Die nächste Runde des Krieges
12. Oktober 2009 at 19:50 | In Friedensinitiativen, Jerusalem, Palästinenser, USA | Leave a CommentTags: Propagandalügen
Caroline Glick, Jewish World Review, 9. Oktober 2009
Die Treffen von US-Präsident Barack Obamas Nahost-Friedensvermittler George Mitchell mit israelischen Führungspolitikern am Donnerstag war von einer Atmosphäre der Fantasterei durchzogen. Bei separaten Fototerminen stand Mitchell neben Präsident Shimon Peres und Verteidigungsminister Ehud Barak und gelobte, alle Hindernisse für die Erzielung von Frieden nicht nur zwischen Israel und den Palästinensern, sondern auch zwischen Israel und Syrien und dem Libanon und mit der gesamten arabischen Welt zu überwinden.
Mitchells gestrige Äußerungen waren sogar noch verblüffender als ähnliche, die er während früherer Besuche tätigte, denn diese Woche begannen die Palästinenser ihre jüngste Terror-Kampagne gegen Israel. Wie bei vorhergehenden Runden palästinensischen Terrors gegen Juden, die 1929 begannen, wurde diese durch komplett erfundene Behauptungen muslimischer Führer herbeigeführt, Israel wolle jüdische Rechte am Tempelberg – der heiligsten Stätte des Judentums – durchsetzen und damit den muslimischen Anspruch, als einzige Gebetsrechte an der Stätte zu haben, die im Koran nicht einmal erwähnt wird.
Mit Beginn der letzten Woche fing der verurteilte Verbrecher Raed Salah – der wegen der finanziellen und andere Verbindungen des nördlichen Zweiges der Israelischen Islamischen Bewegung zur Hamas eine Gefängnisstrafe verbüßte – israelische und palästinensische muslimische Beter aufzuhetzen, um gegen Israel Krieg zu führen. So, wie er das alle paar Monate macht, behauptete Salah fälschlicherweise, Juden würden das nicht zu vergebende „Verbrechen“ begehen, während des Laubhüttenfestes auf dem Tempelberg beten zu wollen. Das Laubhüttenfest, das wir während der letzten Woche begingen, ist natürlich eines der drei Erntefeste, zu denen den Juden geboten ist auf den Tempelberg zu gehen. Diesmal wurden Salahs Lügen von gleichen sowohl von Hamasführern als auch von Fatahführern begleitet.
Wie es für sie Standard ist, benutzten die Palästinenserführer in ihren Kriegserklärungen bekannte Euphemismen. Statt offen zum Abschlachten der Juden aufzurufen, forderten sie die Muslime auf den Tempelberg gegen fiktive jüdische Angriffe zu verteidigen. Schubkarren an Steinen wurden Montag auf dem Tempelberg gelagert gefunden. Die Steine machten die Absicht der muslimischen Führer klar, dass sie die Szenen von 1990 wiederholen wollten, als jüdische Beter an der Westmauer zum Laubhüttenfest mit Steinen beworfen wurden. Dieser muslimische Angriff führte einen starken Anstieg des palästinensischen Terrors während der folgenden Monate herbei.
Die Krawalle dieser Woche erinnern ebenfalls an die palästinensischen Angriffe von 1996. Diese Aggression wurde mit falschen palästinensischen Beschuldigungen gerechtfertigt, Premierminister Benjamin Netanyahus Entscheidung, den archäologischen Tunnel entlang der Westmauer zu öffnen, sei ein Komplott die Aksa-Moschee zu beseitigen. Yassir Arafat nutzte diese fabrizierte Verleumdung als Vorwand, seine von den USA ausgebildeten und von den Israelis bewaffneten palästinensischen Sicherheitskräfte das Feuer auf IDF-Soldaten eröffnen zu lassen. Bei der folgenden Gewalt wurden etwa 15 Soldaten getötet.
Die gewalttätigste Verwertung von fabrizierten Behauptungen jüdischer Aggression gegen die heiligste Stätte des Judentums bisher kam natürlich im September 2000. Damals behaupteten Arafat und seine Stellvertreter in der Fatah, unterstützt von der Hamas und der Israelischen Islamischen Bewegung, dass der Beuch des damaligen Oppositionsführers Ariel Sharon auf dem Tempelberg am 28. September 2000 – ein Besuch, der vorab mit der PA koordiniert worden war – eine Kriegshandlung gegen die Palästinenser und den Islam als Ganzes war. Mehr als 1.500 Israelis wurden in den sieben Jahren Terror, die folgten, getötet.
Der vielleicht unverhohlenste Aufruf zur Erneuerung des Jihads gegen Israel kam diese Woche von Fatahführer und nominellen PA-Präsidenten Mahmud Abbas. In einem Interview im jemenitischen Fernsehen sagte Abbas: „Die zweite Intifada brach wegen des Besuchs [des ehemaligen Premierministers Ariel] Sharon [auf dem Tempelberg] aus… sie dauerter sieben Jahre. Diesmal bedarf die Frage Jerusalems deshalb weit größere Anstrengungen [der Palästinenser], etwas Praktischeres. Es reicht nicht über Jerusalem in Büchern zu reden oder Predigten in Moscheen zu halten. Es muss daran gearbeitet werden.“
Die jüngste Runde der Gewalt ist seit Monaten aufgebaut worden. Nach von der IDF veröffentlichten Daten hat sich die Zahl der Terroranschläge im Verlauf des letzten Monats von 53 Anschlägen im August auf 95 im September fast verdoppelt. Die Spitze der Gewalt in dieser Woche veranlasste IDF-Kommandeure vor der Möglichkeit zu warnen, dass die Gewalt sich durch Judäa und Samaria hindurch ausbreiten wird. Mit der fast nahtlosen Integration der israelisch-arabischen Führer in die Aufheizung zur Gewalt gibt es gute Gründe für die Sorge, dass die arabischen Israelis eine herausragende Rolle in der neuesten Runde des Jihad gegen Israel spielen werden.
Abbas und sein Premierminister Salam Fayyad haben ihre gewalttätigen Attacken gegen Israel durch erneuerte diplomatische Angriffe gegen den jüdischen Staat verstärkt. Fayyad und Abbas haben beide die Regierungen der USA und Europas aufgefordert Israels erfundene Provokationen und Schritte zur „Judaisierung“der ewigen Hauptstadt des jüdischen Volkes zu verurteilen. Statt diese Fatahführer wegen ihrer Schlüsselrollen bei der Aufhetzung zu Gewalt zu verurteilen, haben die Europäer sich diese zueigen gemacht. Angeführt von Schweden, das die reihum wechselnde EU-Präsidentschaft inne hat, haben die europäischen Regierungen verlangt, dass Israel sein provokatives Verhalten beendet. Die Obama-Administration ihrerseits hat, statt diese offensichtlich falschen Beschuldigungen kurzerhand von der Hand zu weisen, von Israel verlangt, dass es Rechenschaft für sein Handeln ablegt und beweist, dass es die palästinensische Gewalt nicht provoziert.
Wie lange die neueste palästinensisch Kampagne dauern wird und wie viele Israelis getötet werden, ist noch unbekannt. Größtenteils durch das von den USA unter Generalleutnant Keith Dayton gestellte militärische Training sind die Fatah-Kräfte in Judäa und Samaria heute besser ausgebildet und ausgerüstet als jemals zuvor. Im Gazastreifen bereitet sich die Hamas auf eine neue Runde Krieg vor, indem sie arme Palästinenser entlang der Grenze mit Israel ansiedelt, um es Israel schwer zu machen sich zu verteidigen, ohne die zivilen Schutzschilde der Hamas zu töten. Gleichzeitig bleibt die IDF stärker als diese palästinensischen Kräfte. Israels letztlicher Sieg gegen diesen neuen Terror-Feldzug ist daher ein vorbestimmtes Ende, abhängig nur vom politischen Mut seiner Führungspolitiker.
Da die Palästinenser wissen müssen, dass ihr neuer Terror-Feldzug mit einem israelischen Sieg enden wird, muss man darüber nachdenken, warum sie sich trotzdem entschieden haben ihn zu beginnen. Vier Erklärungen fallen dazu ein.
Erstens ist bemerkenswert, dass die Aufrufe zum Jihad drei Wochen vor dem geplanten Treffen der Führer von Hamas und Fatah in Kairo zur Wiedereinführung ihrer Einheitsregierung ausgerufen werden, wobei die nächsten parlamentarischen und Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr anstehen. Es ist möglich, dass Abbas und Fayyad und ihre Genossen in der Fatah durch die Anstachelung eines neuen Terrorkriegs gegen Israel der Hamas signalisieren, dass sie bereitwillige Kollaborateure in einer von der Hamas dominierten Regierung sein werden.
Doch weil die Hamas der Favorit für den Gewinn beider Wahlen ist, könnten die Fatah-Führer ihre Aufrufe zum Jihad dazu nutzen, ihre Popularität unter den Palästinensern zu erhöhen, bevor man anbietet die Wahlen zu streichen oder weil man eine wahrscheinliche Entgleisung der Verhandlungen um eine Einheitsregierung erwartet. Was auch immer sein wird, die sich abzeichnenden Gespräche zwischen Hamas und Fatah spielen zweifellos eine herausragende Rolle in der neuen Runde antijüdischer Gewalt.
Der zweite Grund für die Erneuerung der palästinensischen Gewalt gegen Israel und der Benutzung falscher Vorwürfe jüdischer Provokationen auf dem Tempelberg als Rechtfertigung für diese Gewalt besteht darin, dass die Fatah-Führer glauben, sie können ihre Kampagne dazu nutzen die Obama-Administration zu überzeugen Israel unter Druck zu setzen massive Zugeständnisse an die Palästinenser zu machen, noch bevor irgendwelche „Friedens“-Verhandlungen beginnen. Das war Arafats Ziel bei der Anstiftung zur Gewalt 1996. Damals war dieser Schachzug enorm erfolgreich. Der damalige US-Präsident Bill Clinton antwortete auf die palästinensische Gewalt damit, dass er Netanyahu verantwortlich machte und ihn zwang Verhandlungen zur Verlegung der IDF heraus aus Teilen Hebrons zu beginnen.
Es gibt auch die Möglichkeit, dass Raed Salah – die sichtbarste Kraft hinter den Randale dieser Woche auf dem Tempelberg – sie dazu benutzt, um sich eine machtvollere Position in der israelischen arabisch-palästinensischen Führungshierarchie zu bugsieren. Inspiriert von der Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas und den Würgegriff der Hisbollah gegenüber der libanesischen Regierung, könnte Salah sich entschieden haben, dass die Zeit dafür reif ist, dass die israelischen Araber ihr Profil in der jihadistischen Hackordnung zu aufzuwerten.
Die vierte mögliche Erklärung für die derzeitige Runde der Gewalt besteht darin, dass sie von den Regierungen Syriens und des Iran angestachelt ist, die gemeinsam die Hamas kontrollieren und in der Fatah und israelisch-arabischen Kreisen Einfluss haben. Das iranische und syrische Interesse an der Provokation solcher Gewalt ist jetzt klar. Wenn die Regierung Netanyahu und die IDF damit beschäftigt sind den palästinensischen Terrorismus zu bekämpfen, wird es für sie schwieriger sein gegen das iranische Atomwaffenprogramm vorzugehen, ob nun diplomatisch oder militärisch.
All diese möglichen Ursachen für die Gewalt werfen ein Licht darauf, wie das Geschehen vermutlich weiter gehen wird. Die zukünftigen Ereignisse werden immerhin zum großen Teil die Interessen der Parteien widerspiegeln, die an der Anstachelung der derzeitigen Attacken auf Israel beteiligt sind.
Ebenso zeigen die europäischen und amerikanischen Reaktionen auf die palästinensischen Aufrufe zur Gewalt gegen Israel und die Juden, wie der neuesten Runde palästinensischer Gewalt gegen Israel vermutlich vom Westen begegnet wird. Dass die EU so leicht bereit ist falsche Anschuldigungen der Palästinenser über erfundene israelische Provokationen zu glauben, demonstriert sie, dass in ihrer Politik gegenüber dem arabischen Konflikt mit Israel eine Verwandlung statt gefunden hat. Während die EU in der Vergangenheit in der Region ein mehr oder weniger neutraler Akteur war – offiziell lehnte sie es ab eine der beide Seiten zu untersützen, während sie sich inoffiziell auf die Seite der Palästinenser gegen Israel stellte – ist die europäische Haltung zur palästinensischen Gewalt der vergangenen Woche nicht von der der Arabischen Liga zu unterscheiden gewesen. Die neu zu findende Bereitschaft der Europäer, sich offen auf die Seite der Palästinenser gegen Israel zu stellen, macht klar, dass die Rolle der EU bei der kommenden Gewalt eine qualitativ andere sein wird als die, die sie in den bisherigen palästinensischen Terror-Feldzügen gespielt hat. Israels Fähigkeit, eine entsprechende und schlüssige diplomatische Kampagne zu seiner Verteidigung zu starten, hängt davon ab, dass das Außenministerium erkennt, dass eine transformative Verschiebung in der Behandlung Israels durch Europa stattgefunden hat.
Und das bringt uns zurück zu George Mitchell in Jerusalem. Was Mitchells absurde Äußerungen darüber, dass in der Region in naher Zukunft der Frieden ausbricht, zeigt, ist: Die Obama-Administration ist absolut bereit die arabische Gewalt gegen Israel wegzuheucheln. Ob von Naivität motiviert, einem allumfassenden Verlangen nach internationalen Friedenskonferenzen, einem Plan, die US-Außenpolitik an der der Europäer auszurichten oder von Feinseligkeit gegenüber Israel – die Tatsache, dass Mitchell von Frieden reden kann, während die Palästinenser gerade den Krieg erklärt haben, macht klar, dass die Obama-Administration nicht daran interessiert ist, eine konstruktive Rolle bei der Unterdrückung der Gewalt zu spielen. Sie ist sicher nicht interessiert daran Israel bei der Sicherung des Lebens seiner Bürger zu hlefen.
