Antisemitismus „getarnt“
26. Oktober 2009 at 19:27 | In Gesellschaftspolitik | 8 CommentsTags: Antisemitismus, Antizionismus, Die Linke
Links – das assoziiert sich für mich immer mehr mit Bevormundung. Uns wird gesagt, was gut für uns sein soll; was uns glücklich machen soll; was wir gut oder schlecht finden sollen. Und so wird uns von links auch vorgeschrieben, was wir von Israel und den Juden halten sollen.
In welchem größerem Zusammenhang das dann zum „getarnten“ Antisemitismus namens Antizionismus passt, beschreibt ein Artikel von David Greenfield, der auch den Blog SultanKnish betreibt und sich vor allem mit dem Krieg gegen den (islamischen) Terror und die Bedrohung der westlichen Zivilisation beschäftigt. Die Übersetzung findet sich auf den Nahost-Infos.
Nur mal so gefragt
13. September 2009 at 13:51 | In Deutschland, Gesellschaftspolitik | 2 CommentsHeute haben wir wieder etwas, das meines Wissens von „links“ angestoßen wurde – und eigentlich dem widerspricht, was von Links sonst immer gerne beklagt wird: „amerikanische Verhältnisse“.
Die werden vor allem von Linken immer gerne beklagt. „Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse“, ist einer der beliebtesten und am meisten beklatschen Sprüche, die man aus dieser Richtung hören kann.
Aber warum schaffen sie sie dann?
Diese „Wahl-Schlacht“ der beiden Kanzleramts-Aspiranten ist etwas, das aus „Amerika“ übernommen wurde. Amerikanische Verhältnisse und das sinnloseste, was der Wahlkampf hergibt, weil keiner von denen authentisch ist. Überflüssig wie ein Kropf. Musste aber unbedingt sein. (War nicht Pipeline-Schröder der erste, der das auf Teufel komm raus haben wollte?)
Die Gesamtschule hat ähnlichen Charakter. Das dreigliedrige Schulsystem war nicht mehr opportun, also muss die Gesamtschule her – ein Riesenapparat, den sie in den USA schon lange haben und dessen Größe schon früher ein Paradebeispiel für eine Vermassung war, die eigentlich von Links immer als schlimm beschworen wurde. Aber in Sachen Schule ist Vermassung „Chancengleichheit“?
Wer sorgt also für „amerikanische Verhältnisse“?
Nüchtern betrachtet: Der Krieg, den wir noch nicht gekämpft haben
26. August 2009 at 14:51 | In Gesellschaftspolitik, Israel | Leave a CommentTags: Hareidi, Ultraorthodox
Daniel Gordis, Jerusalem Post, 23. August 2009
Es ist niemals vorbei, aber wir können bereits anfangen uns vorzustellen, wie wir uns an den Sommer 2009 erinnern werden. Hareidische Einwohner von Mea She’arim entfesselten gewalttätige Demonstrationen, als der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat es wagte einen Parkplatz am Sabbat öffnen zu lassen, um die unerträgliche Staus abzubauen. Ein paar Wochen später wurden Jerusalemer Viertel erneut mit Rauch brennender Mülltonnen gefüllt und diesmal wurden städtische Arbeiter angegriffen, weil ein Baby, das man offensichtlich absichtlich fast verhungern ließ, aus der Obhut seiner hareidischen Mutter genommen wurde.
Der Bürgermeister antwortete durch Zurückhaltung der Dienste der Stadt für Mea She’arim; er sagte (richtigerweise), dass er die Pflicht habe die städtischen Arbeiter zu schützen. Dann wurde ein Direktor des Hadassah University Medical Center, wo das Baby behandelt wird, bedroht und bekam Personenschutz zugewiesen. Die Fronten sind gezogen.
In Ramat Bet Shemesh fuhr eine kleine Bande antizionistischer, ultrareligiöser Fanatiker damit fort andere Einwohner wegen empörenden Verhaltens wie dem Besitz eines Fernsehers zu terrorisieren. Doch obwohl die Terrorkampagne Monate alt war, schienen die Behörden immer noch abgeneigt einzugreifen. Andernorts, als eine massive schwul-lesbische Demonstration in Tel Aviv geplant war, um gegen die Ermordung zweier Jugendlicher in einem Unterstützungszentrum zu protestieren, wurde eine 20-jähriger Soldat der Nahal Hareidi-Einheit verhaftet, weil er eine drohende E-Mail schrieb, der der Schwulengemeinde versprach, dass der nächste Anschlag tödlicher werden würde.
Sein Gewahrsam wurde verlängert, aber unser Gedächtnis nicht.
Das ist Israel – und ein paar Tage später hatten wir alles über ihn vergessen. In der Tat, fast alles über all diese Vorfälle so gut wie vergessen. „Sie sind etwas extrem“, sagen wir uns. Wir können uns auch da durchwursteln. Immerhin, wenn man bedenkt, dass wir Barack Obama, den Iran, Gilad Shalit, die Wirtschaftskrise, die Schweinegrippe und ein paar andere Dinge am Hals haben, eine wie große Rolle kann da brennender Müll spielen? Sie wollen ihre eigenen Viertel in eine Kriegszone verwandeln – soll uns das wirklich stören?
Ich schlage vor, dass wir uns erlauben uns davon stören zu lassen, mächtig stören zu lassen.
Eine kleine Erinnerung an einen Teil der amerikanischen Geschichte: Israel, wie wir alle wissen, befindet sich Israel im 62. Jahr nach seiner Unabhängigkeit. Die USA waren im Jahr 1837 genauso alt. In diesem Jahr wurde Martin van Buren als achter Präsident der Vereinigten Staaten ins Amt eingeführt. Michigan wurde zu einem Staat der Union. Nathaniel Hawthornes „Twice Told Tales“ wurde zum Bestseller. Horace Mann führte in Massachusetts seine Bildungsreformen ein, die amerikanischen Presbyterianer spalteten sich in die „neue“ und die „alte“ Schule auf und Samuel Morse stellte seinen elektrischen Telegrafen in einem College der Stadt New York aus.
Die Parallelen zu Israel sind bemerkenswert. Es gab ein funktionierendes politisches System. Das Land hatte noch keine permanenten Grenzen. Eine Bildungsreform war dringend nötig. Amerika war zutiefst religiöses und darin zerstrittenes Land. Es gab kulturelle Exzellenz und technologische Innovation.
Nicht schlecht für ein Land, das erst 61 Jahre alt war.
