Die Denke eines WDRisten
25. November 2012 um 10:29 | Veröffentlicht in Geistesgrößen, Medien+Nahost, WDR | 2 KommentareSchlagwörter: Propagandakrieg
Am Dienstag, 20. November 2012 interviewte der WDR2 in seinem Morgenmagazin einen Vertreter des „Palästina-Forum“ aus Bonn. Die unglaublich verlogenen Aussagen des Mannes habe ich in einem kurzen Eintrag schon bewertet.
Ein weiterer Hörer schickte der Redaktion eine E-Mail, aus der sich ein kurzer Austausch entwickelte, der hier dokumentiert sein soll:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte dagegen protestieren, dass Sie den WDR 2 zum Sprachrohr der Hamas-Propaganda machen. Eben um ca. 7:10 Uhr durfte vollkommen unwidersprochen Ihr Gesprächspartner von einem “Palästina-Forum” diverse Unwahrheiten verbreiten, etwa dass der Gazastreifen von Israel besetzt sei (was er seit Jahren nicht mehr ist). Besonders perfide ist die Behauptung, der Raketenterror der Hamas sei eine Art “Hilfeschrei” der dortigen Bevölkerung.
Wenn Sie schon einen Gesprächspartner interviewen, der derartige Behauptungen aufstellt, sollte wenigstens der Moderator genügend Hintergrundwissen haben, um nicht nur als Stichwortgeber zu agieren, sondern um kritische Fragen zu stellen und Falschbehauptungen richtigstellen zu können. Man könnte ja zum Beispiel fragen, warum denn wohl Ägypten auch den Zugang zum Gazastreifen kontrolliert. Oder warum die Millionen und Milliarden, die aus Europa in den Gazastreifen gehen, nicht in Infrastrukturmaßnahmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen gesteckt werden, sondern in die Beschaffung von iranischen Raketen. Und wie es wohl kommt, dass das neue iPhone im Gazastreifen früher erhältlich war als in Israel. Und wie die Hamas-Sicht des Interviewpartners sich damit verträgt, dass Israel sowohl den Anschluss des Gazastreifens an das Hochgeschwindigkeitsinternet sicherstellt wie auch an das Stromnetz – von dem Israel den Gazastreifen auch in den letzten Tagen nicht abgeklemmt hat. Und man hätte auch fragen können, wie es denn wohl kommt, dass die Raketen auf die israelischen Zivilisten immer morgens und nachmittags zur Rush-Hour geschickt werden, auf dass man möglichst viele Menschen treffen möchte, die auf den Straßen sind, während Israel alles daran setzt, zivile Opfer zu vermeiden.
Mit Empörung grüßt
T.A.
Eine knappe Stunde später kam folgende Antwort:
Sehr geehrter Herr T.A.,
vielen Dank für Ihre ausführliche Auseinandersetzung mit diesem Interview. Sooft wir das Thema behandeln, sei es mit unabhängigen Analytikern oder wie in diesem Fall mit Angehörigen einer der beteiligten Volksgruppen, machen wir uns angreifbar.
Der Vorsitzende des Palästina-Forums, das sich für eine binationale Staaten-Lösung und – wie gehört – für Frieden einsetzt, kritisierte eingangs die Raketenangriffe der Hamas, nannte sie “merkwürdig” und sprach davon, dass Israel Gaza abriegele.
Über die ersten beiden Einschätzungen lässt sich streiten, aber sie waren als parteiliche Sicht von vornherein erkennbar. Von “Besatzung” sprach Herr Hajjaj in einem Zusammenhang, der sich nicht allein auf Gaza bezog. Völkerrechtlich trifft diese Aussage leider für einzelne Siedlungsgebiete zu.
Allein Ihre Aufzählung von Fragen hätte den Rahmen eines solchen Gesprächs gesprengt. Einen Konflikt, der seit etwa einhundert Jahren währt, auch nur annähernd treffend zu analysieren, ist auch in Ihren Augen vermeintlich besser qualifizierten Gesprächsrunden nicht gelungen.
WDR2 kann sich nur bemühen, zur Meinungsbildung beizutragen, indem es eben keine Propaganda betreibt, sondern beide Seiten und Dritte zu Wort kommen lässt und kritisch befragt.
Sehr geehrter Herr T.A., solange wir nicht zuhören, prüfen und wägen, bevor wir urteilen, falls wir dazu überhaupt autorisiert sind, werden wir keine qualifizierte
Haltung entwickeln können.
Oder wagen Sie es, den Schuldigen in diesem Konflikt zu benennen?
Beste Grüße,
Salam und Schalom,
Uwe Schulz
WDR2
Wir erkennen die üblichen Muster des „wir sind neutral, betreiben keine Propaganda und benennen keine Schuldigen. Wer’s glaubt…
Interessant, dass aus einer Zweistaatenlösung jetzt eine binationale Lösung (=„Einstaatenlösung für zwei Völker“) geworden ist. Vermutlich nur ein Lapsus des Redakteurs, der aber zeigt, dass er mit Begrifflichkeiten etwas lasch bis unwissend umgeht. Dass die „Besatzung“ sich nicht auf Gaza beziehen sollte, war übrigens nicht erkennbar.
Herr Schulz möchte eine „qualifizierte Haltung“ entwickeln, indem er allen Seiten zuhört. Das ist nicht falsch. Das Problem dabei: Er ordnet offensichtlich nicht ein, was er hört und hält offene Lügen und Propaganda der einen für gleichwertig mit Fakten der anderen Seite. Wer nicht überprüft, was er hört, der macht sich zur Partei – auf der Seite der Lügner, Hetzer, Kriegsverbrecher. So wird das nichts mit „Salam und Schalom“.
Der Hörer brachte dem Redakteur in paar Fakten (und er macht etwas Kluges: Er konzentriert sich auf eine Sache aus dem Schreiben des WDRisten):
Sehr geehrter Herr Schulz,
nett, dass Sie antworten oder jemanden aus Ihrem Team antworten lassen.
> Oder wagen Sie es, den Schuldigen in diesem Konflikt zu benennen?
Was den Gazakonflikt angeht, ist es eigentlich nicht schwer: Israel hat den Gazastreifen geräumt. Die Hamas hat anschließend die dortigen Synagogen abgefackelt, die dort noch anwesenden Fatah-Funktionäre massakriert (zum Beispiel vom Krankenhausdach geworfen) und die Christen gleich mit. Und seither rüstet die Hamas auf (mit unseren Steuergeldern), terrorisiert Israels Süden mit Raketenbeschuss, erzieht die Jugend zum Hass (haben Sie mal Hamas-Fernsehen geschaut?) und benutzt Zivilisten als Schutzschild, bevorzugt Kinder.
Und da fragen Sie nach den Schuldigen? Selten in einem Konflikt sind die Rollen so klar verteilt wie beim Gazakonflikt.
> solange wir nicht zuhören, prüfen und wägen, bevor wir urteilen,
> falls wir dazu überhaupt autorisiert sind, werden wir keine
> qualifizierte Haltung entwickeln können.
Hätten Sie das 1942 auch so formuliert?
Mit freundlichen Grüßen
Kann ein WDR-Redakteur diese Fakten akzeptieren? Bringen sie ihn zum Nachdenken?
Sehr geehrter Herr T.A.,
Danke für Ihre Replik.
Ich pflege selbst zu antworten:
Ihre Haltung nehme ich zur Kenntnis.
Als Korrektiv empfehle ich die Stellungnahmen des Politologen Michael Lüders am heutigen Tag im WDR5 Tagesgespräch (Dateianlage)
Auf historische Vergleiche lasse ich mich ungern ein, weil sie stets in die Irre führen. Dann wäre nämlich etwa auch das Jahr 70 n. Chr. eine Referenz, das im kollektiven jüdischen Bewusstsein eine große Rolle spielen soll. Oder das Jahr 1948, als das britische Mandat endete, was wiederum im kollektiven Bewusstsein der Araber eine große Rolle spielen soll.
In jedem historischen Fall hätte ich geraten, sich anzuhören, was beide Seiten zu sagen haben. Das Aufrechnen von Schuld hat in keinem Konflikt der Welt zu dem Frieden geführt, den Sie und ich offenkundig herbeisehnen.
Beste Grüße,
Uwe Schulz
WDR2
Michael Lüders? Oh je, aber das war zu erwarten, denn der darf seine Sülze im WDR ständig ausbreiten. Das Jahr 70, glaubt der Redakteur, spielt keine Rolle im kollektiven Bewusstsein der Juden? Weiß er nichts von „Masada“ und „Nächstes Jahr in Jerusalem“? Das sind ernst zu nehmende Begriffe und bzw. Redewendungen, die als Folge des „Jahres 70 n. Chr.“ mitnichten keinen Eingang in das jüdische Kollektivbewusstsein fanden. Die Zerstörung des Tempels in diesem Jahr ist integraler Bestandteil des jüdischen religiösen Kalenders sowie jeder jüdischen Hochzeit (dabei wird ein Glas zertreten, zur Erinnerung an die Zerstörung des Tempels im Jahr 70 unserer Zeitrechnung. Das zu ignorieren zeugt von Unwissen oder Ignoranz – oder auch beidem.
„Ihre Haltung nehme ich zur Kenntnis“ ist Code für „Sie reden Mumpitz“. Darüber hinaus hat Herr Schulz nicht ein einziges Fakten-Argument diskutiert. Warum? (Ach ja: „Ich nehme Ihre Haltung zur Kenntnis.“)
Doch zurück zum Mail-Austausch; T.A. reagierte noch einmal:
Sehr geehrter Herr Schulz,
danke für Ihre Mail.
>Ich pflege selbst zu antworten:
Das ist sehr löblich; da es noch während Ihrer Sendezeit war, dass Sie geantwortet haben, hätte ich eine Mithilfe aus Ihrem Redaktionsteam auch nicht für verwerflich gehalten.
> Als Korrektiv empfehle ich die Stellungnahmen
> des Politologen Michael Lüders am heutigen Tag
> im WDR5 Tagesgespräch
Vielen Dank für den Link auf die MP3-Datei. Als Korrektiv für was? Schon in der Anmoderation sagt Ihr Kollege: “Israel beschießt Ziele im Gazastreifen und die Hamas feuert Raketen auf Israel.” Schon da werden die tatsächlichen Zusammenhänge verkehrt. Der sachlich einzig korrekte Satz wäre doch: “Verstärkt seit Oktober feuert die Hamas Raketen auf Israel, und seit einigen Tagen geht Israel zum Schutz seiner Zivilbevölkerung gegen diese Terroristen vor.”
Es ist teilweise unerträglich, dass einem schlecht wird, was von Hörern, aber auch Ihrem “Experten” geäußert wurde; erst kurz nach der Mitte der Datei stellt ein anderer Hörer zurecht fest, dass das Israel-Bashing unerträglich sei und dass die Hamas das Existenzrecht Israels anerkennen müsse. Und was sagt Ihr Experte? Dass die PLO 1988 das Existenzrecht Israels anerkannt habe. Schön, aber unerheblich, da im Gazastreifen die Hamas regiert. Bitte, Herr Schulz, lesen Sie doch gelegentlich die Hamas-Charta.
> Oder das Jahr 1948, als das britische Mandat endete,
> was wiederum im kollektiven Bewusstsein der Araber
> eine große Rolle spielen soll.
Genau, 1948, das war das Jahr, als ein arabischer Staat hätte gegründet werden können. Die Araber in Palästina haben es nur abgelehnt, diesen Staat zu gründen, da sie mehr wollten – und sind direkt vereint über den neugegründeten Staat Israel hergefallen. Gut, dass Sie daran erinnert haben.
> In jedem historischen Fall hätte ich geraten,
> sich anzuhören, was beide Seiten zu sagen haben.
> Das Aufrechnen von Schuld hat in keinem Konflikt der Welt
> zu dem Frieden geführt., den Sie und ich offenkundig herbeisehnen.
Im Falle einer Terroristentruppe, die seit Jahren den Süden Israels mit Raketen beschießt, ist die Sachlage allerdings relativ einfach.
