Goldrausch beim WDR

30. Januar 2014 um 14:30 | Veröffentlicht in Medien+Nahost, WDR | 1 Kommentar
Schlagwörter: ,

Ulrich W. Sahm, 25. Januar 2014 (direkt vom Autor)

„Die WELTWEIT-Reporter Michaela Heine und Ghislain Barallon des WDR haben vier mutige Menschen aus Palästina ein halbes Jahr lang durch ihr erstaunliches Leben begleitet.“

So steht es in der Ankündigung einer halbstündigen Dokumentation, die am 21. Januar ausgestrahlt worden ist und immer noch im Internet abgerufen werden kann.

Mit ein wenig Drumherum werden vier erfolgreiche palästinensische Geschäftsleute interviewt. Gezeigt wird ein jammernder und kettenrauchender Taxifahrer, der angeblich nur den Gegenwert von zwei Schachteln Zigaretten pro Tag verdient, 10 Euro, und nun einen Kredit benötigt, um ein eigenes Taxi zu kaufen. Diesen Muhammad filmte das Team während der Fahrten durch das in „Palästina“ umgetaufte Westjordanland. Fernsehtechnisch unproblematisch waren die Aufnahmen in Rawabi, wo der palästinensische Multimillionär Baschar el Masri eine riesige Stadt für den wohlhabenden palästinensischen Mittelstand aus dem Boden stampft. Zur Erholung besuchen die WDR-Reporter einen feinen und sehr teuren Nachtclub in Ramallah, wo die Flasche Champagner hundert Dollar kostet. Eine christliche Geschäftsfrau führt den Club mit New Yorker Flair und entsprechenden Preisen. Zuletzt wird noch ein Großunternehmer in Szene gesetzt, der „organisches“ Olivenöl presst und in alle Welt exportiert. Zwischendurch wurden arme palästinensische Bauern gefilmt, die wie in biblischer Zeit auf die knorrigen Olivenbäume einprügeln, während Frauen auf den Boden gefallene Oliven per Hand einsammeln. Natürlich gibt es heute moderne Erntemaschinen, die schonend mit den Bäumen umgehen. Aber die können sich diese Palästinenser nicht leisten, obgleich der Großunternehmer ihnen selbstverständlich „faire Preise“ zahlt.

Insgesamt also ein netter und positiver Film über die heutige „palästinensische Gesellschaft im Aufbau“. Gelegentlich fließen die üblichen Klischees israelischer Besatzung und Unterdrückung natürlich doch ein. Das fördert die Dramatik und erklärt, wieso diese Multimillionäre ein „Risiko“ eingehen, wenn sie unter der Besatzung großes Geld scheffeln und das nicht erst seit gestern.

Klischees wurden tatsächlich ausgeblendet. Zum Beispiel in Rawabi, wo der Stadterbauer el Masri mit keinen peinlichen Fragen konfrontiert wird. Die deutschen Reporter fragen ihn natürlich nicht, ob auch Juden oder Israelis bei ihm eine Wohnung erwerben könnten, ob er auch an sozialen Wohnbau für die Flüchtlinge im nächstgelegenen Flüchtlingslager denkt, und warum ihm die Regierung in Ramallah Steine in den Weg legt.

Um die Klischees rund um diese vier „mutigen“ Palästinenser nicht zu zerstören, bleibt unerwähnt, dass es allein im Gazastreifen mindestens 600 Millionäre gibt, trotz israelischer Blockade, trotz „humanitärer Krise“ unter der Gewaltherrschaft der Hamas und Kriegsgeschehen. Der Economist zitierte einmal den „wütenden“ Präsidenten Mahmoud Abbas mit den Worten: „800 Millionäre und 1.600 Fast-Millionäre kontrollieren die Schmugglertunnel auf Kosten der ägyptischen und palästinensischen nationalen Interessen.“

Im Westjordanland gibt es weit mehr Millionäre und sogar Multi-Milliardäre wie Munib el Masri. In seinem kitschigen Palast auf dem Berg Garizim bei Nablus mitsamt riesigem Wasserpool pflegt er eine Kunstsammlung mit erlesenen Originalwerken der berühmtesten Meister der italienischen Renaissance.

Ein einfacher Schwenk mit der Kamera hätte zeigen können, dass nicht nur in Ramallah eine vornehme Villa mit römischen Säulen und roten Ziegeldächern neben dem anderen Prunkpalast steht.

Interviews mit vier Personen, bei der Arbeit und noch in deren Heim neben dem privaten Swimmingpool, wobei der Taxifahrer während der Fahrten gedreht wird, lässt sich leicht in einer Woche schaffen, die vorausgehenden Recherchen mit eingerechnet.

