Keiner Antisemit außer den Juden?

29. Juni 2008 at 21:20 | In Deutschland, Europa+Nahost, Geistesgrößen, Nahost-Konflikt | 4 Comments
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Diese Schlussfolgerung muss man wohl ziehen, liest man die Äußerungen eines Göttinger Sportwissenschaftlers namens Arnd Krüger und dem, was ihm an Zustimmung in der unzensierten Medienlandschaft entgegenflutet.

Der Mann ist so irre zu behaupten, dass die israelischen Sportler 1972 gewusst hätten, dass sie überfallen werden und hätten sich freiwillig geopfert, um Israel zu nützen.

Ich vermute mal: Der These, dass Mohammed al-Dura von palästinensischen Terroristen erschossen wurde, um Stimmung gegen Israel zu machen, wird dieser Mann mit Sicherheit vehement widersprechen.

Aber zurück zum eigentlichen Vorgang. Lila berichtet ausführlicher, was von der Sch…. zu halten ist, die der Mann von sich gibt, indem sie ihm einiges ins Stammbuch schreibt, was jüdische/israelische Grundprinzipien und das Verhältnis zum Leben an sich angeht. Auch der „Lindwurm“ nimmt die wirren Schwachkopf-Konstrukte auseinander (auch wenn die religiösen Seitenhiebe nicht sonderlich erbaulich sind). Die Unverschämtheit dieses Mannes ist schlichtweg unglaublich. Seine Verlogenheit kaum übertreffbar. Wenn man einen geistigen Brandstifter sucht, dann ist dieser Göttinger Vorturner ein Paradesbeispiel.

Aus der offiziellen Welt kommen natürlich Reaktionen, die den Mann verurteilen und man kann sich einiges sogar anhören. Das ist gut und richtig. Und liefert den Israel-Hassern Munition, weil sie jetzt wieder behaupten, bei uns dürfe man Israel nicht kritisieren. Und der Göttinger Stinkstiefel wird zu ihrem neuen Helden. Tatsachen zählen ja nicht, man macht sie sich selbst.

Und so finden sich – auch von Lila angeführt – Reaktionen auf die Lügen des Göttingers, die für sich sprechen. Eines der ganz großen Kennzeichen der Israel-Hasser ist die Behauptung, dass bei jeder Gelegenheit, bei der kleinsten Kleinigkeit die Antisemitismuskeule (einer der Zitierten nennt es „Antisemitismuskarte“) gezogen würde. So ziemlich alle dieser zitierten Kommentatoren führen das „Argument“ mit dem Antisemitismus-Vorwurf an. Nochmal eine Vermutung: Sie weisen ihn natürlich auch alle ganz weit von sich.

Aber die Art und Weise, wie sei das tun offenbart etwas. Jeder kann etwas gegen Israel haben; jeder kann das Leid der Palästinenser beklagen. Das ohne die „Leistungen“ der palästinensischen Terroristen zu tun (oder diese nur als „Freiheitskämpfer“ zu sehen), ist schon reichlich einseitig, hat aber nichts Antisemitisches an sich. Es ist schlicht Blindheit. Mehr aber nicht. Doch was sonst noch so kommt, das geht in eine Richtung, die mehr als bedenklich ist.

Wer Israel einen „Holocaust an den Palästinensern“ vorwirft; wer behauptet, dass Israel „eine Atomparanoia“ habe, den Iran militärisch bedrohe und Israel deswegen als „schwere Bedrohung des Weltfriedens“ darstellt; wer behauptet, dass alle anderen Länder des Nahen Ostens auch die Atombombe haben müssen, weil sonst kein Friede einkehrt; der macht sich dessen schon verdächtig, was er sich vorgeworfen fühlt. Denn solche Vorwürfe werden (ansatzweise mit Ausnahme der USA) keinem anderen Staat und keiner Organisation gemacht. Und das ist bezeichnend.

Einer dieser Kommentatoren schreibt in seiner ganzen ideologischen Verblendung:

Weil ich der Meinung bin das jedem Land der Welt Atomwaffen zustehen, wenn welche in Bushs Händen sind, bin ich Antisemit? Wenn ich Krieg verachte ist, darf ich Israel nicht für den Libanon-Überfall verachten, weil ich dann Antisemit bin?

