Raketen, Grenzen und Verhältnismäßigkeit

25. Juli 2014 um 13:30 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Terroranschläge, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Jerrold L Sobel, The American Thinker, 22. Juli 2014

Im Januar griffen Terroristen einen Zug an, entführten 18 unschuldige Zivilisten und ermordeten sie skrupellos und kaltblütig. Mehrere Wochen darauf verletzten 1500 Terroristen wieder die Grenze und inszenierten einen weiteren brutalen Angriff; sie plünderten eine Stadt und hinterließen weitere 19 Tote auf den Straßen.

Die Regierung, die zahlreiche Angriffe hatte hinnehmen müssen, reagierte schließlich damit, dass sie selbst 6.000 Soldaten über die Grenze schickte, um so viele Terroristen wie möglich zu töten oder gefangen zu nehmen, insbesondere den barbarischen Führer der Gruppe.

So bekannt dieses Szenario klingt – die Vorgänge spielten sich in Wirklichkeit im Januar 1916 ab. Der Führer dessen, was heute Terroraktivität genannt werden würde, war nicht Ismail Haniyeh von der Hamas, sondern Pancho Villa. Die Regierung war die der Vereinigten Staaten von Amerika, das Massaker fand in Columbus (New Mexico) statt. Und das Kontingent der von General John Pershing befehligten 6.000 Soldaten wurde auf Befehl von Präsident Woodrow Wilson nach Mexiko geschickt. In der falschen Annahme, dass die Amerikaner vom mexikanischen Volk willkommen geheißen würden, weil sie ihnen halfen sich von dem korrupten Diktator Venustiano Carranza zu befreien, wurde Wilson zu seinem Schrecken diffamiert und Pershings Truppen wurden unter ständigen Angriffen gezwungen sich in die USA zurückzuziehen, nachdem es ihnen nicht gelang Villa zu fangen.

Doch von einem amerikanischen Sicherheitsstandpunkt aus wurde der Auftrag der Sicherung der Grenze erreicht. Obwohl er lange genug lebte, um 1923 ermordet zu werden, verletzte Villa nie wieder US-Territorium.

Die Meinung Europas war vernichtend: „Zum ersten Man ist dem Vorwand der Schleier entzogen worden, hinter dem sich die Pläne des amerikanischen Imperialismus versteckt hielten.“ Das schrieb des Paris Journal… „Die Eroberung Mexikos durch die USA hat begonnen.“

Die Bodenoffensive Israels im Gazastreifen von dieser Woche ist ebenfalls eine Reaktion auf ständige Übergriffe, Terroranschläge und Raketenfeuer durch einen weit entschlosseneren Feind als es die Mexikaner waren. Wie Wilson wird Premierminister Netanyahu für die Invasion des Gazastreifens hart kritisiert, mit dem der erbarmungslose Terror niedergeschlagen werden soll, dem seine Bürger seit dem Verlassen dieser Enklave vor neun Jahren ausgesetzt sind.

Anders als Wilson sieht sich Netanyahu einem Feind mit Erlösererwartung gegenüber, der sein Land weiterhin unvermindert angreifen wird, wenn er nicht kampfunfähig gemacht wird. Wie sie es mit Wilson machten, werden die Franzosen und andere brüllen und protestieren, die UNO ebenso, aber Netanyahu hat in Erkenntnis der untauglichen Führungen sowohl in Washington als auch Europas die einseitigen Schritte unternommen, die er als notwendig erachtet, um die langfristige Ruhe für seine Bürger zu garantieren.

Wie die politische Landkarte aussehen wird, nachdem die Waffen schweigen, kann noch nicht gesagt werden, aber indem er zwei Waffenruhen akzeptierte, die von der Hamas schnell gebrochen wurden, kaufte Netanyahu auf brillante Weise die politische Deckung, die er brauchte, um die Verfolgung seiner Ziele mit vergleichsweise minimalem Rückschlag aus der Weltgemeinschaft fortzusetzen.

Mit der Zeit wird mancher zurücksehen und die Schuld für diesen jüngsten Konflikt der Entführung und Ermordung der drei jüdischen Teenager zuschreiben. Das wäre nicht korrekt. Zählt man das ständige Raketenfeuer und die Entführungsversuche seit dem Waffenstillstand von 2012 nicht mit, dann hat die Hamas allein 2014 180 Raketen gegen Israel geschickt. Das schließt die Hunderte noch nicht ein, die seit Beginn der intensiven Feindseligkeiten seit Anfang dieses Monats geschossen wurden. Die Ermordung von Eyal Yifrah, Gilad Shaar und Naftali Frenkel waren sicherlich ein Auslöser, aber nicht die Ursache dieses Krieges.

Im Rückblick werden Israels Kritiker der widerwärtigen Nutzung der menschlichen Schutzschilde durch die Hamas zur Sicherung ihrer feigen Führer und ihrer Infrastruktur sicher wenig Aufmerksamkeit schenken, sondern sich stattdessen auf die Aufrufe an die IDF konzentrieren „verhältnismäßig“ zu agieren, obwohl niemand genau definieren kann, was das heißt.

Wie alle Kriege wird auch dieser Opfer bringen. Doch der Aufschrei aus Frankreich und den üblichen Verdächtigen ist ihrer Stimme den täglichen Massentötungen in Syrien und dem Irak gegenüber unverhältnismäßig, ebenso wie gegenüber dem Abschuss des Malaysian Airlines Flug MH17 und dem Tod von 298 Menschen vom Mittwoch. Es scheint zu Israel einfach etwas zu geben, dass die Weltgemeinschaft, wenn es sich verteidigt, in Wut versetzt.

Am Freitag wurde auf Veranlassung Jordaniens und des neuen Terrorhelden Premierminister Recep Erdoğan aus der Türkei der Sicherheitsrat zu einer Sitzung einberufen – nicht um die ungeminderten Raketenangriffe der Hamas zu verurteilen, auch nicht deren verkommene Nutzung menschlicher Schutzschilde, schon gar nicht um den Iran zu tadeln, weil er die Hamas mit Raketen versorgt, die Ziele überall in Israel erreichen können. Er wurde versammelt, um gegen die Grausamkeit der Reaktion Israels zu protestieren, das auf die erbarmungslose Beschießung und die Versuche von Terroristen, sich nach Israel zu graben, um Kibbutzniks zu massakrieren, wie es letzte Woche geschah. Ohne irgendetwas davon zu erwähnen, gab UNO-Staatssekretär Jeffrey Feltman den folgenden Tweet ab: „Die Lösung für Gaza besteht in der Beendigung des Waffenschmuggels, der Öffnung der Grenzen und den Gazastreifen zurück unter die Kontrolle der PA zu bringen.“

Leider verfehlte es Feltman zu erwähnen, wie er den Waffenschmuggel stoppen will, wenn die Grenzen offen sind und dass die PA bereits einmal kurzerhand aus dem Gazastreifen hinausgeworfen wurde.

Präsident Obama seinerseits blieb seiner Gewohnheit des Zitterns und Einschränkens treu; er verteidigte zwar Israel recht auf Selbstverteidigung, redete aber zweideutig davon, dass „die Offensive mit israelischen Bodentruppen ausweiten den Blutzoll erhöhen und jede Hoffnung auf einen Friedensprozess mit den Palästinensern aushöhlen könnte“. Moment mal – das klingt ganz schön bekannt.

Das hier hatte er am 18. November 2012 während eines Besuchs in Thailand zu sagen, mitten in dem Flächenbrand zwischen Hamas und Israel in diesem Jahr: Israel hat „jedes Recht“ sich gegen Raketenangriffe durch Militante im Gazastreifen zu verteidigen, warnte aber auch, dass die Offensive mit Bodentruppen auszuweiten jede Hoffnung auf einen Friedensprozess mit den Palästinensern aushöhlen könnte. Er muss eine Kopie seiner alten Rede behalten haben.

