Op-ed: Juden verurteilen, weil sie Christen beschützen

23. April 2014 um 17:54 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Israel, Jerusalem, Nahost, UNO | Hinterlasse einen Kommentar
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Ronn Torossian, IsraelNationalNews.com, 22. April 2014

Der jüdische Staat schätzt Menschenrechte – besonders das Recht auf Leben. Die UNO sieht das nicht so.

Islamische Terroristen haben lange geschworen zuerst sich erst die „Samstagsleute“ zu holen und dann die „Sonntagsleute“. Fakt ist: Im Januar 2014 zählte eine gemeinnützige NGO die zehn für Christen repressivsten Staaten auf, von denen sich neun als muslimisch herausstellen. Und natürlich nehmen islamische Terroristen jede Chance wahr Juden anzugreifen.

Diese Woche beteten Tausende Christen aus aller Welt frei in der Altstadt von Jerusalem, während israelische (jüdische) Polizei für ihre Sicherheit sorgte. Und natürlich gab es angesichts wiederholter Terrorwarnungen (und -anschläge) in der Heiligen Stadt Beschränkungen, die der Sicherheit geschuldet waren. Wie es in der Welt heute so üblich ist sind Verspätungen unvermeidlich und Sicherheitsvorkehrungen sind notwendig.

Während christliche Pilger Samstag durch die Grabeskirche in Jerusalems Altstadt drängten, gab der UNO-Nahostgesandte Robert Serry eine Erklärung ab, mit der er verurteilte, was er einen „Vorfall“ nannte; er sagte: „Diese Sicherung war nichts, das man mit einer friedlichen Osterprozession verbindet.“

Was war dieser „Vorfall“? Der UNO-Gesandte war empört, dass die Friedensprozession an einem Sicherheitskontrollpunkt vor der Kirche gestoppt wurde, „trotz früherer Zusagen … ungehinderten Zugangs“.

Weiß dieser Narr, ob vielleicht ein Terrorist – oder eine Gruppe Terroristen – die Menschenscharen der Betenden infiltriert hatten? Oder ob es eine leere Tasche gab, über die niemand Rechenschaft ablegen konnte? Oder irgendeinen anderen Grund, der erforderte, dass die Sicherheitskräfte Leute überprüfen – wie sie es überall in der Welt tun?

Die Vereinten Nationen verurteilen Juden, die Christen schützen – das ist einfach unglaublich. Man fragt sich: Sah unser Gesandter jemals Verzögerungen, wenn er nach Israel reiste? Oder irgendjemand sonst? Wen machte er dafür verantwortlich?

Wenn er „Vorfälle“ in der Region verurteilen will, dann lasst Serry palästinensisch-arabische Gegenden untersuchen, wo Christen geprügelt, gefoltert und Kirchen mit Brandbomben bedacht werden. Samir Qumsieh, ein christlicher Gemeindeleiter aus Bethlehem, sagte am Heiligabend 2013, die örtlichen Christen sehen sich Diskriminierung durch die palästinensisch-arabischen Muslime ausgesetzt.

Ron Prosor, Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, schrieb diese Woche im Wall Street Journal, dass es heute enorme Verfolgung von Christen in den Ländern rund um Israel gibt. „Im Schutt syrischer Städte wie Aleppo und Damaskus sind Christen, die es ablehnten zum Islam zu konvertieren, von islamistischen Oppositionskämpfern entführt, erschossen und geköpft worden. In Ägypten verbrennen Mobs der Muslimbruderschaft koptisch-christliche Kirchen auf dieselbe Art, wie sie jüdische Synagogen ausmerzten. Und im Irak gehen Terroristen ganz bewusst gegen christliche Kirchgänger vor.“

„Letztes Weihnachten wurden 26 Menschen getötet, als eine Bombe durch eine Menschenmenge fegte, die eine Kirche in Bagdads südlichem Viertel Dora verließen. Christen verlieren ihr Leben, ihre Freiheiten, ihre Geschäfte und ihre Kirchen überall im Nahen Osten.“

Im gesamten Nahen Osten werden Christen getötet und Kirchen abgebrannt.

In Israel schützt der jüdische Staat menschliches Leben und schätzt es – und in New York verurteilen die Vereinten Nationen dafür, dass sie für Christen ein sicheres Durchkommen sicherstellen.

Ronn Torossian ist Unternehmer und PR-Führungskraft in New York.

Nachricht für die Araber

20. April 2014 um 12:00 | Veröffentlicht in Israel, Jerusalem | 2 Kommentare

… und für die Terroristen-Liebhaber, die angeblich für die „Palästinenser“ eintreten, aber letztlich nur gegen Israel sind:

Jerusalem-wirbleiben

„24h Jerusalem“ auf arte

13. April 2014 um 7:00 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Jerusalem, Medien+Nahost | 7 Kommentare
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Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 13. April 2014 (direkt vom Autor)

Innerhalb von 24 Stunden kann man bei ARTE mehr über Jerusalem erfahren, als nach 40 Jahren Leben in dieser Stadt. Arte hat von Samstag bis Sonntag eine Gemeinschaftsproduktion mit dem BR 24 Stunden lang ausgestrahlt. Mit 70 Kamerateams, darunter 20 israelischen und 20 palästinensischen Teams, wurden Menschen der Stadt und Europäer gefilmt und interviewt.

Dank Arte erfährt man, dass fast alle Juden in der Stadt fromm bis ultraorthodox sind oder Uniform tragen und Palästinenser kontrollieren, mit Pferden niedertrampeln oder schikanieren. Dann erfährt man, dass viele der Uniformieren mit großer Aufschrift „Polizei“ (allerdings auf Hebräisch) in Wirklichkeit „Soldaten“ sind…wenn man dem Fernsehbericht glauben darf.

Die betont hervorgehobene graue Beton-„Mauer“ verläuft zwar laut Landkarte überwiegend am Stadtrand, aber wie von Arte dargestellt, zieht sie mitten durch die Stadt. Denn sonst hätte Arte nicht bei jedem Viertel so deutlich betont, dass es in „Ostjerusalem“ oder in „Westjerusalem“ liege oder wie Gilo, eine „Siedlung“ mit 50.000 Einwohnern, mitten in Ostjerusalem liege, „umgeben von arabischen Vierteln“. Tatsächlich liegt Gilo im Süden der Stadt und grenzt nach Süden an Bethlehem und ansonsten an das israelische Westjerusalem. Tatsächlich ist Gilo erst 1967 von Israel erobert worden, wobei Arte verschweigt, dass der Grund und Boden des Viertels seit den Dreißiger Jahren Juden gehört.

Ähnliche Verwirrung entsteht bei Kennern Jerusalems, wenn von jüdischen „Siedlern“ etwa in Silwan die Rede ist, die palästinensische Wohnungen „beschlagnahmt“ hätten. Arte weiß offenbar nicht, dass Silwan vor etwa 150 Jahren von jemenitischen Juden gegründet worden ist und dass die Juden bei arabischen Pogromen vertrieben wurden.

Bei Arte erwähnt der Sprecher gelegentlich, dass es während der Zweiten Intifada 137 Selbstmordattentate gegeben habe. Erst bei dem gefilmten Spaziergang mit der Schriftstellerin Zruria Schalev, die in einem explodierten Bus schwer verletzt worden war, wird klar, dass die Selbstmordattentäter offenbar Japaner und keine Palästinenser waren. Denn Schalev fiel laut Arte einem „Kamikaze“-Attentat zum Opfer.

Die politische Befindlichkeit der Bewohner Jerusalems ist klar aufgeteilt.

Unter den Juden gibt es überwiegend „Extremisten“, „radikale Siedler“, „schikanierende Polizisten“ und vergleichsweise viele linke Aktivisten mit scharfer Kritik an der israelischen Regierung. Einer fährt weit hinaus, bis nach Jericho, um zu zeigen, wie Israel die Jahalin-Beduinen benachteiligt. Dieser Ausflug hat mit Jerusalem genauso wenig zu tun, wie der ausführlich gefilmte Empfang am Ben Gurion Flughafens eines zum Judentum konvertierten amerikanischen Katholiken, der am Abend in einem Jerusalemer Theater auftritt. Eine Gruppe Aktivisten übt sich als Hausbesetzer und bricht vor laufender Arte-Kamera in die verfallende Residenz der ehemaligen Regierungschefin Golda Meir ein, um die Wohnungsnot in Jerusalem zu lösen. Eine Aktivistin von „Peace Now“ (Frieden Jetzt) fährt zur Mauer in Abu Dis, um sich dort mit einem Polizisten anzulegen und zu erklären, dass die Mauer keinen Bestand habe, weil sie Menschen künstlich voneinander trenne. Gewiss hat sie Recht. Doch dass diese 8 Meter hohe Mauer erst vor 10 Jahren errichtet worden ist, nachdem damals fast täglich Busse und Restaurants in die Luft geflogen waren und dass dieser mörderische Spuk schlagartig nach dem Bau der Mauer endete, erwähnt sie nicht und wird dazu auch nicht befragt.