Mit freundlichen Grüßen
Das Mantra der Israelfeinde, die sich als um den Staat Israel Besorgte geben: „sich anzuhören, was beide Seiten zu sagen haben“. Noch einmal: Hören ist ja schön und gut. Aber wer das Gehörte nicht einordnet, wer es als „gleich wahr“ hinnimmt, ohne sich darüber Gedanken zu machen und es mit Fakten der Geschichte abzuwägen und zu beurteilen, der macht sich schuldig – der Ignoranz, der indirekten Mittäterschaft. So ist es kein Wunder, dass die gesamte Berichterstattung des WDR sich einseitig gegen Israel richtet. WDRisten dürfen nicht Partei für Israel sein. Sie geben sich neutral, sind aber maximal äquidistant (selbst das nur zum Teil), was dazu führt, dass Israel immer schlecht wegkommt. Und dann brüsten sie sich, sie seien sachlich, fair und anerkannter Standard. Weil die Hörerschaft ihnen ihre Unwahrheiten glaubt; wie auch anders, wenn die Medien sich weitgehend selbst gleichgeschaltet haben und das Bundesland Nordrhein-Westfalen den WDR als Rundfunk-Monopolisten die Radiolandschaft allein beherrschen lässt.
Die Propaganda-Abteilung der Terroristen in Köln
20. November 2012 um 7:32 | Veröffentlicht in Europa+Nahost, Medien+Nahost, WDR | 6 KommentareWDR2, 7:10 Uhr: Interview mit miteinem Menschen vom „Palästina-Forum“ aus Bonn – der Moderator gibt den Stichwortgeber für den Araber. Der behauptet allen Ernstes und unwidersprochen, er finde die Raketen auf Israel falsch, weil das nach hinten losgeht, aber:
- Die Hamas-Raketen auf Israel sind ein Hilfeschrei der Bevölkerung wegen der unhaltbaren, menschenverachtenden Zustände im Gazastreifen.
- Der Gazastreifen ist abgeriegelt, es gibt nur einen Übergang nach Ägypten, der auch nur zeitweise offen ist (das ist also auch Israels Schuld)
- Der Gazastreifen ist besetzt.
- Für die hohe Arbeitslosigkeit ist Israel verantwortlich.
usw. und so fort. Der Moderator gibt –wie gesagt – die Richtung vor, daher ist er nicht in der Lage einmal die Frage zustellen, wieso der Hamasterror ein „Hilfeschrei“ der Bevölkerung(!) sein soll. Er ist auch zu ideologisiert, um zu fragen, warum die Miliarden Hilfsgelder nicht in die wirtschaftliche Entwicklung und Infrastruktur gesteckt werden, sondern in Grad- und Fajr-Raketen. Er ist nicht fähig Ursache und Wirkung auseinander zu halten.
Was soll man angesichts solcher Verbohrtheit noch sagen? Dass der WDR das Propagandamaul der Terroristen ist.
„Israel schießt trotz Waffenstillstand“
9. April 2011 um 9:42 | Veröffentlicht in Medien+Nahost, WDR | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: ARD, tagesschau
WDR2-Nachrichten um 9 Uhr:
- Israel griff in der Nacht den Gazastreifen weiter an
- Tote und Verletzte werden gezählt
- und das trotz eines von der Hamas ausgerufenen Waffenstillstands!
Bah, was sind das mörderisch böse Israelis! Brechen sogar den Waffenstillstand und halten sich an nichts!
Kein Wort davon, dass die „Waffenruhe“ von den Terrorgruppen im Gazastreifen nicht eingehalten wurde: Zwei (die „Volkswiderstandskomitees“ und der „militärische Arm“ der DFLP) haben demonstrativ verkündet, sie könnten und würden den „Waffenstillstand“ nicht einhalten. Mal ganz abgesehen davon, dass weiter Mörser und Raketen nach Israel flogen.
Ganz am Ende hört man dann noch, dass die Israelis auf den Beschuss eines Schulbusses reagierten. Natürlich werden israelische Angaben nicht als Tatsachen vermeldet, wie es bei den Daten zum Gazastreifen geschieht; die Angaben der Terroristen werden nicht als solche, sondern als Fakt geführt, während bei israelischen Angaben „soll“ das beliebteste Verb ist.
Mit dieser Art der Nachrichtenverkündung stellt sich der WDR noch unter das Niveau der Berichterstattung der ARD auf tagesschau.de – dort werden wenigstens umfangreichere Angaben zu den arabischen Terroraktivitäten gemacht, wenn auch ansonsten die Folgen israelischer Militärschläge besonders ausführlich in den Vordergrund gerückt werden. Sie sind ja soooo neutral:
In den vergangenen drei Wochen hatte die Gewalt zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gazastreifen deutlich zugenommen. Insgesamt wurden 24 Palästinenser getötet und mehr als 50 verletzt. Im gleichen Zeitraum gab es bei Raketenangriffen auf Israel mehrere Verletzte.
Kein Wort davon, dass die arabischen Terroristen die Schlagzahl ständig erhöhten. Und die Opfer-Zählung sagt auch nichts darüber, dass die (relativ) geringen Schäden in Israel nicht das Ziel waren, sondern die Terroristen ihren Judenmord nur nicht so gut ausüben konnten, wie sie wollten und hofften. Eine solche „Berichterstattung“ vermittelt dem Leser einen falschen Eindruck: Die Israelis schießen massiv und töten, während die Gazaner ziemlich harmlos sind. Weil ja nur Sachschaden oder Verletzte entstehen, während es bei den Arabern jede Menge Tote gegeben hat. Da muss ja Israel schlimmer sein. Unabhängig davon, dass die IDF versucht nur Terroristen zu erwischen, während die Angriffe der Terroristen sich so ziemlich immer gegen Zivilisten richten. Intention spielt für die deutsche Qualitätsjournaille keinerlei Rolle – außer man kann den Juden etwas unterstellen!
Antwort vom WDR – wir sind sachlich, fair und anerkannter Standard
18. Februar 2011 um 19:24 | Veröffentlicht in Medien+Nahost, WDR | Hinterlasse einen KommentarAm Wochenende bekam der WDR auf seine Nachrichten hin eine Beschwerde. Ein Rechercheur antwortete mit Selbstbeweihräucherung, die die Probleme umschiffte. Er bekam erneut ein Schreiben – auf das er wohl nicht mehr antworten wird:
Sehr geehrter Herr Bochenek,
dann muss ich wohl unter Halluzinationen leiden. Die Nachrichten von 10 Uhr habe ich mir bestimmt eingebildet.
Aber auch in der von Ihnen angeführten Meldung 6-Uhr-Sendung fehlt jeglicher Hinweis auf die irren “Tatsachen”-Feststellungen der Türkei in besagtem Bericht. Vielleicht machen Sie sich mal mit ein paar betreffenden Fakten vertraut? Das gehört doch wohl auch zu den handwerklich-journalistischen Standards, oder nicht? Hier eine Möglichkeit, was bei minimaler Recherche zu erfahren ist (damit ist nicht dieser Blogger gemeint – der hat nur übersetzt -, sondern die Quellen dessen, den er übersetzt hat):
http://heplev.wordpress.com/2011/02/12/der-absurde-flottillenbericht-der-turkei/
Und wenn für so etwas in den Nachrichten kein Platz ist – mir kommt da eine sehr böse Frage: Hätten Sie auch über die Aktion am Sender Gleiwitz so berichtet? Hätten Sie eine eventuelle deutsche Untersuchung so äquidistant hingestellt, obwoh es Videomaterial gab, das zeigt, wie gelogen die deutsche Seite da “argumentierte”? “Deutschland widerspricht darin der polnischen Einschätzung.”
Ich schätze mal, diese Äquidistanz würde Ihnen da nicht unterlaufen sein. Aber bei Israel und dem Nahen Osten, da ist so etwas eine einwandfrei formulierte und faire Meldung.
Zum Abschluss möchte ich mich entschuldigen, dass ich Sie über mein Geschlecht im Unklaren ließ.
Ansonsten kopfschüttelnd
Hier das Schreiben aus dem WDR:
Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr XXX,
das von Ihnen angesprochene Thema ist am 12. Februar in den
10-Uhr-Radionachrichten im WDR Hörfunk ausweislich unserer
Sendeunterlagen nicht berücksichtigt worden.
Wir hatten am genannten Tag in den Frühsendungen die folgende Meldung.
Sie informiert nachrichtlich über den türkischen Untersuchungsbericht zu
dem Vorfall Ende Mai letzten Jahres.
Es wird durchaus auch die israelische Einschätzung erwähnt, über die
wir aktuell Ende Januar berichtet hatten (eine entsprechende Meldung vom
23.1. ist beigefügt.)
Ihre Kritik vermag ich nicht nachzuvollziehen. Die Meldung ist
einwandfrei formuliert und entspricht in Sachen Fairness und
Sachlichkeit anerkannten handwerklich-journalistischen Standards.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Bochenek
Programmgruppe Nachrichten
WDR Radio
___________________________________
Sendung vom 12.2.2011 6:00
Die Türkei hat ihren Abschlussbericht zu dem israelischen Angriff auf
eine Hilfsflotte für die Palästinenser vorgelegt.
Sie widerspricht darin der israelischen Einschätzung. Im Gegensatz zu
einer israelischen Untersuchungskommission hält die Türkei das damalige
Vorgehen der israelischen Armee nicht für rechtmäßig. Zur Begründung
heißt es, schon die Seeblockade des Gazastreifens, die Israel mit dem
Angriff auf die Hilfsflotte verteidigen wollte, sei unrechtmäßig. Neun
Menschen waren bei dem Einsatz im Mai getötet worden, acht von ihnen
waren Türken.
Die Berichte beider Seiten sollen den Vereinten Nationen dazu dienen,
den Vorfall aufzuklären.
_____________________________
Sendung vom 23.01.2011 22:00:00
Israelische Kommission sieht Gaza-Blockade-Brecher im Unrecht
Eine israelische Untersuchungskommission hat den Angriff auf einen
Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für die Palästinenser im Gazastreifen als
rechtmäßig bewertet. Auch die Seeblockade um den von der
radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen stehe im Einklang
mit internationalem Recht. Die sechs Mitglieder der
Untersuchungskommission entlasteten Israel einstimmig. Zugleich erklärte
die Kommission unter Vorsitz des ehemaligen obersten israelischen
Richters, Jaakov Tirkel, ihr Bedauern darüber, dass Menschen bei dem
Marineeinsatz ums Leben kamen beziehungsweise verletzt wurden. Bei dem
Versuch, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen,
waren im Mai vergangenen Jahres neun türkische Aktivisten ums Leben
gekommen.
Der türkische Murmelschiff-Bericht – E-Mail an den WDR
12. Februar 2011 um 11:01 | Veröffentlicht in Medien+Nahost, WDR | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Propagandalügen, Türkei
Sehr geehrte Damen und Herren,
eben hatte ich das “Vergnügen” Ihre Nachrichten zu hören. Darin konnte man erfahren, dass die Türkei ihren eigenen Bericht zur Übernahme der Mavi Marmara (die 9 Toten wurden natürlich erwähnt, gehört sich so) im letzten Jahr veröffentlicht hat. Sie lassen dazu wissen, dass die Türkei der israelischen Darstellung widerspricht und schwere Würfel gegen Israel erhebt.
Ihr äquidistante Beschreibung dieser Veröffentlichung ist ein Hohn.
Wenn Sie schon dieses lachhafte Dokument in die Nachrichten hieven, dann sollten Sie wenigstens ansatzweise erwähnen, wer da auf dem Schiff war und welche Ziele diese Leute hatten: Judenmord und “Märtyrertum”. Oder auch mit welche hanebüchenen “Argumenten” darin agiert wird. So sollen zwei der 9 Toten von den Israelis schon erschossen worden sein, bevor die Soldaten überhaupt an Deck waren. Auch die Videoaufnahmen (der Türken!), die die Behauptungen aus Ankara widerlegen und die israelische Darstellung bestätigen, bleibt außen vor.
Das “Argument”, viele der Toten seien aus nächster Nähe erschossen worden, wird auch gerne als Beweis für die mörderischen Ziele der Soldaten angeführt – dass ein Soldat seine Pistole erst einsetzte, als er nicht mehr anders konnte – wobei die Terroristen direkt an ihm dran waren und ihn traktierten – lässt man in den Qualitätsmedien offenbar genauso außer Acht und nicht gelten, wie bei den Terrorhelfern und Terroristenfreunden, die in Deutschland unter “Friedensaktivisten” firmieren.
Offensichtlich schämen Sie sich nicht, mit ihrer äquidistanten “Berichterstattung” Ihre Hörer auf einen antiisraelischen Kurs zu dirigieren. Sie geben offensichtliche Lügen der türkischen Regierung weiter, als sei diese nicht Partei, sondern objektiv. Etwas Ähnliches habe ich zu Israel von Ihnen noch NIE erlebt.
Sachliche Berichterstattung ist das NICHT. Das ist Propaganda gegen Israel
[Der Link war in dem Schreiben an den WDR leider nicht enthalten.]
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