Da fragt sich, ob beim WDR der Goldrausch ausgebrochen ist, wenn der gleich zwei Reporter mitsamt Kamerateam ein halbes Jahr lang, also volle sechs Monate, auf die Reise schickt, um etwas zu „entdecken“, was jeder sehen und mit den Händen greifen kann, der einmal mit offenen Augen durch Ramallah fährt. Unverständlich ist auch, wieso die zahlreichen fest-angestellten Reporter und ständigen Kamerateams des ARD Büros in Tel Aviv diesen Film nicht selber machen konnten. Rawabi liegt in Sichtweite von Tel Aviv und bis nach Ramallah, zum Nachtclub der Christin, sind es nur noch weitere 20 Minuten Fahrt. Der jammernde Taxifahrer hätte sich mindestens vier Schachteln Zigaretten verdienen können.

(C) Ulrich W. Sahm

Der WDR „berichtet“ aus Nahost

26. August 2013 um 14:59 | Veröffentlicht in Medien+Nahost, WDR | 3 Kommentare
Schlagwörter:

Aus den WDR2-Nachrichten von 13.30Uhr: Die Palästinenserführung hat eine neue  Runde der Friedensgespräche abgesagt. Sie protestierte damit auf das gewaltsame Vorgehen der Armee in einem Flüchtlingslager. Dabei erschossen Soldaten 3 Jugendliche und verletzten weitere.

Das ist ja herzallerliebst. Die israelischen Soldaten erschießen mal eben ein paar Araber und verletzen viele weitere – anscheinend ohne jeden Grund. „Razzia“ – böser Einsatz.

Um 14 Uhr wird es nicht viel besser. Es gibt zwar mehr Details, aber die israelischen Angaben werden eindeutig bezweifelt:

Israelis fuhren mit einem zivilen Fahrzeug vor, um einen Palästinenser festzunehmen. „So stellt es zumindest die Armee dar.“ Sie wurden aber entdeckt. Dann kamen Soldaten, die ihre Kollegen in Sicherheit bringen wollten. Dann schossen die Soldaten und töteten 3, verletzten 15 Personen.

Wir sehen: Die armen Araber verteidigten sich nur. Da war nichts, was man als falsch bezeichnen könnte. Die Angaben der Israelis sind nicht glaubwürdig.

Um 14.30 Uhr wieder die Kurzfassung, die nur die Schüsse der Israelis erwähnt.

Was war tatsächlich passiert? Arutz-7 berichtet (Gleiches von The Times of Israel):

Eine erste Untersuchung durch die IDF zeigt, dass Grenzpolizisten mit Brandbomben, Steinen und Flaschen angegriffen wurden und auf scharfe Schüsse zurückgreifen mussten.

Die IDF sagte Montag, dass der Vorfall während nächtlicher Aktivitäten von Sicherheitskräften zur Festnahme eines gesuchten Mannes in Kalandiya stattfand. Im Verlauf der Festnahme entwickelte sich „ein extrem gewalttätiger Tumult“ und „viele Hundert“ Araber griffen die IDF-Kräfte an.

Die IDF-Gruppe, die der verhaftenden Einheit Deckung bot, handelte um sie herauszuholen. Als die Soldaten Gefahr für ihr Leben feststellten, eröffneten sie das Feuer auf die Angreifer. Der gesuchte Mann, ein Terrorist, wurde verhaftet und zur Befragung mitgenommen.

[Die 3 Toten sind nach Angaben arabischer Krankenhausvertreter 20, 22 und 30 Jahre alt.]

„In den frühen Morgenstunden begab sich ein Team der Grenzpolizei in das Lager Kalandiya, um einen feindlichen Terroristen festzunehmen“, sagte Polizeisprecherin Luba Samri.

„Nach seiner Festnahme begann ein Mob von etwa 1.500 Einwohnern einen Tumult; sie warfen mit Brandbomben und Steinen, womit sie das Leben der Mitglieder der Truppe gefährdeten, die mit Mitteln zur Zerstreuung von Randalierern reagierte.

Wir wissen nichts von Toten auf der anderen Seite“, fügte sie hinzu. „Wir wissen von drei Verletzten, die in ein [palästinensisches] Krankenhaus gebracht wurden, aber nichts davon, dass sie in Lebensgefahr sind.“

Sie sagte, dass drei Grenzpolizisten durch Steine leicht verletzt wurden.

Der Bericht stammt von 9.44 Uhr Ortszeit; die (anfangs zwei) Opfer wurden im Krankenhaus für tot erklärt. Das erklärt die Äußerung der Polizeisprecherin.

Was machen die Terroristen? Klar, sie jammern. „Unser Volk“ muss beschützt werden, am besten von internationalen Truppen. Warum eigentlich? Es ist doch ganz einfach: Hört auf zu morden und hört auf israelische Sicherheitskräfte töten zu wollen, dann habt ihr auch keine Opfer. Ach ja, darum geht es ja nicht. Sie brauchen ja die Toten, damit der WDR berichten so kann, wie er es tut – mit Auslassungen entscheidender Informationen, damit Israel wieder Kindermörder geschimpft werden kann, wenn erwachsene Mordgesellen ihr selbst provoziertes Schicksal erleiden.

Und die anderen? Das ZDF (heute, 15 Uhr) lässt keine Einzelheiten wissen, außer dass „bei einer israelischen Razzia“ 3 Palästinenser erschossen wurden. Das war’s.