Aber 1837, 61 Jahre nach der amerikanischen Unabhängigkeit, arbeitete der Kongress auch unter dem gerade verabschiedeten „Gag Law“, das dazu geschaffen war, im Kongress die Debatte über die Sklaverei zu unterdrücken. Diejenigen, die das Gag Law für gut hielten, hofften, dass die Staatsgeschäfte wie üblich führen könnten, ohne übermäßige Aufmerksamkeit für das nagende Problem der Versklavung. Ja, die meisten begriffen, dass es eine tiefe und gefährliche Verwerfungslinie gab, die durch die amerikanische Gesellschaft verlief, radikal unterschiedliche Vorstellungen davon, welche Art von Gesellschaft Amerika sein sollte; und nein, niemand wusste, wie das zu lösen war. Was die Verfasser des Gag Law jedoch glaubten, war, dass es darauf ankam, business as usual zu betreiben und die Debatte um die Sklaverei auf die lange Bank zu schieben. Sie wollen nicht, dass der Kongress die Sklaverei diskutierte (weil viele dort sie befürworteten) und sie wollten ihre Zeit damit verbringen, an scheinbar drängenderen und dringenderen Dingen zu arbeiten.
Wir Israelis brauchen natürlich kein Gag Law. Es ist kein Gesetz nötig, das uns dazu bringt die massive Verwerfung zu ignorieren, die direkt unterhalb der Oberfläche unserer Gesellschaft verläuft. Wir haben radikal unterschiedliche Konzeptionen, wie die permanenten Grenzen dieses Landes aussehen sollten, aber kein nationales Gespräch in dieser Sache. Es gibt auch keine öffentliche Diskussion von Bedeutung darüber, wie die abkühlenden Beziehungen zwischen Israel und seinem historisch vertrauenswürdigsten Verbündeten gehandhabt werden sollen. Und obwohl jedermann weiß, dass wir mindestens zwei wichtige Bevölkerungsgruppen haben, die keinerlei Verpflichtung dafür teilen, Israel sowohl jüdisch als auch demokratisch zu gestalten, mit der Ausnahme einer dummen und unglückseligen Forderung nach einem Treueid, ist niemand sonderlich geneigt sich der Sache anzunehmen.
Kehren wir zum Amerika von 1837 zurück. Oberflächlich gesehen blühte Amerika trotz des Grummelns der Diskussion über die Sklaverei auf. Aber 1837 waren die Vereinigten Staaten nur 24 Jahre von ihrem Bürgerkrieg entfernt. Die Verwerfungslinien sollten aufbrechen, das Überleben des Landes bedrohen, das einst hoffte sie ignorieren zu können. Irgendwo zwischen 600.000 und 700.000 Soldaten sollten in dem Krieg sterben; Brüder auf gegnerischen Seiten kämpfen, sich manchmal gegenseitig töten. Der Krieg sollte das Land in Stücke reißen und wenn es nicht einen Führer wie Abraham Lincoln gegeben hätte, hätten die USA, die wir kennen, nicht überlebt.
Mit Lincoln wählte Amerika eine Führungsperson mit einer Vision für das Land und dem Mut für diese Vision zu kämpfen. Er wusste, dass der Preis fürchterlich sein könnte. Aus dem, was er schrieb, ist klar zu erkennen, dass er das Blutvergießen nicht genießen würde, das der Erhalt der Union benötigen würde. Aber er hielt daran fest. Es gab Zeiten, das begriff er, in denen man bereit sein muss, großen Blöcken der eigenen Bürger zu sagen, dass ihre Vision des Landes nicht die unsere ist und dass wir gegen sie kämpfen werden – zuerst wirtschaftlich, dann mit dem Gebrauch von Gewalt, wenn wir das tun müssen – um sicherzustellen, dass die Demokratie, die wir uns vorstellen überlebt, ganz gleich, was passiert.
Doch das waren andere Zeiten. Mancher in Amerika wusste, welche Art von Land er wollte und diskutierte die Sache erbittert. Amerika war nicht durch sieben Jahrzehnte Krieg erschöpft. Und was vielleicht das Bedauerlichste ist: Ein Abraham Lincoln ist nirgendwo an unserem Horizont zu sehen.
Wer ist laut ADAC „alle“?
16. April 2009 at 19:53 | In Deutschland, Gesellschaftspolitik, aua | 2 CommentsTags: ADAC
Ab und zu muss auch mal was anderes raus, jedenfalls, wenn man damit Luft ablassen kann.
Heute fiel mir die aktuelle „ADAC Motorwelt“ in die Hände. Die hat es auf Seite 3 gleich in sich: „Abwracken boomt – und alle profitieren“ titelt Chefredakteur Ramstetter – und schwärmt erst einmal eine halbe Seite von der neuen E-Klasse, die ja bekanntlich von der Abwrackprämie überhaupt nicht profitiert. Aber dann kommt er von der Ausstattung der E-Klasse doch noch rüber zur Prämie – weil ja „viele der elektronischen Sicherheitsaggregate der neuen E-Klasse… längst auch für kleinere Fahrzeuge Standard“ sind und „sich wie selbstverständlich in den vielen Neuzulassungen“ wiederfinden, die …
Und dann hebt er darauf ab, dass der ADAC-Präsident ja schon ganz früh eine Erhöhung dieses „höchst erfolgreichen Konjunktur- und Umweltprogramms“ forderte, was dann nicht nur die Bundesregierung machte, sondern auch noch 12 andere Länder Europas die Prämie übernehmen ließ. Bei denen schlägt sich natürlich nicht so ein wie bei uns. Aber: „Die meisten Menschen reagieren positiv auf die Möglichkeit, ein altes Auto günstig durch ein neues, umweltschonendes, sichereres und auch schöneres Fahrzeug zu ersetzen.“
Und alle, alle profitieren: der Staat (zusätzliche Mehreinnahmen), die Kommunen (höhere Gewerbesteuer-Einnahmen), die Natur (modernere, abgasarme Fahrzeuge), die Autohersteller, die Autohändler, die Verbraucher…
Wirklich?
Die Gebrauchtwagenhändler sagen etwas ganz anderes. Mal sehen, ob der ADAC das auch irgendwann merkt.
Und wenn ich lese, dass die meisten Menschen positiv auf die Möglichkeit reagieren ein altes Auto günstig durch ein neues … zu ersetzen, dann schwellen bei mir ein paar Adern. Denn es geht den Deutschen leider nicht um den Umweltschutz. Auch nicht um die Wirtschaft oder die Konjunktur. Die Leute „reagieren positiv“, weil sie etwas vom Staat kassieren können. Das ist der Hauptgrund dafür, dass Hunderttausende guter Kraftfahrzeuge, die locker noch einige Jahre fahren könnten, jetzt zu Schrott gemacht werden. Wirtschaftlicher Unsinn ohne Ende.
