Es ist Mai. Die “Eroberung über Besatzung“-Saison ist eröffnet

29. Mai 2014 um 13:22 | Veröffentlicht in Islamstaaten, Muslime, Nahost-Konflikt | Hinterlasse einen Kommentar
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Burak Bekdil, Hürriyet, 23. Mai 2014

Es ist Mai. Das ist der Monat, in dem die islamistischen Türken die Tradition befolgen, die erklärt, warum „Eroberung“ gut, „Besatzung“ aber schlecht ist.

Außenminister Ahmet Davutoğlu zum Beispiel galubt, dass “diejenigen, die die Bedeutung Jerusalems und der palästinensischen Reste nicht verstehen, das Gewissen der Menschheit angreifen“. Ich hoffe, dieser Kolumnist fiel in Herrn Davutoğlus „mutig“-Kategorie, als er schrieb „Die Türkei ist nicht Nordkorea“ (in dieser Kolumne: Turkey is not North Korea – nor Syria, nor Egypt, 14. Mai), doch heute wird er das Gewissen der Menschheit angreifen.

Herr Davutoğlu glaubt Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee (wo er, wie er gesagt hat, beten möchte, wenn Jerusalem die Hauptstadt des Palästinenserstaats geworden ist) sind seit 1948 besetzt – als der Staat Israel gegründet wurde, was falsch ist. Letzte Woche sagte er: „Unter den Bedingungen des internationalen Rechts steht Jerusalem unter [israelischer] Besatzung.“ Dann fragte er: „Wenn die UNO-Entscheidungen [Resolutionen] nicht umgesetzt werden, warum werden sie dann überhaupt beschlossen?“

Würde Herr Davutoğlu im Alter von 11 Jahren an Schachunterricht teilnehmen, würde er wahrscheinlich höflich gebeten diesen sofort zu verlassen. Wie kann eine Außenminister UNO-Resolutionen zu „Jerusalems Besetzung“ zitierten, wenn mehrere andere UNO-Resolutionen seit über vier Jahrzehnten sein eigenes Land als den Besatzer Zyperns beschreiben?

Ironischerweise kam Herrn Davutoğlus Rede zur Besatzung Jerusalems um denselben Tag, an dem das Europäische Menschenrechtsgericht (ECHR) die Türkei verurteilte dem griechischen Zypern wegen der Besetzung von 1974 und der folgenden Teilung der Insel 90 Millionen Euro zu zahlen. Ehrlich: Könnten Sie mal erklären, ehrenwerter Minister, warum „wenn Entscheidungen der UNO [und des Europarats] nicht umgesetzt werden, warum sie überhaupt getroffen wurden“?

Doch in Reaktion auf das Urteil des ECHR sagte Herr Davutoğlu, er betrachte die Entscheidung als „weder bindend noch von irgendwelchem Wert“. Das wäre ein Verfassungsbruch, da Artikel 90 der türkischen Verfassung erklärt: „Internationale Vereinbarungen, die ordnungsgemäß in Kraft gesettz wurden, habe Gesetzeskraft. Keine Berufung darf bezüglich dieser Vereinbarungen aufgrund dessen eingelegt werden, sie sein verfassungswidrig.“

Natürlich könnten wir Herrn Davutoğlu immer bitten, ob er bereit wäre zu erklären, warum Israel verpflichtet sei sollte UNO-Resolutionen umzusetzen, im Fall der Türkei aber sowohl UNO-Resolutionen und EHCR-Urteile „weder bindend noch von irgendeinem Wert“ sein sollten. Ich bin sicher, er wird das nicht erklären. Doch ich glaube ich kenne die Antwort.

In etwa eine Woche ab heute werden Millionen Türken mit farbenfrohem Tamtam und Feuerwerk auf die Straße gehen, um den 561 Jahrestag der Eroberung Konstantinopels von Byzanz zu feiern – dieselben Türken, die so wütend sind, dass Jerusalem besetzt ist. Wenn dieselben frohsinnigen Türken die Eroberung feiern, wissen sie, dass Eroberung heißt, dass man einem anderen Land/Stamm Land mit Gewalt wegnimmt? Natürlich wissen sie das. Und sie sind stolz darauf. „Die Eroberung“ zu feiern ist Anerkennung einer unumstrittenen historischen Tatsache, dass Istanbul vor „der Eroberung“ einer anderen Nation gehörte. Stimmts? Stimmt.

