Was Palästinenser über den Holocaust denken: „Respekt für Hitler“

18. September 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Geschichte, Nahost, Palästinenser | 1 Kommentar
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Kanadischer Dokumentarist offenbart simultane Trends von Bestreiten und Unterstützung des Holocaust in Ramallah.

Ari Soffer, IsraelNationalNews, 1. September 2014

Was denken Palästinenser über den Holocaust?

Das ist eine Frage, die der Filmemacher Corey Gil-Shuster zufällig ausgesuchte Menschen in Ramallah, der politischen Hauptstadt der PA.

Die Ergebnisse waren nicht ermutigend.

Die Befragten gaben typischerweise eine von drei Antworten. Einige wussten gar nicht, was das war oder hatten nur eine vage Vorstellung. Die Mehrheit allerdings brachten die – in arabischen Ländern populäre – Behauptung zum Ausdruck, dass der Nazi-Völkermord von den Juden zum Gewinn politischer Zwecke übertrieben wurde, damit sie dasselbe den Arabern antun könnten; oder sie sagten einfach, dass sie unterstützten, was Hitler getan hatte, denn, wie eine lächelnde Frau mitteilte: „Juden sind bösartig.“

Einer der bemerkenswertesten Aspekte der Befragungen bestand nicht so sehr in denen, die ihrer Unterstützung für den Holocaust Ausdruck gaben („Hitler allen Respekt!“, antwortete einer), sondern in denen, die behaupteten sie würden genau dasselbe Level an Brutalität erfahren wie die Juden unter der Verfolgung durch die Nazis – und das selbst während sie einkauften oder frei rauchend in Cafés saßen. Das ist weit entfernt von den Entbehrungen und der Grausamkeit der europäischen Ghettos und Konzentrationslager.

„Wo sind denn die Konzentrationslager und die Gaskammern?“, fragte ein erstaunter Gil Schuster einen Mann, der sagte, die Palästinenser erlitten etwas, „das nahe am Holocaust“ sie und der einen Stand betrieb, der mit Süßigkeiten und Getränken überlief.

Das Video war Teil einer YouTube-Serie namens „Frage einen Israeli, fragen einen Palästinenser“, in dem zufällig ausgewählte Israelis und Palästinenser nach ihren Meinungen und Gefühlen zu einer weiten Bandbreite an Themen befragt werden.

Palästinensischer Islamo-Nazismus von Mohammed Amin al-Husseini bis zur Hamas

15. September 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Während der deutschen Besetzung Europas war der Führer der palästinensischen Araber der Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini. Er sah große Parallelen zwischen dem Islam und dem Nationalsozialismus. In einem Vortrag vor den Mitgliedern der SS-Division der bosnischen Muslime, die aufzustellen er geholfen hatte, identifizierte al-Husseini sieben wichtige Gemeinsamkeiten zwischen beiden.1

Der deutsche Forscher Matthias Küntzel erwähnt die gemeinsamen Ziele des Islam und des Nationalsozialismus in seinem Buch „Dschihad und Judenhass“:

  • Monotheismus, Einheit der Führung, Führerprinzip.
  • Sinn für Gehorsam und Disziplin.
  • Der Kampf um die Ehre, im Kampf zu fallen.
  • Die Gemeinschaft nach dem Motto: Gemeinnutz geht vor Eigennutz.
  • Hochschätzung der Mutterschaft und Verbot der Abtreibung.
  • Verhältnis zu den Juden – „In der Bekämpfung des Judentums nähern sich de rIslam und der N.S. einander sehr.“
  • Verherrlichung der Arbeit und des Schaffens: „Der Islam schützt und würdigt die Arbeit, welche sie auch sein mag.“2

Während des Zweiten Weltkriegs plante al-Husseini – sobald die Deutschen Palästina erst einmal erobert hätten – die Einrichtung eines Vernichtungslager-Komplexes mit Krematorium wie in Auschwitz. Dieser wäre gebaut worden, um die Juden Palästinas und der arabischen Länder zu vergasen.3

