Klare Worte aus einer politisch inkorrekten Vergangenheit

28. Oktober 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Enthüllt: USA stoppten während Gaza-Krieg Waffenlieferungen an Israel

27. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Geschichte, Israel, USA | 1 Kommentar
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David Hornik, FrontPageMag, 22. Oktober 2014

Am 14. August berichtete das Wall Street Journal, dass im Juli, nachdem Israel die Operation „Fels in der Brandung“ im Gazastreifen begann, Washington Israel damit überrascht hatte, dass es eine israelische Anfrge wegen einer „großen Anzahl Hellfire-Flugkörper“ ablehnte. Hellfires sind eine wichtige Luft-Boden-Präzisionswaffe, passend für die Art Krieg, wie Israel ihn gegen die Hamas und andere Terrorgruppen im Gazastreifen führt.

Jetzt berichtet Amir Rapaport, Reporter-Veteran für israelische militärische Angelegenheiten und Herausgeber der Website Israel Defense:

Die ganze Wahrheit … ist weit schwerwiegender: Offenbar haben die USA während der Operation „Fels in der Brandung“ alle Verbindungen zu Israels Verteidigungs-Beschaffungsdelegation in den USA gekappt. Tage lang konnte nicht ein einziger Poste verschickt werden. Die erwartete Luftbrücke an US-Munition kam nie an ihrem Verschiffungspunkt an.

Die Krise begann rund 10 Tage nach Beginn der Operation „Fels in der Brandung“ in der Folge von Vorwürfen, der Anteil nicht betroffener ziviler Toter am Gazastreifen sei extrem hoch (die IDF hat zugegeben, dass rund die Hälfte aller palästinensischer Toter vermutlich Zivilisten waren, die nicht an den Kämpfen beteiligt waren).

An diesem Punkt reichte der israelische Verteidiungsbetrieb den USA einen Antrag auf verschiedene Munitionstypen vor, darunter Hellfire-Flugkörper, um die schrumpfenden Bestand der ID aufzustocken. …

Die Anweisung die Abarbeitung aller israelischer Anfragen zu stoppen kam von weit oben – vermutlich dem Weißen Haus, u.a. weil Israel die Initiativen von Außenminister John Kerry ignorierte und es vorzog die Operation über einen direkten Kanal mit den Ägyptern zu beenden. Das Außenministerium war über mehrere Monate über Israel verärgert, seit preisgegeben wurde, dass der israelische Verteidigungsminister Mosche Ya’alon Kerry unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „messianisch“ bezeichnet hatte.

Für Washingtons Ingrimm gegen Israel werden hier nicht weniger als drei Gründe angeführt. Bezüglich des ersten – der angeblich hohen Zahl palästinensischer ziviler Opfer – stellte eine noch andauernde Studie des Meir Amit Intelligence and Information Center fest, dass die Quote der Toten bisher tatsächlich bei etwa 50% Kombattanten und 50% Zivilisten beträgt. Damit schneidet Israel im Vergleich mit Raten von drei für jeden Kombattanten in Afghanistan getöteten Zivilisten und vier Zivilisten für jeden Kombattanten im Irak und im Kosovo gut ab.

Was Israels „Ignorieren“ von Kerrys „Initiativen“ angeht, so beinhaltend diese Initiativen die Aushandlung eines Waffenstillstands mit der Hamas über die prima Hilfe der Türkei und Qatars – ein
Schritt, der sowohl von Israel als auch Ägypten stramm abgelehnt wurde, weil sowohl die Türkei als auch Qatar offenkundig pro-Hamas agieren.

Und was Ya’alons Titulierung Kerrys als „messianisch“ angeht, so machte er das im Zusammenhang mit Kerrys Versuchen an einem israelisch-palästinensischen Friedensprozess, in denen die USA sich politisch wie militärisch Ya’alons Autorität als israelischer Verteidigungsminister aneigneten, indem intensiv ein israelischer militärischer Abzug aus dem Jordantal geplant wurde – ein Schritt, den Ya’alon als unvereinbar mit Israels Sicherheit betrachtet.

Jedenfalls nennt Rapaport den Munitionsstopp ein „bedeutendes Traum in den amerikanisch-israelischen Beziehungen die bereits Rückschläge erlebten. Zu weiteren Folgen beichtet er, dass

Innerhalb des israelischen Verteidigungsestablishments dieser neueste Fall zu einer Neubewertung des fast automatischen Verlassens auf einen Lufttransport aus den USA als Teil praktisch jeden Kriegsszenarios geführt hat.

Zu den derzeit in Betrachtung genommenen Maßnahmen gehört … eine massive Wende hin zu in Israel produzierter Munition. Zum Beispiel könnten die von den Amerikanern nicht gelieferten Hellfire-Flugkörper durch solche IAI [Israel Aerospace Industries] ersetzt werden, während Präzisionsmunition von Rafael die Luft-Boden-Waffen aus den USA ersetzen können. Seit der Operation „Fels in der Brandung“ hat die israelische Verteidigungsindustrie bereits dringende Aufträge für Waffen und Munition im Wert mehrere Milliarden Schekel.

Rapaport vermerkt jedoch, dass

die Waffenfrage gegen Ende der Operation „Fels in der Brandung“ gelöst wurde und … trotz der jüngsten Ereignisse die strategischen Verteidigungsbeziehungen zwischen den beiden Ländern auch jetzt noch weitergehen, einschließlich intensiver Geheimdienst-Kooperation. Das US DOD (US-Verteidigungsministerium) und das IMOD (israelische Verteidigungsministerium) machen auch mit zahlreichen gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten weiter und US-Verteidigungshilfe wird ein beträchtliches Element des israelischen Verteidigungsbudgets bleiben, was es Israel ermöglicht so extrem kostspielige System wie das zukünftige Kampfflugzeug F-35 zu erwerben. Die Amerikaner haben außerdem während der Operation „Fels in der Brandung“ ihre Unterstützung für das Projekt Eiserne Kuppel verstärkt…

Alles in allem dürfte diese Begebenheit eine wichtige Lernerfahrung für Israel signalisieren, außerdem einen Schritt zur Reifung als Land: Die Erkenntnis, dass die USA zwar ein Freund und Verbündeter sind, aber kein großer Bruder, auf den man sich in einem Ausmaß verlassen kann, dass man ihm das eigene Schicksal ins seine Hände legt.

Nach Darstellung von Rapaport und anderen überlebt die tief institutionalisierte strategische amerikanisch-israelische Beziehung und gedeiht selbst in der Ära Obamas. Das bedeutet aber nicht, dass eine ideologisch feindselige Administration wie die Obamas Israels Abhängigkeit nicht nutzen wird, um es für vermeintliche Missstände bestraft, selbst wenn – oder besonders – zu einer Zeit, in der Israel angegriffen wird, wie es mit tausenden Hamas-Raketen im letzten Sommer der Fall war.

Da es in der Zukunft durchaus weitere derart ideologisch feindliche oder Israel unfreundlich gesonnene Administrationen geben kann, ist es gut zu wissen, dass Israel sein „fast automatisches Verlassen“ auf US-Luftfrachtlieferungen neu überdenkt und einen „massiven Übergang zu in Israel hergestellter Munition“ überlegt. Es wäre deutlich realistischer.

Kann Israel Europa je vertrauen? (Teil 3/3)

20. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Europa+Nahost, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Dan Vittorio Segre (Teil 1, Teil 2)

Dies ist der dritte Teil eines Interviews, das in Manfred Gerstenfelds Buch „Israel‘s New Future“ 1994 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde 2014 von RVP Press unter dem Titel „Israel’s New Future – Revisited“ überarbeitet neu aufgelegt.