Warum trauern dann Herr Davutoğlu und die Eroberungsfetisch-Türken wegen „der Besetzung Jerusalems“? Erinnern wir uns: 2012 sagte Professor Mehmet Görmez, der höchste muslimische Geistliche der Türkei: „Nachdem [der mächtige Kalif] Omar al-Quds [Jerusalem] eroberte, wurde er eingeladen in einer Kirche zu beten [da es in Jerusalem keine Moscheen gab]. Doch er lehnte höflich ab, weil er Sorge hatte, die [erobernden] Muslime könnten die Kirche in eine Moschee umwidmen, nachdem er dort betete.“

Jerusalem erobert? Erkannte der höchste Geistliche die Tatsache da nicht an, dass Jerusalem vor der „Eroberung“ keine muslimische Stadt war? Er tat es. Wie kann dann die Besetzung einer nicht muslimischen Stadt – Konstantinopel – eine „Eroberung“ sein, aber die Besetzung einer nicht Muslimischen Stadt, die einst von Muslimen besetzt wurde, „Besatzung“?

Die Antwort ist einfach. Im islamischen Wörterbuch ist eine „Eroberung“ etwas großartiges, denn „wir nehmen nicht muslimisches Land mit der Gewalt des Schwertes“; „Besatzung“ ist etwas, das wir betrauern, weil es „den Verlust von Land, das wir einmal besetzt hatten“ bedeutet.

Geschichte zu lesen sollte etwas Ernsteres sein als Fußball-Hooligans zu sein.

Wo ist die wahre Apartheid???

29. Mai 2014 um 10:00 | Veröffentlicht in Araber, die Welt+Nahost, Islamstaaten, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Gefunden auf Facebook und eingedeutscht:

Jemen:
Diskriminierung von Frauen
Homosexualität illegal, kann mit dem Tod bestraft werden.
keine Pressefreiheit

Jordanien:
Palästinenser (größte Bevölkerungsgruppe) sind im Parlament unterrepräsentiert.
Juden können nicht Staatsbürger werden.

Ägypten:
Verfolgung von Christen
keine freie Meinungsäußerung
Journalisten ins Gefängnis gesteckt
Diskriminierung von Frauen
Palästinenser dürfen weder arbeiten noch studieren.

Libanon:
palästinensische Flüchtlingslager
Palästinensern ist es nicht gestattet ihre Häuser zu besitzen oder Ärzte oder Rechtsanwälte zu werden.
Homosexualität ist illegal.

Saudi-Arabien:
riesige Diskriminierung von Frauen
keine Religionsfreiheit
keine freie Meinungsäußerung
keine Pressefreiheit

Palästinensische Autonomie & Hamas:
Verfolgung von Christen
Diskriminierung von Frauen
Verfolgung von Homosexuellen, Todesstrafe
Verkauf von Land an Juden ist illegal.
keine freie Meinungsäußerung
keine Pressefreiheit

Iran:
Todesstrafe für Ehebruch
keine freie Meinungsäußerung
keine Reisefreiheit
keine Pressefreiheit
Nr. 1 weltweit bei Hinrichtungen von Homosexuellen, Jugendlichen, Demonstranten
Frauen werden verprügelt, weil sie keinen Schleier tragen.

Syrien:
keine freien Wahlen
keine freie Meinungsäußerung
keine Reisefreiheit
Diskriminierung von Frauen, ethnischen und Religionsgruppen
Homosexualität ist illegal.
in den letzten 2 Jahren 150.000 Menschen getötet

Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen…

Jedes Land im Nahen Osten diskriminiert Frauen, Nichtmuslime, Homosexuelle und andere Minderheiten, außer welchem?

Richtig: ISRAEL

(Sussex Frieds of Israel)

Mit „Muslimklärung“ Islamischen Terrorismus wegerklären

27. Mai 2014 um 13:40 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Islam+Islamismus, Islamstaaten | 2 Kommentare
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Daniel Greenfield, FrontPageMag, 22. Mai 2014

Während nach einem „Allahu Akbar“-Schrei und einer Bombenexplosion blutige Leichenteile und Rauch in die Luft steigen, folgt jedem muslimischen Terroranschlag die „Muslimklärung“, warum der jüngste Akt islamischer Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hat.

Manchmal sind die Muslimklärer Muslime. Oft nicht einmal das.

Als die Boko Haram, eine islamische Terrorgruppe mit Verbindungen zur Al-Qaida, nigerianische Mädchen entführte, machten sich die Muslimklärer der Medien eilig dran zu erklären, warum das nichts mit dem Islam zu tun hat. TIME brachte „5 Gründe, warum Boko Haram unislamisch ist“; ein netter Artikel von einem dieser nicht muslimischen Experten darüber, warum der Islam feministisch ist. „Mit ihrer anhaltenden Kampagne an Morden und Entführungen verhalten sich die Mitglieder von Boko Haram selbst auf eine Weise, die den Lehren des Propheten Mohammed kaum fremder sein könnten“, behauptete der Artikel. Als Beweis zitierte TIME eine Äußerung des saudi-arabischen Großmufti Scheik Abdulaziz al-Scheikh, dass Boko Haram „aufgebaut wurde, um das Bild des Islam zu beschmutzen“.

Das ist derselbe Scheik al-Scheikh, der die Zerstörung aller Kirchen in der Region und die Verheiratung 10-jähriger Mädchen forderte. Kirchen zu zerstören und Schulmädchen zu vergewaltigen ist genau das, wofür Boko Haram steht. Wenn man den Medien glaubt, dann unterstützt genau derselbe Großmufti die Vergewaltigung von Kindern in Saudi-Arabien als islamisch, der sie in Nigeria zu vergewaltigen als unislamisch bezeichnet.

Der einzige Grund, dass der mit gespaltener Zunge redende Doppel-Scheik Boko Haram und andere Al-Qaida-Gruppen verurteilt, besteht darin, dass er ein Sprachrohr der saudischen Herrscherfamilie ist, die gegen sie ablehnt.

Saudi-Arabien lehnt Al-Qaida nicht ab, weil diese unislamisch ist. Sie ist gegen Al-Qaida, weil die islamische Gruppe das Haus Saud ersetzen will, was den Deal zwischen Wahhab und Saud kippt, der eine Ausgewogenheit zwischen der tyrannischen Königsfamilie und der Moschee schuf.

Saudi-Arabien und seine Sprachrohre sind nicht gegen Al-Qaida, weil diese unislamisch ist. Sie sind dagegen, weil sie für sie zu islamische ist.

Muslimklärung durch Nichtmuslimen ist verlogen. Time behauptet, Mohammed sei dagegen gewesen Frauen und anderen Nicht-Kombattanten Schaden zuzufügen, obwohl er und seine Männer gefangene Frauen versklavten und vergewaltigten. Es behauptet, der Islam sei dagegen minderjährige Mädchen zwangsweise zu verheiraten, obwohl doch Mohammed ein minderjähriges Mädchen heiratete und der von Time in seiner Einführung zitierte muslimische religiöse Führer das unterstützt. Time behauptet, Boko Harams Krieg gegen Christen sei unislamisch, doch forderte der von ihm zitierte Großmufti die Zerstörung christlicher Kirchen auf Grundlage der Forderung Mohammeds auf seinem Totenbett: „Es darf keine zwei Religionen auf der Arabischen Halbinsel gleichzeitig geben“.

Sollten wir Time glauben, dann ist nicht nur Boko Haram unislamische, sondern auch der Großmufti, den Time zitierte, um zu beweisen, dass Boko Haram unislamisch ist.

Das gleiche gilt für Mohammed.

Wenn Mohammed unislamisch ist, weil er in einer Feldzug der Gewalt und Sklaverei Mädchen vergewaltigte, Frauen versklavte und religiöse Minderheiten ermordete … gibt es dann überhaupt einen Islam?

Entweder ist Mohammed, der Gründer des Islam, unislamisch, so dass der Islam, wie er von den Muslimklärern definiert wird, nicht existiert. Oder die Muslimklärer lügen, was den Islam angeht.

