Informationsanfrage
17. Mai 2013 um 12:04 | Veröffentlicht in Schule + Bildung | 1 KommentarSchlagwörter: Schulalltag
Sachunterricht im 4. Schuljahr. Es klopft an der Tür. Herein kommt D. aus meiner Klasse, der seine Uhr in der Turnhallte hatte liegen lassen und sie jetzt bei mir abholen wollte.
D. kennen sie in der 4 noch nicht richtig (er ist seit rund 3 Monaten bei uns). Einer fragt sofort lauthals: „Ist der neu?“
Aber es gibt auch bessere Kenner der Gesamtschülerschaft, wenn auch mit einer Zunge, die schneller redet als das Gehirn Anweisungen gibt – Antwort aus dem Hintergrund: „Der ist seit langem neu!“
Mittagessen – immer wieder lehrreich
2. Mai 2013 um 16:12 | Veröffentlicht in Schule + Bildung | 17 KommentareSchlagwörter: Grundschule, Schulalltag
Vor der Hausaufgabenbetreuung wieder mit Viertklässerinnen in der Mensa. Vor einigen Tagen gab es Mini-Omelettes. L. hatte irgendwie Probleme mit dem Wort „Omelette“ klarzukommen. Wir haben ihr beigebracht, dass sie sie auch „Omaletten“ nennen kann.
Heute fragte ich sie: „Was gab’s denn gestern?“
Antwort L.: „Jedenfalls keine Omaletten.“
A.: „Nee, Tortellini.“
L.: „Ach, noch so’n Wort.“
Ich: „Weißt du, vielleicht kannst du dir das merken wie die Omaletten.“
L.: „Echt? Wie denn?“
Ich: „Denk dir einfach, das waren Trottellini.“
Die nächste Zeit werde ich mir wohl weitere Dinger ausdenken müssen, damit L. kulinarisch auf dem Laufenden bleiben kann…
Aber kein Schneefrei
14. Januar 2013 um 22:16 | Veröffentlicht in Schule + Bildung | 5 KommentareSchlagwörter: Schulalltag
Aufgestanden, Badezimmer erledigt, angezogen, restliche Sachen eingepackt, ein Schluck getrunken; den ersten Rollladen hochgezogen – Schneedecke draußen! Also erstmal andere Schuhe angezogen und dann raus.
Ach, ist ja gar nicht so viel! Auto rausgeholt, losgefahren – hui, glatt!
Es ist noch früh. Also ist der Verkehr noch harmlos. Aber auf dem halben Weg wird es dicht – die fahren alle übervorsichtig (ist ja nicht falsch, aber man merkt, dass mit den Verhältnissen kaum einer umgehen kann). Doch auf einmal ist Ende: alles steht. Nach fast 30 Minuten und nur 100m Vorankommen rufe ich in der Schule an. Anrufbeantworter. „Ich stecke hier fest, keine Ahnung, wann ich ankomme.“
Nach 50 Minuten fahre ich auf den Parkplatz – kein anderes Auto (außer dem des Hausmeisters) zu sehen! Ziemlich wenige Kinder auf dem Schulhof. Gleich klingelt es. Aua.
Der Hausmeister läuft mir über den Weg. „Frau E. und Frau M. haben sich schon gemeldet, dass sie es nicht rechtzeitig schaffen.
Telefon. Unsere Referendarin: „Ich stehe auf der XY-Brücke, keine Ahnung, wann ich hier weiter komme.“
Raus, es gongt. Die inzwischen zahlreicheren Kinder stellen sich auf. Ich rufe ihnen zu: „Ihr könnt weiter spielen!“ Die einen jubeln und zerstreuen sich wieder; andere kommen und fragen erstaunt, einige fast ungehalten: „Wieso das denn?“
„Wie viele Lehrer habt ihr heute schon gesehen?“
„Dich.“
„Und sonst?“
„Keinen.“
„Ist auch außer mir keiner da. Soll ich jetzt 200 Kinder in einer Klasse stapeln?“
„So viele?“
„Äh, nee.“
„Also warten wir, bis mehr da sind, oder?“
Freudiges Strahlen.
Am Schultor stehen Eltern, die das gehört haben und grinsen.
Das fröhliche Toben geht noch ungefähr 20 Minuten weiter, dann ist die Hälfte der Kolleginnen da. Das heißt, das jeder zwei Klassen beaufsichtigen kann. Die Kids sind nicht begeistert, aber es gibt auch keine Proteste. So schnell haben sie sich selten aufgestellt und in ihre Klassen begeben. Darüber kommen wieder zwei Kolleginnen an.
Zur Pause sind sie alle da – halt, die Klassenlehrerin der 4b fehlt noch. Die kommt aus der Nachbarstadt und hat einen Weg, von dem wir hörten, dass da wohl eine Vollsperrung war. Aber pünktlich zum Pausenende-Gong fährt ein rotes Auto langsam auf den Parkplatz. Alle anwesend!
„Du hast da was an der Nase“
7. Januar 2013 um 19:17 | Veröffentlicht in Schule + Bildung | 11 KommentareSchlagwörter: Schulalltag
Erst merkte es niemand und dann gab es immer wieder große Aufregung:
Letzte Woche ließ ich mir einen „Knubbel“ an der Nase entfernen, der von Kindern immer wieder fälschlicherweise als Warze „erkannt“ wurde. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, der Doc hat’s auf jeden Fall eingeschickt, um sicherzugehen, dass nichts Schlimmes drin war.
Die Stelle wurde mit drei Stichen genäht, die Fäden gucken natürlich nett raus. Und als das Pflaster runter war, sah die Kruste herrlich schwarz und dick aus. Das fiel dann am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien auf dem dunklen Schulhof keinem auf. Aber in der Klasse kamen dann Kinder an:
„Du hast da was an der Nase. Iiihh, das ist ein Tier, eine Spinne oder so!“
„Nö, ist es nicht“, konterte ich, aber davon wollten sie sich erstmal gar nicht überzeugen lassen. Bis einer ganz nah ran durfte und allen lauthals bestätigte: „Das ist wirklich kein Tier!“ (Ohrenklingel.) „Was hast du da gemacht?“
Erklärt, da waren sie alle erleichtert.
Aber nicht nur Kinder fielen drauf rein. Nach dem Unterricht sah mich unsere Lehramtsanwärterin völlig erschreckt an: „Du hast da ein Tier, ene Spinne oder sowas!“…
Was man nicht im Kopf hat…
28. Dezember 2012 um 17:18 | Veröffentlicht in Schule + Bildung | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Schulalltag
…das muss man aus dem Benzintank holen. Jedenfalls, wenn die Schule nicht in Fußgänger-Reichweite liegt. Und so fuhr ich also heute Morgen in die Schule, um zwei Dateien vom Lehrerrechner zu kopieren, mit denen ich für die Kolleginnen bis Sylvester etwas liefern muss. Gegen halb Zehn war ich da. Der Hausmeister hatte sein Auto anders geparkt also sonst. Und das Lehrerzimmer war aufgeschlossen. Interessant.
Unser Hausmeister schaute groß, als er mich sah. Er war beinahe beleidigt: „Was machen Sie denn hier? Das ist aber nicht in Ordnung, jetzt kann ich nicht sagen, ich hätte als einziger hier zwischen Weihnachten und Sylvester gearbeitet!“
Gegenargument: „Seien Sie froh, dass ich nicht so früh gekommen bin wie sonst.“
Da muss er zugeben, dass er mich nicht gesehen hätte: „Oh, da war ich noch gar nicht da.“
Schön, einen Hausmeister zu haben, der gut drauf ist.
Weltuntergangsstimmung(en)
20. Dezember 2012 um 17:35 | Veröffentlicht in Schule + Bildung | 2 KommentareSchlagwörter: Schulalltag
Letzter Schultag vor den Weihnachtsferien. Wir – Lehrer, 25 Zweitklässler, eine Handvoll Eltern – frühstücken gewaltig (60 Brötchen werden verzehrt), es bleibt fast so viel an Belag und Getränken übrig wie beim letzten Mal auch, dafür sind wir diesmal mächtig hinterher gewesen, dass nicht alle Wurst- und Käsepackungen sowie Flaschen aufgemacht wurden, sondern immer erst etwas zu Ende geleert wurde.
Eine Spielestunde, dann noch Schulgottesdienst – einer der muslimischen Jungs, die von den Eltern zum Verbleib in der Schule gemeldet wurden, will lieber mit in die Kirche (klar, wenn die Alternative in Arbeitsblättern zu Mathe und Deutsch besteht). Hilft ihm nichts, er ist abgemeldet, er bleibt.
Nach der Rückkehr in die Schule mit nur noch einem winzigen Bruchteil der Schülerschaft findet die kleine Verabschiedung statt: Schnell die Ranzen holen, dann in die Betreuung, macht’s gut, schöne Feiertage. Still wird es auf dem Schulhof. Der Weg zum Lehrerzimmer ist aber nicht einsam, denn A. aus der 4 geht Richtung Mensa. Sie ist nachdenklich, ein wenig bedrückt. Was ist los? „Geht morgen die Welt unter?“ Blödsinn, das ist doch nur Gerede. „Ich hab‘ aber Sorge, dass ich meine Weihnachtsgeschenke nicht mehr bekomme.“ Was soll man da sagen? Dass das wirklich alles nur Unsinn ist, hilft ihr nicht. Sie stapft die Treppe runter.
Die Kollegin C hatte ihren Lehrbericht vergessen, der der Schulleitung jetzt vorgelegt werden sollte und macht sich auf den Weg in die Klasse. Ich hatte auch noch was zu holen. Aus Richtung Neubau kommt K., ein echter Erstklässer-Zwerg und läuft in Richtung Altbau, wo die Räumlichkeiten der Betreuung sind. Er winkt seiner Klassenlehrerin wild zu und ruft: „Schönen Weltuntergang, Frau C.!“
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