Die Erfahrung von Steuerberatern zeigt, dass viele alles tun, wenn es darum geht vom Staat Geld zu bekommen bzw. ihm dieses nicht zukommen zu lassen. Dafür verschulden sie sich gegebenenfalls auch bis an den Rand des Bankrotts. Eine Einstellung, die leider weit verbreitet ist. Beim Staat abgreifen, was möglich ist – ohne Rücksicht auf Verluste. Tolle Motivation!
Die Bundesregierung hat aufgestockt. Die Folge ist eine Blase die nach der Verpulverung von fünf Milliarden Euro platze wird. Schon jetzt ist die Sache ein Witz, weil ausschließlich am unteren Rand der Modellpalette eingekauft wird. Weil Milliardenwerte vernichtet werden, denn jede Menge verschrotteter Autos sind mehr wert als die Prämie. Das ist kein gewissenhafter Umgang mit Ressourcen, sondern das Gegenteil. Ganz zu schweigen davon, dass die Großausgabe Kraftfahrzeug anderen Konsumgüterbranchen Umsatz nimmt.
Und der ADAC klatscht dem Beifall. Das zeugt nicht von gesundem Menschenverstand, sondern nur davon, dass einem Trend hinterher gerannt wird. Und schon gar nicht von unabhängiger Meinung oder gar der Sicht des Großen und Ganzen. Der ADAC entpuppt sich einmal mehr als ein Verein Scheuklappen tragender Schmalspurlobbyisten, die sich lediglich dank Mitgliederstärke Einfluss zusprechen können.
Gute Lehrer sind…
6. November 2008 at 20:57 | In Gesellschaftspolitik, Schule + Bildung | 1 CommentTags: moralischer Relativismus
solche, bei denen die Schüler gar nicht merken, dass ihnen etwas beigebracht wird.
Sechs von zehn ist nicht schlecht, oder?
Eine Klasse apathischer Schülerinnen begreift den Irrtum des moralischen Relativismus
Rybbi Yonason Goldon, Jewish World Review, 6. November 2008
Lehrer können mit ihrer ersten Stelle nicht wählerisch sein. Und so landeten meine Frau und ich im ungarischen Budapest.
Natürlich kamen wir mit zahllosen Geschichten und Anekdoten zurück, von denen viele amüsant, erstaunlich oder buchstäblich unglaublich sind, wenn man sie anderen erzählt. Trotzdem sticht aus einem Jahr, das angefüllt war mit Kulturschock, Frust, Hochstimmung, inspirierenden Erfolgen und die Seele zerreißenden Fehlschlägen eine 40-minütige Unterrichtsstunde stark aus dem Rest hervor.
Es handelte sich noch nicht einmal um meine Klasse. Ich vertrat eine Frau und übernahm eine Klasse, über die sie sich seit dem ersten Schultag beschwerte: ein Dutzend Zehntklässlerinnen, von denen jede einzelne dem Judentum, Bildung und dem Leben überhaupt nicht nur gleichgültig, sondern offen feindselig gegenüber stand. Darüber hinaus sprachen sie fast kein Englisch und hatten wenig Interesse am Lernen.
Ich betrat das Klassenzimmer zu einem allgemeinen Gesichtsverziehen. Ganz links saß Dora, die einzige der Truppe, die passables Englisch sprach. Ihr Freund, sagte sie, machte eine Ausbildung zum Rabbi. Dora wusste alles.
Mitten in der Klasse saß Andrea: frech, arrogant, kokett, die ihre Einstellung zum Triefen ausstrahlte. Ihr Blick warnte mich, ich solle sie nur ja nichts lehren wollen.
Ich warf einen Blick in den Halbkreis verlorener Seelen und fragte mich, welche Chancen ich wohl hätte ihnen irgendetwas zu vermitteln. Aber ich hatte meinen Angriff bereits geplant. Ich drehte mich ohne ein Wort gesagt zu haben um und schrieb auf die Tafel: „Stehlen ist in Ordnung, so lange niemand dabei verletzt wird.“
Es dauerte etwa fünf Minuten, bis jede im Raum verstand, was ich geschrieben hatte. Nachdem die Sprachbarriere schließlich gebrochen war, fragte ich die Klasse: „Stimmt ihr dieser Äußerung zu oder nicht?“
Ich war nicht sicher, was ich erwarten sollte. Überraschenderweise war es Andrea, die die Führung übernahm. „Nein“, sagte sie voller Überzeugung. „Es ist falsch.“
„Warum?“, fragte ich.
Ihre Antwort überraschte und erfreute mich: „Es steht in den Zehn Geboten.“
“Oh“, sagte ich mit großen Augen. „Du glaubst an die Zehn Gebote?“
“Natürlich“, sagte sich ohne zu zögern.
“An alle?“, fragte ich.
Diesmal zögerte sie. „Nein“, sagte sie schließlich. „Nicht an alle.“
“An welche glaubt ihr?“
Es stellte sich heraus, dass die Klasse nur zwei der zehn nennen konnte, also schrieb ich die Liste auf die Tafel. „Okay“, sagte ich den Mädchen, die trotz ihrer Haltung jetzt engagiert dabei waren. „Welchen stimmt ihr zu?“
Nach einigem Hin und Her kam die Klasse zu einem Konsens von sechsen der zehn: die Verbote der Götzenanbetung, des Mordes, Diebstahls, Ehebruchs, falsches Zeugnis zu reden und dem Gebot seine Eltern zu ehren. Ich machte große Haken links von jedem, das sie auswählten.
„Mit diesen sechsen seid ihr einverstanden?“, fragte ich und alle nickten. „Die seid ihr bereit einzuhalten?“ Sie nickten wieder. „Und die anderen?“, fragte ich. Jede schüttelte mit gleicher Gewissheit den Kopf.
„Nun denn“, sagte ich und drehte mich zur Tafel um. „Wenn ihr diese sechs aussucht, dann werde ich mir diese sechs aussuchen.“ Ohne jeden Sinn hakte ich rechts neben den Geboten eine andere Auswahl von sechsen ab. „Das sind die Gebote, die ich einzuhalten bereit bin.“
Genauso gut hätte ich eine Bombe zünden können. Fast jedes Mädchen im Raum begann zu schreien, als hätte ich die schlimmste Form der Ketzerei begangen.
