Die Religion des Friedens

9. August 2014 um 13:30 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Islam+Islamismus, Medien + Islam, Terroranschläge, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Im Focus gab es eine (interaktive) Weltkarte des Terrors. Die Überschrift des zugehörigen Artikels beinhaltete den Satz: „In diesen Ländern morden Islamisten und Separatisten.“

Weshalb die Einzelzeiten zu Südamerika nicht weiter ausgeführt werden, weiß der Geier (in Kolumbien sind Kommunisten am Werk, teilweise unterstützt vom Regime in Venezuela). In der Ukraine gibt es die „Separatisten“. Alle anderen (17) großen Konfliktherde haben eines gemeinsam: Die Terroristen sind Leute, die sich auf den Koran und ihren zugehörigen Propheten berufen und aus religiöser Überzeugung massenmorden. (Thailand ist den Focussierern wohl entgangen, weil es dort zwischen Regierung und Opposition in Bangkok Probleme gibt, die in der westlichen Wahrnehmung alles andere überlagern.)

Weltkarte des Terrors

Wir bekommen sehr anschaulich gezeigt, wie viel Frieden diese Religion schafft…

Raketen, Grenzen und Verhältnismäßigkeit

25. Juli 2014 um 13:30 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Terroranschläge, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Jerrold L Sobel, The American Thinker, 22. Juli 2014

Im Januar griffen Terroristen einen Zug an, entführten 18 unschuldige Zivilisten und ermordeten sie skrupellos und kaltblütig. Mehrere Wochen darauf verletzten 1500 Terroristen wieder die Grenze und inszenierten einen weiteren brutalen Angriff; sie plünderten eine Stadt und hinterließen weitere 19 Tote auf den Straßen.

Die Regierung, die zahlreiche Angriffe hatte hinnehmen müssen, reagierte schließlich damit, dass sie selbst 6.000 Soldaten über die Grenze schickte, um so viele Terroristen wie möglich zu töten oder gefangen zu nehmen, insbesondere den barbarischen Führer der Gruppe.

So bekannt dieses Szenario klingt – die Vorgänge spielten sich in Wirklichkeit im Januar 1916 ab. Der Führer dessen, was heute Terroraktivität genannt werden würde, war nicht Ismail Haniyeh von der Hamas, sondern Pancho Villa. Die Regierung war die der Vereinigten Staaten von Amerika, das Massaker fand in Columbus (New Mexico) statt. Und das Kontingent der von General John Pershing befehligten 6.000 Soldaten wurde auf Befehl von Präsident Woodrow Wilson nach Mexiko geschickt. In der falschen Annahme, dass die Amerikaner vom mexikanischen Volk willkommen geheißen würden, weil sie ihnen halfen sich von dem korrupten Diktator Venustiano Carranza zu befreien, wurde Wilson zu seinem Schrecken diffamiert und Pershings Truppen wurden unter ständigen Angriffen gezwungen sich in die USA zurückzuziehen, nachdem es ihnen nicht gelang Villa zu fangen.

Doch von einem amerikanischen Sicherheitsstandpunkt aus wurde der Auftrag der Sicherung der Grenze erreicht. Obwohl er lange genug lebte, um 1923 ermordet zu werden, verletzte Villa nie wieder US-Territorium.

Die Meinung Europas war vernichtend: „Zum ersten Man ist dem Vorwand der Schleier entzogen worden, hinter dem sich die Pläne des amerikanischen Imperialismus versteckt hielten.“ Das schrieb des Paris Journal… „Die Eroberung Mexikos durch die USA hat begonnen.“

Die Bodenoffensive Israels im Gazastreifen von dieser Woche ist ebenfalls eine Reaktion auf ständige Übergriffe, Terroranschläge und Raketenfeuer durch einen weit entschlosseneren Feind als es die Mexikaner waren. Wie Wilson wird Premierminister Netanyahu für die Invasion des Gazastreifens hart kritisiert, mit dem der erbarmungslose Terror niedergeschlagen werden soll, dem seine Bürger seit dem Verlassen dieser Enklave vor neun Jahren ausgesetzt sind.

Anders als Wilson sieht sich Netanyahu einem Feind mit Erlösererwartung gegenüber, der sein Land weiterhin unvermindert angreifen wird, wenn er nicht kampfunfähig gemacht wird. Wie sie es mit Wilson machten, werden die Franzosen und andere brüllen und protestieren, die UNO ebenso, aber Netanyahu hat in Erkenntnis der untauglichen Führungen sowohl in Washington als auch Europas die einseitigen Schritte unternommen, die er als notwendig erachtet, um die langfristige Ruhe für seine Bürger zu garantieren.

Wie die politische Landkarte aussehen wird, nachdem die Waffen schweigen, kann noch nicht gesagt werden, aber indem er zwei Waffenruhen akzeptierte, die von der Hamas schnell gebrochen wurden, kaufte Netanyahu auf brillante Weise die politische Deckung, die er brauchte, um die Verfolgung seiner Ziele mit vergleichsweise minimalem Rückschlag aus der Weltgemeinschaft fortzusetzen.