Prof. Dan V. Segre

Prof. Dan V. Segre

Fragt man Segre, wohin dies alles führt, antwortet er: „Ein altes jüdisches Sprichwort sagt: Seit der Tempel zerstört wurde, sind Prophezeiungen kleine Kindern und Narren vorbehalten. Ich bin kein kleines Kind und ich will nicht wie ein Narr aussehen. Ich kann nichts prophezeien. Ich kann nur auf Trends hinweisen, die sich bewahrheiten oder auch nicht.“

Er identifiziert drei wichtige Trends. Der erste ist ein geografischer. Israel ist der einzige moderne Staat auf dem halben Weg zwischen Washington und Peking. Das hat viele Folgen und schafft eine Vielzahl an Chancen. „Bis vor kurzem ein neuer Satellit gestartet wurde, lieferte eine Fernsehsatelliten-Farm in Herzliya überall auf der Welt die Aufzeichnungen zentralasiatischer Sender“, sagt er. „Nach den politischen Veränderungen in Osteuropa hat sich für Israel eine neue Art Seidenstraße nach Indien und China geöffnet.“

Ein paradoxes Ergebnis des arabischen Boykotts ist gewesen, dass Tokio und Mexiko Stadt näher an Tel Aviv liegen als Damaskus oder Kairo, jedenfalls in Begriffen der Wirtschaft. Er vermerkt, dass der Boykott Israel Milliarden Dollar gekostet hat, es aber auch zwang seine Produktion zu diversifizieren und Märkte mit starker Konkurrenz zu betreten, während arabische Ökonomien in der Hauptsache entweder landwirtschaftlich oder vom Öl beherrscht geblieben sind.

Heute, sagte er, ergänzen sich die Wirtschaften Israels und der arabischen Länder nicht. Eine mögliche nützliche Folge der Vereinbarungen zwischen Israel und der PLO könnte es sein den aktuellen Fluss an Handel, Arbeitskräften und Technologie zwischen Israel und den arabischen Ländern zu erhöhen. Wenn auch ein gemeinsamer Markt im Nahen Osten nicht schon morgen aufkommen dürfte, sagt Segre, könnte der Zusammenbruch wirtschaftlicher Mauern zwischen Israel und den Arabern sich als treibender Faktor für beide Seiten erweisen.

Den zweiten Trend identifizierte Segre als einen politischen. „Es könnte Frieden geben oder auch nicht“, sagt er. „Wenn Frieden kommt, wird er kein langwieriger Prozess sein. Er wird rasche, explosive Resultate haben. Viele Firmen des Auslands werden in Israel Büros eröffnen. Israel wird schnell ein internationales Geschäftszentrum werden.“

Segre sieht hier aber Grund für Vorsicht. Er zitiert den Helden seines neuesten Buchs: „Der italienische Botschafter Amedeo Guillet, der italienische Lawrence von Arabien, erzählte mir vor mehr als 40 Jahren, dass die Araber ein Körper ohne Kopf und die Juden ein Kopf ohne Körper sind. Das Problem ist, die beiden zusammenzubekommen“, fährt er fort. „Guillet hat vermutlich selbst heute noch recht. Araber und Israelis ergänzen sich in vielen Bereichen. Wenn sie ihre Kräfte zusammenschließen, wird nie einen den anderen kontrollieren lassen, sondern beide würden davon profitieren.“

Segre zeigt auf eines von vielen Beispielen: „Denken Sie einfach an die Palästinenser. Sie haben zwei Wissenschaftslehrer für jede freie Stelle an ihren Schulen, während Israel solche Lehrer sucht. In einer wahren Partnerschaft müssen wir sehr sorgfältig darauf achten uns nicht als potenzielles neues Venedig zu sehen, den italienischen Staat, der viele Jahrhunderte lang nur an Wirtschaftlichem interessiert war. Geld ist nicht alles, was zählt. Israel sollte im Nahen Osten nicht mit einem europäischen Ansatz agieren. Stattdessen sollt es sich als integralen Teil des Nahen Ostens betrachten, als neutrale Brücke zwischen Staaten.“

Die beiden bisher erwähnten Trends verbinden sich als Öffnung neuer osteuropäischer und asiatischer Märkte für Israel und reduzieren so die Abhängigkeit von Europa. In der Vergangenheit, merkt er an, hat die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft viele feindselige Aussagen gegen Israel gemacht und ihm sogar gelegentlich mit Sanktionen gedroht. Es ist wiederum symbolisch, dass die bekanntesten dieser Äußerungen eine war, die 1980 in – ausgerechnet – Venedig abgegeben wurde. Darin versuchte Europa seine nicht existierende Macht auf Israel auszuüben, um die Araber zufriedenzustellen.

