Klare Worte aus einer politisch inkorrekten Vergangenheit

28. Oktober 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Versteht der Führer des IS den Islam?

26. Oktober 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Europa+Islam, Islam+Islamismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Die europäische Linke kehrt dem Friedensprozess den Rücken

23. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam | 1 Kommentar
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Michael Curtis, The American Thinker, 16. Oktober 2014

Alle gutmeinenden Leute hoffen, dass der Konflikt zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn friedlich gelöst werden kann, wenn er nicht gar in einem Paradies innerer Ruhe endet. Bedauerlicherweise schaden linke politische Gruppen in Europa dieser Hoffnung auf zweierlei Weise. Sie ignorieren die kriegslüsternen Äußerungen sowie die Taten der Palästinenser. Zusätzlich lehnen sie durch die Unterstützung einseitigen Handelns der Palästinenser formelle internationale Vereinbarungen, die im Verlauf der Jahre getroffen wurden und ein Ende des israelisch-arabischen Konflikts über Verhandlungen fordern. Dem Friedensprozess wird durch Bruch internationaler Übereinkünfte nicht geholfen.

Das britische Unterhaus – das am 10. Oktober 2014 einen nicht bindenden Beschluss fast, der von linken Mitgliedern der Labour-Partei im Parlament eingebracht wurde; damit forderte man die Anerkennung eines Staats Palästinas, was mit 274 gegen 12 Stimmen beschlossen wurde, obwohl die meisten Mitglieder der Konservativen Partei sich der Stimme enthielten – oder das nicht zu begreifen schienen. Sie empfanden sich selbst als Leute, die einen kleinen, symbolischen Schritt und eine Geste für alltägliche Menschlichkeit unternahmen, aber faktisch ignorierten sie die Tatsache, dass beträchtliche Teile der Palästinenser den Staat Israel nicht anerkennen und diesem Staat nicht zu existieren gestatten würden, wenn sie die Macht dazu hätten.

Es bleibt ein Rätsel, warum Linke eindeutige palästinensische Äußerungen ignorieren. Eine wurde vor kurzem in Al-Quds berichtet, am 3. Oktober 2014; sie stammt von Jibril Rajoub, dem stellvertretenden Sekretär des Zentralkomitees der Fatah. Rajoub betonte, dass die Palästinenserführung entschieden habe das Thema der bilateralen Beziehungen zum Besatzer (Israel) zu kappen. Weitere Beziehungen zu Israel würden als solche zwischen Feinden bestehen.

Die britische Linke scheint die kriegslüsterne Stimme von Palästinenserpräsident Abbas vor den Vereinten Nationen am 26 September 2014 zu vergessen – oder vielleicht willkommen heißen; dort sprach er vom palästinensischen Volk als „Terrorismus durch die rassistische Besatzungsmacht“ unterworfen.

Die britische Linke scheint sich der Drohungen gegen Israel und die Juden nicht bewusst zu sein. Europäische Länder sind sich dieser Drohungen bewusst geworden. In Frankreich beschloss Lille, die viertgrößte Stadt des Landes, seine Beziehungen zu Safed – einer der heiligsten Städte des Judentums, dem Zentrum der Kabbalah und ein wichtiges Kunstzentrum – auszusetzen. Der vordergründige und unglaubhafte Grund für die Entscheidung war eine Reaktion auf Israels Handeln, als es sich im September 2014 während der Operation „Fels in der Brandung“ gegen Hamas-Raketenangriffe wehrte. Der Stadtrat erklärte, seine Entscheidung sei dazu gedacht auf die israelische Regierung Druck auszuüben und damit die Lösung des Konflikts zu forcieren.

Zwei weitere Faktoren untergraben allerdings diese fadenscheinige „Erklärung“. Einer ist die nicht erwähnte Tatsache, dass 4 der 11 Mitglieder des Rats Muslime sind – in einer Stadt, die aktuell zu 27 Prozent muslimisch ist. Die wachsende muslimische Präsenz spiegelt sich auf mindestens zwei Weisen. Ein Indikator ist, dass 2013 dort dreizehn Moscheen gebaut wurden, es aber nur neun Kirchen gibt. Ein weiterer ist, dass eine muslimische Oberschule – die erste in Frankreich – vor kurzem als Alternative zum säkularen öffentlichen Bildungssystem eröffnet wurde.

Der zweite Faktor ist, dass Bürger von Lille sich bewusst sind und vielleicht Angst haben, dass von Israels Feinden Ärger droht. Sie erinnern sich an die unangenehme Episode vom Juni 2014 beim Fußballspiel zwischen OSC Lille und dem israelischem Maccabi Haifa, das in Österreich stattfand. Palästinensische Protestierende unterbrachen das Spiel, indem sie auf das Spielfeld liefen um israelische Spiele zu attackieren.

Die Palästinenserfrage ist komplizierter geworden, weil sie mit dem islamistischen Terrorismus verbunden worden ist. Frankreich steht vor dem Problem, dass mehr als 100 französische Frauen das Land verlassen haben, um sich dem terroristischen Islamischen Staat (IS) im Irak und Syrien anzuschließen. Wie immer ihre Gründe sein mögen, eine Identitätskrise oder der Wunsch Märtyrer zu werden, ihr Schicksal ist absehbar. Sie sollen entweder die Ehefrauen oder die Konkubinen der Terroristen werden.

Großbritannien hat ebenfalls Hunderte Bürger erlebt, die das Königreich verlassen, um für den IS zu kämpfen. Statt sich auf dieses zunehmende Problem zu konzentrieren, hat die politische Linke – die Labour Party (LP) – des Landes sich mit der Frage eines Palästinenserstaats befasst. Die britische Liberaldemokratische Partei zeigte ihren Schwachpunkt oder politische Taubheit damit, dass sie ihre Jahreskonferenz am Yom Kippur abhielt, dem Versöhnungstag.

Obwohl die Meinungen zu Nahost-Fragen innerhalb der Labour Party verschieden sind, unterstützte die Partei 2011 und 2012 den palästinensischen Antrag den Palästinenserstatus bei der UNO aufzuwerten. Sie machte das, als die UNO mit 139 zu 9 Stimmen die Resolution genehmigte, Palästina als Nichtmitgliedstaat mit Beobachterstatus aufzunehmen. Die konservative britische Regierung war eines der 41 Länder, die sich der Stimme enthielten.

Ein beträchtlicher Teil der Labour Party, wenn nicht auch ihre Führung, hat eine kritischere Hlatung zu Israel übernommen und eifert Schweden nach. Am 3. Oktober gab der neue schwedische Premierminister, der eine Koalitionsregierung führende Linke Stefan Lofven, am ersten Tag im Amt im Parlament eine Äußerung ab. Er verkündete, als Teil seiner allgemeinen Äußerung zur Regierungspolitik, dass Schweden den Staat Palästina anerkennen würde. Er erklärte auf recht unlogische Art, dass eine Zweistaaten-Lösung gegenseitige Anerkennung und den Willen friedlicher Koexistenz verlange. Daher würde Schweden den Staat Palästina anerkennen. Es ist der erste EU-Staat, der das tut. Andere europäische Länder – Ungarn, Polen und die Slowakei – machten das, bevor sie EU-Mitglieder wurden.

Diese unüberlegte und kontraproduktive Äußerung des Premierminister folgte verstörenden Aussagen andere linker Politiker in Malmö, einer Stadt, deren Bevölkerung zu rund einem Drittel aus Muslimen besteht. Schwedens linke Sozialdemokraten schaden dem Ruf des Landes als rational und objektiv. Der ehemalige Bürgermeister Malmös, Ilmar Reepalu, war berüchtigt für seine Äußerung der Zionismus sei rassistisch, für Äußerungen, die hart an der Grenze zu Antisemitismus waren und für seine Weigerung sich mit muslimischer Aggression gegen Juden auf den Straßen Malmös zu befassen.

Adrian Kaba, ein weiterer linker Politiker, Mitglied des Stadtrats von Malmö, produzierte eine neue Version der Geschichte. 2012 warnte er vor „der jüdisch-europäischen, extrem rechten Verschwörung“. Im Oktober 2014 verkündete er in seiner neuen Version, der israelische Mossad habe den Islamischen Staat im Irak und Syrien ausgebildet. Diese bizarre Zusammenstellung von Beschuldigungen lässt es so aussehen, als würden die schwedischen Medien keine Informationen zu den jüngsten Ereignisse übertrage – und zwar die Enthauptung unschuldiger Journalisten und Massenmorde durch den IS. Stattdessen informiert Kaba uns: „Muslime führen keinen Krieg; sie werden als Bauern im Spiel anderer Völker benutzt.“

Die britischen Linken sind nicht auf diese aberwitzige und paranoide linke Sicht der Schweden auf die Israelis als allmächtig übergegangen. Obwohl die Führer der Labour Party fanden, das sei unklug, schlug eine Gruppe linker Mitglieder des Unterhauses am 13. Oktober 2014 vor, die britische Regierung solle den Staat Palästina an der Seite des Staates Israel anerkennen. Der Initiator des Antrags war ein Hinterbänkler namens Grahame Morris, der seit Dezember 2013 der Vorsitzende der Labour Friends of Palestine and the Middle East ist. Er sprach vom Freiheitskampf des palästinensischen Volks und gegen ihre ungerechte Behandlung, vergaß dabei aber zu erwähnen, dass die Hamas weitgehend dafür verantwortlich ist. Seine wahren Ansichten offenbarte er in einer früheren Rede, als er erwähnte, die Gleichsetzung von Israel mit dem Südafrika der Apartheid sei „stichhaltig“.

Unterstützer der Palästinenser mögen zufrieden mit dem sein, was sie als symbolische Gesten und Propagandacoups betrachten, denen die europäischen Länder Aufmerksamkeit schenken. Doch symbolische Gesten verändern die Außenpolitik nicht und einseitiges Handeln bringen den Frieden nicht voran. Die genauen Konturen eines Palästinenserstaats werden nur durch Verhandlungen bestimmt. Dass einseitiges Handeln für die Gründung eines Palästinenserstaats gefordert wird, macht die Linken praktisch zu Reaktionären; es verhindert Dialog und pervertiert die internationalen Vereinbarungen, die forderten, dass ein Endstatus durch Verhandlungen festgelegt wird.