„Was regt ihr euch so auf?“, fragte ich so unschuldig wie möglich. „Ihr habt sechs ausgesucht, die ihr einhalten wollt. Warum kann ich nicht sechs aussuchen, die ich befolgen will?“
Wieder war es Andrea, die protestierte. „Aber Sie sind ein Rabbi!“
„Das verstehe ich nicht“, antwortete ich. „Müssen nur Rabbiner die Zehn Gebote einhalten?“
Sie wirkte einen Augenblick lang verwirrt, dann gewann sie wieder die Fassung. „Ja“, sagte sie überzeugt.
„Warum?“
Diesmal blieb der verwirrte Ausdruck länger, bevor sie die Taktik wechselte. „Aber sehen Sie, welche in Ihrer Liste fehlen. Was ist mit dem Sabbath? Was ist mit Mord?“ Sie wurde recht emotional und mit ihr der Rest der Klasse.
„Ihr habt eure sechs ausgesucht“, sagte ich ruhig. „Ich suche mir meine sechs aus.“
So ging es ein paar Mal hin und her; die Mädchen bestanden darauf, dass sie mit ihre sechs Gebote völlig zu recht ausgewählt hätten, während meine Wahl von sechs Geboten irgendwie ein Verrat an allem war, das heilig ist. Sie schienen es persönlich zu nehmen, dass ich es ablehnte alle zehn Gebote anzuerkennen und sie regten sich immer mehr auf, als ich freundlich lächelte und immer wiederholte, dass, wenn sie das Recht auf hätten auszusuchen, welche Gebote sie einhielten, ich ebenfalls das Recht hätte mir meine auszusuchen.
„Wie ist denn jetzt die Antwort?“, forderte Dora schließlich.
„Was war denn die Frage?“, fragte ich höflich. Sie sah mich an, als würde sie gleich explodieren. Als das Mädchen neben ihr buchstäblich die Fingernägeln in den Tisch bohrte, gab ich schließlich ein wenig nach. „Ihr seid frei euch eure eigenen Regeln zu machen“, erklärte ich. „Aber wenn ihr das macht, dann habt ihr nicht das Recht mit einem anderen zu streiten, dessen Regeln zu euren in Widerspruch stehen.“
Es klingelte. „Danke, meine Damen“, sagte ich. „Es war ein Vergnügen euch etwas beizubringen.“
„Moment mal!“, schrie Dora. „Sie haben uns gar nichts beigebracht.“
Ich lächelte beim Rausgehen. Natürlich hatte ich ihnen etwas beigebracht. Ich hatte ihnen ihre erste Lektion über den Irrtum des moralischen Relativismus gegeben, wenn auch der Begriff noch nicht populär geworden war. Wäre es zu viel verlangt zu hoffen, dass eine von ihnen vielleicht eines Tages schätzen würde, was ich sie gelehrt hatte?
Fehlt nur noch der GULAG
1. November 2008 at 12:26 | In EU-Europa, Gesellschaftspolitik | 1 CommentTags: Belgien, Justiz
Warum Diana West Belgien als das „faschistische kleine Belgien“ beschreibt, ist mir eigentlich schleierhaft. Wenn weit nach links orientierte Politiker (und sonstige Aktivisten wie Richter, Polizei usw.) das lesen, werden sie schäumen, denn „faschistisch“ ist deutlich weiter „rechts“ als sie. Von daher ist die Beschreibung Belgiens als „faschistisch“ wohl kaum der geeignete Begriff. Für stalinische Justizverbrechen sollte also „sozialistisch“ gewählt werden. Aber vielleicht hat sich selbst bei konservativen Journalisten im Westen inzwischen durchgesetzt, dass extremistisch-verbrecherische Staatsakte „rechts“ anzusiedeln sind, selbst wenn im Text später ausdrücklich vermerkt ist, dass das Verhalten dieses Staates eher an die UdSSR erinnert als an das demokratische Europa.
Der Tod des Erwachsenseins
„Komischerweise gewöhnt man sich an diese Nachrichten.“
Genau das sagte mir Bart Debie, als er mir bestätigte, ja, er sei angewiesen worden sich am Mittwoch – also morgen – in einem belgischen Gefängnis zu melden, um eine einjährige Strafe wegen „Rassismus“ anzutreten.
Lassen Sie mich den grausigen Surrealismus dieser Verurteilung erklären, wie sie diesem ehemaligen Polizisten und früheren Antwerpener Stadtratsmitglied durch den belgischen Staat zugemessen wurde: Debie tätigte weder die fraglichen rassistischen Bemerkungen, noch war er während des Vorfalls anwesend. Das fügt einer politisch korrekten Verfolgung eines Mitglieds der politischen Opposition nur fürchterlichen kafkaesken und koestlerschen Sturm in dem hinzu, was man am besten als faschistisches kleines Belgien beschreibt. Natürlich hat der Ungläubigkeit zu Debies völliger Schuldlosigkeit in Sachen „Rassismus“ Ausdruck zu geben nichts damit zu tun, dass man die Legitimität solcher „Rassismus“-Verfahren anerkennt. Jede derartige verfahrenstechnische Umkurvung von Sprache ist eine krasse Verletzung der freien Meinungsäußerung; aber es ist angesichts dessen, dass Debie daran gar nicht beteiligt war, ein doppelt ungerechter, sogar absurder Aspekt dieses Falles. Daher die kafkaesken und koestlerschen Anhauchungen.
Die Geschichte hat aber auch einen Hauch von Dumas. Das fiel mir erstmals auf, als ich Debie seine Geschichte im Sommer während eines Besuchs in Antwerpen erzählen hörte, einer Stadt von rund 500.000 Menschen, darunter ca. 40.000 illegale Einwanderer, die hauptsächlich aus der Türkei und Marokko kommen.
Debie, ein athletisch wirkender 34-jähriger, war einmal ein hochrangiger Polizist. Als ich ihn traf, saß er im Stadtrat, aber als er 25 Jahre alt war, war er der jüngster Polizeiinspektor des Landes, der später für die Führung erfolgreicher Polizeieinsätze gegen die von der Mafia beherrschte Prostitution, Menschenhandel und illegale Drogenringe in Antwerpen gefeiert werden sollte. Dann kam eine Nacht im Jahr 2003, nach der die Dinge sowohl kompliziert als auch albtraumhaft werden.
Ich versuche immer noch hinter die Fakten dieses mehr als fünf Jahre andauernden Falles zu steigen, aber hier sind die hervorstechenden Punkte, wie ich sie begreife: Während sie auf die Beschwerde wegen ein paar Betrunkener reagierten, wurden Debie und seine Polizisten von fünf türkischen Männern angegriffen, die Baseballschläge rund ein Messer schwangen. Zwei Zeugen bestätigten diesen Angriff vor Gericht. Nachdem er half die Angreifer zu bändigen und zu verhaften, wurde Debie fortgerufen, um ein SEK-Team an einem anderen Ort in Antwerpen zu beaufsichtigen. Seine Leute kehrten mit den türkischen Verhafteten zur Wache zurück; diese behaupteten später, sie seien geschlagen und Rassismus ausgesetzt worden, während sie sich in der Wache befanden. Debie glaubt, dass die Schläge in seiner Abwesenheit tatsächlich passierten, obwohl seine schließliche Verurteilung dafür erfolgte, wie er erklärte, dass er „eine Atmosphäre geschaffen habe, die andere Leute dazu brachte solche Dinge zu sagen“ wie – das muss man sich vorstellen – „Jetzt haben wir fünf Lämmer hier und können sie schlachten“.
Ursprünglich wurde Debie zu einer Bewährungsstrafe verurteilt; es stellte sich heraus, dass dies aber nur das erste von zwei Verfahren war. „Ich war mit dem ersten Urteil sehr zufrieden“, erinnert sich Debie. Der Polizist, der zugab den „rassistischen“ Kommentar gemacht zu haben, blieb ungestraft und gehört heute, sagte mir Debie, zu einem „das die Diversität in Antwerpen managt“. Die Türken ihrerseits wurden nie wegen ihres Angriffs auf die Polizei belangt.
Nach dem Ausscheiden aus dem Polizeidienst entschied sich Debie für einen Sitz im Stadtrat von Antwerpen zu kandidieren und, wie er es formuliert, „Antwerpen auf diese Weise sicher zu machen“. Er kandidierte als Mitglied von Vlaams Belang, der vom Establishment verunglimpften konservativen Partei, die (1) die flämische Unabhängigkeit von Belgien anstrebt und (2) sich der Islamisierung der Kultur Europas entgegen stellt, zu der die linken Eliten in Belgien wie sonst in Europa aktiv ermutigen und teilweise in ihren Wählerschaften zu verstärken helfen. Und Debie siegte.
Und so kam es, dass die Staatsanwälte, nachdem Debie gewählt wurde, gegen sein Urteil Berufung einlegten.
Hmm. Ich frage mich, warum? Könnte es Teil der fortgesetzten Kampagne der belgischen Regierung gegen Vlaams Belang sein, die als größte politische Partei Belgiens eine ständige Drohung der Abspaltung von Belgien (immerhin Heimat des „vereinten Europa“) und der Gegnerschaft zur Islamisierung darstellt? Selbst jetzt sehen sich zwei führende Mitglieder der Partei, Filip Dewinter und Frank Vanhecke, ihren eigenen juristischen Schlachten ausgesetzt, um ihre politischen Rechte und Lebensfähigkeit gegen andere absoluten falschen Anklagen wegen „Rassismus“ zu behalten. „Rassismus“ ist die beliebteste Keule der PC-Belgier, die verzweifelt versuchen die zentralisierte Macht zu behalten.
In Debies Fall erreichten die Staatsanwälte bei diesem zweiten Mal vor Gericht die Verurteilung wegen Rassismus, die sie anstrebten – noch einmal: für Äußerungen, die Debie bei dem Vorfall auf der Wache, bei dem Debie nicht anwesend war, nicht machte.
Und was tut ein verurteilter „Rassist“ in Belgien, um seine Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft nachzukommen? Bisher hat Debie €30.000 Euro an Bußgeldern bezahlt. Er hat schon längst seine politische Karriere verloren und nach dieser neuen Verurteilung entzog ihm die Regierung Belgiens seine politischen und bürgerlichen Rechte für die Dauer von zwölf Jahren auf lokaler und für fünf Jahre auf nationaler Ebene. Was sich, offen gesagt, weit mehr nach der alten Sowjetunion anhört als nach dem Alten Europa.
Natürlich musste Debie als Mann ohne Rechte aus dem Stadtrat abtreten, wo ich ihn im Sommer traf. Ich nahm ihn mit der Videokamera neben seinem Ratsstuhl stehend auf, als er schon erwartete, dass er dort zum letztem Mal stehen würde. Ihm ist jetzt verboten für ein öffentliches Amt zu kandidieren, er darf nicht wählen und in keinem öffentlichen Dienst arbeiten. Er sagte mir, er plante 2009 zu heiraten und forschte gerade nach, ob ihm das ohne Bürgerrechte überhaupt erlaubt werden würde.
Aber das ist Zukunftsmusik. Heute, so nichts Unvorhergesehenes eintritt, meldet er sich beim überbelegten und gewalttätigen Gefängnis Vorst außerhalb von Brüssel, wo er seine Zeit an der Seite einiger der schlimmsten Kriminellen Belgiens absitzen wird, von denen eine nicht unerhebliche Zahl das sind, was Debie gequält als seine „ehemaligen Kunden“ bezeichnet.
Das setzt Debies Leben mit Sicherheit einem Risiko aus; diese Tatsache hat er den belgischen Behörden dringen vorgelegt, die es bisher aber nicht für nötig gehalten haben seine Sicherheitsbedenken in Betracht zu ziehen.
„Als ich die Nachricht [sich im Gefängnis zu melden] erhielt, rief ich den Gefängnisdirektor an“, sagte mir Debie. „Sie wussten genau, wer ich war und sagten mir: Es tut uns sehr leid, aber dies der schlimmste Ort, an den Sie geraten konnten“. Debie hat die Möglichkeit eines letzten Gesuchs an den belgischen Justizminister, Jo Vandeurzen. „Ich werde nicht wegen meiner Verurteilung streiten; die habe ich akzeptiert“, erklärte er. Angesichts des akuten Risikos für seine physische Unversehrtheit jedoch hat Debie Vandeurzen gebeten ihm eine alternative Strafverbüßung zu gewähren, etwas wie Straßen kehren oder den Zoo sauber halten, was in Belgien nach seiner Aussage nicht ungewöhnlich ist.
Bisher hat er natürlich noch keine Antwort bekommen.
Warum schreibe ich „natürlich“? Wenn dieser Eintrag nicht wirklich die Trüffel-Tabletts im belgischen Palast erschüttert, ist es kaum vorstellbar, dass humanitäre Bedenken Erfolg haben, wo Logik und Beweise lange schon versagen. Aber wir können hoffen. (Und wir können anrufen.)
In der Zwischenzeit versucht Debie vorwärts zu sehen. „Es ist schon komisch“, sagte er, „dass es nach dem hier etwas gibt, was sie mir nicht mehr antun können. Ich werde frei sein.“
Hoffentlich früher als später.
