Bist du für freie Meinungsäußerung um jeden Preis?
20. September 2012 um 19:20 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, die Welt+Islam, Gesellschaftspolitik | 1 KommentarSchlagwörter: Dhimmitum
An einige Freunde und Kollegen hatte ich diese Satire verschickt:
Erschöpfte Islamisten bitten darum, Propheten nicht so oft hintereinander zu schmähen
Daraufhin erhielt ich von einer Kollegin folgende Antwort:
Bin ein Freund von Kabarett und Satire.
Bei Witzchen bzgl. Glaubensfragen finde ich jedoch, ist eine vorsichtige Haltung eher angebracht.
Gerade bei der Veröffentlichung eines solchen Schmähfilmes, von dem man gehört hat, dass er ziemlich geschmacklos sein soll, ist Vorsicht geboten.
M.E. können da Aktionen ins Rollen gebracht werden, die hinterher kaum zu stoppen sind und das nur, weil eine Handvoll Blödmänner mal kurz etwas “Spaß” haben und provozieren wollte.
Heißes Eisen das ganze…
Was denkst du? Bist du für freie Meinungsäußerung um jeden Preis ?
Meine Antwort:
Liebe XXX,
ich habe die Schnauze voll von dem Herumgeeiere um Kritik am Islam.
Keine andere Religion agiert derart mörderisch und will derart Sonderprivilegien haben wie die islamischen Extremisten (und leider oft nicht nur die Extremisten).
Das Problem ist nicht der Film, so beschissen oder unmögilch er auch sein mag. Darum geht es nicht. Seine Qualität hat nichts mit den Morden und Anschlägen zu tun. Es ist egal, wie gut oder schlecht der Film ist – da wird ein Grund gesucht, um den Westen anzugreifen, die Freiheit des Westens anzugreifen und einzuschränken und ist alles recht. Uns soll aufgezwungen werden, was diese Leute unter islamischem Recht verstehen: Unterwerfung aller unter die Scharia. Die hätten genauso randaliert und gehetzt und Mord gefordert, wenn es ein qualitativ guter Film gewesen wäre.
Es geht nicht um den Film. Es geht um die Aktionen der gewalttätigen Muslime, die das zum Anlass für Mord und Totschlag nehmen.
Wenn davor zurückgewichen wird, geben wir unsere Freiheit auf.
Freiheit gibt es nicht mit einem “ja, aber” – entweder Freiheit oder Unfreiheit.
Wenn diese Leute in diesen Länder (oder auch im Westen) auf so etwas mit Gewalt bis hin zum Mord reagieren, dann haben die ein Problem das sie angehen müssen. Ich bin nicht bereit, dass wir uns denen beugen. Freiheuit muss verteidigt werden. Zu Kuschen heißt sich der Gewalt und einer mörderischen Ideologie zu unterwerfen. Das kann und werde ich nie akzeptieren.
Dieses Satirestück hat mir besonders gefallen, weil ich finde, dass auf solche “Demonstrationen” mit dem ganzen dort betriebenen mörderischen Hass mit einer verstärkten Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen/-Darstellungen/-Filmen usw. reagiert werden sollte, bis diese miesen Typen gar nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht.
Die ganze “Diskussion” über diese Randale, Krawalle, Gewalt und Morde geht in eine völlig falsche Richtung. Und deshalb werde ich immer und überall alles verbreiten, was nach meiner Meinung dem Ansinnen der Extremisten entgegen wirkt. Das schließt Aktionen wie die Pro-Dingse NICHT ein, denn diese sind selbst Extremisten, die sich da auf einen Zug setzen.
Aber dass die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo neue Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, ist m.E. eine der ganz wenigen richtigen Entscheidungen. Zwei US-Blogs haben die Dinger bisher auch veröffentlicht. Hier bei uns wird es kein Medium geben, das das auch macht, dazu sind sie a) zu feige und b) erhalten sie von Politik und Justiz keine Rückendeckung ihre Meinung frei zu äußern.
Jeder Scheißdreck, der sich gegen Christen und ihren Glauben richtet, wird als alles Mögliche verteidigt und ggf. noch als Kunst deklariert. Gegen andere Religionen geht es genauso. Nur eine Religion, die darf nicht mal ansatzweise kritisiert werden, es darf kein Witz darüber gemacht werden, es darf nichts getan werden, was die Extremisten aufregen könnte – also kommt die Unterwerfung.
Soll man das wirklich akzeptieren?
Oder sollen wir als Christen auch so agieren, damit unser Glaube nicht weiter beleidigt wird?
