Die palästinensischen Terrorplanungs-Dokumente aus dem Orienthaus noch einmal betrachtet

7. Juli 2014 um 13:30 | Veröffentlicht in Geschichte, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Michael Widlanski (direkt vom Autor)

Das Orienthaus – auf Arabsich „Beit al-Sharq“ (Das Haus des Ostens) – war die strategische und politische Basis der Palästinensischen Befreiungsorganisation in Jerusalem. Der Gebäudeverbund gehörte Faisal Husseini und weiteren Mitgliedern der führenden arabischen Familie in Jerusalem. Aus diesem Komplex ein politisches, strategisches und logistisches Zentrum im Herzen der Hauptstadt Israels zu machen war eine unverfrorener Verstoß gegen die Vereinbarungen zwischen Israel und der PLO, die allgemein als „Die Oslo-Vereinbarungen“ bekannt sind.

Mit den Oslo-Vereinbarungen war es der PLO und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) verboten innerhalb von Jerusalem zu agieren. Sie begannen jedoch auf der Stelle diese Vorkehrungen zu missachten. Husseini, Mitglied des 13-köpfigen PLO-Exekutivrats, nutzte den Orienthaus-Komplex als persönliche Machtbasis und stellte die Gebäude dem PLO-Vorsitzenden Yassir Arafat zur Verfügung.

Dr. Michael Widlanski ist Autor des Buches „Battle for Our Minds: Western Elites and the Terror Threat“ (Der Kampf um unsere Gemüter: Westliche Eliten und die Bedrohung durch den Terror)1. Er lehrt an der Bar Ilan-Universität und war Berater für strategische Angelegenheiten und Redakteur der Aufbereitung der Archive des Orient-Hauses der PLO durch Israels Ministerium für öffentliche Sicherheit.

Die Aktivitäten im Orienthaus wurden zum Stachel im Fleisch mehrerer israelischer Regierungen. Israel verzichtete auf ein Vorgehen gegen das Orienthaus, zum Teil wegen diplomatischen Drucks aus der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten.

Nach den fehlgeschlagenen Gesprächen zwischen Arafat und dem israelischen Premierminister Ehud Barak Mitte 2000 begann Arafat einen Terrorkrieg gegen Israel, den er die „Al-Aqsa-Intifada“ nannte. Ariel Sharon besiegte Barak bei den Wahlen im Februar 2001. Sharon ließ die israelische Polizei das Orienthaus erst nach dem Selbstmord-Bombenanschlag auf ein Restaurant in Jerusalem konfizsieren, bei dem 14 Menschen ermordet wurden. Mehr als 500.000 Dokumente, Tonbänder, Festplatten, Poster und Filme wurden in dem Komplex beschlagnahmt.

Der Minister für öffentliche Sicherheit, Uzi Landau, übernahm dann die Initiative zu studieren und aufzudecken, was im Orienthaus-Gelände tatsächlich stattgefunden hatte. Ich wurde zum Leiter des Teams bestellt, das sich damit beschäftigte. Die beschlagnahmten Dokumente malten ein düsteres Bild. Zu ihnen gehörten unterschriebene Botschaften Arafats und Husseinis, mit denen Mord befohlen und bezahlt wurde – was alles Jahre nach dem Schwur der PLO von Gewalt gegen Israel Abstand zu nehmen.

Die Papiere zeigten, dass Arafat die so genannte „Al-Aqsa-Intifada“ viele Monate im Voraus geplant hatte. Sie offenbarten auch, dass die Fatah – die Hauptkomponente der PLO – und die Hamas gemeinsame strategische Ziele haben, insbesondere die Vernichtung Israels, und nur in taktischen Dingen uneins sind.

Wir hatten nur vier Übersetzer, die an den 500.000 Positionen arbeiteten, die mehr als einen riesigen LKW-Anhänger füllten. Trotz der Zeit- und Budget-Limitierung fanden wir schnell heraus, dass das Material aus dem Orienthaus unglaublich wichtig war, da es Arafats Verhaltensmuster und seine Visionen für die Zukunft zeigte. Einige Dokumente zeigten, dass Arafat Hand in Hand mit Hamas-Führer Scheik Ahmed Yassin arbeitete; er schickte persönliche Briefe zur Koordination von Angriffen auf Israel an den Hamas-Führer.