Muslimische Länder gehören zu den religiös intolerantesten Orten der Welt und sie sind zudem die Orte, wo Frauen und Mädchen am wahrscheinlichsten wir Dreck behandelt werden. Man kann entweder den unabhängigen Statistiken, den Zitaten muslimischer Geistlicher und Mohammes glauben – oder den Muslimklärern, die behaupten, dass die Verurteilung der Boko Haram durch ein totalitäres islamisches Land, dessen Religionspolizei Schulmädchen zurück in ein brennendes Gebäude stieß, weil ihr Haar nicht bedeckt war, beweist, dass die Gruppe nichts mit der moderaten Form des in Saudi-Arabien praktizierten Islam gemein hat.

Muslimklärung durch Muslime beleidigt die Opfer des Islam noch stärker.

Scheik Mostafa Elazabawy von der Moschee Masjid Manhattan trat aus dem interreligiösen Beratergremium für das 9/11-Museum zurück und warnte, die Dokumentation über Terrorismus würde Muslime beleidigen.

Das war derselbe Scheik Elazabawy, der Juden ein „Krebsgeschwür“ nannte. Muslimklärer wie Elazabawy fordern Toleranz ein, aber sie sind nicht bereit sie im Gegenzug auch zu üben. Sie sind nicht wirklich für Toleranz, sondern dafür Raum für muslimische Privilegien auszumeißeln.

Das ist nichts anderes als das, was islamisch-herrenmenschliche Gruppen wie Al-Qaida und Boko Haram tun. Der einzige Unterschied wischen muslimisch-herrenmenschlichen „Moderaten“ und „Extremisten“ besteht darin, dass die Extremisten bezüglich ihres Herrenmenschentums ehrlich sind, während die Moderaten sich hinter Toleranz verstecken.

„Der Film unterstellt ignorant, eine Religion statt einer Gruppe Krimineller sei für die Anschläge vom 11. September verantwortlich zu machen“, insistiert CAIR. Kriminelle begehen keinen Selbstmord, indem sie Flugzeuge in Gebäude fliegen. Kriminelle streben nach Profit aus ihren Verbrechen. Die Entführer des 9/11 waren bereit zu sterben, weil sie glaubten, sie würden in einem mit ewigen Jungfrauen und Wein servierenden Jungen gefüllten Paradies wiedergeboren werden.

Die Checkliste für die 9/11-Entführer sagte ihnen, sie sollten den Koran in ihre Hände lesen und ihre Messer und Reisepässe berühren, um sie mit magischen Kräften des Koran auszustatten. Sie versprach ihnen, dass Flughafensicherheitskräfte sich nicht anhalten würden, außer durch den Willen Allahs. Beim Angriff wurden sie gedrängt Allah zu preisen und sich daran zu erinnern, dass „die Frauen im Paradies warten“.

Das sind die Motive der innig religiösen Männer, die Tod und Töten anbeten.

Glauben die Muslimklärer von CAIR wirklich, dass Al-Qaida eine Bande Krimineller ist? Unter ihrer derzeitigen Führung ist A-Qaida praktisch eine Splittergruppe der Muslimbruderschaft. CAIR hat enge Verbindungen zur Muslimbruderschaft. Sie haben außerdem eine Geschichte der Unterstützung einer anderen Terrorgruppe der Muslimbruderschaft, Hamas. Nihad Awad, Gründer und geschäftsführender Direktor von CAIR, sagte: „Ich unterstütze die Hamas-Bewegung.“

Al-Qaida drängte auf Unterstützung für die Hamas und die Hamas verurteilte die Tötung von Osama bin Laden, indem sie sagte: „Wir verurteilen die Ermordung eines muslimischen und arabischen Kriegers und wir beten zu Allah, dass seine Seele in Frieden ruht. Wir betrachten dies als Fortsetzung der amerikanischen Unterdrückung und Vergießens des Blutes von Muslimen und Arabern.“

CAIR unterstützt Hamas. Hamas unterstützt Al-Qaida. Und doch wollen die Muslimklärer von CAIR uns glauben machen, dass sie Al-Qaida nicht unterstützen, obwohl sie ein Zweig derselben Muslimbruderschaftsbaums ist. CAIR nahm sogar Geld von einer mit Al-Qaida verbundenen Fassadengruppe an.

Wenn Al-Qaida eine Bande unislamischer Krimineller ist, dann ist auch die Hamas, die Al-Qaida unterstützt, eine unislamische Bande Krimineller. Wir können nichts glauben, was CAIR über den Islam sagt, weil sie nach eigenem Eingeständnis eine unislamische Bande von Kriminellen ist.

Da praktisch jede muslimische Organisation in diesem Land mit CAIR verflochten ist, sind auch diese unislamische Banden Kriminelle und wir sollten alles ignorieren, was sie über den Islam sagen.

Da sich jetzt alle Muslimklärer als unislamische Kriminelle geoutet haben, können wir vielleicht eine ehrliche Diskussion über den Islam führen. Und diese Diskussion muss mit dem Eingeständnis beginnen, dass religiöse Toleranz und Respektierung der Rechte von Frauen unislamisch sind. Entweder das; oder wir glauben, dass Al-Qaida und Boko Haram, ganz zu schweigen davon, dass Pakistan, dem Iran, Saudi-Arabien, Afghanistan, Indonesien, Kuwait, Qatar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die zusammen eine Bevölkerung von rund einer halben Milliarde Muslimen haben, unislamisch sind. Und wo sollen wir dann tatsächlich irgendwelche Muslime finden außer den hypothetischen in den muslimklärenden Artikeln der Mainstreammedien?

Entweder haben die Muslimklärer recht und den wahren Islam, wie den wahren Kommunismus, gibt es nirgendwo in einem muslimischen Land auf der Erde; oder sie liegen falsch und der wahre Islam ist das, womit wir es hier zu tun haben. Es handelt sich nicht um unislamische Kriminelle, die Schulmädchen entführen, Kirchen sprengen, Flugzeug in Gebäude fliegen, und Menschen wegen Mohammed-Karikaturen ermorden.

Das ist Islam.

Ist ein zweiter Holocaust möglich?

1. Mai 2014 um 12:56 | Veröffentlicht in Araber, Europa, Islam+Islamismus, Islamstaaten, Israel | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Ist ein zweiter Holocaust möglich? Diese Frage ist angesichts des Völkermords des letzten Jahrhunderts gerechtfertigt, ebenso angesichts des derzeitigen massiven und extremen Schürens von Hass auf Israel und Juden. Die Geschichte zeigt, dass Völkermord in der Regel bedeutende und beständige Dämonisierung der potenziellen Opfer vorausgeht. Doch nicht alles starke Schüren von Hass führt zu Massenmord.

Niemals in der Geschichte ist die psychologische Infrastruktur gründlicher und länger für Völkermord vorbereitet worden als vor dem Holocaust. Viele Jahrhunderte lang sagte die katholische Kirche ihren Anhängern, dass die Juden Jesus töteten. Sie fügte eine noch tödlichere Beschuldigung hinzu: dass all ihr jüdischer Nachwuchs auf ewig für den Tod ihres Gottessohnes verantwortlich seien. Vor mehr als fünfzig Jahren fasst Joshua Trachtenberg in seinem Buch Devil and the Jews (Der Teufel und die Juden) zusammen, wie das mittelalterliche Christentum die Juden sah: als „Hexer, Mörder, Kannibalen, Giftmischer, Gotteslästerer“.1

Erst 1965 entfernte der Vatikan den größten Teil dieses Giftes mit der Erklärung Nostra Aetate aus der katholischen Lehre. Experten zur Zeit des Lebens Jesu wie das Mitglied der königlich-niederländische Akademie Pieter van der Horst sagt, dass die Juden in der Zeit der Römer keinerlei Macht hatten irgendjemanden zu töten: „Alles, was wir aus anderen Quellen wissen, sagt uns, dass Pilatus durch und durch skrupellos und unbarmherzig war. Die Vorstellung, er würde einen Menschen vor der Todesstrafe retten, weil er ihn für unschuldig hält, ist nicht historisch und fast lächerlich.“2

Die falsche Beschuldigung hält sich aber bis heute. Eine Studie der Anti-Defamation League aus dem Jahr 2012 stellte fest, dass mindestens 60 Millionen – von 400 Millionen – erwachsenen Bürgern der Europäischen Union voll oder teilweise der Äußerung zustimmten, dass die Juden Jesus töteten. In Polen betrug der Anteil 46% und in Ungarn 38%.