In Anerkennung der Rechte der palästinensischen Araber auf ein Heimatland untergrub die Erklärung von Venedig die Position Jordaniens, das damals immer noch die rechtliche Obrigkeit der Palästinenser war – eine Tatsache, die zu erwähnen die Europäer „vergaßen“, womit sie ein Land delegitimierten, das ein verlässlicher Verbündeter der Europäer gewesen war.

Mit der Erklärung von Venedig, sagt Segre, belohnte Europa die PLO für ihren Terrorismus und das zu einer Zeit, als diese es ablehnte die Existenz Israels anzuerkennen. Später unterstützten die Europäer den einzigen Versuch im Nahen Osten Frieden zu schaffen – die Camp David-Vereinbarungen – nicht.

Segre hat noch heftigere Worte des Misstrauens gegenüber Europa: „Europa scheint sich nicht von einigen Aspekten der Shylock-Politik losgesagt zu haben“, sagt er. „Es will von Israel ein Pfund Fleisch an territorialen Zugeständnissen, ohne den Schaden zu beachten, den das dem Gesamtkörper zufügen könnte, was die Verteidigungsmöglichkeiten Israels angeht. Nach der jugoslawischen Erfahrung auf einseitigen Zugeständnissen zu bestehen würde ulkig aussehen, wäre es nicht so tragisch.“

Der dritte Trend, den Segre sieht, ist noch schwieriger zu definieren. Er betrifft Religion, Ethik und Moral und ist mit dem verbunden, was er „das machiavellische Dilemma“ nennt. Machiavelli sagte, ein christlicher Prinz sei ein Widerspruch; entweder ist er ein Prinz oder er ist Christ. Israel kann dieses Dilemma für das christliche Europa nicht lösen, doch Segre sieht etwas Licht. „Vielleicht kann Israel einige Vorschläge machen“, sagt er. „Einer besteht darin die Europäer einzuladen mit etwas Bescheidenheit den Bemühungen eines kleinen Staates zu folgen, der mit dem Problem zu kämpfen hat, wie er zu seinen heiligen Traditionen zurückkehren kann, ohne die Modernisierung wegzuwerfen, für die die Juden in den letzten 150 Jahren wichtige Förderer waren. Man muss nur an Einstein, Freud und Marx denken. Das ist nicht nur ein israelisches Problem“, sagt er. „Es ist ein entscheidendes Problem, dem sich Europa gegenüber sieht und eines, das man mit den Arabern teilt. Sie sind mit der Herausforderung konfrontiert, Wege zu finden sich rasch zu modernisieren, ohne mit ihren sehr starken Traditionen zu brechen. Auf diesem Gebiet könnte Europa helfen neue Wege zu gehen, die zu Verständnis führen könnten.“

Erst vor kurzem hat Europa religiöse und nationalistische Kriege und Hass überwunden, die seine Flüsse Jahrhunderte lang mit Blut gefüllt haben. Wenn die Europäer einen echten Beitrag zu einem stabilen Frieden im Nahen Osten leisten wollten, könnten sie brauchbare Elemente aus ihrer eigenen Erfahrung ableiten. Beide Seiten könnten von der Entwicklung regionaler Marktinstitutionen profitieren, legt er nahe. Das würde sowohl Israel als auch den Palästinensern eine Vorzugsbehandlung – einschließlich vollem Zusammenschluss mit der EWG – geben, unter der Bedingung, dass sie in bestimmten Bereichen wie Energie, Wasser, Wissenschaften und Bankwesen zusammenarbeiten.