Nun, solchen Leuten entgegne ich: Du darfst dieser Meinung sein, ohne dass du Antisemit bist. Aber da
du nur Israel (und den USA) vorhältst, sie seien aggressiv;
weil du ausblendest, dass Israel vom Libanon aus überfallen wurde und REagierte (!);
weil du nicht berücksichtigen willst, dass die Amerikaner und Israelis keine Atombomben benutzt haben, obwohl sie sie besitzen
und du denen, die sie zur Vernichtung Israels einsetzen werden, das angekündigt haben und seit Jahrzehnten die Vernichtung der Juden anstreben, ihre Absichten nicht übel nimmst, sondern sie unterstützt,
ja, DANN BIST DU DOCH EIN ANTISEMIT, weil du die angestrebte Vernichtung der (israelischen) Juden gut heißt!

Weil du an Israel Maßstäbe negativ anlegst, die du keinem anderen zumutest;
weil du den Juden nicht zugestehst sich verteidigen zu dürfen (ja, ja, ich weiß, deine Lippenbekenntnisse zur Selbstverteidigung kenne ich – du bist dafür, dass sie sich verteidigen dürfen, nur haben sie bisher nie eine Art der Verteidigung gefunden, die du akzeptieren könntest!);
weil nach deiner Darstellung die Juden für alles, was ihnen angetan selbst verantwortlich sind
und die Terroristen (ach ja, das sind ja keine, das sind verzweifelte Leute, die nur frei sein wollen) ihnen antun,
DESHALB BIST DU DOCH EIN ANTISEMIT!

Wer, wie der Göttinger Sportwissenschaftler, den Juden unterstellt, sie hätten gewusst und gewollt, was da 1972 in München passierte, bedient sich klar antisemitischer Motive. Wer ihn unterstützt, muss sich gefallen lassen, dass im Propagierung antisemitischen Gedankenguts vorgeworfen wird.

Schatten (über) der Vergangenheit

12. April 2008 at 22:01 | In Geistesgrößen, Israel, Medien+Nahost | No Comments
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Der sechzigste Jahrestag der Gründung Israels steht an und überall wetzen sie die Messer. 1988 hatte ich meinen ersten Videorekorder und nahm eine Reihe Fernsehsendungen zum 40. Jahrestag auf. Damals waren sich die Korrespondenten noch nicht so ganz sicher, wen sie mehr mögen sollten und wen weniger. Es war immer noch etwas von der positiven Sicht des jüdischen Staates übrig, der sich gegen eine ganze Phalanx arabischer Staaten seines Lebens erwehren musste. Gleichzeitig zeichnete sich ab, was in den nächsten Jahren an Gülle über diesen Staat ausgekippt werden würde – die Ansätze der ganzen verdrehten Umkehrung der Realität war in ihren sämtlichen Ansätzen vorhanden und wurde schon sichtbar.

Zehn Jahre später war die Verteufelung Israels – trotz oder gerade wegen – des Oslo-Prozesses richtig gut im Gang. Die Montage von Bildern unter geschichtlich fragwürdige Texte sorgte dafür, dass das 50-jährige Bestehen des Staates Israel zu einer Abrechnung zugunsten der PalAraber wurde. Das war teilweise noch recht grob und ungeschickt, aber man hatte schon gut gelernt Stimmungen zu erzeugen. Die ganze heutige Bandbreite der Vorwürfe gegen Israel war so gut wie vorhanden.