Angesichts des Fehlschlags des Waffenstillstands von 2012 hätte jemand anderes davor zurückschrecken können dieselbe Politik ein zweites Mal zu fordern. Nicht so Obama. Wie seine Gegenüber in Europa legt er nach, strebt denselben Waffenstillstand an, den die Hamas ständig gebrochen hat, was zu diesem intensiveren Konflikt geführt hat. Sein Außenministerium pflichtete bei.

Als sie beide Seiten belehrte, entdeckte Jen Psaki vom Außenministerium eine Gleichwertigkeit zwischen Israel und der Hamas, die es nicht gibt. „Wir drängen weiterhin alle Seiten alles in ihrem Vermögen zu tun, um Zivilisten zu schützen.“ Als wenn es eine moralische Gleichsetzung zwischen Terroristen gäbe, die die barbarische Praxis betreiben Raketen aus privaten Wohnhäusern heraus zu verschießen, Waffen in Krankenhäusern und Moscheen zu lagern und Menschen als menschliche Schutzschilde auf Dächer zu zwingen, mit Israels Warnungen an die Gazaner vor einem Angriff auf eine Stufe stellt.

„Wir drängen weiterhin alle Seiten alles ihnen Mögliche zu tun, um Zivilisten zu schützen“, sagte sie Reportern. „Wir sind untröstlich angesichts der hohen Zahl ziviler Toter im Gazastreifen.“ Das ist natürlich ein unredlicher Schlag ins Gesicht Israels. Ein Reporter würde gut daran tun die Frage zu stellen, ob sie eine andere Armee kennt, die jemals Flugblätter abgeworfen, Telefonanrufe getätigt und medizinische Hilfe geleistet hat, um feindliche Zivilisten zu retten.

Psakie zitierte ein Gespräch zwischen ihrem zunehmend frustrierten Chef John Kerry und Premierminister Netanyahu, um zu mahnen: „Israel kann mehr tun, um zivile Opfer zu vermeiden und es muss seine Anstrengungen verdoppeln“. Was Israel im Nebel des Krieges gegen einen Feind tun könnte, der sich in die Zivilbevölkerung verflochten hat, dazu äußerten sich weder sie, noch Kerry oder Obama.

Dieselbe Botschaft wurde Freitag von der zunehmend irrelevanten EU mit ihren 28 Mitgliedern nachgeplappert. Sie gaben Lippenbekenntnisse zu den Raketenschüssen der Hamas nach Israel ab, forderten dann aber eine Untersuchung der bis Freitag getöteten 307 Zivilisten: „Wir verurteilen die fortgesetzte Schießen von Raketen aus dem Gazastreifen durch die Hamas und weitere militante Gruppen und das wahllose Beschießen von Zivilisten.“ Die Hamas hat seit 2005 nichts anderes getan als wahllos Zivilisten zu beschießen, aber die EU ermittelt gegen Israel.

Sie schloss: „Beide Seiten müssen die Lage deeskalieren und die Gewalt und das Leid ihrer jeweiligen Bevölkerung beenden.“ Als hätte dieses ganze Fiasko nicht abrupt in dem Moment beendet werden können, in dem die Terrorraketen nicht mehr auf Israel fallen.

Wie Präsident Wilson 1916 hat Premierminister Netanyahu die Verpflichtung seine Grenzen zu sichern und dem Volk, das zu beschützen er gewählt wurde, Sicherheit zu bieten. Wenn er das tut, könnte ein der Sturz der Hamas ein Nebenprodukt sein, durch das das Volk von Gaza auch etwas Frieden finden könnte.