Kann Israel Europa je vertrauen? (Teil 3/3)

20. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Europa+Nahost, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Dan Vittorio Segre (Teil 1, Teil 2)

Dies ist der dritte Teil eines Interviews, das in Manfred Gerstenfelds Buch „Israel‘s New Future“ 1994 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde 2014 von RVP Press unter dem Titel „Israel’s New Future – Revisited“ überarbeitet neu aufgelegt.

Prof. Dan V. Segre

Prof. Dan V. Segre

Fragt man Segre, wohin dies alles führt, antwortet er: „Ein altes jüdisches Sprichwort sagt: Seit der Tempel zerstört wurde, sind Prophezeiungen kleine Kindern und Narren vorbehalten. Ich bin kein kleines Kind und ich will nicht wie ein Narr aussehen. Ich kann nichts prophezeien. Ich kann nur auf Trends hinweisen, die sich bewahrheiten oder auch nicht.“

Er identifiziert drei wichtige Trends. Der erste ist ein geografischer. Israel ist der einzige moderne Staat auf dem halben Weg zwischen Washington und Peking. Das hat viele Folgen und schafft eine Vielzahl an Chancen. „Bis vor kurzem ein neuer Satellit gestartet wurde, lieferte eine Fernsehsatelliten-Farm in Herzliya überall auf der Welt die Aufzeichnungen zentralasiatischer Sender“, sagt er. „Nach den politischen Veränderungen in Osteuropa hat sich für Israel eine neue Art Seidenstraße nach Indien und China geöffnet.“

Ein paradoxes Ergebnis des arabischen Boykotts ist gewesen, dass Tokio und Mexiko Stadt näher an Tel Aviv liegen als Damaskus oder Kairo, jedenfalls in Begriffen der Wirtschaft. Er vermerkt, dass der Boykott Israel Milliarden Dollar gekostet hat, es aber auch zwang seine Produktion zu diversifizieren und Märkte mit starker Konkurrenz zu betreten, während arabische Ökonomien in der Hauptsache entweder landwirtschaftlich oder vom Öl beherrscht geblieben sind.

Heute, sagte er, ergänzen sich die Wirtschaften Israels und der arabischen Länder nicht. Eine mögliche nützliche Folge der Vereinbarungen zwischen Israel und der PLO könnte es sein den aktuellen Fluss an Handel, Arbeitskräften und Technologie zwischen Israel und den arabischen Ländern zu erhöhen. Wenn auch ein gemeinsamer Markt im Nahen Osten nicht schon morgen aufkommen dürfte, sagt Segre, könnte der Zusammenbruch wirtschaftlicher Mauern zwischen Israel und den Arabern sich als treibender Faktor für beide Seiten erweisen.

Den zweiten Trend identifizierte Segre als einen politischen. „Es könnte Frieden geben oder auch nicht“, sagt er. „Wenn Frieden kommt, wird er kein langwieriger Prozess sein. Er wird rasche, explosive Resultate haben. Viele Firmen des Auslands werden in Israel Büros eröffnen. Israel wird schnell ein internationales Geschäftszentrum werden.“

Segre sieht hier aber Grund für Vorsicht. Er zitiert den Helden seines neuesten Buchs: „Der italienische Botschafter Amedeo Guillet, der italienische Lawrence von Arabien, erzählte mir vor mehr als 40 Jahren, dass die Araber ein Körper ohne Kopf und die Juden ein Kopf ohne Körper sind. Das Problem ist, die beiden zusammenzubekommen“, fährt er fort. „Guillet hat vermutlich selbst heute noch recht. Araber und Israelis ergänzen sich in vielen Bereichen. Wenn sie ihre Kräfte zusammenschließen, wird nie einen den anderen kontrollieren lassen, sondern beide würden davon profitieren.“

Segre zeigt auf eines von vielen Beispielen: „Denken Sie einfach an die Palästinenser. Sie haben zwei Wissenschaftslehrer für jede freie Stelle an ihren Schulen, während Israel solche Lehrer sucht. In einer wahren Partnerschaft müssen wir sehr sorgfältig darauf achten uns nicht als potenzielles neues Venedig zu sehen, den italienischen Staat, der viele Jahrhunderte lang nur an Wirtschaftlichem interessiert war. Geld ist nicht alles, was zählt. Israel sollte im Nahen Osten nicht mit einem europäischen Ansatz agieren. Stattdessen sollt es sich als integralen Teil des Nahen Ostens betrachten, als neutrale Brücke zwischen Staaten.“

Die beiden bisher erwähnten Trends verbinden sich als Öffnung neuer osteuropäischer und asiatischer Märkte für Israel und reduzieren so die Abhängigkeit von Europa. In der Vergangenheit, merkt er an, hat die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft viele feindselige Aussagen gegen Israel gemacht und ihm sogar gelegentlich mit Sanktionen gedroht. Es ist wiederum symbolisch, dass die bekanntesten dieser Äußerungen eine war, die 1980 in – ausgerechnet – Venedig abgegeben wurde. Darin versuchte Europa seine nicht existierende Macht auf Israel auszuüben, um die Araber zufriedenzustellen.