Seitdem wurden die Methoden verfeinert, die Berieselung der Öffentlichkeit mit israelfeindlichen Tiraden und Verdrehungen weiter hoch gefahren und die Umkehrung der Realität perfektioniert. Außerdem beschränkt sich die „Erinnerung“ an die Gründung des „zionistischen Gebildes“ nicht auf die Tage oder Wochen rund um den Termin; der Beschuss fängt schon Monate vorher an. Die Verwendung von israelischen Alibijuden war vor 10 Jahren noch eingeschränkt – heute stellt sie anscheinend einen besonders wichtigen Teil der Propagandashow dar. Die „israelische Seite“ des Konflikts wird nur allzu gerne mit Typen wie Uri Avnery, Mosche Zimmermann, Ilan Pappé und anderen antiisraelischen Israelis bestückt, die die Munition liefern, die die Verleumder dann um so effektiver einsetzen können. Schließlich verbreitet man ja nur, was Leute sagen, die man dann das „Gewissen Israels“ nennt. Andere, die nicht so reden, wie man es seitens der Terroristen-Freunde hören will, sind „rechts“ und „extrem“ – und damit kann die große Mehrheit der Israelis als zum Extremismus neigend abgeschrieben werden. Wahlweise stellt sie die „schweigende Mehrheit“ dar, die sich gegen die Extremisten nicht wehrt.

Ein mir bisher unbekannter, aber bei der Baseler Zeitung (11.04.2008, S. 10) inzwischen weltberühmter Alibijude ist der israelische Publizist Ari Rath. Der kann mit Leistungen prahlen: Er war 1948 Waffeneinkäufer Israels in den USA, dann persönlicher Sekretär von David Ben Gurion und von 1975-1989 Chefredakteur der „Jerusalem Post“ (einer „damals international beachteten Pressestimm“ – heute nur noch ein unbedeutendes Provinzblatt?); „erst später kämpfte er im Sechstage-Krieg und im Yom Kippur-Krieg als Soldat gegen arabische Armeen“ – aufgemerkt, nicht gegen Palästinenser, schließlich ist dieser Mann ein guter Jude. (Welche Rolle als Soldat er im Alter von 42 bzw. 48 Jahren in den beiden Kriegen spielte, wäre sicherlich auch interssant…)

Der arme Kerl wurde von Hitler zum Zionisten gemacht. Soll man ihn deswegen bedauern? Immerhin hatte er es im Alter von 13 Jahren geschafft dem „Führer“ zu entkommen und fand im Mandat Palästina Aufnahme. Das klingt, als wäre Zionist zu sein etwas Unbotmäßiges. Er „wollte an einen Ort gehen, von dem ich nie mehr vertrieben werden könnte“ – das zeigt ein einigermaßen gesundes Verständnis für die Lage der Juden und den einzigen Ort, wo diese Möglichkeit eine Chance hatte bestehen zu bleiben. Wie er es sagt (oder die Baseler Zeitung es abdruckt), klingt es eher verbrecherisch. Aber das sind noch die harmloseren Dinge in dem Porträt der Zeitung.

„Allerdings“ sei er „von Anfang an“ überzeugt gewesen, „dass nur eine gerechte Teilung Palästinas Israel den wahren Frieden bringen kann“. Die üblichen Juden, das wissen wir aus den Erkenntnissen der Pro-Palästinenser-Truppen, sind das nicht, die wollen nicht nur besetzen, sondern auch ethnisch säubern. Dass die Juden Israels den Palästinensern schon 1948 ihren Staat gegönnt hätten, ist hier nicht zu lesen. Und dann kommt der „dunkle Fleck in der Geschichte“, überschriftlich stark hervorgehoben, zur Sprache: das „zionistische Dogma“ vom Land ohne Volk für ein Volk ohne Land, das nie der Wirklichkeit entsprach. Ari Rath und die Baseler Zeitung haben wahrscheinlich keine Ahnung, wie wahr der Satz ist – wenn man ihn richtig liest. Denn das „zionistische Dogma“ hat es nie gegeben, somit ist die Behauptung seiner Existenz weit weg von jeder Wirklichkeit.

Aber dieser imaginäre dunkle Punkt in der Geschichte reicht nicht. „Dass Israel sich nie zur Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung und der Zerstörung arabischer Dörfer und Städte im Jahre 1948 geäußert hat“ ist ein weiterer solcher. Macht nichts, dass es unzählige Israelis gibt – auch in offizieller Funktion – die sich dazu geäußert haben; auch nicht, dass es Stellungnahmen auf der Internetseite des israelischen Außenministeriums gibt. Und völlig egal, dass es diese Vertreibungen nur in extrem wenigen Fällen gegeben hat, zudem durch israelische Terrorgruppen wie die Irgun oder die Stern-Gang, nicht durch das „offizielle“ Israel (bzw. die „offizielle“ Untergrundarmee). Dass ein Israeli die Massenmorde und ethnischen Säuberungen seitens der Araber nicht aufrechnend erwähnt, ist eigentlich ein Zeichen von moralischer Größe – wenn es nicht so unangenehm aufstoßen würde, dass der Eindruck erweckt wird, dass es offizielle Politik und gezieltes Vorgehen der Israelis gewesen sei Araber zu vertreiben und ihre Dörfer und Städte zu zerstören.