„Nahost-Sicherheitsexperte“: Aufstieg des globalen Jihad „hat nichts mit dem Islam zu tun“

4. Juli 2014 um 14:00 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Geistesgrößen, Islam+Islamismus, Medien + Islam, Terrorismus | 1 Kommentar
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Robert Spencer, Jihad Watch, 25. Juni 2014

Wie kann eine “radikale Interpretation des Islam” „mit der Religion nichts zu tun“ haben? Wie kann es sein, dass diese Gruppen, die einheitlich ihr Tun auf Grundlage des Islam erklären und rechtfertigen, nichts mit dem Islam zu tun haben? Wie kann es sein, dass ein Gruppe, die sich „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ nennt und eine andere namens „Versammlung des Volks der Sunnah und Dawah und Jihad“ nichts mit dem Islam zu tun haben? Wie kann es sein, dass Studie um Studie gezeigt hat, dass Jihadisten in der Tat allgemein wohlhabender sind als ihre Altersgenossen und Krieg dennoch behauptet, die Jihadisten seien „von Entbehrungen desillusioniert“ und wendeten sich deshalb dem Islam zu?

Wie kommt es, dass dieser offensichtliche Unsinn in den Mainstream-Medien ohne einen Hauch von Widerspruch gedruckt wird? Warum wird nur Krieg zitiert, aber niemand, der sich die verfügbaren Beweise ansieht und sagt, dass der Aufstieg des globalen Jihad nur mit dem Islam zu tun hat? Warum fragt die immer geistlose Daily Mail Krieg nicht, irgendetwas mehr als die mehr als knappen Erklärung für seine den Fakten widersprechenden Behauptungen anzuführen? Warum beeilen sich die Mainstream-Medien immer so sehr den Islam von aller Verantwortung für die immer weiter steigende Zahl an Gräueltaten zu entlasten, die in seinem Namen verübt werden und von seinen Texten und Lehren sind, statt der Ideologie entgegenzutreten, von der die Jihadisten sagen, dass sie sie inspiriert; warum werden keine positiven und effektiven Wege beschrieben, seine Macht zu Gewalt aufzuhetzen zu beschränken?

Ich würde liebend mit gerne Andreas Krieg über diese Frage diskutieren. Ich bin aber sicher, dass er das zu tun ablehnen würde.

„Von Syrien über den Irak nach Kenia und Malaysia: Wie ein neues Zeitalter des islamischen Fundamentalismus in der gesamten Welt Angst und Chaos verbreitet“, von Simon Tomlinson, Daily Mail, 25. Juni 2014:

Andreas Kreig [sic], ein Nahost-Sicherheitsexperte am King’s College London in Qatar, sagte, er habe in den letzten Wochen und Monaten einen Anstieg des Extremismus festgestellt, sagte aber, der Islam sei dafür nicht verantwortlich zu machen.

Er sagte der MailOnline: „Allem empirischen Daten zeigen, dass er zunimmt. Man findet das in allen Schlagzeilen, dann sieht man sich den Irak an, dann sieht man sich Syrien an, dann Nigeria. „Aber in allen drei Fällen hat das nichts mit dem Islam zu tun. Ich glaube, dass die Menschen im Westen glauben, das sei so, weil sie sich vom Islam verprellt fühlen. Es gibt eine Menge Islamophobie.“

Kreig [sic] sagte, mehr und mehr Gemeinschaften – oft durch Entbehrung oder andere Missstände desillusioniert – haben sich in den letzten Jahren religiösen Gruppen als Alternative zu säkularen Regimen zugewandt. Er sagte: „Wenn Gemeinschaften entrechtet werden – und viele davon sind muslimisch – dann nutzen sie den Islam, um ihre jeweilige Sache zu fördern. Sie folgen einer radikalen Interpretation des Islam, aber das hat nichts mit der Religion zu tun.“

Hisbollah prahlt, sie verletzt UNSC1701. Die UNO interessiert das nicht.

3. Juli 2014 um 12:50 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Terrorismus, UNO | 1 Kommentar
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Elder of Ziyon, 10. April 2014

Aus Naharnet:

Israel hat die Vereinten Nationen Aufgefordert gegen die Hisbollah vorzugehen, nachdem der Generalsekretär der Partei, Sayyed Hassan Nasrallah, sagte, seine Gruppe stecke hinter einer Explosion, die letzten Monat gegen israelischer Soldaten gerichtet war.

