Die nächste Runde des Krieges

12. Oktober 2009 at 19:50 | In Friedensinitiativen, Jerusalem, Palästinenser, USA | Leave a Comment
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Caroline Glick, Jewish World Review, 9. Oktober 2009

Die Treffen von US-Präsident Barack Obamas Nahost-Friedensvermittler George Mitchell mit israelischen Führungspolitikern am Donnerstag war von einer Atmosphäre der Fantasterei durchzogen. Bei separaten Fototerminen stand Mitchell neben Präsident Shimon Peres und Verteidigungsminister Ehud Barak und gelobte, alle Hindernisse für die Erzielung von Frieden nicht nur zwischen Israel und den Palästinensern, sondern auch zwischen Israel und Syrien und dem Libanon und mit der gesamten arabischen Welt zu überwinden.

Mitchells gestrige Äußerungen waren sogar noch verblüffender als ähnliche, die er während früherer Besuche tätigte, denn diese Woche begannen die Palästinenser ihre jüngste Terror-Kampagne gegen Israel. Wie bei vorhergehenden Runden palästinensischen Terrors gegen Juden, die 1929 begannen, wurde diese durch komplett erfundene Behauptungen muslimischer Führer herbeigeführt, Israel wolle jüdische Rechte am Tempelberg – der heiligsten Stätte des Judentums – durchsetzen und damit den muslimischen Anspruch, als einzige Gebetsrechte an der Stätte zu haben, die im Koran nicht einmal erwähnt wird.

Mit Beginn der letzten Woche fing der verurteilte Verbrecher Raed Salah – der wegen der finanziellen und andere Verbindungen des nördlichen Zweiges der Israelischen Islamischen Bewegung zur Hamas eine Gefängnisstrafe verbüßte – israelische und palästinensische muslimische Beter aufzuhetzen, um gegen Israel Krieg zu führen. So, wie er das alle paar Monate macht, behauptete Salah fälschlicherweise, Juden würden das nicht zu vergebende „Verbrechen“ begehen, während des Laubhüttenfestes auf dem Tempelberg beten zu wollen. Das Laubhüttenfest, das wir während der letzten Woche begingen, ist natürlich eines der drei Erntefeste, zu denen den Juden geboten ist auf den Tempelberg zu gehen. Diesmal wurden Salahs Lügen von gleichen sowohl von Hamasführern als auch von Fatahführern begleitet.

Wie es für sie Standard ist, benutzten die Palästinenserführer in ihren Kriegserklärungen bekannte Euphemismen. Statt offen zum Abschlachten der Juden aufzurufen, forderten sie die Muslime auf den Tempelberg gegen fiktive jüdische Angriffe zu verteidigen. Schubkarren an Steinen wurden Montag auf dem Tempelberg gelagert gefunden. Die Steine machten die Absicht der muslimischen Führer klar, dass sie die Szenen von 1990 wiederholen wollten, als jüdische Beter an der Westmauer zum Laubhüttenfest mit Steinen beworfen wurden. Dieser muslimische Angriff führte einen starken Anstieg des palästinensischen Terrors während der folgenden Monate herbei.

Die Krawalle dieser Woche erinnern ebenfalls an die palästinensischen Angriffe von 1996. Diese Aggression wurde mit falschen palästinensischen Beschuldigungen gerechtfertigt, Premierminister Benjamin Netanyahus Entscheidung, den archäologischen Tunnel entlang der Westmauer zu öffnen, sei ein Komplott die Aksa-Moschee zu beseitigen. Yassir Arafat nutzte diese fabrizierte Verleumdung als Vorwand, seine von den USA ausgebildeten und von den Israelis bewaffneten palästinensischen Sicherheitskräfte das Feuer auf IDF-Soldaten eröffnen zu lassen. Bei der folgenden Gewalt wurden etwa 15 Soldaten getötet.

Die gewalttätigste Verwertung von fabrizierten Behauptungen jüdischer Aggression gegen die heiligste Stätte des Judentums bisher kam natürlich im September 2000. Damals behaupteten Arafat und seine Stellvertreter in der Fatah, unterstützt von der Hamas und der Israelischen Islamischen Bewegung, dass der Beuch des damaligen Oppositionsführers Ariel Sharon auf dem Tempelberg am 28. September 2000 – ein Besuch, der vorab mit der PA koordiniert worden war – eine Kriegshandlung gegen die Palästinenser und den Islam als Ganzes war. Mehr als 1.500 Israelis wurden in den sieben Jahren Terror, die folgten, getötet.

Der vielleicht unverhohlenste Aufruf zur Erneuerung des Jihads gegen Israel kam diese Woche von Fatahführer und nominellen PA-Präsidenten Mahmud Abbas. In einem Interview im jemenitischen Fernsehen sagte Abbas: „Die zweite Intifada brach wegen des Besuchs [des ehemaligen Premierministers Ariel] Sharon [auf dem Tempelberg] aus… sie dauerter sieben Jahre. Diesmal bedarf die Frage Jerusalems deshalb weit größere Anstrengungen [der Palästinenser], etwas Praktischeres. Es reicht nicht über Jerusalem in Büchern zu reden oder Predigten in Moscheen zu halten. Es muss daran gearbeitet werden.“

Die jüngste Runde der Gewalt ist seit Monaten aufgebaut worden. Nach von der IDF veröffentlichten Daten hat sich die Zahl der Terroranschläge im Verlauf des letzten Monats von 53 Anschlägen im August auf 95 im September fast verdoppelt. Die Spitze der Gewalt in dieser Woche veranlasste IDF-Kommandeure vor der Möglichkeit zu warnen, dass die Gewalt sich durch Judäa und Samaria hindurch ausbreiten wird. Mit der fast nahtlosen Integration der israelisch-arabischen Führer in die Aufheizung zur Gewalt gibt es gute Gründe für die Sorge, dass die arabischen Israelis eine herausragende Rolle in der neuesten Runde des Jihad gegen Israel spielen werden.

Abbas und sein Premierminister Salam Fayyad haben ihre gewalttätigen Attacken gegen Israel durch erneuerte diplomatische Angriffe gegen den jüdischen Staat verstärkt. Fayyad und Abbas haben beide die Regierungen der USA und Europas aufgefordert Israels erfundene Provokationen und Schritte zur „Judaisierung“der ewigen Hauptstadt des jüdischen Volkes zu verurteilen. Statt diese Fatahführer wegen ihrer Schlüsselrollen bei der Aufhetzung zu Gewalt zu verurteilen, haben die Europäer sich diese zueigen gemacht. Angeführt von Schweden, das die reihum wechselnde EU-Präsidentschaft inne hat, haben die europäischen Regierungen verlangt, dass Israel sein provokatives Verhalten beendet. Die Obama-Administration ihrerseits hat, statt diese offensichtlich falschen Beschuldigungen kurzerhand von der Hand zu weisen, von Israel verlangt, dass es Rechenschaft für sein Handeln ablegt und beweist, dass es die palästinensische Gewalt nicht provoziert.

Wie lange die neueste palästinensisch Kampagne dauern wird und wie viele Israelis getötet werden, ist noch unbekannt. Größtenteils durch das von den USA unter Generalleutnant Keith Dayton gestellte militärische Training sind die Fatah-Kräfte in Judäa und Samaria heute besser ausgebildet und ausgerüstet als jemals zuvor. Im Gazastreifen bereitet sich die Hamas auf eine neue Runde Krieg vor, indem sie arme Palästinenser entlang der Grenze mit Israel ansiedelt, um es Israel schwer zu machen sich zu verteidigen, ohne die zivilen Schutzschilde der Hamas zu töten. Gleichzeitig bleibt die IDF stärker als diese palästinensischen Kräfte. Israels letztlicher Sieg gegen diesen neuen Terror-Feldzug ist daher ein vorbestimmtes Ende, abhängig nur vom politischen Mut seiner Führungspolitiker.