Lange Zeit war der Führer der palästinensisch-arabischen „Moderaten“, Ragheb Bey el-Nashashibi, Bürgermeister von Jerusalem. Auch er sprach sich für den Massenmord an den Juden aus. Nach den Krawallen von 1929 im Mandats-Palästina fragte der nichtjüdische französische Schriftsteller Albert Londres el-Nashashibi, warum die Araber die alten, frommen Juden in Hebron und Safed ermordet hatten, mit denen es keinen Streit gab. Der Bürgermeister antwortete: „Im Krieg verhält man sich wie im Krieg. Man tötet nicht, wen man töten will. Man tötet, wen man findet. Das nächste Mal werden sie alle getötet, Junge und Alte.“ Später sprach Londres erneut mit dem Bürgermeister und prüfte ihn ironisch, indem er sagte: „Ihr könnt nicht alle Juden töten. Es gibt 150.000 von ihnen.“ Nashashibi antwortete „mit sanfter Stimme“: „Oh nein, das wird zwei Tage dauern.“4

Al-Husseini kann als Vorgänger der Hamas angesehen werden. Zu den Grundlagen der Völkermord-Absichten sind einige Beispiele direkt in deren Parteiprogramm zu finden, der Hamas-Charta. Artikel 7 dieses Dokuments legt die Basis für ihre massenmörderische Ideologie, wenn es dort heißt, dass die Hamas „die Verwirklichung der Verheißung Allahs anstrebt, egal wie lange das dauern sollte. Der Prophet, Allah segne ihn und gewähre ihm Erlösung, sagte dies:

Der Tag des Gerichts wird nicht kommen, bis die Muslime die Juden bekämpfen (= töten); dann werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken. Die Steine und Bäume werden sagen: Oh Muslim, Oh Abdalla, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn. Nur der Gharkad-Baum … wird das nicht tun, denn er ist einer der Bäume der Juden.“5

Wer immer sich entscheidet den weniger weit zurückliegenden Völkermord-Äußerungen der Hamas zu folgen, sollte am besten die Internetseite von Palestinian Media Watch (PMW) besuchen. Ein jüngeres Beispiel der islamo-nazionalsozialistischen Aktivitäten der Hamas ist eine aufgezeichnete Erklärung des Hamas-Stabschefs Mohammed Deif, der während des Gaza-Kriegs ankündigte: „Heute kämpft ihr [die Israelis] gegen heilige Soldaten, die den Tod für Allah lieben, wie ihr das Leben liebt und die untereinander um Märtyrertum wetteifern, wie ihr vor dem Tod flieht.“

PMW erwähnt außerdem Hamas-TV, das regelmäßig Äußerungen des Hamasführers und ehemaligen Premierministers Ismail Haniyeh ausstrahlt. Er sagte unlängst: „Wir lieben den Tod wie unsere Feinde das Leben lieben! Wir lieben das Märtyrertum, so wie die [Hamas-] Führer starben.“ Hamas-TV strahlte vor kurzem auch eine Predigt aus, mit der die Hamas-Ideologie wiederholt wurde, die behauptet, nach dem Islam ist es die Bestimmung der Muslime die Juden auszulöschen. PMW zitiert viele ähnliche Äußerungen, die zum Mord an Israelis und Juden aufrufen.6

Die Hamas hält kein Monopol dafür dem Völkermord an den Juden nachzujagen. Die Aufrufe zur Massenermordung der Juden ist – wenn auch in geringerer Zahl – ebenso in anderen palästinensischen Medien zu finden. Ein Beispiel dafür gab es im Jahr 2000, als Dr. Ahmed Abu Halabiyah, der Rektor der Fortgeschrittenen-Studien an der Islamischen Universität von Gaza, im PA-TV sprach, dem offiziellen Fernsehsender der palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Er hielt eine Freitagspredigt und sein Aufruf war damit Teil der Wirkungsbereiche von Regierung, akademischer und religiöser Welt der PA und der palästinensischen Gesellschaft.

Halabiyah sagte: „Die Juden sind die Juden… Sie haben keine Moderaten oder solche, die für Frieden eintreten. Sie sind allesamt Lügner. Sie müssen abgeschlachtet und getötet werden… Die Juden sind wie eine Feder – solange du mit dem Fuß darauf trittst, bewegt sie sich nicht. Aber wenn du den Fuß von der Feder nimmst, verletzt sie dich und bestraft dich… Es ist verboten irgendwo und in irgendeinem Land Mitleid für Juden im Herzen zu haben. Führe überall Krieg gegen sie, wo immer du bist. Jeder Ort, an dem du sie triffst, töte sie.“7

Es gibt unbegrenzt Beispiele für die Völkermord-Ambitionen der Palästinenser. Viele in Europa, einschließlich politischer Parteien, Medien und wichtiger Handelnder der Zivilgesellschaft, die behaupten Israel gegenüber kritisch zu sein, schweigen zu diesen Aufrufen zu Massenmord durch die palästinensischen Islamo-Nazis. Ihr Schweigen macht sie zu indirekten Helfern dieser Prediger des Massermords.

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

 

1 Matthias Küntzel: Dschihad und Judenhass. Freiburg, ça-ira-Verlag 2003, S. 39.
2 ebenda
3 Manfred Gerstenfeld im Interview mit Nadav Shragai: „Libel: Israel Intends to Destroy the Al-Aksa Mosque“. IsraelNationalNews, 16. Oktober 2013.
4 Albert Londres: Le Juif Errant Est Arrivé. Paris, Arléa, 1997, S. 209 [in Französisch]
5 http://avalon.law.yale.edu/20th_century/hamas.asp
6 http://www.palwatch.org/
7 Itamar Marcus/Barbara Crook: „Kill a Jew – Got to Heaven: The Perception of the Jew in Palestinian Society”. Jewish Political Studies Review, Band 17, Nr. 3 und 4 (Herbst 2005), S. 127.

Während die Welt schlief…

5. September 2014 um 14:30 | Veröffentlicht in Araber, Geschichte, Islamstaaten, Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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DryBones, 3. September 2014

„Landgrabschen“ oder bürokratische Landvermessung

4. September 2014 um 17:26 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Europa+Nahost, Geschichte, Israel, Nahost-Konflikt | 2 Kommentare
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Ulrich W. Sahm, 4. September 2014 (direkt vom Autor)

Die Reaktion der Welt zur neuesten israelischen Ankündigung zur „Siedlungspolitik“ kam postwendend. Wie im Ritual protestierten Washington, Ban Ki Moon in New York, die EU in Brüssel und das AA in Berlin. Kritisiert wurde Israels „Landraub“, ein „Landgrabschen“, eine „Enteignung“ (so Bundesaußenminister Steinmeier) und ein „falsches Signal zur falschen Zeit“. Palästinensische Sprecher reden von einem Verbrechen. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International „empörten“ sich über den „unerhörten illegalen Akt“ eines „Landgrabschens zwecks Siedlungsbau“. Mindestens fünf palästinensische Dörfer seien betroffen. Das komme einer „Kollektivbestrafung“ gleich, während Israel sich weiter von seinen Verpflichtungen gegenüber dem internationalen Recht entferne.

Auch in Israel gab es die üblichen vorhersehbaren Reaktionen, je nach politischem Standpunkt. Wirtschaftsminister Naftali Bennett redete von einer „angemessenen zionistischen Antwort auf die Morde der Hamas“. Tzipi Livni, Chefunterhändlerin bei den gescheiterten Friedensverhandlungen, verurteilte den „Zeitpunkt“. Die Ankündigung sei ein „vernichtender Schlag“ für die Sicherheit und das Ansehen Israels. Bei den Gesprächen habe sie stets klar gemacht, dass der Siedlungsblock Gush Etzion auch künftig bei Israel bleiben werde. Die neueste Ankündigung habe das Gebiet in „umstrittenes Territorium“ verwandelt.

Gush Etzion, südwestlich von Bethlehem gelegen, ist eine Ansammlung mehrerer israelischer Siedlungen. Der Siedlungsblock befindet sich auf Land, das Juden vor der Staatsgründung legal erworben hatten. Laut Teilungsplan der UNO 1947 sollte das Gebiet dem künftigen jüdischen Staat zugeschlagen werden. Aber im Unabhängigkeitskrieg 1948 wurde der Siedlungsblock von den Jordaniern überrannt. Die Bewohner wurden ermordet und eine gescheiterte Befreiungsoperation forderte viele israelische Opfer. Nach 1967 begann hier die israelische Siedlungspolitik. Überlebende kehrten in ihre zerstörten Dörfer zurück. Gush Etzion zählt zu jenen „Siedlungsblöcken“, die nach amerikanischer Auffassung, von US-Präsident Bill Clinton bestätigt, auch nach der Errichtung eines palästinensischen Staates bei Israel bleiben solle.

Die wortreichen Verurteilungen bezogen sich auf eine vierzeilige Verlautbarung von COGAT, dem (militärischen) „Koordinator der Regierungsaktivitäten in den Gebieten“. Da heißt es wörtlich auf Hebräisch: „In der Folge einer Anweisung der politischen Ebene nach Abschluss der Operation „Heimkehr der Söhne“ (die Suche nach den entführten und ermordeten drei Talmudschülern im Juni) beginnt heute, am 31.8.14, der Prozess der Definition von etwa 4.000 Dunam (400 Hektar) in Gevaot in der Gush-Etzion Region als Staatsland. Dieser Prozess wurde möglich nach einer tiefgehenden Prüfung des Blaue-Linie-Teams der Zivilverwaltung. Eine Frist von 45 Tagen wurde für Widerspruch eingeräumt“.

Ein israelischer Sprecher meinte zu der „falschen und ungerechtfertigten“ internationalen Kritik: „Die legen sich ihre Argumente gemäß ihrer Weltanschauung zurecht und verurteilen automatisch alles, was Israel in den besetzten Gebieten tut, ohne genauer hinzuschauen.“ Der Jurist im Staatsdienst, der namentlich nicht genannt werden wollte, bot im Hintergrundgespräch eine ausführliche Erklärung.

Gush Etzion liege im C-Gebiet des seit 1967 besetzten Westjordanland. Gemäß den Osloer Verträgen habe Israel in rund 60% des Westjordanlandes zu einem neuen Vertrag volle Verwaltungsvollmacht. Die Palästinenser beanspruchen dieses vormals von Jordanien annektierte Gebiet für ihren künftigen Staat Palästina. Es jetzt schon als „palästinensisches Gebiet“ zu bezeichnen, sei ein Vorgriff auf den Ausgang der Verhandlungen.

Die Briten haben als Mandatsmacht bis 1948 schon vor über 50 Jahren begonnen, türkisch-osmanisches Bodenrecht „heutiger Logik“ anzupassen. „Ich habe selber Grundbucheintragungen aus dem 19. Jahrhundert gesehen. Ein gewisser Acker reichte vom zweiten Baum links und zum dritten Felsen rechts und grenzt an den Acker von Muhammad und Ahmad. Die Bäume und Felsbrocken sind verschwunden und niemand kennt mehr Muhammad oder Ahmad“, so der Jurist. Die Briten wandten moderne Landvermessung an, was die israelische Zivilverwaltung heute fortsetzt. Gemäß osmanischem Recht gebe es vier Kategorien Land: Sultansland (Land im Staatsbesitz, von den Briten auch „Kronland“ genannt), Privatland, gemeinsam benutztes Land (wie Straßen) und „totes Land“ wie Wüste und Sümpfe. Nicht alles Privatland ist jemals im osmanischen „Tabu“ (Grundbuch) eingetragen worden und deshalb „ungeklärt“. Entsprechend türkischer Gesetze wird Gewohnheitsrecht respektiert. Anhand von Schafskot und Luftaufnahmen lässt sich feststellen, ob Land benutzt und beackert worden ist. Diese Prüfungen dauern Jahre. Erst danach können „ungeklärte“ Grundstücke zu „Staatsland“ erklärt und für Raumplanung freigegeben werden. Es geht also keineswegs um eine „Enteignung“, wie Bundesaußenminister Steinmeier am Dienstag behauptet hatte, und auch nicht um eine „Verstaatlichung“, wie die US Botschafterin bei der UNO am Mittwochabend gerügt hat, sondern um Erschließung und Flächennutzungspläne, wie in jedem Staat üblich. Um Irrtümer auszuschließen wurde eine Frist von 45 Tagen für Widerspruch möglicher Privateigentümer eingeräumt. Weder israelisches noch palästinensisches Privatland darf verplant werden. Das zeigt die wiederholte Räumung von Siedlerhäusern, die widerrechtlich auf palästinensischem Privatboden errichtet worden sind. Israelische Gerichte kennen da keine Rücksichten und verfügen mit richterlichem Befehl eine Räumung. Israel kann sich als Rechtsstaat diesen Urteilen nicht verweigern und muss Bulldozer schicken, falls die Betroffenen nicht selber ihre auf fremdem Boden errichteten Häuser abreißen. Das trifft Siedler und Palästinenser wie Daoud Nasser, der in Deutschland eine Protestkampagne gegen die Zerstörung eines von ihm illegal bepflanzten Apfelhaines gestartet hatte.

Der bürokratische Prozess einer Umdefinition von Land in „Staatsland“ dauere „mehrere Jahre“ und habe im Gebiet von Gush Etzion „schon ein Jahrzehnt vor der Entführung der drei Talmudschüler begonnen“, erklärte der Jurist. Zur Sicherheit, um Fehler zu vermeiden, müsse zum Abschluss auch noch der Oberstaatsanwalt seine Einwilligung geben, ehe das Land schließlich zu „Staatsland“ erklärt werden könne. Danach erst könne die Verplanung beginnen, etwa für die Errichtung von Häusern, öffentlichen Parks, Straßen oder landwirtschaftliche Nutzung. Und selbst dann verstreicht noch viel Zeit bis zur ersten Ausschreibung und deren Umsetzung.

(C) Ulrich W. Sahm

Israels Entscheidung 988 Morgen Westbank-Territorium zu Staatsland zu erklären

4. September 2014 um 16:15 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Geschichte, Israel, Nahost-Konflikt | Hinterlasse einen Kommentar
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Jerusalem Center for Public Affairs, 1.September 2014

Es gibt beträchtliche Verwirrung über das jüngste Handeln der Zivilverwaltung Israels, die 988 Morgen Westbank-Land zu Staatsland erklärte. Im Allgemeinen kann Westbank-Territorium in drei rechtliche Kategorien eingeordnet werden: Staatsland, Privatland und Land, dessen Status noch bestimmt werden muss. Das fragliche Gebiet hatte den Status von Land, dessen Status noch zu bestimmen war. Vor der Erklärung zu Staatsland musste ein Untersuchung durch Israels Zivilverwaltung erfolgen, die mehrere Jahre dauert, um seinen genauen Status zu bestimmen.

Diejenigen, die gegen die aktuelle Erklärung sind, haben 45 Tage Zeit gegen die israelische Entscheidung Einspruch zu erheben. Wenn Palästinenser Belege für Eigentümerschaft umstrittenen Landes vor israelische Gerichte gebracht haben, auch vor den Obersten Gerichtshof, dann haben die Gerichte verschiedentlich Urteile gefällt, die die israelische Regierung auffordern das fragliche Land seinen palästinensischen Klägern zurückzugeben, selbst wenn das den Abriss von Privathäusern israelischer Bürger notwendig machte. Die Festlegung von Land als Staatsland anstatt Privatland ist notwendiges Handeln, das hilft in der Zukunft Fehler zu vermeiden, wenn dieses Land erschlossen wird.

Doch wenn man sich die Entscheidung der israelischen Zivilverwaltung in einem breiteren diplomatischen Kontext betrachtet, sollte man sich daran erinnern, dass das Interimsabkommen Oslo II – von Yitzhak Rabin und Yassir Arafat 1995 im Weißen Haus (unter Zeugenschaft der EU) unterschrieben wurde, eine Teilung der Westbank in drei Bereiche festlegte: Bereich A, in dem die Palästinenser die volle Kontrolle hatten; Bereich B, in dem es gemischte israelisch-palästinensische Sicherheitskontrollen, aber volle palästinensische Zivilkontrolle gab; und Bereich C, in dem Israel die volle militärische und zivile Kontrolle hatte. Zu den israelischen Verpflichtungen in Bereich C gehörte die Vollmacht Gebietsabgrenzung und Planung. Das Gebiet, das Israel zu Staatsland erklärte, liegt innerhalb des Bereichs C.

Es sollte betont werden, dass die Architekten der Oslo-Vereinbarungen als Ergebnis dieser es so verstanden, dass die Palästinenser die Bereiche in ihrer Zuständigkeit erschließen würden, während Israel ebenfalls die Bereiche unter seiner Kontrolle erschließt. Das ist der Grund das es in den ursprünglichen Oslo-Abkommen keinen Siedlungsstopp gab. Im Verlauf der Jahre erlebten die Palästinenser, dass die Entscheidung, wie Israels Grenzen aussehen werden, nicht durch Bautätigkeit, sondern über Verhandlungen fallen wird; immerhin riss Israel alle seine Siedlungen im Sinai ab, als es 1979 mit Ägypten Frieden schloss und es zog alle Siedlungen aus dem Gazastreifen als Teil der Abkoppelung 2005 ab.

Sieht man darüber hinaus in die Zukunft, ist das fragliche Gebiet derzeit Teil eines Sieldungsblocks südlich von Jerusalem, der als Gush Etzion bekannt ist und der von Juden vor 1948 besiedelt wurde, Israel aber verloren ging, als es von den arabischen Streitkräften angegriffen wurde. Während der Verhandlungsrunden der Vergangenheit wurde den Israelis und Palästinensern gleichermaßen klar, wenn am Ende ein Kompromiss erzielt wird, dann wird Israel die Siedlungsblöcke behalten (Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats, verfasst nach dem Sechstage-Krieg, sah ohnehin nie einen vollständigen israelischen Abzug auf die Linien von vor 1976 vor).

Der Entschluss, dass Israel die Siedlungsblöcke behalten wird, spiegelt sich in den Kommunikationen der US-Diplomatie wie dem Brief von Präsident Bush an Premierminister Ariel Sharon im Jahr 2004 und den Äußerungen von Präsident Obama 2011 über den demografischen Wandel vor Ort und Veränderungen der Linien von 1967. Tatsächlich ist während der Verhandlungen der Vergangenheit der Gush Etzion der am wenigsten umstrittene dieser Siedlungsblöcke.

Schließlich gibt es die Frage der Rechtmäßigkeit, die seit vielen Jahren für Unstimmigkeiten sorgt. Die Frage der Rechtmäßigkeit entstammt Artikel 49 der Vierten Genfern Konvention von 1949, die die Umsiedlung von Einwohnern eines besetzten Territoriums aus dem besetzten Gebiet verbietet. Der Schlussabschnitt des Artikels verbietet auch den Transfer der Bevölkerung der Besatzungsmacht in ein besetztes Gebiet. Die Sicht israelischer Juristen und auch wichtiger US-Juristen (wie Eugene Rostow, dem ehemaligen Dekans der Yale Law School) lautet, dass dieser Abschnitt sich auf die „zwangsweise“ Umsiedlung einer Besatzerbevölkerung in eine besetztes Gebiet bezieht. Diese sprach wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Reaktion auf die nazidetusche Politik der zwangsweisen Umsiedlung deutscher Juden zur Auslöschung in das besetzte Polen erarbeitet. Es ist kein Wunder, dass der israelische Oberste Gerichtshof niemals urteilte, dass Siedlungen illegal sind, auch wenn eine Reihe Außenministerien rund um die Welt das anders verkünden.