In Anerkennung der Rechte der palästinensischen Araber auf ein Heimatland untergrub die Erklärung von Venedig die Position Jordaniens, das damals immer noch die rechtliche Obrigkeit der Palästinenser war – eine Tatsache, die zu erwähnen die Europäer „vergaßen“, womit sie ein Land delegitimierten, das ein verlässlicher Verbündeter der Europäer gewesen war.

Mit der Erklärung von Venedig, sagt Segre, belohnte Europa die PLO für ihren Terrorismus und das zu einer Zeit, als diese es ablehnte die Existenz Israels anzuerkennen. Später unterstützten die Europäer den einzigen Versuch im Nahen Osten Frieden zu schaffen – die Camp David-Vereinbarungen – nicht.

Segre hat noch heftigere Worte des Misstrauens gegenüber Europa: „Europa scheint sich nicht von einigen Aspekten der Shylock-Politik losgesagt zu haben“, sagt er. „Es will von Israel ein Pfund Fleisch an territorialen Zugeständnissen, ohne den Schaden zu beachten, den das dem Gesamtkörper zufügen könnte, was die Verteidigungsmöglichkeiten Israels angeht. Nach der jugoslawischen Erfahrung auf einseitigen Zugeständnissen zu bestehen würde ulkig aussehen, wäre es nicht so tragisch.“

Der dritte Trend, den Segre sieht, ist noch schwieriger zu definieren. Er betrifft Religion, Ethik und Moral und ist mit dem verbunden, was er „das machiavellische Dilemma“ nennt. Machiavelli sagte, ein christlicher Prinz sei ein Widerspruch; entweder ist er ein Prinz oder er ist Christ. Israel kann dieses Dilemma für das christliche Europa nicht lösen, doch Segre sieht etwas Licht. „Vielleicht kann Israel einige Vorschläge machen“, sagt er. „Einer besteht darin die Europäer einzuladen mit etwas Bescheidenheit den Bemühungen eines kleinen Staates zu folgen, der mit dem Problem zu kämpfen hat, wie er zu seinen heiligen Traditionen zurückkehren kann, ohne die Modernisierung wegzuwerfen, für die die Juden in den letzten 150 Jahren wichtige Förderer waren. Man muss nur an Einstein, Freud und Marx denken. Das ist nicht nur ein israelisches Problem“, sagt er. „Es ist ein entscheidendes Problem, dem sich Europa gegenüber sieht und eines, das man mit den Arabern teilt. Sie sind mit der Herausforderung konfrontiert, Wege zu finden sich rasch zu modernisieren, ohne mit ihren sehr starken Traditionen zu brechen. Auf diesem Gebiet könnte Europa helfen neue Wege zu gehen, die zu Verständnis führen könnten.“

Erst vor kurzem hat Europa religiöse und nationalistische Kriege und Hass überwunden, die seine Flüsse Jahrhunderte lang mit Blut gefüllt haben. Wenn die Europäer einen echten Beitrag zu einem stabilen Frieden im Nahen Osten leisten wollten, könnten sie brauchbare Elemente aus ihrer eigenen Erfahrung ableiten. Beide Seiten könnten von der Entwicklung regionaler Marktinstitutionen profitieren, legt er nahe. Das würde sowohl Israel als auch den Palästinensern eine Vorzugsbehandlung – einschließlich vollem Zusammenschluss mit der EWG – geben, unter der Bedingung, dass sie in bestimmten Bereichen wie Energie, Wasser, Wissenschaften und Bankwesen zusammenarbeiten.

Wichtiger ist, dass die EWG sich als internationale Organisation sehen sollte, die die alten europäischen Reiche der Habsburger, der Zaren und selbst der Ottomanen als wirtschaftlicher Rahmen ersetzt, was vielen „Stämmen“ helfen könnte Ausgleich und Gründe zu Zusammenarbeit zu finden, indem Traditionen und Modernisierung ausbalanciert werden. Das dürfte schwierig sein, gibt Segre zu. Es wird für Zeitungs- und Fernsehjournalisten sicher weniger aufregend sein, als das, was heute geschieht. Es ist jedoch natürlich eine zivilisierte Weise all den Schaden zu kompensieren, den Europa in der Vergangenheit bei Israel angerichtet hat und einen Raum zu schaffen, in dem die beiden in der Zukunft zusammenarbeiten können.

Er besteht darauf, dass es bessere europäische Traditionen gibt als die von den Dominikanermönchen begründete, als sie den Talmud verbrannten oder Napoleons, der Ägypten zivilisieren und einen jüdischen Staat ausrufen wollte, um leichter Nachschub für seine Armee zu bekommen. Die Botschaft Europas, sagt er, sollte die des Erasmus sein, die er so zusammenfasst: „Rationalismus, Mitgefühl, Mäßigung und Selbstkritik, die allesamt in Europa selten geworden sind.“

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen sollten.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

Kann Israel Europa je vertrauen? (Teil 2/3)

13. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Europa+Nahost, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Dan Vittorio Segre (direkt vom Autor; Teil 1, Teil3)

Dies ist der zweite Teil eines Interviews, das in Manfred Gerstenfelds Buch „Israel‘s New Future“ 1994 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde 2014 von RVP Press unter dem Titel „Israel’s New Future – Revisited“ überarbeitet neu aufgelegt.

DanVSegre

Prof. Dan Vittorio Segre

Was europäischen Nationalismus angeht, sind Juden, sagt Segre, sowohl dessen Förderer als auch Opfer gewesen sind. Denjenigen, die mit der Geschichte des modernen Italien vertraut sind, fällt auf, dass die Juden zwischen 1835 und 1870 trotz ihrer geringen Zahl ein beträchtlicher Faktor beim italienischen Risorgimento – dem Kampf um Italiens Einheit – waren.

Es ist unwahrscheinlich, dass Menschen, die – obwohl nicht durch eigene Fehler – das Versagen der Ideen anderer aufzeigen, von denen geliebt werden, deren ideologischen Ballons die Luft ausging. Segre sagt, dass Israel die traditionelle Rolle der Juden als Testfall für das Versagen der europäischen Ideen fortführt.

Israel kann mit vielen Problemen umgehen, denen Europa sich zu stellen, geschweige denn sie zu lösen, schwer tut. So stellt sich Israel zum Beispiel mit ziemlichem Erfolg der Herausforderung der Integration von Einwanderern. Es hat im Verhältnis mehr Einwanderer aus der Dritten Welt in eine westlich geprägte Gesellschaft integriert als jedes andere Land. Europa hat eine Menge gute und schlechte Erfahrungen im Umgang mit Immigranten gemacht, vermerkt Segre, aber ihm fehlt ein adäquater Ansatz zur Integration von Nichteuropäern.

Viele Europäer haben unterbewusst Probleme zu akzeptieren, dass Israel in dem fortbestehenden Kampf zwischen Theokratie und Demokratie auf realistische Weise mit der Rückkehr des „Heiligen“ in die Politik umgeht. Das ist für die zeitgenössische internationale Gesellschaft eine Frage von maßgeblicher Bedeutung. Das Element des „Heiligen“, das die Französische Revolution aus der europäischen Politik vertrieb, kehrt in Europa auf verschiedene Weisen mit Wucht zurück. Ein Beispiel dafür ist Bosnien, das Teil eines territorialen Nationalstaats war und heute in zwei religiöse Enklaven geteilt ist. Segre erwartet, dass zu gegebener Zeit weitere Beispiele folgen werden.

Diesbezüglich ist Israel das einzige Land im Nahen Osten, in dem Demokratie und Theokratie bisher ohne brutale Konfrontation nebeneinander bestehen. Doch es erscheint für Europäer schwer zu sein den universalen Wert einer Erfahrung anzuerkennen, die kein Land der Dritten Welt friedlich zu entwickeln in der Lage gewesen ist. „Schlimmer noch“, fügt er an, „hat Israel in den 45 Jahren seiner Geschichte gezeigt, wie ein unterentwickeltes Land sich modernisieren kann, während viele der ehemaligen europäischen Kolonien zusammenbrechen. Das ist für europäische Führungskräfte ein weiteres Ärgernis, auch wenn das nie explizit gesagt wird.

Während der ersten Jahre seiner Unabhängigkeit verkörperte Israel den einzigen lebensfähigen sozialistischen Staat der Geschichte, der auf Solidarität und Freiwilligentätigkeit gründete, sagt Segre. Es gibt in der europäischen Geschichte viele Beispiele dafür, dass Versuche solche Staaten zu gründen fehlschlugen. Dazu gehören Bayern und Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg und das republikanische Regime in Spanien. „Man kann von den Führern der linken europäischen Staaten nicht gemocht werden, während man ihnen Erfolge in Feldern unter die Nase reibt, auf denen sie kläglich versagt haben“, sagt er mit einer Spur Ironie.

Israel könnte sogar ein weiteres Problem lösen, dem sich zu stellen Europäer ernste Probleme haben: Die Krise zwischen Staat und Nation. Die heutige italienische Nation erlebt Schwierigkeiten beim Erhalt eines italienischen Staates. Die baskischen Länder wollen nicht Teil der spanischen Nation sein. Wir erleben einen beginnenden Zusammenbruch der belgischen Nation. Das Vereinte Königreich befindet sich im Prozess unvereint zu werden. Die Auflösung Jugoslawiens ist das schlimmste Beispiel, sagt er, besonders wenn man bedenkt, dass die Europäische Gemeinschaft dem Zerfall Vorschub leistete.

„Während die meisten europäischen Länder diese Art Problem nicht lösen können, könnte der Staat in Israel eine Nation aus dem schaffen, was immer noch eine Gesellschaft ist, die aus jüdischen Stämmen besteht“, sagt Segre. „Diese ‚Stämme‘ haben, trotz dem, was viele glauben mögen, wenig gemeinsame Sprache oder historische Erfahrung. Ihre Sprache, das Hebräische, begann größtenteils als ein Esperanto.

Dennoch haben diese ‚Stämme‘ einen Staat geschaffen, der höchstwahrscheinlich eine israelische Nation schafft. Paradoxerweise geht viel vom Verdienst dafür an die Araber. Sie haben die israelische Gesellschaft gezwungen angesichts der Feindschaft Einheit zu pflegen. Andere Gesellschaften haben externen Druck erlebt, sind aber nicht in der Lage gewesen das in eine kreative interne Einigkeit zu übertragen. Der Fall einer sowjetischen Gefahr ausgesetzten europäischen Staaten ist ein Paradebeispiel. Sollte Israel kein Wunder-Beispiel sein, dann ist es zumindest ein spektakuläres.“

Um die Dinge in den Augen der Europäer ständig schlechter zu machen, sagt Segre, ist Israel ein moderner, siegreicher Staat, während sie im Zweiten Weltkrieg durch eine Ideologie der Finsternis besiegt worden wären, hätte es nicht die militärischen Anstrengungen zweier Nationen gegeben, die die Europäer als ziemlich unzivilisiert ansehen – die Amerikaner und die Russen. Moderne europäische Historiker haben angefangen zu erkennen, dass die beiden Weltkriege eigentlich europäische Kriege waren, die die Europäer in den Rest der Welt ausbreiteten.

Gemäß eines gewissen Typs europäischen historischen Determinismus sollte ein Staat wie Israel, geschaffen vom Zionismus, der einzigen je von den Vereinten Nationen als rassistisch gebrandmarkten Nationalbewegung, Kriege gegen die Drittwelt-Araber auf dieselbe Art verlieren, wie die Europäer ihre Kolonien verloren. Keine westliche Macht ist fähig gewesen Befreiungskriegen standzuhalten, wie die Beispiele Indien, Indonesien, Algerien und Vietnam zu beweisen scheinen. Im Fall Israel sind viele – aber offensichtlich nicht alle – Europäer, die von dieser falschen Voraussetzung ausgehen, sehr enttäuscht, wenn dies nicht zum erwarteten falschen Ergebnis führt.

Der Kniefall der Europäer vor den Arabern – und ihrem Öl-Reichtum – in den 1970er- und 1980-er Jahren hat viele von ihnen für die Gefahren der Rechtfertigung von Terrorismus (hauptsächlich arabischen Ursprungs) blind gemacht. Trotz der Fakten wurde Israel für viele der wichtigen Probleme des Westens verantwortlich gemacht.

Die Vereinten Nationen erklärten in einer ihrer vielen verdrehten Äußerungen Israel zur Hauptgefahr für den Weltfrieden und den Nahost-Konflikt zum gravierendsten am Ende des Jahrhunderts, erzählt Segre. Israel wurde von seinen westlichen Kritikern auch für den Einzug des russischen Einflusses im Nahen Osten und den der Chinesen in Afrika verantwortlich gemacht, die versuchten den Erfolg israelischer Kooperationspolitik auszugleichen.

„Heute ist die Burg aus zusammengemischten europäischen, arabischen, kommunistischen und UNO-Lügen auf blamable Weise zusammengebrochen und hat ein Paradox zu Ergebnis“, sagte Segre. „Israel, das beschuldigt wurde den Frieden zu bedrohen, ist für jeden sichtbar ein wichtiger Verbündeter der Welt beim Kampf gegen muslimischen Terrorismus – eine pluralistische Demokratie inmitten von autoritären, nicht demokratischen, gewalttätigen Regimen.

Das Palästinenserproblem ist gewiss eine Belastungsprobe für die moralischen und politischen Werte Israels“, sagt Segre. „Es hat viele Verfälschungen in jüdischer Ethik und demokratischem Verhalten verursacht, für die Israel Kritik von Freunden wie Feinden verdient. Das rechtfertigt aber nicht die Kritiker, die fordern, dass Israel sich wie eine Demokratie im Frieden und nicht wie z.B. eine westliche Demokratie im Krieg verhält. Darüber hinaus ist europäische Außenpolitik weit davon entfernt ethisch zu sein und sie ist nicht von rein progressiv-demokratischen Prinzipien inspiriert.“

Er verweist auf Europas fortgesetzte Wirtschaftsbeziehungen zum Iran als besten Beleg, dass europäische Regierungen aus der Vergangenheit nicht gelernt haben. Obwohl sie die Iraner leicht zur Vernunft bringen könnten, sagt Segre, indem sie den Kauf von deren Öl streichen – und damit ihre arabischen Verbündeten stärken – haben die Europäer solche Schritte nicht unternommen.

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen sollten.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

Der Ursprung des niederländischen Islamo-Nazismus

29. September 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa, Europa+Islam | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Anfang September wurde – recht plötzlich – klar, dass Islamo-Nazismus in den Niederlanden beträchtlichen Umfang angenommen hat und bereits zu einer halbwegs organisierten Bewegung geworden ist. Rob Bertholee, Leiter des AIVD – des niederländischen Allgemeinen Geheimdienstes – sagte in einem Interview, dass die Jihadisten-Bewegung hunderte Anhänger hat, die Zahl der Sympathisanten des gewalttätigen Jihad in den Niederlanden aber in die Tausende geht.1 Im Juli 2014 veranstalteten Dutzende Unterstützer des Islamischen Staats (IS) in Den Haag eine Demonstration Zu darauf folgenden Gelegenheiten wurden bei antiisraelischen Demonstrationen Flaggen des IS und der Hamas gezeigt. Bis dahin hieß es offiziell, dass es 130 Jihadisten gibt, die die Niederlande verließen; 30 waren aus dem Nahen Osten zurückgekehrt und rund 15 wurden getötet.2

Der Islamo-Nazismus in den Niederlanden hat üble, weit zurückgehende und seltsame Wurzeln. Im vergangenen Jahrhundert, lange bevor das Problem der Islamo-Nazis bestand, waren bereits einige ihrer Parolen beliebte Redewendungen, die in niederländischen Fußballstadien gesungen oder gebrüllt wurden.3 Die Behörden gingen nicht gegen Sprüche wie „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ oder „Tod den Juden“ vor. Sie betrachteten das Stadion vielmehr als extraterritoriales Gelände, in dem das niederländische Recht nicht voll anzuwenden ist.

Ein bizarrer Aspekt dieser Sprüche bestand darin, dass ihre Ziele nicht Juden waren, sondern fanatische Fans des Amsterdamer Fußballclubs Ajax. Aus unerfindlichen Gründen nannten diese sich selbst „Juden“. Radikale Anhänger anderer Fußballvereine wie Feyenoord Rotterdam schrien ihre Hass-Parolen, wenn ihr Verein gegen Ajax spielte. Da die Behörden nicht reagierten, begannen diese antisemitischen Sprüche sich ihren Weg aus den Fußballstadien hinaus zu bahnen. Als Feyenoord 1999 niederländischer Fußballmeister wurde, schrie einer seiner Spieler, Ulrich van Gobbel, vor einer riesigen Menge auf einer von Rotterdams Hauptstraßen achtmal ins Mikrofon: „Wer nicht springt, ist ein Jude.“4

Fußballfans sangen die Hass-Parolen auch in öffentlichen Verkehrsmitteln.5 In der Folge wurden die antisemitischen Sprüche gegen erkennbare Juden verwendet. Oberrabbiner Binyomin Jacobs erinnert sich, dass er einmal zusammen mit einem Kollegen, einem nicht jüdischen Psychologen, in einen Zug stieg. Dieser war mit vielen Fans von Feyenoord vollgepackt, die anfingen zu brüllen: „Hamas, Hamas, Juden ins Gas.“6 Der Fußball-Antisemitismus nahm ab, nachdem 2004 ein Spiel in Den Haag abgebrochen wurde, als die Fans sangen „Hamas, Hamas, der Schiedsrichter ins Gas.“7 Seitdem sind die Behörden von Zeit zu Zeit gegen die Hass-Sprüche vorgegangen.

Einige junge Muslime wurden die Vorläufer der heutigen Islamo-Nazis. 2001 gaben in mehreren niederländischen Schulen muslimische Jugendliche ihrer Freude über den 11. September Ausdruck. Auch wurde starke Bewunderung für Osama bin Laden zur Schau gestellt.8 In Amsterdam spielten 2003 am nationalen Gedenktag während der Feier zu Ehren der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs marokkanische und türkische Jugendliche Fußball mit den Kränzen und schrien „Tod den Juden“.

Im April 2004 saß ich während eines Besuchs in Amsterdam in einem Straßenbahnwagen, als vier Jugendliche im Alter von etwa 15 Jahren mit olivfarbener Haut von hinten hereinkamen und sich ein paar Meter hinter mir hinsetzten. Einer von ihnen begann zu singen: „Du musst Juden töten, aber es ist verboten.“ Das richtete sich nicht speziell gegen mich, da ich keine äußeren Zeichen meines Glaubens trug und sie mich nur von hinten sehen konnten. Dieser Vorfall sollte der Anfang meines Buches aus dem Jahr 2010 werden, dessen Titel man mit „Der Niedergang: Juden in den führungslosen Niederlanden“ übersetzen kann.10

Am 4. November 2004 gab es eine radikale Veränderung. An diesem Tag ermordete der Marokkaner Mohamed Bouyeri den niederländischen Filmemacher Theo van Gogh. In einem Brief, den er mit einem Messer auf Van Goghs Leiche befestigte, bedrohte er auch Ayaan Hirsi Ali, damals niederländische Parlamentarierin, mit dem Tod. Sie ist später in die USA gegangen.11 Einige weitere niederländische Muslime, mit denen sich Bouyeri regelmäßig traf, wurden wegen des Vorwurfs versuchten vorsätzlichen Mordes verhaftet. Einige wurden verurteilt und gingen ins Gefängnis.12 Es gab auch einige öffentliche Aufmerksamkeit für die Tatsache, dass zwei niederländische Jihadisten 2002 im Kaschmir getötet wurden.

