linke, die in der EU-Bürokratie wie in den meisten intellektuellen Zentren der freien Welt die Vorherrschaft hat, hat durch ihr Handeln gezeigt, dass sie keine wirkliche Verpflichtung zu demokratischen Werten besitzt. Statt demokratische Werte zu umarmen, übernimmt die Linke zunehmend die Ausdrucksweise der Demokratie auf zynische Weise, mit dem Ziel der Untergrabung des freien Diskurses in der Öffentlichkeit im Namen der „Demokratie“.

Henryk Broder merkte an, als er über den linken Aufstand gegen Wilders’ Film in Europa im Spiegel schreibt, dass fast alle europäischen Medien Wilders als „Rechtspopulisten“ geißelten. Wie Broder anmerkt, ist diese Behauptung einfach absurd, denn Wilders ist ein radikaler Liberaler.

In Fitna zeigt der freimütige Abgeordnete, wie Koranverse von Jihadisten genutzt werden, um die grässlichsten Handlungen in Massenmord und Hass zu rechtfertigen. Sein Film blendet Verse aus dem Koran, die die Ermordung von Nichtmuslimen fordern, über Szenen aus der Wirklichkeit der jihadistischen Blutbäder. Er blendet auch Koranverse, die die Juden verleumden, über Bilder islamischer Kleriker, die die Verse wiederholen und über die eines dreijährigen Mädchens, das sagt, sie habe in ihren Koranstunden gelernt, dass die Juden Affen und Schweine sind. Fitna schließt mit einer Herausforderung an die Muslime, diese hasserfüllten, mörderischen religiösen Grundsätze aus ihrem Glaubenssystem zu streichen.

Wilders Film ist wohl – wenn auch nicht zwingend – aufrührerisch; er dient als Einladung an Europa und die islamische Welt eine offene Diskussion zu führen. Sein Film fordert die Zuschauer heraus – muslimische wie nichtmuslimische – nachzudenken und zu diskutieren, ob der Islam mit den Vorstellungen der menschlichen Freiheit überein stimmt und was getan werden kann, um die Jihadisten davon abzuhalten den Koran auszunutzen, um ihre mörderischen, tyrannischen und hasserfüllten Taten zu rechtfertigen.

Wie Broder anmerkt, versucht die Linke dadurch, dass sie Wilders einen „Rechtspopulisten“ nennt, ihn und seine Forderung nach offener Diskussion zum Schweigen zu bringen. Die mit dieser Form von Etikettierung vermittelte Botschaft ist, dass sich Wilders irgendwie jenseits der Grenzen des Erlaubten höflicher Gesellschaft befindet und seine Botschaft von allen richtig denkenden Leuten ignoriert werden sollte. Wenn man nicht, wie Wilders, intellektuell isoliert und gesellschaftlich geächtet werden will, dann darf man seien Film nicht sehen oder ernst nehmen. Das zu tun wäre ein Akt des „Rechtspopulismus“ – und jeder weiß, was das heißt.

Wie alle antidemokratischen Bewegungen will die heutige politische Linke Diskussion abwürgen und so die Demokratie untergraben – zuerst durch die Dämonisierung eines jeden, der nicht mit ihr überein stimmt und dann durch die Verabschiedung von Gesetzen, die das Reden kriminalisiert oder das Recht der Menschen zunichte machen sich zu entscheiden, wie sie leben wollen.

In der EU spuckte der Vertrag von Lissabon durch bürokratischen Erlass im Effekt die Verfassung aus, die von den Wählern in Frankreich und den Niederlanden abgelehnt wurde und der eine Zurückweise durch die Briten bevor stand. In Großbritannien hat das Parlament Jahre lang schwer daran gearbeitet ein Gesetz zu verabschieden, das die Beleidigung des Islam zu einem Verbrechen machen würde. Und dann war eine der ersten Handlungen der Regierung Brown nach ihrer Amtsübernahme im letzten Sommer, seinen Mitgliedern zu verbieten von „islamischem Terrorismus“ zu sprechen.

Wie in Europa, so unternimmt die Linke auch in Israel erstaunlich viel, um die Demokratie im Namen der Demokratie zu untergraben.

Um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen: Diese Woche warnte Juraprofessor Mordechai Kremnitzer die Knesset davor ein Gesetz zu verabschieden, das eine Volksabstimmung über jegliche zukünftige Teilung Jerusalems oder die Abgabe der Golanhöhen ermöglicht. Kremnitzer sieht es so: „Wenn die Entscheidung eines Referendums von einer kleinen Mehrheit bestimmt wird, zu der auch die arabischen Wähler gehören, dann könnte ein bestimmter Sektor, dessen Ansicht nicht akzeptiert wurde, dazu neigen die Legitimität der Volksabstimmung abzulehnen und gewaltsam dagegen vorgehen.“

Dieser „bestimmte Sektor“, den Kremnitzer da erwähnte, sind natürlich Juden, die zum großen Teil gegen die Teilung Jerusalems und die Abgabe des Golans sind.

Kremnitzers Argument ist sowohl lächerlich als auch von Eigeninteresse geleitet. Es ist lächerlich, weil er weiß, dass 2004 die Mitglieder des Likud ein Referendum zum von der Regierung geplanten Rückzug aus dem Gazastreifen und Nordsamaria abhielten. Der damalige Premierminister Ariel Sharon gelobte, sich an die Ergebnisse der Abstimmung seiner Partei zu halten. Als aber 65 Prozent der Likud-Mitglieder seinen Plan ablehnten, ignorierte er sie. Und die Reaktion der Öffentlichkeit war zwar heftig, aber völlig gewaltlos.

Die einzigen, die im Vorfeld des Rückzugs aus dem Gazastreifen und Nordsamaria dauerhaft Gewalt und Einschüchterung benutzten, war die Regierung. Sie stationierte Tausende Polizisten, um Proteste aufzulösen und Demonstranten von der Reise zu gesetzlich zulässigen Demonstrationen zu hindern; Demonstranten wurden ohne Verfahren Monate lang ins Gefängnis gesteckt. Die Regierung wurde von Kremnitzer und seinen Kollegen in diesen offen antidemokratischen und juristisch fragwürdigen Taten von Kremnitzer und seinen Kollegen gekonnt unterstützt, die entweder als zuschauten, wie bürgerliche Freiheiten der Demonstranten mit Füßen getreten wurden, oder begeistert die Preisgabe der demokratischen Werte durch die Regierung verteidigten, indem sie die Demonstranten als „antidemokratisch“ bezeichneten.

Und tatsächlich plapperte Kremnitzer in seiner Aussage am Mittwoch dieses Argument nach, als er behauptete, Volksabstimmungen „sind ein Rezept für die Beschädigung der Demokratie“.

Abgesehen davon, dass er faktisch und theoretisch falsch liegt, ist Kremnitzers Argument – wie die Argumente der EU-Bürokratie, die die Bürger Europas bei der Verabschiedung des Vertrags von Lissabon ausschloss – durchsichtig von Eigeninteresse geleitet. Wie seine Gegenstücke in der EU weiß er genau, dass seine Unterstützung einer Übergabe Jerusalems und der Golanhöhen durch Israel die Meinung einer Minderheit ist. Seine wirkliche Sorge betrifft also nicht die Gesundheit der israelischen Demokratie, sondern die Macht der politischen Linken politische Entscheidungen gegen die Interessen und Wünsche der Öffentlichkeit treffen zu können.

Der zweite Grund, dass die Linke die Unterdrückung freier Rede duldet, liegt darin, dass ihre Mitglieder genauso wegen der Drohung islamischer Vorherrschaft in Sorge sind wie ihre politischen Gegner. Aber anders als ihre Gegner sind sie zu feige etwas dagegen zu unternehmen. Dies wurde ebenfalls im Zug der Veröffentlichung von Wilders’ Film klar.

Diese Woche fuhr eine Delegation niederländischer Christen und Muslime nach Kairo, um mit religiösen Führern zu sprechen. Gegenüber Radio Nederland sagte Bas Plaisier, der der holländischen protestantischen Kirche vorsteht, der Auftrag der Delegation sei „die möglichen Folgen von Wilders’ Film zu begrenzen“. Die Folgen, auf die er sich bezog, sind natürlich die Aussicht auf gewalttätige muslimische Krawalle gegen Niederländer und Christen weltweit.

Radio Nederland berichtete, dass Plaisier „verstörende Bericht von Niederländern aus aller Welt erhalten hat, darunter solche über Angst vor den Auswirkungen auf Christen im Sudan, dem Nahen/Mittleren osten und Indonesien“.

Der wahre Grund, dass die niederländische protestantische Kirche den Film lautstark verdammt, ist also nicht der, dass die glauben Wilders habe Unrecht, sondern dass ihre Leuter glauben, dass Wilders total im Recht ist. Nur sind sie, anders als Wilders, der sein Leben in Gefahr gebracht hat, um seinen Ansichten Ausdruck zu verleihen, zu feige sich zu verteidigen und reisen deshalb nach Kairo, um vor religiösen Führern in die Knie zu gehen, die täglich das Predigen von Hass und islamischer Vorherrschaft in ägyptischen Moscheen beaufsichtigen. Sie rutschen auf Knien, um bei denen Süßholz zu raspeln, die die Institutionalisierung der ägyptischen religiösen Verfolgung der christlich-koptischen Minderheit erzwangen und die liberale Kritiker des Mubarak-Regimes und der Muslimbruderschaft zum Schweigen bringen.

Und hier liegt der Hasse im Pfeffer. Durch das Abwürgen von Diskussion – aus Verabscheuung der nicht linken politischen Gegner und aus Furcht vor den Jihadisten und den Regimen, die diese unterstützen – untergräbt der Westen als Ganzes nicht nur seine eigenen Werte und grundlegenden Überzeugungen. Er untergräbt auch die Nicht-Jihadisten der islamischen Welt, die, sollten sie jemals an die Macht kommen, daran arbeiten würden eine Form des Islam zu werben, die Herausforderungen nicht mit Gewalt beantwortet, sondern mit vernünftigem Diskurs und gegenseitigem Respekt für die unterschiedlichen Optionen.

Sie lernen von den beleidigten Halbmond-Profis

10. Dezember 2007 at 23:37 | In EU-Europa | 4 Comments
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Afrika – der verlorene Kontinent! Immer mehr zeigt sich die Wahrheit dieser Einschätzung. Auf wirtschaftlichem Gebiet kenne ich das schon länger; in Sachen Kriminalität ebenso; und politisch machen sie sich auch auf, ihren Vorbildern aus dem arabisch-muslimischen Raum nachzueifern.

Besonders deutlich wurde es jetzt auf dem Gipfel der EU und der Afrikanischen Union in Lissabon. Kritik der Bundeskanzlerin an Robert Mugabes Zimbabwe wurde mit wütenden Reaktion bedacht. Die Behauptung, Frau Merkels Äußerungen seien „Rassismus erster Güte“ ist fast noch zu den harmlosen zu rechnen – und das aus dem Munde eines der Mitglieder des Regimes, das Rassismus gegen Weiße zum Teil der Staatsdoktrin erhoben hat!

Der südafrikanische Präsident bezeichnete Merkels Bemerkung zu Zimbabwe als „realitätsfern“; Senegals Präsident Wade fand, Merkels Meinung beruhe auf „ungenauen Informationen“. Was hatte sie gesagt? „Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden… Der jetzige Zustand von Simbabwe schadet dem Bild des neuen Afrikas.“

Das ist mindestens so schlimm wie Eva Hermanns „Autobahn“ bei Kerner. Kritik ist nicht gestattet – wie bei den empfindsamen Seelen muslimischer Opfer von Kritik. Kritik steht Europa nicht zu, es hat gefälligst zu Kreuze zu kriechen. Vor den Typen, die ständige Alimentierung fordern und im eigenen Haus nichts auf die Reihe bekommen – außer Korruption und Kriminalität, Gewalt und Unterdrückung.

Afrika hängt am Tropf des Westens, will aber bestimmen, wo es lang geht – ganz so, wie die Araber. Und sie können es sich leisten, denn der Westen buckelt und duckt sich – sei es aus falsch verstandener Scham über die Kolonialgeschichte, aus Angst vor Verlust von Absatzmärkten und Rohstoff-Lieferungen, die von China übernommen werden könnten (und längst wurden). Europa ist derart harmoniesüchtig, dass es sich das gefallen lässt. Es stellt seine freiheitlichen, demokratischen und humanitären Prinzipien hintan, damit sein Gegenüber nur ja nichts Böses sagt oder denkt – unabhängig davon, dass diesem Gegenüber scheißegal ist, was Europa tut, und es schlecht macht. Immerhin kann man damit Gelder locker machen, die der afrikanischen Korruption dienen und die man für den eigenen Machterhalt braucht.

Europa hat nachgegeben – schon vor dem Gipfel, indem es der Teilnahme Mugabes zustimmte. Wer kann da erwarten, dass von der Afrikanischen Union Entgegenkommen geübt oder Kritik angenommen wird? Man hat durchgesetzt, dass Mugabe kommt, also sind die Europäer Papiertiger, die man melken kann und muss. Wie die Araber und die OIC stellen die Afrikaner lediglich dreiste Forderungen und können sich sicher sein, dass sie damit durchkommen. Europa tut ihnen den Gefallen, wie es das gegenüber den islamischen Staaten auch tut. Immer wieder. Und glaubt, es würde dafür respektiert. Wird es nicht. Es wird wegen seiner Schwäche und dem Nachgeben verachtet. Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt und der Hund das gut findet, warum sollte der Schwanz aufhören? Das Dumme ist: Der Hund ist nicht bereit zu lernen. Und wird weiter mit sich wedeln lassen. Inzwischen von zwei Schwänzen – dem islamischen und dem afrikanischen.

Dummheit muss bestraft werden. Und der Bestrafte bedankt sich noch dafür. Angesichts der heutigen Stimmungslage bis in alle Ewigkeit.

Nachtrag: Tankdriver von der Gegenstimme hat wegen Mugabe und der AU einen ähnlich dicken Hals wie ich.

 

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