Israels UNO-Botschafter Ron Prosor sagte in einem Brief an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und den Sicherheitsrat, dass Nasrallahs Eingeständnis weiterer Belegt dafür ist, dass die Hisbollah südlich des Flusses Litani in Verletzung der Resolution 1701 agiert, die 2006 den Krieg zwischen beiden Seiten beendete.

„Ja, die Explosion auf den Shebaa-Farmen, die Hisbollah bisher nicht beansprucht hat, war das Werk des Widerstands, was bedeutet, sie war das Werk der Hisbaollah“, sagte Nasrallah gegenüber As-Safir Anfang dieser Woche.

„Das war nicht die Antwort, sondern es war ein Teil der Antwort“, sagte Nasrallah.

Die Chancen, dass die UNO eine Äußerung abgibt, die die Hisbollah verurteilt, stehen nahe Null.

Zum Mandat der UNIFIL im Südlibanon gehört es sicherzustellen, dass die Hisbollah keine Waffen zwischen dem Litani und der Blauen Linie hat. Sie haben nichts dergleichen getan.

Doch sie gratulieren sich weiter selbst, wie der Einsatzleiter der UNIFIL, Karen Tchalian, letzten Monat bei einer Feier zu 36 Jahren Stationierung in der Gegend sagte:

Heute wird UNIFIL mehr als jemals zuvor als Kraft der Stabilität der gesamten Region anerkannt. Angesichts so vieler Konflikte, Instabilität und Ungewissheit im Umfeld ist die Lage in unserem Gebiet ruhig geblieben. Dank der großartigen Arbeit unseres militärischen und zivilen Personals und der effektiven Kooperation mit den libanesischen Streitkräften haben wir bisher bei der Beibehaltung der Beendigung der Feindseligkeiten der Seiten und der Förderung des Respekts der Blauen Linie Erfolg gehabt.

Das Mandat die Hisbollah aus dem Südlibanon herauszuhalten wird ignoriert, zehntausende auf Israel gerichtete Raketen sind die Gegend geschmuggelt worden, die Hisbollah greift israelische Soldaten an – und UNIFIL prahlt damit, welch großartigen Job sie macht.

Analyse nach dem Fund der ermordeten Entführten

1. Juli 2014 um 17:51 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Israel, Medien+Nahost, Nahost-Konflikt, Palästinenser, Terroranschläge, Terrorismus | 2 Kommentare
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Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 1. Juli 2014 (direkt vom Autor)

Die Emotionen gehen in Israel hoch. In einem Feld, unter Steinen, sind die flüchtig versteckten Leichen der drei entführten Jugendlichen gefunden worden. Hunderttausende Soldaten hatten 19 Tage lang nach ihnen und den Tätern gesucht.

Die Entführer haben ihren Hyundai i35 mit falschen israelischen Nummernschildern kurz nach der Tat verbrannt. In dem Wrack wurden Patronen von Pistolen und Schusslöcher entdeckt. Damit war klar, dass die Entführer ihre Opfer schon nach Minuten umgebracht haben. Die Täter, mutmaßlich Hamas-Aktivisten aus Hebron, bleiben spurlos verschwunden. Für die Israelis gibt es ausreichend Befunde, die Hamas zu bezichtigen. Hamas-Auslandschef Khaled Maschal hatte in Doha aufgerufen, Israel zur Freilassung von Gefangenen zu zwingen. Dieses „Signal“ an Hamas-Terrorzellen im Westjordanland verurteilte der Präsident der Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas als „Dolchstoß“ in den Rücken der „Gemeinschaftsregierung“.

Die Hamas hat sich mit den Entführern solidarisiert und sie gerechtfertigt. Sie hat Freudenfeste organisiert. Innerhalb eines Jahres hat Israel zudem über sechzig Entführungsversuche vereitelt. Die Hamas weiß, dass Israel einen extrem hohen Preis zahlt, um Gefangene heim zu holen und dass es nach Entführungen unerbittlicher reagiert, als nach Mordanschlägen.

Die Islamisten wollen anstelle Israels ein islamisches Kalifat zu errichten und den jüdischen Staat terrorisieren. „Terrorismus“ ist keine individuelle Mordtat, sondern politisch motiviert, von einer Organisation finanziert, organisiert und gefördert, um den „Feind“ zu treffen. Die Opfer waren Zufallstreffer. Als Juden, Israelis, „Siedler“, „Besatzer“ oder „Soldaten“ sollten sie für ihr Volk büßen. Es hätte jeden Israeli treffen können

Die Hamas handelt ideologisch, aber keineswegs irrational. Warum sollte sie sich durch ein Bekenntnis politisch in Diskredit bringen? Ohnehin hat sie sich mit ihren Verbündeten, der Hisbollah, Syrien, Iran, Jordanien und Ägypten überworfen. Nur Qatar und der TV-Sender Al Dschesira stehen noch zur Hamas. Weil Ägypten die Schmugglertunnel unter der Grenze zum Sinai zerstört hat, ist die Hamas faktisch bankrott. Seit April hat sie keine Gehälter an ihre 40.000 Bediensteten gezahlt. Die „Versöhnung“ mit Abbas galt ihrem finanziellen Überleben und um ihre Machtbasis im Gazastreifen zu retten. Die Hamas denkt nicht daran, ihre Raketen aufzugeben oder ihre Kämpfer der Autonomiebehörde zu unterstellen. Ebenso wenig hat sie ihre Ideologie aufgegeben.

Israel reagiert zutiefst verunsichert. Die massive Suche nach den Entführten mitsamt Einschränkungen für 700.000 Palästinenser in der Gegend von Hebron, Hausdurchsuchungen und mindestens 420 Verhaftungen war eine selbstverständliche, militärisch notwendige Reaktion. Menschenrechtsorganisationen verurteilten das als „Kollektivbestrafung“ und übersehen, dass auch der Terror der Hamas eine Kollektivstrafe ist.

Nachdem für Israel schon am Tag nach der Entführung klar war, dass die Hamas dahinter steckte, war der Beschluss, die Infrastruktur der Hamas zu zerschlagen, politisch aber zugleich logisch.

Das israelische Kabinett hat wegen interner Meinungsverschiedenheiten noch keine „Strafmaßnahmen“ festgelegt. Schlagzeilen wie „Israel startet Vergeltungsangriffe für tote Teenager“ sind verfrüht.

Die Bombenangriffe im Gazastreifen haben mit dem dreifachen Mord nichts zu tun. Seit der „Operation Wolkensäule“ im November 2012 ist es stehende Politik, auf jeden Raketenbeschuss aus Gaza mit einem Bombenangriff auf Raketenstellungen oder Waffenlager zu antworten. Israel nennen das „Abschreckung“. Seit zwei Wochen verstärkte sich der Raketenbeschuss. Entsprechend veröffentlichte Israels Militärsprecher täglich, wo und was mit „direkten Treffern“ bombardiert worden sei.

Die Hamas behauptet, radikale Organisation am Raketenbeschuss zu hindern. Das würdigen sogar die Israelis. Am Sonntag töteten sie zielgenau zwei Kämpfer, während sie eine Rakete in Stellung brachten. Peinlich für die Hamas war, dass die „Märtyrer“ Kämpfer der Isadin Al-Qassam-Brigaden waren. Da konnte sich die Hamas nicht mehr herausreden, von nichts zu wissen.

Die Koalitionsregierung unter Benjamin Netanjahu, mit linken wie rechten Politikern am Kabinettstisch, steht vor einem fast unlösbaren Dilemma. Für spontane, emotional oder politisch motivierte Vorschläge, wie die Einführung der Todesstrafe, Annexion des Westjordanlands, Auflösung der Autonomiebehörde oder Einmarsch in den Gazastreifen gibt es triftige Gegenargumente. Ungeachtet moralischer Bedenken, hat Israel kein Interesse, wieder die Palästinenser zu verwalten oder Krieg im Gazastreifen zu führen. Andererseits kann Israel den Terroranschlag nicht ungestraft stehen lassen und will seine Abschreckungskraft erneuern, was angesichts der Ideologie der Hamas fast unmöglich ist. Eine „Lösung“ aller Probleme ist jetzt noch schwieriger geworden, solange die Hamas Partner in der „Gemeinschaftsregierung“ mit Abbas ist. Eine Erneuerung des „Friedensprozesses“ gilt im Moment als undenkbar.

(C) Ulrich W. Sahm

Ein Unterschied zu den Arabern

30. Juni 2014 um 21:48 | Veröffentlicht in Araber, die Welt+Nahost, Israel, Terrorismus | 7 Kommentare
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DryBones, 30. Juni 2014

Die schlimme Nachricht ist gerade gekommen. Ich habe viel zu sagen, aber dieser Cartoon ist das Erste.

Anmerkung heplev:
Die Überschrift des Eintrags stammt von mir; sie ergänzt, was im Bild gesagt wird. Man sollte es weiter ergänzen: dass das ein krasser Gegensatzu zu den Terror-Arabern ist, ein moralisches Verhalten, das dem der so genannten Palästinenser deutlich überlegen ist. Und dem so einiger deutscher Kommentierenden (ganz unten, am Ende des Textes beispielhaft dokumentiert) in den Online-Medien sowieso.

Bei den Terroristen sind Aufrufe zu Gewalt und Mord an der Tagesordnung, wenn um einen durch Israel getöteten Terroristen „getrauert“ wird. Das ZDF ging vorhin in seiner „Berichterstattung“ davon aus, dass die Israelis das auch so machen. „Rache“ war DAS Stichwort schlechthin. Wie die Reaktion der Israelis aussieht, kann man auf einer Fotoserie bei Arutz-7 sehen (runterscrollen!): Spontane Gebete, Kerzen, ein improvisiertes „Grabmahl“. Aber beim ZDF war ja schon die Suchaktion der Armee „Rache“!

PS: Wenn man sieht, was Lila da in den Kommentarspalten bei tagesschau.de gefunden hat, kann man nur noch Ekel empfinden und sich schämen, dass man im selben Land lebt (ganz zu schwiegen davon zum selben Volk zu gehören).

Op-Ed: Jihadisten deluxe? Liebe Welt, ich hab’s dir doch gesagt

27. Juni 2014 um 14:30 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, die Welt+Nahost, Islam+Islamismus, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Sie entführen israelische Kinder und du nimmst es kaum wahr. Aber dann kommen sie dich holen.

Jack Engelhard, IsraelNationalNews.com, 16. Juni 2014

Ich sah das kommen und ich habe dich gewarnt, aber du wolltest nicht hören; willkommen also in einer neuen Gruppe der Über-Geisteskranken, die vor deinen Toren angekommen ist. In meinen Werken von Kolumnen bis zu Büchern sah ich das alles schon vor Monaten, vor Jahren kommen. Nein, ich bin kein Prophet. Aber ich bin ein Pessimist und das ist fast dasselbe. Wir erwarten das Schlimmste und – Schazam – wir gewinnen, du verlierst. Wir Pessimisten liegen in 90 Prozent der Fälle richtig. Traurig, aber wahr.

Du warst so auf das winzige Israel fixiert, dass du den Blick auf das große Ganze verloren hast – deine wahren Feinde sollten aus dem Inneren kommen und dein dicker Fisch sollte deinen kleinen Fisch verschlingen. Erst war da Al-Qaida und dann waren es die Taliban und jetzt – herzlichen Glückwunsch – ist etwas perfekt Böses, das sich ISIS nennt, aus diesen Verrückten gekommen und siehe, das gesamte Irrenhaus ist ausgeleert worden.

Das hoffen wir jedenfalls – denn es überspannt deine Fantasie, dass es etwas viel Schlimmeres in deinen Vierteln gibt als massenhafte Enthauptungen bei ihren Sunniten und ihren Schiiten oder aus ihrem Koran und deinem Koran. Unter euch könnte ihr einen Unmenschen von einem anderen unterscheiden, aber spielt das eine Rolle, wenn die Hölle ausbricht, wie es im Irak bereits der Fall ist?

Innerhalb der letzten 48 Stunden exekutierten sie 1.700 irakische Soldaten – muslimische Glaubensbrüder – und sie lachten, während sie das taten.

Diese Jihadisten de Luxe sind so weit gegangen, dass selbst Al-Qaida erschauert und sofort in die Berge verzieht, wenn die auftauchen. Einige rennen nach Israel in Sicherheit. Wohin sonst?

In etwa derselben Zeitspanne, die die Los Angeles Kings brauchten, um die New York Rangers im Stanley Cup zu besiegen, begannen diese neuen und verbesserten Fanatiker Kilometer um Kilometer im Irak zu schlucken, der uns einen Schatz an Dollars und Blut gekostet hat – und ich habe dir gesagt, dass Saddam das geringere von zwei Übeln war. Aber du wolltest nicht hören.

Und ich habe dir gesagt, dass sofort nach Obamas scheußlichem Gefangenenaustausch ganz bestimmt Israel wird zahlen müssen.

Lieber Bibi: Bleib aufrecht. Stell dir diese Meschuggenen in einer Zweistaaten-Lösung vor. Erst vor ein paar Tagen entführten diese Friedenspartner drei Jeschiwa-Jungs – möge Gott sie sicher heimbringen – und du machst die Hamas dafür verantwortlich. Vielleicht war es die Hamas, vielleicht war sie es nicht. Diese Leute sind alle dasselbe.

Sie sind eine Bedrohung für Israel und sie sind eine Bedrohung der gesamten Menschheit. Aber die Menschheit scheint diesen Wink nicht zu begreifen.

Liebe Presbyterianische Kirche der USA: Wink! Diese Jihadisten sind hinter uns her. Sie haben unseren kostbarsten Gut genommen, unsere Söhne … entführt, weil sie Juden sind.

Aber mach‘ es dir nicht zu bequem. Denn du bist als nächstes dran. Also mach ruhig weiter und boykottiere Israel, solange du es noch kannst. Mach damit weiter und bald werden deine Kirchen Minarette tragen.

Das geschieht bereits überall in Europa.

Stellt euch vor, was euch hier erwartet, liebe Ungläubige.

Denke über das hier von T.E. Larence (Peter O’Toole) im Film Lawrence von Arabien nach:

„Solange die Araber Stamm gegen Stamm kämpfen, solange werden sie ein kleines Volk sein, ein dummes Volk – habgierig, barbarisch und grausam.“

Du glaubst also, was in Las Vegas geschieht, bleibt in Las Vegas und was im Irak passiert, bleibt im Irak? Sei da nicht so sicher.

Die Politik ist nicht mehr lokal und der islamische Terror genauso wenig. Ich habe bereits gewarnt: „Der Koran ist angekommen und er ist gekommen, die Bibel zu verschlingen.“

Die drei entführten jüdischen Teenager kamen aus dem Bibelunterricht!

Diesen Barbaren auf Steroiden ist es egal, ob du Jude oder Christ oder sogar Araber bist – und so ist es in Amerika nicht sicherer als in Israel. Nichts ist sicher.

Bei seiner Freilassung aus einem amerikanischen Gefängnis im Irak schickte der Terroristen Abu Bakr al-Bagdadi, der jetzt den ISIS-Aufstand anführt, diese Botschaft: „Ich treffe euch dann in New York.“

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