ZDF-Fernsehtext:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

ARD-Fernsehtext:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

n-tv-Fernsehtext:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

N24-Fernsehtext:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Fazit: Der Ablauf ist nirgendwo zu finden. Dass die Araber in Mordabsicht angriffen, findet sich ebenfalls nicht. Dass die Soldaten sich verteidigen mussten, wird nicht als Tatsache, sondern nur als israelische Angabe mitgeteilt – und das auch nur von der ARD. Das ist Qualitätsjournalismus!

Die Printmedien (online):
– Der Focus hatte offenbar kurzfristig eine Meldung, die aber nicht mehr aufgerufen werden kann.
– SPon, stern: nichts.
– Die Süddeutsche Zeitung gibt eine unvollständige (verkürzte) Fassung wieder, die die Araber von sich gegeben haben. Dazu wird angehängt, dass „die Gewalt“ zuletzt deutlich zugenommen habe – „Seit Jahresanfang wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 14 Palästinenser getötet, im Vorjahr waren es lediglich drei.“
Berliner Zeitung: auch hier die verkürzte Darstellung durch die Araber, wie sie in der SZ stand.
– FAZ, Kölner Stadt-Anzeiger: nichts.

(Den Rest spare ich mir…)

Die Denke eines WDRisten

25. November 2012 um 10:29 | Veröffentlicht in Geistesgrößen, Medien+Nahost, WDR | 2 Kommentare
Schlagwörter:

Am Dienstag, 20. November 2012 interviewte der WDR2 in seinem Morgenmagazin einen Vertreter des „Palästina-Forum“ aus Bonn. Die unglaublich verlogenen Aussagen des Mannes habe ich in einem kurzen Eintrag schon bewertet.

Ein weiterer Hörer schickte der Redaktion eine E-Mail, aus der sich ein kurzer Austausch entwickelte, der hier dokumentiert sein soll:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte dagegen protestieren, dass Sie den WDR 2 zum Sprachrohr der Hamas-Propaganda machen. Eben um ca. 7:10 Uhr durfte vollkommen unwidersprochen Ihr Gesprächspartner von einem “Palästina-Forum” diverse Unwahrheiten verbreiten, etwa dass der Gazastreifen von Israel besetzt sei (was er seit Jahren nicht mehr ist). Besonders perfide ist die Behauptung, der Raketenterror der Hamas sei eine Art “Hilfeschrei” der dortigen Bevölkerung.
Wenn Sie schon einen Gesprächspartner interviewen, der derartige Behauptungen aufstellt, sollte wenigstens der Moderator genügend Hintergrundwissen haben, um nicht nur als Stichwortgeber zu agieren, sondern um kritische Fragen zu stellen und Falschbehauptungen richtigstellen zu können. Man könnte ja zum Beispiel fragen, warum denn wohl Ägypten auch den Zugang zum Gazastreifen kontrolliert. Oder warum die Millionen und Milliarden, die aus Europa in den Gazastreifen gehen, nicht in Infrastrukturmaßnahmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen gesteckt werden, sondern in die Beschaffung von iranischen Raketen. Und wie es wohl kommt, dass das neue iPhone im Gazastreifen früher erhältlich war als in Israel. Und wie die Hamas-Sicht des Interviewpartners sich damit verträgt, dass Israel sowohl den Anschluss des Gazastreifens an das Hochgeschwindigkeitsinternet sicherstellt wie auch an das Stromnetz – von dem Israel den Gazastreifen auch in den letzten Tagen nicht abgeklemmt hat. Und man hätte auch fragen können, wie es denn wohl kommt, dass die Raketen auf die israelischen Zivilisten immer morgens und nachmittags zur Rush-Hour geschickt werden, auf dass man möglichst viele Menschen treffen möchte, die auf den Straßen sind, während Israel alles daran setzt, zivile Opfer zu vermeiden.

Mit Empörung grüßt
T.A.

Eine knappe Stunde später kam folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr T.A.,

vielen Dank für Ihre ausführliche Auseinandersetzung mit diesem Interview. Sooft wir das Thema behandeln, sei es mit unabhängigen Analytikern oder wie in diesem Fall mit Angehörigen einer der beteiligten Volksgruppen, machen wir uns angreifbar.

Der Vorsitzende des Palästina-Forums, das sich für eine binationale Staaten-Lösung und – wie gehört – für Frieden einsetzt, kritisierte eingangs die Raketenangriffe der Hamas, nannte sie “merkwürdig” und sprach davon, dass Israel Gaza abriegele.

Über die ersten beiden Einschätzungen lässt sich streiten, aber sie waren als parteiliche Sicht von vornherein erkennbar. Von “Besatzung” sprach Herr Hajjaj in einem Zusammenhang, der sich nicht allein auf Gaza bezog. Völkerrechtlich trifft diese Aussage leider für einzelne Siedlungsgebiete zu.