Die falsche Beschuldigung des Gottesmordes bedeutete, dass Juden für viele Christen das „absolut Böse“ repräsentierten. Die Nazis und viele ihrer Verbündeten fügten eine weitere Beschuldigung des „absolut Bösen“ hinzu, das dem Europa des zwanzigsten Jahrhunderts besser angepasst war: „Juden sind Untermenschen.“ Der größte „Erfolg“ der extremen Diffamierung war das Abschlachten von sechs Millionen Juden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich ein neues Konzept des „absolut Bösen“: Völkermord zu begehen oder sich wie die Nazis zu verhalten. Letztes Jahr präsentierte ich in meinem Buch Demonizing Israel and the Jews ein paar einfache Berechnungen. Sie zeigen, dass mindestens 150 Millionen Menschen in der Europäischen Union glauben, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt oder alternativ sich ihnen gegenüber verhält wie die Nazis den Juden gegenüber. Ein Journalist erklärte mir, dass europäische Medien diese „ihre Leser vor den Kopf stoßenden“ Zahlenbefunde nicht veröffentlichen wollten. Mit anderen Worten ausgedrückt: Nach dem Zweiten Weltkrieg sagten viele vom Holocaust: „Wir haben es nicht gewusst.“ Die derzeit vorherrschende europäische Haltung des Ignorierens des weit verbreiteten Hasses auf Israel könnte übersetzt werden als: „Wir wollen es nicht wissen.“

Eine wichtige Studie der Fundamental Rights Agency aus dem Jahr 2013 zeigt, dass infolge des zunehmenden Antisemitismus in Europa beträchtliche Anteile der Juden in der Öffentlichkeit regelmäßig oder immer ihre Identität verbergen. In Schweden und Frankreich tut die Mehrheit der Juden das. Das Leben der europäischen Juden als Kollektiv ist nicht in Gefahr. Es bleibt höchst unwahrscheinlich, dass es in der vorhersehbaren Zukunft einen zweiten europäischen Holocaust an den Juden geben wird, da es in der Gesamtgesellschaft viel zu viel Widerstand dagegen gibt.

Denselben Widerstand gibt es in großen Teilen der muslimischen Welt nicht. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der ideologischen Unterstützer des mörderischen Jihad der Art Bin Ladens beträgt mindestens 150 Millionen.4 Öffentlich Völkermord Befürwortende wie der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad vermehren sich nicht nur im Iran der Ayatollahs, in der Hisbollah oder der Hamas (der Partei, die bei den einzigen allgemeinen Wahlen der Palästinenser die Mehrheit der Stimmen gewann). Ein weiteres Beispiel unter vielen gab es 2012, als der damalige ägyptische Präsident Mohammed Morsi mit „Amen“ antwortete, als ein Imam eine Bitte um Völkermord betete: „Oh Allah, vernichte die Juden und die sie unterstützen.“5

Eine iranische Atombombe ist nicht die einzige potenzielle Quelle für einen zweiten Holocaust. Man muss sich nur die extremen Gräueltaten ansehen, die fast tägliche von vielen Muslimen begangen werden – hauptsächlich an anderen Muslimen in Syrien und dem Irak. Sollten sie jemals an die Macht kommen, gibt es genügend Palästinenser – denen andere Jihadisten helfen werden – um dasselbe mit Israels jüdischer Bevölkerung zu tun. Die während der beiden Intifadas begangenen Gräueltaten sind nur ein Indikator dafür. Die Bürgerkriege des Libanon sein ein weiterer.

Um ein solches Szenario zu bekämpfen muss Israel weit mehr tun, als zu versuchen zu verhindern, dass der Iran eine Atombombe bekommt und die Palästinenser militärisch mächtiger werden. Es muss auch die Information über die Doppelzüngigkeit und Grausamkeit beträchtlicher Tele der muslimischen Bevölkerung an die westliche Welt weltweit verstärken.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

1 Joshua Trachtenberg: The Devil and the Jews. Cleveland (Meridian), 1961, S. 159.
2 Manfred Gerstenfelds Interview mit Pieter van der Horst: „The Origin of Christian Anti-Semitism”. In: Post-Holocaust and Anti-Semitism”, S. 81, 1. Juni 2009.
3 Attitudes Toward Jews In Ten European Countries. ADL – Anti-Defamation League, März 2012.
4 Juliana Menasce Horowitz: Declining Support for bin Laden and Suicide Bombing. Pew Research Center Pulications, 10. September 2009.
5 Morsi answers amen to imam’s prayer for destruction of Jews. JTA, 22. Oktober 2012.

Noch was zur Verhältnismäßigkeit

6. April 2014 um 12:40 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Europa+Islam, Islamstaaten | Hinterlasse einen Kommentar
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gefunden auf Facebook:

Aus dem Kommentar der einstellenden Nutzerin:

Vom Westen die Freiheit fordern, Uran anreichern zu dürfen (wohlgemerkt für “friedliche” Zwecke wie Atomwaffen). Aber selber jedes noch so kleine “Vergehen gegen den Koran” auf’s Härteste bestrafen!

Iran-insultsEine britische Frau ist im Iran wegen „Beleidigung des Islam“ festgenommen worden…
Ist es nicht an der Zeit, dass wir in Britannien dasselbe mit Muslimen machen, die uns beleidigen?

Warum die Medien jihadistische Anschläge auf Nahost-Christen nicht berichten

27. März 2014 um 14:35 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Islam+Islamismus, Islamstaaten, Medien + Islam, Muslime, Propaganda | 3 Kommentare
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Raymond Ibrahim, The Torch, Winter 2014

Denn sie schlagen jetzt den Sohn Gottes noch einmal ans Kreuz und machen ihn zum Gespött. (Hebräer 6,6)

Die Vereinten Nationen, westliche Regierungen, Medien, Universitäten und Fernsehsprecher überall bestehen darauf, dass die Palästinenser immens unter Missbrauch durch den Staat Israel leiden. Umgekehrt wird die größte humanitäre Tragödie unserer Zeit – Christenverfolgung durch radikale Muslime, einschließlich in von den Palästinensern kontrollierten Gebieten – ergeben ignoriert.

Die Fakten sprechen für sich. Verlässliche Schätzungen deuten darauf hin, dass jedes Jahr irgendwo zwischen 100 und 200 Millionen Christen verfolgt werden; alle fünf Minuten wird ein Christ zum Märtyrer. Ungefähr 85% dieser Verfolgung erfolgt in mehrheitlich muslimischen Staaten. Im Jahr 1900 war der Nahe Osten zu 20% christlich. Heute sind es weniger als 2%.

In nur einer Woche setzte in Ägypten – aus dem meine Familie auswanderte – die Muslimbruderschaft eine Kristallnacht in Gang – sie führte Anschläge durch, zerstörte und/oder verbrannte 82 christliche Kirchen (von denen einige im 5. Jahrhundert gebaut wurden, als Ägypten noch ein mehrheitlich christliches Land war, vor den islamischen Eroberungen). Die schwarze Flagge der Al-Qaida ist auf Kirchen gehisst worden. Christen – einschließlich Priestern, Frauen und Kindern – sind angegriffen, enthauptet und getötet worden.

Die Verfolgung von Christen ist auch nicht auf Ägypten beschränkt. Von Marokko im Westen bis Indonesien im Osten und von Zentralasien im Norden bis ins Subsahara-Afrika im Süden, über tausende von Meilen Land, bewohnt von Völkern, die weder Rasse, Sprache, Kultur noch sozio-ökonomische Zustände teilen werden Millionen Christen verfolgt – nach den genau selben Mustern.

Muslimische Konvertiten zum Christentum und christliche Evangelisten werden angegriffen, inhaftiert und manchmal enthauptet; zahllose Kirchen überall in der islamischen Welt werden verboten oder mit Bomben angegriffen; christliche Frauen und Kinder werden entführt, versklavt, vergewaltigt und/oder gezwungen ihrem Glauben abzuschwören.

Weit davon entfernt diesen christlichen Opfern zu helfen, verschlimmert die US-Politik sogar ihre Leiden. Ob in Tunesien, Libyen, Ägypten oder Syrien und unter dem Mantel des von den USA unterstützten „Arabischen Frühlings“ sind die Dinge für Christen dramatisch schlechter geworden. In der Tat wurde gerade während einer Anhörung im Kongress offenbart, dass Tausende traumatisierter syrischer Christen – die, wie die irakischen Christen vor ihnen einen Massenexodus aus ihrem Heimatland durchmachen – fragten: „Warum befindet sich Amerika mit uns im Krieg?“

Die Antwort ist: Sehr wenige Amerikaner haben eine Ahnung, was mit ihren Glaubensgeschwistern geschieht.

Wenige Mainstream-Medien sprechen von der furchtbaren Verfolgung, die Millionen Menschen einfach deshalb erleben, weil sie in Frieden Christus anbeten wollen.

Es gibt natürlich einen sehr wichtigen Grund, dass die Mainstream-Medien die radikal-muslimische Christenverfolgung ignorieren: Wenn das volle Ausmaß dieses Phänomens jemals bekannt würde, würde viele Grundpfeiler der Mainstream-Medien – deren prominentester ist, dass Israel die Palästinenser unterdrückt – sofort zerbröseln. Warum? Weil radikal-muslimische Christenverfolgung dem ansonsten gut geölten Narrativ in die Parade fahren würde, das besagt, dass „radikal-mulimische Gewalt ein Produkt muslimischer Kränkungen ist“.

Überlegen Sie mal so: Weil der jüdische Staat stärker ist als die muslimischen Nachbarn, können die Medien islamische Terroristen leicht als frustrierte „Benachteiligt“ darstellen, die tun, was immer sie können, um „Gerechtigkeit“ zu erlangen. Egal, wie viele Raketen von der Hamas und der Hisbollah nach Tel Aviv geschossen werden und egal, wie antiisraelischer Blutdurst in radikalislamischen Begriffen zum Ausdruck gebracht wird, die Medien werden solche Feindschaft als eisernen Belegt dafür, dass die Palästinenser unter Israel derart unterdrückt werden, dass sie keine andere Wahl haben als sich auf Terrorismus zu verlegen.

Wenn aber radikale Muslime einen Freifahrtschein bekommen, wenn ihre Gewalt sich gegen diejenigen richtet, die stärker als sie sind, wie kann man dann ihre Gewalt vernünftig begründen, die sich gegen die richtet, die schwächer als sie sind – in diesem Fall Millionen einheimischer Christen?

Die Medien nicht einfach radikal-muslimische Christenverfolgung – die im Wesentlichen und in ihrer Form auf nicht provozierte Pogrome hinausläuft – als „Streit um Land“ oder ein Produkt von „Beschwerden“ darstellen (wenn überhaupt, dann sind es die geächteten und verfolgten christlichen Minderheiten, die Groll hegen sollten). Und weil die Medien radikalislamische Anschläge gegen Christen nicht durch das „Beschwerde“-Paradigma artikulieren können, das bei der Erklärung des arabisch-israelischen Konflikts so gut funktioniert, ist ihre wichtigste Zuflucht überhaupt nicht darüber zu berichten.

Kurz gesagt: Christenverfolgung ist die klarste Reflexion des radikalislamischen Vorherrschaftsdenkens. Die zahlenmäßig gewaltig unterlegenen und politisch marginalisierten Christen wollen in Frieden beten können und dennoch werden sie immer noch gejagt und angegriffen, ihre Kirchen niedergebrannt und zerstört, ihre Frauen und Kinder versklavt und vergewaltigt. Diese Christen sind in Rasse, Ethnie, nationaler Identität, Kultur und Sprache identisch zu ihren muslimischen Mitbürgern; es gibt keinen politischen Disput, keinen Streit um Land.

Das einzige Problem ist, dass sie Christen sind und deshalb, glauben Islamisten entsprechend ihrer Schriftauslegung, unterjocht werden müssen.

Würden die Mainstream-Medien ehrlich über die Christenverfolgung durch die radikalen Islamisten berichten, würden derart viele Grundpfeiler der den politischen Diskurs derzeit bestimmenden linken Darstellung zerbröseln, vor allem die Vorstellung, dass radikalislamische Intoleranz ein Produkt von „Beschwerden“ und dass Israel für allen jihadistischen Terror gegen sich selbst verantwortlich ist.

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