Infolge der Tatsache, dass die Dokumente politisch so explosiv waren, gab Ariel Sharon Minister Uzi Landau nicht viel Unterstützung, höchstwahrscheinlich aus politischen Gründen. Sharon erkannte, dass das gefundene Material einen vernichtenden Schlag gegen die Oslo-Vereinbarungen und das sie leitende grundlegende Denken darstellte. Diese Dokumente zeigten, dass die PLO nie wirklich Interesse am Frieden mit Israel hatte. Sie demonstrierten zudem, dass die PLO der Hamas bezüglich dessen, wie man mit Israel umging, der Hamas weit näher stand, als Shimon Peres und Yossi Beilin – die Architekten der Oslo-Vereinbarungen – jemals zuzugeben bereit wären. Diese Botschaft wurde zwar der israelischen Presse und natürlich auch der amerikanischen und europäischen Presse niemals voll dargestellt, erreichte aber dennoch in einem gewissen Ausmaß die israelische Wählerschaft.

Es ist unmöglich zehn Jahre an Operationen und 500.000 Dokumente in ein paar Worten zusammenzufassen. Doch einige Beispiele daraus werden die wahren Absichten der Palästinenser illustrieren. Zum Beispiel drängt ein internes Dokument des palästinensischen Allgemeinen Geheimdienstes aus dem Jahr 1996 alle palästinensischen Offiziere wo und wann immer Waffen zu finden, die im Endkampf mit Israel genutzt werden können. Dieser Text wurde zur Verbreitung unter den Truppen massenhaft produziert. Mit Datum vom Dezember 1996 ist es ein Ruf nach Waffen gegen Israel – fünf Jahre vor dem Beginn des palästinensisch-israelischen Abnutzungskriegs, der als „Al-Aqsa-Intifda“ bekannt ist.

Ein weiteres gefundenes Dokument war Arafats handsignierte Bestätigung und Einführung zu einer Rede seines Sekretärs Taeb Abdel-Rahim im September 1999, mit der er Gewalt als Mittel Israel zu besiegen begrüßte.

Mehrere unterschriebene Dokumente aus dem Jahr 2000 zeigen, dass Husseini – der Arafats persönlicher Repräsentant in Jerusalem war – seine Angestellten drillte und seine Anwälte sorgfältig auf die „Intifada“ mit Israel vorbereitete, die im September desselben Jahres ausbrach. Darüber hinaus wurde eine von Arafat unterschriebene Liste für Zahlungen an palästinensische Terroristen und Mörder gefunden. Dazu gehörten seine handschriftlichen Änderungen, was die an jeden Mörder zu zahlenden Summen betrifft.

Wir konnten nicht einmal die Hälfte der Dokumente erfassen, weil weder die Zeit noch das Budget reichten. Doch sie schufen eine schwerwiegende Anklage gegen viele sogenannte palästinensische „Moderate“ wie Faisal Husseini und Bassam Abu-Sharif. Husseini war ein Terror-Planer und Zahlmeister; Abu-Sharif plant in einem der Dokumente Reporter in Jerusalem auf dieselbe Weise zu beschwatzen oder zu erpressen, wie die PLO es in Beirut in den 1970-er und 1980-er Jahren erfolgreich machte.

Abschließend ist es kein Zufall, dass die New York Times die Veröffentlichung der Dokumente ablehnte, obwohl ich als ihr ehemaliger Reporter ihnen einen Exklusiv-Knüller anbot. Einfach gesagt: Die Dokumente hätten den Ruf der New York Times und ihre Redaktionspositionen ausgehöhlt.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist der ehemalige Vorsitzender vom Jerusalem Center of Public Affairs.

 

1 Michael Widlanski: Battle for Our Minds: Western Elites and the Terror Threat. New York (Simon and Schuster), 2012.

Nur Muslime dürfen im Ramadan angreifen

4. Juli 2014 um 14:30 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Geschichte, Islam+Islamismus, Muslime | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 29. Juni 2014

Einige arabische Medien sind empört, dass israelische Jets am ersten Tag des Ramadan Terrorziele angriffen. Während Feiertagen anzugreifen muss eine gewissenlose Tat sein.

Sie waren natürlich nicht so besorgt, weil Israel 1973 am jüdischen Feiertag Yom Kippur angegriffen wurde.

Die Ironie liegt darin, dass die arabische Welt den Yom Kippur-Krieg den Ramadan-Krieg nennt.

In dem Jahr damals fiel der Ramadan mit dem hebräischen Monat Tischrei zusammen, in dem Yom Kippur begangen wird. Sie feiern ihn als Sieg und sie feiern, dass sie während des Ramadan Krieg führten.

Was bedeutet, dass nicht nur Mulime Juden am jüdischen Feiertag angriffen, sondern sie machten das auch noch während des heiligen Monats des Islam.

Offensichtlich gelten für Muslime völlig andere Kriegsregeln als für alle anderen.

Archäologie: Fakten im Boden

25. Juni 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Geschichte, Israel | Hinterlasse einen Kommentar
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gefunden auf Facebook und eingedeutscht:

Fakten-im-Boden

DryBones über die Lage mit den entführten Jungen

21. Juni 2014 um 14:30 | Veröffentlicht in Geschichte, Israel, Karika-Tour | Hinterlasse einen Kommentar
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DryBones, 20.06.2014

Wir haben einen bedeutenden Wendepunkt passiert.
Ich glaube, die Geschichte wird zeigen, wie bedeutend er war.
Wir können es nur vermuten.

Kein Ende einer selbst geschaffenen Tragödie

18. Juni 2014 um 13:40 | Veröffentlicht in Geschichte, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Daniel Mandel, The American Thinker, 12. Juni 2014

Mahmud Abbas’ Fatah/PA hat gerade ein Aussöhnungsabkommen mit der Hamas zementiert – der Terrorbewegung, die der Fatah 2007 den Gazastreifen abnahm und deren Charta Judenmord fordert. Die von den USA vermittelten israelisch-palästinensischen Verhandlungen sind in einer vorhersagbaren Runde an Schuldzuweisungen gescheitert. Doch die in den letzten Wochen zelebrierten Ereignisse bieten den Schlüssel für das Verständnis, weshalb solche Gespräche unvermeidlich in eine Sackgasse führen. Am 15. Mai begingen die Palästinenser das, was sie die Naqba (Arabisch für „Katastrophe“) nennen – den Tag, an dem Israel nach Ablauf der britischen Herrschaft unter einem Völkerbund-Mandat entstand.

Diese Gegenüberstellung von israelische Unabhängigkeit und Naqba ist kein Zufall. Wir sollen es so begreifen, dass Israels Gründung die Vertreibung Hunderttausener palästinensischer Araber verursachte.

Die Wahrheit sieht allerdings anders aus. Ein im letzten Jahr deklassifiziertes britisches Dokument von Anfang 1948 erzählt die Geschichte: „Die Araber haben überwältigende Niederlagen erlitten … Jüdische Siege … haben die arabische Moral auf Null reduziert und sie folgen dem feigen Beispiel ihrer unfähigen Führer und fliehen zu Tausenden aus den gemischten Gebieten.“

Mit anderen Worten: Juden und Araber, einschließlich irregulärer Auslandsmilizen aus Nachbarstaaten, befanden sich bereits im Krieg und Araber flohen, noch bevor Israel am 15. Mai 1948 in Souveränität entstand.

Damit besteht das, was heute die Naqba genannt wird, nicht aus gewalttätiger israelische Vertreibung von Arabern, sondern aus benachbarten arabischen Armeen und interne palästinensischen Milizen, die auf Israels Unabhängigkeitserklärung und den Abzug der Briten mit Feindseligkeiten in großem Stil antworteten. Tel Aviv wurde aus der Luft bombardiert und der Kopf der provisorischen israelischen Regierung, David Ben-Gurion, hielt aus einem Luftschutzbunker seine erste Radioansprache an die Nation.