Allein Ihre Aufzählung von Fragen hätte den Rahmen eines solchen Gesprächs gesprengt. Einen Konflikt, der seit etwa einhundert Jahren währt, auch nur annähernd treffend zu analysieren, ist auch in Ihren Augen vermeintlich besser qualifizierten Gesprächsrunden nicht gelungen.

WDR2 kann sich nur bemühen, zur Meinungsbildung beizutragen, indem es eben keine Propaganda betreibt, sondern beide Seiten und Dritte zu Wort kommen lässt und kritisch befragt.

Sehr geehrter Herr T.A., solange wir nicht zuhören, prüfen und wägen, bevor wir urteilen, falls wir dazu überhaupt autorisiert sind, werden wir keine qualifizierte
Haltung entwickeln können.
Oder wagen Sie es, den Schuldigen in diesem Konflikt zu benennen?

Beste Grüße,
Salam und Schalom,
Uwe Schulz
WDR2

Wir erkennen die üblichen Muster des „wir sind neutral, betreiben keine Propaganda und benennen keine Schuldigen. Wer’s glaubt
Interessant, dass aus einer Zweistaatenlösung jetzt eine binationale Lösung (=„Einstaatenlösung für zwei Völker“) geworden ist. Vermutlich nur ein Lapsus des Redakteurs, der aber zeigt, dass er mit Begrifflichkeiten etwas lasch bis unwissend umgeht. Dass die „Besatzung“ sich nicht auf Gaza beziehen sollte, war übrigens nicht erkennbar.
Herr Schulz möchte eine „qualifizierte Haltung“ entwickeln, indem er allen Seiten zuhört. Das ist nicht falsch. Das Problem dabei: Er ordnet offensichtlich nicht ein, was er hört und hält offene Lügen und Propaganda der einen für gleichwertig mit Fakten der anderen Seite. Wer nicht überprüft, was er hört, der macht sich zur Partei – auf der Seite der Lügner, Hetzer, Kriegsverbrecher. So wird das nichts mit „Salam und Schalom“.
Der Hörer brachte dem Redakteur in paar Fakten (und er macht etwas Kluges: Er konzentriert sich auf eine Sache aus dem Schreiben des WDRisten):

Sehr geehrter Herr Schulz,

nett, dass Sie antworten oder jemanden aus Ihrem Team antworten lassen.

> Oder wagen Sie es, den Schuldigen in diesem Konflikt zu benennen?

Was den Gazakonflikt angeht, ist es eigentlich nicht schwer: Israel hat den Gazastreifen geräumt. Die Hamas hat anschließend die dortigen Synagogen abgefackelt, die dort noch anwesenden Fatah-Funktionäre massakriert (zum Beispiel vom Krankenhausdach geworfen) und die Christen gleich mit. Und seither rüstet die Hamas auf (mit unseren Steuergeldern), terrorisiert Israels Süden mit Raketenbeschuss, erzieht die Jugend zum Hass (haben Sie mal Hamas-Fernsehen geschaut?) und benutzt Zivilisten als Schutzschild, bevorzugt Kinder.

Und da fragen Sie nach den Schuldigen? Selten in einem Konflikt sind die Rollen so klar verteilt wie beim Gazakonflikt.

> solange wir nicht zuhören, prüfen und wägen, bevor wir urteilen,
> falls wir dazu überhaupt autorisiert sind, werden wir keine
> qualifizierte Haltung entwickeln können.

Hätten Sie das 1942 auch so formuliert?

Mit freundlichen Grüßen

Kann ein WDR-Redakteur diese Fakten akzeptieren? Bringen sie ihn zum Nachdenken?

Sehr geehrter Herr T.A.,

Danke für Ihre Replik.
Ich pflege selbst zu antworten:
Ihre Haltung nehme ich zur Kenntnis.

Als Korrektiv empfehle ich die Stellungnahmen des Politologen Michael Lüders am heutigen Tag im WDR5 Tagesgespräch (Dateianlage)

Auf historische Vergleiche lasse ich mich ungern ein, weil sie stets in die Irre führen. Dann wäre nämlich etwa auch das Jahr 70 n. Chr. eine Referenz, das im kollektiven jüdischen Bewusstsein eine große Rolle spielen soll. Oder das Jahr 1948, als das britische Mandat endete, was wiederum im kollektiven Bewusstsein der Araber eine große Rolle spielen soll.

In jedem historischen Fall hätte ich geraten, sich anzuhören, was beide Seiten zu sagen haben. Das Aufrechnen von Schuld hat in keinem Konflikt der Welt zu dem Frieden geführt, den Sie und ich offenkundig herbeisehnen.

Beste Grüße,
Uwe Schulz
WDR2

Michael Lüders? Oh je, aber das war zu erwarten, denn der darf seine Sülze im WDR ständig ausbreiten. Das Jahr 70, glaubt der Redakteur, spielt keine Rolle im kollektiven Bewusstsein der Juden? Weiß er nichts von  „Masada“ und „Nächstes Jahr in Jerusalem“? Das sind ernst zu nehmende Begriffe und bzw. Redewendungen, die als Folge des „Jahres 70 n. Chr.“ mitnichten keinen Eingang in das jüdische Kollektivbewusstsein fanden. Die Zerstörung des Tempels in diesem Jahr ist integraler Bestandteil des jüdischen religiösen Kalenders sowie jeder jüdischen Hochzeit (dabei wird ein Glas zertreten, zur Erinnerung an die Zerstörung des Tempels im Jahr 70 unserer Zeitrechnung. Das zu ignorieren zeugt von Unwissen oder Ignoranz – oder auch beidem.