Dann kommt ein Punkt, wo offenbar endgültig Raths Ansichten keinesfalls mehr durch journalistisches Editieren im Sinne der Zeitung gedreht sein kann, sondern voll seine echte und vollständige Meinung ganz klar ist: „Er sei vor 70 Jahren nicht nach Palästina gekommen,… um in einem Staat zu leben, der sich als Besatzungsmacht aufführe.“ Ja klar, die Israelis haben sich diese Rolle ja auch ausgesucht und alles dafür getan, dass es so bleibt, nicht wahr? Es war schon immer der Traum der Zionisten, die Araber unter der Knute zu halten und von ihnen terrorisiert zu werden!

„Wenn wir nicht sehr bald Frieden schließen mit den Palästinensern und ihnen ihren eigenen Staat geben, ist die Zwei-Staaten-Lösung nicht mehr möglich. Dann werden wir in absehbarer Zeit in einem binationalen Staat leben,…“ – mit allem, was das heißt: dem Untergang des jüdischen Staates. Da ist man geneigt dem Mann recht zu geben. Aber zwischen Frieden mit den Terroristen schließen und Frieden bekommen besteht im Nahen Osten ein himmelweiter Unterschied. Ari Rath unterliegt dem Kardinalfehler der Friedensbesoffenen – er glaubt, dass ein „einseitiger“ Frieden geschlossen werden kann und muss, bei dem Israel Frieden schließt und den PalArabern ihren Staat gibt. Wie das endet, zeigt der Gazastreifen, zeigt die gesamte Entwicklung seit „Oslo“. Und Rath will das nicht wahrnehmen.

Damit macht er sich zum Büttel der Gegner des Staates. Und die Baseler Zeitung bebildert das Ganze schön mit zwei Karten, eingebettet in eine „Chronologie“, die vor schiefen Darstellungen nur so strotzt. Die Karten selbst sind richtig; sie zeigen den UNO-Teilungsplan und das Ergebnis des Krieges von 1948/49, sowie des Krieges von 1967. Dass dies Ergebnisse arabischer Aggressionen war, wird allerdings nun eher ins Gegenteil verkehrt, denn die erste Karte trägt die Unterschrift „Grundlage. Der Plan legitimiert die Schaffung Israels.“ (Das ist so neutral, dass man es schon wieder negativ auslegen könnte, wenn man wollte.) Unter der zweiten Karte steht: „Expansion. Nur der Sinai blieb nicht israelisch besetzt.“

Das schlägt dem Fass den Boden aus. Jeder unbedarfte Leser muss hier meinen, dass Israel der Aggressor war, der sich diese Gebiete expansionistisch und mit der Absicht sie den anderen wegzunehmen einverleibt hat. „Expansion“ kann als neutrale Beschreibung behauptet werden, es heißt schlicht „Ausdehnung“. Mit der Ergänzung „Nur der Sinai…“ wird das aber schon gekontert. Weiterhin völlig aus dem Bewusstsein verbannt ist Israels Angebot von „Land für Frieden“ ab 1967, bevor dieser Slogan zum Wahlspruch des am stärksten in die Hose gegangenen Experiments eines (zwar mit traumtänzerischen israelischen Politikern verübten, aber weitgehend von außen aufgedrückten) Friedensschlusses wurde. Die Araber lehnten ab. Sie sprachen sich mit den „Drei Nein von Karthoum“ ausdrücklich dagegen aus. Um das Ganze auf eine andere Ebene zu stellen, wurde der Vernichtungskrieg gegen Israel „nationalisiert“ – über das 1964 erfundene Volk der Palästinenser, dem mit Hilfe der Terrororganisation PLO der Vernichtungskrieg gegen Israel als Auftrag übertragen und immer weiter übergeben wurde.