Erstaunt erfährt der ahnungslose Zuschauer, dass nicht nur Jericho, die judäische Wüste und der Ben-Gurion-Flughafen zu Jerusalem gehören, sondern auch Bethlehem, wo ein UNO-Offizier, Christoph von Toggenburg, den Beschuss eines Palästinensers durch israelische Soldaten erkundet und zum Schluss kommt, dass der Soldat gezielt und „absichtlich“ geschossen habe. Das Ergebnis der Prüfung aufgrund der Aussage des verletzten Palästinensers ist so klar, dass sich eine Stellungnahme des israelischen Militärsprechers für Arte offenbar erübrigte. Nach Jerusalem „eingemeindet“ wurde auch Kibbuz Ramat Rachel, obgleich der auf Eigenständigkeit besteht, trotz seiner Lage am Rande der Stadt.

Kritik am Vorgehen der israelischen Regierung und der Jerusalemer Stadtverwaltung, die nur 7% ihres Haushalts in den „palästinensischen“ Vierteln investiert, obgleich die Araber ein Drittel der Stadtbevölkerung ausmachen (selbstverständlich ohne zu prüfen oder zu erklären, woran das liegen könnte), kommt in geballten Ladungen in vielen Interviews mit Palästinensern, israelischen Aktivisten und „europäischen“ Protagonisten vor. Mehrere Palästinenser klagen über die israelischen Behörden, ihnen den israelischen Ausweis zu entziehen, falls sie sich außerhalb Jerusalems niederlassen. In Jerusalem seien sie Bürger zweiter Klasse und würden erniedrigt. Da die palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah mit keinem Wort kritisiert wird, steht der ahnungslose Zuschauer vor dem Rätsel, wieso 300.000 Palästinenser es vorziehen, von den Israelis unterdrückt zu werden, anstatt in die Freiheit der palästinensischen Autonomiegebiete zu ziehen.

Wer in Deutschland und Europa vielleicht erwartet hat, in einer 24-stündigen Dokumentation auch über die Reize und Sehenswürdigkeiten Jerusalems zu erfahren, wurde enttäuscht. Im Westen der Stadt gibt es nur die bedrückende Holocaust Gedenkstätte Jad Vaschem und bis zum Überdruss den Gemüsemarkt Machaneh Jehuda. In der Altstadt treibt es den Zuschauer von einer Heiligen Städte zur nächsten, wo entweder gebetet oder Gesang geübt wird. Das einzige Museum in Jerusalem haben jüdische „Extremisten“ geschaffen: Das „Tempelinstitut“, wo die Kultgeräte im künftig wiedererrichteten jüdischen Tempel (anstelle der bestehenden Moscheen) gezeigt werden. Die einzige von Arte gezeigte Ausgrabung ist für das Publikum geschlossen.

Anstatt stundenlang Bäckern und Köchen über die Schulter zu schauen, hätte Arte gewiss ein paar Minuten im Israel-Museum und an anderen Sehenswürdigkeiten innehalten können. Anstatt ausführlich einen arabischen Flüchtling, Abu Issam, aus dem Viertel Lifta sein Schicksal erzählen zu lassen, hätte Arte der Ausgewogenheit halber auch Juden zu Wort kommen lassen können, die fast gleichzeitig aus der arabischen Welt vertrieben worden sind. Niemand bei Arte stellt die Frage, wieso die arabischen Flüchtlinge von damals bis heute in engen Lagern leben müssen und nicht in die (palästinensische) Gesellschaft integriert worden sind. Fast peinlich stößt die offene (Schleich-) Werbung allein für ein einziges palästinensisches Hotel im „Osten“ der Stadt auf, obgleich es in Jerusalem nun wirklich nicht an guten, historischen und sehenswerten anderen Hotels mangelt.

Die Produzenten von Arte haben schriftlich und bei Pressekonferenzen eingestanden, von den Palästinensern zweimal boykottiert worden zu sein und finanzielle Verluste in Höhe von 400.000 Euro eingesteckt zu haben. In der Folge hätten sie das Konzept umgeworfen. Herausgekommen ist eine einseitige pro-palästinensische oder eher anti-israelische Propaganda-Show, auch wenn sie in den Nachtstunden mit langen Interviews uralten Holocaustüberlebenden und der jüdischen Seite mehr Gewicht gegeben haben.

(C) Ulrich W. Sahm

weitere Einordnungen:
- 24h Jerusalem – according to Arte (Claudio Casula, Spirit of Entebbe)
- Auf ARTE ringen nicht existente Völker miteinander (Ulrich W. Sahm)
- Eine Ergänzung von Ulrich W. Sahm zum Artikel bei Audiatur
- Bildungsfernsehen

Von Jordanien 1948 zerstörte große Synagoge soll wieder aufgebaut werden. PLO dreht durch.

5. April 2014 um 11:31 | Veröffentlicht in Israel, Jerusalem, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 3 Kommentare
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Elder of Ziyon, 31. März 2014

Israels News1 berichtet, dass für die große Synagoge Tiferet Yisrael (auch als Nissan Beck-Schul bekannt), eine der zwei bekanntesten Kuppelsynagogen Jerusalems, bevor Jordanien sie 1948 alle zerstörte, die Genehmigung zum Wiederaufbau gegeben wurde; der Plan dazu wurde erstmals 2012 erwähnt.

Nur die westliche und die südliche Fassade des Originalgebäudes sind übrig. Hier sieht man eine Postkarte, die ihr Inneres im Jahr 1901 zeigt:

Natürlich wird die Vorstellung des Baus einer historischen Synagoge im Jüdischen Viertel an ihrem Originalort von Israels Friedenspartner als ein furchtbares Verbrechen betrachtet – Sie wissen, die Leute, die behaupten, sie würden alle Religionen in jeder Friedensvereinbarung respektieren.

Die offizielle PA-Nachrichtenagentur WAFA berichtet:

Das Mitglied des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation und Leiter der Jerusalem Affairs, Ahmed Qurei („Abu Ala“) sagte, der Plan zum Bau einer Synagoge „Juwel Israels“ ist eine Katastrophe, die die Zukunft de Al-Aqsa-Moschee gefährdet; er stellte heraus, dass Israel fortfährt die heilige Stadt zu verjuden.

In einer Presseveröffentlichung am Donnerstagabend warnte Qurei … der israelische Plan ziele darauf ab eine Synagoge in der Altstadt zu bauen, nur 200 Meter entfernt von der Al-Aqsa-Moschee, westlich von dieser.

Es ist beachtenswert, dass dieses Vorhaben die Restaurierung einer alten Synagoge unterstützt, wobei festzuhalten ist, dass diese Synagoge auf den Ruinen einer islamischen Kapelle gebaut wurde. Sie wird über Grund aus drei Stockwerken bestehen und von einer riesigen Kuppel abgedeckt werden, die mehr als 24 Meter hoch aufsteigt.

Qurei merkte an, … dies wäre die dritte Synagoge ihrer Art in den letzten Jahren; davor wurden die „Hurva“-Synagoge und die „Ohel Yitzhak“ gebaut. Er sagte, dass all diese Synagogen auf den Ruinen rein islamischer Dotierungen gebaut wurden.

… Qurei stellte heraus, dass die Besatzungsbehörden anstreben den Status quo und die Größe islamischer Architektur zu marginalisieren und zu verändern, die die Altstadt Jerusalems durch ihre Gebäude charakterisieren … da die Besatzungsbehörden heute versuchen die Sich auf die Al-Aqsa-Moschee und den Felsendom zu verdecken.

Das ist übrigens die „Drohung“: Muslime bestehen darauf, dass ihre Gebäude die Höchsten in der Stadt sind. Das jüdische Viertel liegt auf einem Hügel, was bedeutet, dass die Kuppeln der Hurva und der Tiferet Yisrael höher sind als der Felsendom. Das ist es, was sie wirklich stört.

Für den Kontext: Hier sehen Sie, wie die Tiferet Yisrael aussah (das Kuppelgebäude links), wenn man vom Tempelberg in den 1920-er Jahren hinauf sah.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (02.-08.03.2014)

8. März 2014 um 22:35 | Veröffentlicht in Araber, Israel, Jerusalem, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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only-NosDie palästinensische Antwort auf Israels Friedensangebote.
Israel braucht für Frieden einen Partner.

Sonntag, 02.03.2014:

Kreuzworträtsel in der offiziellen PA-Zeitung: Haifa ist ein „Hafen im besetzten Palästina“.

Auf dem Tempelberg versuchten Muslime wieder Juden zu vertrieben bzw. zu verhindern, dass Juden das Plateau betraten. Die Polizei ließ später zwei Gruppen (je 25 Personen) nacheinander auf das Plateau; die Juden wurden von Arabern mit Beleidigungen empfangen. Ein Jude, der die Araber zur Rede stellen wollte, wurde festgenommen, weil er die Lage „anheizte“. Eine dritte Gruppe wurde nicht mehr hinauf gelassen.

Die Israel Electric Company hat der PA ein Ultimatum gestellt: Entweder diese begleicht ihre Stromrechnungen oder sie wird vom Netz abgeschaltet.

Saeb Erekat beschuldigte Israel, es unterstütze die Hamas und ihre Herrschaft im Gazastreifen; später ließ er von einem Sprecher erklären, er hätte nur gesagt Israel würde am meisten davon profitieren, dass die Hamas im Gazastreifen herrscht.

Friedensvertragspartner Jordanien: Eine Zeitung informierte die Leser, dass „Juden die Feinde Allahs und der Religion des Islam“ sind. Juden seien „Ratten, die Jerusalem schänden und das Fundament der Al-Aqsa-Moschee zerstören“. Außerdem seien „Juden wie der Teufel“. Eine andere informierte ihre Leser, dass die Juden alle Banken und das Geld der Welt kontrollieren, so wie sie das Gold Ägyptens stehlen wollen, wie sie es während des Exodus gemacht hatten.

Montag, 03.03.2014:

Der Verdacht von gestern, dass der Mordversuch in Petach Tikva ein Terroranschlag war, hat sich bestätigt. Der Täter wollte „Rache“ an Israel nehmen.

Die Hamas ließ wissen, dass nichts die Anerkennung „des jüdischen Charakters Israels“ rechtfertigen könne. Die PA könne Unterstützung aller palästinensischer und arabischer Parteien finden, wenn sie „eine reale und ehrliche Haltung gegen die Besatzung und deren Pläne einnimmt und zur Option des Widerstands zurückkehrt“. (Sind das deren „gemäßigte Elemente“?)

Die PA-Leute sind sich sicher, dass Obama diese Woche Netanyahu richtig unter Druck setzen wird, um ein Rahmenabkommen mit den Terroristen zu erzielen. (Abu Mazen angeblich auch, aber das dürfte wohl nur eine Schutzbehauptung sein, um sich dem Kerry-Plan zu widersetzen.)

Heckmeck:
- Vor dem Eintreffen Netanyahus in Washington musste der Superpräsi mal wieder warnen: Die Zeit für einen Friedensschluss mit den PalArabern laufe aus, ließ er den Israelis schonmal vorab wissen. Nur dem Terrorchef sagt der Narziss das nicht – der meine es ja schließlich ernst mit dem Frieden. (Wie blind, dumm, bescheuert, böswillig kann man eigentlich sein?)
- Bei seiner Tirade schwadronierte Obama von „aggressivem Siedlungsbau“, der den Friedensvertrag behindere und sagte, die USA könnten Israel nicht verteidigen, wenn die Gespräche scheiterten. a) Behindern tun die Terroristen, die Israel vernichten wollen, statt Frieden zu schließen; b) Die USA brauchen Israel nicht zu verteidigen – Obama sollte sich einfach raus halten, dann würde er schon mehr tun, als all sein kontraproduktives Geschwätz, das Israel schadet.

Dienstag, 04.03.2014:

Ein Repräsentant von Mahmud Abbas legte wieder los: Er nannte einen Mörder von Frauen und Kindern einen „mutigen, heldenhaften Kämpfer“. Dazu schickte Abbas einen Kranz zur Ehre eines Selbstmordbombers, der 8 Menschen tötete. Ein weiterer offizieller PA-Vertreter sprach auf der Beerdigung eines Selbstmord-Bombers: „Wir sind entschlossen unsere Märtyrer zu ehren.“

John Kerry nimmt den Mund mal wieder reichlich voll: Die USA werden nicht erlauben, dass die Westbank ein zweiter Gazastreifen wird, behauptet er. Er behauptet ja auch, die USA würden dem Iran nicht erlauben Atomwaffen zu bekommen. Die Mullahs lachen sich schlapp und bauen weiter…

Benjamin Netanyahu sprach vor der Organisation AIPAC; dort forderte er Mahmud Abbas auf den jüdischen Staat endlich ohne Umschweife anzuerkennen. Die Terroristen bezeichnen das als einseitige Beendung des Friedensprozesses.

Heckmeck:
- Der frühere Chefunterhändler Nabil Sha’ath ließ wissen, dass es besser sei weiter zu reden, als kein Abkommen zu haben. Sollte Kerrys Versuche fehlschlagen, sei das nicht das Ende der Welt. Aber damit die Verhandlungen fortgesetzt werden können, müsse Israel Bedingungen erfüllen: Terroristen freilassen und jegliche Bautätigkeit einstellen.

Mittwoch, 05.03.2024:

Heckmeck:
- Amr Mussa, ehemals Generalsekretär der Arabischen Liga und heute Vorsitzender des Verfassungsrats in Ägypten, fordert: „Ost“-Jerusalem muss eine internationale Stadt oder die Hauptstadt von Palästina werden.

Donnerstag, 06.03.2014:

Heckmeck:
- Nach Angaben einer PA-Zeitung haben Netanyahu und Abbas Kerrys Rahmenplan bekommen. Aus Ramallah gab es umgehend ein Dementi.
- Ein Berater von Mahmud Abbas sagte, die Verlängerung der Gespräche mit Israel sei unwahrscheinlich. Die „Kluft bei den Verhandlungen“ wachse und die PA könne Israel nicht als jüdischen Staat anerkennen.

Freitag, 07.03.2014:

Es gibt Berichte über intensivierte Patrouillen der UNIFIL und der libanesischen Armee an der Grenze zu Israel; Hubschrauber sollen über Gebieten westlich von Kiryat Schmona fliegen. Die IDF hat einen Aufklärungsballon aufsteigen lassen. Die Libanesen berichten im Gegenzug über starke Luftwaffentätigkeit der Israelis.

Die PA feiert Ahmed Sa’adat. Der PFLP-Terrorist hatte – unter anderem – 2001 den damaligen israelischen Tourismusminister Rehavam Ze’evi feige ermordet. Die PA pries seinen „Heldenmut“.

PA-Chef Mahmud Abbas betont wieder, dass Israel nicht als jüdischer Staat anerkannt werden wird. Er habe „US-Druck früher schon widerstanden (bei der Anerkennung durch die UNO) und kann das wieder tun“.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Wer sind die Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem?

19. Februar 2014 um 15:29 | Veröffentlicht in Christen+Kirchen, Jerusalem, Nahost-Konflikt | Hinterlasse einen Kommentar

Malcolm Lowe, Gatestone Institute, 29. Januar 2014 (mit freundlicher Genehmigung des Autors und seines Übersetzers)

Weihnachten 2013 wurde in den Kirchen wieder einmal durch kleinmütige Judenhasser getrübt, die sich als Verfechter der Palästinenser darstellen. Die Details wurden hier sorgsam gesammelt. Oft beanspruchen sie, im Namen „der palästinensischen Christen“ zu handeln. Aber die palästinensischen Christen, auf die sie sich berufen, kann lediglich irgendeine Clique sein, die nicht befugt ist, im Namen des „palästinensischen Christentums“ zu reden, wie etwa die handvoll Ehemaliger und Möchtegerns, die das sogenannten Kairos-Palästina-Dokument verfasst haben. Die „Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem“ können wohl als die einzige Einrichtung betrachet werden, die die authentische Meinung der palästinensischen Christen zum Ausdruck bringt. Aber auch für diese Annahme fehlt die Grundlage, wie wir sehen werden.

Die Weihnachtsbotschaft der Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem von 2013 ist sicherlich eine bewundernswerte und beispielhafte Aussage der christlichen Theologie, die alle Menschen guten Willens leiten könnte. Es tröstet die christlichen Opfer des heutigen Nahen Ostens, ohne jemand für die Schuld zu benennen oder den Abstieg in eine freischärlerische Politik zu beschuldigen. Nur Fanatiker, gleich welcher Überzeugung, könnten mit Worten nicht einverstanden sein, wie etwa: „Einige sehen Gewalt als den einzigen Weg Ordnung zu schaffen und Sicherheit zu erreichen oder andere als den einzigen Weg, Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu widerstehen. Wir glauben fest daran, dass Gewalt nicht der Weg ist und dass Jesus als der Friedefürst gekommen ist, um uns nicht nur zu zeigen, wie wir mit Gott versöhnt werden, sondern auch miteinander. Frieden muss in den Herzen der Menschen beginnen, wenn wir das gemeinsam Menschliche erkennen, das wir mit jedem einzelnen Menschen teilen, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist.“

Von wem spricht die Nachricht? Von Syrern und Ägyptern ebenso wie von Israelis und Palästinensern, wie aus anderen Teilen der Nachricht deutlich wird, allerdings ohne Namen zu nennen. Noch vor einigen Jahren tendierten aber die wiederholten Verlautbarungen im Namen der Oberhäupter der Kirchen deutlich in Richtung Palästinenser, sei es in den jährlichen Botschaften zu Weihnachten und Ostern oder in Reaktion auf bestimmte Ereignisse. Manchmal waren die Nachrichten mit politischen Forderungen an die israelischen Regierungen und die verschiedenen palästinensischen Fraktionen gespickt.

Mays Mißverständnisse

Diese Verlautbarungen veranlassten die Akademikerin Melanie A. May, eine kommentierte Sammlung von fast siebzig dieser veröffentlichen Statements zu publizieren: Jerusalem Testament: Palestinian Christians Speak, 1988-2008 (Eerdmans, 2010). Der Klappentext behauptet: „Dieses Buch ist ein kraftvolles Zeugnis für das Evangelium von Jesus Christus und den Glauben und die Hoffnung palästinensischer Christen, die in den besetzten Gebieten leben. Melanie May führt in die bemerkenswerten öffentlichen Erklärungen der Jerusalemer Kirchenoberhäupter der vergangenen zwei Jahrzehnte, 1988 bis 2008, ein und stellt sie vor. Durch Jerusalem Testament sprechen die Stimmen palästinensischer Pastoren im Namen ihres eigenen Volkes und rufen Christen weltweit auf zu einem neuen Bund mit ihren Brüdern und Schwestern in und um Jerusalem.“

Leider sind sowohl der Klappentext als auch der Titel des Buches nicht nur irreführend, sondern falsch. Die Statements erscheinen in der Regel über dreizehn Signaturen. Zwölf sind die der Kirchenführer, normalerweise in folgender Reihe: griechisch-orthodox, lateinisch-katholisch, armenisch-orthodox, koptisch-orthodox, syrisch-orthodox, äthiopisch-orthodox, griechisch-katholisch, maronitisch, episkopal (anglikanisch), lutherisch, syrisch-katholisch und armenisch-katholisch. Der dreizehnte Name, der des franziskanischen Kustos, steht auf dem vierten Platz, nach den drei historischen Patriarchen.

Sieben davon repräsentieren nicht-palästinensische Kirchen: die zwei armenischen, die koptische, die zwei syrischen, die äthiopische und die maronitische. Sie werden von Nicht-Palästinensern geleitet und ihre Mitglieder sind weder Palästinenser, noch nicht einmal ethnische Araber. Die Kopten, zum Beispiel, sind Nachfahren der vorislamischen Bevölkerung von Ägypten, da das islamische Recht die Heirat von muslimischen Frauen mit christlichen Männern verbietet, während es die Kinder von einem muslimischen Mann und einer christlichen Frau als muslimisch zählt. Die Armenier und Syrer sind Nachkommen von Flüchtlingen des Völkermordes des Ersten Weltkriegs in der Türkei; es gab auch Massentötungen an syrischen und griechischen Christen in der Türkei, nicht nur an den Armeniern. Die Maroniten, so erklärte uns einmal charmant eines ihrer Oberhäupter, nennen sich selbst „Araber“, wenn sie politisch schwach, aber „Phönizier“, wenn sie politisch stark sind.

Zu den sechs anderen Kirchen gehören auch Palästinenser, aber der griechisch- orthodoxe Patriarch ist immer griechisch (wie auch die meisten in der oberen Hierarchie), der franziskanische Kustos ist ein Italiener, und die griechisch- katholischen Christen werden in der Regel von einem Syrer geleitet, derzeit allerdings von einem Ägypter, der eine griechische Mutter hat. So waren also in der Zeit des Buches von Professorin May (und sind es auch heute) nur drei der dreizehn Häupter Palästinenser, obschon in Erinnerung ist, dass auch diese drei immer aus Italien (die Lateiner), aus Großbritannien (die Episkopalen) und aus Deutschland (die Lutheraner, bevor die arabischen Gemeinden von den Deutschen getrennt und eine unabhängige Kirche wurden) kamen.

Andererseits sind ihre Parochien nicht nur palästinensisch, sondern umfassen auch Israel und Jordanien. Das griechische Patriarchat erstreckt sich bis zu den Golfstaaten, das lateinische Patriarchat schließt Zypern ein, die anglikanische Diözese umfaßt Libanon und Syrien, und die Franziskaner kommen aus der ganzen Welt. Darüber hinaus haben die Kirchen mit arabischen Mitgliedern, mit Ausnahme der arabischen Lutheraner, weit mehr Mitglieder innerhalb des Staates Israel als in den Gebieten der palästinensischen Autonomiebehörde.

Es ist darum lächerlich, von den Dreizehn so zu sprechen, als seien sie palästinensische Kirchen, die von palästinensischen Christen geleitet werden. Dieser Fehler ist jedoch keine Besonderheit der Professorin May, sondern nur übernommen von dem, was fast alle pro-palästinensischen Ausländer, darunter viele Akademiker, als selbstverständlich annehmen.

Die Erklärungen von Professorin May sind ebenfalls von palästinensischer Propaganda beeinflusst, die für bare Münze genommen werden. Nur ein Beispiel sind ihre Zeilen (S. 44), dass „im September 1996 … Ministerpräsident Netanyahu grünes Licht gab den ‚Klagemauer-Tunnel‘ zu öffnen, einen archäologischen Tunnel, der unter der Al-Aqsa und dem Haram al-Sharif verläuft“. Dies ist kein unbeabsichtigtes Versehen, da sie es wiederholt (S. 55): „Der archäologische Tunnel, der unterhalb des Haram al-Sharif verläuft“. Tatsächlich wurde dieser Anwurf von Palästinensern propagiert und provozierte gewalttätige Ausschreitungen, bei denen Menschen getötet und verletzt wurden. Er war aber eine grobe Lüge. Der „Tunnel“ verläuft nicht unter der Al-Aqsa oder dem Tempelberg (ein Begriff, den sie offenbar vermeidet, vielleicht aus Rücksicht auf die bösartige palästinensische Lüge, dass es dort nie einen jüdischen Tempel gegeben habe). Zweitens ist es kein Ausgrabungstunnel und drittens wurde nicht „es“, sondern etwas anderes eröffnet.

Um genau zu sein: Es ist die alte Straße, die vermutlich schon in der Zeit Jesu bestand, aber jahrhundertelang verschüttet war, die entlang der Westseite des Tempelbergs führt. Die Straße wurde beim Entfernen des angesammelten Schutts in den Unterbauten neuerer Gebäude ausgegraben. Und was eröffnet wurde, war nicht der Ort, der bereits für Besucher zugänglich war, sondern nur ein Ausgang zur Via Dolorosa an seinem nördlichen Ende. Die Idee war, einen kontinuierlichen Besucherstrom von Süden nach Norden zu ermöglichen. Falls Professorin May jemals seitdem in Jerusalem war, hätte sie eine Tour buchen und es selbst sehen können. Die Touren wurden Jahr um Jahr durchgeführt, ohne noch Unruhen zu provozieren, weil die Palästinenser begriffen haben, dass sie wieder einmal verleitet worden waren, sich für die Lügen ihrer Führer töten zu lassen.

Doch der krasseste Fehler – mit dem Professorin May ebenfalls nicht allein steht – ist die Annahme, dass diese verschiedenen Verlautbarungen in Sitzungen der dreizehn Unterzeichner entstanden. Soweit ich, der ich seit 1970 in Jerusalem lebe, feststellen konnte, ist jedes dieser Statements, bis auf den heutigen Tag, normalerweise das Werk einer einzelnen Person. Die Oberhäupter der Kirchen haben möglicherweise jeweils wenig mehr getan als, wenn überhaupt, ihre Unterschriften hinzuzufügen. Manchmal haben sie nicht einmal alle das getan, aber die Botschaft ging trotzdem hinaus.

Die Träumereien von Sellors

Für die gesamte Periode des Buches von Professorin May (1988-2008) ist nicht einmal klar, ob überhaupt eines der im Namen der Kirchenoberhäupter herausgegebenen Statements von einem Palästinenser geschrieben wurde. Sicher ist, dass in der zweiten Hälfte dieses Zeitraums der Mann, der die Verlautbarungen verfasste, kein Palästinenser war, sondern ein vor kurzem angereister Engländer, Michael H. Sellors (1936-2010).

In der Zeit von 1997-2002 war Sellors Dekan der episkopalen St. Georgs-Kathedrale. Nach seiner Pensionierung beschloss er, in Jerusalem zu bleiben anstatt in seine alte Diözese in England zurückzukehren, wo er, wie das Gerücht ging, eine Ehefrau hatte. Wegen seiner exzentrischen Erscheinung und Art war er bei Einigen bekannt als „Mad Mike“. Wer aber die Barsetshire-Romane von Anthony Trollope gelesen hat, dem Lieblingsautor des verstorbenen britischen Premierministers Harold Macmillan, wundert sich nicht über seltsame anglikanische Geistliche.

Obwohl Sellors kein Mandat mehr hatte, ließen ihn die Oberhäupter der Kirchen weiterhin ihre gelegentlichen Treffen und Geschäft koordinieren, währenddessen er sich weiterhin „Hochwürden“ nennen ließ. Er fand Unterkunft durch die Großzügigkeit des einen oder anderen Klosters. Aber nun hatte er auch weniger Beschränkungen für seine Abfassung von Verlautbarungen. Man hofft, dass einer oder mehrere Kirchenführer seine Weihnachts- und Osterbotschaften begleitet haben, aber andere Verautbarungen wurden durch plötzliche Ereignisse veranlasst. Die Erklärung unterlag dann einem Prozess, den man als „Mad Mike-Manöver“ bezeichnen könnte. Das heißt, sein Statement wurde in die Büros aller Kirchenoberhäupter mit dem Hinweis geschickt: „Das wird mittags versandt, falls ich nichts von Ihnen höre.“ Ungeachtet der Tatsache, dass einige von ihnen, wie es Prälaten mit weitreichenden Diözesen geht, außer Landes waren.

Die meisten der Oberhäupter der Kirchen könnten eine passive Rolle in der Formulierung solcher Erklärungen gespielt haben. Doch jemand, dessen Hand in einigen dieser Aussagen gefühlt werden kann, ist Michel Sabbah, dessen Amtszeit als lateinischer Patriarch (1987-2008) fast den gesamten Zeitraum umfasst, den das Buch von Professorin May aufzeichnet.

Unmittelbar nach seiner Pensionierung, befreit von Beschränkungen und nicht bereit loszulassen, spielte Sabbah eine Rolle bei der Formulierung des Kairos-Palästina-Dokuments, das im Dezember 2009 veröffentlicht wurde. Die Hauptinitiatoren dieses Dokuments waren jedoch zwei vom Sekretariat des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) angestellte Palästinenser: Yusef Daher und Rifat Odeh Kassis. Obwohl das Dokument der Welt in Bethlehem vorgestellt wurde, liegt seine ursprüngliche Herkunft, abgesehen von der Finanzierung des Projekts, in Genf.

Nicht lange nach der Pensionierung von Sabbah starb Sellors plötzlich (27. Januar 2010). Eines Morgens bemerkte man, dass er zusammenhanglos sprach, aber leider wurde das einem Rausch zugeschrieben. Als er schließlich überredet werden konnte, in ein israelisches Krankenhaus zu gehen, wurde dort ein Schlaganfall diagnostiziert und es war zu spät.

So ist die begeisterte Rede von Professorin Mays Klappentext über „den Glauben und die Hoffnung der Palästinenser“ und „die Stimmen der palästinensischen Hirten“ viel dummes Zeug. Stattdessen dokumentiert ihr Buch in hohem Maße die Träumereien eines exzentrischen Engländers, die ein automatisches grünes Licht hauptsächlich von nicht- palästinensischen Kirchenführern bekamen.

Dies soll nicht die Kirchenoberhäupter verunglimpfen. Im Gegenteil, für die meisten von ihnen, die ich kenne, könnten viele Beispiele ihrer Hingabe an ihre Gemeinden und ihres wahrhaft christlichen Geistes angeführt werden. Viele müssen auch häufig reisen und in langen, Pflichtgottesdiensten amtieren. Mit wenigen Ausnahmen, wie Sabbah und dem arabisch-lutherischen Bischof Munib Younan, können sie ihre Zeit nicht mit dem Schreiben politischer Kommentare vergeuden.

Sie mögen es sogar als Zeitverschwendung ansehen. Es wäre schwer, ein Beispiel aus den im Buch von Professorin May zusammengestellten Statements zu finden, das einen Einfluss auf den politischen Prozess gehabt hätte. Aktive Politiker mögen Kirchenführern höflich zuhören, aber sie haben wichtigere Themen im Kopf, wie die Wirtschaft, die nationale Sicherheit und die Sicherstellung ihrer eigenen Wiederwahl. Die Einzigen, die viel aus diesen Nachrichten gemacht haben, sind pro-palästinensische Wissenschaftler und Bürokraten im ÖRK und in westlichen Kirchen, die selbst keinen politischen Einfluss haben.

Im Oktober 2012 zum Beispiel sandten fünfzehn meist protestantische Kirchenführer einen Brief an den US-Kongress und forderten ihn auf, die Militärhilfe für Israel zu überdenken. Unbeeindruckt davon erhöhte der Kongress in der Zwischenzeit die Hilfe für Israel. Die Gründe dafür sind offensichtlich. Seit Präsident Obamas Rede in Kairo (4. Juni 2009), für die er den Friedensnobelpreis jenes Jahres bekam, gibt es im Nahen Osten zunehmende Kriegsführung und Chaos. In Ägypten sind alle streitenden Parteien wütend auf die USA. Abgesehen von US-Stützpunkten im Persischen Golf ist Israel das einzige Standbein des noch verbleibenden US-Einflusses. Darüber hinaus wird die Militärhilfe im US-Interesse gebraucht: Ein Teil wird für den Kauf von US-Waffen ausgegeben, ein anderer für die Entwicklung von Raketenabwehrsystemen, die die USA selbst nutzen wollen.

Heute ist es eine andere Person, die die Verlautbarungen schreibt und darüber hinaus den Kirchenoberhäuptern ausreichend Zeit gibt, um sie zu bewerten. Es besteht keine Notwendigkeit, den Namen zu nennen oder zu erwähnen, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Es genügt zu sagen, dass ein Palästinenser ein treuerer Christ sein kann als ein ausländischer Pro-Palästinenser, der zwar sein palästinensisches Christsein zur Schau stellt, es oft aber nicht ist.

Auch wenn die Statements politische Themen berühren, so hat sich der Ton geändert. Im Vorfeld der Debatte um einen palästinensischen Staat in der UN-Vollversammlung im Jahr 2011 veröffentlichten die Oberhäupter der Kirchen ein Kommuniqué zu „den Prinzipien, in denen wir übereinstimmen“: „1. Eine Zwei-Staaten-Lösung dient der Sache des Friedens und der Gerechtigkeit. 2. Israelis und Palästinenser sollen jeweils in ihrem je eigenen, unabhängigen Staat in Frieden und Gerechtigkeit leben und die Menschenrechte gemäß internationalen Rechtes leben. 3. Verhandlungen sind der beste Weg, um alle noch offenen Probleme zwischen den beiden Seiten zu lösen. 4. Palästinenser und Israelis sollten Zurückhaltung üben, unabhängig vom Ergebnis der Abstimmung bei den Vereinten Nationen. 5. Jerusalem ist für die Anhänger aller drei abrahamitischen Religionen eine heilige Stadt, in der alle Menschen in Frieden und Ruhe leben können, eine Stadt, die von zwei Völkern und drei Religionen geteilt wird.“

Hier gibt es keine parteiische Haltung im Namen von Israelis oder Palästinensern. Einige von uns würden sagen, dass das Reden von einer Zwei-Staaten-Lösung unrealistisch ist, wenn eine Drei-Staaten-Lösung bereits existiert (wobei Gaza und die West Bank getrennte Wege gehen). Aber da die Regierungen und internationalen Medien diese Phantasie immer noch propagieren, kann den Oberhäuptern der Kirchen nichts vorgeworfen werden.

Sanierte Kirchen

Das Verschwinden von Sellors und Sabbah ist nur ein Teil der Erklärung für den veränderten Ton der Statements. Die Kontrolle darüber, was im Namen der Kirchenoberhäupter herausgegeben wird, ist auch strenger geworden. Das hat damit zu tun, dass innere Krisen der verschiedenen Kirchen behoben wurden.

In erster Linie hat das griechisch-orthodoxe Patriarchat eine längere Reihe von Problemen überwunden (Beispiele folgen). Diese Entwicklung ist von Bedeutung, weil der griechische Patriarch der Vorsitzende aller Treffen der Kirchenoberhäupter und ihr anerkannter Sprecher für formale und zeremonielle Zwecke ist. Während des langen Dämmerns des griechischen Patriarchats konnte Sabbah das Rampenlicht für seine Zwecke gewinnen.

Die Amtszeit des griechischen Patriarchen Diodoros I (1981-2000) war von Problemen heimgesucht. Zu seinen ersten Amtshandlungen gehörte die Verbannung von jungen Priestern aus Jerusalem, die als Schützlinge seines Vorgängers, des verehrten Benedikts I, galten. Einmal wurden in der Limousine von Diodoros bei seiner Rückkehr aus Jordanien Drogen und Gold gefunden. Nach einer langen Untersuchung entschieden die israelischen Behörden, seine Darstellung zu akzeptieren, dass er nichts davon gewußt habe. In seinen letzten Jahren war er durch Krankheit praktisch arbeitsunfähig. Sein Gesundheitszustand wurde dann von einer Gruppe von Israelis ausgenutzt, um ein Dokument mit seinem Namen zu erhalten, das eine langfristige Vermietung verschiedener Immobilien an den Staat Israel für sechzehn Millionen Dollar garantierte. Nur war seine Unterschrift gefälscht und die von israelischer Seite übergebenen US-Dollar gingen verloren. Die Verurteilung der letzten Angeklagten in diesem Fall wurde vor kurzem von Israels Oberstem Gerichtshof bestätigt.

Sein Nachfolger Irenaios I (2001-2005) hatte mit anderen Problemen zu kämpfen. Seine Anerkennung durch Israel wurde lange wegen eines angeblichen Briefes verzögert, den er an Yasser Arafat geschickt hätte; der Brief wurde schließlich als Fälschung identifiziert. In der Zwischenzeit warf er seinem Hauptherausforderer in der Wahl zum Patriarchenamt vor, ein Killerkommando beauftragt zu haben, ihn für eine halbe Million Dollar zu töten. Wie der Rivale, der der Sekretär des Patriarchats unter Diodoros gewesen war, so viel Geld erworben haben konnte, wurde nicht erläutert.

Später stellte Irenaios einen jungen Mann ein, dem er seine Vollmacht gab, die der für angebliche Vermietungen von Patriarchatsimmobilien an verschiedene jüdische Gruppen benutzte. Der Bericht einer Untersuchungskommission, die von der palästinensischen Autonomiebehörde eingesetzt wurde, bestätigte, dass Irenaios nicht beabsichtigt hatte, die Immobilien zu vermieten, aber sein Verhalten hat so viel wütende Irritationen unter palästinensischen Mitgliedern der Kirche hervorgerufen, dass die Heilige Synode votierte, ihn abzusetzen und einen Nachfolger, Theophilos III, zu wählen. Weitere Faktoren im Hintergrund waren der persönliche Stil Irenaios anderen gegenüber im Patriarchat und seine Auseinandersetzungen mit Mitgliedern anderer Kirchen.

Daraufhin erschienen erneut Briefe, angeblich von Theophilos, an Feinde des Staates Israel. Folglich erkannte Israel zwei Jahren lang weiterhin den abgesetzten Irenaios an und lud ihn sogar zu offiziellen Anlässen ein, wo er von anderen Christen gemieden wurde. Schließlich erwiesen sich im Jahr 2007 die Vorwürfe als weiterer Unsinn und Theophilos wurde anerkannt. Es gibt immer noch verärgerte Mitglieder der Kirche, die Lügen über ihn zu verbreiten suchen, aber er hat zunehmend Respekt bei der Mehrheit gewonnen, Arabern wie Griechen.

Glücklicherweise war Theophilos immer ein einfacher Diener der Kirche und wurde mit keiner politischen Haltung oder klerikalen Fraktion identifiziert. Er fand die Finanzen der Kirche in einem miserablen Zustand vor, teilweise weil der Zugang zu den Bankkonten der Kirche in der Zeit der Nicht-Anerkennung blockiert war. So begann seine Sanierung der Kirche, die ihre Titular-Führung vor allen lokalen Kirchen wieder aufzunehmen ermöglichte, gerade in der Zeit, in der Professorin May´s Buch endet.

Auch die Episkopalkirche (Anglikaner) gehörte zu den Kirchen, die in der Zeit von Professorin Mays Buch Probleme hatten. Sowohl Bischof Samir Kafity (1984-1998) als auch Bischof Riah Abu El-Assal (1998-2007) propagierten palästinensischen Nationalismus ebenso inbrünstig wie den christlichen Glauben. Bischof Samir eröffnete einst seine Osterpredigt (ich war dort) mit der folgenden Botschaft: „Wir arabischen Christen von Jerusalem, wir sind das Oster-Volk, weil die Auferstehung hier stattfand.“ Damit negierte er alle christliche Theologie. Es ist das Grundprinzip aller christlichen Kirchen, wie sie sich auch sonst unterscheiden mögen, dass Jesus Christus starb, um für die Sünden der ganzen Welt zu sühnen, nicht nur für Juden, geschweige denn allein für die heutigen arabischen Christen von Jerusalem. „Jesus Christus … ist die Versöhnung für unsere Sünden, nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt“ (1. Joh. 2,1-2).

Das war also Ketzerei. Bedauerlicherweise hat die palästinensische Häresie inzwischen mehrere protestantische Kirchen unterwandert. Diese Häresie macht die Palästinenser zum auserwählten Volk und behandelt das Kairos-Palästina-Dokument als unfehlbare Schrift, wohingegen es natürlich gestattet ist, die schlichte Bedeutung der Bibel zu ignorieren oder zu verdrehen. Die Kirche, die dieser Häresie erst zuletzt wieder erlegen ist, ist die Kirche von Schottland.

Das erstaunlichste Ereignis während Samirs Amtszeit ereignete sich bei einem Besuch in London. Die Metropolitan Police, die seine Identität nicht kannte, inhaftierte ihn in der U-Bahnstation Baker Street. Nach einigen Tagen wurde beschlossen, dass es kein öffentliches Interesse für eine Anklage gab (auch gibt es kein öffentliches Interesse, hier den Grund für seine Festnahme anzugeben). Bei seiner Pensionierung entschied sich dieser palästinensische Nationalist, sich in Kalifornien niederzulassen. So viel zu dem Oster-Volk.

Bei der Wahl zu seinem Nachfolger war der von Riah besiegte Konkurrent Naim Ateek. Letzterer jedoch war weiterhin ein Rivalitäsfokus für Riah, bis Ateek zustimmte in Rente zu gehen und sich aus der Beteiligung an kirchlichen Angelegenheiten zurückzuziehen. So vertreten Ateek und sein Sabeel Center, das weltweit von pro-palästinensischen Christen so geliebt wird, keinesfalls Ateeks eigene Kirche.

Sobald Bischof Suheil Dawani im Jahr 2007 das Bischofsamt übernahm, strengte er in den israelischen Gerichten ein Verfahren gegen seinen Vorgänger an. Kurz vor seinem Ruhestand hatte Riah rechtliche Schritte unternommen, um eine kirchliche Schule in Nazareth in seinem eigenen Namen zu registrieren, die er „Bishop Riah Educational Campus“ nannte. Er begann, große Summen an Schulgebühren zu sammeln. Es gab auch andere schwere Vorwürfe finanzieller Unregelmäßigkeiten und Betrugs.

Michael H. Sellors wurde im Jahr 1997 zum Dekan der episkopalen Kathedrale ernannt und verfasste seine pro-palästinensischen Statements während der gesamten Zeit, in der sein palästinensischer Bischof angeblich jene Straftaten beging. Ein Foto von Sellors mit Bischof Riah findet sich hier (Sellors ist auf der linken Seite).

Später war Riahs Frau an einem Aufruhr in dem Diözesanbüro beteiligt. Die israelischen Gerichte haben in den Jahren 2008 und 2010 entschieden, die Schule in Nazareth wieder der Kirche zuzusprechen. Die Episkopalprovinz forderte daraufhin Riah auf rund fünf Millionen Schekel an die Diözese zurückzuzahlen. Offenbar muss Professorin May in ihrer Begeisterung für die „palästinensischen Hirten“ lernen zu unterscheiden.

Kurz danach, im Jahr 2011 stornierte das israelische Innenministerium das Visum für Suheil als nicht-israelischem Staatsbürger aus Nablus wegen der Vorwürfe, er habe illegal jüdischen Grundbesitz an Palästinenser übergeben. (Einige vermuteten einen Zusammenhang zwischen dem Versuch, Suheil zu untergraben und der früheren Affäre.) Doch sogar ohne Visum konnte Suheil weiterhin in Jerusalem wohnen und nach Besuchen in die in arabischen Ländern weitverzweigte Diözese nach Israel zurückkehren. Die Vorwürfe gegen ihn, ähnlich wie die fiktiven Briefe, die den griechischen Patriarchen zugeschrieben wurden, waren bösartiger Unsinn.

Obschon er den größten Grund für Beschwerden gegen Israel hätte haben können, ist Suheil der am wengisten politisierte der letzten episkopalen Bischöfe. Wie bei Theophilos ist auch sein Fokus pastoral, mit dem Ziel seine Kirche wieder aufzubauen, aber gleichzeitig die Beziehungen zu den drei lokalen Regierungen, israelisch, jordanisch und palästinensisch, auszubalancieren. Das gleiche kann von dem gegenwärtigen Dekan der Kathedrale gesagt werden, der ebenfalls die lange Verzögerung hätte nachtragen können, nach der Israel ihm erlaubte, mit seiner Frau und Kindern zusammmenzuleben (er hat die israelische Staatsbürgerschaft, seine Frau ist Palästinenserin). Wie bei der griechisch-orthodoxen Kirche kann auch die Rückkehr eines christlichen Geistes in die Führung der episkopalen Kirche als Segen begrüßt werden.

Was ist das Fazit von all dem? Menschen im Ausland sollten sich hüten, Verlautbarungen, die im Namen der Kirchenoberhäupter erscheinen, automatisch Respekt zu zollen. Derzeit genießen neben Theophilos und Suheil die Leiter der koptisch-orthodoxen, syrisch-orthodoxen und griechisch-katholischen Kirchen, zusammen mit dem franziskanischen Kustos, allgemein Respekt über ihre eigenen Gemeinden hinaus. Die Verlautbarungen in Jerusalem, unabhängig davon, wie viel Input sie von den christlichen Leitern enthalten, sind im Ton spürbar christlich. Aber das war nicht immer so.

Auf jeden Fall gibt es keine Einzelperson oder Gruppe, die befugt ist, als „die Stimme der palästinensischen Christen“ zu agieren. Es sind nicht „die palästinensischen Christen“, sondern nur ein oder zwei Personen, die die öffentlichen Verlautbarungen schreiben, auch wenn diese unter Titeln erscheinen, die von dem Respektablen („Oberhäupter der Kirchen“) zum Absurden („Kairos-Palästina“) variieren. Die einzig lohnende Frage ist die, ob die Nachricht einen wahrhaft christlichen Geist trägt oder lediglich in einen theologischen Wortschwall gekleidete politische Agitation ist.

Die neue Betrügerei

Die Taschenspielerei in Bezug auf die Kirchenoberhäupter aber ist noch nicht zu Ende. Im letzten Jahr kündigte der ÖRK eine „Weltwoche für Frieden in Palästina und Israel“ (22.-28. September 2013) an, die den Untertitel „Beten, erziehen und für Gerechtigkeit in Palästina sein“ trug (ja, hier wurde „Israel“ weggelassen). Im Rahmen dieses Programms, dessen breitere Implikationen man hier nachlesen kann, verbreitete der ÖRK ein sogenanntes Gebet der Jerusalemer Kirchen. Es enthielt fünf Absätze, die mit den Worten begannnen: „Wir, die Kirchen in Jerusalem…“ Ganz natürlich würde jeder, der das liest, annehmen, dass ein Gebet mit einem solchen Titel und einer solchen Formulierung von den Kirchenoberhäuptern kommt.

Tatsächlich nannte es die amerikanisch-presbyterianische Kirche (PCUSA) ein Gebet der Kirchenoberhäupter, als sie dieses Gebet ihren Mitgliedern empfahl. Nur ein einziger scharfsinniger Ältester dieser Kirche hat diese Angabe geprüft. (Ich bin im Besitz des daraus folgenden Schriftwechsels, will aber die meisten Namen nicht nennen.)

Die relevanten Vertreter der PCUSA antworteten schließlich dem Ältesten wörtlich aus einem Brief von Yusef Daher (dem oben erwähnten ÖRK-Beamten). Das Gebet, schrieb Daher, wurde „von einem Komitee der Bischöfe vorbereitet“, von denen Daher einige nametlich erwähnte. Nicht alle Personen, die Daher nannte, waren jedoch Bischöfe und nur einer war ein Kirchenoberhaupt, nämlich der arabisch-lutherische Bischof Munib Younan.

Der Älteste schrieb zurück und wies darauf hin, dass Verlautbarungen der Kirchenoberhäupter in der Regel mit Unterschriften der drei historischen Patriarchen und des Kustos usw. kommen, nicht nur mit der von Munib Younan (letzterer ist in der Regel der Elfte in der Liste von Dreizehn). Als Antwort erhielt er einen zweiten Brief von Daher.

Der Wortlaut dieses zweiten Briefes ist etwas verworren, aber sein wesentlicher Punkt scheint zu sein, dass das bereits erwähnte „Komitee der Bischöfe“ Mitglieder einschließt, die von allen dreizehn Kirchenoberhäuptern ernannt worden seien. Doch anstatt zu sagen, dass das Gebet durch das Komitee „vorbereitet“ wurde, wie in seinem ersten Brief, macht Daher nun lediglich geltend, dass das Gebet dem Komitee „vorgestellt“ und „von einigen von ihnen verändert“ wurde. Während sein erster Brief dem Komitee Autorenschaft zuschrieb, gab er nun zu, dass das Gebet von jemand anderem geschrieben wurde.

Da ich alle Personen, die von Daher ausdrücklich als zu seinem „Komitee der Bischöfe” gehörend genannt wurden, bei verschiedenen Gelegenheiten getroffen habe, fragte ich einen von ihnen, was er zu dieser Geschichte sagen könne. Er erzählte mir, dass er nichts mit dem Schreiben des Gebets zu tun hatte, Daher hatte es ihm lediglich mit der Bitte um einen Kommentar geschickt, aber er hatte keinen.

Aus dieser Antwort lernen wir auch, dass das Gebet weder von dem Komitee „vorbereitet“ wurde, noch wurde es ihm „vorgestellt“ (als ob das Komitee in einer Sitzung darüber gesessen hätte), sondern nur an die Mitglieder des Komitees einzeln versandt wurde. Das einzig wesentliche Element in Dahers zwei verschiedenen Geschichten, das (noch) nicht widerlegt wurde, ist die Behauptung, dass das Gebet „von einigen von ihnen verändert wurde“.

Was wir hier also haben, ist eine Wiederholung des „Mad Mike-Manövers“. Etwas wurde von jemandem geschrieben und an verschiedene Leute geschickt und dann im Namen „der Kirchen in Jerusalem“ veröffentlicht, gleichgültig ob die kontaktierten Leute überhaupt darauf reagierten oder nicht. Diese Personen wurden zuerst als seine Verfasser dargestellt, aber dann, als Daher weiter befragt wurde, gab der zu, dass sie es nicht waren.

Mit der Abfassung des Gebets hatte Daher etwas zu tun, vielleicht unterstützt von einem englischen Muttersprachler, aber wer darüber hinaus? Der einzige Beitrag von „den Kirchen von Jerusalem“ bestand in „Modifikationen“ durch einige Einzelpersonen, denen das Gebet geschickt wurde, wenn das überhaupt stimmt. Dennoch verbreitete der ÖRK das Gebet weltweit und möglicherweise hat niemand seiner Empfänger, mit Ausnahme des einen Ältesten, jemals realisiert, dass es nicht von den Kirchenoberhäuptern kam.

Sehr schlau. Nur lassen Sie sich bitte beim nächsten Mal nicht wieder betrügen.

————————————
Anhang der Verlautbarungen:

Unten befinden sich Links zu verschiedenen Verlautbarungen, die im Namen der Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem veröffentlicht wurden. Der erste Link ist eine Auswahl älterer Dokumente von Pax Christi für ihre eigenen militanten Zwecke. Danach kommen so viele Weihnachts- und Oster-Verlautbarungen, wie sie noch im Internet zu finden waren, beginnend im Jahr 2000. Was fehlt, sind die Botschaften für Ostern und Weihnachten 2003 und Weihnachten 2005; wer einen Link zu einem dieser Dokumente findet, möge ihn in einem Leserkommentar melden. An den entsprechenden Stellen befinden sich einige der gelegentlichen Verlautbarungen, die als Antwort auf bestimmte Ereignisse erschienen (es waren in der Zeit von Sellors sehr viel mehr).

Für die meisten der einzelnen Verlautbarungen wurden alternative Links gefunden. Daher wird ein kurzes Zitat aus jedem Dokument hinzugefügt, so dass, wenn möglicherweise der angegebene Link inaktiv wird, eine Suche nach diesem Zitat zur betreffenden Verlautbarung auf einer anderen Webseite führt. Man wird sehen, dass manchmal nur ein Teil der Kirchenoberhäupter als Unterzeichner aufgeführt werden und manchmal gibt es überhaupt keine Liste. Wie oben erläutert, ist es ungewiß, ob alle Kirchenoberhäupter alle Verlautbarungen sahen, die in ihrem Namen veröffentlicht wurden.

1989-2007 Selected Messages
Es ist zu bedenken, dass diese Auswahl nur im Hinblick auf die Interessen von Pax Christi repräsentativ ist. Der Link ist hier in die Liste aufgenommen, weil ältere Verlautbarungen nicht leicht im Internet zu finden sind.

2000 Easter Message
„The last few months have been encouraging to us all in view of the manifestations of solidarity from our Christian family…“

2000 July: Messages of the Three Patriarchs to Camp David
„Greetings to you from Jerusalem as you strive to bring peace to our beloved Holy Land…“

2000 Christmas Message
„In the year 2000, our land – the land of Jesus’ birth – cries out in pain again…“

2001 March Appeal to Governments and World Leaders
„Concerned for the spiritual, mental and bodily well-being of all the citizens of this Holy Land, Christian, Moslem and Jew…“

2001 Easter Message
„Indeed, after the suffering and death of our Lord Jesus Christ, the Churches of Jerusalem witness with one voice and one heart to the glory of His Resurrection…“

2001 October Urgent Appeal
„We the Patriarchs and the Heads of Churches in Jerusalem appeal to our Brothers and Sisters around the world to help in a time of urgent need in the Holy Land… “

2001 November Message about the Nazareth Mosque
„We, the leaders of the Christian Churches in the Holy Land, are alarmed by recent developments on the ground…“

2001 Christmas Message
„We wish you all a Blessed Christmas and hope that this solemnity will bring us justice and peace…“

2002 March Call to Palestinians and Israelis
„We, the Patriarchs and the Heads of Churches in this Land, are concerned for the recent developments and the spiral violence directly affecting the lives of the people…“

2002 Easter Message
„When Jesus entered the City of Jerusalem that first Palm Sunday he was fulfilling prophecy written some Five hundred years before his birth…“

2002 Christmas Message
„Once more we turn our thoughts and prayers to the gift that God gave us His Eternal Word in the Person of His Only Son, Our Lord Jesus Christ, born in Bethlehem…“

2003 August on the Separation Wall
„We the Heads of Churches in Jerusalem affirm our determination to do all in our power to work for Peace in this Holy Land…“

2004 Easter Message
„As we gaze on the Cross of Christ, we need to ask ourselves some penetrating questions if we would claim to be true disciples…“

2004 Christmas Message
„Another Christmas is upon us and we go to Bethlehem to adore the Word of God who became flesh and appeared as a new born child there…“

2005 Easter Message
„Though our Churches celebrate Holy Week and Easter at different times this year (on the 1st of May and on the 27th of March)…“

2006 February Advocacy for Peace
„During the last 39 years Churches, Church Leaders and ordinary Christians have worked tirelessly and patiently advocating for Peace in Palestine and Israel…“

2006 Easter Message
„This year the celebration of Easter falls in our Churches on either April 16th or 23rd. The close proximity of these two dates should strengthen the solidarity of our celebrations…“

2006 September on the Status of Jerusalem
„Once more, we have experienced another period of deadly violence in the war in South Lebanon…“

2006 Christmas Message
„As we celebrate the birth of our Lord Jesus Christ, we need to remember that he came to be the light for us and for the world, and to guide us in the paths of peace and justice in our land…“

2007 Easter Message
„Having opposed early Christians and, indeed, sought to bring many of them to trial for their faith, St. Paul was suddenly challenged by our Blessed Lord as he journeyed to Damascus…“

2007 June Action for Peace
„As Patriarchs and Heads of Local Christian Churches in Jerusalem we call upon our fellow Christians in this Land and across the world to join us in the International Church Action for Peace in Palestine & Israel…“

2007 Christmas Message
„Another Christmas is upon us and still we seek Peace for this Holy Land amidst continuing hardships…“

2008 March Condolences to Olmert and Abbas
„We write to express our condolences for the killing of the Yeshiva students, not least to the parents and families of the victims… “ „We the Patriarchs and Heads of the Christian Churches in Jerusalem address this letter to you to express our condolences for all the victims who have fallen and are still falling in this wave of violence in Gaza…“

2008 Easter Message
„Many people limit their thoughts on Easter to the empty tomb. How important then, for us to concentrate on the first manifestation which our Lord made to his disciples…“

2008 Christmas Message
„As we prepare to celebrate Christmas there seems to be even more, darkness, conflict and despair in the world around us…“

2009 Easter Message
„As we greet you all for Easter we would remind you that the Resurrection is not something tacked on to the end of our Christian Faith…“

2009 Christmas Message
„We, the Patriarchs, Bishops and the Heads of Christian Churches in Jerusalem, follow with deep concern, regret, and shock the war currently raging in the Gaza Strip…“

2010 Easter Message
„We, the Heads of the Churches in the Land of the Holy One, share with you the Good News of the life of our local Christian Church as one Body in Christ who live the resurrection faith every day…“

2010 Christmas Message
„We, the Heads of the Churches of Jerusalem, share with you in praising God for the birth of the holy child on a cold night in Bethlehem so long ago…“

2011 Easter Message
„However, when we in Jerusalem, the city of redemption, see the suffering of our Christian brothers and sisters in Egypt, Iraq and elsewhere in our region our joy becomes more solemn…“

2011 September on Palestinian Statehood
„Looking ahead to the upcoming General Assembly of the United Nations this September 2011 and the bid for Palestinian statehood, the Heads of Christian Churches in Jerusalem feel the need to intensify our prayers…“ (Das diesem Eintrag begleitende Bild zeigt nicht die Kirchenoberhäupter, sondern Gäste aus verschiedenen Kirchen bei einem Weihnachtsempfang.)

2011 Christmas Message
„This ‚Good News‘ was first proclaimed to the people of God in this very holy place, where Joseph and Mary, the shepherds and the Magi rejoiced with the heavenly host…“

2012 Easter Message
„The faithful, through their Lenten journey and pilgrimage, walk in faith toward the empty tomb so that they may be filled with grace through the Risen and Triumphant Lord…“

2012 Christmas Message
„We, the Heads of the Churches of Jerusalem, bring you greetings of joy, peace, hope and love from the Land of the Nativity: the Joy and the peace of God that were announced by the heavenly host of Angels…“

2013 Easter Message
„Each year the Church calls us to celebrate the death and resurrection of Jesus Christ through Divine Liturgies and Paschal ceremonies and gatherings… “

2013 May on Holy Saturday Incident
„We, the Heads of Churches in Jerusalem, watched with sorrowful hearts the horrific scenes of the brutal treatment of our clergy, people, and pilgrims in the Old City of Jerusalem during Holy Saturday last week…“ (Dies bezieht sich auf die erzwungene Festnahme eines Priesters, der versuchte, durch eine Polizeisperre zu stoßen: siehe hier, am Ende.)

2013 Christmas Message
„We praise God for the Word made flesh in the person of Jesus Christ from the pure blood of the Blessed Virgin Mary and for her willingness to co-operate with his divine plan…“

Copyright by Gatestone Institute, veröffentlicht am 29. Januar 2014

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