Israel hielt der Invasion und der Verstümmelung – dem allgemein bestätigten Ziel der arabischen Kriegsteilnehmer – stand und die Palästinenser gingen als am schlimmsten geschädigte aus dem gesamten Projekt hervor. Am Ende des Krieges lebten 600.000 Palästinenser als Flüchtlinge unter benachbarten arabischen Regimen. Neulich formulierte es Abudlateef Al-Mulhim in Arab News so: „Es war eine Niederlage, aber die Araber entschlossen sich es eine Katastrophe zu nennen.“

Entsprechend irreführend ist der Begriff Naqba. Tatsächlich riecht er nach Lüge, weil er eine von anderen zugefügte Tragödie impliziert. Die Tragödie war natürlich selbst zugefügt. Israels UNO-Botschafter Abba Eban drückte es einige Jahre später so aus: „Ermittelt man erst einmal die Verantwortung für diesen Krieg, dann hat man die Verantwortung für das Flüchtlingsproblem festgestellt. Nichts in der Geschichte unserer Generation ist klarer oder weniger kontrovers als die Initiative der arabischen Regierungen für den Konflikt, aus dem die Flüchtlingstragödie entstand.“

Die Palästinenser jedoch trauern heute nicht wegen der schlecht durchdachten Wahl in den Krieg zu ziehen, um Israel abzutreiben. Sie trauen nur darüber, dass sie scheiterten.

Das läuft historischer Erfahrung mit desaströsen Niederlagen zuwider. Die Deutschen betrauern heute ihre Verluste im Zweiten Weltkrieg – aber nicht indem sie ihren Einfall in Polen rühmen und ihre Versuch Europa zu unterjoche rechtfertigen. Sie verherrlichen die Nazi-Aggression nicht.

Die Japaner betrauern ihre Verluste im Zweiten Weltkrieg – aber nicht, indem sie ihren Angriff auf Pearl Harbor und ihren Versuch Südostasien zu unterjochen preisen. Sie verherrlichen den japanischen Imperialismus nicht.

Schon die Existenz der Naqba-Gedenkfeiern ist daher auf eine Weise lehrreich, die wenige begreifen. Sie informiert uns darüber, dass die Palästinenser die Tatsache nicht eingestehen – wie es die Deutschen und Japaner gemacht haben – dass sie als direktes Ergebnis ihrer Bemühungen Täter zu sein Opfer wurden. Sie informiert uns, dass die Palästinenser heute immer noch gerne Erfolg mit dem hätten, mit dem sie damals so jämmerlich scheiterten. Und sie informiert uns darüber, dass sie keine Verantwortung für ihre eigene missliche Lage übernehmen, die bis heute aufgrund ihres eigenen Beharrens darauf auf einzigartige Weise beibehalten wird.

Wenn Leser das bezweifeln, denken Sie bitte über die folgende kurze Darstellung nach: Im Januar 2011 bot John Manley, der damalige Außenminister in Jean Chretiens kanadischer Regierung, den palästinensischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen ein Willkommen in Kanada an. Die palästinensische Antwort? Mr. Manley wurde als Puppe von palästinensischen Randalierern in Nablus verbrannt und der palästinensische Abgeordnete Hussam Khader von der Fatah – nicht der Hamas oder einer der anderen islamistischen Gruppen – erklärte: „Wenn es Kanada mit der Umsiedlung ernst ist, dann können Sie militärische Angriffe in Ottawa oder Montreal erwarten.“ Ein ähnliches Angebot des damaligen australischen Einwanderungsministers Philip Ruddock erhielt ebenfalls eine drohende palästinensische Erwiderung.

Warum diese erstaunliche Reaktion eines offiziellen Regierungsvertreters auf ein Angebot zu Flüchtlingshilfe? Weil die Gründung eines Palästinenserstaates und die Neuansiedlung der Flüchtlinge und ihrer Nachkommen im Land oder im Ausland jegliche international akzeptierten Begründungen für den Konflikt beseitigen würde. Das ist der Grund, warum Hilfe bei der Lösung des palästinensischen Flüchtlingsproblems als feindlicher Akt betrachtet wird – und zwar von den Palästinensern.

Naqba-Gedenkveranstaltungen verraten, dass es in dem Konflikt um Israels Existenz geht – nicht um Territorium, Grenzen, heilige Orte, Flüchtlinge oder irgendeine Aufstellung von Einzelheiten.

Wenn die Palästinenser akzeptieren, dass Israel von Dauer ist, wird die Möglichkeit des Endes des Konflikts in Sicht kommen. In der Zwischenzeit kann verantwortliches Regieren von Naqba-Gedenkveranstaltungen abhalten – statt sie als harmlosen Ausdruck nationalen Verlustes oder nationaler Trauer zu behandeln – als einen kleinen Schritt darauf hin diesen Tag näher zu bringen.