Offizielle Vertreter Israels haben versucht die Bedeutung der Ereignisse dieser Woche in Jerusalem herunterzuspielen. Das ist ein Fehler. Wenn die neue Runde der Gewalt schnell enden soll – und zu minimalen Kosten an Leben – dann ist es für Israel unerlässlich Mitchell defensiv nach dem Mund zu reden und rasch sowohl militärisch als auch diplomatisch in die Offensive zu gehen.
Jerusalem: Wir gewinnen, ihr verliert
12. Oktober 2009 at 9:01 | In Geschichte, Jerusalem, Nahost-Konflikt | Leave a CommentJerusalem steht im Zentrum jeden Verhandelns über einen Frieden im Nahost-Konflikt. Die Israelis haben schlechte Erfahrungen mit Vereinbarungen gemacht. Die Araber nehmen erfundene „Aggressionen“ zum Anlass ihren Terrorkrieg immer wieder loszutreten. Was dazu führt, dass die Stadt (bisher) jede Regelung kippen ließ, beschrieb Gerald Steinberg am 8. Oktober in der Jerusalem Post. Hier ist die Übersetzung zu finden.
Jerusalem, Hauptstadt der Juden
5. Oktober 2009 at 17:21 | In Geschichte, Jerusalem, Nahost-Konflikt | 1 CommentTags: Propagandakrieg
Isreal hat Jerusalem als Hauptstadt. Nicht, dass das irgendwen wirklich interessieren würde – sämtliche Staaten der Welt haben spätestens Anfang der 1980-er Jahre ihre Botschaften aus Jerusalem nach Tel Aviv verlegt. Und unsere Medienschaffenden schreiben/sprechen gerne von „Tel Aviv“, wenn sie Entscheidungen der israelischen Regierung berichten. Dass Jerusalem die Hauptstadt der Juden ist, wird praktisch ignoriert. Im Fall der Qualitätsmedien-Formulierung „Tel Aviv“ kann so mancher versucht sein antisemitische Tendenzen zu vermuten.
Richtig „interessant“ wird es dann aber bei Arabern. Die behaupten zunehmend, die Juden hätten keinerlei historische Verbindung zu Jerusalem. Damit wollen sie Israel ins Unrecht setzen und die heiligste Stadt des Judentums für sich allein beanspruchen. (Praktisch: Wenn die Juden keine Verbindung zu Jerusalem haben, haben die Christen sie auch nicht, denn das Christentum stützt sich ja auf das Vorhandensein der Juden und des jüdischen Tempels in Jerusalem.)
Zwar werden seit Jahren immer weitere archäologische Funde zutage gefördert, aber da lässt sich schön behaupten, das seien alles Fälschungen (passiert ja auch regelmäßig). Außerdem wird an den entscheidenden Stellen gar nicht gegraben, denn da drüber stehen die zwei Moscheen und wir wissen ja, welches Theater und welchen Lügensturm alleine schon die Grabungen in mehreren Hundert Metern Entfernung „hervorrufen“.
Was sich nicht widerlegen lässt, weil zu reichlich vorhanden, verbreitet und dokumentiert, sind antike Schriften. Die Römer, die Griechen, auch Ägypter usw. haben ihre Archive gehabt und staatstragend über die Juden geschrieben. Auf die Idee, das zu untersuchen, ist offenbar lange niemand gekommen. Letztes Jahr aber schrieb Rivka Fishman-Duker für die JCPA einen Aufsatz über die Beschreibung Jersualems in antiken Schriften. Die JCPA hatte eine Kurzfassung davon als deutschsprachige Übersetzung auf ihrer Internetseite „Jerusalem-Zentrum“ eingestellt. Hier ist nun eine komplette Übersetzung.
Foto von bösen Juden
22. August 2009 at 15:23 | In Jerusalem, Medien+Nahost, Muslime, Palästinenser | Leave a CommentTags: jüdische Verschwörung, Tempelberg
Elder of Ziyon, 21. August 2009
Palestine Today begeht heute den 40. Jahrestag des Brandanschlags auf die Al Aqsa-Moschee durch einen geistesgestörten australischen Christen namens Michael Dennis Rohan. Palestine Today bringt einen Artikel darüber und bezeichnet Rohan als „jüdisch“ (wie Araber 40 Jahre lang getan haben).
Interessanter ist vielleicht, wie PalToday sich entschied diesen Artikel zu illustrieren:

Sie haben genau dieses Bild bisher mindestens zweimal benutzt. (Es war ursprünglich Teil einer Serie von Fotos, die die Aufstellung eines Modells des zweiten Tempels zeigten.)
Diese Familie ist eindeutig Teil eines Komplotts zur Zerstörung der Al Aksa und ihrer Ersetzung durch einen jüdischen Tempel. Der Vater fotografiert Heiligtums, um herauszufinden, wo die Bomben gelegt werden müssen; und die Kinder halten besonders sensible, vom Mossad gebaute Laser, um die Schwachpunkte zu markieren.
Übrigens: Vor genau sechs Jahren griff die Hamas einen Bus an, der die Westmauer verließ. Der Selbstmord-Bomber tötete 18 Menschen, darunter fünf Kinder.
Mit anderen Worten: Eine weit schrecklichere Tat geschah an demselben Datum, aber darüber spricht niemand.
Klartext – Michael Freund: Israels Rassentrennungs-Befürworter niederstarren
9. August 2009 at 13:14 | In Europa+Nahost, Israel, Jerusalem, Klartext, die Welt+Nahost | Leave a CommentTags: Linke
Jerusalem Post, 5. August 2009
Die Linke ist – wieder einmal – in Aufruhr. Zusammen mit ihren internationalen Genossen empört sie sich wegen dem gerade von einem Gericht genehmigten Einzug jüdischer Familien ins Viertel Scheik Jarrah in Jerusalem.
Das kommt zusätzlich zu der Rage, die vorher schon wegen Plänen zum Bau von Apartment-Blocks für Juden am Ort des sich in Privateigentum befindlichen Shepherd Hotel im östlichen Teil der Hauptstadt zum Ausdruck gebracht wurde.
Die Linke hat all ihre zur Verfügung stehende gerechte Wut versammlet und eine hitzige Runde frommer Unfehlbarkeitsdünkel begonnen, in der sie mit Beschimpfungen und fiebernde Vokabular um sich werfen, als würde die Welt untergehen. Die Organisation Ir Amim z.B. warnte gerade erst, wenn die Pläne für das Shepherd Hotel weitergeführt würden, würde das „ein tödlicher Schlag nicht nur für [US-Präsident Barack] Obamas Anstrengungen sein, sondern auch für die Zweistaaten-Lösung“.
Nicht weniger hysterisch die Reaktion von Robert Serry, den Sondergesandten der UNO für den Nahen Osten, der eine harsch formulierte Erklärung abgab: „Ich missbillige die völlig inakzeptablen Handlungen Israels, bei der israelische Sicherheitskräfte palästinensische Flüchtlingsfamilien vertrieben… um Siedlern zu erlauben von ihrem Eigentum Besitz zu nehmen.“ Er nannte die Aktion „provokativ“ und behauptete, sie werde „die Spannungen zunehmen lassen“ und die „internationalen Anstrengungen für den Frieden untergraben“.
Sind diese Leute auf den Kopf gefallen? Die Linke und ihrer Helfer betonen immer wieder die Notwendigkeit die „Siedlungsaktivitäten“ zu beenden, als ob es jüdischer Hausbau sei, nicht arabische Intoleranz, die die Wurzel des Nahost-Konflikts bildet.
Noch verblüffender ist die Tatsache, dass sie bereit sind offen diskriminatorische Einstellungen zu begrüßen – die sich gegen Juden richten – um ihre politische Agenda voranzutreiben.
Sehen Sie, es wurde einmal, vor nicht allzu langer Zeit, als inakzeptabel angesehen, Leuten aufgrund ihrer rassischen oder religiösen Identität zu sagen, wo sie zu leben hätten. Juden oder Schwarzen oder irgendeiner anderen ethnischen Gruppe nahe zu legen, ihnen sollte nicht erlaubt sein frei in einem bestimmten Gebiet zu leben und zu bauen, wurde als widerwärtige Art von Fanatismus und Rassentrennung betrachtet.
Doch das ist genau das, was die israelische Linke und die internationale Gemeinschaft jetzt so leidenschaftlich erklären, während sie versuchen Juden davon abzuhalten in Ostjerusalem und in Judäa und Samaria zu leben. Ironischerweise haben sie sich praktisch die Weltsicht des Ku-Klux-Klan zueigen gemacht, indem sie darauf bestehen, dass Frieden sich nur auf die Auferlegung von Restriktionen im Apartheid-Stil gegen Juden und ihre Wohnsitzwahl gründen kann.
Doch auch hier versagt die Linke darin auch nur ein Mindestmaß intellektueller Beständigkeit beizubehalten, da sie ihre Prinzipien selektiv nur auf eine Seite des Konflikts anwendet. Nehmen wir z.B. die Frage illegaler Bautätigkeit in Judäa und Samaria. Die Linke hat lautstark zur Entwurzelung nicht genehmigter Außenposten aufgerufen, die von jüdischen Einwohnern in den Territorien erreichtet wurden. Sie schickt Beobachterteams aus, um die Entwicklung dieser aufkeimenden Gemeinden zu verfolgen und stellt Berichte und Presseerklärungen dazu zusammen und gibt sie aus. Der Grund? Angeblich geht es um Recht und Gesetz. Viele der jüdischen Außenposten sollen ohne die notwendigen Genehmigungen der Regierung gebaut worden sein; daher verlangt die Linke, dass sie abgerissen werden.
Nun bin ich absolut dafür das Gesetz einzuhalten, aber zumindest in Demokratien ist ein Schlüsselelement die Vorstellung, dass alle davor gleich sind. Wenn es jedoch um illegales Bauen in Judäa und Samaria geht, scheint die Linke nur bei jüdischen Gebäuden Lärm zu machen, nicht bei arabischen.
Wie jeder, der einmal durch die Gebiete gefahren ist, weiß, sind dort unsagbar Tausende illegaler Bauwerke in arabischen Dörfern und Städten und entlang der Straßen entstanden, die eine Aussicht auf die jüdischen Siedlungen haben. Wenn das Gesetz nach Ansicht der Linken an oberster Stelle steht, dann sollte es egal sein, ob die Person, die illegal baut, Moses oder Mohammed nachfolgt. Aber das ist ganz klar nicht so.
Wann hat man zuletzt gehört, dass die Linke eine solche Haltung einnahm?
Offensichtlich ist da im Land der Linken etwas sehr faul, wenn die selbst erklärten Progressiven von heute bereit sind, sich so offen für religiöse Diskriminierung auszusprechen.
Überlegen Sie bitte, wie absurd das alles ist. Heute heißt links zu sein die Einführung Rassentrennung in Jerusalem zu unterstützen und Juden zu verbieten in bestimmten Vierteln zu leben. Und um als friedliebend angesehen zu werden, muss man für eine Beschränkung dafür eintreten, wo Juden Wohnungen kaufen können. Das muss man sich erstmal vorstellen.
Ich sage: Es ist an der Zeit, dass die Linke deswegen Besuch bekommt und aufgefordert wird, diese Frage direkt anzugehen. Lasst und die Rassen trennende Linke und ihre Helfer niederstarren und zwingen wir sie dazu sich dem Aberwitz ihrer Haltung zu stellen.
Wir müssen die Tatsache ein für allemal klar machen, dass Friede, der auf Ungerechtigkeit gründet, der den Respekt der grundlegendsten Menschenrechte für Juden nicht respektiert, überhaupt kein Friede ist.
Bürgerrechte für Juden, wie jedes universelle Menschenrecht, können und dürfen nicht zeitlich oder örtlich beschränkt sein. Diese Art von eifernder Borniertheit kam in den USA vor vier Jahrzehnten aus der Mode.
Es gibt keinen Grund, sie jetzt im Nahen Osten zur Anwendung zu bringen.
Der Ölberg in Jerusalem: Warum fortgesetzte israelische Kontrolle unerlässlich ist
5. August 2009 at 13:16 | In Israel, Jerusalem, Lesen!, Nahost-Konflikt | 1 CommentTags: Ölberg, jüdische heilige Stätten
Nadav Shragai, Jerusalem Viewpoints Nr. 572, Juli/August 2009
Zusammenfassung:
- Der jüdische Friedhof auf dem Ölberg, von dem die Palästinenser verlangen, dass er ihrer Kontrolle übergeben wird, ist der wichtigste jüdische Friedhof der Welt. Das Areal hat im Verlauf von 3.000 Jahren ein religiöses und nationales Pantheon des jüdischen Volkes und des Staates Israel dargestellt; es beinhaltet die Gräber der berühmten Toten der Nation und dient seit der Zeit des antiken Tempels und schon davor als Ort jüdischer Versammlung und jüdischen Gebets.
- Unter jordanischer Herrschaft war jüdischer Zugang und die weitere Beerdigung von Juden auf dem Berg verboten, trotz der ausdrücklichen Verpflichtung Jordaniens im israelisch-jordanischen Waffenstillstands-Abkommen von 1949 beides zuzulassen. Während der Zeit der jordanischen Herrschaft wurde der Friedhof zerstört und entweiht; 38.000 seiner Grabsteine und Gräber wurden in Stücke geschlagen.
- Nach der Wiedervereinigung Jerusalems wurden die Begräbnis-Zeremonien auf dem Berg wieder aufgenommen und große Bereich des Friedhofs wurden saniert. Trotzdem sind die Versuche von Palästinensern den Friedhof zu beschädigen nicht ganz abgeflaut und es hat regelmäßig Angriffe auf jüdische Trauernde gegeben, die ihre Toten bei der Beerdigung begleiteten.
- Frühere israelische Regierungen, die einverstanden waren Arrangements mit den Palästinensern in Jerusalem zu diskutieren, wiesen deren Forderung zurück den Ölberg unter PA-Souveränität und -Kontrolle zu geben. Dennoch waren diese Regierungen bereit der Übergabe von Stadtvierteln zuzustimmen, die die Zugangswege zum Berg kontrollieren. Sollte irgendeine solche Vereinbarung in der Zukunft umgesetzt werden, könnte sie die Freiheit des Zugangs zum Friedhof und die Fortsetzung jüdischer Beerdigungen dort gefährden.
- In jedem zukünftigen Arrangement musst Israel, um die Fortsetzung jüdischer Beerdigungen auf dem Berg zuzulassen, den freien Zugang zum Friedhof durch die Kontrolle der Arterien, die zu ihm hinführen, garantieren, einschließlich der Bereiche, die an ihn angrenzen. Bei den bisherigen Gelegenheiten, zu denen Israel Gebiete in die Kontrolle die Palästinenser übergab, zu denen jüdische heilige Stätten gehörten, haben die Palästinenser den Zugang zu diesen Orten für Juden stark behindert oder verweigert.
Herzschmerz Jerusalem
23. Juli 2009 at 18:39 | In Jerusalem, Nahost-Konflikt, USA | 3 CommentsTags: besetzte Gebiete, Obama, Siedlungen
David Harzony, Commentary Magazine contentions, 20. Juli 2009
Wir wussten, dass es dazu kommen würde. Über’s Wochenende zeigte die Obama-Administration, wie radikal der Wechsel der US-Politik Israel gegenüber geworden ist. Sie hat verlangt, dass die israelische Regierung eine städtische Baugenehmigung für ein Bauprojekt im Ostjerusalemer Viertel Scheik Jarrah zurückzieht. Das Grundstück, auf dem das alte, baufällige Shepherd-Hotel steht, das durch ein Apartment-Haus ersetzt werden soll, wurde rechtlich einwandfrei von Juden gekauft. Egal: Dieser Teil der Stadt wird in Washington als „Siedlung“ betrachtet.
Heute machten US-Vertreter das noch klarer, als sie, wie berichtet wird, beiden Seiten sagten, sie sähen keinen Unterschied zwischen Ostjerusalem und einem Schurkensiedler-Außenposten mitten in der Westbank. Verständlicherweise hat die israelische Regierung die Anweisung zurück und einige Berichte deuten darauf hin, dass die Israelis die Forderung vielleicht absichtlich haben durchsickern lassen, denn es spielt Netanyahus Image als sich aufrecht gegen amerikanischen Druck stellend in die Hände.
Washington hat eine lange Tradition der Zweizüngigkeit, wenn es um Jerusalem geht. Einerseits konnte Obama nicht anders als seine (später zurückgezogene) Verpflichtung für ein vereinte Jerusalem unter israelischer Souveränität zu erklären, als er Wahlkampf machte – er versprach sogar die US-Botschaft von Tel Aviv, das nach keiner Definition des Begriffs die Hauptstadt ist, nach Jerusalem zu verlegen.
Gleichzeitig ist er weder der erste Präsidentschaftskandidat, der dieses Versprechen macht, noch der erste, der es, im Prozess den ausdrücklichen Willen des Kongresses zu ignorieren, im Amt vergisst. Sehen Sie, es sind diese nervtötenden Leute im Außenministerium, die einem Präsidenten nach dem anderen raten, es sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Seit 60Jahren haben Israels Regierungsbereiche der Exekutive, Legislative und Jurisdiktion ihren Sitz in Jerusalem gefunden und Israels „engster Verbündeter“ hält seine Botschaft weiter am Strand. Zumindest müssen wir Jerusalemer uns nicht um all die Diplomatenfahrzeuge sorgen, die sich unsere teuren Parkplätze unter den Nagel reißen.
Es wird noch merkwürdiger. Wie ich früher schon aufgezeigt habe, scheinen die USA die israelische Souveränität über irgendeinen Teil Jerusalems – den Westen oder den Osten. Das Urteil eines Bundesgerichts von Anfang des Monats unterstreicht die schlichte Tatsache, dass jeder in Jerusalem geborene amerikanische Staatsbürger, egal, wo er lebt, einen US-Reisepass bekommt, wo als Staat einfach „Jerusalem“ angeführt wird. In Jerusalem lebende US-Bürger können keine Hilfe in der US-Botschaft in Tel Aviv bekommen; sie werden and das US-Konsulat in Jerusalem verwiesen, das Washington direkt untersteht, statt der Botschaft.
Auch das geht schon ziemlich lange so. Es beginnt mit der grundlegenden Haltung seitens aufeinander folgender amerikanischer Administrationen und geht in Wirklichkeit auf den UN-Teilungsplan von 1947 zurück, der die Stat unter „universale“ Verwaltung stellte. Der Punkt ist, so heißt die Begründung, dass wir die Logik nicht voll nachvollziehen können, Israel volle Souveränität über Jerusalem zu geben. Es geht nicht nur darum die Araber zu beschwichtigen, obwohl das ein großer Teil davon ist; es handelt sich immerhin um eine Stadt von internationaler Bedeutung. Warum sollte nur Israel sie haben?
Im Interesse der Pflege eines konstruktiven Dialogs mit einem amerikanischen Universum, dass kein wie auch immer geartetes Interesse an Israels Sicht des Themas zu haben scheint, möchte ich daher ein paar kurze Erinnerungen ausgeben.
1. Israel sollte Jerusalem in erster Linie deshalb haben, weil es die Stadt schon hat. Juden haben seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer die Mehrheit der Bevölkerung der Stadt gestellt. Hier gibt es keine Frage der Besatzung, dass eine jüdische Minderheit Palästinenser von ihrem Land vertreibt. Im Verlauf der letzten eineinhalb Jahrhunderte war die Stadt 19 Jahre lang durch den Zufall eines Krieges geteilt, aufgeilt zwischen Israel und Jordanien, von denen beide für ihre Besetzung keine internationale Anerkennung erhielten; und dann wurde sie wieder vereint.
So wurde die berüchtigte und irrelevante „Grüne Linie“ gezogen, die heute nur auf Landkarten existiert. Die Jordanier säuberten die östliche Stadt von ihren Juden und brannten ihre Synagogen nieder. Dann kamen die Juden 1967 zurück und gaben der Stadt nicht nur einen höheren Grad wirtschaftlichen Erfolgs, sondern auch mehr religiöse, kulturelle und politische Freiheit, als sie sie unter irgendeinem der verschiedenen muslimischen, christlichen oder heidnischen Regierungen hatte, die ihnen voraus gingen. Bedenken Sie im Gegensatz dazu die Behandlung der jüdischen heiligen Stätten unter palästinensischer Herrschaft: Das Josephsgrab zum Beispiel wurde sofort in Brand gesteckt, so wie alle Synagogen des Gazastreifens. Mit dem Risiko, den Ausgang der Verhandlungen durch Anwendung von Argumenten zu „beeinträchtigen“: Warum, um alles in der Welt, sollte Jerusalem nicht Israel gehören?
2. Israel sollte Jerusalem haben, weil es den Juden wichtiger ist als den Muslimen (oder Christen oder sonst jemandem). Das mag vage diskriminierend oder zu religiös oder unpopulär theologisch oder einfach nicht lustig klingen, aber Fakt ist, dass es einen Unterschied gibt zwischen „die wichtigste“ heilige Stadt und „die drittwichtigste“ Stadt, der einfach mehr als quantitativ ist. Dies ist das geographische Herz des biblischen Israel, der Fokus seines goldenen Zeitalters von David und Salomo, der politisch-messianisch-metahistorische Traum dreier Jahrtausende jüdischen Gebets. Dies ist das Herz von allem und das Herz schlägt nicht auf dem Herzl-Boulevard oder der Jaffa Road neben dem zentralen Busbahnhof, sondern in Ostjerusalem, an der Stelle, wo rund 1.000 Jahre, bevor die siegreichen Römer sie niederbrannten, der erste und der zweite Tempel standen.
3. Israel sollte Jerusalem haben, weil es keinen praktischen Weg gibt die Stadt zu teilen, der beide Seiten zufriedenstellen würde. Kümmern Sie sich nicht um die wie ein U-Bahn-Fahrplan aussehende Landkarte, die entstünde, die durch die Verbindung aller jüdischen und arabischen Viertel der Stadt entstehen würde. Das wirkliche Problem beseteht darin, dass die Israelis und die Palästinenser völlig unvereinbare Ansichten dazu haben, wie eine Teilung praktisch funktionieren würde – die liegen so weit auseinander, dass das ganze Unterfangen zu einem Hirngespinst wird.
Die Israelis betrachten jede Trennung als ähnlich der, die Israel zu Ägypten und Jordanien hat: eine vollständige Grenze mit strikten Grenzübergängen und eine grundlegenden Trennung des wirtschaftlichen Lebens. Es ist für jeden Deal wesentlich – die ganze Vorstellung Land im Tausch für Frieden aufzugeben, kommt mit dem schweren Gepäck Jahrzehnte langer Terroranschläge. Aber eine solche Trennung, wurde uns wiederholt gesagt, steht unter dem Bannstrahl der Palästinenser höchstselbst, die enorm auf israelische Jobs angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, und jede wirkliche Trennung als eine Form der „Belagerung“ betrachten – ihr Territorium würde in ein „Gefängnis“ verwandelt. (Wer das nicht glaubt, frage sich, wie die Gazaner reagieren würden, wenn Israel die See- und Luftraum-Beschränkungen des Strips aufheben würde: Würden sie sagen: „Wir sind jetzt frei“; oder: „Wir werden immer noch belagert“?) Dieses Problem wird wenig diskutiert, wird aber in dem Augenblick zum Ausschalter jeden Handels werden, in dem jemand ernsthaft über Grenzen oder die Teilung der Stadt zu reden beginnt.
Jerusalem ist in Israel nicht einfach ein Fall für Konsensfindung, sondern eine tief persönliche. Man kann nicht Tausende Jahre Sehnsucht nach Jerusalem in jüdischen Texten ausradieren, auch nicht den herzzerreißenden Fehlschlag der jüdischen Streitkräfte Ostjerusalem 1948 zu erobern, nicht die nationale Katharsis seiner Wiedervereinigung im Sechstage-Krieg, nicht mehr als vier Jahrzehnte erstaunlicher Entwicklung, Bau, Tourismus und Aufblühen des religiösen Lebens für alle Religionen seit damals. Die Vorstellung, dass jetzt plötzlich ein neuer amerikanischer Präsident, der von „Siedlungen“ spricht, diese Wirklichkeit verändert, ist nicht nur für Israelis beleidigend und entfremdend, sondern auch für Juden in der ganzen Welt. Statt seinen bis jetzt entstandenen Fehlschlag im Nahen Osten zu erkennen, verschärft Obama das. Israelis werden nicht gerne herumgeschubst und das sorgt viel wahrscheinlicher dafür, dass die Entschlossenheit der israelischen Öffentlichkeit gegenüber amerikanischem Druck gestärkt wird, statt sie zu schwächen.
Lautsprecher-Töne vs Kirchenglocken
15. Juli 2009 at 19:57 | In Christen+Kirchen, Europa+Islam, Israel, Jerusalem | 1 CommentJerusalem, 10. Juli 2009
Abends im Gästehaus fällt mir im Rückblick etwas auf, das mich nervt. Schon am Kotel war von den Moscheen aus der Gebetsruf zu hören – mehr als deutlich, alles übertönend. Jetzt im Gästehaus der Schwestern – und das gleich zweimal im Verlauf des Abends – gibt’s wieder deutlich alles über tönend den muslimischen Ruf. (Mal sehen, wie früh das morgen anfängt.)
Dieses alles übertönen wollen und müssen ist es, was mir aufstößt. Hier ist das für die Leute normal, sie kennen es nicht anders. Ich will auch nicht fordern, dass das geändert wird. Aber diese Penetranz stört mich doch gewaltig. Und die mag ich Zuhause nicht haben. Wenn ich mitbekomme, wie selbst manche Pfarrer es als selbstverständlich betrachten, dass Moscheen in Deutschland lautsprecherverstärkt zum Gebet rufen dürfen sollen, dann kriege ich schlechte Laune. Und wenn dann noch behauptet wird, dass sei nichts anderes als das Glockenläuten der Kirchen, dann werde ich richtig sauer. Denn das hat nichts miteinander zu tun. Es ist ein grundlegender Unterschied, ob EINMAL IN DER WOCHE die Glocken Christen zum Gottesdienst rufen oder FÜNFMAL TÄGLICH der Lautsprecher der Moschee verkündet, dass einzig Allah Gott ist (für mich ist er NICHT Gott, ist er KEIN Gott!) und damit impliziert wird, dass diesem Allah alles untertan gemacht werden müsse.
Das ist quantitativ wie qualitativ einfach nicht vergleichbar.
Mir kann dann sicherlich vorgehalten werden, dass auch „mein Gott“ so einen Absolutheitsanspruch hat wie der muslimische. Ja, das hat er. Aber im Gegensatz zum muslimischen Allah hat Jesus befohlen die Welt zu Jüngern zu machen, nicht sie zu unterwerfen. Wir sollen das Wort predigen, Menschen überzeugen – nicht allen ein Gesetzeswerk aufzwingen. Christ wird man immer noch ausschließlich durch eigene Entscheidung, nicht durch Formeln oder Zwang oder automatische Kirchenmitgliedschaft. Muslim ist man schon, wenn man einen muslimischen Elternteil hat, automatisch und zwangsweise. Anderen wird dieser Glaube aufgezwungen, weil sie weder nicht als Dhimmis unterdrückt werden wollen – Juden, Christen, Zoroasten – oder weil sie nicht entsprechend dem islamischen Gesetz getötet werden wollen, weil sie nicht zu den „Völkern des Buches“ gehören und deswegen die „Wahl“ für das Dhimmitum nicht bekommen. Wobei es diesem Allah noch nicht einmal darum geht, dass alle Menschen Muslime werden, sondern „nur“, dass die Scharia überall zur Anwendung gebracht wird.
Ich könnte auch ohne Glockengeläut leben. Die Gemeinde, die ich besuche, hat keine Kirche mit Glocken. Noch nicht einmal vom Band. Ich brauche sie nicht. Aber ich bin nicht bereit die Kirchenglocken zu entsorgen, um „Gleichberechtigung“ mit dem Islam zu schaffen. Das wäre geheuchelt und falsch. Sollte es doch so kommen, bitteschön. Hätte der Allah-Glauben wieder gewonnen, weil etwas Christliches beseitigt wurde, weil wir etwas von unserer Kultur aufgeben. Auch so kann man sich die Welt definieren. Die Araber und insbesondere die „Palästinenser“ haben ja auch immer gewonnen, wenn Israel zwar den Krieg für sich entschied, die Terroristen aber dennoch weiter machen konnten. Diese Mentalität werden unsere Gutmenschen nie auch nur ansatzweise begreifen, wenn sie sich denn überhaupt eingestehen würden, dass es sie gibt. Sie stehen für nichts mehr ein. Sie sind nicht bereit für etwas zu kämpfen. Dafür bekämpfen sie alles, was ihrem Wahn des vermeintlichen „Friedens“ im Weg stehen könnte – alles, das FÜR etwas steht, für den Erhalt von etwas, das uns lieb und wert sein sollte.
Und so werden wir uns vielleicht damit abfinden müssen – auch wenn ich nicht dafür bin – dass Parteien, die sich „pro“ nennen, Zulauf bekommen werden, weil sie ein Anliegen aufgegriffen haben, das nicht ihr eigenes ist, mit dem sie aber Stimmung machen können, weil sich keiner sonst des Problems annimmt; abfinden damit, dass diese „pro“-Leute Bürger einfangen, obwohl sie gar nicht „pro“ sind, sondern nur „gegen“ und dem Problem nichts Konstruktives entgegenzusetzen haben.
Im Hintergrund läutet gerade eine Kirchenglocke, zart und unaufdringlich, die Uhrzeit.
Jude besucht heilige Stätte; Araber nennen das „Provokation“
24. Juni 2009 at 19:13 | In Israel, Jerusalem, Palästinenser | 1 CommentTags: Al Aksa-Moschee, Tempelberg, Waqf
Aus Ma’an:
Israels Minister für innere Sicherheit, Yitzhak Aharonowitsch, besuchte Dienstagmorgen den Al-Aqsa-Moscheekomplex in Jerusalems Altstadt unter schwerer Bewachung; palästinensische Offizielle verurteilten dies als „Provokation“.
… Die Al-Aqsa Foundation for Heritage sagte in einer Erklärung, dass der israelische Minister auch in die Marwani-Moschee und in den Felsendom hinein platze und die Al-Aqsa-Moschee umkreiste.
Die Organisation sagte: „Dieser Besuch zeigt, dass die israelische Institution auf die Al-Aqsa schießt“, und fragte: „Ist dieses Eindringen nur eine Provokation oder steckt etwas anderes hinter dem Besuch?“
Schließlich zeigt der letzte Absatz, dass der Besuch mit der Waqf koordiniert wurde:
Scheik Azzam Khatib, der Direktor der Jerusalemer Waqf (Stiftung) sagte, der Besuch sei in Zusammenarbeit mit der Waqf durchgeführt worden, die für das Gelände zuständig ist. Er sagte, er kenne die Gründe für den Besuch nicht.
Was bedeutet, dass die „Provokation“ nicht darin bestand, dass ein israelischer Minister irgendwo „hinein platzte“, einseitig unbefugt eindrang oder sonst etwas Derartiges tat. Er war geplant und vorher bekannt.
Die „Provokation“ besteht darin, dass ein Jude sich entschied den heiligsten Ort des Judentums zu besuchen.
Update: Inzwischen hat Ma’an den Artikel geändert; dort steht jetzt „ohne Zusammenarbeit“ (mit der Waqf).
Kommentar: Weitere Informationen zu dem Besuch gibt es von Ulrich Sahm auf Hagalil: Der Minister wollte die ständig vorhandene Polizei-Präsenz inspizieren. Er wurde u.a. auch von Waqf-Vertretern begleitet. Die Lügen der PalAraber sind einfach unglaublich.
Die roten Linien verschieben
2. Juni 2009 at 12:53 | In Friedensinitiativen, Israel, Jerusalem, Medien+Nahost, USA | Leave a CommentTags: Benjamin Netanyahu, Westbank
Benjamin Netanyahu ist, anscheinend zufällig, über die beste politische Waffe gestolpert, die Israel hat. Und er begreift das nicht einmal.
Als er ins Amt kam, begann die westliche Presse wie besessen davon zu berichten, dass er das Wort „Zweistaatenlösung“ nicht benutzte. Die Welt nahm an – obwohl der „ultrarechte Avigdor Lieberman die Roadmap anerkannte – dass Netanyahu ein Superfalke ist, dessen Vorschläge für Frieden Nebelwände für sein wirkliches Streben zur Annektierung der gesamten arabischen Welt und zur Durchführung eines Genozids an allen palästinensischen Arabern seien. Der Druck begann zu steigen und Netanyahu, wie alle israelischen Führer vor ihm, gab vor einigen Tagen nach, als er stillschweigend die „Verbindung“ zu akzeptierten schien, obwohl er sie ablehnte.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu ist bereit Siedlungs-Außenposten in der besetzten Westbank im Gegenzug für US-Unterstützung seiner Haltung zum Erzfeind Iran abzureißen, berichteten lokale Medien am Dienstag. Netanyahu sagte seiner rechts gerichteten Likud-Fraktion am Montag, dass Israel abbauen müsse, was es als illegale Außenposten betrachtet, wie von Washington verlangt, da die Sache mit dem Iran wichtiger sei, hieß es in Zeitungsberichten.
„Ich identifiziere die Gefahr und das ist der Grund, weshalb ich bereit bin unpopuläre Schritte wie die Evakuierung von Außenposten zu unternehmen“, zitierte das Massenblatt Yediot Aharonot Netanyahu. „Dies sind Dinge, zu denen man Kompromisse eingehen muss.“
Doch trotz anscheinend vorhandener Druckwellen auf Israel, als Reaktion auf Israels „Unnachgiebigkeit“, gab es wegen der so wahrgenommenen fehlenden Unterstützung einer Zweistaaten-Lösung einen Sog in die Gegenrichtung.
Seine Zurückhaltung die magischen Worte „palästinensischer Staat“ zu sagen, lässt die Leute sich offen die Frage stellen, ob ein solcher Staat wünschenswert oder machbar ist. Die kanadische National Post ist im Nahost-Konflikt immer auf der richtigen Seite gewesen, aber der folgende Artikel (auch in der Vancouver Sun veröffentlicht) wäre vor ein paar Monaten noch unvorstellbar gewesen:
Die Zweistaaten-Illusion
… Eine Zweistaaten-Lösung klingt in westlichen Ohren angenehm. Sie scheint für kanadische Politiker genau das zu sein, was sie sagen sollen. Natürlich würden die Medien Harper und Ignatieff an den Pranger stellen, würden sie da nicht mitspielen. Aber wenn der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu morgen den Plan befürwortet – wie Barack Obama es als Vorbedingung für Hilfe für Israel beim Widerstand gegen die iranische Atomaggression haben will – wäre das völlig bedeutungslos. „Es gibt auf der palästinensischen Seite keinen Partner“, sagte Khaled Abu Toameh [von der Jerusalem Post.]. Israels Siedlungen in der Westbank sind kein Hindernis, fügt er hinzu; sie sind ein Ablenkungsmanöver: eine unwichtige Sache, die Jerusalem leicht hinkriegen wird – auf Grundlage seiner Bereitschaft in der Vergangenheit Siedlungen abzubauen – wenn der richtige Augenblick kommt. Diese Zeit ist noch nicht gekommen und sie wird nicht bald kommen. Denn im heutigen Umfeld würde jede vorgeschlagene Friedensvereinbarung, die von Abbas unterstützt wird, im selben Augenblick von der Hamas abgelehnt und jeder Handel mit der Hamas – wäre irgendeiner möglich – reflexartig von der Fatah abgelehnt. Und keine Gruppe hat in den Augen der Bürger viel Bonität, berichtet er. Fakt ist, dass Toameh spitzbübisch andeutet, Netanyahu könnte so clever sein auszuprobieren, was Obama will und öffentlich sofort eine Zweistaaten-Lösung zu unterstützen, nur um die Palästinenser und internationale Friedensplan-Unterstützer „in eine Ecke“ zu drängen, indem er für alle offen legt, wie wahrlich unmöglich die Umsetzung von irgendetwas dieser Art unter den derzeitigen Umständen wäre.
Der Fehler der internationalen Gemeinschaft, sagt Toameh, besteht darin, dass man dort zu glauben scheint, die Eigenstaatlichkeit sei etwas, das den Palästinensern wie ein Geschenk gegeben werden könne. Das ist, glaubt er, unverdient. „Ich glaube, ein Staat nicht etwas, das uns gegeben werden sollte; es ist etwas, das wir uns verdienen sollten“, sagt der in der Westbank geborenen Journalist. Weit davon entfernt die Fähigkeit der Schaffung einer funktionierenden, verantwortungsvollen Zivilgesellschaft zu demonstrieren, sagt er, haben die Palästinenser nur ihre Bereitschaft bewiesen Chaos, die Herrschaft des Mobs und Terror zu tolerieren. Sie schauten zu, wie mit den nach Ramallah und Gaza geschickten Milliarden nicht Krankenhäuser und Schulen und Infrastruktur aufgebaut wurde, sondern Arafat seine Taschen füllte, die Fatah ihre Kumpane fetter machte und die Hamas Waffen kaufte. Einerseits sind die Palästinenser immer wieder verrotteter Führung erlegen, die im Gegenzug ihr Bestes tat, um das Hochkommen verantwortungsvollerer Alternative zu unterdrücken. Andererseits scheint Toameh anzudeuten, dass die Palästinenser die Regierung bekommen, die sie verdienen. „Alles läuft in die falsche Richtung, zumeist wegen des Versagens der Palästinenser ihre Regierung zur Verantwortung zu ziehen“, sagt er.
Bibi hat die Parameter der Diskussion verschoben und dies deutet auf unglaubliche politische Kraft hin.
Der arabisch-israelische Konflikt ist letztlich binär. Es mag 22 arabische Staaten geben, 57 islamische Staaten und ein ganzes Gebäude voller Diplomaten in New Yorks East Side, die nur allzu gerne Gülle über Israel auskippen, aber letztlich muss Israel mit nicht konform gehen, das seine roten Linien gefährdet. Unglücklicherweise sind diese Linien unscharf geworden, um es freundlich auszudrücken, und jedes Mal wenn Israels Führer von einer davon zurücktreten, wird das Vakuum sofort mit mehr Druck gefüllt, um die Linien weiter einzuengen.
Was Bibi versehentlich bewiesen hat: Das Gegenteil ist wahr. Wenn Israels Führung eine kompromisslose Haltung absteckt, die die Linien weiter zieht, selbst zu diesem späten Zeitpunkt, wird es eine spürbare Verschiebung in der Reaktion der Welt geben, selbst unter der vorhersagbaren Kritik.
Während frühere israelische Regierungen praktisch Teile von Jerusalem abzugeben bereit waren, drückt Bibi zumindest öffentlich diese Linie weiter weg. Wenn er nicht nachgibt, würde der Nettoeffekt sein die ganze Diskussion vom „Wie viel von Jerusalem sollte Israel abgeben?“ zu „Sollte Jerusalem überhaupt etwas abgeben?“ verändert. Gleichermaßen würde seine öffentliche Äußerung zum natürlichen Wachstum in den Siedlungen ebenfalls die ganzen Begrifflichkeiten der Debatte von „Israel sollte die gesamte Westbank zurückgeben“ zu „Wie viel sollte Israel zurückgeben?“ verschieben.
Schlussendlich ist die Lösung des Problems nicht in rechtlichen oder historischen oder religiösen Argumenten zu finden – sie wird das Ergebnis von Verhandlungen sein. Netanyahu hat das Potenzial Israels Verhandlungsposition immens zu stärken, wenn er sich dazu entschließt, indem er einfach in seinen Überzeugungen stark bleibt.
Als eine der Seiten dieses ungleichen Konflikts gegen sich hält Israel einige eindrucksvolle Karten, die zu zeigen nicht viel kostet. Und wenn Israel irgendetwas von seinen palästinensisch-arabischen Partner lernen soll, dann ist es, dass die Folgen eines „Nein“ oft in einer Belohnung bestehen.
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