Lieben Gruß
heplev
Was ist aus Amerika geworden?
28. September 2010 um 22:03 | Veröffentlicht in Gesellschaftspolitik, USA | 2 KommentareSchlagwörter: political cor, politisch Korrekte
Leserbrief an eine US-Zeitung:
Ist Amerika das Land der Klientelinteressen und zur Heimat von zweierlei Maß geworden?
Schaun mer mal: Wenn wir den Kongress belügen, ist das eine schwere Straftat – wenn der Kongress uns belügt, ist das nur Politik; wenn wir einen Schwarzen nicht mögen, sind wir Rassisten – wenn ein Schwarzer Weiße nicht mag, dann übt er sein Recht nach dem ersten Verfassungszusatz aus; die Regierung gibt Millionen aus, um Kriminelle zu rehabilitieren – und sie tut fast nichts für die Opfer; in öffentlichen Schulen kann man lehren, dass Homosexualität in Ordnung ist, aber dabei sollte man das Wort Gott tunlichst nicht gebrauchen; man kann ein ungeborenes Kind töten, aber es ist falsch einen Massenmörder hinzurichten; wir verbrennen in Amerika keine Bücher – jetzt schreiben wir sie um; die Bedrohung durch Kommunismus und Sozialismus wurden wir los, indem wir ihre Vertreter Progressive nennen; wir sind nicht in der Lage unsere Grenze zu Mexiko dicht zu halten, haben aber kein Problem damit den 38. Breitengrad in Korea zu beschützen; wenn man gegen Präsident Obamas Politik protestiert, ist man ein Terrorist – aber wenn man amerikanische Flaggen oder George Bush-Puppen verbrennt, ist das die Wahrnehmung der Rechte durch den ersten Verfassungszusatz.
Man kann im Fernsehen oder im Internet Pornografie bekommen, aber man sollte lieber keine Weihnachtskrippe in der Öffentlichkeit aufstellen; wir haben in Amerika alle Kriminellen eliminiert – wir nennen sie jetzt krank; wir können einen menschlichen Fötus für medizinische Forschung benutzen, aber es ist falsch ein Tier dafür zu nehmen.
Wir nehmen Geld von denen, die hart arbeiten und geben es denen die nicht arbeiten wollen; wir unterstützen alle die Verfassung, aber nur dann, wenn sie unsere politische Ideologie unterstützt; wir haben immer noch freie Meinungsäußerung, aber nur dann, wenn wir politisch korrekt sind; Erziehung durch Eltern ist durch Ritalin und Videospiele ersetzt worden; das Land der Möglichkeiten ist jetzt das Land der Zuteilungen; die Ähnlichkeit zwischen Hurrican Katrina und der Öl-Katastrofe besteht darin, dass keiner der beiden Präsidenten irgendwelche Hilfe leistete [das sehe ich deutlich anders – heplev].
Und wie gehen wir heutzutage mit einer großen Krise um? Die Regierung ernennt ein Komitee, um zu bestimmen, wer schuld ist, diejenigen dann zu bedrohen, ein Gesetz zu verabschieden, die Steuern zu erhöhen; uns zu sagen, das Problem sei gelöst, damit sie sich wieder ihrem Wahlkampf zur Wiederwahl zuwenden können.
Was ist mit dem Land der Freien und der Heimat der Mutigen geschehen?
Irgendwelche Unterschiede zu den Verhältnissen bei uns? Abgesehen natürlich davon, dass bei uns die freiheitlichen Traditionen der USA noch nie vorhanden waren.
Britannien bewies, wie Recht er hat
20. September 2010 um 19:56 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, Gesellschaftspolitik | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Großbritannien, katholische Kirche, Papst
Melanie Phillips, diary, 17. September 2010
Papst Benedikt XVI ist einer der tiefgründigsten Denker unserer Zeit, der eine große Sorge um das Überleben der westlichen Zivilisation angesichts der Angriffe sowohl von innen wie von außen mit sich trägt. Als er heute in Großbritannien ankam, sprach er vom
aggressiven Säkularismus,
der die traditionellen Werte und kulturellen Ausdrucksweisen der Nation nicht länger wertschätzt oder auch nur toleriert. In seiner Rede an die Königin sprach er von Großbritanniens historischem
Respekt für Wahrheit und Gerechtigkeit, für Barmherzigkeit und Wohltätigkeit,
die aus christlichen Prinzipien abgeleitet wurden. Im Gegensatz dazu zeigte der Atheismus, wie
der Ausschluss Gottes, der Religion und Tugenden aus dem öffentlichen Leben letztlich zu einer gestutzten Vision von Mensch und Gesellschaft und damit zu einer „reduktiven Vision von Person und ihrem Schicksal“ führt.