Wichtiger ist, dass die EWG sich als internationale Organisation sehen sollte, die die alten europäischen Reiche der Habsburger, der Zaren und selbst der Ottomanen als wirtschaftlicher Rahmen ersetzt, was vielen „Stämmen“ helfen könnte Ausgleich und Gründe zu Zusammenarbeit zu finden, indem Traditionen und Modernisierung ausbalanciert werden. Das dürfte schwierig sein, gibt Segre zu. Es wird für Zeitungs- und Fernsehjournalisten sicher weniger aufregend sein, als das, was heute geschieht. Es ist jedoch natürlich eine zivilisierte Weise all den Schaden zu kompensieren, den Europa in der Vergangenheit bei Israel angerichtet hat und einen Raum zu schaffen, in dem die beiden in der Zukunft zusammenarbeiten können.

Er besteht darauf, dass es bessere europäische Traditionen gibt als die von den Dominikanermönchen begründete, als sie den Talmud verbrannten oder Napoleons, der Ägypten zivilisieren und einen jüdischen Staat ausrufen wollte, um leichter Nachschub für seine Armee zu bekommen. Die Botschaft Europas, sagt er, sollte die des Erasmus sein, die er so zusammenfasst: „Rationalismus, Mitgefühl, Mäßigung und Selbstkritik, die allesamt in Europa selten geworden sind.“

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen sollten.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

Kann Israel Europa je vertrauen? (Teil 2/3)

13. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Europa+Nahost, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Dan Vittorio Segre (direkt vom Autor; Teil 1, Teil3)

Dies ist der zweite Teil eines Interviews, das in Manfred Gerstenfelds Buch „Israel‘s New Future“ 1994 veröffentlicht wurde. Das Buch wurde 2014 von RVP Press unter dem Titel „Israel’s New Future – Revisited“ überarbeitet neu aufgelegt.

DanVSegre

Prof. Dan Vittorio Segre

Was europäischen Nationalismus angeht, sind Juden, sagt Segre, sowohl dessen Förderer als auch Opfer gewesen sind. Denjenigen, die mit der Geschichte des modernen Italien vertraut sind, fällt auf, dass die Juden zwischen 1835 und 1870 trotz ihrer geringen Zahl ein beträchtlicher Faktor beim italienischen Risorgimento – dem Kampf um Italiens Einheit – waren.

Es ist unwahrscheinlich, dass Menschen, die – obwohl nicht durch eigene Fehler – das Versagen der Ideen anderer aufzeigen, von denen geliebt werden, deren ideologischen Ballons die Luft ausging. Segre sagt, dass Israel die traditionelle Rolle der Juden als Testfall für das Versagen der europäischen Ideen fortführt.

Israel kann mit vielen Problemen umgehen, denen Europa sich zu stellen, geschweige denn sie zu lösen, schwer tut. So stellt sich Israel zum Beispiel mit ziemlichem Erfolg der Herausforderung der Integration von Einwanderern. Es hat im Verhältnis mehr Einwanderer aus der Dritten Welt in eine westlich geprägte Gesellschaft integriert als jedes andere Land. Europa hat eine Menge gute und schlechte Erfahrungen im Umgang mit Immigranten gemacht, vermerkt Segre, aber ihm fehlt ein adäquater Ansatz zur Integration von Nichteuropäern.

Viele Europäer haben unterbewusst Probleme zu akzeptieren, dass Israel in dem fortbestehenden Kampf zwischen Theokratie und Demokratie auf realistische Weise mit der Rückkehr des „Heiligen“ in die Politik umgeht. Das ist für die zeitgenössische internationale Gesellschaft eine Frage von maßgeblicher Bedeutung. Das Element des „Heiligen“, das die Französische Revolution aus der europäischen Politik vertrieb, kehrt in Europa auf verschiedene Weisen mit Wucht zurück. Ein Beispiel dafür ist Bosnien, das Teil eines territorialen Nationalstaats war und heute in zwei religiöse Enklaven geteilt ist. Segre erwartet, dass zu gegebener Zeit weitere Beispiele folgen werden.

Diesbezüglich ist Israel das einzige Land im Nahen Osten, in dem Demokratie und Theokratie bisher ohne brutale Konfrontation nebeneinander bestehen. Doch es erscheint für Europäer schwer zu sein den universalen Wert einer Erfahrung anzuerkennen, die kein Land der Dritten Welt friedlich zu entwickeln in der Lage gewesen ist. „Schlimmer noch“, fügt er an, „hat Israel in den 45 Jahren seiner Geschichte gezeigt, wie ein unterentwickeltes Land sich modernisieren kann, während viele der ehemaligen europäischen Kolonien zusammenbrechen. Das ist für europäische Führungskräfte ein weiteres Ärgernis, auch wenn das nie explizit gesagt wird.

Während der ersten Jahre seiner Unabhängigkeit verkörperte Israel den einzigen lebensfähigen sozialistischen Staat der Geschichte, der auf Solidarität und Freiwilligentätigkeit gründete, sagt Segre. Es gibt in der europäischen Geschichte viele Beispiele dafür, dass Versuche solche Staaten zu gründen fehlschlugen. Dazu gehören Bayern und Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg und das republikanische Regime in Spanien. „Man kann von den Führern der linken europäischen Staaten nicht gemocht werden, während man ihnen Erfolge in Feldern unter die Nase reibt, auf denen sie kläglich versagt haben“, sagt er mit einer Spur Ironie.

Israel könnte sogar ein weiteres Problem lösen, dem sich zu stellen Europäer ernste Probleme haben: Die Krise zwischen Staat und Nation. Die heutige italienische Nation erlebt Schwierigkeiten beim Erhalt eines italienischen Staates. Die baskischen Länder wollen nicht Teil der spanischen Nation sein. Wir erleben einen beginnenden Zusammenbruch der belgischen Nation. Das Vereinte Königreich befindet sich im Prozess unvereint zu werden. Die Auflösung Jugoslawiens ist das schlimmste Beispiel, sagt er, besonders wenn man bedenkt, dass die Europäische Gemeinschaft dem Zerfall Vorschub leistete.

„Während die meisten europäischen Länder diese Art Problem nicht lösen können, könnte der Staat in Israel eine Nation aus dem schaffen, was immer noch eine Gesellschaft ist, die aus jüdischen Stämmen besteht“, sagt Segre. „Diese ‚Stämme‘ haben, trotz dem, was viele glauben mögen, wenig gemeinsame Sprache oder historische Erfahrung. Ihre Sprache, das Hebräische, begann größtenteils als ein Esperanto.

Dennoch haben diese ‚Stämme‘ einen Staat geschaffen, der höchstwahrscheinlich eine israelische Nation schafft. Paradoxerweise geht viel vom Verdienst dafür an die Araber. Sie haben die israelische Gesellschaft gezwungen angesichts der Feindschaft Einheit zu pflegen. Andere Gesellschaften haben externen Druck erlebt, sind aber nicht in der Lage gewesen das in eine kreative interne Einigkeit zu übertragen. Der Fall einer sowjetischen Gefahr ausgesetzten europäischen Staaten ist ein Paradebeispiel. Sollte Israel kein Wunder-Beispiel sein, dann ist es zumindest ein spektakuläres.“

Um die Dinge in den Augen der Europäer ständig schlechter zu machen, sagt Segre, ist Israel ein moderner, siegreicher Staat, während sie im Zweiten Weltkrieg durch eine Ideologie der Finsternis besiegt worden wären, hätte es nicht die militärischen Anstrengungen zweier Nationen gegeben, die die Europäer als ziemlich unzivilisiert ansehen – die Amerikaner und die Russen. Moderne europäische Historiker haben angefangen zu erkennen, dass die beiden Weltkriege eigentlich europäische Kriege waren, die die Europäer in den Rest der Welt ausbreiteten.

Gemäß eines gewissen Typs europäischen historischen Determinismus sollte ein Staat wie Israel, geschaffen vom Zionismus, der einzigen je von den Vereinten Nationen als rassistisch gebrandmarkten Nationalbewegung, Kriege gegen die Drittwelt-Araber auf dieselbe Art verlieren, wie die Europäer ihre Kolonien verloren. Keine westliche Macht ist fähig gewesen Befreiungskriegen standzuhalten, wie die Beispiele Indien, Indonesien, Algerien und Vietnam zu beweisen scheinen. Im Fall Israel sind viele – aber offensichtlich nicht alle – Europäer, die von dieser falschen Voraussetzung ausgehen, sehr enttäuscht, wenn dies nicht zum erwarteten falschen Ergebnis führt.

Der Kniefall der Europäer vor den Arabern – und ihrem Öl-Reichtum – in den 1970er- und 1980-er Jahren hat viele von ihnen für die Gefahren der Rechtfertigung von Terrorismus (hauptsächlich arabischen Ursprungs) blind gemacht. Trotz der Fakten wurde Israel für viele der wichtigen Probleme des Westens verantwortlich gemacht.

Die Vereinten Nationen erklärten in einer ihrer vielen verdrehten Äußerungen Israel zur Hauptgefahr für den Weltfrieden und den Nahost-Konflikt zum gravierendsten am Ende des Jahrhunderts, erzählt Segre. Israel wurde von seinen westlichen Kritikern auch für den Einzug des russischen Einflusses im Nahen Osten und den der Chinesen in Afrika verantwortlich gemacht, die versuchten den Erfolg israelischer Kooperationspolitik auszugleichen.

„Heute ist die Burg aus zusammengemischten europäischen, arabischen, kommunistischen und UNO-Lügen auf blamable Weise zusammengebrochen und hat ein Paradox zu Ergebnis“, sagte Segre. „Israel, das beschuldigt wurde den Frieden zu bedrohen, ist für jeden sichtbar ein wichtiger Verbündeter der Welt beim Kampf gegen muslimischen Terrorismus – eine pluralistische Demokratie inmitten von autoritären, nicht demokratischen, gewalttätigen Regimen.

Das Palästinenserproblem ist gewiss eine Belastungsprobe für die moralischen und politischen Werte Israels“, sagt Segre. „Es hat viele Verfälschungen in jüdischer Ethik und demokratischem Verhalten verursacht, für die Israel Kritik von Freunden wie Feinden verdient. Das rechtfertigt aber nicht die Kritiker, die fordern, dass Israel sich wie eine Demokratie im Frieden und nicht wie z.B. eine westliche Demokratie im Krieg verhält. Darüber hinaus ist europäische Außenpolitik weit davon entfernt ethisch zu sein und sie ist nicht von rein progressiv-demokratischen Prinzipien inspiriert.“

Er verweist auf Europas fortgesetzte Wirtschaftsbeziehungen zum Iran als besten Beleg, dass europäische Regierungen aus der Vergangenheit nicht gelernt haben. Obwohl sie die Iraner leicht zur Vernunft bringen könnten, sagt Segre, indem sie den Kauf von deren Öl streichen – und damit ihre arabischen Verbündeten stärken – haben die Europäer solche Schritte nicht unternommen.

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen sollten.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

Ist das der wahre Grund, dass Muslime keine Juden auf dem Tempelberg haben wollen?

11. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Geschichte, Jerusalem | 1 Kommentar
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Elder of Ziyon, 8. Oktober 2014

Im The Maccabean: A Magazine of Jewish Live and Letters (Band 24-25, Januar 2014) wird eine faszinierende Legende erzählt. Sie steht in einem Artikel unter der Überschrift „Jerusalem: The Ancient“ von Dr. Benjamin Gordon.

Ein prominenter jüdischer Pilger fragte bei seinem Besuch in Jerusalem im Jahr 1832 den Gouverneur, warum ihm nicht gestattet wurde diesen Ort [den Tempelberg] zu besuchen; darauf sagte der: „Es gibt ienen Ort im Haram, von dem aus Gebete immer beantwortet werden. Sollte ein Jude dorthin gehen, würde er beten, dass sein Messias kommt und er wird sicher kommen und die Muslime vertreiben.“

Sollte das stimmen, dann zeigt diese Legende, dass Muslime sehr wohl wissen, dass dies ein jüdischer heiliger Ort ist, den sie sich widerrechtlich aneignen.

Gordon fährt in seinem Artikel damit fort seinen heimlichen Besuch auf dem Tempelberg im Jahr 1914 zu beschreiben.

Araber oder Palästinenser?

9. Oktober 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Geschichte, Palästinenser | 1 Kommentar
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