Da die Palästinenser wissen müssen, dass ihr neuer Terror-Feldzug mit einem israelischen Sieg enden wird, muss man darüber nachdenken, warum sie sich trotzdem entschieden haben ihn zu beginnen. Vier Erklärungen fallen dazu ein.

Erstens ist bemerkenswert, dass die Aufrufe zum Jihad drei Wochen vor dem geplanten Treffen der Führer von Hamas und Fatah in Kairo zur Wiedereinführung ihrer Einheitsregierung ausgerufen werden, wobei die nächsten parlamentarischen und Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr anstehen. Es ist möglich, dass Abbas und Fayyad und ihre Genossen in der Fatah durch die Anstachelung eines neuen Terrorkriegs gegen Israel der Hamas signalisieren, dass sie bereitwillige Kollaborateure in einer von der Hamas dominierten Regierung sein werden.

Doch weil die Hamas der Favorit für den Gewinn beider Wahlen ist, könnten die Fatah-Führer ihre Aufrufe zum Jihad dazu nutzen, ihre Popularität unter den Palästinensern zu erhöhen, bevor man anbietet die Wahlen zu streichen oder weil man eine wahrscheinliche Entgleisung der Verhandlungen um eine Einheitsregierung erwartet. Was auch immer sein wird, die sich abzeichnenden Gespräche zwischen Hamas und Fatah spielen zweifellos eine herausragende Rolle in der neuen Runde antijüdischer Gewalt.

Der zweite Grund für die Erneuerung der palästinensischen Gewalt gegen Israel und der Benutzung falscher Vorwürfe jüdischer Provokationen auf dem Tempelberg als Rechtfertigung für diese Gewalt besteht darin, dass die Fatah-Führer glauben, sie können ihre Kampagne dazu nutzen die Obama-Administration zu überzeugen Israel unter Druck zu setzen massive Zugeständnisse an die Palästinenser zu machen, noch bevor irgendwelche „Friedens“-Verhandlungen beginnen. Das war Arafats Ziel bei der Anstiftung zur Gewalt 1996. Damals war dieser Schachzug enorm erfolgreich. Der damalige US-Präsident Bill Clinton antwortete auf die palästinensische Gewalt damit, dass er Netanyahu verantwortlich machte und ihn zwang Verhandlungen zur Verlegung der IDF heraus aus Teilen Hebrons zu beginnen.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass Raed Salah – die sichtbarste Kraft hinter den Randale dieser Woche auf dem Tempelberg – sie dazu benutzt, um sich eine machtvollere Position in der israelischen arabisch-palästinensischen Führungshierarchie zu bugsieren. Inspiriert von der Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas und den Würgegriff der Hisbollah gegenüber der libanesischen Regierung, könnte Salah sich entschieden haben, dass die Zeit dafür reif ist, dass die israelischen Araber ihr Profil in der jihadistischen Hackordnung zu aufzuwerten.

Die vierte mögliche Erklärung für die derzeitige Runde der Gewalt besteht darin, dass sie von den Regierungen Syriens und des Iran angestachelt ist, die gemeinsam die Hamas kontrollieren und in der Fatah und israelisch-arabischen Kreisen Einfluss haben. Das iranische und syrische Interesse an der Provokation solcher Gewalt ist jetzt klar. Wenn die Regierung Netanyahu und die IDF damit beschäftigt sind den palästinensischen Terrorismus zu bekämpfen, wird es für sie schwieriger sein gegen das iranische Atomwaffenprogramm vorzugehen, ob nun diplomatisch oder militärisch.

All diese möglichen Ursachen für die Gewalt werfen ein Licht darauf, wie das Geschehen vermutlich weiter gehen wird. Die zukünftigen Ereignisse werden immerhin zum großen Teil die Interessen der Parteien widerspiegeln, die an der Anstachelung der derzeitigen Attacken auf Israel beteiligt sind.

Ebenso zeigen die europäischen und amerikanischen Reaktionen auf die palästinensischen Aufrufe zur Gewalt gegen Israel und die Juden, wie der neuesten Runde palästinensischer Gewalt gegen Israel vermutlich vom Westen begegnet wird. Dass die EU so leicht bereit ist falsche Anschuldigungen der Palästinenser über erfundene israelische Provokationen zu glauben, demonstriert sie, dass in ihrer Politik gegenüber dem arabischen Konflikt mit Israel eine Verwandlung statt gefunden hat. Während die EU in der Vergangenheit in der Region ein mehr oder weniger neutraler Akteur war – offiziell lehnte sie es ab eine der beide Seiten zu untersützen, während sie sich inoffiziell auf die Seite der Palästinenser gegen Israel stellte – ist die europäische Haltung zur palästinensischen Gewalt der vergangenen Woche nicht von der der Arabischen Liga zu unterscheiden gewesen. Die neu zu findende Bereitschaft der Europäer, sich offen auf die Seite der Palästinenser gegen Israel zu stellen, macht klar, dass die Rolle der EU bei der kommenden Gewalt eine qualitativ andere sein wird als die, die sie in den bisherigen palästinensischen Terror-Feldzügen gespielt hat. Israels Fähigkeit, eine entsprechende und schlüssige diplomatische Kampagne zu seiner Verteidigung zu starten, hängt davon ab, dass das Außenministerium erkennt, dass eine transformative Verschiebung in der Behandlung Israels durch Europa stattgefunden hat.

Und das bringt uns zurück zu George Mitchell in Jerusalem. Was Mitchells absurde Äußerungen darüber, dass in der Region in naher Zukunft der Frieden ausbricht, zeigt, ist: Die Obama-Administration ist absolut bereit die arabische Gewalt gegen Israel wegzuheucheln. Ob von Naivität motiviert, einem allumfassenden Verlangen nach internationalen Friedenskonferenzen, einem Plan, die US-Außenpolitik an der der Europäer auszurichten oder von Feinseligkeit gegenüber Israel – die Tatsache, dass Mitchell von Frieden reden kann, während die Palästinenser gerade den Krieg erklärt haben, macht klar, dass die Obama-Administration nicht daran interessiert ist, eine konstruktive Rolle bei der Unterdrückung der Gewalt zu spielen. Sie ist sicher nicht interessiert daran Israel bei der Sicherung des Lebens seiner Bürger zu hlefen.

Offizielle Vertreter Israels haben versucht die Bedeutung der Ereignisse dieser Woche in Jerusalem herunterzuspielen. Das ist ein Fehler. Wenn die neue Runde der Gewalt schnell enden soll – und zu minimalen Kosten an Leben – dann ist es für Israel unerlässlich Mitchell defensiv nach dem Mund zu reden und rasch sowohl militärisch als auch diplomatisch in die Offensive zu gehen.

Neue arabische Strategie: Israel gibt alles auf und bekommt dann vielleicht etwas zurück

21. September 2009 at 19:46 | In Friedensinitiativen, Medien+Nahost, Nahost-Konflikt, die Welt+Nahost | Leave a Comment
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Barry Rubin, 13. September 2009

Es hat in der arabischen Strategie gegenüber Israel eine wichtige neue Entwicklung gegeben. Obwohl sie im saudischen, später arabischen Friedensvorschlag implizit enthalten war, wurde sie jetzt explizit, wie in Turki al-FAisals Op-ed in der New York Times. Er schrieb:

„Saudi-Arabien … muss es daher ablehnen sich mit Israel zu beschäftigen, bis es seine illegale Besatzung der Westbank, des Gazastreifens und der Golan-Höhen wie auch der Shebaa-Farmen im Libanon beendet. Wenn die Saudis Schritte hin zu diplomatischer Normalisierung zu unternähmen, bevor dieses Land seinen rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben wird, würde das internationale Recht untergraben und die Augen vor Unmoral verschließen.“

Das ist eine offene und direkte Zurückweisung der Politik der Obama-Administration, die Vertrauen bildende Maßnahmen von beiden Seiten anstrebt. Natürlich wird die Administration die Saudis nicht dafür kritisieren, dass die Saudis auf ihrer Politik herumtrampelt und weiter darauf bestehen, sie habe positive Antworten aus arabischen Staaten, die zeigten, dass Fortschritte gemacht werden.