Mit der Zeit wird mancher zurücksehen und die Schuld für diesen jüngsten Konflikt der Entführung und Ermordung der drei jüdischen Teenager zuschreiben. Das wäre nicht korrekt. Zählt man das ständige Raketenfeuer und die Entführungsversuche seit dem Waffenstillstand von 2012 nicht mit, dann hat die Hamas allein 2014 180 Raketen gegen Israel geschickt. Das schließt die Hunderte noch nicht ein, die seit Beginn der intensiven Feindseligkeiten seit Anfang dieses Monats geschossen wurden. Die Ermordung von Eyal Yifrah, Gilad Shaar und Naftali Frenkel waren sicherlich ein Auslöser, aber nicht die Ursache dieses Krieges.

Im Rückblick werden Israels Kritiker der widerwärtigen Nutzung der menschlichen Schutzschilde durch die Hamas zur Sicherung ihrer feigen Führer und ihrer Infrastruktur sicher wenig Aufmerksamkeit schenken, sondern sich stattdessen auf die Aufrufe an die IDF konzentrieren „verhältnismäßig“ zu agieren, obwohl niemand genau definieren kann, was das heißt.

Wie alle Kriege wird auch dieser Opfer bringen. Doch der Aufschrei aus Frankreich und den üblichen Verdächtigen ist ihrer Stimme den täglichen Massentötungen in Syrien und dem Irak gegenüber unverhältnismäßig, ebenso wie gegenüber dem Abschuss des Malaysian Airlines Flug MH17 und dem Tod von 298 Menschen vom Mittwoch. Es scheint zu Israel einfach etwas zu geben, dass die Weltgemeinschaft, wenn es sich verteidigt, in Wut versetzt.

Am Freitag wurde auf Veranlassung Jordaniens und des neuen Terrorhelden Premierminister Recep Erdoğan aus der Türkei der Sicherheitsrat zu einer Sitzung einberufen – nicht um die ungeminderten Raketenangriffe der Hamas zu verurteilen, auch nicht deren verkommene Nutzung menschlicher Schutzschilde, schon gar nicht um den Iran zu tadeln, weil er die Hamas mit Raketen versorgt, die Ziele überall in Israel erreichen können. Er wurde versammelt, um gegen die Grausamkeit der Reaktion Israels zu protestieren, das auf die erbarmungslose Beschießung und die Versuche von Terroristen, sich nach Israel zu graben, um Kibbutzniks zu massakrieren, wie es letzte Woche geschah. Ohne irgendetwas davon zu erwähnen, gab UNO-Staatssekretär Jeffrey Feltman den folgenden Tweet ab: „Die Lösung für Gaza besteht in der Beendigung des Waffenschmuggels, der Öffnung der Grenzen und den Gazastreifen zurück unter die Kontrolle der PA zu bringen.“

Leider verfehlte es Feltman zu erwähnen, wie er den Waffenschmuggel stoppen will, wenn die Grenzen offen sind und dass die PA bereits einmal kurzerhand aus dem Gazastreifen hinausgeworfen wurde.

Präsident Obama seinerseits blieb seiner Gewohnheit des Zitterns und Einschränkens treu; er verteidigte zwar Israel recht auf Selbstverteidigung, redete aber zweideutig davon, dass „die Offensive mit israelischen Bodentruppen ausweiten den Blutzoll erhöhen und jede Hoffnung auf einen Friedensprozess mit den Palästinensern aushöhlen könnte“. Moment mal – das klingt ganz schön bekannt.

Das hier hatte er am 18. November 2012 während eines Besuchs in Thailand zu sagen, mitten in dem Flächenbrand zwischen Hamas und Israel in diesem Jahr: Israel hat „jedes Recht“ sich gegen Raketenangriffe durch Militante im Gazastreifen zu verteidigen, warnte aber auch, dass die Offensive mit Bodentruppen auszuweiten jede Hoffnung auf einen Friedensprozess mit den Palästinensern aushöhlen könnte. Er muss eine Kopie seiner alten Rede behalten haben.

Angesichts des Fehlschlags des Waffenstillstands von 2012 hätte jemand anderes davor zurückschrecken können dieselbe Politik ein zweites Mal zu fordern. Nicht so Obama. Wie seine Gegenüber in Europa legt er nach, strebt denselben Waffenstillstand an, den die Hamas ständig gebrochen hat, was zu diesem intensiveren Konflikt geführt hat. Sein Außenministerium pflichtete bei.

Als sie beide Seiten belehrte, entdeckte Jen Psaki vom Außenministerium eine Gleichwertigkeit zwischen Israel und der Hamas, die es nicht gibt. „Wir drängen weiterhin alle Seiten alles in ihrem Vermögen zu tun, um Zivilisten zu schützen.“ Als wenn es eine moralische Gleichsetzung zwischen Terroristen gäbe, die die barbarische Praxis betreiben Raketen aus privaten Wohnhäusern heraus zu verschießen, Waffen in Krankenhäusern und Moscheen zu lagern und Menschen als menschliche Schutzschilde auf Dächer zu zwingen, mit Israels Warnungen an die Gazaner vor einem Angriff auf eine Stufe stellt.

„Wir drängen weiterhin alle Seiten alles ihnen Mögliche zu tun, um Zivilisten zu schützen“, sagte sie Reportern. „Wir sind untröstlich angesichts der hohen Zahl ziviler Toter im Gazastreifen.“ Das ist natürlich ein unredlicher Schlag ins Gesicht Israels. Ein Reporter würde gut daran tun die Frage zu stellen, ob sie eine andere Armee kennt, die jemals Flugblätter abgeworfen, Telefonanrufe getätigt und medizinische Hilfe geleistet hat, um feindliche Zivilisten zu retten.

Psakie zitierte ein Gespräch zwischen ihrem zunehmend frustrierten Chef John Kerry und Premierminister Netanyahu, um zu mahnen: „Israel kann mehr tun, um zivile Opfer zu vermeiden und es muss seine Anstrengungen verdoppeln“. Was Israel im Nebel des Krieges gegen einen Feind tun könnte, der sich in die Zivilbevölkerung verflochten hat, dazu äußerten sich weder sie, noch Kerry oder Obama.

Dieselbe Botschaft wurde Freitag von der zunehmend irrelevanten EU mit ihren 28 Mitgliedern nachgeplappert. Sie gaben Lippenbekenntnisse zu den Raketenschüssen der Hamas nach Israel ab, forderten dann aber eine Untersuchung der bis Freitag getöteten 307 Zivilisten: „Wir verurteilen die fortgesetzte Schießen von Raketen aus dem Gazastreifen durch die Hamas und weitere militante Gruppen und das wahllose Beschießen von Zivilisten.“ Die Hamas hat seit 2005 nichts anderes getan als wahllos Zivilisten zu beschießen, aber die EU ermittelt gegen Israel.

Sie schloss: „Beide Seiten müssen die Lage deeskalieren und die Gewalt und das Leid ihrer jeweiligen Bevölkerung beenden.“ Als hätte dieses ganze Fiasko nicht abrupt in dem Moment beendet werden können, in dem die Terrorraketen nicht mehr auf Israel fallen.

Wie Präsident Wilson 1916 hat Premierminister Netanyahu die Verpflichtung seine Grenzen zu sichern und dem Volk, das zu beschützen er gewählt wurde, Sicherheit zu bieten. Wenn er das tut, könnte ein der Sturz der Hamas ein Nebenprodukt sein, durch das das Volk von Gaza auch etwas Frieden finden könnte.

Analyse nach dem Fund der ermordeten Entführten

1. Juli 2014 um 17:51 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Israel, Medien+Nahost, Nahost-Konflikt, Palästinenser, Terroranschläge, Terrorismus | 2 Kommentare
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Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 1. Juli 2014 (direkt vom Autor)

Die Emotionen gehen in Israel hoch. In einem Feld, unter Steinen, sind die flüchtig versteckten Leichen der drei entführten Jugendlichen gefunden worden. Hunderttausende Soldaten hatten 19 Tage lang nach ihnen und den Tätern gesucht.

Die Entführer haben ihren Hyundai i35 mit falschen israelischen Nummernschildern kurz nach der Tat verbrannt. In dem Wrack wurden Patronen von Pistolen und Schusslöcher entdeckt. Damit war klar, dass die Entführer ihre Opfer schon nach Minuten umgebracht haben. Die Täter, mutmaßlich Hamas-Aktivisten aus Hebron, bleiben spurlos verschwunden. Für die Israelis gibt es ausreichend Befunde, die Hamas zu bezichtigen. Hamas-Auslandschef Khaled Maschal hatte in Doha aufgerufen, Israel zur Freilassung von Gefangenen zu zwingen. Dieses „Signal“ an Hamas-Terrorzellen im Westjordanland verurteilte der Präsident der Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas als „Dolchstoß“ in den Rücken der „Gemeinschaftsregierung“.

Die Hamas hat sich mit den Entführern solidarisiert und sie gerechtfertigt. Sie hat Freudenfeste organisiert. Innerhalb eines Jahres hat Israel zudem über sechzig Entführungsversuche vereitelt. Die Hamas weiß, dass Israel einen extrem hohen Preis zahlt, um Gefangene heim zu holen und dass es nach Entführungen unerbittlicher reagiert, als nach Mordanschlägen.

Die Islamisten wollen anstelle Israels ein islamisches Kalifat zu errichten und den jüdischen Staat terrorisieren. „Terrorismus“ ist keine individuelle Mordtat, sondern politisch motiviert, von einer Organisation finanziert, organisiert und gefördert, um den „Feind“ zu treffen. Die Opfer waren Zufallstreffer. Als Juden, Israelis, „Siedler“, „Besatzer“ oder „Soldaten“ sollten sie für ihr Volk büßen. Es hätte jeden Israeli treffen können

Die Hamas handelt ideologisch, aber keineswegs irrational. Warum sollte sie sich durch ein Bekenntnis politisch in Diskredit bringen? Ohnehin hat sie sich mit ihren Verbündeten, der Hisbollah, Syrien, Iran, Jordanien und Ägypten überworfen. Nur Qatar und der TV-Sender Al Dschesira stehen noch zur Hamas. Weil Ägypten die Schmugglertunnel unter der Grenze zum Sinai zerstört hat, ist die Hamas faktisch bankrott. Seit April hat sie keine Gehälter an ihre 40.000 Bediensteten gezahlt. Die „Versöhnung“ mit Abbas galt ihrem finanziellen Überleben und um ihre Machtbasis im Gazastreifen zu retten. Die Hamas denkt nicht daran, ihre Raketen aufzugeben oder ihre Kämpfer der Autonomiebehörde zu unterstellen. Ebenso wenig hat sie ihre Ideologie aufgegeben.

Israel reagiert zutiefst verunsichert. Die massive Suche nach den Entführten mitsamt Einschränkungen für 700.000 Palästinenser in der Gegend von Hebron, Hausdurchsuchungen und mindestens 420 Verhaftungen war eine selbstverständliche, militärisch notwendige Reaktion. Menschenrechtsorganisationen verurteilten das als „Kollektivbestrafung“ und übersehen, dass auch der Terror der Hamas eine Kollektivstrafe ist.

Nachdem für Israel schon am Tag nach der Entführung klar war, dass die Hamas dahinter steckte, war der Beschluss, die Infrastruktur der Hamas zu zerschlagen, politisch aber zugleich logisch.

Das israelische Kabinett hat wegen interner Meinungsverschiedenheiten noch keine „Strafmaßnahmen“ festgelegt. Schlagzeilen wie „Israel startet Vergeltungsangriffe für tote Teenager“ sind verfrüht.

Die Bombenangriffe im Gazastreifen haben mit dem dreifachen Mord nichts zu tun. Seit der „Operation Wolkensäule“ im November 2012 ist es stehende Politik, auf jeden Raketenbeschuss aus Gaza mit einem Bombenangriff auf Raketenstellungen oder Waffenlager zu antworten. Israel nennen das „Abschreckung“. Seit zwei Wochen verstärkte sich der Raketenbeschuss. Entsprechend veröffentlichte Israels Militärsprecher täglich, wo und was mit „direkten Treffern“ bombardiert worden sei.

Die Hamas behauptet, radikale Organisation am Raketenbeschuss zu hindern. Das würdigen sogar die Israelis. Am Sonntag töteten sie zielgenau zwei Kämpfer, während sie eine Rakete in Stellung brachten. Peinlich für die Hamas war, dass die „Märtyrer“ Kämpfer der Isadin Al-Qassam-Brigaden waren. Da konnte sich die Hamas nicht mehr herausreden, von nichts zu wissen.

Die Koalitionsregierung unter Benjamin Netanjahu, mit linken wie rechten Politikern am Kabinettstisch, steht vor einem fast unlösbaren Dilemma. Für spontane, emotional oder politisch motivierte Vorschläge, wie die Einführung der Todesstrafe, Annexion des Westjordanlands, Auflösung der Autonomiebehörde oder Einmarsch in den Gazastreifen gibt es triftige Gegenargumente. Ungeachtet moralischer Bedenken, hat Israel kein Interesse, wieder die Palästinenser zu verwalten oder Krieg im Gazastreifen zu führen. Andererseits kann Israel den Terroranschlag nicht ungestraft stehen lassen und will seine Abschreckungskraft erneuern, was angesichts der Ideologie der Hamas fast unmöglich ist. Eine „Lösung“ aller Probleme ist jetzt noch schwieriger geworden, solange die Hamas Partner in der „Gemeinschaftsregierung“ mit Abbas ist. Eine Erneuerung des „Friedensprozesses“ gilt im Moment als undenkbar.

(C) Ulrich W. Sahm

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (22.-28.06.2014)

28. Juni 2014 um 22:00 | Veröffentlicht in Araber, EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, Terroranschläge | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 22.06.2014:

Die Entführung:
Mahmud Abbas tönt weiter, es gebe keine Beweise dafür, dass die Hamas hinter der Entführung steckt. Niemand wisse, wer dafür verantwortlich ist.
Der PA-„Außenminister“ betonte wieder, dass die Entführung wahrscheinlich nur eine israelische List ist, um negative Aufmerksamkeit oder nur von einer kriminellen Tat abzulenken.Die PA jammert bei der UNO, Israel würde die „eine gefangen gehaltene Bevölkerung terrorisieren“, weil nach den entführten Jungen gesucht wird. Der Westen solle dafür sorgen, dass das aufhört.
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon telefonierte mit Benjamin Netanyahu. Dabei brachte er seine „Sorge“ wegen der vielen Festnahmen von Terroristen zum Ausdruck. Er forderte „von allen Seiten Zurückhaltung und Respekt für die Menschenrechte und das internationale Recht“. (Wenn er das so vehement doch den Terroristen sagen würde…)

Seit Freitag schossen die Terroristen insgesamt 8 Raketen Richtung Israel. Die Luftwaffe flog Angriffe gegen 4 Terrororte.

Die Hamas droht weiter mit „Selbstverteidigung“ gegen die Suche nach den entführten Jungen. Israel werde leiden, heißt es.

Shimon Peres verkündet, dass Mahmud Abbas „der beste Partner ist, den wir je hatten“. Sagt eigentlich alles über beide aus – über Peres, der Abbas damit lobt und über Abbas, der eben kein Partner ist und wenn die „Palästinenser“ nichts besseres zu bieten haben, dann ist das traurig, zeigt aber, dass es derzeit absolut sinnlos ist mit ihnen zu reden.

Montag, 23.06.2014:

Die Entführung:
Khaled Meschaal stritt ab, dass die Hamas Informationen über den Verbleib der drei Jugendlichen hat. Aber er pries die Aktion der Entführung von drei „Siedler-Soldaten“.

Mittwoch, 25.06.2014:

Ein syrischer Minister befand, sein Land befinde sich jetzt – wegen israelischer Luftangriffe nach syrischem Mord an einem arabischen Jungen auf dem Golan – „in einer offenen Konfrontation“ mit Israel. Die Regierung seines Landes haben entschieden auf die „israelische Aggression“ zu antworten; Art und Zeitpunkt sie in die Hände des Militärs gegeben worden. (Die syrische Opposition ist ebenfalls „unzufrieden“ mit Israel – das sei bei weitem nicht genug, was die Luftwaffe da gemacht hat.)

Umfrage unter den PalArabern: weniger als 30% sind für eine Zweistaaten-Lösung; Ziel eines Fünfjahres-Plans soll die „Zurückgewinnung des gesamten historischen Palästina vom Fluss zum Meer“ sein.

Nach der UNO rief auch der weithin als Israelfreund gehandelte Quartett-Beauftragte Tony Blair Israel zur „Zurückhaltung“ auf. Er sei „zutiefst beunruhigt von den Ereignissen in Israel und den palästinensischen Gebieten, den getöteten palästinensischen Zivilisten und den vielen Verhaftungen“.

Der Hamas-Grande Mahmud Al-Zahar prahlte, seine Truppe könne Raketen auf jede Stadt in Israel schießen.

Der Hamas-Chef im Gazastreifen, Ismail Haniyeh, hat die Dritte Intifada für begonnen erklärt.

Donnerstag, 26.06.2014:

Vorbeugend schwört die Hamas schonmal Rache, sollte Israel eine „Offensive“ gegen den Gazastreifen starten.

Friedensbotschaft der Fatah: „Haltet an und überlegt, Söhne Zions, dass (euer) Tod nahe ist. Alles, was ihr von uns bekommen werdet, ist Tod.“

Die Fünfte Kolonne: Arabische Knesset-Abgeordnete erklären den Tempelberg zur ausschließlich für Muslime bestimmte Zone. Sie rechtfertigen die Entführung der 3 Jugendlichen und attackieren die IDF wegen „Verbrechen gegen die Menschheit“. Außerdem priesen sie die Freipressung von Terroristen.

Bei den massiven Feuern, die sehr plötzlich innerhalb von zwei Tagen in und um Jerusalem aufflammten, besteht der Verdacht einer Welle von Brandstiftungen.

Die Entführung:
– Die IDF hat die Namen zweier Hamas-Mitglieder zur Veröffentlichung freigegeben; diese sollend die drei Jugendlichen entführt haben.

Heckmeck:
Putin an Abbas: Ich würde gerne sehen, dass der Friedensprozess wiederbelebt wird.
– Was soll man von diesem Mann noch halten? Shimon Peres ist in Washington und spricht vor dem Kongress: „Friedenspartner“ Mahmud Abbas wird von ihm mächtig gelobt, die Araber sind keine Feinde Israels. Realitätsverlust ist da wohl noch eine milde Bewertung.
Eine bisher unbekannte Gruppe, die sich „Hisbollah-Brigaden“ (YNet: Hisbollah-Regimenter) nennt, will die 3 Jugendlichen als Rache für den angeblich von Israel 2008 ermordeten Ismail Mughniyeh entführt haben. Das wäre dann die dritte Gruppe, die die Jugendlichen entführt zu haben beansprucht.

Freitag, 27.06.2014:

Die Hamas hat Raketenschützen verhaftet, die Israel beschossen – nicht, weil die Raketen falsch wären, sondern weil sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt geschossen wurden und von einer Gruppe, die sich von der Hamas abgespalten hat, weil diese nicht radikal genug seien.

Der EU-Botschafter in Israel warnte (erneut), „Europa“ verliere wegen des Siedlungsbaus die Geduld mit Israel.

Israelische Kinderärzte retteten 5 palästinensischen Herzpatienten das Leben. „Kinder sollten nicht Teil des Konflikts sein“, heißt es dazu.

Heckmeck:
Mahmud Abbas behauptet gegenüber Israel: Wenn ihr Terroristen freilasst, nehmen wir die Gespräche wieder auf. (Die Gespräche darüber, wie Israel sich dem Selbstmord hingeben kann…)

Samstag, 28.06.2014:

So sind sie, die Friedenspartner auf der anderen Seite der Grenze: Der jordanische Politik-Analyst Bassam Badaren klärt zu den entführten israelischen Jugendlichen auf, dass es in Israel keine Kinder gibt, sondern nur Soldaten.

Arabische Medien zeigen ein Video, das die Eliminierung der zwei Terroristen am Freitag zeigen soll. Es beweist zumindest, dass die Luftwaffe sehr präzise und ohne Kollateralschäden gearbeitet hat.

Der stellvertretende Hamas-Führer Mussa Abu-Marzouk offenbarte, dass trotz der „Einheits“-Regierung die Hamas weiter im Gazastreifen fest im Sattel sitzt und den Raketenterroristen freie Hand lässt. Er erklärte außerdem, dass der von Ägypten vermittelte Waffenstillstand mit Israel von 2012 eine strategische Leistung war und zum Ausbau der (militärischen) Stärke genutzt wurde.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Der unbezwingbare jüdische Geist

26. Juni 2014 um 13:51 | Veröffentlicht in Israel, Terroranschläge, Terrorismus | 2 Kommentare
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Michael Freund, 19. Juni 2014 (Übersetzung von Uta Hentsch)

Am vergangenen Sonntag, hat eine Frau namens Racheli Fraenkel eine der bemerkenswertesten und bewegendsten Bitten ausgesprochen, die jemals von einer besorgten Mutter überbracht wurde.

In den Ausführungen, die nur 90 Sekunden dauerten, veranschaulichte Frenkel, deren 16-jähriger Sohn Naphtali einer der in der vergangenen Woche von palästinensischen Terroristen entführten drei israelische Jugendlichen ist, die Tugendhaftigkeit und innere Stärke des gesamten jüdischen Volkes.

„Ich kam, um danke zu sagen“, begann sie, bevor sie andere liebenswürdig für ihre Hilfe und Unterstützung lobte.

Es gab keine Entrüstung oder Wut, keinen Hass oder Aufrufe zur Rache. In der Tat lenkte diese Frau, die sicherlich durch die schlimmsten 48 Stunden ihres Lebens gegangen war, von Anfang an sofort die Aufmerksamkeit auf andere und bot ihnen Dank und Ermutigung, als ob nicht sie diejenige sei, die solche Beruhigung benötigt.

Niemand sah Frenkel schreiend, in Tränen ausbrechend oder Anschuldigungen schleudernd. Niemand hätte ihre Kritik an den Machthabern, Forderung nach Vernichtung an jüdischem Leid desinteressierten Welt verdammt. Aber auf stete und gefasste Weise äußert diese liebevolle jüdische Mutter Wertschätzung für die “Wellen des Gebets und der Unterstützung” und “positive Energie”, die sie und ihre Familie von einem mitfühlenden Publikum erhalten hatte.

„Bitte betet mit uns“, bat sie, als Tränen begannen in ihren Augen aufzusteigen.

„Sie waren nur Jungs auf dem Heimweg von der Schule“, hob sie vor dem Abschluss in einer ergreifenden Note von Optimismus hervor. „Wir werden sie bald umarmen“, versprach Frenkel, und fügte hinzu: „So Gott will, werden wir in der Lage sein, ihre Rückkehr in Sicherheit zu feiern.“

Was für unglaubliche innere Stärke! Wie die meisten Israelis verbrachte ich das vergangene Wochenende in einem Nebel, meine Gedanken waren getrübt von einer Mischung aus Angst, Unglauben und Empörung. Ich konnte mich nicht konzentrieren, fand es schwierig, einzuschlafen und fühlte mich schuldig über einen Witz zu lachen oder den Duft einer frisch gebrühten Tasse Kaffee zugenießen.

Unmittelbar nachdem Ende des Schabbat, überprüfte ich eilig die Nachrichten, hoffend, betend, dass ein Wunder stattgefunden hatte und die drei entführten Jugendlichen sicher zu ihren Familien zurückgekehrt waren. Leider war das nicht geschehen, und ich blieb wie angeklebt vor dem Fernseher sitzen, verzweifelt darauf wartend, was der Moderator an neuen Nachrichten verkünden würde.

Stattdessen wurde der Zuschauer von einem sprechenden Oberhaupt zum anderen geführt, da die verschiedenen Kanäle versuchten, die Zeit zu füllen, in der es wenig bis gar nichts zu berichten gab.

Und dann ist es passiert. In einer unerwarteten Wendung erhaschte ich einen Blick auf den unbeugsamen Geist des jüdischen Volkes, die unsichtbare Grundlage, die das Geheimnis des Überlebens durch die Generationen sind: Glaube und Entschlossenheit. Im ganzen Land kamen in spontanen und gleichzeitigen Handlungen der Solidarität Tausende von Juden zusammen um zu tun, was Juden immer in Zeiten der Not getan haben: Sie versammelten sich, um zu beten.

Genau das, worum Racheli Fraenkel gebeten hatte.

Und das nicht nur am Samstagabend, als es einfach und bequem war. Auch der Sonntag sah massive Gebetsversammlungen an der Klagemauer in Jerusalem und in öffentlichen Einrichtungen und Schulen im ganzen Land. Zehntausende von Juden aus allen Bereichen des Lebens legten ihre Auseinandersetzungen und Differenzen Unterschiede, ihren Streit und Gezänk beiseite und erhoben ihre Stimmen als Eins mit der Bitte an den Schöpfer Gnade mit seinen Kindern und mit unseren Kindern zu haben.

In der zentralen Synagoge in Ra’anana füllte eine große Menge das Heiligtum und breitete sich nach draußen in den Pavillon aus. Mehrere Kapitel der Psalmen wurden rezitiert, während Junge und Alte sich ohne Unterschied in zunehmender Intensität hin und her neigten. Da war nichts von dem Geplapper, das organisierte Gottesdienste oft begleitet, kein Geschwätz und Spott zu erleben. Nur das Gebet, nur der einfache Akt des Ausgießens des Herzens und Flehens zum Vater im Himmel, Seine Barmherzigkeit zu erbitten und die Verschwörungen unsrer Feinde zu durchkreuzen.

Als die Verse von König David geschrieben nach oben aufstiegen, immer höher getragen durch die Aufrichtigkeit, mit der sie gesprochen wurden, sah ich mich um und sinnierte über diese außergewöhnliche Szene.

Die palästinensischen Terroristen, die die drei Kinder entführt hatten, fühlten sicherlich bei dem, was sie taten, dass sie dabei die Moral dieser Nation zerschlagen würden. Unsere Feinde wissen nur zu gut, wie sehr wir das Leben als wertvoll und wie wertvoll wir jede Seele in ihrem Sein betrachten. Sicher, sagen sie einander, wird diese Entführung das Volk Israel in die Knie zwingen.

Und das war vielleicht der größte Fehler, den sie machen konnten. Denn anstatt uns zu brechen, hat dieser schreckliche Akt des Terrors uns alle zusammen gebracht, vereint zu Einem in unserer Liebe und Sorge für die drei israelische Jugendlichen. Es hat tief in jedem von uns einen Nerv berührt, uns daran erinnert, dass wir gegen das Böse aufstehen müssen, ihm entgegentreten und es besiegen, ohne Gnade für diejenigen, die unsere Vernichtung suchen.

Ironischerweise haben uns die Terroristen nur stärker gemacht, indem sie versuchten unsere Widerstandsfähigkeit zu brechen. Durch den Versuch, unseren Geist zu vernichten, haben sie stattdessen unsere angeborene Kraft und Tapferkeit geweckt.

Ich war noch nie so stolz Teil dieser Nation zu sein, zu einem Volk zu gehören, das trotz beispielloser Ungerechtigkeit weiterhin an seiner Überzeugung und seinem Glauben festhält.

Mit solchem Glauben und Vertrauen in die Gerechtigkeit unserer Sache bewaffnet gibt es keine Macht auf Erden, die sich uns in denWeg stellen kann oder wird.

Europas Trojanisches Pferd schlägt wieder zu

12. Juni 2014 um 13:26 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa+Islam, Islam+Islamismus, Terroranschläge, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Boaz Bismuth, Israel HaYom, 2. Juni 2014

Karl Martell (dessen Nachname „Hammer“ bedeutet) ist in Frankreich ein Held, bekannt vor allem wegen seines Sieges in der Schlacht von Tours (732 .n.Chr.). In der Nähe von Poitiers verlegten Martells Truppen der von Spanien aus nach Norden brandenden, einmarschierenden muslimischen Armee den Weg.

Ungefähr 1.400 Jahre später ist die muslimische Bedrohung nach Europa zurückgekehrt. Diesmal jedoch kommt die Gefahr nicht von der anderen Seite der Grenze. Jihadistische Kämpfer haben heute europäische Pässe und sind ein Trojanisches Pferd, das Europa aus dem Inneren heraus trifft.

Die Terroranschläge in Toulouse und Brüssel sind Beispiele dieser neuen Gefahr, die wie eine Wolke über Frankreich und seinen Nachbarn hängt. Eine ganze Weile vergrub Europa seinen Kopf im Sand. Vielleicht wacht es heute auf – obgleich das unwahrscheinlich ist. Es genügt wohl zu sagen, dass Karl Martell im Grab rotiert und das keineswegs, weil viele der neuen Europäer ihn nun gar nicht als Helden betrachten.

Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen dem am Freitag verhafteten Mehdi Nemmouche und Mohammed Merah, ebenfalls algerischer Abstammung, der 2013 in Toulouse an der Schule Ozar HaTorah drei jüdischen Kinder und einen Lehrer kaltblütig ermordete. Beide zeigten ein jihadistisches Profil. Beide verließen ihr Zuhause, um im Namen des Jihad zu kämpfen – Merah in Afghanistan, Nemmouche in Syrien. Beide kehrten nach Frankreich zurück und strebten an ihren von Al-Qaida gefertigten Jihad in der Heimat weiterzuführen. Sie sind die neue und gefährliche Zucht „zurückkehrende Bürger“.

Bei ihrer Rückkehr nach Frankreich fanden Nemmouche und Merah eine neue Beute – die jüdische Gemeinschaft. Sich vorzustellen, dass es Hunderte mehr gibt, die im Europa von heute in dasselbe Profil passen, die frei herumlaufen, ist beängstigend.

Ohne es zu merken finden sich die Europa durch die Ära des Friedens und der Bruderschaft der Europäischen Union und durch massive Einwanderung und politische Korrektheit, die das Gesicht des Kontinents veränderten, an der Front gegen die in ihrer Mitte lebenden Jihadisten wieder. Und die Juden sind am vordersten Vorposten postiert, die ersten, die unter Feuer kommen. Man kann kaum sagen, dass es keine Warnzeichen gab.

Wer unter den europäischen Führungspolitikern kann heute versprechen, dass Brüssel der letzte Terroranschlag gegen Juden ist? Nach den Anschlägen von Toulouse hat sich die Anzahl der antisemitischen Vorfälle in Frankreich verdreifacht. Merah wurde für viele muslimische Jugendliche ein Held. Wir können annehmen, dass Nemmouche dieselbe Folge haben und andere dazu inspirieren wird ähnlich zu handeln.

Die Kommentare des französischen Präsidenten Hollande vom Sonntag, mit denen er gelobte, die Republik würde die französischen Jihadisten bekämpfen, sind höchst willkommen. Nemmouches Verhaftung ist ebenfalls willkommen und wird allen Verschwörungstheorien da draußen ein Ende setzen. Wir müssen uns noch einmal daran erinnern, dass die Mehrheit der großen muslimischen Gemeinschaft in Europa nicht jihadistisch ist und dass viele einfach versuchen ein achtbares Leben zu führen – aber wir müssen auch laut und klar sagen, dass Merah und Nemmouche aus derselben Gemeinschaft hervorsprossen und dass sie nicht alleine sind. Die muslimische Gemeinschaft in Europa muss sich den Kampf gegen die Jihadisten ebenfalls anschließen.

Die Fälle Nemmouche heute und Merah gestern müssen auch die Alarmglocken der französischen Sicherheitsdienste läuten lassen. Wie konnten es diese unter strenger Beobachtung stehenden radikalisierten jungen Männer es schaffen unter dem Radar zu bleiben und solch mörderische Anschläge zu verüben? Heute gibt es in Frankreich rund 770 junge Männer wie diese, die aus Syrien nach Frankreich zurückgekehrt sind, dazu 250 weitere, die nach Belgien zurückgekehrt sind. Jeder einzelne davon ist ein potenzieller Terrorist. Man erwartet übrigens, dass ihre Zahl zunehmen wird. Es gibt zusätzlich 2.700 junge europäische Männer, die derzeit an der Seite der syrischen Rebellen gegen Baschar Assad kämpfen. Eines Tages werden sie nach Hause zurückkehren; und auch sie werden neue Beute suchen. Nach Zahlen des International Center for the Study of Radicalization and Political Violence beträgt die Zahl der Europäer, die in Syrien gekämpft haben, bei rund 13.000.

Französische und belgische Behörden, die aktuell miteinander kooperieren, werden jetzt versuchen Nemmouches Weg nachzuzeichnen. Mancher wird zweifellos versuchen zu darauf hinwirken und zu erklären, dass dies ein Fall ist, in dem ein junger Mann aus einer kleinen Stadt im Norden, der unter schwierigen Verhältnissen großgezogen wurde, in ein Verbrecherleben rutschte und versuchte einen Sinn im Leben zu finden. Auch hier muss Europa seine verfehlte Einwanderungspolitik neu untersuchen, die jihadistischen Terrorismus auf den Kontinent gebracht hat und ebenso auf wichtige Art die politische Rechtsextreme wiederbelebt hat.

Auch ist erstaunlich sich vorzustellen, dass in Belgien, wo der jüngste Anschlag stattfand, eine poltische Partei namens „Islam“, die die Instituierung des Scharia-Rechts im Land fordert, frei und legal agieren kann. Es ist schwer zu glauben, dass nur fünf Menschen im gesamten belgischen Sicherheitsapparat, wie mir am Sonntag von einer belgischen Sicherheitsquelle offenbart wurde, dafür zuständig sind, die gesamte Frage der der aus Syrien zurückkehrenden Jihadisten im Auge zu behalten. Und zu glauben, dass Belgien 2012 bereits begonnen hatte, die potenzielle Bedrohung zu untersuchen, die diese zurückkehrenden Staatsbürger darstellen. Der Anschlag in Brüssel hätte verhindert werden können, hätten sie die Bedrohung ernst genommen.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist eine tickende Zeitbombe geworden und der Westen ist anscheinend auf dem Weg ihn an allen Fronten zu verlieren. Assad ist immer noch an der Macht und die Rebellen setzen ihren Kampf in Europa fort.

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