„Ihre Haltung nehme ich zur Kenntnis“ ist Code für „Sie reden Mumpitz“. Darüber hinaus hat Herr Schulz nicht ein einziges Fakten-Argument diskutiert. Warum? (Ach ja: „Ich nehme Ihre Haltung zur Kenntnis.“)

Doch zurück zum Mail-Austausch; T.A. reagierte noch einmal:

Sehr geehrter Herr Schulz,

danke für Ihre Mail.

>Ich pflege selbst zu antworten:

Das ist sehr löblich; da es noch während Ihrer Sendezeit war, dass Sie geantwortet haben, hätte ich eine Mithilfe aus Ihrem Redaktionsteam auch nicht für verwerflich gehalten.

> Als Korrektiv empfehle ich die Stellungnahmen
> des Politologen Michael Lüders am heutigen Tag
> im WDR5 Tagesgespräch

Vielen Dank für den Link auf die MP3-Datei. Als Korrektiv für was? Schon in der Anmoderation sagt Ihr Kollege: “Israel beschießt Ziele im Gazastreifen und die Hamas feuert Raketen auf Israel.” Schon da werden die tatsächlichen Zusammenhänge verkehrt. Der sachlich einzig korrekte Satz wäre doch: “Verstärkt seit Oktober feuert die Hamas Raketen auf Israel, und seit einigen Tagen geht Israel zum Schutz seiner Zivilbevölkerung gegen diese Terroristen vor.”

Es ist teilweise unerträglich, dass einem schlecht wird, was von Hörern, aber auch Ihrem “Experten” geäußert wurde; erst kurz nach der Mitte der Datei stellt ein anderer Hörer zurecht fest, dass das Israel-Bashing unerträglich sei und dass die Hamas das Existenzrecht Israels anerkennen müsse. Und was sagt Ihr Experte? Dass die PLO 1988 das Existenzrecht Israels anerkannt habe. Schön, aber unerheblich, da im Gazastreifen die Hamas regiert. Bitte, Herr Schulz, lesen Sie doch gelegentlich die Hamas-Charta.

> Oder das Jahr 1948, als das britische Mandat endete,
> was wiederum im kollektiven Bewusstsein der Araber
> eine große Rolle spielen soll.

Genau, 1948, das war das Jahr, als ein arabischer Staat hätte gegründet werden können. Die Araber in Palästina haben es nur abgelehnt, diesen Staat zu gründen, da sie mehr wollten – und sind direkt vereint über den neugegründeten Staat Israel hergefallen. Gut, dass Sie daran erinnert haben.

> In jedem historischen Fall hätte ich geraten,
> sich anzuhören, was beide Seiten zu sagen haben.
> Das Aufrechnen von Schuld hat in keinem Konflikt der Welt
> zu dem Frieden geführt., den Sie und ich offenkundig herbeisehnen.

Im Falle einer Terroristentruppe, die seit Jahren den Süden Israels mit Raketen beschießt, ist die Sachlage allerdings relativ einfach.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mantra der Israelfeinde, die sich als um den Staat Israel Besorgte geben: „sich anzuhören, was beide Seiten zu sagen haben“. Noch einmal: Hören ist ja schön und gut. Aber wer das Gehörte nicht einordnet, wer es als „gleich wahr“ hinnimmt, ohne sich darüber Gedanken zu machen und es mit Fakten der Geschichte abzuwägen und zu beurteilen, der macht sich schuldig – der Ignoranz, der indirekten Mittäterschaft. So ist es kein Wunder, dass die gesamte Berichterstattung des WDR sich einseitig gegen Israel richtet. WDRisten dürfen nicht Partei für Israel sein. Sie geben sich neutral, sind aber maximal äquidistant (selbst das nur zum Teil), was dazu führt, dass Israel immer schlecht wegkommt. Und dann brüsten sie sich, sie seien sachlich, fair und anerkannter Standard. Weil die Hörerschaft ihnen ihre Unwahrheiten glaubt; wie auch anders, wenn die Medien sich weitgehend selbst gleichgeschaltet haben und das Bundesland Nordrhein-Westfalen den WDR als Rundfunk-Monopolisten die Radiolandschaft allein beherrschen lässt.

Die Propaganda-Abteilung der Terroristen in Köln

20. November 2012 um 7:32 | Veröffentlicht in Europa+Nahost, Medien+Nahost, WDR | 6 Kommentare

WDR2, 7:10 Uhr: Interview mit miteinem Menschen vom „Palästina-Forum“ aus Bonn – der Moderator gibt den Stichwortgeber für den Araber. Der behauptet allen Ernstes und unwidersprochen, er finde die Raketen auf Israel falsch, weil das nach hinten losgeht, aber:

- Die Hamas-Raketen auf Israel sind ein Hilfeschrei der Bevölkerung wegen der unhaltbaren, menschenverachtenden Zustände im Gazastreifen.