Die Reaktion auf seinen Besuch ist von aggressiven Säkularisten dominiert, die sich der brutal reduktiven Vision des Menschen als nicht ehr als zufällige Anordnung von Atomen verschrieben haben und eine widerliche Intoleranz für den Papst und die von ihm geführte Religion zum Ausdruck brachten.
Vor seiner Ankunft sagte einer seiner Schlüsselberater, Kardinal Kaspar, einem deutschen Magazin,
jemand, der auf Heathrow landet, könnte glauben, er befinde sich in einem „Land der Dritten Welt“, da es dort eine solch große Vielzahl an Gesichtern gibt.
Passender Kommentar – Millionen Briten, einschließlich vieler Einwanderer, würden zustimmen, da sie das ständig denken und sagen. Er sagte auch,
Großbritannien sehe sich eines „aggressiven neuen Atheismus“ gegenüber und „Christen werden benachteiligt“.
Absolut richtig. Das Ergebnis der Aussprache dieser unbequemen Wahrheiten war ein Sturm der Missbilligung, in dem sich Kardinal Kaspar dann als „wegen Gicht“ zu unpässlich wiederfand, um den Pontifex überhaupt zu begleiten.
Ich würde sagen die britische Reaktion gibt dem Vatikan Spiel, Satz und Sieg. Hätte die Briten vorgehabt die Wahrheit der päpstlichen Analyse den moralisch analphabetischen, beängstigend intoleranten und moralisch und intellektuell degradierten Zustand mit blinkenden Neonlichtern auszuleuchten, dann hätten sie das nicht besser machen können.
WDR: Sarrazin mach Rechtsradikale salonfähig
27. August 2010 um 7:10 | Veröffentlicht in Deutschland, Gesellschaftspolitik, WDR | 4 KommentareUnd die Begründung (heute Morgen zwischen 7.30 und 8.00 Uhr) geht so: Im Internet wird er heiß diskutiert, erstaunlich nüchtern und ganz viel in Foren, die sonst mit Politik nichts zu tun haben. Viele stimmen ihm zu; viele sagen, er habe vielleicht Recht. Die Rechtsradikalen kümmern sich kaum drum und sagen nur, sie würden das schon seit Jahren sagen. Damit macht Sarrazin die Rechtsradikalen salonfähig.
So kann man sich das natürlich drehen: Man überlässt den Rechtsradikalen ein Thema, das den Menschen unter den Nägeln brennt. Und wenn dann einer sich dazu äußert, dann macht man die Rechtsradikalen salonfähig. Auf die Idee, dass man die Leute denen eher in die Arme treibt, weil man sich des Themas nur mit „Neonazi“, „rassistisch“ und ähnlichen Vokabeln „annimmt“, kommen die selbstgerechten Multikulti-Korrekten nicht. Das würde ja dafür sorgen müssen, dass sie sich tatsächlich mit der Sache auseinandersetzen und ein paar Fakten anzuerkennen.
Die Rechtsradikalen können das Thema besetzen, weil sich sonst niemand ernsthaft drum kümmert. Womit Ansichten wie die Sarrazins (und einer Mehrheit der Bürger) automatisch „rechtsradikal“ werden. Dass hier eine ideologische Umkehrung vorgenommen wird, wird nicht gesehen, wird nicht akzeptiert; macht man die Herrschaften darauf aufmerksam, empören sie sich. Sie sind doch die Guten.
Unter diesen Voraussetzungen ist es eigentlich erstaunlich, dass die Rechtsextremisten bei Wahlen immer noch so schlecht abschneiden. Könnte es sein, dass der ganz normale Bürger viel nüchterner und vernünftiger denkt als dieser ganze linkslastige, politisch korrekte, ideologisch verpeilte Brei in Medien, Politik und „Intelligenz“?
Nicht Sarrazin macht die Rechtsradikalen salonfähig; wenn, dann sind es die Scheuklappenträger, die sich mit dem Thema nicht wirklich auseinandersetzen und es den Rechtsradikalen schenken.
Immanuel Kant vs. Israel
18. August 2010 um 13:10 | Veröffentlicht in Gesellschaftspolitik | 1 Kommentarvon Daniel Pipes
National Review online, 17. August 2010 (Deutsch auch hier)
Als jemand, der enorm schätzt, was die westliche Zivilisation, bei all ihren Fehlern, erreicht hat, stehe ich wegen der Feindseligkeit, die viele Westler gegen den eigenen Lebensstil hegen, vor einem Rätsel. Wenn Demokratie, freie Märkte und Rechtsstaatlichkeit eine nie da gewesene Stabilität, Wohlstand und Anstand geschaffen haben, wie kommt es dann, dass so viele Nutznießer das nicht sehen?
Warum zum Beispiel wecken die USA, die so viel zum menschlichen Wohlergehen tun, eine derartige Feindseligkeit? Und das winzige Israel, das Symbol der Verjüngung eines ununterbrochen verfolgten Volks – warum ruft es derart leidenschaftlichen Hass hervor, dass sonst anständige Menschen diesen Staat auszulöschen wünschen?
Yoram Hazony vom Shalem Center in Jerusalem. |
Yoram Hazony vom Shalem Center in Jerusalem bietet in seinem fundierten und reichlich mit Folgerungen versehenen Aufsatz “Israel Through European Eyes” (Israel mit europäischen Augen betrachtet) eine Erklärung dieses Antagonismus an.
Er beginnt mit dem Gedanken eines “Paradigmenwechsels”, der von Thomas Kuhn in seiner Studie aus dem Jahr 1962, The Structure of Scientific Revolutions (Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen) entwickelt wurde. Dieses einflussreiche Konzept besagt, dass Wissenschaftler ihr Fach aus einem spezifischen Bezugssystem, einem “Paradigma” heraus betrachten. Paradigmen sind Bezugssysteme, die ein Verständnis der Wirklichkeit untermauern. Fakten, die nicht in das Paradigma passen, werden übersehen oder ausgeblendet. Kuhn arbeitet die Wissenschaftsgeschichte auf und zeigt, wie sich in einer Reihe wissenschaftlicher Revolutionen Paradigmen verschieben, so von der aristotelischen über die newtonsche zur Einsteins Physik.
Auch Politik wird von Paradigmen gestaltet und Hazony wendet diese Theorie auf Israels Delegitimierung durch den Westen an. Israels Ansehen hat sich, argumentiert er, “nicht wegen dieser oder jener Fakten” seit Jahrzehnten verschlechtert, “sondern das Paradigma, durch den gebildete Westler Israel betrachten, hat sich verschoben”. Auf die Schmähungen Israels mit korrigierenden Fakten zu antworten – solchen zur Moral des israelischen Militärs oder zu seinen medizinischen Durchbrüchen – “wird keinen wirklichen Einfluss auf die Gesamtverlauf des Ansehens Israels bei gebildeten Menschen des Westens haben”. Stattdessen muss das jüngste Paradigma erkannt und bekämpft werden.
Das im Verschwinden begriffene Paradigma betrachtet Nationalstaaten als legitim und positiv, als Mittel zum Schutz von Völkern, das es ihnen erlaubt aufzublühen. Der Westfälische Frieden (1648) war der Schlüsselmoment, in dem die Souveränität von Nationen anerkannt wurde. John Stuart Mill und Woodrow Wilson gaben dem Nationalstaat globale Reichweite.
Dieses Paradigma ist jedoch “ziemlich auseinandergefallen”, bestätigt Hazony. Der Nationalstaat wirkt nicht mehr; viele Intellektuelle und politische Persönlichkeiten in Europa betrachten ihn “als Quelle eines unberechenbaren Bösen”, eine Sichtweise, die sich rasch ausbreitet.
Der deutsche Philosoph Immanuel Kant lebte von 1724 bis 1804. |
Das neue Paradigma hat letztlich Immanuel Kants Traktat “Zum ewigen Frieden” zur Grundlage; es tritt für die Abschaffung der Nationalstaaten und die Schaffung einer internationalen Regierung ein. Supranationale Institutionen wie die Vereinten Nationen und die Europäische Union repräsentieren seine Ideale und Leitbilder.
Die Juden und der Holocaust spielen bei diesem Paradigmenwechsel vom Nationalstaat zum multinationalen Staat eine eigentümlich zentrale Rolle. Die Jahrtausende dauernde Verfolgung der Juden, die im Völkermord der Nazis gipfelte, stattete Israel nach dem alten Paradigma mit einer besonderen Zielsetzung und Legitimität aus. Aus der Perspektive des neuen Paradigmas stellt der Holocaust aber die Exzesse eines, des deutschen, übergeschnappten Nationalstaats dar.
Unter dem alten, nationalstaatlichen Paradigma bedeutete die Lehre aus Auschwitz – “nie wieder” –, dass ein starkes Israel nötig wurde, um die Juden zu schützen. Das neue Paradigma führt zu einem sehr anderen “nie wieder”: einem, das darauf besteht, dass keine Regierung die Mittel zur Verfügung haben sollte, möglicherweise die Gräueltaten der Nazis zu wiederholen. Dementsprechend ist nicht Israel die Antwort auf Auschwitz, sondern die Europäische Union. Dass das “nie wieder” alten Stils die Israelis anregt, die unverfrorenste westliche Politik der Selbstverteidigung zu betreiben, macht ihr Handeln für die Anhänger des neuen Paradigmas besonders fürchterlich.
Muss man den Fehler, die Nazi-Gräuel dem Nationalstaat zuzuschreiben, herausstellen? Die Nazis wollten Nationalstaaten beseitigen. Sie träumten nicht weniger als Kant von einem Universalstaat. Die Vertreter des neuen Paradigma verstümmeln die Geschichte.
Auch die Israelis sind nicht immun gegen das neue Paradigma, wie der Fall Avraham Burg nahe legt. Ehemals Präsident des israelischen Parlaments und Kandidat für den Posten des Premierministers, wechselte er die Paradigmen und schrieb ein Buch über das Vermächtnis des Holocaust, in dem er Israel mit Nazideutschland gleich setzt. Er will jetzt, dass die Israelis Israel als Verteidiger des jüdischen Volks aufgeben. Niemand, das legt Burgs trauriges Beispiel nahe, ist gegenüber der Krankheit des neuen Paradigma immun.
Hazonys Aufsatz bietet keine politischen Antworten, aber in einem Brief an mich skizzierte er drei anzugehende Bereiche: den Aufbau eines Bewusstseins für die Existenz des neuen Paradigmas; Anomalien zu finden, die sie entkräften; und die Wiederbelebung des alten Paradigmas, um es auf den neuesten Stand zu bringen.
Seine Erkenntnisse gehen tief und sein Rat ist zeitgemäß.
Update vom 17. August:
(1) Ich habe das gesamte vergangene Jahrzehnt am Mysterium der Linken zu knabbern gehabt und über so unterschiedliche Themen geschrieben wie den strukturellen Unterschieden zwischen den USA und Europa, schlechten transatlantischen Beziehungen, gegeneinander opponierende europäische und amerikanische “Super-Systeme“, die Intensität der europäischen Schuldgefühle, der Angst vor einem mythologischen “Imperium“, das den Verstand verbiegende Phänomen des Linksfaschismus, die Vernarrtheit in internationale Institutionen, die Hinterlassenschaften des Ersten Weltkriegs, die Auswirkungen der Ermordung Präsident Kennedys und die Einseitigkeit universitärer Veröffentlichungen. Außerdem habe ich einen kleine Lawine an Analysen zum Faible der Linken für den Islamismus veröffentlicht.
(2) Beachten Sie, dass das neue Paradigma ausschließlich auf westliche Staaten anzuwenden ist. Syrien und der Iran, um nur zwei markante Beispiele zu nennen, bekommen einen Freifahrtschein; für sie ist es völlig in Ordnung, dass sie nationale Interessen so kriegslustig wie möglich verfolgen, ohne sich den Zorn der Linken zuzuziehen.
Der Islam und die Linke – zwei Seiten derselben Medaille
5. Juli 2010 um 21:18 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Gesellschaftspolitik, Islam+Islamismus, Weltpolitik | 7 KommentareSchlagwörter: Freiheit, Linke, linke Toleranz, Utopisten

David Greenfield, Sultan Knish, 30. Juni 2010
Oberflächlich schienen die beiden sehr wenige Gemeinsamkeiten zu haben. Die Linke behauptet progressiv zu sein, umarmt Schwulen-Bars, Abtreibungen, Feminismus, Arbeiterrechte, Bürgerrechte, Multikulturalismus und obszöne Parolen. Die Islamisten spritzen Säure in Frauengesichter, hängen Schwule an der Straßenecke auf und unterdrücken Minderheiten sowie die freie Meinungsäußerung. Diese scheinbaren Gegensätze verblüfft viele, die zu wissen verlangen, wie z.B. die Linke sich für islamische Regime einsetzen kann, die die Todesstrafe für Homosexualität anordnen. Die Antwort ist sehr einfach. Die Leute, die die Frage stellen, verwechseln die Fassade mit der Wirklichkeit.
