Wenn die Qualitätsjournaille über die USA „informiert“

15. September 2011 um 15:09 | Veröffentlicht in Deutschland, Europa-USA, USA, WDR | 17 Kommentare
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WDR2, heute Morgen zwischen 6 Uhr und 6.30 Uhr: Aus den USA kommt die Nachricht einer Nachwahl in New York, bei der ein Republikaner gewonnen hatte. Es wurde nicht gesagt, dass das eine Wahl zum Repräsentantenhaus war (und nicht zum Senat); es wurde auch nicht gesagt, warum diese Wahl sein musste (der bisherige Vertreter, ein Demokrat, hatte übers Internet Nacktfotos von sich selbst an weibliche Fans verschickt). Aber es wurde festgestellt, dass das ein sehr besonderes Ergebnis war: Seit rund 100 Jahren hatten in diesem Bezirk nur Demokraten die Wahlen gewonnen, Republikaner waren von Haus aus ohne Chance. Aber jetzt ist das auf einmal anders.

Was das bedeutet, kann kaum extrem genug beschrieben werden. Es ist mehr als ein Erdrutsch, mehr als eine Revolution. Das ist ungefähr so, als hätte Bayern zur Zeit von Franz-Joseph Strauß von einem Tag auf den anderen die CSU marginalisiert und der SPD eine Zweidrittel-Mehrheit beschert (von der Färbung her umgekehrt). Oder so, als hätte Wowereit in Berlin immer alle Schwulen auf seiner Seite gehabt und von denen würde auf einmal keiner mehr den Wowi wählen.

Dieser Katastrophe der Demokraten versucht also jetzt der Korrespondent des WDR (bzw. der ARD) zu erklären. Von der Moderatorin wurde er gut vorbereitet; die sprach vom tollen Obama und den klugen und weisen Reden, die der Superpräsi immer hält. Wieso – so die ungläubige Problemformulierung (wenn auch mit anderen Worten) – bekommt der jetzt eine solche Klatsche?

Der Korrespondent weiß es: Die Amerikaner trauen ihm nicht mehr zu, dass er die Wirtschaft wieder auf die Reihe bekommt.

Exkurs: Wir „wissen“ ja alle, dass das nicht Obamas Schuld, sondern nur sein Problem ist, denn er hat ja die Schulden von Bush geerbt – so erst am Wochenende von der Qualitätsjournaille wieder durch den Äther gejagt. Dass Obama in zweieinhalb Jahren Regierung mehr Schulden gemacht hat als seine drei Vorgänger zusammen – geschenkt. Das ist immer noch und ausschließlich Bush schuld. Andere Szenarien gelten nicht, erst recht nicht, wenn man den Jüngern des Obamessias vorhält, dass die Republikaner diese Schulden ihres Idols nicht mitmachen wollten und dass der ein finanzpolitischer Irrläufer ist.

Sie trauen es ihrem Präsidenten nicht mehr zu. Und warum? Ganz einfach, es gibt von links immer nur einen Grund, dass „Rechte“ gewählt werden: Rassismus. Die Karte spielt Obama mit seiner Truppe immer wieder und unsere Qualitätsjournaille hat gelernt sie auch zu nutzen. Der Herr Korrespondent weiß: Dass der Republikaner in New York diesen Sieg davon trug, liegt daran, dass die Amerikaner halt Rassisten sind. Niemand sagt es offen, aber einen schwarzen Präsidenten wollen sie eben nicht. Sie wollen einen weißen Präsidenten. Deshalb steht Obama so schlecht da.

Das ist die leider außerordentlich typische Welterklärung von links. Schuld sind immer die anderen, selbst hat man keine tatsächlichen Fehler gemacht; vielleicht in der Selbstdarstellung, vielleicht in der Vermittlung der eigenen Heilmittel. Aber dass die eigene Politik an sich fehlerhaft sein könnte, liegt für diese Koryphäen außerhalb des Möglichen. Dass die Wähler in New York einfach von der unmöglichen Politik des ersten „schwarzen“ Präsidenten die Schnauze voll haben könnten, kann nicht sein, seine Schlappen müssen bösartige Gründe haben, die bei der anderen Partei oder eben beim unmöglichen Wahlvolk liegen.

Was der Herr Korrespondent dabei offensichtlich nicht mitbekam: Wenn er „den Amerikanern“ solch üblen Rassismus unterstellt, dann sagt er damit aber, dass die Wähler der Demokraten die Rassisten sind, denn schließlich waren sie es, die dem Kandidaten der Demokratischen Partei die Niederlage bereiteten, indem sie sich dem der Republikaner zuwandten. Ausgerechnet die Minderheiten, die Arbeiterklasse und die Unterschichtleute, die in Queens und Brooklyn wohnen, immer stramme Demokraten, sind jetzt plötzlich zu Rassisten geworden, weil sie den Schwarzen nicht im Amt haben wollen? Als hätte es – neben den Sex-Skandalen der Demokraten – nicht genügend andere Themen gegeben, bei denen die Demokraten versagen und die Leute die Versager abstrafen. Nein, es kann nur einen Grund geben.

Die von unseren Medien vermittelte Monokausalität der Vorgänge in den USA ist schon heftig. Aber das geschieht halt, wenn diese Herrschaften Qualitätsjournalisten sich nur da informieren, wo sie zu hören bekommen, was sie hören wollen. Wer sich nur mit der New York Times, der Washington Post und ähnlichen Zeitungen abgibt, die politischen „Analysen“ von CNN übernimmt und sich ansonsten von Parteigängern der US-Demokraten sein Wissen vermitteln lässt, weil z.B. Fox News ja ein böses, rechtsradikales Dingen ist, das eigentlich verboten gehört, der hat ein Problem – er befindet sich mindestens so weit weg vom Volk wie die entsprechenden Medien und Politiker.

Wir kennen das aus Israel. Von dort „berichten“ unsere Elite-Journalisten ebenfalls weitgehend auf Grundlage dessen, was sie aus Medien und von Gruppen bzw. Personen erfahren, die zwar als Elite gelten, aber einfach nur am – linksextremen – Rand herumdümpeln, ohne irgendeine Repräsentativität beanspruchen zu können. Meist gelten sie in der Darstellung unserer Medien trotzdem als repräsentativ für Israel (besser: „das wahre Israel“) und wenn das dann doch zu unglaubwürdig wird, als „Gewissen“ Israels. Mit der Wirklichkeit hat das weniger zu tun als Batman mit tatsächlicher Verbrechensbekämpfung.

Was ist mit der „grünen“ Politik des Supermanns? Er versenkte nur 19 Milliarden Dollar in die Industrie mit den grünen Arbeitsplätzen; diese schaffte sage und schreibe 3.545 neue Jobs – das ist eine Subvention von mehr als $5 Millionen pro Arbeitsplatz und dann kommen Dinger bei raus wie die Pleite von Vorzeigefirmen. Ist es Rassismus, das für eine verfehlte Politik zu halten? Wie viele Vorzeigeprojekte des Superpräsi inzwischen in die Hose gegangen sind, weil die mit Unmengen Steuergelder versorgten Firmen insolvent sind oder ihr Produktion und Dienstleistungen ins Ausland auslagerten, kann ich inzwischen nicht mehr zählen. Ebenso zahlreich sind die Gelegenheiten, bei denen Obama Patrioten vor den Kopf stieß (die soll es ja auch bei denen geben, die ihn 2008 wählten). Wie stark sich viele vom erstarken der Gewerkschaftsmafia abgestoßen fühlen und unter dieser leiden, ist auch noch nicht eruiert. Was der Mann im Weißen Haus sich sicherheitspolitisch an Unsinn leistet, spricht Bände.

Es gibt derart viele Gründe, Obama als Präsidenten nicht haben zu wollen, dass seine Hautfarbe nun wirklich absolut keine Rolle spielt. Die Republikaner haben ihn immer mit seinen politischen Fehlleistungen angeschossen; sie haben eine Dummheit nach der anderen genutzt, die dieselben Medien, die bei Bush böswillig mit dessen Versprechern umgingen, verschweigen, angefangen von seiner Behauptung, er habe in 57 (Bundes-)Staaten Wahlkampf gemacht über Fehlleistungen in Sachen Fakten der Geschichte bis hin zu anmaßenden Vergleichen mit Vorgängern (z.B. Ronald Reagan). Was Obama an Falschem und Strunzdummem von sich gegeben hat, waren keine Versprecher, sondern schlichte Blödheit des Präsidenten und seiner Mitarbeiter.

All das weiß der deutsche Michel nicht, weil die Qualitätsmedien – insbesondere auch Zwangsgebührensender – es ihm vorenthalten. Weil in Deutschland Kritik an Obama gleich immer das ist, was die Obamanisten in den USA draus machen wollen: Rassismus. Dabei zeigt sich schon in der Körperhaltung dieses Mannes viel von dem, was ihm anzukreiden ist: grenzenlose Arroganz und Hochmut, fehlende Empathie und fehlendes Verständnis für den Normalbürger. Zwei Bilder aus den Feierlichkeiten zum Gedenken an die 9/11-Anschläge zeigen die Welten auf, die schon rein menschlich zwischen Obama und seinem verteufelten direkten Vorgänger liegen:

Das erste zeigt die beiden während eines Gebets bei einer Gedenkveranstaltung:

Bush neigt den Kopf, Obama nimmt seine typische Pose ein: Die Nase oben, keinerlei Demut oder Respekt in der gesamten Haltung. Dieser Typ beugt sich nur vor Tyrannen wie dem König von Saudi-Arabien – und dann als Bückling so tief, dass er denen die Schuhe lecken kann.

Das zweite bei der Begegnung mit Familienangehörigen von 9/11-Opfern:

Kann sich jemand vorstellen, dass Obama einen Menschen einfach so in den Arm nimmt?

Unsere Medien würden es schaffen Bush seine Volksnähe noch anzukreiden und Obamas aufgesetzter Schein-Anteilnahme Echtheit zu attestieren. Also überall das Gegenteil aus dem zu machen, was es ist, so wie sie seine Reden als „klug“ bezeichnen. Das sind sie nicht; er kann die Leute mitreißen, aber inhaltlich sind sie Schrott. Um ein ganz übles Beispiel anzuführen: Goebbels hatte die Leute im Berliner Sportpalast im Februar 1943 auch mitgerissen. Inhaltlich war diese Rede grausig und nicht akzeptabel.

Die US-Wahl und die Qualitätsjournaille

2. November 2010 um 22:14 | Veröffentlicht in Deutschland, Europa-USA, USA | 1 Kommentar
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(Vorbemerkung: Liebe Leser der NRhZ, eure Desinformanten lenken zwar voller Ekel auf diesen und einen weiteren Eintrag in meinem Blog, aber die feigen Säcke haben sich geweigert, auch noch einen dritten zuverlinken: http://heplev.wordpress.com/2010/11/03/die-us-wahl-und-die-qualitatsjournaille-bisschen-butter-bei-die-fische/. Warum wohl? Weil ihnen die Belege nicht passen, die zeigen, dass ich recht habe.)

Ach, was tun sie ihm alle Unrecht, dem Superpräsi! Jedenfalls, wenn man nach dem ZDF geht (die anderen habe ich mir heute Abend gar nicht erst angetan). Der Mann wollte so viel und wurde nicht gelassen. Die Wirtschaftskrise (Bush ist schuld, wer sonst…) hat ihn zu Schulden gezwungen. Die „merkwürdige Bewegung“, die Obama zum Nazi erklären (klar, durch linke Provokateure, die Obama-Hitlerbärtchen-Plakate schwingen), durch Leute in der Welt, denen alles nicht genug ist, was Obama macht, um ihnen in den Hintern zu kriechen (s. Rede von Kairo etc.).

Die „Erklärungen“ der Verhältnisse in den USA von heute ist ein weiterer Großbaustein in der Desinformationskampagne. Obama kann nichts für die Verhältnisse, er wurde zu dem gezwungen, was man ihm jetzt zu Unrecht anhängt und es kann alles nur schlechter werden, weil die Bösen ja jetzt die Mehrheiten stellen werden.

Und natürlich ist es auch so, dass nur die Rechten mit Schmutz werfen, nicht die Linken – die Wirklichkeit auf den Kopf gestellt, Fakten als Dreck definiert (aber nicht einmal genannt). In Nevada ist Harry Reid das Opfer – nicht der Täter, der Lügner, der Betrüger, der Kriminelle, der er in Wirklichkeit ist. Die Republikaner meiden die Öffentlichkeit? Ja klar, ihr Absurdisten! Wer hat denn seine Gewerkschaftsschläger losgeschickt, umd “Rechte” zu verprügeln? Wessen Büros wurden mit Steinen beworfen, mit Brandsätzen und sogar mit Schusswaffen angegriffen? Und die tagesthemen schlagen in dieselbe Kerbe (ich habe nach ein paar Minuten wieder weggeschaltet). Nachplappern von linken Lügen ist das Kennzeichen qualitativer Berichterstattung deutscher Staatsfunker.

Danke, liebes ZDF, dass wir mit euch besser sehen, was ihr uns vorgaukelt. Wer nicht selbstständig denkt, ist bei euch genau richtig!

Und wenn wir eure Berichterstattung über die mögliche Kannabis-Freigabe in Kalifornien (über die bei der Wahl abgestimmt wird), zeigt uns, dass ihr das auch ganz toll finden würdet, weil Argumente dagegen mit einem gewissen Unterton gebracht werden. Jetzt weiß habe ich eine Erklärung für das, was man bei euch so geboten bekommt, auch wenn sie nicht stimmt. Ihr wirkt aber so. (Und dafür zahlen wir die Mafia-Gebühren!)

Lesetipp: Zettel hat sich einen Schreiberling als Beispiel für die Verdrehung und den versprühten Hass gegen die Nicht-Obama-Bejubler vorgenommen.

Der Job des Präsidenten

12. November 2008 um 20:58 | Veröffentlicht in Europa-USA, kurz notiert, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Zwei wollten ihn haben. Einer wird ihn übernehmen. Und der aus dem Amt scheidende Präsident wird wohl weiterhin als dumm, dümmer, minderbemittelter Verschwörer und Kriegstreiber gehandelt werden. Ein wenig Perspektive bezüglich der Terror-Problematik kommt von Yaakov Kirschen.


So verhalten sich allerdings nicht nur die Amerikaner. Die Europäer würden das mit noch viel mehr Vehemenz vertreten!

Entschieden

5. November 2008 um 19:39 | Veröffentlicht in Europa-USA, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Obama hat gewonnen. Jedenfalls die Wahl. Für mich ist der eigentliche Gewinner John McCain. Was hätten wir wohl zu hören bekommen, wenn Obama die Wahl verloren hätte? Sicherlich nichts in der Art dessen, was McCain sagte. (Natürlich ist in diesem Link sehr wenig davon wiedergegeben, wie überhaupt extrem wenig über die Tatsache hinaus berichtet wird, dass er seine Niederlage „eingesteht“.)

Diese Hochachtung vor dem politischen Konkurrenten könnte auch einer der Gründe sein, dass McCain verlor. Er hat es immer wieder abgelehnt Fakten zu nutzen, die Obama in extrem schlechtes Licht setzten und als das hätten da stehen lassen, was er ist: ein linksextremer Hetzer, dünnhäutig, der austeilt und hemmungslos austeilen lässt, aber Kritik nicht verträgt. Politisch groß geworden in einem Milieu der Intoleranz und Weißenhass (Rassismus), der Lüge, Kungelei und Täuschung, der Einschüchterung und „Tricks“ (= Fälschung). Dass er das in seinem Wahlkampf voll ausgelebt hat, ist dokumentiert, wurde aber lediglich von Bloggern versucht öffentlichkeitswirksam zu verbreiten; die Qualitätsmedien ließen alles unter den Tisch fallen, was Obama geschadet hätte, zogen sich aber an allem auf, was sie an „Negativem“ bei McCain/Palin fanden – und scheuten nicht davor zurück, die blanken Lügen der Obama-Kampagne gegen Palin zu verbreiten und darauf herumzureiten.

Noch am Wahltag konnte festgestellt werden, wie Obamas Anhänger die Wahl beeinflussen wollten; wäre es knapp gewesen, hätten sie sie „gestohlen“ – mit mehrfach eingetragenen Wählern zu Hunderttausenden! In Philadelphia wurden ein Mann von CNN interviewt, der „heute ein paar Mal gewählt hatte“. Der Reporter: „Ich glaube, das ist gesetzwidrig, aber es ist in Ordnung.“ Mehr als 100.000 Wähler aus Georgia waren auch entweder in Ohio oder in Florida eingetragen, um auch dort abstimmen zu können (und reichlich viele haben es offenbar getan). In Philadelphia wurden republikanische Wahlbeobachter aus Wahllokalen geworfen (s. Update am Textende), obwohl ein Richter geurteilt hatte, dass das nicht rechtens ist.

Unsere Medien jubeln. Was der WDR-Moderator heute zwischen 6 und 7 Uhr von sich gab, war keine Berichterstattung, sondern pure Partystimmung. In Blogs sieht es häufig ähnlich aus. Ein ganz schlauer (schade, den Link habe ich verdaddelt) meinte, er hätte nicht gedacht, dass die Amerikaner so viel Hirn hätten (Obama zu wählen) – womit er nur seinen Antiamerikanismus unter Beweis stellte, aber das ist eine andere Sache.

Manfred Messemer schreibt auf arlesheim reloaded, er sei über den Wahlsieg Obamas froh, weil jetzt die Rassenkarte nicht mehr gespielt werden könne. Wenn er sich da mal nicht täuscht. Obama und seine Wahlkampftruppe haben diese Karte ständig gespielt, obwohl sie keine Fakten für die Rassismus-Behauptungen liefern konnten. Das war pure Stimmungsmache, die sicherlich spätestens im nächsten Wahlkampf wieder betrieben wird. Eher früher und zwar bei aller möglichen Kritik, die an dem neuen Präsidenten geübt wird.

Dabei ist die Frage, wo die wirklichen Rassisten überhaupt sitzen. Wer einen Kandidaten wegen seiner Hautfarbe gewählt hat, diskriminiert die Konkurrenten. Wie viele Weiße könnten es sich leisten einen Weißen wegen seiner Hautfarbe zu wählen? Da haben wir sie wieder, die Rassenkarte. Hier soll sie gelten, dort nicht.

Die wirtschaftlichen Probleme sollen McCain die Wahl gekostet haben. Viele trauen eher Obama zu, dass er sie löst. Mit höheren Steuern und der Umverteilung „des Reichtums“ wird’s wohl nicht gehen, aber so weit denken sie nicht, die emotionalisierten „Yes, we can“-Jünger; sollten sie wirklich vergessen haben, wie empfindlich gerade die US-Firmen auf Abgabenerhöhungen reagieren? Da dürften sich einige Leute ganz gewaltig vertan haben.

Die USA werden die nächsten vier Jahre überstehen. Andere vielleicht nicht.

Zumindest Witze kann man reißen. In der Form einer ausführlichen Stellungnahme wie bei No Blood for Sauerkraut (es geht auch schlicht süffisant). Das beste haben einmal mehr die von der Titanic aus dem Ergebnis gemacht; das funktioniert natürlich nicht auf Englisch, so ist das nun mal mit Wortspielen.

Wortspiele ganz anderer Art kommen aus Griechenland. Dort scheinen einige der ekligsten Fans des Obamessias zu sitzen. Die Zeitung Avriani titelte: “Der erwartete Sieg Obamas bei den US-Wahlen signalisiert… das Ende der jüdischen Vorherrschaft – alles ändert sich in den USA und wir hoffen, dass sie dort demokratischer und menschlicher werden.” Wie gelegentlich schon inhaltlich erwähnt: Zeige mir deine Fans und ich sage dir, wer und was du bist. Es sind nicht die einzigen Antisemiten, die The One anhimmeln.

Das pazifistische Spanien bewaffnet die Feinde des Westens

4. November 2008 um 21:11 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa+Islam, Europa-USA | 3 Kommentare
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Soeren Kern, The Brussels Journal, 3. November 2008

Seit Amtsantritt 2004 hat der spanische Premierminister José Juis Rodríguez Zapatero eifrig daran gearbeitet seine öffentliche Persönlichkeit als „überzeugter Pazifisten“ zu zimmern. Sein erster offizieller Akte als Chef-Pazifist war bekanntlich die spanischen Soldaten aus dem Irak abzuziehen; die Entscheidung wurde nicht nur von den spanischen Wählern stürmisch begrüßt, sondern zementierte Zapateros pazifistische Empfehlung auf der Weltbühne.

Einige Monate später stellte Zapatero angesichts eines Kritik-Hagels der Nichtpazifisten Zuhause und im Ausland, dass seine Irak-Politik auf Appeasement islamischer Terroristen hinauslief, widerstrebend weitere Soldaten für den NATO-Auftrag in Afgahnistan. Doch nur für den Fall, dass die Stationierung Zweifel an seiner Verpflichtung gegenüber pazifistischen Idealen wecken könnte, diktierte Zapatero strikte Regeln für ihren Einsatz, die spanischen Soldaten in Afghanistan verbietet tödliche Gewalt einzusetzen, eine „Vorsichtsmaßnahme“, die heute ihre Anwesenheit in dem Land praktisch nutzlos macht.

Später im selben Jahr, in seiner ersten Rede vor der UNO-Vollversammlung [pdf], warf Zapatero etwas Licht auf seine pazifistische Vision zur Erreichung des Weltfriedens. Unter Benutzung der blumigen, postmodernen Diktion, für den er inzwischen berühmt ist, erklärte er: „Kultur ist immer Frieden.“ Dann fuhr er damit fort darzulegen, dass islamische Terroristen missverstanden werden und nur dadurch besiegt werden können, dass man sich mit ihnen zum Dialog zusammensetzt.

Zapatero hat sorgfältig darauf geachtet nur Pazifisten zu spanischen Verteidigungsministern zu ernennen. Zapateros erster Verteidigungsminister, der umstrittene José Bono Martínez, verkündete: „Ich bin ein Verteidigungsminister und würde lieber getötet werden als zu töten.“ Dann gab er die Befehle aus, die den spanischen Truppen in Afghanistan verbot tödliche Gewalt gegen Talibankämpfer anzuwenden.

Zapateros zweiter Verteidigungsminister, José Antonio Alonso Suárez, glaubte es sei sein Job das spanische Militär zu demilitarisieren und in die frisch entwaffneten Streitkräfte statt dessen in eine NGO-artige humanitäre Organisation zu verwandeln. Um seine Vision zu verwirklichen säuberte er die oberen Ränge des spanischen Militärs von den Offizieren, die sich weigerten den dummen Glauben zu verlassen, dass die Hauptaufgabe des Militärs die Verteidigung der spanischen Souveränität ist.

In derselben Stimmungslage sagte Zapateros dritte Wahl und aktuelle Verteidigungsministerin Carme Chacón for kurzem: “Ich bin Pazifistin und das sind auch die Armeen des 21. Jahrhunderts.“ Und noch einmal: „Ich bin eine pazifistische Frau und die Armee ist ebenfalls pazifistisch.“ Dazu kommt, dass Chacón aus der auf Unabhängigkeit eingestimmten Region Katalonien stammt und nicht an das Konzept einer vereinten und unteilbaren spanischen Nation glaubt. Was dazu führt, dass einige Spanier sich fragen: Was will die spanische Verteidigungsministerin verteidigen? Die Antwort: Wahrscheinlich das, was die Zapatero-Doktrin genannt werden kann, von der man auf Grundlage von fast fünf Jahren politischer Reden sagen kann, dass sie hauptsächlich auf drei postmodernen „Prinzipien“ ruht:

1) Es gibt keine Art von Bedrohung, die wirklich jemals die Benutzung von Gewalt rechtfertigen kann;
2) Militär sollte in humanitäre Organisationen verwandelt werden, die zum Zivilschutz genutzt werden, statt zur Verteidigung der Souveränität;
3) für die Anwendung von Gewalt gibt es keine andere Quelle der Legitimität als die Vereinten Nationen und wenn dieses Gremium keinen Konsens erreicht, dann ist es besser nicht zu handeln, als einseitig zu handeln.

Aber setzt Zapatero wirklich um, was er predigt? Die Spanier begannen einige Zweifel zu hegen, als politisch explosive Fotos im Internet eingestellt wurden, die die spanische Fregatte Álvaro de Bazán im Persischen Golf vor der Küste des Irak als Teil der Kampfgruppe des Flugzeugträgers USS Theodore Roosevelt im Einsatz sahen. Nach monatelangen Kontroversen schaffte es Zapatero die Frage nicht zu beantworten, ob Spanien nun im Irak im Einsatz ist oder nicht.

Nun wirft die Frage spanischer Waffenverkäufe weitere Zweifel auf die Genialität der pazifistischen Neigungen Zapateros. Nach Angaben eines neuen Regierungsberichts [pdf], der dem spanischen Kongress im September 2008 vorgelegt wurde, sind die spanischen Waffenverkäufe während Zapateros Amtszeit um mehr als 130 Prozent in die Höhe geschossen, auf 933 Millionen Euro im Jahr 2007; 2004 betrugen sie noch 400 Millionen. Spanien ist jetzt nach den USA, Russland, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien und Italien der achtgrößte Waffenlieferant der Welt.

Besonderer Grund für Besorgnis sind jedoch die Empfänger der spanischen Waffen. Die Daten zeigen, dass die Zunahme der Waffenverkäufe in erster Linie nicht europäische oder westliche Staaten sind, sondern ausgeprägt nicht pazifistische Schwellenländer wie China, Kuba, der Iran und Venezuela. Spaniens größter Waffenverkauf wurde gar mit dem Diktator Venezuelas abgeschlossen, was besonders überrascht, wenn man bedenkt, dass Spanien selbst fast 40 Jahre lang unter einer Diktatur schmachtete und erst vor kurzem eine Demokratie wurde. (Zapatero glaubt natürlich, dass nur rechtsgerichtete Diktaturen widerwärtig sind; linksgerichtete und islamische Tyrannen andererseits, sind Mitreisende.) Als Antwort auf seine Kritiker definierte Zapatero in klassischer postmoderner Terminologie den 1,7 Milliarden Euro-Deal als „geschäftliche Transaktion mit pazifistischen Waffen“.

Was treibt diese spanischen Waffenverkäufe an? Spanische Arbeitsplätze natürlich, und in der Erweiterung dessen Zapateros Job. Der spanische Verteidigungssektor, der fast 20.000 Arbeitskräfte beschäftigt, hofft eine finanzielle Krise zu vermeiden, indem man Waffen an jeden verkauft, der sie kaufen will, ohne Rücksicht auf das herrschende Regime oder den möglichen Gebrauch der Waffen. Nach Angaben von Amnesty International gehen rund 40 Prozent der spanischen Waffenexporte an Länder, die in regionalen Konflikten stehen oder die Menschenrechte nicht respektieren. Ein weiterer Bericht [pdf] zeigt, dass Spanien der größte Waffenexporteur ins Subsahara-Afrika ist, einer der am stärksten von Konflikten heimgesuchten Teile der Welt.

Wenn die spanischen Waffenexport-Daten etwas bestätigen, dann einmal mehr die Heuchelei des postmodernen Spanien Zapateros, wo „hoch gehaltene“ Prinzipien in den Wind geschossen werden, wo immer sie unbequem sind.

Der Antikriegs-Idealismus der Zapatero-Doktrin ist im Wesentlichen eine neopazifistische Fassade, hinter der sich die spanische Regierung (und viele andere in Europe) verstecken, um der Verantwortung der militärischen Allianz in Afghanistan, dem Irak und andernorts aus dem Weg zu gehen. Und in dem Versuch diese Doppelzüngigkeit zu verbergen, dienst die Zapatero-Doktrin auch als edel gesinntes, antiamerikanisches Pult, von dem aus auf die USA (und Israel) für ihre Entschiedenheit, sich gegen den islamischen Terror und andere Bedrohungen der Sicherheit zu verteidigen, eingedroschen wird.

In diesem Zusammenhang zeigen Zapateros Waffenverkäufe eine weit unheilvollere Realität auf: Obwohl Zapatero und seine die westliche Zivilisation hassenden sozialistischen Ideologen nicht bereit sind ihr eigenes Land zu verteidigen, geschweige denn ihre Allianzpartner, haben sie absolut keinerlei Skrupel einige der bösartigsten Feinde der Welt zu bewaffnen.

Der spanische (und über ihn hinaus der europäische) Pazifismus hat wenig mit einem echten Wunsch nach dem Weltfrieden zu tun. Statt dessen ist er die populistische Ideologie schwacher Führer, die nur daran interessiert sind an der Macht zu bleiben und deren einzigen festen Überzeugungen sich um den Abscheu gegen ihr jüdisch-christliches Erbe dreht. Sie ignorieren das von der Geschichte überprüfte römische Sprichwort „Wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor“ und machen die Welt damit bedrohter, als sie es ohnehin schon ist.

Teilweise Korrektur. Mehr oder weniger

30. Oktober 2008 um 14:47 | Veröffentlicht in Europa-USA, Medien allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
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Letzten Samstag habe ich mich hier über die Zwiespältige WELT gewundert und einiges aufgelistet, was an Widersprüchlichem und Zwiespältigem zu finden ist. Das scheint ein wenig korrigiert werden zu müssen. Denn im Bereich der WELT debatte haben sie – anders als letzte Woche vermutet – den Beitrag von Daniel Pipes über Barack Obama doch eingestellt. Sonntagabend, 20 Uhr ist als Posting-Datum vermerkt.

Insofern also eine Entschuldigung, denn ich vermute mal, dass sie das nicht aufgrund meines Blog-Eintrags geändert haben. Gehen wir mal davon aus, dass sie einfach spät dran waren. Die vermutete Einseitigkeit ist also in diesem Bereich zumindest nicht in dem Ausmaß vorhanden, wie von mir vermutet.

Allerdings ist im Fall dieser Kolumne dann auch wiederum das Verhalten der Leser und ihrer Kommentare nicht so, wie von mir für den Rest der untersuchten Seiten beschrieben. In den ersten 10 Kommentaren toben sich weit gehend Leute aus, die nicht nur den Inhalt der Kolumne nicht begreifen, sondern sich Teile rauspicken, um ihren Heiligen zu verteidigen und jegliche Kritik an ihm zu verunglimpfen, sondern auch ganz klar machen, dass es a) entweder völlig egal ist, was Obama für Dreck am Stecken hat (weil ja die Republikaner viel schmutziger sind) oder b) die recherchierten Fakten alles Mumpitz sind.

Letzteres kann man den Kommentierenden nicht voll umfänglich zur Last legen, da die WELT debatte die reichlich vorhandenen Links des Originals (bzw. der deutschen Übersetzung auf der Seite von Daniel Pipes) nicht mitliefert. Andererseits kühlen die Herrschaften mit dem Giftspritzen ihr Mütchen nach der Methode „Alles, was nicht für Obama ist, ist schlecht“, und scheren es über einen einzigen Kamm. Statt z.B. einmal nachzulesen, welche Kritik Pipes an Bush hat (oder auch McCain am Amtsinhaber kritisiert), wird gleich gegen alles geschossen, ohne sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen.

So haben wir im Fall dieser einen Kolumne ein Bild, das vielleicht genau das Umgekehrte spiegelt, was ich mich gefragt habe: Hier wurde eine mutige Kolumne eingestellt und die Kommentare zeugen von Unverstand. Vor allem den Fälscher und Lügner Michael Moore als Kronzeugen gegen die Republikaner (und damit alles, was nicht Obama ist) anzuführen, ist ein Paradebeispiel für abhanden gekommenes Realitätsbewusstsein.

Am beschriebenen Gesamteindruck ändern allerdings eine einzelne Kolumne und ihre Kommentierung nichts.

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