Ein Brief aus Jerusalem an die Welt

17. Juni 2014 um 13:45 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Geschichte, Israel, Jerusalem | Hinterlasse einen Kommentar

gefunden auf Facebook, 7. Juni 2014

Dieser Brief wurde 1969 geschrieben:

Ein Brief aus Jerusalem an die Welt

von Eliezer Ben Yisrael

Ich bin kein Wesen von einem anderen Planeten, wie ihr zu glauben scheint.

Ich bin ein Jerusalemer – wie ihr, ein Mann aus Fleisch und Blut.

Ich bin ein Bürger meiner Stadt, ein integraler Bestandteil meines Volkes.

Ich habe ein paar Dinge, die ich mir von der Seele reden muss.

Ich bin kein Diplomat, also brauche ich kein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Ihr habt diese Stadt nicht gebaut; ihr habt nicht in ihr gelebt; ihr habt sie nicht verteidigt, als sie kamen, um sie zu zerstören.

Und wir werden verdammt sein, wenn wir sie uns von euch wegnehmen lassen.

Es gab ein Jerusalem, bevor es New York gab.

Als Berlin, Moskau, London und Paris verseuchte Wälder und Sümpfe waren, gab es hier eine blühende jüdische Gemeinschaft.

Sie gab der Welt etwas, lange bevor ihr euch gegründet habt und das habt ihr seitdem immer abgelehnt – einen humanen Moralkodex.

Hier wandelten die Propheten, ihre Worte leuchteten wie gegabelte Blitze.

Hier wollte ein Volk nichts anderes als in Ruhe gelassen zu werden, wehrte Wellen heidnischer Möchtgern-Eroberer ab, blutete und starb auf den Festungsmauern, warf sich lieber selbst in die Flammen seines brennenden Tempels statt sich zu ergeben. Und als es schließlich von der schieren Menge überwältigt und in Gefangenschaft geführt wurde, schwor es, dass lieber seine Zungen gespalten bekommen, sein Arme verkümmert haben wollte, als Jerusalem zu vergessen.

Zwei schmerzerfüllte Jahrtausende lang, als wir eure unwillkommenen Gäste waren, beteten wir täglich für die Rückkehr in diese Stadt. Dreimal täglich baten wir vom Allmächtigen: „Sammle uns aus den vier Enden der Welt, bring uns rechtschaffen in unser Land, kehre in Gnade nach Jerusalem zurück, Deine Stadt, und wohne dort in ihr, wie DU es versprochen hast.“ An jedem Yom Kippur und Passah äußern wir innig die Hoffnung, dass wir nächstes Jahr in Jerusalem sein werdne.

Eure Inquisitionen, Pogrome, Vertreibungen, die Ghettos, in die ihr uns gestopft habe, eure Zwangstaufen, eure Quotensysteme, euer vornehmer Antisemitismus und der endgültige, unaussprechliche Horror, der Holocaust (und schlimmer: eure Furcht erregendes Desinteresse daran) – sie alle haben uns nicht gebrochen.

Sie dürften das Wenige aufgezehrt haben, das ihr noch an moralischer Stärke besessen habt, aber sie schmiedeten uns in Stahl.

Glaubt ihr, nach allem, was wir durchgemacht haben, könntet ihr uns heute brechen?

Glaubt ihr wirklich, nach Dachau und Auschwitz hätten wir Angst vor euren Drohungen mit Blockaden und Sanktionen?

Wir sind in der Hölle gewesen und sind zurück – eine Hölle, die ihr gemacht habt.

Was könntet ihr denn noch in eurem Arsenal haben, das uns Angst einjagen könnte?

Ich habe zweimal gesehen, wie diese Stadt bombardiert wurde, von Staaten, die sich zivilisiert nennen.

1948, als ihr apathisch zusaht, sah ich wie Frauen und Kinder in Stücke bombardiert wurden, nachdem wir eurer Aufforderung zur Internationalisierung der Stadt zustimmten.

Eine tödliche Kombination erledigte das: Britische Offiziere, arabische Kanoniere und in Amerika gebaute Kanonen.

Und dann die barbarische Plünderung der Altstadt, das vorsätzliche Abschlachten, die mutwilige Schändung der Zerstörung jeder einzelnen Synagoge und religiösen Schule; der jüdischen Friedhöfe; der Verkauf von Grabsteinen als Baumatieral für Geflügelgehege, Armeelager und sogar Latrinen durch eine schaurige Regierung.

