Bessere Sucherergebnisse

12. Mai 2014 um 15:56 | Veröffentlicht in Anmerkungen, Medien allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter:

DryBones, 7. Mai 2014

Reuters schreibt:

Google enthüllt E-Mail-Lesepraktiken in neuen Geschäftsbedingungen
14. April 2014
Google Inc. hat Montag seine Geschäftsbedingungen aktualisiert; die Nutzer wurden informiert, dass ihre ankommenden und abgeschickten E-Mails von Software automatisch analysiert werden, um gezielte Werbung zu schaffen.
Die Überarbeitung verdeutlicht die Art genauer, wie Google-Software die E-Mails von Nutzern absucht, wenn Nachrichten auf Googles Servern gespeichert werden und wenn sie durchgeleitet werden. Das ist eine kontroverse Praxis, die im Kern von Gerichtsverfahren steht.

Letzen Monat entschied ein US-Richter, dass Klagen nicht in eine einzige Sammelklage zusammengefasst werden, die Google beschuldigen die Privatsphäre-Rechte Hunderter Millionen E-Mail-Nutzern verletzten.

Nutzer des Google E-Mail-Dienstes haben die Firma beschuldigt Bundes- und Staats-Privatsphärerechte sowie Abhör-Gesetze zu verletzen, indem sie Nachrichten durchsuchen, um so geheime Profile zusammenzustellen und gezielte Werbung zu ermöglichen. Google hat argumentiert, dass die Nutzer seinem Tun implizit zugestimmt haben, als sie es als Teil des E-Mail-Dienstes anerkannten. (mehr lesen – in Englisch)

Antisemitismus und Antiisraelismus in den sozialen Medien

8. Juli 2013 um 14:30 | Veröffentlicht in Medien allgemein, Medien+Nahost, WWW | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: ,

Manfred Gerstenfeld interviewt Andre Oboler (direkt vom Autor)

Der Aufstieg der sozialen Medien hat für Juden und Israel vielfältige Probleme geschaffen. Viele davon manifestieren sich auf eine Art, die die Gesellschaft als Ganzes betreffen. Juden und Israel allerdings scheinen oft die ersten zu sein, die negativ betroffen sind. Meine eigene Arbeit im Verlauf fast eines Jahrzehnts hast sich hauptsächlich darauf konzentriert Veränderungen ausfindig zu machen und zu empfehlen, die diese Probleme eliminieren oder entschärfen können.

Das erste Thema, dem wir uns gegenüber finden, ist ein ideologisches. Das Internet erwuchs aus einem gesetzfreien Umfeld. Diese Tradition der „Einzigartigkeit des Internets“ hält an, selbst wenn sie zunehmend in Frage gestellt wird. Es gibt einen Zusammenprall der Kulturen zwischen den Amerikanern (die viele der globalen Service-Provider betreiben) und dem Rest der Welt. Die Amerikaner wollen völlige Freiheit bei ihren Operationen. Außerhalb Amerikas lautet die allgemeine Einstellung aber, dass Hassreden höchst unerwünscht ist. Die dortige Öffentlichkeit hat eine legitime Erwartung, dass der Staat Schritte unternimmt, um das zu verhindern und vielleicht sogar zu kriminalisieren. Das geschieht angesichts der wichtigen Rolle, die Hassreden bei der Ermöglichung des Holocaust spielte.

Andre ObolerDr. Andre Oboler ist Geschäftsführer des Online Hate Prevention Institute (Institut für die Verhinderung von Online-Hass) in Australien. Er ist Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe zu Antisemitismus im Internet und in den Medien beim Global Forum to Combat Anti-Semitism (Globales Forum zur Bekämpfung von Antisemitismus).

Ein zweites wichtiges Thema betrifft Schwachstellen im System von Service-Providern wie Facebook, YouTube und Twitter. Sie können die Software, die Prozessabläufe und manchmal die involvierten Menschen betreffen. Twitter hat keinen Mechanismus, um auf problematische Inhalte aufmerksam zu machen. Dadurch hat es keine wirkliche Kontrolle zu Antisemitismus. Dieses Thema befindet sich derzeit nach einer Anzeige durch die Französische Union Jüdischer Studenten vor französischen Gerichten.

Viele Beispiele aus Facebook gehen mit Antisemitismus in verschiedenen Formen einher, z.B. der Förderung der Protokolle der Weisen von Zion, der klassischen Dämonisierung der Juden, dem Vergleich des Staates Israel mit Nazideutschland sowie Verschwörungstheorien. Eine Schwachstelle in den Verfahren bei Facebook besteht darin, dass Beschwerden zu solchen Inhalten oft abgewiesen werden. Daten einer Gruppe israelischer Studenten, die Antisemitismus entgegenwirken, legen nahe, dass dies bei mehr als der 85% berechtigten Beschwerden geschieht. Da Facebook kein System zur Qualitätskontrolle hat, wird es noch schwieriger, diese Inhalte danach zu entfernen.

Bei einigen Providern erhält man manchmal den Eindruck, dass diejenigen, die sich mit Beschwerden zu befassen haben, diese nicht diskutieren möchten. In einige Firmen ist es schwierig eine bestimmte Person zu finden, die zu ernsten und fortgesetzten Problemen in Sachen Antisemitismus als Verbindungsperson fungieren kann. Oft erhält man eine allgemeine Antwort, die vom „Team der Firma“ oder einer fiktiven Person abgezeichnet ist.

Noch ein wichtiges Anliegen ist das mangelnde Verständnis der Firmen zum Wesen des Antisemitismus. Diese älteste Form des Hasses besteht seit Jahrtausenden und ist gründlich studiert worden. In den meisten Formen ist sie von Forschern und Experten einfach und beständig identifiziert worden. Die Provider jedoch wollen ihre eigenen Definitionen und Verständnis des Antisemitismus schaffen. Ihnen fehlt klar die Fachkenntnis, die Fähigkeit oder gar der Wunsch, das ordentlich zu tun. Das hat z.B. zu einer Situation geführt, dass Facebook es Jahre lang abgelehnt hat die antisemitische Natur der Holocaust-Leugnung anzuerkennen, die eine der extremsten Formen des Antisemitismus ist.

In der bürgerlichen Gesellschaft nehmen ähnliche Probleme gegen andere Gemeinschaften wie indigene Gruppen, Homosexuelle, religiöse und kulturelle Minderheiten und Einwanderer zu. Eine öffentliche Diskrepanz zwischen Facebooks Haltung und öffentlicher Meinung fand sich bei Seiten, die Vergewaltigung herunterspielen. Facebook betrachtete das anfänglich als humorvollen Inhalt, strebte dessen Schutz an und entschuldigte es. Das führte zu Sexismus-Vorwürfen und größeren öffentlichen Gegenreaktionen. Facebook steuerte dann schnell in die Gegenrichtung.

Juden sollten die aus dem Kampf gegen Antisemitismus gewonnenen Fachkenntnisse nutzen, um anderen angegriffenen Gemeinschaften zu helfen. Regierungen müssen innerhalb ihrer eigenen Grenzen stärker die Kontrolle haben, genauso auch – wenn ihre Bürger angegriffen werden – über internationale Verträge außerhalb des eigenen Territoriums. Die Rechtsdurchsetzung außerhalb der USA kämpft oft damit entweder eine angemessene oder eine rechtzeitige Reaktion von Service-Providern mit Sitz in den USA zu bekommen. Das Internet sollte nicht Amerikas Spielplatz sein. Die reine Weitergabe von Informationen über die USA oder die Nutzung von Diensten einer Firma in den USA sollte keine Probleme schaffen, wenn sowohl der Täter als auch das Opfer in einem anderen Land wohnen.

Gegen den jüdischen Staat wird in den sozialen Medien auch ein ständiger Propagandakrieg geführt. Desinformation verbreitet sich in Windeseile wie ein Virus. Videos von gestellten Vorfällen und manipulierte Fotos grassieren, insbesondere in Zeiten von Konflikten. Die Wahrheit spielt in dieser besonderen Arena keine Rolle. Der Inhalt ist König und je sensationeller, desto besser. Es gibt außerdem einen ständigen Strom an Unterstützung für große Lügen wie die „israelische Apartheit“.

Israel sieht sich darüber hinaus koordinierter Nutzung der sozialen Medien als Kriegsmittel des Iran ausgesetzt. Netzwerke israelischer Aktivisten werden kompromittiert. Gruppen wie „Anonymous“ werden infiltriert und zu iranischen Marionetten. Die sozialen Medien werden so zum Megafon für staatlich geförderte Hass-Propaganda, Entmenschlichung und – natürlich – Antisemitismus. Doch die Firmen der sozialen Medien stehen untätig daneben und betrachten ihre hereinströmenden Werbeeinnahmen.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

Links alles in Ordnung, nie etwas Kriminelles – rechts immer das Gegenteil?

20. April 2013 um 14:18 | Veröffentlicht in Deutschland, Medien allgemein | 18 Kommentare

Mal völlig „off topic“ und doch aktuell, weil es in Sachen Naher Osten ähnlich abläuft:

Heute soll Daniel Cohn-Bendit geehrt werden. Mit dem Theodor-Heuß-Preis, der für die Förderung bürgerlicher Initiativen und Zivilcourage vergeben wird. „Wichtige politische und gesellschaftliche Entwicklungen sollen so frühzeitig ins öffentliche Bewusstsein getragen werden.“

Jetzt geht mir völlig ab, wieso ausgerechnet der „rote Dany“ für „bürgerliche Initiative“ geehrt werden sollte, denn „bürgerlich“ ist bei diesem Herrn sein Leben lang nun die völlig falsche Vokabel. Aber es gibt ja auch Integrationspreise für Hass-Rapper, Toleranz- und Medienpreise für antisemitische Hetze gegen Israel und Friedensnobelpreise für Leute, die noch überhaupt nichts für Frieden getan haben (s. den Narziss im Weißen Haus) oder gar für reuelose Terroristen, die mit ihrem Terror nicht aufhören wollen. Leuten, die gegen Israel hetzen und es lügend verleumden, werden Ausgleich und die Förderung von Miteinander bis zum Bundesverdienstkreuz verliehen. Es liegt völlig im Belieben der Preisverleiher, mit welchen Ehrungen sie ihre erklärten Ziele desavouieren. Spaltend und intolerant bis extrem und nicht hinnehmbar sind dann immer diejenigen, die die schöne Welt der Preisverleiher und ihrer Bedachten mit Fakten stören.

Richtig heftig wird es aber immer dann, wenn es jemanden gibt, der/die zu ehrende Person als nicht preiswürdig entlarvt. Ode rauch überhaupt einen Prominenten entlarvt. Ist man „links“ und „entlarvt“ einen zu alten FDP-Politiker, der ziemlich angeschickert etwas von „Dirndl füllen“ und Tanzkarte lallt, dann ist man Heldin – auch wenn völlig klar ist, welche Motive hinter einer Veröffentlichung des Vorfalls ein Jahr nach dessen Stattfinden stecken. Ist man nicht „links“ ist oder doch auch links aber hat die Frechheit eine linke Ikone zu entlarven, setzt ein Vernichtungsmechanismus ein, der seinesgleichen sucht, wobei der Entlarvte und sein kriminelles Tun geleugnet, kleingeredet und relativiert wird, bis das alles nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun hat. Das konnte man sehr schön erleben, als die vermeintliche „Diskussion“ um Joseph Martin („Joschka“) Fischer und seine Gewalttaten während der 1970-er Jahre. Dass er einen am Boden liegenden Polizisten in den weiter prügelte, wurde immer wieder klein geredet und durfte ihm nicht vorgehalten werden. Die Akten zu seinen Gewalttaten verschwanden, als er Minister in Hessen wurde. Damit wurden Nachermittlungen zu Vorwürfen, er habe Molotowcocktails auf einen Polizisten geworfen (dessen Körper zu 60% Verbrennungen davontrug), unmöglich.

Aktuell ist Daniel Cohn-Bendit ein solches Beispiel. Er hatte sich für Sex mit Kindern ausgesprochen, wenn man sein Buch „Der große Basar“ von 1975 liest, dann kann man nicht umhin zu dem Schluss zu kommen, dass er auch Sex mit Kindern praktizierte. Als das erstmals aufkam, erhielt der Grünenpolitiker über einen „Elternbrief“ einen Persilschein, der ihm bescheinigte, in seiner „Kindertagesstätte“ habe es nie irgendwelche sexuellen Kontakte zwischen ihm und den von ihm betreuten Kindern gegeben. Inzwischen hat die Initiatorin dieses „Elternbriefs“ zugegeben, dass sie weder Betroffene war noch jemals ein Kind in dieser Einrichtung hatte. Der Brief ist ein reines, politisches Gefälligkeitsschreiben, um Cohn-Bendit salonfähig zu halten.

Als Bettina Röhl darauf aufmerksam machte, wurde sie mit einer Schmutzkampagne überzogen. Dass die führende Unterschriften-Sammlerin inzwischen auspackte, hat nichts geändert. Es hat nirgendwo auch nur den Ansatz einer Entschuldigung gegeben. Es hat auch keine Änderung in der Haltung zu Cohn-Bendit gegeben. Stattdessen wird ihm heute ein Preis verliehen, dem er mit seinem Tun und Denken Hohn spricht. Wer den roten Dany als Pädophilen bezeichnet, muss mit juristischer Verfolgung rechnen. Dafür wird Frau Röhl weiterhin – seit ihrer Recherchen und Veröffentlichungen über Fischer – mit etwas stigmatisiert, wofür sie nichts kann: als „Terroristentochter“. Eine Diffamierung, die bis vor den Bundesgerichtshof ging, der unglaublicherweise entschied eine „Schmähung, bei der nicht die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung des Betroffenen im Vordergrund stehe“, liege hier nicht vor.

Wohlgemerkt: Sie hat sich nie positive zu den Taten ihrer Mutter (Ulrike Meinhof) geäußert, hat nie unterstützt, was diese und ihre Terror-Genossen taten. Dennoch hängt man ihr „Terroristentochter“ an, um sie nicht nur mundtot zu machen, sondern insgesamt zu vernichten, ihr die Lebensgrundlage als Journalistin und Autorin zu nehmen, die nicht mehr zu veröffentlichen ist. Kann sich jemand vorstellen, dass Beate Klarsfeld wegen ihrer Kiesinger-Ohrfeige auf diese Weise zur Unperson gemacht worden wäre? Die Genossen und Genossinnen sowie die Nachfolger Ulrike Meinhofs werden aus dem Gefängnis entlassen – viele gegen den ausdrücklichen Wunsch ihrer Opfer und ohne ihre Ideologie und Weltsicht geändert zu haben – und z.T. in Positionen als Lehrkräfte (!) eingestellt, in denen sie ihre Ideologie jungen Menschen vermitteln dürfen.

Frau Röhl hat dem Vorstand und dem Kuratorium der Theodor-Heuß-Stiftung – namentlich dem Vorsitzenden Ludwig Theodor Heuß und der Kuratorin Gesine Schwan (einst linke Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten) – zwei unverblümte offene Briefe geschrieben, in denen sie fleht die Preisverleihung an den grün-roten Ideologen abzublasen. Sie erhält nicht einmal eine Antwort. Die Herrschaften haben „Besseres“ zu tun. Hätte Röhl entdeckt, dass, sagen wir, Gerhard Baum (Preisträger 2008) irgendwann mit Neonazis geliebäugelt oder einen von ihnen in Schutz genommen hätte, die Lage sähe ganz anders aus. Die Medien und die Eliten hätten sich überschlagen, was man mit Baum alles tun sollte bzw. müsse.

Es gibt tatsächlich Leute, die ein wenig Anstand zeigen. Sie sind leider viel zu wenige – und natürlich sind sie „rechts“. Der Heuß-Enkel gibt sich stur: „Wir bekommen den Saal trotzdem voll“, sagt er als Reaktion auf die Absagen des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, der die Festrede halten sollte, sowie zweier Spitzenpolitiker (von CDU und FDP). „Es gibt keine Anklage gegen ihn. Er wird auch nicht strafrechtlich verfolgt“, so Heuß über Cohn-Bendit. Hätte er das auch über einen Menschen gesagt, der nicht so links steht und Verdacht ausgesetzt ist? Ich wage es zu bezweifeln.

Links ist gut, links ist über alles erhaben, was nicht schon mit einem Gerichtsurteil aus höchster Instanz belegt ist. Der FDP-Onkel mit der Tanzkarte ist nicht mehr gesellschaftsfähig, obwohl es kein Urteil gibt. So läuft die Welt heute.

Boston: Obama, die Medien und sonst noch der eine oder andere

16. April 2013 um 18:46 | Veröffentlicht in Medien allgemein, USA | 5 Kommentare

Im Zielbereich des Boston Marathon gab es zwei Explosionen. Das ZDF brachte es in der heutigen heute-Sendung um 14 Uhr fertig den Bericht so anzumoderieren: „Allerdings gehen die Behörden von einem Anschlag aus“. Als wäre es wohl eher keiner. (Auch wenn im Bericht selbst immer von „Anschlag“ die Rede war.)

Es wurde immer – mit lobendem Unterton – betont, dass Hussein Obama betonte, man dürfe keine vorschnellen Schlüsse ziehen. Das Wort „Terror“ oder „Terroranschlag“ nahm er nicht ein einziges Mal in den Mund, was ebenfalls positiv vermerkt wurde.

Was ganz fehlte: Kurz nach den Explosionen setzten einfache Bürger einen Verdächtigen fest, der sich als Saudi herausstellte. Bisher gibt es keine Informationen dazu, ob es zu diesem Mann neue Erkenntnisse gibt, egal in welche Richtung, auch wenn sein Apartment inzwischen durchsucht wurde; außerdem sagte der Polizeichef gegen Mittag, dass sich im Zusammenhang mit dem Anschlag niemand in Gewahrsam befinde. Nur dass unsere Medien dazu schweigen, spricht wieder Bände.

Dann gab es noch den Chefchirurgen einer Notaufnahme, von dem der ZDF-Reporter berichtete, er habe einen Arzt besonders gelobt, der militärische Erfahrung hatte, weil er im Irak diente. Das sie der Versorgung der Verletzten enorm zugute gekommen. Hm. Wieder eine Auslassung: Es gibt von besagtem Chefarzt ein Video, das – natürlich wieder – nur in unseren Nicht-Qualitätsmedien (und in israelischen) zu finden ist; darin beschriebt der Mann, dass das Krankenhaus vor nicht allzu langer Zeit Hilfe von Israelis in Anspruch nahm, die die Ambulanz umorganisierten und -bauten (entsprechend ihren Erfahrungen aus dem Terrorkrieg der Araber). Und DAS sei entscheidend gewesen, um viele der Menschen zu retten, die dort eingeliefert wurden. Ich werde nicht abstreiten, dass der frühere Militärarzt einen guten Teil dazu beigetragen hat, aber die Auslassungen in der Berichterstattung sprechen auch wieder Bände.

Am späteren Nachmittag wollte n-tv einen Helden des Marathon zeigen. Ein 76-jähriger Mann wurde durch die erste Explosion von den Beinen geholt. Er rappelte sich langsam wieder auf, sagte den Ersthelfern, es gehe ihm gut und sie ließen ihn dann gehen. Das ist sicher eine schöne Geschichte und berichtenswert. Aber was ist mit den Marathon-Läufern, die durchs Ziel kamen und statt anzuhalten direkt zum nächsten Krankenhaus weiter liefen, um dort Blut zu spenden? Was mit den vielen Menschen, die nicht einfach versuchten zu fliehen (eine verständliche Reaktion), sondern den Opfern zu Hilfe kamen, Erste Hilfe leisteten, die Rettungskräfte unterstützten? Ohne dem wunderbaren Großvater etwas zu wollen: Wäre es nicht angemessener gewesen, von diesen Helden zu berichten? Oder hat man sich den greisen Herrn ausgesucht, weil er auf einem Video zu sehen war, wie die Druckwelle ihn zu Boden schickte?

Und dann gibt es halt noch den Superpräsi: Der hat tatsächlich nicht ein einziges Mal „Terror“ gesagt; er redete nur von „das“ – wer „das“ gemacht hat usw. (Inzwischen berichtete n-tv, er habe das Wort heute in einer Ansprache zweimal gesagt.) Was ist das für ein Präsident, der nicht in der Lage ist sich klar zu äußern? Der alles vermeidet, was klare Aussagen wären? Fehlt nur noch, dass er von „menschgemachtem Desaster“ schwafelt! Man möchte ihm ins Gesicht schlagen, bei jedem Wort, das man ihm ins Ohr brüllt: „Ist das Terror? Ja. Sprengsätze gehen in Menschenmengen nicht zufällig hoch. Jemand versuchte wahllos zu töten; das ist das Kennzeichen von Terrorismus.“ (Die Dinge beim Namen zu nennen, muss nicht gleich heißen, dass man Panik schürt.)

Einen Punkt braucht man eigentlich nicht zu erwähnen: Muslime weltweit jubeln, toben ihre Freude über den Anschlag (nicht nur) durchs Internet.

Und bei uns? Wiefelspütz von der SPD kann nur hämischen Dummschwätz: „Wenn sich herausstellen sollte, dass es ein terroristischer Anschlag war, wird das vor allem die innenpolitische Debatte und das Klima in den USA stark verändern. Sicherheit wird dann ganz oben auf der Tagesordnung und in den Schlagzeilen stehen. Leider wohl auch mit all den Verzerrungen, den falschen Konsequenzen und dem Populismus, der dort leider üblich ist.“ Soso, es ist noch gar nicht sicher, dass es ein Terroranschlag war? Was, bitte Herr Vollpfosten Wiefelspütz, soll dann sonst ein Terroranschlag sein? Und auch sonst machen die Amis natürlich alles eher falsch. Herzlichen Glückwunsch, das ist der ganz normale Antiamerikanismus. Aber wehe, man nennt es so!

Das schlimmste Beispiel für Drecksack-Verhalten kam allerdings aus den USA. Das Magazin „Esquire“ befand nur Minuten nach dem Anschlag, dass zwar niemand irgendetwas wisse, aber bevor man von Terroristen aus dem Ausland Schlussfolgerungen ziehe, sollte man sich vergegenwärtigen, dass dies in Massachusetts der offizielle Patriots Day ist und das eigentliche Datum (der 19. April) für einige andere Leute, darunter Timothy McVeigh (der Oklahoma-Bomber) von Bedeutung ist. Mit anderen Worten: Verantwortlich sind Amerikaner. Basta. Und schon haben wir sie wieder, die berühmten wütenden weißen Extremisten. Muslimische Terroristen scheiden sofort aus.

Medien: Mehr „Genauigkeit“ von der Daily Mail

27. März 2013 um 12:56 | Veröffentlicht in Medien allgemein | 3 Kommentare

Richard North, EU Referendum, 21. März 2013

Während einer Polizeiübung in Berlin gab es einen tragischen Unfall; zwei Super Pumas landeten nacheinander nahe des Olympiastadions auf dem Maifeld; dabei wurde nach Angaben der Berliner Zeitung der erste von einem weiteren getroffen, einem Eurocopter EC155B, als der zur Landung hereinkam.

Zeugen berichten, dass der erste Super Puma-Hubschrauber reibungslos auf dem verschneiten Maifeld landete. Kurz darauf landete der zweite Puma in rund 30 Meter Entfernung. Der Pilot wartete, bis der aufgewirbelt Schnee sich setzte. Der dritte Pilot, der den Eurocopter flog, hatte offenbar nicht so viel Geduld. Sein Fluggerät knallte in die sich noch drehenden Rotorblätter des ersten Pumas.

Das wird allerdings jetzt von der Daily Mail in einen Zusammenstoß zweier Puma-Hubschrauber übersetzt, in denen jeweils 25 Polizisten saßen, obwohl die fotografischen Aufzeichnungen klar zeigen, dass eine der havarierten Maschinen ein deutlich kleinerer Eurocopter ist.

Das bringt uns wieder zu [Lord Justice] Leveson und dass er uns erzählt Mainstreamjournalisten hätten „einen gewaltigen Ruf für Genauigkeit“, während Blogger und Tweeter „nichts als elektronische Versionen von Stammtischgetratsch“ seien.

Einmal mehr bietet die Mail eine gewaltige Erinnerung daran, dass man nichts, was die Altmedien uns erzählen, für bare Münze nehmen kann. Zumindest muss man triangulieren, auf unabhängige Quellen verweisen, bevor ein Bericht akzeptiert werden kann.

Dann muss man sich ansehen, wenn die Zeitung wenigstens einen einfachen Bericht eines Unfalls auf die Reihe bekommt, inwiefern man sich auf die Berichte zu komplexeren Ereignissen verlassen kann, in denen technische Fragen und ein Grad an benötigtem Verständnis involviert sind.

Traurigerweise ist die Antwort nur allzu offensichtlich. Nichts, aber auch gar nichts sollte man völlig vertrauen, nicht Blogs (einschließlich diesem), nicht Tweets und gewiss nicht den Altmedien.

Wie MSNBC die Republikaner rassistisch macht

29. August 2012 um 21:24 | Veröffentlicht in Medien allgemein, USA | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter:

Doug Powers, MichelleMalkin.com, 29. August 2012

Wenn gestern Abend beim Parteitag der Republikaner ein erstaunliches Fehlen an Vielfalt vorhanden gewesen sein sollte, dann hat derjenige, der es bemerkte vermutlich MSNBC geschaut:

Als der beliebte Tea Party-Kandidat Ted Cruz, GOP-Kandidat für den Senat, auf die Bühne kam, unterbrach MSNBC die Berichterstattung vom Wahlparteitag der Republikaner und brachte die Rede des hispanischen Republikaners aus Texas nicht.

MSNBC blieb auch während der gesamten Rede des ehemaligen demokratischen Abgeordneten Artur Davis in der Werbung. Davis, der erst vor kurzem Republikaner wurde, ist schwarz.

Als dann Luce Vela Fortuño, die Frau von Gouverneur Luis Fortuño von Puerto Rico ein paar Minuten später auf die Bühne kam, entschieden sich die MSNBC-Studio-Moderatoren Rachel Maddow und Christ Matthews dafür über die Rede der First Lady zu sprechen.

Und Nevadas Gouverneur Brian Sandoval? Fehlt bei MSNBC ebenfalls auffallend.

Mia Lova, eine schwarze Kongress-Kandidatin aus Utah, wurde von MSNBC ebenfalls ignoriert.

Hey, was nicht in die Gesprächsthemen passt, wird nicht gezeigt. Et voilà!

Wenn Sie irgendwo festsaßen, wo es nur MSBNC gab, hat The Right Scoop die Reden von Davis, Cruz, Love etc. hier eingestellt.

Während wir darüber nachgrübeln, wie MSNBC es schaffen wird die Rede von Condoleezza Rice und Gouverneur Luis Fortuño zu umgehen, damit Chris Matthews mehr Zeit hat den Hundepfeifen-Rassismus der Republikanischen Partei zu diskutieren, genießen Sie diese Schlagzeile der Washington Post:

Plante Gott Isaac [den Hurricane], um die Republikaner zu bestrafen?

Nächste Seite »

Bloggen Sie auf WordPress.com. | The Pool Theme.
Entries und Kommentare feeds.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 514 Followern an

%d Bloggern gefällt das: