Das Quartett träumt weiter
1. Oktober 2008 at 22:45 | In EU-Europa, Europa+Nahost, Friedensinitiativen, Nahost-Konflikt, UNO, USA, die Welt+Nahost | No CommentsTags: Nahost-Quartett
Notiz an die Medien
Büro des Pressesprechers, Washington D.C., 26. September 2008
Erklärung des Quartetts
Die folgende Stellungnahme wurde heute vom Nahost-Quartett (UNO, EU, Russische Föderation und USA) veröffentlicht
Text:
Die Repräsentanten des Quartetts – UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, der russische Außenminister Sergey Lawrow, US-Außenministerin Condoleezza Rice, der Hohe Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, Javier Solana, die Europakommissarin für außenpolitische Beziehungen, Benita Ferrero-Waldner und der französische Außenminister Bernard Kouchner – trafen sich heute in New York, um die Lage im Nahen Osten zu diskutieren. Zu ihnen stieß der Repräsentant des Quartetts an, Tony Blair.
Das Quartett bekräftigte seine Unterstützung der bilateralen und umfassenden israelisch-palästinensischen Verhandlungen und lobte die Parteien für ihre ernsthaften und kontinuierlichen Bemühungen seit der Konferenz von Annapolis. Das Quartett erkennt, dass ein bedeutungsvoller und ergebnisorientierter Prozess im Gang ist und rief die Parteien auf weiterhin alle Anstrengungen zu unternehmen, um vor dem Ende des Jahres 2008 ein Abkommen zu schließen. Es ermerkte die Bedeutung dieses Prozesses und die Wichtigkeit der Vertraulichkeit, um seine Integrität zu wahren. Das Quartett unterstrich seine Entschiedenheit für die nicht Unumkehrbarkeit der Verhandlungen; zur Schaffung eines unabhängigen, demokratischen und lebensfähigen palästinensischen Staates in der Westbank und dem Gazastreifen, der in Frieden und Sicherheit neben Israel besteht; und zu einem Ende des Konflikts. Das Quartett gab seinem Wunsch Ausdruck, die Fortführung der soliden Verhandlungsstruktur zu sehen, zu der substanzielle Diskussionen auf allen Ebenen gehören, darunter Kernfragen ohne Ausnahmen, um die Erfüllung der Ziele von Annapolis sicherzustellen. Das Quartett betonte erneut seinen früheren Aufruf an alle Palästinenser sich der Gewaltlosigkeit zu verschreiben, der Anerkennung Israels und der Anerkennung aller früheren Abkommen und Verpflichtungen. Die Wiederherstellung der palästinensischen Einheit auf Grundlage der PLO-Verpflichtungen würde einen wichtigen Faktor in diesem Prozess darstellen.
Das Quartett betonte die Notwendigkeit einer erneuerten Konzentration auf Verbesserungen der Lage vor Ort und erklärte, dass in den Verhandlungen sichtbarer und fühlbarer Fortschritt erzielt werden muss. Das Quartett lobte die Palästinensische Autonomiebehörde wegen der ermutigenden Ergebenisse ihrer Bemühungen den Sicherheitssektor zu reformieren, Milizen und Terrorismus entgegenzutreten und Rechtsstaatlichkeit in Gebieten durchzusetzen, die ihrer Sicherheitskontrolle unterstehen. Das Quartett lobte die jüngsten Maßnahmen der israelischen Regierung zur Aufhebung von Einschränkungen in Sachen Zugang und Bewegungsfreiheit und ermutigt zu weiteren Schritten, die die Bedingungen des zivilen Lebens und der Wirtschaft der Wirtschaft zu erleichtern. Das Quartett forderte beide Seiten auf ihre kooperativen Anstrengungen zur Sicherheit zu verstärken, um sicherzustellen, dass Israelis und Palästinenser in Frieden und Sicherheit leben. Insbesondere drängte das Quartett die Seiten zu fortgeführter Zusammenarbeit, um den in Jenin beobachteten Erfolg auf andere wichtige Zentren in der Westbank auszudehnen und rief die internationale Gemeinschaft, einschließlich der regionalen Partner, auf diese Bemühungen mit gezielten und koordinierten Hilfen und durch die fortgesetzten Anstrengungen des Quartett-Repräsentanten Blair zu assistieren. Das Quartett forderte die rasche Umsetzung des Ausgangs der Berliner Konferenz und lud alle Geber ein die auf der Konferenz in Paris gemachten Zusagen in Übereinstimmung mit dem palästinensischen Reform- und Entwicklungsplan zu erfüllen. Es begrüßte die Stellungnahme des Ad hoc-Verbindungskomitees vom 22. September und erinnerte an die Bedeutung gerechter Lastenteilung.
Das Quartett diskutierte den Status der Verpflichtungen der beiden Parteien unter der Roadmap als integralen Bestandteil der Folge von Annapolis. Das Quartett gibt seiner tiefen Sorge über die zunehmende Siedlungsaktivität Ausdruck, die einen schädlichen Einfluss auf die Umgebung hat und ein Hindernis für die wirtschaftliche Erholung darstellt; es rief Israel auf alle Siedlungsaktivitäten einzufrieren, einschließlich des natürlichen Wachstums, und Außenposten abzubauen, die seit dem März 2001 errichtet wurden. Diesbezüglich wiederholte das Quartett, dass die Parteien Taten vermeiden müssen, die Vertrauen untergraben und den Ausgang der Verhandlungen beeinträchtigen könnten. Die Mitglieder des Quartetts verurteilten die jüngste Gewalt von Siedlern gegen palästinensische Zivilisten und drängen auf die Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit ohne Diskriminierung oder Ausnahmen. Das Quartett verurteilte ebenfalls Terrorakte gegen Israelis, einschließlich der Raketenangriffe, die aus den Palästinensergebieten kommen, und betonte die Notwendigkeit weiterer palästinensischer Anstrengungen zur Bekämpfung des Terrorismus und den Abbau der Terror-Infrastruktur, wie auch, dass eine Atmosphäre der Toleranz gefördert wird.
Das Quartett verurteilte Ägypten wegen seines Bestrebens die palästinensische Teilung zu überwinden und die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen unter der legitimen palästinensischen Autonomie wieder zu vereinen. Das Quartett hieß die weiter bestehende Waffenruhe zwischen Gaza und dem südlichen Israel willkommen, die seit mehr als drei Monaten weit gehen Bestand hat und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass diese Ruhe in weiteren Erleichterungen für die Zivilbevölkerung des Gazastreifens zur Folge haben wird, einschließlich der regelmäßigen Öffnung der Übergänge für humanitären wie auch kommerziellen Verkehr und beständigen Frieden an Israels Südgrenze. Das Quartett erklärte, es erwartet, dass die Bewegung von Personen und Waren in den kommenden Monaten normalisiert wird, wie es in der Vereinbarung über Transport und Zugang vorgesehen ist, und gab seiner starken Unterstützung für die sofortige Wiederaufnahme der unterbrochenen Projekte der UNO und anderer Geber im Gazastreifen Ausdruck. Das wird wirtschaftliche Aktivitäten begünstigen, die Abhängigkeit von humanitären Hilfen verringern und die Verbindungen zwischen dem Gazastreifen und der Westbank wiederherstellen. Das Quartett hießt das Angebot der EU willkommen, ihre Beobachter-Mission am Rafah-Übergang wieder aufzunehmen. Das Quartett forderte die sofortige und bedingungslose Freilassung des israelischen Unteroffiziers Gilad Shalit.
Das Quartett hieß die Bemühungen um umfassenden regionalen Frieden und Stabilität willkommen, einschließlich der Förderung indirekter israelisch-syrischer Verhandlungen durch die Türkei. Es gab seiner Hoffnung auf eine Intensivierung dieser Gespräche Ausdruck, die das Ziel haben Frieden in Übereinstimmung mit den Bedingungen der Konferenz von Madrid zu erzielen. Das Quartett stellt die Bedeutung der arabischen Friedensinitiative als wichtigem für das Fortkommen im Friedensprozess fest und bestätigte seine Unterstützung eines gerechten, dauerhaften und umfassenden Friedens im Nahen Osten auf Grundlage der Resolutionen 242, 338, 1397 und 1515 des UN-Sicherheitsrates.
Das Quartett gab seiner Absicht Ausdruck eng mit den Parteien in der wichtigen, vor uns liegenden Zeit zusammenzuarbeiten. Das Quartett einigte sich darauf, dass das Frühjahr 2009 eine angemessene Zeit für ein internationales Treffen in Moskau sein würde.
Das Quartett vermerkte mit Anerkennung den Vorschlag der Parteien das Quartett über den laufenden Verhandlungsprozess zu informieren, mit dem angebrachten Respekt für die vertrauliche und binationale Natur der Gespräche. Das Quartett gab seinem Interesse Ausdruck solch ein Treffen für einen allseitig akzeptierten Zeitpunkt zu koordidnieren.
Text Ende
2008/801
veröffentlicht am 26. September 2008
Die vom Quartett unterstrichene „Unumkehrbarkeit der Verhandlungen“ klingen stark nach „hinter das (bisher) Erreichte geht es nicht zurück“, besonders im Englischen. Das macht die derzeitigen Aktivitäten von Olmert/Livni so unberechenbar gefährlich.
Die „Wiederherstellung der palästinensischen Einheit auf Grundlage der PLO-Verpflichtungen“ ist auch so eine Sache – die PLO-Charta schreibt immer noch die gewaltsame Vernichtung Israels vor. Wenn das Quartett auf dieser Grundlage palästinensische Einheit wiederherstellen will, dann gute Nacht! Die Terroristen aber wird’s freuen!
Interessant auch, dass der demokratische Prozess in Israel keine Rollen spielen soll. Verhandelt wird zwischen der Regierung und den Terroristen – und was die vereinbaren, dahinter geht es nicht zurück. Was die Israelis außerhalb der Regierungssessel denken und inwiefern sie daran beteiligt werden müssen (und sei es nur durch Beschlüsse in der Knesset), geht den Quartettlern am Allerwertesten vorbei. Spätere Regierungen, egal ob Livni oder Netanyahu, haben auch keine Möglichkeit irgendetwas zurückzunehmen, egal, ob es bereits unterschriebene Vereinbarungen gibt oder nicht. Demokratie? Nicht für Israel!
„…die Wichtigkeit der Vertraulichkeit, um seine Integrität zu wahren“ – das bedeutet, dass es die israelische Öffentlichkeit und z.B. die Shas-Partei einen Dreck angeht, was bereits auf den Tisch gelegt wurde.
(h/t: IMRA)
Geschildert und geklebt
23. September 2008 at 7:04 | In USA, aua | 1 CommentFreunde in den USA und Freunde mit Verbindungen in die USA zu haben, bringt immer wieder mal lustige “Informationen” mit sich. Hier zwei Beispiele.
Das erste Problem kannten wir auch (dort scheint es sich länger zu halten): Als in Deutschland die ersten China-Restaurants in Mode kamen, gab es die wildesten Gerüchte, vor allem um Konservendosen mit Katzen- und Hundefutter. In den USA geht es eher um die Tiere selbst:
Nein, wir nicht gesehen Ihre Katze. Nicht mehr fragen, bitte!
Die nächste, (Anti-)Werbung aus dem Kandidaten-Vorwahlkampf der Demokratischen Partei, kann man in Deutsch eigentlich nur mit “rheinischer Grammatik” schön ins Deutsche bringen:

Der Monica Lewinskys ihr ex-Lover seine Frau als Präsidentin!
Islamische Kriegsführung studieren
15. September 2008 at 21:37 | In Islam+Islamismus, Nahost-Konflikt, Terrorismus, USA | No CommentsTags: US-Regierung, Krieg gegen den Terror
Um den Feind zu kennen, muss man erst einmal zugeben, dass es ihn gibt
Raymond Ibrahim, National Review online, 11. September 2008
Auf der Eröffnungskonferenz der Association for the Study for the Middle East and Africa (ASMEA – Vereinigung für die Studien des Nahen Ostens und Afrikas) im April wies ein Sprecher, LTC Joseph Myers, auf einen interessanten Punkt hin, der weiterer Betrachtung wert ist. Obwohl militärische Studien traditionell die Texte klassischer Kriegsführungs-Doktrin hoch schätzten – so Clausewitz’ „Zum Kriege“, Sun Tsus „Die Kunst des Krieges“ und sogar die Leistungen Alexanders des Großen, wie sie von Arrian und Plutarch aufgezeichnet wurden – wird die islamische Kriegsdoktrin, als würde sie nicht mehr auf Texten basieren, völlig ignoriert.
Erst 2006 beklagte William Gawthrop vom Pentagon, dass „die hochrangigen Dienstkollegen im Verteidigungsministerium in ihren Lehrplan keine systematische Studie Mohammeds als militärischem und politischem Führer eingegliedert hatten. Die Folge ist, dass wir immer noch kein tief gehendes Verständnis der Kriegsführungs-Doktrin haben, wie sie von Mohammed festgelegt wurde, wie sie heute von einer zunehmenden Zahl islamischer Gruppen angewendet werden könnte oder wie man sie kontern könnte.“ [Hervorhebung hinzugefügt] Heute, volle sieben Jahre nach dem 11. September, ist das Verständnis der islamischen Art Krieg zu führen kaum besser.
Das ist noch ironischer, wenn man bedenkt, dass, während klassische Militärtheorien (Clausewitz, Sun Tzu, Machiavelli et.al.) weiterhin in den Vorlesungsverzeichnissen der Kriegsschulen steht, kann argumentiert werden, dass sie für die heute weit anders geartete Kriegslandschaft und Diplomatie wenig praktischen Wert haben. Man vergleiche das mit den Kriegsdoktrinen des Islam: Ihre „theologische“ Qualität – wo, wie sie in einer Religion gegründet sind, deren „göttliche“ Gebote in Zeit und Raum überschreitet und als unveränderlich geglaubt – machen es unwahrscheinlich, dass die Kriegsdoktrinen des Islam jemals außer Mode kommen werden. Man kann zwar argumentieren, dass zu lernen, wie Alexander seine Kavallerie bei der Schlacht von Guagamela 331 v.Chr. manövrierte, sowohl akademischer Natur als auch anachronistisch war, aber die Taten und Kriegslisten des Propheten Mohammed – seine „Kriegs-Sunna“ – dienen den modernen Jihadisten immer noch als Beispiel.
Beispielsweise stimmen, gegründet auf den Worten und Taten Mohammeds, die meisten islamischen Rechtsschulen überein, dass das Folgende im Krieg gegen den Ungläubigen alles legitim ist: der wahllose Gebrauch von Flugkörper-Waffen, auch wenn Frauen und Kinder anwesend sind (in Mohammeds Kontext des siebten Jahrhunderts waren das Katapulte; heute sind es entführte Flugzeuge oder Massenvernichtungswaffen); die Notwendigkeit den Feind immer zu täuschen und sogar formelle Verträge wann immer möglich zu brechen (s. Sahim Muslim 15,4057); und die einzige Aufgabe eines Friedensvertrages – oder „hudna“ – ist es den islamischen Armeen Zeit zur Umgruppierung für eine neue Offensive zu geben und sollte – theoretisch – nicht mehr als zehn Jahre dauern.
Die Koranverse 3,28 und 16, 106 wie auch Mohammeds berühmte Erklärung „Krieg ist Täuschung“ haben alle zur Formulierung einer Reihe von Doktrinen der Verstellung geführt – die berüchtigtste von ihnen die Doktrin der „taqiyya“, die es Muslimen erlaubt zu lügen und sich zu verstellen, wann immer sie sich unter Autorität der Ungläubigen befinden. Irreführung spielt eine so große Rolle, dass der berühmte muslimische Gelehrte Ibn al-Arabi erklärt: „In den Hadithen wird die Praktizierung der Täuschung im Krieg gut demonstriert. Ihre Notwendigkeit wird sogar stärker betont als [die Notwendigkeit von] Mut.“
Zusätzlich zur Ignorierung dieser gut dokumentierten islamischen Strategien bereitet noch mehr Sorge, dass das Verteidigungsministerium weiterhin darin versagt angemessene „ewige“ Doktrinen des Islam zu würdigen – so die Zweiteilung in den Ort des Krieges und den Ort des Islam, die behauptet, dass der Islam sich immer in einem Zustand der Feindschaft gegenüber der Welt der Ungläubigen befinden und, wo wann immer möglich, Krieg führen muss, bis alles Territorium der Ungläubigen unter islamische Herrschaft gebracht worden ist. Tatsache ist, dass diese Zweiteilung der Feindseligkeit unzweideutig in der islamischen Weltsicht kodifiziert ist und als fard kifaya erachtet wird – das heißt, als Verpflichtung für die gesamte muslimische Welt, die nur erfüllt werden kann, so lange einige Muslime – sag: „Jihadisten“ – sie aktiv hoch halten.
Trotz dieser problematischen – aber aufschlussreichen – Doktrinen, trotz der Tatsache, dass eine schnelle Durchsicht der islamistischen Webseiten und Bücher immer wieder demonstrieren, dass die derzeitigen und kommenden Jihadisten ständig diese doktrinalen Aspekte des Krieges zitieren und ernst nehmen, tun das ranghohe US-Regierungsvertreter nicht, die mit der Verteidigung Amerikas beauftragt sind.
Warum? Weil die „Flüsterer“ – Walid Phares’ passendes Attribut für die Mehrheit der Gelehrten zum Nahen Osten und zum Islam sowie ihre willigen Apologeten in der Presse – jeden mit einem Bann belegt haben, der es wagt eine Verbindung zwischen islamischer Doktrin und modernen islamistischem Terror aufzuzeigen – worüber das Steven Coughlin-Debakel Zeugnis ablegt. Das ist für alle jene in diesem Feld (s. Martin Kramers Ivory Towers on Sand: the Failure of Middle Eastern Studies in America) eine nur zu bekannte Geschichte.
Es gibt zwar heutzutage viele Nahost-Studienfakultäten, aber man müsste doch arg suchen (besonders an den Universitäten mit mehr Prestige), um irgendwelche Kurse zu finden, die sich mit dem zentralsten und wichtigsten Themen des Tages beschäftigen – so der islamischen Rechtsprechung und dem, was sie über den Jihad sagt oder dem Konzept des Hauses des Islam gegen das Haus des Krieges. Diese Themen, wird uns versichert, haben internaitonal für Ärger sorgende Folgen und sollten am besten begraben werden. Statt dessen wird der angehende Studierende mit Kursen überschwemmt, die sich mit den Bösartigkeiten des „Orientalismus“ und des Kolonialismus, den Gender Studies und der Zivilgesellschaft beschäftigen.
Die größere Ironie – wenn man über den Islam und den Westen redet, dann gibt es zahlreiche Ironien – ist die, dass ausgerechnet am Tage der ASMEA-Konferenz, bei der es auch eine direkte Ansprache des obersten Islamgelehrten Bernard Lewis („Es scheint mir eine gefährliche Situation zu sein, in der jede Art gelehrter Diskussion über den Islam, um es vorsichtig auszudrücken, gefährlich ist“), das Außenministerium verkündete, es würde al-Qaida-artige Radikale weder „Jihadisten“ oder „Mudschaheiddin“ nennen, noch irgend ein anderes arabisches Wort mit islamischem Anklang verwenden („Kalifat“, „Islamo-Faschismus“, „Salafi“, „Wahhabi“ und „Ummah“ sind ebenfalls außen vor).
Aber ach, weit davon entfernt, den grundlegendsten und einfachsten Rat bezüglich der Kriegsführung – Sun Tsus altes Diktum: „Kenne deinen Feind“ – hat die US-Regierung Probleme zuzugeben, dass es diesen Feind überhaupt gibt.
Nominierungs-Berichterstattung
2. September 2008 at 18:49 | In USA, Weltpolitik | 2 CommentsTags: Wahlkampf, Linke Schläger
Letzte Woche war mein Aufwachen bestimmt von Parteitagsberichten mit der Nominierung von Barack Obama als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei der USA. Und war das eine tolle Sache! Die Begeisterung der WDR-Leute war kaum zu toppen. Nebenbei wurden Anschläge vereitelt (von durchgeknallten, die keiner politischen Konkurrenz zuzuordnen waren).
Jetzt war dann wohl die Erkenntnis durchgesickert, dass man John McCain und die Republikaner nicht einfach übergehen kann, wenn man sich zu offensichtlich dem Vorwurf aussetzen wollte Partei zu ergreifen. Tja, da sickerten dann etwas kritischere Töne über die „Show“, die bei Obama so toll war. Und genüsslich wurde ausgeführt, dass der Hurrikan Gustav den Parteitag etwas durcheinander bringt.
Was natürlich (?) keinerlei Erwähnung findet, sind die „Störaktionen“ der Obamanisten. Die gehen über üble Beschimpfungen per Plakaten an den Zufahrtstraßen weit hinaus und sind nicht von Pappe. The PowerLine und Gateway Pundit berichten, dass ein paar ganz nette Leute Sandsäcke und Zementsäcke auf Busse fallen ließen – was als versuchter Mord gewertet werden kann; wäre einer von den Säcken auf die Windschutzscheibe eines Busses geknallt, hätte es Tote gegeben.
Andere Trupps nahmen sich Busse vor, indem sie sie umringen, dagegen schlugen und sie gemeinschaftlich hin und her schüttelten. Eine Gruppe Pfadfinder, die die Eröffnungsfeier mitgestalteten, wurde so „empfangen“. Macht sich gut, nicht? Wer zur RNC kommt, muss halt etwas aushalten können. Strafe muss sein – oder so?
Seltsam, dass solche Szenen gegen Demokraten nicht vorgekommen sind. Oder solche, wie sie bei Atlas Shrugs beschrieben werden (die u.a. einen Bericht von MyFox Twin Cities wiedergeben):
Als die Delegation aus Connecticut in der Nähe des Xcel Center aus dem Bus stieg, brach eine Gruppe Demonstranten durch die Polizei und griff die Delegierten an. Rob Simmons sagte gegenüber FOX9, dass eine Gruppe Demosntranten auf seine Delegation zu kam und versuchte ihnen Ausweise vom Hals zu reißen und sie mit einer giftigen Substanz besprühte. Die unbekannte Substanz brannte in den Augen und machte Flecken auf die Kleidung. Ein 80-jähriges Mitglied der Delegation musste wegen seiner Verletzungen behandelt werden und einige andere Delegierte mussten Augen und Kleidung ausspülen.
Da ist es schon regelrecht harmlos, wenn Leute nur bespuckt werden. Auch mal nur ein Steinwurf ist, wie wir aus dem Nahen Osten wissen, ganz friedlich und harmlos. Dass Streifenwagen zu Bruch gingen, gehört auch zum üblich ungefährlichen Spielchen.