Die Linke ist nur in ihrer revolutionären Phase progressiv. Die Sowjetunion, Castros Kuba und das kommunistische China hatten alle dieselbe Ansicht zu Homosexuellen – die heute der Iran hat. Während schwule Autoren in Amerika für die UdSSR und Kuba Kampagnen fuhren, warfen beide Regime schwule Schriftsteller ins Gefängnis. Homosexualität war in der UdSSR bis zu ihrem faktischen Ende eine Straftat. Nichts davon kümmerte die Linken im Westen, die glücklich waren nach Moskau zu marschieren, sich mit sowjetischen Führern zu treffen und die USA für den Kalten Krieg verantwortlich zu machen. Und dann nach Hause zu kommen und davon zu erzählen, wie intolerant die USA sind.
Die UdSSR war glücklich über die Bürgerrechte von Afroamerikanern in den USA zu diskutieren. Die Linken aber kümmerte es nicht, dass die meisten Afroamerikaner, die kurz nach der Revolution nach Russland kamen, in den Gulags oder tot endeten. Das wurde in Büchern wie Black on Red: My 44 Years Inside the Soviet Union von Robert Robinson dokumentiert, einem afroamerikanischem Ingenieur, der zwar einen Job fand, aber mehr als vier Jahrzehnte lang nicht in der Lage war die UdSSR zu verlassen, während er ständig in einer rassistischen Gesellschaft um sein Leben fürchten musste.
Dann ist das Castros Kuba, das inoffiziell Rassentrennung betreibt. Ja, das ist wohl kein Fakt, den man in Michael Moores Dokumentation sehen wird.
Jorge Luis García Pérez in Kuba, ein pro-demokratischer Aktivist, der erst vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde, sagte: „Die Behörden in meinem Land haben nie toleriert, wenn ein Schwarzer sich gegen die Regierung stellte.“ Carlos Moore hat gesagt: „Es ist eine unerklärte Bedrohung. Schwarze in Kuba wissen, dass, wann immer man in Kuba das Thema Rasse aufbringt, man ins Gefängnis wandert. Es kann keine Bürgerrechtsbewegung geben. Das würde auf der Stelle 10.000 schwarze Tote geben.“ Glauben Sie, dass irgendeinen der Hollywood-Linken wie Spielberg oder Costner, die sich überschlagen, um Castro zu loben, das kümmert? Warum sollte es?
Sollen wir Arbeiterrechte diskutieren? Im Westen setzen sich Kommunisten mächtig für Gewerkschaften ein. In der UdSSR kümmerte man sich mit Maschinengewehrfeuer um streikende Arbeiter. 1962 versuchten Arbeiter in der Stadt Nowotscherkask zu streiken, um gegen Lohnkürzungen zu protestieren. Sie wurden auf der Straße vor dem Rathaus von sowjetischen Truppen niedergemacht. Das, wohlgemerkt, unter dem relativ „moderaten“ kommunistischen Regime von Chruschtschow. Unabhängige Gewerkschaften waren dort illegal. So, wie sie in der UdSSR überhaupt illegal waren.
Es ist möglich Bände zu diesem Thema zu schreiben, aber wir wollen auf den Punkt kommen. Eine wirkliche linke Diktatur unterdrückt brutal alles, wofür sie zu kämpfen behauptet.
Während experimentelle Künstler im Westen die UdSSR bejubelten, wurde solche Kunst in der UdSSR als degeneriert betrachtet, genauso wie in Nazideutschland. Und für die Literatur galt dasselbe. Die Herrscher der UdSSR puschte einen vorgetäuschten Feminismus und gelegentlich Abtreibungsrechte – nicht, weil sie daran glaubten, sondern weil sie die Arbeitnehmerschaft ausbauen mussten. Andererseits waren Scheidungen schwer zu bekommen; und Frauen, die sie erhielten, riskierten, dass man sie aus der Kommunistischen Partei geworfen wurden. Fakt ist, dass alle Elemente der politischen Gleichheit und der Bürgerrechte, für die die Linke zu kämpfen behauptete, unter kommunistischen Regimen fast nicht vorhanden waren. Und das hat die Linke nie nur ansatzweise gekümmert.