Nicht, dass die arabischen Staaten sich damit dann aus dem „Kampf“ herausgehalten hätten. Ägypten kollaborierte mit den Terroristen beim Waffenschmuggel in den Gazastreifen: Meistens, wenn Israel einen Schmuggeltunnel sprengte, quoll in ägyptischen Grenzerkasernen eine Staubwolke in den Himmel. In Damaskus residieren die Chefs bzw. Chefetagen von gut einem Dutzend Terrorgruppen, die sich ausdrücklich der Vernichtung des „zionistischen Gebildes“ verschrieben haben. Und im Libanon machte sich erst die PLO breit, um so lange gegen Israel zu schießen und Israelis zu ermorden, bis die 1982 einmarschierten. Danach war dieser Verteidigungskrieg, bei dem die Welt „natürlich“ zugunsten von Yassir Arafat eingriff und ihn nach Tunis rettete, Rechtfertigung für die Gründung der Hisbollah (offiziell 1988), um den Befreiungskampf des „palästinensischen Volkes“ „weiterzuführen“.

DAS sind Fakten der Geschichte, die ihren Schatten auf den Nahen Osten werfen. Viel stärker als die Fehler, die Israel bei seiner Begründung vermeintlich und tatsächlich gemacht hat. Und diese mächtigen Schatten sollte sich Ari Rath mehr widmen als denen von 1948. Allerdings hätte die Baseler Zeitung ihn dann nicht porträtiert.

Juden für die Vernichtung Israels (2)

26. März 2008 at 13:45 | In Geistesgrößen, Israel, Nahost-Konflikt | 1 Comment
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Israel ist ein Land, in dem man seine Meinung frei äußern kann. Gut, es gibt eine Ausnahme: Wer „rechtsgerichtet“, „religiös“ oder gar „Siedler“ ist, der darf in der Öffentlichkeit nicht mal böse gucken, geschweige denn ein Plakat halten, in dem die Unzufriedenheit mit der bzw. Meinung über die „Gebiete“-/Palästinenser-Politik der Regierung Olmert zum Ausdruck gebracht wird – das ist dann gleich staatsgefährdend und wird von Polizei und Justiz entsprechend brutal geahndet. Aber alle anderen Meinungen dürfen frei geäußert werden, insbesondere solche, wie sie der Chefredakteur von Ha’aretz, David Landau, gegenüber US-Außenministerin Rice von sich gab: Er drängte die USA „Israel zu vergewaltigen“. Das ist offenbar nicht justiziabel (inzwischen hat der Mann, nach langen Vertuschungsversuchen durch die großen Medien, aufgrund des öffentlichen Drucks seinen Job abgeben müssen).

Neben solchen Typen gibt es noch die Uri Avnerys, Ilan Pappés, Mosche Zimmermanns usw., die ständig dafür sorgen, dass Antisemiten und Israelfeinde weltweit immer genug Juden haben, aufgrund deren Äußerungen sie ihre Hetze als legitim bezeichnen können – immerhin geben sie (oft) nur weiter, was sie von Juden aus Israel zu hören bekommen. Einen weiteren solchen Fall greift Melanie Phillips in ihrem Blog beim britischen Spectator auf – wen wundert’s, dass es sich wieder um einen Redakteur von Ha’aretz handelt?

Mit Israelis wie diesen…

Melanie Phillips, 24. März 2008

Während all die Dämonisierung und Delegitimisierung Israels in den britischen Medien unvermindert weiter geht, ist es traurigerweise nötig festzustellen, dass selbst diese psychischen Angriffe vor der rasenden Arglist verblassen, die von gewissen israelischen „Intellektuellen“ ihrem eigenen Volk und ihrer eigenen Nation gegenüber zur Schau gestellt wird. Ihr natürliches Zuhause in den israelischen Medien ist Ha’aretz und eine ihrer Hauptstimmen ist der Journalist Gideon Levy, dessen sprühender Hass gegenüber seinem eigenen Land Jon Pilger wie einen harmlosen Menschen aussehen lässt. Das heutige Getobe ist ein typisches Beispiel. Klar von dem Spektakel wahnsinnig gemacht, dass die deutsche Kanzlerin Merkel und der US-Präsidentschaftskandidat John McCain bei ihren gerade erfolgten Besuchen warme, rationale und anständige Unterstützung für Israel zum Ausdruck brachten, wettert Levy:

Ein Staat, der eine Belagerung betreibt, die in der heutigen Welt fast ohne Beispiel ist, was ihre Grausamkeit angeht, der eine offizielle Politik der Ermordungen betreibt, wird von der Familie der Nationen umarmt, wenn wir das an den Worten der vielen Staatsmänner messen sollen, die über unsere Türschwelle treten.

Es stimmt: Die „Belagerung“ des Gazastreifens ist beispiellos – darin, wie sie die „verhungernden“ Einwohner eine nicht aufzuhaltende Versorgung mit Waffen und Raketen erhalten, die sie auf Israel abfeuern; oder in der beispiellosen Art, wie die israelischen „Belagerer“, die auch die Opfer dieser Raketen sind, den Streifen mit Strom, Lebensmitteln, Treibstoff versorgen und die kranken Einwohner, einschließlich derer, die im Verlauf der Versuche Israelis zu ermorden in israelischen Krankenhäusern medizinisch versorgen; oder die beispiellose Art, in der Israel einzelne Terroristen zu töten versucht, wo andere Länder, stünden sie unter ähnlichen Angriffen, einfach das gesamte Gebiet platt gemacht hätten; oder die beispiellose Art, in der über diese Belagerung berichtet wird, verglichen mit – sagen wir mal – den anhaltenderen Angriffen der Libanesen auf palästinensische Terrorbanden im Libanon, die trotz einer hohen Opferzahl so gut wie unberichtet verlaufen. Und so weiter.

Da solche Fakten sich offenbar außerhalb des Bewusstseins Levys befinden, ist er zutiefst und besonders perplex, wie es möglich sein kann, dass Merkel, McCain et.al. dieses Land nicht so hassen, wie er es tut. Und so greift er auf sein entschieden begrenztes kulturelles Lexikon zurück, um beim Holocaust, Sderot, Hamas und – äh – „internationaler Islamophobie“ zu landen, um diese anders nicht zu erklärende Unterstützung auf Sentimentalität und Vorurteil zu stellen. Und so geht das größte Phänomen des Planeten der heutigen Zeit, die Bedrohung der gesamten freien Welt durch den globalen Islamismus, an deren vorderster Front Israel steht, völlig an ihm vorbei.

Es überrascht daher nicht, dass dieser Text heute von der PLO-Vertretung in Washington D.C. als weitere Propagandawaffe verbreitet wird, die ihr von Israels fünfter Kolonne ausgehändigt wurde, um ihr in ihrem Krieg gegen die Juden zu helfen.

Ein Vorzeige-Jude für die Vernichtung Israels

24. März 2008 at 13:28 | In Geistesgrößen | 5 Comments
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Eine Pappnase hat ein „revolutionäres“ Buch geschrieben. Mit Inhalten, die angeblich erstmals die wahre Geschichte von 1948 geschildert wird. Mutig soll der Mann sein. Ein Tabubrecher. Einziger, der die Wahrheit sagt. Dass er mitsamt einem Trupp gleichgesinnter „Tabubrecher“ seit Jahren dasselbe Mantra trommelt und im Westen wie bei den üblichen Israelvernichtungs-Predigern aus dem arabisch-islamischen Raum deswegen hoch angesehen ist und als Musterjude vorgezeigt wird, spielt für die Jubel-Goys keine Rolle. Nun, das ist Werbung, da wird gelogen, dass die Schwarte kracht. Sonst kann man nichts absetzen – wobei antiisraelisches und antichristliches Geschreibsel eigentlich immer ein Selbstläufer ist, aber was soll’s.

Und so hat die Pappnase dann eben jedem und allen Interviews gegeben, die von ihm wissen wollten, was es mit dem Buch so auf sich hat – halt, nein: Sie wollen nur ihre antisemitischen Lügen bestätigt bekommen, aber das ficht den mutigen Einzelkämpfer nicht an. Ergo findet sich im Vorspann zu dem Interview mit einem neonazistischen Kampfblatt das wieder, was Pappe in Grundzügen denkt:

Im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina rief der „Jüdische Nationalrat“ am 14. Mai 1948 völkerrechtswidrig die einseitige Unabhängigkeit aus.

Wieso völkerrechtswidrig? Weil die Heil-Hitler-Trupps von Hadsch Amin al-Husseini nicht einverstanden waren? Oder die übrigen „Treibt die Juden ins Meer“-Brüllhansel?
Die Briten waren an diesem Tag raus aus dem Mandat. Es bestand ein Macht-Vakuum, das sich vorher schon breit machte und dazu führte, dass die Judenmörder des Mufti an allen Ecken und Enden frei schalten und walten (sprich: morden und plündern) konnten, wo sich die Juden nicht wehrten.
Was hätten die Juden also tun sollen? Sich an die Straßen stellen, „Heil Hadsch Amin!“ brüllen und den Massen- und Völkermördern des Muftis den Hals bieten, damit die nicht so viel Mühe bei der Fortsetzung der Endlösung haben?

Gleichzeitig wurde damit begonnen, große Teile der einheimischen arabischen Mehrheitsbevölkerung zu vertreiben.

Ja klar, anders geht’s nicht. Dass die meisten Araber das Land verließen, um den siegreichen arabischen Armeen nicht im Weg zu sein oder nach dem schnellen arabischen Sieg ggf. auch nicht als Verräter und Kollaborateure umgebracht zu werden, gilt nicht. Fakten dürfen nicht im Weg stehen – schon gar nicht solche, wie dass ein riesiger Teil der arabischen Bevölkerung seine Heime verließ, ohne einen jüdischen Bewaffneten auch nur gesehen zu haben. Aber was will man erwarten von einem, der selbst nach bewiesenem Betrug dem Betrüger immer noch die Stange hält und ihn als Opfer sieht, nachdem er Interviews mit (arabischen!) Zeitzeugen fälschte, um für seine Doktorarbeit das „richtige“ Bild der mordenden und vertreibenden Juden hinzubekommen? Dass ausgerechnet so einer die Vertreibungen und Massenmorde der aufgehetzten Husseini-Araber in die Diskussion einbringt? Das ist wohl zu viel verlangt, denn es würde das schlechte Licht auf die „falsche“ Seite werfen.

Dasselbe Schicksal widerfuhr auch der deutschen Minderheit, die bereits zwischen 1939 und 1948 von der britischen Mandatsverwaltung systematisch nach Australien zwangsumgesiedelt wurde.

Klar, jetzt muss die Schicksalsgemeinschaft beschworen werden. Vielleicht sollte man hier aber doch darauf hinweisen, dass es in den Reihen der Templer eine Besorgnis erregende Nähe zum Nationalsozialismus gab. Abgesehen davon war es nicht unüblich, dass „Volksdeutsche“ in Territorien unter alliierter Kontrolle aus als kritisch wichtig angesehenen Gegenden entfernt wurden. Das Risiko wurde als zu groß eingeschätzt.

Die Ereignisse von 1948, die erstmals vom israelischen Historiker Prof. Dr. Ilan Pappé umfassend beschrieben wurden, läuteten das Ende der Ära eines liberalen Islam ein und sind die Wurzel des noch immer andauernden Nahostkonflikts.

Aha, die „Ereignisse von 1948“ sind bisher nicht umfassend beschrieben worden. „Umgeschrieben“ wäre wohl die bessere Bezeichnung, wie die „neuen Historiker“ immer wieder bewiesen haben. Besonders „schön“ ist aber die Behauptung, dass mit 1948 das „Ende der Ära eines liberalen Islam“ „eingeläutet“ wurde. Alles vorher wird ausgeblendet, die Geschichte fängt erst 1948 an (höchstens der Holocaust kommt noch ins Spiel, wenn man den Israelis vorwirft, dass die „Palästinenser“ seine wahren Opfer sind). Dass Hadsch Amin eine Anhänger seit den frühen 1920-er Jahren einen Terrorkrieg gegen die Juden und gegen jeden Araber, der nicht auf seiner Seite mitzog, führte, das muss ignoriert werden, damit das ideologische Bild stimmt. Dass der Vernichtungskrieg gegen die Juden in „Palästina“ spätestens seit dem Teilungsbeschluss der UNO in seine heiße Phase ging und lange vor Mai 1948 im Gang war – geschenkt, das braucht der hysterische Scheinhistoriker nicht, denn das spräche ja nicht gegen die Juden.