„Palästina“ schlägt Poster-Sammlung für UNESCO vor – aber es gibt keine von vor 1967

2. September 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Geschichte, Palästinenser, UNO | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 22. August 2014

Vom The Palestine Poster Project:

Die Vorschläge einer großen Sammlung an Postern für die Palestine Poster Project Archives (Archiv Projekt Palästina-Poster) sind zur formellen Begutachtung durch die Bildungs-, Wissenschafts- und Kultur-Organisation der UNO, Memory of the World-Programm, angenommen. Das Internationale Register des UNESCO-Programms trägt bibliothekarische und Archivbestände von „Weltbedeutung und herausragendem universellen Wert“ ein.

Das vorgeschlagene Werk – die Liberation Graphics Collection of Palestine Posters (Sammlung Befreiungs-Grafiken an Palästina-Postern) – ist die erste je vom Staat Palästina für das Weltdokumentenerbe vorgeschlagen wurde. Sollte es eingetragen werden, wird es einem Verzeichnis hinzugefügt, zu dem die Wandteppiche von Bayeux, das Book of Kells, das Phönizische Alphabeth, die Gutenberg-Bibel, Karl Marx‘ persönlich kommentierte Manuskript von Das Kapital und Hunderte weiterer historisch bedeutender Dokumente gehören.

Die Liberation Graphics Collection of Palestine Posters umfasst 1.700 seltene Poster, die von palästinensischen und internationalen Künstlern in Solidarität mit dem palästinensischen Streben nach Befreiung, Souveränität und dem Rückkehrrecht geschaffen wurden. Diese Dokumente decken einen kritischen Zeitraum der palästinensischen Geschichte ab: die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, als die Palästinenser sich unter Bedingungen der Kolonisation, des Krieges, Exils und Besatzung organisierten und Geltung verschafften.

Ich habe überhaupt nichts gegen das Projekt Palestine Poster. Trotz des Namens haben sie eine unglaubliche Sammlung historisch zionistischer Poster 1897 zurück zusammengestellt. Es ist eine gewaltige Forschungsstelle mit faszinierenden Leckerbissen und Einigem an fantastischer und wichtiger Poster-Kunst.

Hier ein Plakat vom Fünften Zionistischen Kongress im Jahr 1901.

Nicht nur das, sondern es gehören auch mehrere Dutzend meiner Poster zu ihrer Seite! Die meisten sind zwar politisch orientiert und wurden nicht als große Kunst geschaffen, doch ich bin stolz auf dieses Poster, das sie dazu genommen haben.

Es gibt auch einige wenige antisemitische Plakate der Dreyfus-Affäre.

Jetzt wollen wir einen Blick auf die besondere Sammlung werfen, die der „Staat Palästina“ vorschlug, damit sie wie die Gutenberg-Bibel dazu gehört. Die frühesten palästinensisch-arabischen Poster, die sie haben (außer einer Reproduktion eines Gemäldes von 1960) stammen von 1967. Dazu gehört dieses von der Fatah gegen die UNO-Resolution ausgegebene Poster:

Und sie haben eine frühe Version der Lügenden Landkarte:

Ich stimme zu, dass man sich die Sammlung ansehen sollte – die Menschen müssen die gewalttätigen Poster der palästinensischen Araber vergleichen und denen der nach vorne schauenden Postern …

der Zionisten gegenüberstellen.

Sollte diese besondere palästinensisch-arabische Sammlung an Postern von der UNESCO angenommen werden, wird sie als wichtiger Teil der palästinensischen Geschichte und Kultur bejubelt werden. Die PA-Regierung denkt eindeutig so.

Ob irgendjemand die einfache Frage stellen wird: Warum gibt es keine Poster, die vor dem Sechstage-Krieg gemacht wurden?

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