Update durch PowerLine: Diana West hat uns informiert, das Debie nach einem Tag aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er befindet sich jetzt unter einer Art elektronischer Kontrolle/Hausarrest. Ihm sind weiterhin seine Bürger- und politischen Rechte entzogen, sein Sitz im Stadtrat und seine berufliche Laufbahn bei der Polizei verwehrt. Aber zumindest sieht er sich nicht weiter der Aussicht ausgesetzt im Gefängnis von seinen „ehemaligen Kunden“ angegangen zu werden.
Belgien gilt als Modell für “Europa”. Wenn das wirklich so sein soll, dann gute Nacht. In Köln hat sich der Türken-Fritz schon ein Beispiel an seinem Kollegen von Brüssel genommen. Fat Freddie hat ja auch ein besonderes Herz für Leute, die von ihm nicht gewünschte politische Meinungsäußerer platt machen. Man kann nur hoffen, dass das nicht weiter Kreise zieht. Kein Wunder jedenfalls angesichts solcher Vorgänge (deren Revidierung nicht vor der EU eingeklagt werden kann), dass das Brussels Journal schon länger davon spricht, dass wir auf dem Weg in die EUSSR sind.
Kapitalismus erklärt
25. Oktober 2008 at 21:40 | In Gesellschaftspolitik | 2 CommentsTags: das wahre Leben, Kapitalismus, Sozialismus
Wie erklärt man Leuten mit sozialistischen Tendenzen (oder auch Voll-Kommunisten), wie der Kapitalismus wirklich aussieht? Der Kapitalismus der normalen Geschäftstätigen, nicht der großen Bosse? Wie erklärt man einem Typen, der sein Leben lang zwar vom „Verteilen des Reichtums an alle“ schwätzt, sich andererseits aber von solchem Reichtum aushalten lässt und keine Ahnung davon hat, wie dieser Reichtum entsteht? Barack Hussein Obama ist sein ganzes Eerwachsenenleben lang gesponsert worden, hat vom Geld anderer gelebt (meist selbst bei dem, das er sich beruflich verdiente). Jetzt will er einsacken und an andere geben, was gar nicht seins ist. Für Leute wie Barack Obama, Oskar Lafontaine usw. gibt es eine nette Geschichte, die ein Amerikaner mal von sich gegeben hat:
Ein Mann besaß eine kleine Farm in Virginia. Das Lohn- und Einkommensamt von Virginia behauptete er würde seinen Helfern keine anständigen Löhne zahlen und schickte einen Beamten, um ihn zu befragen: „Ich brauche eine Liste Ihrer Angestellten und wie viel Sie ihnen bezahlen“, verlangte der Beamte.
„Nun ja“, antwortete der Farmer, „das ist mein Knecht, der seit drei Jahren hier arbeitet. Ich zahle ihm $200 die Woche und er hat freie Kost und Logie. Die Köchin ist seit 18 Monaten hier und zahle ihr $150 die Woche und sie hat freie Kost und Logie. Dann gibt es da den Schwachkopf, der jeden Tag etwa 18 Stunden arbeitet und rund 90% der gesamten Arbeit hier erledigt. Er Macht rund $10 die Woche, zahlt Kost und Logie selbst und ich kaufe ihm jeden Samstag eine Flasche Bourbon. Er schläft auch ab und zu mit meiner Frau.“
„Das ist der Typ, mit dem ich reden will – der Schwachkopf“, sagt der Beamte.
„Das wäre dann ich“, antwortete der Farmer.
Der Kern des muslimischen Beleidigtentums
3. August 2008 at 17:36 | In Gesellschaftspolitik, Islam+Islamismus, Muslime | 1 CommentTags: beleidigt
„Man kann den Muslimen das Recht, sich beleidigt und gedemütigt zu fühlen, ebenso wenig absprechen wie den Schweizern das Recht, zu einer Volksabstimmung aufzurufen“, schreibt Henryk M. Broder über die muslimischen Reaktionen auf den anstehenden schweizerischen Volksentscheid zum Minarettbau.
Da hat er recht. Jedenfalls nach unserem Verständnis von Freiheit und freier Meinungsäußerung. Die Frage sollte aber in den Raum gestellt werden, warum die Vertreter der Religion der immerwährenden Empörung so beleidigt reagieren, wann immer ihnen etwas nicht passt. Ist das willkürlich? Oder ist das eine gewollte Methode? Oder gibt es da ein grundsätzlich anderes Verständnis von begründetem Beleidigtsein?
Robert Spencer von Jihad Watch klärt auf:
Das übliche Verständnis von übler Nachrede ist im Westen, dass falsche Vorwürfe beteiligt sind, mit denen eine andere Person verleumdet wird. Im islamischen Gesetz aber gehören zu übler Nachrede keine Unwahrheiten. Das Shafi’i-Regelwerk des islamischen Gesetzes, Umdat al-Salik, definiert „üble Nachrede“ als „Erwähnung von etwas Beliebigem zu einer Person, das dieser nicht gefällt“. Es wird nichts darüber gesagt, ob das Gesagte wahr ist oder nicht – nur, dass die Person das nicht mag. Und das gründet sich auf eine Äußerung Mohammeds, die dasselbe sagt.
Hat man das Konzept der üblen Nachrede erst einmal verstanden, dann ist es einfacher zu begreifen, warum Muslime im Westen so schnell und einfach alles Reden über Jihad und islamische Überlegenheitsansprüche als verleumderisch und den Islam beleidigend charakterisiert wird, selbst wenn das Gesagte beweisbar korrekt ist. Ein bemerkenswerter Fall war der der Klage von CAIR gegen die National Review; ein weiterer war der Angriff von Al-Arabiya auf mein Buch The Truth About Muhammad [Die Wahrheit über Mohammed], aber das krönende Beispiel ist die Antwort auf Geert Wilders’ Film Fitna.
Vor diesem Hintergrund muss man sich über gar nichts mehr wundern. Wenn es beleidigend ist, anderen Wahrheiten des Islam weiterzugeben, die Muslimen nicht gefallen, dann ist auch klar, dass überhaupt nicht mehr über den Islam gesprochen werden darf, wenn man es nicht in der positivst lobenden Art tut und vor den Imamen und ihren Verbänden katzbuckelt und sich ihnen zu Füßen wirft.
Die Muslime haben ihr Recht auf Beleidigtsein. Allerdings dürfen wir ihnen nicht das Recht geben, dieses Beleidigtsein zum Standard zu machen, dem sich alle anderen unterzuordnen haben. Sie müssen lernen damit zu leben beleidigt zu sein, ohne dass sie gleich ausflippen und drohen, wie der schweizerische Imam, der mit seiner angeblichen Sorge um die Schweiz in Wirklichkeit die Schweizer vor die drohende Wahl stellt, sich entweder dem islamischen Allmachtsanspruch zu fügen oder „dänische Zustände“ und das Verbrennen von Schweizer Fahnen (und mehr) zu bekommen.
Sozialismus und Antisemitismus
3. August 2008 at 17:30 | In Europa+Nahost, Geschichte, Gesellschaftspolitik, die Welt+Islam, die Welt+Nahost | 1 CommentTags: Antisemitismus, Linke
Sultan Knish, 21. Juli 2008
Können Sie ein Land nennen, in dem die von der Regierung kontrollierten Medien wiederholt antisemitische Beschimpfungen verbreiten und die Protokolle der Weisen von Zion zitieren? Ein Land, aus dem ein Drittel der jüdischen Bevölkerung ausgewandert ist und der Exodus weiter geht? Ein Land, dessen Regierung Razzien wegen „subversiver Aktivitäten“ gegen Synagogen durchführt und deren Berater die Juden beschuldigen Komplotte zur Übernahme der Macht im Land zu schmieden?
Schließlich ein Land, dessen Regierung oder besser Diktator von den Linksliberalen in den USA und Europa weit gehend unterstützt wird.
Nein, es liegt nicht im Nahen Osten, sondern in Südamerika. Das Land ist natürlich Venezuela und wie die antisemitische Agenda seiner marxistischen Genossen der Sandinisten demonstriert Hugo Chavez’ „jüdisches Problem“, dass linker Antisemitismus sehr wenig mit der Existenz Israels oder jeglicher so genannter Unterdrückung der palästinensischen Araber zu tun hat.
Der marxistische und linke hass auf die Juden geht lange vor den modernen Staat Israel zurück. Tatsächlich geht er auf Marx selbst zurück, der, obwohl er jüdische Vorfahren hatte, die Juden um so mehr hasste.
Marx schrieb: „Geld ist der eifersüchtige Gott Israels, neben dem kein anderer Gott existieren darf… Der Jude hat sich auf jüdische Weise emanzipiert, nicht nur, weil er finanzielle Kraft erworben hat, sondern auch, weil durch ihn und auch ohne ihn das Geld eine Weltmacht geworden ist und der praktische jüdische Geist der praktische Geist der christlichen Nationen geworden ist. Die Juden haben sich insofern emanzipiert, als die Christen Juden geworden sind.“ Damit gab er den antisemitischen Standpunkt des Marxismus vor, der bis heute weiter besteht.
Das ist die Art fanatischer antisemitischer Raserei, die die meisten Menschen in einer Ausgabe von Mein Kampf zu finden erwarten, aber Marxismus und Nationalsozialismus sind die zwei Seiten derselben Medaille und Marx und Hitler entwickelten beide eine neue Vision für Deutschland. Eine, die die Juden als bösartige Bankiers und Hamsterer dämonisiert, Hindernisse für einen wahren sozialistischen oder nationalsozialistischen Staat.
Wenn Chavez über Juden spricht, spiegelt er dasselbe marxistische Stereotyp und die Besessenheit von den Juden als den finanziellen Herrscher der Welt oder besonders in Venezuela wider: „Die Welt hat genug für alle, aber es ist so, dass einige Minderheiten – die Nachkommen derer, die Christus kreuzigten… von den Reichtümern der Welt Besitz ergriffen.“
Gegen den jüdischen Reichtum zu eifern ist natürlich ein altes Stereotyp, nimmt aber für Sozialisten, deren Ziel die Enteignung von Reichtum und Eigentum zugunsten der Hände eines sozialistischen Staates ist, eine besondere Bedeutung an.
Für Sozialisten sind jüdischer Erfolg und Fähigkeit unsere Erbsünde. Wo Linksliberale den Anspruch erheben von dem Wunsch motiviert zu sein Gleichheit durch die Beseitigung sozialer Diskriminierung zu bringen, ist die Wirklichkeit, dass dies nie dazu gedacht war tatsächlich zu funktionieren. Diskriminierung soll eine endlose Tretmühle sein, der man nur durch Sozialismus und Regierungskontrolle entkommen kann. Die Juden sind allerdings die wichtigste Ausnahme gewesen, die weithin in der Kunst, Handel, Industrie, Medizin, Juristerei, Politik und hundert anderen Berufen Erfolg hatten, trotz der sozialen Diskriminierung.
Die Juden sind für die Propheten des Sozialismus schlicht eine Störung, weil die Juden ihr Lieblingspostulat widerlegen, dass nur Regierungskontrolle Gleichheit und Gerechtigkeit sicher stellen kann. Ist es da ein Wunder, dass die Sozialisten dazu tendieren die Juden zu hassen?
Moderner sozialistischer Antisemitismus rechtfertigt sich durch Israel, hat aber wenig mit Israel zu tun. Die Sozialisten feierten Israel 1948, als sie glauben es würde ein sozialistischer Brückenkopf im Nahen Osten sein. Statt dessen machte sich Israel Reformen des freien Marktes zu eigen und wurde einer der größten Erfolge der Welt in der medizinischen, technologischen und landwirtschaftlichen Entwicklung. Israels Bruttosozialprodukt reiht sich in die Westeuropas ein. Israels mittleres Haushaltseinkommen liegt knapp hinter dem Australiens und vor dem von Irland und Hongkong.
Ist es ein Wunder, dass die Sozialisten, die einst hoffnungsvoll auf Israel blickten, es heute verachten, gegen es toben und die niederträchtigsten Verleumdungen gegen es wiederholen, die sie finden können? Sie folgen bloß in den Fußstapfen des Karl Marx, der die jüdische wirtschaftliche Vitalität als Bedrohung seiner sozialistischen Vision betrachtete. Der Antisemitismus ist nicht der Sozialismus der Dummen, wie Bebel sagte; der Sozialismus ist unwiderruflich an den Antisemitismus gekettet, ob nun in Deutschland oder England oder darüber hinaus.
Sozialisten betreiben Antisemitismus, nicht wegen Israel, sondern weil sie sich über die Juden ärgern und weil es eine billige Quelle bigotten Populismus ist, in Venezuela für Chavez oder in Großbritannien für George Galloway oder in Amerika für Cynthia McKinney, derzeitige Präsidentschaftskandidatin der Grünen Partei.
Viele werden dem damit entgegnen, dass eine große Zahl Sozialisten jüdisch waren und sind. Ja und?
Torquemada, Chef-Aufwiegler der spanischen Inquisition, stammte auch von Juden ab. Selbst Ferdinand und Isabella hatten jüdisches Blut. Viele derer, die in der spanischen Inquisition Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannten, hatten, wie Marx oder Adam Shapiro von der ISM, jüdische Vorfahren. Bevor auch sie verbrannt wurden, was öfter geschah als dass sie verschont wurden.
Dasselbe Muster spielte sich in der UdSSR ab, als die Yevesktsia, die jüdische Sektion, Säuberungen unter den Juden durchführte, Religiöse und Zionisten für ihre Herren im Kreml ausrotteten, bis sie an der Reihe waren vor das Erschießungskommando zu treten. So ist das zahllose weitere Male abgelaufen, von Konvertiten bis zu Kapos, und es wird sich in der Zukunft weiter abspielen.
Der gemeinsame Nenner ist: Solche Leute leben in einem Wertesystem, das das Jüdisch sein verachtet; sie entscheiden sich dafür sich auf die Seite des Feindes zu stellen und sein Wertesystem zu übernehmen; damit wird ihr eifrigstes Ziel andere Juden zu verfolgen und zu töten. Es spielt kaum eine Rolle, ob sie zum Katholizismus oder Kommunismus konvertieren, das mentale Phänomen ist dasselbe. Und es ist nicht nur auf Juden allein beschränkt, wie man am Aufkommen des Dhimmitums in Europa und Amerika sehen kann.
Solche Leute sind natürlich genauso wenig „Juden“ in irgendeinem bedeutungsvollen Sinne, wie der amerikanische Taliban Johnny Walker Amerikaner war. Sie waren einfach Leute, die zufällig auf eine bestimmte Art geboren wurden und unter der Last ihres Selbsthasses gegen ihr eigenes Volk in den Krieg zogen.
Linker Antisemitismus ist keine jüdische Last, er ist eine Last des Sozialismus. Er wird vom sozialistischen Ekel vor dem Individuum, vor individuellen Leistungen und individuellem Streben, die nicht in den Gesang des Kollektivs einstimmen, angetrieben. Denn das ist es, was die Juden letztlich sind. Der Wahn des Sozialismus ist der Wahn der Massen, einer lauten Stimme, die auf einen Mob einbrüllt und mit sauber manikürtem Finger auf einen Juden zeigt und proklamiert: „Da ist euer Feind.“
Diese Stimme hat jetzt seit ziemlich langer Zeit gebrüllt. Wenn die Grüne Partei jemanden wie Cynthia McKinney als Standartenträger aussucht, geben sie ein Statement ab. Ein Statement über erfolgreichen Minderheitengruppen in Amerika, die Juden und asiatisch-indischen, die McKinney fanatisch hasst. Wenn lateinamerikanische Marxisten Juden und Chinesen zu Sündenböcken machen, dann geben auch sie damit ein Statement ab. Und das ist ein Statement, das die Linke lauthals bejubelt.
Die hässliche Wirklichkeit hinter dem Sozialismus ist die: Sie ist die Ideologie von Sklavenhalten auf der Suche nach Sklaven. Diejenigen, die den Sozialismus von Natur aus brauchen, sind leicht zu gewinnende Rekruten. Diejenigen, die das nicht wollen, werden dämonisiert und sie sollen sich schuldig fühlen, weil sie hart für ihr Auskommen arbeiten und damit auch noch Erfolg haben. Ihnen wird vorgeworfen sie seien habgierig, privilegiert, stellten Ansprüche und seien Unterdrücker. Einige werden sich dann den Reihen der Sozialisten anschließen oder ihnen aus Schuldgefühlen heraus Geld geben. Und so zahlt sich der Antisemitismus für die Sozialisten aus und wird das immer wieder tun. In Venezuela, in Großbritannien. In Paris und Seattle. In Bolivien und Nicaragua. In Georgia und in Harlem. Der Sozialismus bleibt mit dem Antisemitismus verbunden. Nicht wegen Israel. Sondern wegen des Hasses auf die Juden und des Hasses auf das Individuum und der Gier nach Macht über die Menschheit.
Ergänzung:
ElderofZiyon bietet zwei wunderschöne Beispiele dafür an, wie die extreme Linke sich verhält. Und dass ihre Unterstützung der Terroristen eigentlich nicht aus Sorge um das Wohlergehen der PalAraber erfolgt, sondern aus Hass auf die Juden.
Erfolg: Rekordmüllmenge
8. April 2008 at 18:36 | In Gesellschaftspolitik, aua | Leave a CommentDie Stadt Leverkusen hat eine jährliche Aktion, die recht lobenswert ist: „Wir für unsere Stadt“. Dabei sammeln Freiwillige aus der Einwohnerschaft in allen möglichen und unmöglichen Ecken der Stadt Müll ein. Die Aktion läuft schon ein paar Jahre und erfreut sich jedes Jahr größerem Zulauf. Inzwischen beteiligen sich ganze Organisationen (z.B. eine Grundschule) daran. Die Stadt wird sauberer.
Allerdings kann man bei der Pressemitteilung der Stadt auf etwas falsche Gedanken kommen. Überschrieben ist sie so (Information über www.presse-service.de):
Rekordteilnehmerzahl ermöglichte Rekordmüllmenge
Aua. Die Teilnehmer ermöglichten die Müllmenge? Hatten sie die verstreut?
In der Meldung dann Genaueres: „Dabei sind sage und schreibe 55 Tonnen Müll zusammengetragen worden. Wie die über 6.600 Teilnehmer bedeutet auch diese Zahl einen absoluten Rekord.“
Aha. 6.600 Teilnehmer tragen 55 Tonnen Müll zusammen. Rekord und Erfolg. Ich werde nächstes Jahr mal da vorbeisehen und auch etwas Müll in die Landschaft geben, damit wieder ein neuer Rekord erzielt wird…
Mal ernhaft: Ist diese Menge falsch „entsorgter“ Müll wirklich ein Grund zu Stolz? Ist es nicht eher ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass 6.600 Menschen sie in einer solchen Riesenaktion einsammeln müssen?
Die Freiwilligen haben eine enorme Arbeit geleistet und das soll nicht geschmälert werden. Aber sicherlich wäre es auch nicht falsch einmal darüber nachzudenken, was man tun kann, damit solche Müllmengen gar nicht erst in der Natur herumliegen. Allerdings: Die Gesellschaft „umzuerziehen“ ist ein Prozess, der langwierig und nicht sonderlich kostengünstig sein könnte. Ich persönlich fände es allerdings sinnvoller, wenn man den Müll erst gar nicht aus der Pampa holen müsste.
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