Dem WDR sollte man vielleicht nicht gar so viele Vorwürfe machen, dass er sich von den unschönen Fakten fern hält, denn die US-Presse macht es auch und anständige WDR-Journalisten bedienen sich bei Qualitätsmedien, nicht bei Bloggern. Allerdings hat es einige Agenturmeldungen gegeben. Bilder auch – passenderweise meist von reagierender Polizei, nicht von den Angriffen der Obamaniacs.
Als Ursache(n) für die Krawalle – so sie denn „qualitätsmedial“ aufgearbeitet werden – dürften dann wieder Bush und McCain sein, weil die die Nation spalten. Weil sie die heftigen „Demonstrationen“ verursachen bla bla bla. Auf die Idee, dass hier auf der linken Seite einfach die politische Auseinandersetzung nicht mehr geführt, sondern mit Gewalt der freie Wettbewerb der Ideen und Prinzipien unterdrückt werden soll. Das ist eine Entscheidung der Krawallbrüder und ihrer Parteigänger; letztlich entweder eine Angstreaktion, weil sie ihre Felle davon schwimmen sehen oder eine Machtprobe, weil sie sich stark genug fühlen ihre Gegner zu beseitigen statt sie zu besiegen. Unsere Genossen vom Appellhofplatz können das allerdings gar nicht verbreiten (vielleicht nicht einmal erkennen), weil das ihrem Selbstbild schaden dürfte. Und was nicht sein darf, kann nicht sein, nicht wahr? So werden Spalter zu Opfern, die sich „wehren“, ohne dass man ihnen etwas getan hat. Und Schuld sind immer die anderen, egal, welche Sauereien man als Linker verübt. Wir kennen das auch aus Hamburg oder Berlin zum 1. Mai, vom G8-Treffen, usw. Schwarz vermummt und so (machen das die „Demonstranten“ in St. Paul ihren europäischen Vorbildern nach oder wie rum läuft das?). Und längst nicht mehr nur rein „autonom“.
Nachtrag: Am 3.9. gab es auf n-tv ein wenig zu den Krawallen. Natürlich ohne Kritik an den Tätern. Sie waren ein Problem, das den Republikanern aufgehalst wurde; sie müssen mit der negativen Presse klar kommen. Ein klassisches Beispiel dafür, wie aus Opfern das Problem gemacht wird!
Und noch ein Gedanke: Warum “gehen” bei diesen “Protestaktionen” immer Autos, Geschäfte und anderes von völlig Unbeteiligten zu Bruch? Wenn es doch angeblich “gegen Bush” geht, ist dann ein Autobesitzer, der zufällig in der (weiteren) Umgebung des Parteitagsgeländes wohnt, automatisch einer, der “Bush” unterstützt? Und dafür “bestraft” werden muss?
Der nächste Präsident der USA
29. August 2008 at 21:23 | In Karika-Tour, USA | No CommentsTags: McCain, Obama
Obama und McCain werden jetzt mit Zähnen und Klauen gegen einander kämpfen, um die Präsidentschaft zu gewinnen. Und der Gewinner wird dann die Aufgabe haben, sich der iranischen Bedrohung zu stellen, Putins Russland, China, der Abhängigkeit vom Öl und der US-Wirtschaft.
Wenn die „Clinton/Bush-Familien“-Jahre ein Hinweis sein sollten, dann wird die amerikanische Öffentlichkeit sich nicht hinter ihrem neu gewählten Anführer versammeln. Der Typ, der den Job bekommt, wird von der Hälfte der Öffentlichkeit, die ihn nicht haben oder nicht unterstützen wollte, ständig angegriffen, delegitimiert und verspottet werden.
Abgesehen von den Wahlparteitags-Reden: Was, glauben Sie, ist das wirkliche Motiv hinter dem Ziel der beiden Präsident zu werden? Was, glauben Sie, treibt diese beiden Kerle wirklich an?

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