- Der Gazastreifen ist abgeriegelt, es gibt nur einen Übergang nach Ägypten, der auch nur zeitweise offen ist (das ist also auch Israels Schuld)

- Der Gazastreifen ist besetzt.

- Für die hohe Arbeitslosigkeit ist Israel verantwortlich.

usw. und so fort. Der Moderator gibt –wie gesagt – die Richtung vor, daher ist er nicht in der Lage einmal die Frage zustellen, wieso der Hamasterror ein „Hilfeschrei“ der Bevölkerung(!) sein soll. Er ist auch zu ideologisiert, um zu fragen, warum die Miliarden Hilfsgelder nicht in die wirtschaftliche Entwicklung und Infrastruktur gesteckt werden, sondern in Grad- und Fajr-Raketen. Er ist nicht fähig Ursache und Wirkung auseinander zu halten.

Was soll man angesichts solcher Verbohrtheit noch sagen? Dass der WDR das Propagandamaul der Terroristen ist.

Wenn die Qualitätsjournaille über die USA „informiert“

15. September 2011 um 15:09 | Veröffentlicht in Deutschland, Europa-USA, USA, WDR | 17 Kommentare
Schlagwörter: ,

WDR2, heute Morgen zwischen 6 Uhr und 6.30 Uhr: Aus den USA kommt die Nachricht einer Nachwahl in New York, bei der ein Republikaner gewonnen hatte. Es wurde nicht gesagt, dass das eine Wahl zum Repräsentantenhaus war (und nicht zum Senat); es wurde auch nicht gesagt, warum diese Wahl sein musste (der bisherige Vertreter, ein Demokrat, hatte übers Internet Nacktfotos von sich selbst an weibliche Fans verschickt). Aber es wurde festgestellt, dass das ein sehr besonderes Ergebnis war: Seit rund 100 Jahren hatten in diesem Bezirk nur Demokraten die Wahlen gewonnen, Republikaner waren von Haus aus ohne Chance. Aber jetzt ist das auf einmal anders.

Was das bedeutet, kann kaum extrem genug beschrieben werden. Es ist mehr als ein Erdrutsch, mehr als eine Revolution. Das ist ungefähr so, als hätte Bayern zur Zeit von Franz-Joseph Strauß von einem Tag auf den anderen die CSU marginalisiert und der SPD eine Zweidrittel-Mehrheit beschert (von der Färbung her umgekehrt). Oder so, als hätte Wowereit in Berlin immer alle Schwulen auf seiner Seite gehabt und von denen würde auf einmal keiner mehr den Wowi wählen.

Dieser Katastrophe der Demokraten versucht also jetzt der Korrespondent des WDR (bzw. der ARD) zu erklären. Von der Moderatorin wurde er gut vorbereitet; die sprach vom tollen Obama und den klugen und weisen Reden, die der Superpräsi immer hält. Wieso – so die ungläubige Problemformulierung (wenn auch mit anderen Worten) – bekommt der jetzt eine solche Klatsche?

Der Korrespondent weiß es: Die Amerikaner trauen ihm nicht mehr zu, dass er die Wirtschaft wieder auf die Reihe bekommt.

Exkurs: Wir „wissen“ ja alle, dass das nicht Obamas Schuld, sondern nur sein Problem ist, denn er hat ja die Schulden von Bush geerbt – so erst am Wochenende von der Qualitätsjournaille wieder durch den Äther gejagt. Dass Obama in zweieinhalb Jahren Regierung mehr Schulden gemacht hat als seine drei Vorgänger zusammen – geschenkt. Das ist immer noch und ausschließlich Bush schuld. Andere Szenarien gelten nicht, erst recht nicht, wenn man den Jüngern des Obamessias vorhält, dass die Republikaner diese Schulden ihres Idols nicht mitmachen wollten und dass der ein finanzpolitischer Irrläufer ist.

Sie trauen es ihrem Präsidenten nicht mehr zu. Und warum? Ganz einfach, es gibt von links immer nur einen Grund, dass „Rechte“ gewählt werden: Rassismus. Die Karte spielt Obama mit seiner Truppe immer wieder und unsere Qualitätsjournaille hat gelernt sie auch zu nutzen. Der Herr Korrespondent weiß: Dass der Republikaner in New York diesen Sieg davon trug, liegt daran, dass die Amerikaner halt Rassisten sind. Niemand sagt es offen, aber einen schwarzen Präsidenten wollen sie eben nicht. Sie wollen einen weißen Präsidenten. Deshalb steht Obama so schlecht da.

Das ist die leider außerordentlich typische Welterklärung von links. Schuld sind immer die anderen, selbst hat man keine tatsächlichen Fehler gemacht; vielleicht in der Selbstdarstellung, vielleicht in der Vermittlung der eigenen Heilmittel. Aber dass die eigene Politik an sich fehlerhaft sein könnte, liegt für diese Koryphäen außerhalb des Möglichen. Dass die Wähler in New York einfach von der unmöglichen Politik des ersten „schwarzen“ Präsidenten die Schnauze voll haben könnten, kann nicht sein, seine Schlappen müssen bösartige Gründe haben, die bei der anderen Partei oder eben beim unmöglichen Wahlvolk liegen.

Was der Herr Korrespondent dabei offensichtlich nicht mitbekam: Wenn er „den Amerikanern“ solch üblen Rassismus unterstellt, dann sagt er damit aber, dass die Wähler der Demokraten die Rassisten sind, denn schließlich waren sie es, die dem Kandidaten der Demokratischen Partei die Niederlage bereiteten, indem sie sich dem der Republikaner zuwandten. Ausgerechnet die Minderheiten, die Arbeiterklasse und die Unterschichtleute, die in Queens und Brooklyn wohnen, immer stramme Demokraten, sind jetzt plötzlich zu Rassisten geworden, weil sie den Schwarzen nicht im Amt haben wollen? Als hätte es – neben den Sex-Skandalen der Demokraten – nicht genügend andere Themen gegeben, bei denen die Demokraten versagen und die Leute die Versager abstrafen. Nein, es kann nur einen Grund geben.

Die von unseren Medien vermittelte Monokausalität der Vorgänge in den USA ist schon heftig. Aber das geschieht halt, wenn diese Herrschaften Qualitätsjournalisten sich nur da informieren, wo sie zu hören bekommen, was sie hören wollen. Wer sich nur mit der New York Times, der Washington Post und ähnlichen Zeitungen abgibt, die politischen „Analysen“ von CNN übernimmt und sich ansonsten von Parteigängern der US-Demokraten sein Wissen vermitteln lässt, weil z.B. Fox News ja ein böses, rechtsradikales Dingen ist, das eigentlich verboten gehört, der hat ein Problem – er befindet sich mindestens so weit weg vom Volk wie die entsprechenden Medien und Politiker.

Wir kennen das aus Israel. Von dort „berichten“ unsere Elite-Journalisten ebenfalls weitgehend auf Grundlage dessen, was sie aus Medien und von Gruppen bzw. Personen erfahren, die zwar als Elite gelten, aber einfach nur am – linksextremen – Rand herumdümpeln, ohne irgendeine Repräsentativität beanspruchen zu können. Meist gelten sie in der Darstellung unserer Medien trotzdem als repräsentativ für Israel (besser: „das wahre Israel“) und wenn das dann doch zu unglaubwürdig wird, als „Gewissen“ Israels. Mit der Wirklichkeit hat das weniger zu tun als Batman mit tatsächlicher Verbrechensbekämpfung.

Was ist mit der „grünen“ Politik des Supermanns? Er versenkte nur 19 Milliarden Dollar in die Industrie mit den grünen Arbeitsplätzen; diese schaffte sage und schreibe 3.545 neue Jobs – das ist eine Subvention von mehr als $5 Millionen pro Arbeitsplatz und dann kommen Dinger bei raus wie die Pleite von Vorzeigefirmen. Ist es Rassismus, das für eine verfehlte Politik zu halten? Wie viele Vorzeigeprojekte des Superpräsi inzwischen in die Hose gegangen sind, weil die mit Unmengen Steuergelder versorgten Firmen insolvent sind oder ihr Produktion und Dienstleistungen ins Ausland auslagerten, kann ich inzwischen nicht mehr zählen. Ebenso zahlreich sind die Gelegenheiten, bei denen Obama Patrioten vor den Kopf stieß (die soll es ja auch bei denen geben, die ihn 2008 wählten). Wie stark sich viele vom erstarken der Gewerkschaftsmafia abgestoßen fühlen und unter dieser leiden, ist auch noch nicht eruiert. Was der Mann im Weißen Haus sich sicherheitspolitisch an Unsinn leistet, spricht Bände.

Es gibt derart viele Gründe, Obama als Präsidenten nicht haben zu wollen, dass seine Hautfarbe nun wirklich absolut keine Rolle spielt. Die Republikaner haben ihn immer mit seinen politischen Fehlleistungen angeschossen; sie haben eine Dummheit nach der anderen genutzt, die dieselben Medien, die bei Bush böswillig mit dessen Versprechern umgingen, verschweigen, angefangen von seiner Behauptung, er habe in 57 (Bundes-)Staaten Wahlkampf gemacht über Fehlleistungen in Sachen Fakten der Geschichte bis hin zu anmaßenden Vergleichen mit Vorgängern (z.B. Ronald Reagan). Was Obama an Falschem und Strunzdummem von sich gegeben hat, waren keine Versprecher, sondern schlichte Blödheit des Präsidenten und seiner Mitarbeiter.