Im Gespräch mit Erhard Düvel von der National-Zeitung meinte der Autor, dass der 14. Mai 1948 für die Völkergemeinschaft kein Grund zum Feiern sei.

Und hier entblößt sich, wes Geistes Kind der Vertreter dieser oben angeführten Meinungen ist. Die neonazistische Nationalzeitung ist mit ihren Ansichten voll kompatibel mit dem sich links gebenden jüdischen Antisemiten, der geschichtliche Wahrheit nicht über Fakten und Dokumenten vor allem auch der jeweiligen Zeit definiert, sondern über das, was heute von Arabern über diese Zeit erzählt wird.

Darauf aufmerksam gemacht, dass ein Interview mit ihm in dieser rechtsextremen Zeitung erschien, verschickte die Pappnase eilends elektronische Rundschreiben, um allen Interessierten und Uninteressierten mitzuteilen, dass er diesen Leuten natürlich niemals ein Interview gegeben hätte, hätte er gewusst, mit wem er sich da unterhält. Seine Ideologie und Haltung, behauptete er, stünden in völligem Gegensatz zu dem, was diese Zeitung repräsentiere.

Diese Mail ließ die Schreiberin des ersten Hinweises eine Frage schreiben:
Das führt aber nicht dazu, dass Sie darüber nachdenken, warum Zeitungen wie diese Ihre smarten Ideen so lieben?

Es kam die übliche Antwort eines jeden Extremisten: Das machen auch DIE ZEIT, die Times, der Independent, Led Monde, etc. – ausweichen, ablenken, keinesfalls die legitimen Schlüsse zulassen wollen. Was das beweist? Höchstens, dass der neue Antisemitismus Einzug in die „Mitte“ der Gesellschaft gehalten hat und diese das nicht wahr haben will. Dann muss man ihm eben die Nase drauf stoßen:

Was immer Sie über dieses nicht autorisierte Interview erzählen, Sie sprechen die Tatsache nicht an, dass Ihre Ideen so sehr mit denen der Nazis harmonieren, dass sie zur Veröffentlichung in deren Medien willkommen sind. Professor, Sie sind Nazi-kompatibel. Sie lieben Juden wie Sie. Darauf können Sie stolz sein!

Das kann einer wie die Pappnase nicht auf sich sitzen lassen. Seine Reaktion? Die eines Kindergarten-Kindes: Selber Nazi! Bäh! Ich bin gut! Du nicht! Gefolgt von der Selbstbeweihräucherung des einsamen Kämpfers, der hier und da noch den einen oder anderen Juden hat, der ihm zustimmt. Merke: Selbst ein Alibi-Jude braucht andere Alibi-Juden, um sich zu bestätigen, dass er kein Alibi-Jude ist sondern recht hat – und ein einsamer Rufer in der Wüste. Ohne zu merken, dass der Sand um ihn herum die nichtjüdischen Antisemiten sind, mit denen er im Chor heult.

Das ist also die Qualität eines Mannes, der von interessierten Kreisen als „Gewissen Israels“ gefeiert wird – weil er den Judenstaat als Unrechtsstaat brandmarkt, ihm jede Legitimität abspricht und alles und jeden willkommen in die Arme schließt, der mit ihm eine Meinung ist. Und sich dann wundert, wenn er mit Nazis im selben Bett liegt. Die angeblich im völligen Gegensatz zu dem stehen, was er repräsentiert. Zur Verlogenheit kommt noch Narzissmus hinzu. Die große gemeinsame Konstante sind die antiisraelischen Hasstiraden.

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