Doch noch wichtiger ist: Die Haltung der arabischen Staaten – bei teilweisem Ausschluss Ägyptens und Jordaniens – zum Friedensprozess ist jetzt diese:

Zuerst muss sich Israel aus allen Gebieten zurückziehen, die es im Krieg von 1967 eroberte; das heißt: Ostjerusalem, die Westbank und die Golanhöhen. Zusätzlich muss es allen Palästinensern, die dort lebten oder einen Vorfahren hatten, der dort lebte, wo jetzt Israel ist, ohne Einschränkung in Israel Wohnung nehmen lassen, wenn die das wollen.

Dann werden die arabischen Staaten über Frieden und die Gewährung von diplomatischer Anerkennung verhandeln. Der Führer der palästinensischen Autonomie, Mahmud Abbas, und Syrien haben Haltung entlang gleicher Leitlinien eingenommen.

Das kann so zusammengefasst werden: Erst Land, dann Frieden. [heplev: Ich würde zwischen „dann“ und „Frieden“ noch ein „vielleicht“ einfügen.]

Sollte eine solche Initiative von irgendeinem Staat der Welt zu irgendeiner anderen Frage übernommen werden, würden die Beobachter eine solch absurde Position spotten.

Natürlich ist sie absurd und widerspricht den UNO-Resolutionen 242 und 338, wie auch allen israelisch-palästinensischen Vereinbarungen, einschließlich denen von Oslo 1993. Sie alle verlangen, dass beide Seiten die Verpflichtungen gleichzeitig umsetzen. Keine israelische Regierung würde jemals einer solch absurden Vorstellung zustimmen, die alle Karten in der Hoffnung aufgibt, um dann etwas zurück zu bekommen.

Kurz gesagt: Das ist eine Formel für den Tod des Friedensprozesses.

Das Problem besteht darin, dass führende westliche Politiker, Diplomaten, Experten und Medien diese Neuerung und ihre Bedeutung nicht sehen. Zusammen mit zunehmendem Gerede von einer „Ein-Staaten-Lösung“ oder einfach Israel von der Landkarte zu wischen, ist es ein weiteres Signal, dass wir uns zurück in die 1960-er Jahre bewegen, wobei der Friede ein zunehmend weit entfernter Traum wird.

Weit davon entfernt zu zeigen, dass Israel einen Frieden um jeden Preis so bald wie möglich benötigt, zeigt es, dass der Status quo besser ist als das, was angeboten wird. Es zeigt auch die zunehmende Absurdität der Vorstellung, dass Israel für das Fehlen von Friedensvereinbarungen verantwortlich ist.

Vermerken Sie auch – das ist wieder etwas, von dem niemand Notiz nehmen wird – das das Op-ed die USA beleidigt, weil es direkt Obamas derzeitiger Initiative widerspricht, die etwas von den arabischen Staaten bekommen will, das dem israelischen Einfrieren der Bautätigkeit gleich kommt.

Schließlich und vielleicht am wichtigsten: Es widerlegt die zwei Haupt-Theorien zu dieser Frage.

Erstens: Im Gegensatz zur gängigen Meinung ist es so, dass, je mehr Israel gibt, die andere Seite noch mehr verlangt und alle früheren israelischen Zugeständnisse für unbedeutend erklärt.

Zweitens: Je mehr die USA sich von Israel entfernen und es kritisieren, desto mehr verhärtet sich die Haltung der Araber und Palästinenser.

Wird irgendjemand von den Massenmedien – ein einziger Reporter oder Redakteur? – oder den politischen Autoritäten irgendetwas davon wahrnehmen?

Klartext – Dr. Aaron Lerner: Viele unbeantwortete Fragen zur Einfrierung

13. September 2009 at 10:59 | In Friedensinitiativen | Leave a Comment
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IMRA, 10. September 2009

Es wäre ein furchtbarer Fehler die Debatte über das Einfrieren der Siedlungen als rein ideologisch abzutun.

Die Fragen und Bedenken, die mit der Einfrierung verbunden sind, sollten Fragen sowohl in den Köpfen derer aufwerfen, die die Möglichkeit eines „territorialen Kompromisses“ in Betracht ziehen, als auch bei denen, die jeglichen Handel ausschließen.

Auf dieser Stufe gibt es eine Menge, was wir nicht wissen. Und es ist überhaupt nicht klar, wie viel Wissen wir dann haben werden, sollte das Einfrieren umgesetzt werden.

Hat die Einfrierung ein offenes Ende? Zuerst wurde darüber geredet die Einfrierung auf einen bestimmten Zeitraum zu begrenzen, aber jetzt hören wir, dass sie auf unbestimmt Zeit weiter gehen wird, wenn die Araber ihren Teil des „Gesten für die Einfrierung“-Handels einhalten.

Wenn das tatsächlich der Fall ist: Über welche Art von „Gesten“ reden wir hier? Immerhin würde eine Sammlung an Gesten, die eine sechsmonatige Einfrierung rechtfertigte (von der Israel das Gefühl haben könnte, sie sei wegen verschiedener anderer Überlegungen notwendig) kaum ein permanentes Einfrieren rechtfertigen.

Wie sieht die Exit-Strategie der Einfrierung aus? Was verhindert, dass wir uns nach Beendigung der Einfrierung in einer schlimmeren Lage in der Welt wieder finden, als wenn wir sie gar nicht erst begonnen hätten.

Wird es bezüglich der Absprachen zwischen Israel und den USA in Sachen Einfrierung Transparenz geben oder wird uns gesagt werden, wir sollten uns darauf verlassen, dass unsere Regierung uns den Stand informieren wird?

Wird Israel bestimmen, ob es arabische Einhaltung gibt oder sollen wir uns auf die Ehrlichkeit Dritter veralassen (Tipp: Vertreter Amerikas logen über Jahre hinweg zur palästinensischen Einhaltung während Oslo, weil sie glaubten, es diene ihren Interessen)?

Ja, es gibt einen Haufen Fragen.

Und wenn es etwas gibt, das wir hier in Israel gelernt haben – dann ist es, dass die Antwort „Ich verlasse mich auf die Regierung“ einfach nicht ausreicht.

Lasst uns vorgeben, wir würden arabisch-israelischen, israelisch-palästinensischen Frieden machen

2. September 2009 at 21:06 | In Araber, Friedensinitiativen, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, die Welt+Nahost | Leave a Comment

Barry Rubin, 26. August 2009

Hier ist eine meiner Lieblingsgeschichten, die erklären, wie der Nahe Osten funktioniert. Sie wurde mir von Mohammed Hussanein Heikal, der berühmten ägyptischen Journalisten, erzählt. Wie alle Geschichten Heikals kann sie wahr sein oder auch nicht, was ebenfalls Teil der zu lernenden Lektion ist.

Als Muammar Gaddafi zum libyschen Diktator wurde, wurde Heikal vom ägyptischen Herrscher Gamal Abdel N asser losgeschickt, um ihn zu treffen und zu evaluieren. Nach seiner Rückkehr nach Kairo wurde Heikal rasch ins Büro des Präsidenten geleitet.

„Nun“, sagte der ägyptische Präsident, „was denken Sie von Gaddafi?“

„Er ist eine Katastrophe! Eine Katastrophe!“

„Warum?“, fragte der Präsident. „Ist er gegen uns?“

„Oh nein, weit schlimmer als das“, behauptet Heikal, sei seine Antwort gewesen. „Er ist für uns und er glaubt wirklich all das Zeug, das wir von uns geben!“

Der Punkt ist, dass das ägyptische Regime die Propagandalinie aus dem Eigeninteresse fuhr, dass alle Araber in einem Staat unter ägyptischer Führung vereint sein und alle arabischen Monarchien gestürzt werden, Israel sofort von der Landkarte gewischt und der Einfluss des Westens beseitigt werden sollten, selbst aber wusste, dass es nicht in der Lage war diese Ziele zu erreichen und der Versuch, das zu tun, eine Katastrophe herbeiführen würde. In der Tat: Als Nasser versucht hatte einen Teil dieses Programms 1967 umzusetzen, provozierte er Israel dazu anzugreifen und erfuhr seine schlimmste Katastrophe.

Wenn man darüber nachdenkt, dann spielen die arabischen Regime dieses Spiel der ihrer Bevölkerung systematisch Radikalismus, Hass und unerreichbare Zielen vorzugeben, ihr eigenes Versagen zu entschuldigen, die Feindseligkeit auf ausländische Sündenböcke zu konzentrieren und regionale Ambitionen zu verfolgen.

Westliche Regierungen machen solche Sachen ein wenig anders.

Diesbezüglich etablieren die jüngsten Äußerungen einer Reihe von Führungspolitikern, darunter Präsident Barack Obama, Premierminister Gordon Brown und Benjamin Netanyahu und andere ein wichtiges Prinzip: Im Nahen Osten tatsächlich Frieden zu erzielen, hat keinerlei Bedeutung. Einzig wichtig ist zu sagen, dass Fortschritte gemacht werden und der Frieden bald kommen wird.

Ich will damit keine zynische Äußerung abgeben, sondern eine genaue Analyse dessen, was in den internationalen Angelegenheiten derzeit los ist. Was wird dadurch erreicht, dass man vorgibt, es gäbe Fortschritt und wird es Erfolg geben? Einige sehr reale und – auf ihrer Weise – wichtige Dinge:

- Die Führer der Welt sagen, sie machten einen großartigen Job, täten die richtigen Dinge, seien weiter aktiv und hätten Erfolg.

- Indem sie sagen, der Frieden sei nahe, wird die Frage entschärft. Warum kämpfen, wenn man gerade dabei ist einen Handel abzuschließen?

- Israel (und alle andere der Region, der sich anschließt – s. unten) zeigt, dass es kooperiert, damit andere geduldig sind und es nicht unter Druck setzen.

- Da der Westen die Geschäfte in die Hand nimmt, werden die arabischen Staaten sich wohl darin fühlen, mit ihm an anderen Themen zu arbeiten, zum Beispiel dem Iran.

Ich möchte betonen, dass dieses Verhalten nicht so dumm ist, wie es scheinen mag. So wird in der Tat oft politisch gearbeitet. Darüber hinaus ist es besser, sich zu verstellen, als ein Gefühl der Verzweiflung, das zu sehr schlimmen Fehlern führen würde, die dadurch gemacht werden, dass energisch dumme und gefährliche Dinge gemacht werden. Natürlich verbietet es sich, Israel stark unter Druck zu setzen oder Sanktionen gegen es zu verhängen.

Das Einfrieren der Bautätigkeiten in den Siedlungen ist Schwindel. Wenn Israel etwas darauf geben würde, würden die westlichen Regierungen ihren Sieg erklären und „nach Hause gehen“. Das bedeutet nicht, dass es keine Gründe gibt, das nicht zu tun, aber der praktisch vorhandene offene Zynismus der Strategie der USA und der Europäer ist auffallend.

Wenn der US-Präsident die Möglichkeit, dass zwei winzige Staaten, Oman und Qatar, israelische Ein-Mann-Handelsbüros wieder öffnen zu lassen, als wichtigen Triumph der Vertrauensbildung darstellt, obwohl das seine einzige Leistung nach Monaten Diplomatie auf höchster Ebene ist – was kann man dann tun, außer zu kichern?

Schließlich: Da ein israelisch-palästinensischer Frieden nicht in Reichweite ist, dann ist vorzugeben, er sei es, obwohl man weiß, dass es nicht so ist, keine so schlechte Alternative. Es ist gewiss Fortschritt, da die Obama-Administration ins Amt kam und ursprünglich eine Politik verfolgte, die auf der Vorstellung gründete, sie könne Frieden innerhalb von Monaten erreichen.

Wie sieht hier die Negativseite aus?

Es gibt drei Probleme. Das erste besteht darin, dass die westlichen Spitzenpolitiker ihre eigene Propaganda glauben. Denn wenn Frieden „in Reichweite“ ist, aber nicht wirklich ergriffen wird, dann muss jemand dafür die Verantwortung gegeben werden. Dieser Jemand wird natürlich Israel sein.

Warum? Nun, wenn der Westen die Palästinenser verantwortlich macht, dann unterstellen die Führer, dass die Araber und Muslime wütend werden und in anderen Dingen nicht mit ihnen kooperieren. Es könnte mehr Terrorismus und weniger profitable Deals und Investitionen geben. Sie gewinnen nichts.

Wenn sie aber darauf bestehen, dass alles gut läuft, dann müssen sie niemandem die Schuld zuschieben. Das ist die Phase, in die wir gerade eintreten.

Das zweite Problem besteht allerdings darin, dass weder die palästinensischen Araber noch die arabischen Regime in den Optimismus einzustimmen. Ihre Linie sieht so aus: Die Palästinenser leiden! Die Lage ist untragbar! Es muss etwas getan werden! Und da wir keine Zugeständnisse machen oder Kompromisse eingehen werden, besteht die einzige Lösung des Westens darin Israel unter Druck zu setzen, mehr und mehr zu geben, während es im Gegenzug nichts erhält.

Da das nicht allzu stark geschehen wird, wenn Israel sich widersetzt, fallen sie auf ihren Alternativ-Ansatz zurück. Gut, da ihr Israel nicht zwingt uns zu geben, was wir wollen, müsst ihr uns andere Dinge wie Geld geben und ihr könnt nicht verlangen, dass wir euch helfen.

Der beste Ausgang ist, dass gewisse arabische Staaten, da für sie auch andere Interessen auf dem Spiel stehen, den Konflikt insgesamt herunterspielen und sich auf pragmatischere Bedürfnisse konzentrieren. Die Radikalen – prinzipiell Iran und Syrien – werden das natürlich nie tun und werden behaupten, die Lage zeige, dass man dem Westen nicht trauen kann und besiegt werden muss.

Worin besteht das dritte Problem? Darin, dass bestimmte Handlungen, die regionale Stabilität oder sogar arabisch-israelischen Frieden fördern, nicht unternommen werden. Dazu gehören zwei besonders wichtige Taktiken:

- Energischere Bemühungen das Hamas-Regime im Gazastreifen zu stürzen. So lange die Hamas rund die Hälfte der Palästinensergebiete führt und die Fatah an Militanz überflügelt, wird es keinerlei Frieden geben. Die Hamas davon abzuhalten die Westbank einzunehmen, sie zu isolieren und die Sanktionen gegen sie beizubehalten ist gute Politik und kann den Status quo erhalten. Es ist allerdings nicht die beste Politik und der Druck auf die Hamas könnte im Lauf der Zeit erodieren.

- Auf die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) Druck ausüben, damit sie sich mäßigt und Kompromisse eingeht. Die PA und ihre Positionen sind die Hauptbarrieren für den Frieden. So wie die PA möglicherweise radikaler wird, nimmt auch die Wahrscheinlichkeit von Gewalt zu. So mag zwar kurz- bis mittelfristig die Politik des „guten Gefühls“ und des Erhalts des Status quo funktionieren; sie hat aber ihre Risiken und Grenzen.

Doch das ist das Beste, was man derzeit erwarten kann.

Vor 18 Jahren gedacht…

27. August 2009 at 20:33 | In Friedensinitiativen, Karika-Tour, Nahost-Konflikt | Leave a Comment
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und das Problem ist immer noch dasselbe, weil die „internationale Gemeinschaft“ sich weiterhin denselben Utopien hingibt, ohne jegliche Rücksicht auf Fakten. Yaakov Kirschen hatte 1991 einen Gedanken – und jetzt musste feststellen, dass er bis heute gültig ist.

Zwei Staaten für zwei Völker – der Konsens-Plan der Linken

12. August 2009 at 13:46 | In Friedensinitiativen, Nahost-Konflikt, Satire/Humor | 6 Comments

Ein Plan „Zwei Staaten für zwei Völker“, den die israelische Linke unterstützt

Steven Plaut, Zionist Conspiracy, 10. August 2009

Ich verstehe, dass es kaum zu glauben ist, aber es gibt da ein neues Friedensprogramm, das auf Grundlage des Prinzips „Zwei Staaten für zwei Völker“ vorgeschlagen wurde; und diesmal hat er beinahe einhellige Unterstützung der Parteien der israelischen Linken erhalten. Zu denen, die den Durchbruch feierten und den Plan begrüßten, befinden sich „Peace Now“, B’Tselem, Physicians for Human Rights, Meretz, Yesh Gvul und verschiedene andere Friedensorganisationen. Wegen der massiven Unterstützung für den Vorschlag haben einige europäische Regierungen sich entschlossen großzügig Geld für alle Gruppen zur Verfügung zu stellen, die unterschreiben, dass sie den Vorschlag gut heißen.

Der neue „Zwei Staaten für zwei Völker“-Vorschlag ist sehr einfach. Der Gazastreifen, die Westbank und große Teile Israels innerhalb der Grünen Linie (das heißt innerhalb der israelischen Grenzen von vor 1967) werden zu einem neuen palästinensischen Staat werden. Gleichzeitig wird den Juden erlaubt ihren eigenen jüdischen Staat in Mini-Israel zu behalten.

Für diejenigen, die Mini-Israel nicht kennen: Es handelt sich um eine Mini-Stadt, ähnlich dem Madoradam in Holland und anderen Mini-Städten in europäischen Ländern. Sie befindet sich in einem schönen Park nahe Latrun im Ayalon-Tal mit einfachem Zugang zu und von dem bald umzubenennenden Flughafen Yassir Arafat in Lod; es handelt sich um eine überaus spannende Touristenattraktion. Eröffnet 2002 bietet es mehr als 350 wunderschöne, von Hand gefertigte genaue Modelle historischer religiöser, archäologischer und moderner Stätten. Mini-Israel zeigt Ihnen eine Art Einführung nach Israel, alles an einem magischen Ort. Alles ist maßstabsgetreu, 4cm bilden einen vollen Meter des palästinensischen Territoriums vor der Befreiung. Die Stätten in Mini-Israel bilden unterschiedliche Traditionen und die ethnischen Gruppen ab, die mit dem Land verbunden werden, darunter unterschiedliche muslimisch-kulturelle, jüdische und christliche Gruppen, die im Land leben, aber auch Drusen, Beduinen und andere.

„Die Idee ist einfach überragend“, erklärt Yossi Beilin. „Immerhin umfasst Mini-Israel alle Aspekte Israels und all seine Kulturen und Traditionen. Es gibt religiöse und säkulare Themen, Kunst, Musik, Archäologie, Antiquitäten und so.“

„Wir haben seit Jahrzehnten darauf bestanden, dass Land in der modernen Welt keine wirkliche Bedeutung hat“, fügt Shulamit Aloni hinzu. „Mit diesem Friedensplan beweisen wir, dass Israels alle Aspekte ihres Erbes ohne die Besetzung von Land bewahren können, das eigentlich anderen gehört.“

Mini-Israel hat alles, was Juden brauchen, um ihren eigenen Staat zu betreiben. Lebensmittel und Versorgungsgüter sind in den Souvenir-Shops verfügbar. Das Gelände verfügt über 30.000 Figuren, 500 Tiere, Pflanzen und 15.000 echte Bäume, 4.700 Autos, 100 Motorräder, 14 Züge, 3 Hubschrauber, 32 Flugzeuge, 175 Schiffe und 230 Lastwagen. Alle Bäume sind echte Bonsais, gepflegt und gepflanzt von der Baumschule Agronoy. Der Park hat in etwa die Form eines Davidsterns, wobei jedes der sechs Dreiecke eine Region oder Stadt repräsentiert: Jerusalem, Tel Aviv, Haifa, Galiläa, den Negev, die Mitte. „Das muss natürlich geändert werden“, insistiert Zahava Galon von Meretz. „Immerhin wäre das unsensibel den arabischen Bürgern von Mini-Israel gegenüber, wenn sie in einem Park leben müssten, der die Form eines Davidsterns hat.“

Das diesem Plan zugrunde liegende Prinzip zur Erzielung von Frieden basiert auf egalitärer Gegenseitigkeit. alle Juden werden aus dem Gebiet ausgewiesen, das zu Palästina wird, während allen interessierten Arabern erlaubt wird, ihr Rückkehrrecht nach Mini-Israel auszuüben. Von Mini-Israel wird erwartet, dass es ein Staat für all seine Bürger ist; daher wird dort die Hatikva nicht gesungen und es werden keine jüdischen Abzeichen und Symbole geben.

Dem Vorschlag wurde mit enthusiastischer Unterstützung der meisten Teile der israelischen Linken begegnet. Progressive Gruppen von Juden in anderen Ländern wie J Street und das Religious Action Center der Bewegung der Reformsynagogen bekannten begeistert ihre Unterstützung. Sie drängten Präsident Obama und die Außenministerin diese Version des „Zwei Staaten für zwei Völker“-Plans zu übernehmen und zu offiziell unterstützter amerikanischer Politik zu machen.

Die einzig hörbare Opposition gegen den Vorschlag kommt von einigen Gruppen, die glauben, dass der Plan immer noch nicht weit genug geht. „Der Vorschlag löst die fundamentale Ungerechtigkeit nicht, dass Mini-Israel ein Apartheid-Regime ist, in dem den Arabern die Gleichberechtigung verweigert wird“, behauptet steif und fest Uri Avnery. Einige Kommentare in Ha’aretz stimmen ihm zu. Auf Initiative der Fakultät für Politikwissenschaften der Ben Gurion-Universität und der Universität Tel Aviv haben 637 Professoren und Unterrichtende an israelischen Universitäten eine Erklärung unterschrieben, mit der sie fordern, dass Mini-Israel boykottiert wird, weil nicht alle Schilder in Arabisch beschriftet sind; sie forderten außerdem die EU und die USA auf in dem Konflikt zu intervenieren und Truppen nach Mini-Israel zu schicken, um zu verhindern, dass Juden dort von Arabern Eintritt für ihre Tickets fordern.

Update (März 2013):

Direkt nach der Umsetzung des Planes „Zwei Staaten für zwei Völker“ war die Universität York die erste von 27 Universitäten in Nordamerika, die wissenschaftliche Konferenzen zu Ungerechtigkeiten und Diskriminierung in Mini-Israel abhielt. Die Regierung von Mini-Israel hatte eine Sicherheitsmauer errichtet, um Besucher draußen zu halten, die keine Eintrittskarten gekauft hatten. „Reißt diese Apartheid-Mauer ein“, brüllten die Mitglieder der „Anarchisten gegen die Mauer“ und der International Solidarity Movement. Taayoush, HADASH und Gush Shalom demonstrierten auf dem Rabin-Platz, natürlich dem kleinen in Mini-Israel, nicht dem großen im befreiten Palästina. Unter Transparenten mit den Sprüchen „Wir haben jetzt einen Friedenspartner“ und „Es ist nicht vorbei, bis wir verhandeln“ protestierten sie gegen Gerede in der Mini-Knesset von Mini-Israel über Vergeltung gegen Palästina wegen der Mörser und Raketen, die aus dem nahe gelegenen befreiten Latrun nach Mini-Israel abgefeuert wurden.

Der Ayatollah des befreiten Palästina antwortete auf eine Dringlichkeits-Anfrage von Einwohnern Mini-Israels, dass ihnen freies Geleit zum Arafat-Flughafen in Lod gewährt werden möge, um nach Übersee zu fliegen. „Nutzt euren eigenen Flughafen in Mini-Israel“, kam die interesselose Antwort. „Aber fliegt nicht durch unseren Luftraum.“

Abbas geht auf elf

21. Juli 2009 at 15:12 | In Friedensinitiativen, Nahost-Konflikt, Palästinenser, die Welt+Nahost | 1 Comment

Vor knapp zwei Jahren habe ich bereits einmal über diese Strategie geschrieben. Sie ist ärgerlich, boshaft und muss entlarvt werden. Aber unsere gutmenschlichen Terror-Versteher und -Rechtfertiger werden sie weiterhin nicht sehen wollen.

David Hazony, Commentary Magazine contentions, 13. Juli 2009

Einer der klarsten Indikatoren dafür, ob man mit jemandem verhandelt, der tatsächlich einen Abschluss erzielen will, oder alternativ dazu keiner Absicht in dieser Richtung hat, sondern aus anderen Gründen verhandelt, ist, wie der Partner auf Zugeständnisse reagiert, die man macht. Sagen wir, Sie versuchen für 5 Dollar eine Baseballkarte zu kaufen und der Verkäufer will zehn. Wenn Sie ihm sieben anbieten und er wirklich einen Handel erreichen will, dann könnte er sein Angebot auf 9 Dollar senken. Wenn er auf zehn besteht, bedeutet das entweder, dass er ein harter Verhandler ist oder er glaubt, er könne die zehn woanders bekommen.

Was ist aber, wenn er damit antwortet, dass er den Preis erhöht? Was ist, um einen großartigen Film zu zitieren, wenn er „auf elf geht“?

So verrückt es klingt, dies ist das, was oft in Verhandlungen zwischen Israel und seinen Nachbarn geschieht. Nach weithin festgehaltenen Gerüchten ist der Hauptgrund, dass Netanyahu während seiner ersten Amtszeit keinen Erfolg damit hatte einen Handeln mit Syrien über den Golan zu erzielen, der, dass jedes Mal, wenn die Israelis ihr Angebot aufstockten, die Syrer ihre Forderungen erhöhten, indem sie die Definition des „Golan“ zunehmend westwärts schoben, bis er den See Genezareth traf. Auf Jordanien und Ägypten traf allerdings das Gegenteil zu: Eine Vereinbarung konnte erzielt werden, weil beide Seiten sie wollten.

Wie sieht es also mit den Palästinensern aus? Allzu oft scheint es so, dass, je mehr Israel gibt, um so größer werden die Forderungen. Jedermann scheint zu glauben, dass das Endergebnis ein Handel sein wird, der sich irgendwo zwischen dem ankommen wird, was Netanyahu sagt und was Obama sagt: ein souveräner Palästinenserstaat, der zwischen 97 und 100 Prozent der Westbank und des Gazastreifens einnimmt, vielleicht einen Teil von Jerusalem und eine Art Formel, die erfunden wird, um mit dem „Rückkehrrecht“, der Einheit Jerusalem usw. klarzukommen.

Jetzt, wo Netanyahu den größten Happen davon zugestanden hat – die Vorstellung von Eigenstaatlichkeit – könnten wir erwartet haben, dass Abbas ein wenig von seiner Position aufgibt. Statt dessen sind die Forderungen plötzlich hoch geschraubt worden. Der Palästinenserführer besteht jetzt auf „territorialer Kontinuität zwischen der Westbank und dem Gazastreifen“.

Gut, sehen wir uns eine Landkarte an. Die Israelis spielten einmal mit der Idee von Brücken und Tunneln, einem Weg sicherer Reise zwischen den beiden Teilen Palästinas. Aber etwas an der Formulierung „territoriale Kontinuität“ deutet auf mehr als das hin. Sie bedeutet tatsächlichen Landbesitz. Mit anderen Worten: Israel in zwei Hälften zu schneiden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Palästinenser die Frage einer Art von Landbrücke zwischen Westbank und Gazastreifen aufgebracht haben, aber es ist das erste Mal, dass wir etwas darüber hören, seit ein neuer amerikanischer Präsident den Chancen auf „Frieden“ neues Leben eingehaucht haben soll. Und das kommt zu einer Zeit, in der palästinensisches Land von zwei unterschiedlichen Regimen gehalten wird, von denen eines sich nicht nur prinzipiell jeder Friedensvereinbarung widersetzt, sondern sogar nicht einmal bereit ist eine Formel für palästinensische Einheit zu finden.

Warum könnte Abbas sich zu einem solchen Zeitpunkt entschieden haben auf elf zu gehen? Wir können zwei Möglichkeiten vorschlagen.

1. Abbas ist politisch durch sein eigenes Regime gezwungen gegen Frieden zu arbeiten. Die PLO wurde aus einer revolutionären Idee heraus geboren, die behauptete, alle Probleme der Palästinenser würden nur mit der Vernichtung Israels gelöst. Jeder friedfertige Schritt, den ihr Führer Yassir Arafat unternahm, wurde mit Erklärungen aufgewogen, warum das in Wahrheit näher an das Endziel führen würde – der berüchtigte „Stufenplan“, die Verdoppelung der Festlegung auf Terrorismus und „Widerstand“ und die ständige Erhöhung der Forderungen, die die Unmöglichkeit jeglicher Vereinbarung garantierte, darunter die Repatriierung palästinensischer Flüchtlinge innerhalb der Grenzen Israels. Dieses Spiel spitzte sich im Jahr 2000 zu, als Arafat auf Ehud Baraks sehr großzügige Angebote mit dem Beginn der Zweiten Intifada antwortete. Die Annahme, dass Abbas nicht gleichermaßen genötigt ist die Revolution fortzuführen, ist aus Hoffnung und Bequemlichkeit geboren, aber weit davon entfernt sich auf Fakten zu gründen. Nach dieser Theorie gibt es keine tatsächliche Möglichkeit zu Frieden, nicht nur, weil es keine einheitliche palästinensische Institution gibt, mit der man reden kann, sondern weil selbst die „moderatere“ lediglich in ihrer Rhetorik moderat ist.

2. Abbas nutzt den Vorteil der neuen amerikanischen Regierung, um sich in eine bessere Verhandlungsposition zu bugsieren. Abbas ist für die Möglichkeit eines Handels offen. Aber er hat die wechselnden Winde in Washington und Europa sorgfältig beobachtet und herausgefunden, dass alles, um das sich alle kümmern, israelische Siedlungen sind. Der Fokus und der Druck liegen jetzt auf Israel. Warum also die Verhandlungen für Jerusalem oder Washington einfach machen? Es ist alles andere als klar, dass die Palästinenser der Westbank tatsächlich wollen, dass die Leute aus dem Gazastreifen frei in ihr Gebiet einreisen können – aber wen kümmert das? Dies ist eine Forderung, die niemals erfüllt werden wird, also könnte er sie prima stellen, um etwas zu haben, auf das er später verzichten kann. Vom Verhandlungsstandpunkt aus ist das genau der richtige Augenblick neue Forderungen aufzustellen, die auf den ersten Blick vernünftig erscheinen, aber keine Chance auf Akzeptierung haben – wie die Vorstellung von Flüchtlingen nach Tel Aviv. Er kann nichts verlieren.

Was die westliche Diplomatie angeht, so scheint die erste Theorie nicht in Betracht zu kommen. Egal, dass sie stimmen könnte; die gesamte diplomatische Welt füttert ihre Jugend mit ihrer mutmaßlichen Ablehnung. Aber die zweite lässt die Dinge nicht viel besser aussehen. Das Ergebnis von Druck auf Israel, so scheint es, war nicht, die Parteien irgendwie einander näher zu bringen. Jedes Mal, wenn Bibi sein Angebot für die Baseball-Karte erhöht, schraubt Abbas seinen Preis weiter hinauf.

Abbas hat dieses Spiel bis jetzt ziemlich gut betrieben. Seit Monate hat sich Israel einem Level internationalen Drucks ausgesetzt gesehen, den es seit den Tagen Jimmy Carters oder vielleicht George H. W. Bushs nicht erlebt hat. Pflichtgemäß hat er die aus der Westbank kommenden Terrorflammen vorerst heruntergedreht. Objektiv jedoch hätte Abbas absolut keine Verhandlungsposition haben dürfen. Es ist seine Regierung, die jede Gelegenheit zu nationaler Wiederbelebung vereitelt hat, die ihm die Israelis und der Westen gaben; er hat Hunderte Millionen westliche Dollar für Korruption statt für Entwicklung verschwendet, hat weiter den Terrorismus unterstützt und jetzt jegliche Glaubwürdigkeit in seine Fähigkeit verloren irgendeine Vereinbarung durchzusetzen, so lange die Hamas im Süden herrscht. Doch trotz alledem scheinen die Westler sich lediglich dafür zu interessieren, ob es „illegal“ oder ein „Kriegsverbrechen ist, wenn eine Familie in Efrat oder Ariel ein Haus für ihren frisch verheirateten Sohn baut. Ja, diese Leute sind wirklich die zentralen Hindernisse für den Frieden.

Wenn Abbas wirklich ernsthaft Frieden wollte, würde er Netanyahus Angebot annehmen, sich mit ihm direkt zu treffen, um die wirtschaftliche Entwicklung zu diskutieren – genau das, auf dem die Theoretiker der neuen Weltordnung bestehen, es sei der Schlüssel für eine Zukunft nach dem Krieg.

Hamas zitiert Carter: „Obama will Bedingungen des Quartetts aufgeben“

22. Juni 2009 at 17:58 | In Friedensinitiativen, Nahost-Konflikt, Palästinenser, USA | Leave a Comment
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Elder of Ziyon, 21. Juni 2009

Nach Angaben eines Berichts in Al-Quds hat Jimmy Carter sich praktisch sowohl in Obamas Verbindungsmann zur Hamas wie auch als Advokat der Terror-Organisation verwandelt.

In dem Artikel heißt es, dass Yahya Moussa von der Hamas erklärte, Carter sei derjenige, der vorschlug die Hamas solle einen palästinensisch-arabischen Staat außerhalb der Waffenstillstandslinien von 1949 unterstützen, ohne Israel anzuerkennen – als ersten Schritt im Versuch einen Dialog mit der Obama-Adminsitration in Gang zu bringen und die Bedingungen des Nahost-Quartetts für eine Beteiligung der Hamas zu umgehen.

Zu Carters Plan zum Umgehung des Quartetts gehört auch, dass die Hamas die arabische „Friedens“-Initiative und das Konzept der zwei Staaten akzeptiert, ohne Israel tatsächlich anzuerkennen und ohne den Terrorismus aufzugeben. Carter sagte der Hamas, wenn sie diese zwei Bedingungen akzeptierte, dann würde die Obama-Administration der Eröffnung direkter Gespräche mit der Hamas zugänglich sein.

Moussa sagte: „Carter sagte uns, dass der amerikanische Präsident [Barack Obama] über die Bedingungen des Quartetts hinaus gehen will und wünscht das zu tun, aber die Hamas müsse ein akzeptables Szenario liefern“, um das zu bewerkstelligen.

Kommentar: Jimmy Carter erweist sich einmal mehr als seinem Hass gegen Israel freien Lauf lassender Ideologe. Sollte stimmen, dass er tatsächlich Obama als Mittler dient, dann dürfen wir weitere Katastrophen erwarten, weil sich der Superpräsi als jemand erweist, der nun gar nichts mehr berücksichtigt, was jemals als Absprache zwischen den USA und Israel gegolten hat. (Aber welcher ernsthafte Freund Israels erwartet schon, dass Barack Hussein Obama etwas anderes tut als Israel zu schaden?) Von ehrlicher Vermittlung konnte bei Carter ja noch nie die Rede sein. Für Obama gilt Gleiches. Die Frage ist nur, wie schlimm sich das auswirken wird. Und da sieht es mit jedem Tag düsterer aus.

Was ist mit Abbas’ Friedensrede?

16. Juni 2009 at 15:35 | In Friedensinitiativen, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 1 Comment
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Elder of Ziyon, 14. Juni 2009

Zuerst haben wir gehört, was Barack Obama zum Frieden in Nahost zu sagen hatte. Dann hörten wir Benjamin Netanyahus Friedensvision.

Aber wir haben keine Ahnung, wie die palästinensisch-arabische Vision von Frieden aussieht.

Wir wissen sicher wissen: Sie ist völlig inkompatibel mit der Israels.

Ein palästinensischer Top-Offizieller verwarf am Sonntag die politische Rede des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu als „eine Null“.

Yassir Abed Rabbo, Sekretär des Exekutiv-Komitees der Palästinensischen Befreiungsorganisatio, sagte, die Rede sei ohne Inhalt und gegenstandslos.

Er erklärte, dass die Rede jeglichen Fortschritt hin auf eine ausgewogene Friedensregelung erschweren würde. Er sagt, Netanyahu sei „ein Schwindler, ein Betrüger und ein Lügner, der Tricks zur die Erzielung dieses Friedens verwendet“.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte, er würde mit Israel keine Verhandlungen wieder aufnehmen, bis alle Bautätigkeit in den Siedlungen eingestellt wird.

Derweil sagte PLO-Chefunterhändler Saeb Erekat, diejenigen, die die israelische Mentalität kennen, sollten nicht überrascht sein eine solche Rede zu hören. Er rief die arabische Welt auf die richtige Einstellung zu der Rede einnehmen, indem sie die arabische Friedensinitiative einfrieren.

Alles, was wir hören, ist prinzipielle Ablehnung.

Es ist offensichtlich, dass die Amerikaner und Israelis sich sehr stark zum Frieden, seinen Einflussfaktoren, seinen Grenzen und seinem Potenzial Gedanken machen sollten.

Wäre es also nicht vernünftig von den palästinensischen Arabern zu erwarten, dass sie ihre eigene, detaillierte Vision davon beschreiben, wie eine Friedensvereinbarung aussehen könnte? Warum gibt Abbas keinen genauen Plan dazu, wie er sich vorstellt, dass eine Friedensvereinbarung funktionieren könnte?

Der Grund ist so einfach wie er für gut meinende Westler widerwärtig ist. Die palästinensisch-arabischen Führer haben nie wirklichen Frieden mit Israel gewollt. Ihre Äußerungen haben in Hülle und Fülle klar gemacht, dass sie jede Friedensvereinbarung als zeitlich begrenzten Schritt in ihrem Bestreben angesehen, das gesamte Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan für sich zu beanspruchen.

Es ist an der Zeit sie Farbe bekennen zu lassen. Wenn sie Netanyahus Plan kritisieren, dann lasst sie mit ihrem eigenen Plan und dem, was sie als realistisch ansehen, aufwarten. Lasst uns hören, wie Abbas öffentlich an einer Universität in der Westbank eine politische Stellungnahme abgibt. Wenn er das ablehnt, wird der Westen vielleicht begreifen, dass er es mit dem Frieden nicht ernst meint. Wenn zu seinem Plan gehört Israel mit Millionen von Arabern zu überfluten, wenn dazu gehört den Juden den Besuch ihrer heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem und Hebron und Bethlehem und Schechem zu verbieten, wenn das zu gehört, dass Israel 100% der Siedlungen entfernt, wenn dazu gehört den PalArabern das Recht zu geben Raketen auf israelische Zivilflugzeuge zu schießen – dann könnte der Westen anfangen sich der Tatsache bewusst zu werden, dass ein Friedensprozess eine Totgeburt ist, wenn man keinen Friedenspartner hat, der Kompromisse zu machen bereit ist.

Abbas hat bereits klar gemacht, dass er keinen Druck verspürt irgendwelche Zugeständnisse zu machen, so lange Obama im Amt ist. Er ist zufrieden damit, ohne Ende zu warten. Was bedeutet, dass eine öffentliche Erklärung abzugeben, die ihn selbst in eine Ecke geraten lassen könnte, das Letzte ist, was er zu tun bereit ist.

Präsident Obama kann große Umwege zur Sache echten Friedens machen, indem er verlangt, dass Abbas seinen Plan vorlegt – nicht mit markanten Sprüchen, sondern mit realen Details, einen Plan, der in vollen Beziehungen zwischen Israel und einem palästinensisch-arabischen Staat kulminieren.

Denn sein Plan würde immer  zeigen, dass er nicht der „Moderate“ ist, der er sein soll.

Eine Einschätzung der Rede Netanyahus an der Bar-Ilan-Universität

15. Juni 2009 at 14:47 | In Friedensinitiativen, Israel | 10 Comments
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Von Daniel Pipes, 14. Juni 2009 (Englisch; auf Deutsch auch hier)

In einer wichtigen Rede heute am Begin-Sadat Center der Bar-Ilan-Universität legte Benjamin Netanyahu seine Vision zur Lösung des arabisch-israelischen Konflikts dar. Kurz gesagt: Es war eine gute Rede, die viele notwendige Punkte ansprach, aber sie ist zum kritischen Punkt der vorzeitigen Anerkennung eines palästinensischen Staates misslungen.

Hier einige der Höhepunkte, der wichtigen, eloquent formulierten Äußerungen:

  • „Die größte Gefahr, der sich Israel, der Nahe Osten, die gesamte Welt und die menschliche Rasse gegenüber sehen, ist das Bindeglied zwischen dem radikalen Islam und Atomwaffen.“
  • „Die Wurzel des Konflikts war und bleibt die Ablehnung der Anerkennung des Rechts des jüdischen Volkes auf einen eigenen Staat in seiner historischen Heimat.“
  • „Je näher wir einer Vereinbarung [mit den Palästinensern] kommen, desto weiter ziehen sie sich zurück und erheben Forderungen, die mit einem echten Wunsch den Konflikt zu beenden unvereinbar ist.“
  • „Die Behauptung, dass territoriale Rückzüge Frieden mit den Palästinensern bringen oder zumindest den Friede voran bringen, hat bisher den Test in der Realität nicht bestanden.“
  • „Die palästinensischen Moderaten sind noch nicht bereit die einfachen Worte in den Mund zu nehmen: Israel ist der Nationalstaat des jüdischen Volkes und wird es bleiben.“
  • „Eine grundlegende Voraussetzung zur Beendigung des Konflikts ist eine öffentliche, bindende und unzweideutige Anerkennung Israels als Nationalstaat des jüdischen Volkes.“
  • „Es muss klares Einvernehmen geben, dass das Problem der palästinensischen Flüchtlinge außerhalb der Grenzen Israels gelöst werden wird.“
  • Die Prinzipien, die die Politik dieser Regierung leiten: „Die Palästinenser müssen klar und unzweideutig Israel als Staat des jüdischen Volkes anerkennen.“ und: „Das Gebiet unter palästinensischer Kontrolle muss entmilitarisiert und mit eisernen Sicherheitsvorkehrungen für Israel ausgestattet sein.“

Der problematische Teil betrifft die Akzeptierung der Zweistaaten-Lösung. (Übrigens habe ich vorausgesagt, dass Netanyahu dieses Ziel bei seinem Treffen mit Obama am 18. Mai akzeptieren würde; es stellt sich also heraus, dass ich um vier Wochen daneben lag.) Im Schlüsselabschnitt der heutigen Rede erklärte Netanyahu:

Wenn wir eine Garantie zur Demilitarisierung und Israels Sicherheitsbedürfnissen erhalten und wenn die Palästinenser Israel als Staat des jüdischen Volkes anerkennen, dann werden wir bereit sein, in einem zukünftigen Friedensabkommen eine Lösung zu erreichen, in der ein demilitarisierter Palästinenserstaat an der Seit des jüdischen Staates existiert.

Während ich persönlich die Zweistaaten-Lösung aufgegeben habe, akzeptiere ich auch, dass sie theoretisch funktionieren könnte. Aber Netanyahu stellt nicht in ausreichendem Umfang Bedingungen für diesen theoretischen Augenblick. Alles, was er verlangt, ist eine formalistische Anerkennung, die die Jahre israelisch-palästinensischer Diplomatie als unzureichend nachgewiesen haben sollten. Zusätzlich sollte die israelische Regierung als Minimum Folgendes verlangen:

  1. Eine komplette Überarbeitung der Botschaften, die von Schulbüchern, Klassenzimmern, Medien, Predigten, politischen Reden und anderen Bereichen des öffentlichen palästinensisch Diskurses ausgehen; den Antisemitismus, Antizionismus und die Hetzte eliminieren und Terrorismus sowie andere „Widerstands“-Handlungen (muqawama) verurteilen.
  2. Einen ausgedehnten Zeitraum, während dem die Palästinenser sich an keinen Gewaltakten gegen Israelis beteiligen.
  3. Normale Beziehungen in Bereichen wie Handel, Tourismus, Sport und akademischem Austausch.
  4. Eine gutnachbarliche Außenpolitik.

Um die Dinge schlimmer zu machen, hat Netanyahu das diskreditierte Versprechen eines „neuen Nahen Ostens“ aus den 1990-er Jahren akzeptiert, als er erklärte, dass „eine starke palästinensische Wirtschaft den Frieden stärken wird“. Haben die letzten fünfzehn Jahre nicht bewiesen, dass palästinensischer Wohlstand die Kriegsmaschinerie antreibt?

Kommentar: In seiner ersten Amtszeit als Premierminister von 1996-1999 baute Netanyahu eine Akte der Schwäche auf; vor zwei Monaten gab ich, während er die jetzige Regierung bildete, meiner Sorge Ausdruck, dass „weder die Geschichte seiner Partei noch seine eigene Biographie, sein Charakter oder aus Israel kommende Gerüchte deuten an, dass er seine Wahlversprechen halten wird“. Dass er heute von einem „palästinensischen Staat“ spricht, stellt den ersten bedeutenden Bruch dieser Versprechen dar. Wollen wir hoffen, dass es der letzte ist. (14. Juni 2009)

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