Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (14.-20.09.2014)

14. September 2014 um 21:06 | Veröffentlicht in Israel, Jerusalem, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 14.09.2014:

Eine Nettigkeit der PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida vom 10. September 2014 (gesehen hier):

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Waffenstillstand? Die Terroristen vom Palästinensischen Islamischen Jihad sind längst wieder kräftig dabei neue Terrortunnel zu graben.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Khaled Meschaal: Israel versteht nur Gewalt. (Indirekt) zu verhandeln ohne weiter „Widerstand“ zu üben, sei wie um Almosen zu betteln.

Montag, 15.09.2014:

Wieder zu erwarten: Die verzweifelten PA-Terrorgranden sehen nicht genug Aufmerksamkeit für sich und müssen daher irgendwie die Ursache für alles Grauen wieder Israel zuschieben: Es gäbe keinen ISIS, wenn es die „Besatzung“ „Palästinas“ durch die Juden nicht gäbe, behauptete Nabil Abu Rudeineh. Klar doch.

Dienstag, 16.09.2014:

Friedenspartner? Der PA-„Außenminister“ setzte „die Besatzung“ mit dem Terrorismus des Islamischen Staat gleich.

Ein Imam im Gazastreifen: „Waffen sind unser einziges Mittel zur Gründung des Kalifats.“

Der arabische Terror in Jerusalem wird von vielen Israelis „stille Intifada“ genannt, weil die Behörden so wenig gegen die Randalierer und Terroristen unternehmen. In diese Krawalle sind zunehmend kleine Kinder im Alter bis hinunter zu 9 Jahren verstrickt.

Waffenstillstands-Heckmeck:
– Der UNO-Gesandte Robert Serry sagte, die Parteien hätten eine Vereinbarung erzielt, die sicherstellt, dass die Hamas kein Baumaterial für Terrorismus abzweigen kann.

Mittwoch, 17.09.2014:

Es scheint so, dass die Hamas die Raketenschießer von gestern Abend festgenommen hat.

Soldaten schützten rund 700 Besucher, die während der Nacht das Josefsgrab in Schechem (Nablus) besuchten, um dort zu beten.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Trotz des Feuers gestern Abend soll der Waffenstillstand aufrecht erhalten bleiben.
Israel stimmt einem Vorschlag der UNO für einen Mechanismus zum Wiederaufbau des Gazastreifens zu. Die Aufsicht wird die UNO haben; einerseits soll der Wiederaufbau vorangetrieben werden, andererseits sollen Israels Sicherheitsinteressen gewahrt werden.
Tony Blair im Auftrag des Nahost-Quartetts: Eine Verzögerung beim Wiederaufbau des Gazastreifens wird die Waffenruhe gefährden. Es muss also alles wieder ganz schnell gehen (übers Knie gebrochen werden) – der Gazastreifen muss über bloße Reparatur hinaus gehen und substantielle, dauerhafte Veränderungen erhalten, mit der Westbank vereinigt und für die Welt wieder geöffnet werden.

Das Trauerspiel westlicher Friedensschützer in Nahost

4. September 2014 um 14:30 | Veröffentlicht in Anmerkungen, UNO | 1 Kommentar
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Die „Rebellen“ der Al-Nusra-Front haben UNO-Posten auf dem Golan überrannt, besetzt, Blauhelme „festgenommen“. Einige philippinische Blauhelme flohen vom Golan – nach Israel.

Das ist ein Muster, dass seit Jahrzehnten immer wieder zu verfolgen ist. Hier nur ein paar Beispiele:

- 1956 stimmte Israel der Räumung des Sinai zu; die USA „garantierten“, dass Ägypten von dort nicht angreifen würde. 1967 drohte Nasser und die US-Truppen waren flugs aus dem Sinai verschwunden.

- 1978 wurde UNIFIL ins Leben gerufen – eine Überwachungstruppe der UNO im Libanon. Sie hatte ursprünglich den Auftrag den Abzug der IDF sicherzustellen. Das Mandat wurde später mehrfach „der veränderten Lage angepasst“ und geändert. Nach dem Zweiten Libanonkrieg 2006 bekam sie den „robusten“ Auftrag die Wiederbewaffnung der Hisbollah zu verhindern und für Ruhe an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon zu sorgen.
Die Hisbollah hat mehr Raketen als je zuvor im Südlibanon stationiert und gelegentlich auch nach Israel geschossen. Darüber hinaus gab es mehrere tödliche Beschießungen von Israelis. Die Terroristen halten sich bei ihren Angriffe besonders gerne in nächster Nähe zu UNIFIL-Posten auf, weil sie hoffen, dass Israel nicht zurückschießt, um keine Blauhelme zu treffen.
Die UNIFIL-Truppen führen nachts keine Patrouillen durch – zu gefährlich.
Dafür forderte der französische damalige UNIFIL-Oberkommandierende die Erlaubnis auf israelische Kampfflugzeug schießen zu dürfen, damit diese keine Patrouillen mehr über dem Libanon fliegen.
Derselbe Oberkommandierende verkündete übrigens großspurig, die UNIFIL sei nicht dazu da Israel zu schützen oder dessen Sicherheitsauftrag zu gewährleisten!

- Die TIPH (Temporary International Presence in Hebron) wurde nach dem Massaker von Baruch Goldstein an 29 Muslimen in einer Moschee von Hebron eingerichtet und sollte beobachten, was in Hebron und Umgebung los ist und Fehlverhalten melden. Fakt ist, dass diese Truppe nicht nur einseitig ausschließlich israelische echte und erfundene, aber keine arabischen Fehltaten berichtete, sondern teilweise Komplizen in der Irreführung der Öffentlichkeit ist. Sie steht so eindeutig auf Seiten der Terroristen, dass ein israelischer Offizier eigens abgestellt ist, „um den von ihnen verursachten Schaden zu begrenzen“. 2002 starben bei einem Mordangriff z.B. 2 TIPH-Leute, eine Kollegin wurde schwer verletzt, als ein Terrorist in Uniform (der PA-Polizei) mit einer AK-47 auf ihr Auto schoss. TIPH behauptete zunächst, der Täter sei ein israelischer Polizist oder Soldat gewesen.

- Die EU-Beobachter am Übergang Rafah sollten eigentlich dafür sorgen, dass keine verbotenen Gegenstände in den Gazastreifen geschmuggelt werden; die Israelis hatten sich darauf eingelassen und beobachteten selbst nur noch per Kamera. Als die Hamas im Gazastreifen putschte, wurde es den EU-Typen zu gefährlich – und sie flohen nach Israel (wieso nicht nach Ägypten?).

- Auf dem Golan ist seit dem Yom-Kippur-Krieg die UNDOF stationiert, ebenfalls ein schwach bewaffneter Beobachter-Trupp (1.200 Soldaten), der den Frieden sichern soll. Im Mai 2011 waren die Blauhelme bemerkenswert abwesend, als Syrer auf die Grenze marschierten und den Zaun niederreißen wollten. Seltsamerweise waren sie sonst jedes Jahr anwesend…

Wir hören immer wieder, dass doch internationale Truppen den Frieden in Judäa und Samaria bzw. im Jordantal sichern könnten. Bisher gibt es nicht einen einzigen Fall, in dem UNO-Blauhelme gegen arabische Kriegslüsternheit vorgegangen ist und eine „Auseinandersetzung“ verhindert hat. Im Gegenteil – sie haben (verständlicherweise?) immer Fersengeld gegeben oder weggeschaut, wenn es hart auf hart kam. Die UNDOF-Soldaten in Syrien sind schlichtweg nicht mit den notwendigen Waffen ausgestattet, um die Islamisten-Truppen abzuwehren oder zurückzutreiben. Und im Zweifelsfall stellen sich UNO-Soldaten gegen Israel auf, nicht gegen die Terroristen.

In anderen Konflikten findet sich ähnliches Verhalten. In Afrika sind UNO-Schutztruppen immer wieder als korrupt, Plünderer und Vergewaltiger der schutzbefohlenen Bevölkerung bekannt geworden. 1964 zog die UNO ihre Beobachtertruppe aus dem Jemen ab. 1994 wurden in Ruanda fast 1 Million Menschen ermordet – die UNO gaben anfangs Bericht ab, dann folgte – Untätigkeit. Im damaligen Jugoslawien gab es Massaker an der muslimischen Bevölkerung in Bosnien; Srebrenica ist das, was wohl jedem noch im Gedächtnis ist: Niederländische Blauhelme tranken mit den Mördern Schnaps und hatten ihnen nichts entgegenzusetzen. (Rühmliche Ausnahme war ein heute als Musiker bekannter britischer Oberst, der in einem anderen Fall seine Panzer einsetzte.)

Und Israel soll internationalen Friedensschutztruppen vertrauen?

„Palästina“ schlägt Poster-Sammlung für UNESCO vor – aber es gibt keine von vor 1967

2. September 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Geschichte, Palästinenser, UNO | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 22. August 2014

Vom The Palestine Poster Project:

Die Vorschläge einer großen Sammlung an Postern für die Palestine Poster Project Archives (Archiv Projekt Palästina-Poster) sind zur formellen Begutachtung durch die Bildungs-, Wissenschafts- und Kultur-Organisation der UNO, Memory of the World-Programm, angenommen. Das Internationale Register des UNESCO-Programms trägt bibliothekarische und Archivbestände von „Weltbedeutung und herausragendem universellen Wert“ ein.

Das vorgeschlagene Werk – die Liberation Graphics Collection of Palestine Posters (Sammlung Befreiungs-Grafiken an Palästina-Postern) – ist die erste je vom Staat Palästina für das Weltdokumentenerbe vorgeschlagen wurde. Sollte es eingetragen werden, wird es einem Verzeichnis hinzugefügt, zu dem die Wandteppiche von Bayeux, das Book of Kells, das Phönizische Alphabeth, die Gutenberg-Bibel, Karl Marx‘ persönlich kommentierte Manuskript von Das Kapital und Hunderte weiterer historisch bedeutender Dokumente gehören.

Die Liberation Graphics Collection of Palestine Posters umfasst 1.700 seltene Poster, die von palästinensischen und internationalen Künstlern in Solidarität mit dem palästinensischen Streben nach Befreiung, Souveränität und dem Rückkehrrecht geschaffen wurden. Diese Dokumente decken einen kritischen Zeitraum der palästinensischen Geschichte ab: die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, als die Palästinenser sich unter Bedingungen der Kolonisation, des Krieges, Exils und Besatzung organisierten und Geltung verschafften.

Ich habe überhaupt nichts gegen das Projekt Palestine Poster. Trotz des Namens haben sie eine unglaubliche Sammlung historisch zionistischer Poster 1897 zurück zusammengestellt. Es ist eine gewaltige Forschungsstelle mit faszinierenden Leckerbissen und Einigem an fantastischer und wichtiger Poster-Kunst.

Hier ein Plakat vom Fünften Zionistischen Kongress im Jahr 1901.

Nicht nur das, sondern es gehören auch mehrere Dutzend meiner Poster zu ihrer Seite! Die meisten sind zwar politisch orientiert und wurden nicht als große Kunst geschaffen, doch ich bin stolz auf dieses Poster, das sie dazu genommen haben.

Es gibt auch einige wenige antisemitische Plakate der Dreyfus-Affäre.

Jetzt wollen wir einen Blick auf die besondere Sammlung werfen, die der „Staat Palästina“ vorschlug, damit sie wie die Gutenberg-Bibel dazu gehört. Die frühesten palästinensisch-arabischen Poster, die sie haben (außer einer Reproduktion eines Gemäldes von 1960) stammen von 1967. Dazu gehört dieses von der Fatah gegen die UNO-Resolution ausgegebene Poster:

Und sie haben eine frühe Version der Lügenden Landkarte:

Ich stimme zu, dass man sich die Sammlung ansehen sollte – die Menschen müssen die gewalttätigen Poster der palästinensischen Araber vergleichen und denen der nach vorne schauenden Postern …

der Zionisten gegenüberstellen.

Sollte diese besondere palästinensisch-arabische Sammlung an Postern von der UNESCO angenommen werden, wird sie als wichtiger Teil der palästinensischen Geschichte und Kultur bejubelt werden. Die PA-Regierung denkt eindeutig so.

Ob irgendjemand die einfache Frage stellen wird: Warum gibt es keine Poster, die vor dem Sechstage-Krieg gemacht wurden?

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (31.08.-06.09.2014)

31. August 2014 um 21:17 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO | 1 Kommentar
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Sonntag, 31.08.2014:

Die Hamas ließ wieder wissen, dass „alle Versuche uns zu entwaffnen wertlos“ seien. Statt einer Entmilitarisierung des Gazastreifen müsse es eine Entmilitarisierung der Besatzung geben.
Darüber hinaus prahlte auch Ismail Haniyeh wieder: Die „palästinensische Nation“ hätte die „israelische Aggression“ aus militärischer, diplomatischer, ethischer und kommunikativer Sicht besiegt.

Mahmud Abbas tönt auch: Ein Palästinenserstaat ohne Jerusalem als Hauptstadt ist keine Lösung.

Ägyptische Grenzer haben weitere 4 Tunnel entdeckt und zerstört. Die Berichte deuten an, dass bisher 1.710 Schmuggeltunnel zwischen dem Gazastreifen und der Sinai-Halbinsel zerstört wurden.

Heute erlag ein weiterer Soldat seinen Verletzungen aus dem Gaza-Krieg.

Die israelische Regierung hat 4000 Dunam Land im Gush Etzion-Block zu Staatsland erklärt. Damit kann es irgendwann mal, von wem auch immer für Bautätigkeit erschlossen werden – es ist lediglich der Rechtsstatus dieses Landes geklärt worden. Mahmud Abbas schäumt, das lasse die Friedensgespräche weiter niedergehen. (Der Gush Etzion gehört zu den Bereichen, von denen „jeder weiß, dass sie in einer Friedensregelung bei Israel bleiben werden“.)
Die PLO ließ wissen, dass die israelische Entscheidung „klar Israels streben nach Auslöschung der palästinensischen Präsenz und das Aufzwingen einer Einstaaten-Lösung zeigt“.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Quellen in der PA sagten, dass die Waffenstillstandsgespräche diese Woche wieder aufgenommen werden sollen.

Montag, 01.09.2014:

Gestern schäumte Mahmud Abbas, weil im Gush Etzion Land zu Staatsland erklärt wurde. Heute folgen die üblichen Verurteilungen: USA („Siedlungstätigkeit“, „kontraproduktiv für die Friedensbemühungen“); Großbritannien („ernster Schaden für Israels Ansehen in der Internationalen Gemeinschaft“; „Friedenshindernis“); Tzipi Livni („der Ruf des Landes wird geschädigt“)

Waffenstillstands-Heckmeck:
– Eine arabische Zeitung aus London berichtet, dass Kairo in den nächsten Tagen einladen wird wieder an den Verhandlungstisch zu kommen.

Friedensprozess-Heckmeck:
– Die (indirekten) Gespräche mit der Hamas kommen noch nicht in Gang, da ist Kerry schon wieder dabei die „Friedens“-Gespräche zur Gründung eines Palästinenserstaats wiederzubeleben. Dazu soll Israel erstmal die vierte Häftlingsgruppe freilassen, die im April/Mai nicht entlassen wurde.

Dienstag, 02.09.2014:

Auch UN-Chef Ban ist „alarmiert“ über die Statusklärung des Landes im Gush Etzion; das werde „zu weiterer Siedlungsaktivtäten führen“ (und die erklärt er für „illegal“).
Ägypten mag nicht hinten anstehen und verurteilte den israelischen Schritt als „nicht positiv“; er widerspreche internationalem Recht und werde einen negativen Einfluss auf die Friedensverhandlungen haben.
Die EU verurteilt gleich die „Annexion von Land“ im Gush Etzion. „In dieser höchst sensiblen Zeit muss alles vermieden werden, was die Stabilität kippen könnte und zukünftigen Verhandlungen bezüglich des Waffenstillstands im Gazastreifen schaden könnte“, hieß es. (Mal wieder kann ausschließlich Israel das gefährden, nicht die Terroristen…)

Ägyptische Geheimdienstler kamen in Ramallah an, um beim Wiederaufbau von Gaza zu helfen und die Spannungen zwischen Hamas und Fatah zu mindern.

Die am Sonntag über dem Golan abgeschossene Drohne war eine iranische „Yasir“.

Saeb Erekat will den USA einen Zeitplan für einen israelischen Abzug aus Judäa und Samaria auf die „Grenzen von 1949“ vorlegen.

Donnerstag, 04.09.2014:

Ein Video des PA-TV setzt nicht nur die Zerstörung eines 12-stöckigen Hauses in Gaza durch die israelische Luftwaffe mit der des WTC am 9/11 in New York auf eine Stufe, sondern impliziert auch, dass Israel für die Anschläge New York verantwortlich zeichnet.

Waffenstillstands- und Friedensprozess-Heckmeck:
Hanan Aschrawi hielt eine Pressekonferenz in New York: Die PA setzt Israel eine Frist von 3 Jahren, um aus den Palästinensergebieten abzuziehen. Außerdem erlaube John Kerrys Versuch den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen Israel „mit seiner einseitigen und destruktiven Politik weiterzumachen“.

Freitag, 05.09.2014:

Hamasführer Haniyeh ist vehement gegen eine Entwaffnung seiner Terrortruppe. Waffen seien im „palästinensischen Kampf heilig“: „Waffen sind das heilige Licht der Unantastbarkeit des Kampfes… und wir werden uns nur entwaffnen, wenn auch der Besatzer entwaffnet wird und unser Land verlässt.“ Wenn also Israel aufhört zu existieren.

Samstag, 06.09.2014:

Auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv demonstrierten am Abend Linke. Ihr Thema: „Die Rechte hat versagt – Regierungswechsel.“

Die Hamas drängt auf einen Aufstand in der „Westbank“.

Die IDF bereitet sich auf einen „sehr gewalttätigen“ Krieg mit der Hisbollah vor. Diese ist derart stark aufgerüstet und hat derart viele (auch Langstrecken-) Raketen, dass die Eiserne Kuppel damit nicht alleine fertig werden würde; deshalb, heißt es, müsse die IDF „schnell und energisch handeln“, sollte es zu einem Krieg kommen.

Ziemlich große Demo in Irbid (Jordanien): „Wir sind alle Hamas!“, feierten sie deren „Sieg“ im Gazastreifen.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die indirekten Gespräche in Kairo sollen in zwei Wochen fortgesetzt werden.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

UNO-Landkarten zu Zerstörungen in Gaza

27. August 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Nahost-Konflikt, UNO | 1 Kommentar
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von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 19. August 2014 (direkt vom Autor)

Mit großem Aufwand hat die UNO-Unterorganisation „OCHA“ (Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten) Landkarten vom Gazastreifen geschaffen, auf denen jedes zerstörte Haus, jeder Bomben- oder Raketenkrater als roter Punkt eingetragen ist. Die Fleißarbeit wurde aufgrund eines Vergleichs von Satellitenaufnahmen geleistet, die am 6. Juli, vor Beginn der israelischen Operation, und Aufnahmen aus der Zeit zwischen dem 1. und 14. August aufgenommen worden sind.

Der „Gaza-Krisen-Atlas“ kann im Internet eingesehen werden. Er teilt die 360 Quadratkilometer des Gazastreifens in 108 Rasterquadrate auf. Auf Satellitenaufnahmen von „davor“ und „danach“ sind Schulen, Krankenhäuser, Moscheen, Hotels und andere öffentliche Gebäude mit Namen gekennzeichnet.

Auf Anfrage im Hauptquartier von OCHA im „okkupierten palästinensischen Ostjerusalem“ hieß es, diese Landkarten sollten Hilfsorganisationen ermöglichen, den bestehenden Schaden zu ermessen und Wiederaufbaumaßnahmen einzuleiten.

Unklar bleibt, unter welchen Umständen die Gebäude zerstört wurden, deren Trümmer auf den „danach“ Bildern gut zu erkennen sind. Neben israelischen Bomben wären als Ursache für die Zerstörung auch Nachexplosionen palästinensischer Munitionslager oder frühzeitig explodierte Raketen der Hamas denkbar. Dazu OCHA: „Es gehörte nicht zu unserem Mandat, festzustellen, wer den Schaden angerichtet hat, Israelis oder Palästinenser.“

Die israelischen Siedlungen, die nach dem Rückzug Israels 2005 zerstört wurden, sind zwar auch Trümmerfelder. Doch an den Stellen sind die Landkarten der UNO so unscharf, dass die Siedlungen lediglich anhand der Straßen erkennbar sind – und das auch nur, wenn man deren Lage kennt.

Da die UNO nur Schäden registriert hat, ohne deren Ursachen zu ermitteln, lässt sich nur erahnen, wo Raketenabschussrampen der Hamas von der israelischen Luftwaffe gezielt ausgeschaltet worden sein könnten. Einzelne Gewächshäuser wurden offensichtlich zu Zielen, weil dort Abschussrampen versteckt waren. Auffällig sind dichte Trefferquoten auf Dünen oder Feldern, die sich nur erklären lassen, wenn es dort Hamas-Stellungen gegeben hat. Die OCHA-Sprecherin erklärte, dass auch Bäume und die Landwirtschaft Schaden erlitten hätten, insgesamt angeblich 450 Millionen US-Dollar. Auch dafür sollten Geberländer aufkommen.

Das Flüchtlingslager Rafah am Südende des Gazastreifens scheint so gut wie keinen Treffer erhalten zu haben. Direkt daneben entlang der Grenze zu Ägypten ist der Landstreifen aber mit roten Punkten dicht gespickt. Offensichtlich hat die Luftwaffe Israels dort unterirdische Schmugglertunnel angegriffen. Etwas nördlich von Rafah, nahe Khan Younis, kann man einige Felder ohne Wohnhäuser sehen, die ebenfalls viele Treffer erhalten haben, während angrenzende Gebiete unberührt sind.

Die Behauptung, dass es in dem kleinen und angeblich so dicht besiedelten Gazastreifen keine „sicheren Orte“ gebe, wird durch diese Landkarten visuell widerlegt. Je mehr man sich der israelischen Grenze nähert, umso dichter ist die Kennzeichnung von Schäden.

An manchen Stellen sind in gerader Linie zerstörte Straßenzüge erkennbar. Das könnten Häuser über den sogenannten Angriffstunnels der Hamas sein, die von den Israelis nach ihrer Entdeckung mit Sprengstoff gefüllt und gesprengt wurden. In so einem Fall wurden natürlich auch die darüber liegenden Häuser zerstört. Allerdings dürften bei diesen Aktionen kaum oder keine Palästinenser ums Leben gekommen sein, da sie rechtzeitig gewarnt wurden. Manche dieser Häuser waren zudem vermint, als Sprengfalle für israelische Soldaten.

Auffällig ist, dass es in dicht bewohnten Gebieten der meisten Städte wie Gaza, Rafah oder Khan Younis nur wenige, offensichtlich gezielte Bombardierungen gegeben hat. Spuren von Flächenbombardements, etwa vergleichbar mit dem deutscher Städte gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, sind auf den Landkarten nicht zu entdecken. Offensichtlich werden in den Medien nur die Bilder der Trümmer verbreitet, nicht aber die der unberührten Wohnviertel.

Nur wenige Krater oder zerstörte Häuser sieht man in der Muwassi-Gegend im Süden, wo Beduinen von der Landwirtschaft leben. Die Luftaufnahmen des Gazaflusses oder des Flughafens von Dahanijah sind auf den UNO-Karten nicht als Luftaufnahme im Original belassen, sondern wurden aus unerfindlichen Gründen übermalt. Die OCHA-Sprecherin hatte dafür keine Erklärung.

Kurios sind einige rote Punkte im Mittelmeer, die Explosionen bezeugen, durch die schlimmstenfalls ein paar Fische Schaden genommen haben. Den palästinensischen Fischern war während des Krieges untersagt, aufs Meer hinaus zu fahren.

Die Organisation „OCHA“ ist als „Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten“ dem Sekretariat der Vereinten Nationen unterstellt und mit 2000 Angestellten in 30 Ländern tätig. Die „okkupierten palästinensischen Gebiete“ sind offenbar ein Schwerpunkt ihrer Arbeit. So hat die Organisation bislang keine vergleichbaren Landkarten zu den unermesslichen und mit dem Gazastreifen kaum vergleichbaren Zerstörungen in Libyen, Syrien oder dem Irak veröffentlicht.

(C) Ulrich W. Sahm

Israel muss gestoppt werden?

26. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Karika-Tour, Terrorismus, UNO | 1 Kommentar
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DryBones, 22. August 2014

Anmerkung heplev: Die in den Medien inzwischen gerne als „Terrorgruppe Islamischer Staat“ beschriebenen Fundamentalisten morden weiter ohne Rücksicht auf Verluste und bei uns werden ein wenig die Hände gerungen. Die Opfer in die Lage zu versetzen sich zu wehren, ist politisch höchst umstritten, vor allem bei den Friedenshetzern (die andererseits nichts gegen Hamas et.al. sagen).

Bei der UNO ist der „IS“ noch kein Thema. Warum auch, solange man ein Israel hat, das sich gegen den Hamas-Terror wehrt?

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