Der soziale Progressivismus der Linken war nie etwas anderes als Betrug. Ein Werkzeug, um unbürgerliche Aktivisten zu rekrutieren, die auf ihrer Seite kämpften, aber eliminiert wurden, nachdem die Revolution erfolgreich durchgeführt war. Die Linke versucht die Werte einer Zielgesellschaft als Teil eines umfassenden revolutionären Angriffs zu kippen. Das bedeutet nicht, dass ihre tatsächlichen Werte anders sind. Gewinn die Linke einmal die absolute Macht, strebt sie die Schaffung eines statischen und sich nicht verändernden Systems an. Die perfekte utopische Gesellschaft mit unverrückbaren Gesetzen, die von einer endlosen politischen Bürokratie verwaltet wird. In der realen Welt wird das in eine repressive Suche nach Stabilität übersetzt. Was bedeutet, dass genau die Dinge verboten werden, für die die Linke gekämpft hatte. Und als erstes wird immer das Recht auf Widerspruch verboten. Ein Recht, auf dem die Linken für sich selbst bestehen, so lange sie nicht an der Macht sind, das sie aber anderen nicht zugesteht, sobald sie die Macht hat.
George Orwell drückte diesen geschlossenen Kreislauf am Ende von Animal Farm so aus: Die „neuen Bosse“, einst Schweine, waren von den Bauern, den „alten Bossen“ nicht zu unterscheiden. Die Schweine hatten kein Interesse an einem von Tieren geführten Bauernhof. Was sie die ganze Zeit wollten, war die Übernahme; zu den Bauern zu werden. Für die Rechte aller Tiere einzutreten frei zu sein war nur ein Mittel, um ihr Endziel zu erreichen: die absolute Macht.
Das bringt uns schließlich zurück zum Islam. Es hat nie einen Widerspruch gegeben zwischen der Linken, die gemeinsame Sache mit islamistischen Bewegungen macht und Regimen, die Schwule ermorden. Denn wenn die Linke im Westen jemals die absolute Macht gewönne, würde sie die auch ermorden. Was das angeht: 90 Prozent der Idioten, die an ihren Antikriegs-Demonstrationen teilnehmen, würden vor einem Erschießungskommando enden. Klingt Ihnen das zu weit hergeholt? Sie werden es nicht glauben: Praktisch jedes kommunistische Regime hat zu seiner Zeit dasselbe gemacht.
Wissen Sie, was die schlimmste Möglichkeit ist, eine kommunistische Machtübernahme zu überleben? Mitglied einer rechten Organisation zu sein. Kennen Sie die zweitschlimmste Möglichkeit? Mitglied einer linken Organisation zu sein. Kennen Sie die drittschlimmste? Mitglied der kommunistischen Partei vor der Machtübernahme zu sein. Stimmt, das Drittschlimmste zu sein, wenn die Kommunisten an die Macht kommen, ist, einer von ihnen zu sein. Denn Sie werden nur lange genug leben, um dabei zu helfen die Mitglieder der rechten Organisationen und die Mitglieder der linken, nicht kommunistischen Gruppen auszulöschen, bevor Sie selbst dran sind.
Das ist nicht nur die Norm für Kommunisten; es ist das übliche Muster der Linken. Die französische Revolution degenerierte auf genau dieselbe Weise in fürchterliche Massaker und endlose Hinrichtungen. Erst säubern die Radikalen „die Staatsfeinde“, dann säubern sie sich gegenseitig, dann werden sie selbst gesäubert und machen den Weg frei für ein stabileres System. Das Endergebnis ist ein repressiver Staat, der jeden ausgelöscht hat, der etwas verändern könnte. Was die ganze Zeit bereits das Ziel war.
Also ist die Vorstellung, dass die Linke rein moralische Einwände den Islamisten gegenüber hat, einfach nur naiv. Fakt ist, dass die Linke und die Islamisten in den wesentlichen Auflistungspunkten übereinstimmen, einschließlich dem Teil echte Kugeln zu benutzen und wen sie töten wollen. So weit es sowohl linke wie islamistische Führer angeht, bestehen 90 Prozent ihrer Bewegungen aus nichts weiter als nützlichen Idioten, die für nichts gut sind als Kanonenfutter zu sein. Glauben Sie nicht? Wann war das letzte Mal, dass ein Hamas-Führer einen seiner Söhne losschickte, um sich selbst in die Luft zu jagen? Das ist nie geschehen. Und wird nie geschehen.
Die Islamisten und die Linken haben dasselbe Ziel: absolute Macht. Der Islam ist wie der Kommunismus ein Mittel dazu. Das macht sie so gefährlich. Ihr Ziel ist die Schaffung absoluter Tyranneien, die sich auf Ideologien gründen, die eine bessere Welt versprechen. Die Ideologie ist es, die sie als nützliche Idioten an die Macht bringt, um zu töten und zu sterben, wobei sie glauben, dass sie dafür kämpfen eine utopische Gesellschaft zu schaffen, die nach den Vorgaben des Koran (einem Buch, das angeblich von einem analphabetischen Händler diktiert wurde, der seine Behauptung göttliche Botschaften von Engeln zu bekommen dafür nutzte eine ganze Region zu beherrschen) oder des Marxismus (Aufsätze eines Mannes, der nie für seinen Lebensunterhalt arbeitete, aber von den Profiten eines Textilfabrikanten über Wasser gehalten wurde), ein neues Zeitalter einleiten wird, in der jeder (außer all den von ihnen getöteten Menschen) glücklich sind.
Die Linke steht auf derselben Seite wie die Islamisten. So, wie sie auf derselben Seite stand wie die Nazis. So, wie sie auf derselben Seite eines jeden reaktionären, totalitären Regime der Welt steht, außer denen, von denen sie glauben, sie könnten sie stürzen oder denen, die mit dem Großen Satan oder den imperialistischen kapitalistischen Mächten verbündet sind.
Die Linke sagt ihnen Anhängern, sie seien schlauer und moralischer als normale Leute. Was das in Wirklichkeit bedeutet: Sie sind dümmer und bereiter für ihre Ziele Opfer zu bringen. Die Islamisten erzählen ihren Anhängern, sie seien mutiger und religiöser als normale Leute. Was sie meinen: Ihre Anhänger sind selbstmörderisch dumm und ganz einfach an der Nase herumzuführen. Der gemeinsame Nenner ist nicht schwer zu erkennen: Die Linke ist der Islam des Westens. Und der Islam ist die Linke des Nahen Ostens. Aber solche Etikettierungen sind praktisch bedeutungslos. Beide sind totalitäre Bewegungen, die leichtgläubige Idioten nutzen, die einer Ideologie folgen, die von boshaften, habgierigen Menschen ausgeklügelt wurden, die an die Macht wollen. Das ist alles, worum es am Ende geht. Der Rest ist einfach eine Verfahrensweise.
Die Linke hat kein Problem damit, sich mit dem Islam zu verbünden. Auch hat der Islam kein Problem damit sich mit der Linken zu verbünden. Denn sei stimmen darin überein, wer ihre Feinde sind und wie ihre Ziele aussehen. Sie haben eher ein Problem damit sich mit Menschen zu verbünden, die tatsächlich frei sein wollen, als mit Sklaven und ihren Sklavenhaltern. Natürlich müssten man, einmal an der Macht, den anderen absorbieren oder vernichten. So wie der Kommunismus und der Nationalsozialismus sich vereinten, um sich Osteuropa einzuverleiben, mit der unvermeidbaren Folge, dass, war der Job erst einmal erledigt, der eine den anderen vernichten musste. Hitler hielt Stalin erfolgreich zum Narren und zerstörte die UdSSR beinahe mit einem Erstschlag. Der Islam wird voraussichtlich mit der Linken dasselbe tun, so wie er es im Iran tat.
Die rot-grüne Allianz [die zwischen Linker und Islam - heplev] funktioniert, weil beide Varianten desselben Themas sind. Das Thema heißt totalitäre Herrschaft. Nicht die Linke bedroht den Islam; auch bedroht der Islam nicht die Linke – sondern freie Gesellschaften und individuelle Freiheiten. Wenn solche Gesellschaften sich als erfolgreich erweisen, dann versetzen sie besonders diejenigen in Wut, die darauf bestehen, dass sie durch ihre totalitäre Herrschaft ersetzt werden müssen. Dieser doppelte Impuls – die Angst vor dem Verlust der Kontrolle über ihre eigenen Gesellschaften und die Gier nach Macht – werden der Jihad des Islam und die Revolutionen der Linken gespeist. Beide wollen Kontrolle statt Freiheit. Und beide bieten Versprechen utopischer Tyranneien im Tausch für die Freiheit.
Bei der Vernichtung von Europa, Amerika, Israel, Australien, Kanada usw. geht es um Macht. Absolute Macht. Und es geht auch darum, jegliches Licht auszublasen, das im Westen noch leuchtet – aus Furcht, dass es sich ausbreiten könnte. Das Licht der Freiheit und der Zivilisation steht der Tyrannei im Weg. Und Tyrannei ist das Endspiel sowohl der Linken wie des Islam. Zwei Seiten derselben Medaille. Janus, der mit einem Gesicht zurück in die unmögliche Vergangenheit Mohammeds blickt und mit dem anderen vorwärts in die noch unmöglichere Zukunft des Kommunismus. Wobei beide nachdrücklich die Gegenwart ignorieren, in der die Menschen doch glücklich und frei sein können.
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