In den Jahren nach dem Mord an Van Gogh verfiel die Situation und wurde weniger transparent. Der AIVD verkündete 2006, dass die Rekrutierung von Jihadisten in den Untergrund gegangen war.13 Es gab regelmäßig Todesdrohungen gegen den gut geschützten, antiislamischen Politiker Geert Wilders; von Zeit zu Zeit wurden auch andere ins Visier genommen. Einer, der Dutzende Todesdrohungen erhielt, ist Ehsam Jami, der eine Organisation ehemaliger Muslime gegründet hatte. Er wurde auch körperlich angegriffen.14 Es wurde öffentlich bekannt, dass die Amsterdamer El-Tawheed-Moschee ein Buch mit dem Titel „Der Weg des Islam“ verkaufte, das Rat gab, wie man Homosexuelle von hohen Gebäuden stürzt.15

Die Beobachter muslimischer Internetseiten versuchten systematisch, Hassreden und Aufrufe zu Gewalt auszufiltern, aber sie waren nicht immer erfolgreich.16 Gelegentlich besuchten aufhetzerische Imame aus dem Ausland die Niederlande.17 Dieses Jahr gab der stellvertretende Premierminister Lodewijk Asscher zu, dass das Innenministerium Jahre lang die Möglichkeit außer Acht gelassen hatte, ihre Einreise in die Niederlande zu verbieten.18

2006 machte der Rapper Appa ein Video, in dem maskierte Jugendliche Hamas-Flaggen schwenkten. Es wurde mehr als eine Million Mal heruntergeladen.19 Im September 2007 fand in Rotterdam ein propalästinensischer Kongress statt, zu dem Hamas-Führer Ismail Haniyeh eingeladen wurde. Die niederländische Regierung verbot ihm allerdings die Einreise. Daraufhin sprach Haniyeh über Video zum Kongress. Auch der ehemalige niederländische Premierminister Dries van Agt, ein Christdemokrat, sprach dort. Dieser führende niederländische Hetzer gegen Israel sagte auf dem Kongress, dass die Hamas von der Liste der Terrororganisationen gestrichen werden sollte.20 2009 schrien antiisraelische Demonstranten in Amsterdam: „Hamas, Hamas, Juden ins Gas.“ Zwei Parlamentarier der linken Sozialistischen Partei, die an der Demonstration teilnahmen, behaupteten, sie hätten diese Sprüche nicht gehört. Sie gaben zu, dass sie selbst schrien: „Intifada, Intifada, Palästina muss frei sein.“21

Mit dem Bürgerkrieg in Syrien wurde der Islamo-Nazismus in den Niederlanden erwachsen. Er blieb jedoch weithin im Untergrund, denn die Jihadisten, die nach Syrien gingen, wollten nicht die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich lenken, da diese ihre Ausreise hätten verhindern können. In diesem Sommer erreichte dann der Jihadismus die Öffentlichkeit Jetzt hat der AVID endlich eingestanden, was dieser Geheimdienst schon lange gewusst haben muss – dass die Zahl der jihadistischen Sympathisanten in den Niederlanden in die Tausende geht.

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie man dagegen kämpfen kann.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

 

1 Harry Lensink, Jaco Alberts: AIVD-baas Rob Bertholee over ‘het fenomeen’. Vrij Nederland, 3. September 2014. [niederländisch]
2 Politie pakt paspoort 10 leden ‘jihadgezinnen’ af. Volkskrant, 30. August 2014. [Niederländisch]
3 Einen Überblick über den niederländischen Fußball-Antisemitismus finden Sie bei: Manfred Gerstenfeld: Anti-Semitism and the Dutch Soccer Fields. Journal for the Study of Anti-Semitism, Band 3, Ausgabe 2/2011, S. 629-646.
4 Simon Kuper: Ajax, de joden, Nederland. Hard Gras 22 Amsterdam (L.J. Veen) 2000, S. 141. [niederländisch]
5 Manfred Gerstenfeld: Het Verval, Joden in een Stuurloos Nederland. Amsterdam (Van Praag), 2010, S. 23. [niederländisch]
6 ebenda, S. 25
7 Robert Misset: Staking na wangedrag ADO-fans. Volkskrant, 18. Oktober 2004. [niederländisch]
8 Margalith Kleijwegt, Max van Weezel: Het land van haat en nijd. Amsterdam (Balans), 2006, S. 108. [niederländisch]
9 Dodenherdenking in Amsterdam verstoord. In: Trouw, 9. Mai 2003. [niederländisch]
10 Manfred Gerstenfeld: Het Verval.
11 Jean Wanningen: Er is vandaag een Amsterdammer vermoord. Dagelijkse Standaard, 2. November 2013. [niederländisch]
12 Lid Hofstadgroep Jason W. is vrij. In: NOS.nl, 11. May 2013. [niederländisch]
13 Ons ideaal is islamitische maatschappij; ook in Nederland. Telegraaf, 24. Januar 2008. [niederländisch]
14 Stroom telefonische doodsbedreigingen voor Jami. Volkskrant, 9. August 2007. [niederländisch]
15 Omstreden, nooit veroordeeld. NRC Handelsblad, 9. November 2004. [niederländisch]
16 Aantal linkse sites groeit nauwelijks, aantal moslimsites wel. NRC.nl, 25. August 2007. [niederländisch]
17 Speech sjeik Khalid Yasin op YouTube. Volkskrant, 25. Januar 2009. [niederländisch]
18 Harde aanpak haat-imams. NOS.nl, 25. August 2014. [niederländisch]
19 Robbert de Witt: Wilders doet aangifte tegen Marokkaanse rapper. Elsevier, 19. August 2007 [niederländisch]
20 De Hamas-broeder moest achter de muur blijven. NRC Handelsblad, 7. Mai 2007. [niederländisch]
21 Robbert de Wit: Van Bommel: Intifada oproep buitengewoon onhandig. Elsevier,15. Januar 2009. [niederländisch].

 

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