Und ihr habt nie ein Wort gesagt. Ihr habe nie den leisesten Protest gehaucht, als die Jordanier den uns heiligsten Ort unter Verletzung der Zusicherungen absperrten, die sie nach dem Krieg machten – einen Krieg, den sie zufälligerweise gegen die Entscheidung der UNO führten.

Nicht einmal en Murmeln kam von euch, wann immer die Legionäre in ihren stacheligen Helmen von hinter den Mauern das Feuer auf unsere Bürger eröffneten.

Eure Herzen bluteten, als Berlin belagert wurde. Ihr habt schnell eure Luftbrücke eingerichtet, um „die furchtlosen Berliner zu retten“.

Aber ihr habt nicht ein Gramm Lebensmittel geschickt, als Juden im belagerten Jerusalem verhungerten. Ihr habt gegen die Mauer gedonnert, die die Ostdeutschen mitten durch die deutsche Hauptstadt bauten – aber nicht ein einziger Mucks kam von euch über die andere Mauer, die, die das Herz Jerusalems zerriss.

Und als dasselbe 20 Jahre später wieder geschah und die Araber wieder eine brutale, nicht provozierten Bombardierung er Heiligen Stadt auslösten, hat da irgendjemand von euch etwas getan?

Das einzige Mal, dass ihr in Schwung gekommen seid, war als die Stadt endlich wieder vereint wurde. Da habt ihr die Hände gerungen und voller Überheblichkeit von „Gerechtigkeit“ und der Notwendigkeit der „christlichen“ Eigenschaft geredet die andere Wange hinzuhalten.

Die Wahrheit ist – und tief in euch wisst ihr das – würdet ihr es vorziehen, dass die Stadt zerstört wird, statt dass Juden sie regieren.

Egal in wie diplomatische Worte ihr das kleidet, das Jahrhunderte alte Vorurteil tropft aus jedem eurer Worte.

Wenn unsere Rückkehr in die Stadt eure Theologie verwirrt hat, dann solltet ihr vielleicht besser euren Katechismus überprüfen.

Nach dem, was wir durchgemacht haben, werden wir uns nicht passiv der verdrehten Idee anpassen, dass wir ewige Heimatlosigkeit erleiden müssen, bis wir unseren Retter anerkennen.

Zum ersten Mal seit dem Jahr 70 gibt es jetzt in Jerusalem völlige Religionsfreiheit für alle.

Zum ersten Mal seit die Römer eine Fackel an den Tempel legten, hat jeder gleiche Rechte.

(Ihr zieht es vor, dass einige gleichere haben als andere.)

Wir hassen das Schwert, aber ihr ward es, die uns zwangen es aufzunehmen.

Wir lechzen nach Frieden – aber wir werden nicht zum Frieden von 1948 zurückkehren, wie ihr das von uns gerne hättet.

Wir sind Zuhause. Das klingt großartig für eine Nation, von der ihr wolltet, dass sie über die Oberfläche des Globus wandert.

Wer werden nicht weggehen.

Wir lösen das Gelöbnis ein, das unsere Vorväter ablegten:

Jerusalem wird wieder aufgebaut.

„Nächstes Jahr“ und das Jahr danach und danach und danach, bis ans Ende der Zeit – „in Jerusalem!“

Anmerkung des Redakteurs: Dieser Brief erschien ursprünglich im Sommer 1969 als Editorial in der lange nicht mehr bestehenden Times of Israel. Es ist erstaunlich, dass seine Worte immer noch gut nachhallen. Und es ist so traurig, dass diese Worte nach all der Zeit immer noch gesagt werden müssen.
Nach heutigem Stand hat kein Land der Welt seine Botschaft in der Hauptstadt Israels.
Nach heutigem Stand reden Menschen und Regierungen rund um die Welt immer noch davon Jerusalem zu spalten, zu teilen.
Aber die Tatsache bleibt, dass die Welt israelische Souveränität über irgendeinen Teil Jerusalems nicht anerkennt, geschweige denn es als unsere Hauptstadt betrachtet.

Lesen Sie daher diesen Brief wieder und wieder und teilen Sie ihn mit anderen.

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