All das weiß der deutsche Michel nicht, weil die Qualitätsmedien – insbesondere auch Zwangsgebührensender – es ihm vorenthalten. Weil in Deutschland Kritik an Obama gleich immer das ist, was die Obamanisten in den USA draus machen wollen: Rassismus. Dabei zeigt sich schon in der Körperhaltung dieses Mannes viel von dem, was ihm anzukreiden ist: grenzenlose Arroganz und Hochmut, fehlende Empathie und fehlendes Verständnis für den Normalbürger. Zwei Bilder aus den Feierlichkeiten zum Gedenken an die 9/11-Anschläge zeigen die Welten auf, die schon rein menschlich zwischen Obama und seinem verteufelten direkten Vorgänger liegen:

Das erste zeigt die beiden während eines Gebets bei einer Gedenkveranstaltung:

Bush neigt den Kopf, Obama nimmt seine typische Pose ein: Die Nase oben, keinerlei Demut oder Respekt in der gesamten Haltung. Dieser Typ beugt sich nur vor Tyrannen wie dem König von Saudi-Arabien – und dann als Bückling so tief, dass er denen die Schuhe lecken kann.

Das zweite bei der Begegnung mit Familienangehörigen von 9/11-Opfern:

Kann sich jemand vorstellen, dass Obama einen Menschen einfach so in den Arm nimmt?

Unsere Medien würden es schaffen Bush seine Volksnähe noch anzukreiden und Obamas aufgesetzter Schein-Anteilnahme Echtheit zu attestieren. Also überall das Gegenteil aus dem zu machen, was es ist, so wie sie seine Reden als „klug“ bezeichnen. Das sind sie nicht; er kann die Leute mitreißen, aber inhaltlich sind sie Schrott. Um ein ganz übles Beispiel anzuführen: Goebbels hatte die Leute im Berliner Sportpalast im Februar 1943 auch mitgerissen. Inhaltlich war diese Rede grausig und nicht akzeptabel.

„Israel schießt trotz Waffenstillstand“

9. April 2011 um 9:42 | Veröffentlicht in Medien+Nahost, WDR | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: ,

WDR2-Nachrichten um 9 Uhr:

- Israel griff in der Nacht den Gazastreifen weiter an
– Tote und Verletzte werden gezählt
– und das trotz eines von der Hamas ausgerufenen Waffenstillstands!

Bah, was sind das mörderisch böse Israelis! Brechen sogar den Waffenstillstand und halten sich an nichts!

Kein Wort davon, dass die „Waffenruhe“ von den Terrorgruppen im Gazastreifen nicht eingehalten wurde: Zwei (die „Volkswiderstandskomitees“ und der „militärische Arm“ der DFLP) haben demonstrativ verkündet, sie könnten und würden den „Waffenstillstand“ nicht einhalten. Mal ganz abgesehen davon, dass weiter Mörser und Raketen nach Israel flogen.

Ganz am Ende hört man dann noch, dass die Israelis auf den Beschuss eines Schulbusses reagierten. Natürlich werden israelische Angaben nicht als Tatsachen vermeldet, wie es bei den Daten zum Gazastreifen geschieht; die Angaben der Terroristen werden nicht als solche, sondern als Fakt geführt, während bei israelischen Angaben „soll“ das beliebteste Verb ist.

Mit dieser Art der Nachrichtenverkündung stellt sich der WDR noch unter das Niveau der Berichterstattung der ARD auf tagesschau.de – dort werden wenigstens umfangreichere Angaben zu den arabischen Terroraktivitäten gemacht, wenn auch ansonsten die Folgen israelischer Militärschläge besonders ausführlich in den Vordergrund gerückt werden. Sie sind ja soooo neutral:

In den vergangenen drei Wochen hatte die Gewalt zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gazastreifen deutlich zugenommen. Insgesamt wurden 24 Palästinenser getötet und mehr als 50 verletzt. Im gleichen Zeitraum gab es bei Raketenangriffen auf Israel mehrere Verletzte.

Kein Wort davon, dass die arabischen Terroristen die Schlagzahl ständig erhöhten. Und die Opfer-Zählung sagt auch nichts darüber, dass die (relativ) geringen Schäden in Israel nicht das Ziel waren, sondern die Terroristen ihren Judenmord nur nicht so gut ausüben konnten, wie sie wollten und hofften. Eine solche „Berichterstattung“ vermittelt dem Leser einen falschen Eindruck: Die Israelis schießen massiv und töten, während die Gazaner ziemlich harmlos sind. Weil ja nur Sachschaden oder Verletzte entstehen, während es bei den Arabern jede Menge Tote gegeben hat. Da muss ja Israel schlimmer sein. Unabhängig davon, dass die IDF versucht nur Terroristen zu erwischen, während die Angriffe der Terroristen sich so ziemlich immer gegen Zivilisten richten. Intention spielt für die deutsche Qualitätsjournaille keinerlei Rolle – außer man kann den Juden etwas unterstellen!

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder einen kostenlosen Blog – auf WordPress.com!. | The Pool Theme.
Entries und Kommentare feeds.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 508 Followern an

%d Bloggern gefällt das: