Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (17.-23.08.2014)

17. August 2014 um 21:24 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 17.08.2014:

Die Hamas forderte zur Ausweitung der Terroranschläge in Jerusalem, Judäa und Samaria auf. Damit solle der Krieg des Gazastreifens gegen Israel unterstützt werden.
Weitere Drohung: Der nächste Krieg wird nicht im Gazastreifen stattfinden, sondern in Aschkelon.

Als Geste des Guten Willens hat Israel schon vor einer Waffenstillstandsregelung die Fischerei in einer Dreimeilenzone vor der Küste von Gaza wieder gestattet, die nach Beginn der Kämpfe am 8. Juli untersagt worden war.

24 illegal im Land befindliche PA-Araber wurden verletzt, als sie in ihrem Fahrzeug einem Streifenwagen entkommen wollten und der Fahrer die Kontrolle darüber verlor. Der Fahrer selbst entkam, die Verletzten wurden in eine Krankenhaus gebracht.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die Hamas will auf dem Bau eines Flughafens und eines Seehafens bestehen.
Für Netanyahu ist die Operation „Fels in der Brandung“ noch nicht vorbei, weil noch keine Regelung gefunden ist, die zu Ruhe führt. Eine klare Antwort auf Israels Sicherheitsbedürfnis ist Grundvoraussetzung für eine Verständigung.
– Die (indirekten) Gespräche in Kairo werden heute Abend wieder aufgenommen.

Montag, 18.08.2014:

Vor dem (anstehenden) Ende der Waffenruhe bereitete sich die IDF auf eine eventuelle Wiederaufnahme der Kämpfe vor.

Die IDF riss die Häuser zweier der Entführer und Mörder der drei israelischen Teenager ab; das Haus des dritten wurde versiegelt.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die Gespräche in Kairo wurden heute wieder aufgenommen. Nach Aussage eines Hamas-Führers wurden sie bei Null wieder aufgenommen. Dieser behauptete vorab nicht nur, dass Netanyahu den ägyptischen Vorschlag abgelehnt, sondern auch 10 Ergänzungen vorgelegt habe. Als überhaupt kein Hindernis gilt nach ihm dagegen, dass die Terrorgruppen selbst „Ergänzungen“ einreichten. Außerdem habe Netanyahu den Krieg begonnen und ihn verloren. Eine dritte Verlängerung der Waffenruhe werde es nicht geben. (Eine arabische Zeitung berichtet allerdings, die Hamas werde nicht wieder schießen.)
Ägypten und Norwegen versammeln mögliche internationale Spender für den Wiederaufbau des Gazastreifens in Kairo. Die Gelder sollen an Abbas überwiesen werden.
– PA/Hamas-Ergänzungen/Veränderungen am ägyptischen Vorschlag: Bei der Einstellung der Angriffe aus dem Gazastreifen auf Israel wird die Einstellung des Baus von Terrortunneln nicht mehr genannt; zwischen Gaza und „Westbank“ soll unkontrollierter Handel möglich sein; von Israel wird indirekt gefordert die Gehälter der Hamas-Terroristen zu bezahlen, die im öffentlichen Dienst arbeiten; die Pufferzone soll nicht nur abgeschafft, sondern die Grenze auch nicht mehr von PA-Truppen gesichert werden; die freie Zone vor der Küste soll auf 12 Seemeilen ausgedehnt werden; die Einfuhr von Baumaterial in den Gazastreifen soll ohne jede Aufsicht erfolgen (was den Transfer wie die Verwendung angeht); Israel soll alle nach der Entführung der der jüdischen Teenager eingeführten Regelungen in Judäa und Samaria zurücknehmen und alle seitdem Inhaftierten sowie die 4. Gruppe der Häftlinge entlassen, die wegen des Abbruchs der Friedensgespräche nicht frei gelassen wurden. Zudem sollen die Leichen zweier Soldaten erst an Israel zurückgegeben werden, wenn Terror-Häftlinge freigelassen werden.
Eine Seltenheit: Während die EU fordert die Terrorgruppen zu entwaffnen, hat die US-Administration sich zu dieser Forderung immer noch nicht durchringen können, sondern „überlegt“ noch.
Mahmud Abbas flog nach Qatar, um mit Khaled Meschaal und dem Emir von Qatar zu sprechen. (Der Emir von Qatar ist einer der Hauptsponsoren der ISIS und er Hamas.)
– Anders als die Hamas lässt ein PIJ-Vertreter wissen, dass die Waffenruhe wohl fortgesetzt wird, auch wenn es noch keine Einigung gibt.
Ein PA-Unterhändler sagt, er habe die ägyptische Seite in formiert, dass es eine Einigung gibt und man jetzt auf die Entscheidung der israelischen Regierung warte. Es sei ein Rahmen gefunden worden, bei dem die Klärung einiger Fragen auf später verschoben wurde.

Dienstag, 19.08.2014:

Mehrere tausend Menschen fliehen aus dem östlichen Gaza-Stadt aus Angst vor israelischen Angriffen.

In mehreren israelischen Orten wurden die öffentlichen Luftschutzbunker geöffnet und die Notfallmaßnahmen eingeleitet, u.a.: Rishon LeZion, Aschkelon, Kiryat Gat, Rehovot, Ramat Gan, Giv‘atayim; das Heimatfront-Kommando befahl am Abend die Öffnung aller Schutzräume.

Im israelischen Kabinett bestand absoluter Konsens für eine heftige Antwort auf den Raketenterror.

In der offiziellen Zeitung der PA behauptete ein regelmäßiger Kolumnist, Israel habe die Entführung und Ermordung der drei Jugendlichen erfunden, um den Gazastreifen und die „palästinensische Einheit“ angreifen zu können.

Ein ehemaliger israelischer General schlug vor, dass die IDF nicht zurückschießt, sondern dass dem Gazastreifen weder Strom noch Wasser geliefert werden sollte. „Du versorgst niemanden, der auf dich schießt.“

Die Hamas prahlt damit am Abend 5 M75 und Fajr5-Raketen auf Zentralisrael geschossen zu haben.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Am Montagabend bestätigte Israel, dass die Waffenruhe um 24 Stunden verlängert wird.
– Ein israelischer Teilnehmer der Gespräche sagte, die Behauptung der PA zu einem signifikanten Durchbruch sei falsch.
– Ein Vertreter des PIJ sagte, man sei bereit eine Vereinbarung zu unterschreiben, „aber nicht um jeden Preis“.
Angeblich sollen Israel und die USA heimlich eine Lockerung der Gaza-Blockade vereinbart haben. Zudem soll Israel auf die Forderung der Entwaffnung der Terrorgruppen verzichtet haben.
Weil die Terroristen Raketen schießen, gab Netanyahu Anweisung den Gazastreifen anzugreifen und die Unterhändler aus Kairo abzuziehen.
– Die Ägypter sollen nach dem Beginn der Raketenangriffe versucht haben die Gespräche zu retten.
Hamas: Wir wollten eine Vereinbarung, aber es gab keine Fortschritte.
– Ein Regierungsvertreter in Jerusalem sagte, die Gespräche in Kairo brachen infolge des Raketenfeuers zusammen.
– Die israelischen Gesprächsteilnehmer wurden nach Beginn des arabischen Raketenterrors am Nachmittag aus Kairo abgezogen.
– Die PA-Delegation verkündete, dass die Gespräche in Kairo auch ohne den Bruch der Waffenruhe in festgefahren waren.
– Aus dem US-Außenministerium verlautet, dass die Hamas für den Bruch der Waffenruhe verantwortlich ist.
Die Hamas behauptet natürlich Netanyahu sei für den Zusammenbruch der Gespräche in Kairo verantwortlich.
Ein führendes Hamas-Mitglied der Palästinenserdelegation in Kairo ließ am Abend wissen, eine Verlängerung der Waffenruhe sei sinnlos.

Westliche Friedens- und Palästinenserfreunde

17. August 2014 um 17:14 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Karika-Tour | 3 Kommentare
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Was unterstützt Europa?

17. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Europa+Islam | 8 Kommentare
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Obama kloppen

17. August 2014 um 14:20 | Veröffentlicht in Karika-Tour, Satire/Humor, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Von einem Franzosen muss sich Obama Anstand beibringen lassen: „Wenn Leute sterben, musst du den Urlaub abbrechen“, schimpfte der Außenminister Fabius über Obama, der wieder einmal Ferien macht statt Politik. Fabius war im Irak. Obama fuhr nach Martha’s Vineyards (Golf spielen).

„Obama hat so eine Art Kriege zu beginnen, wenn er im Urlaub ist“, schreibt Daniel Greenfield auf seinem Blog Sultan Knish am 14.08.14. Und dann zählt er auf: Gaddafis Libyen, … und jetzt die Bombardierung der ISIS-Mörderbanden. Und fährt fort: „In Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien machte Obama aktiv den Eindruck, dass er sich von jedem Krieg distanzieren wollte, während er das Leben von Amerikanern riskierte. Direkt vor eine Krise Washington zu verlassen (um in Urlaub zu fahren) ist eine seiner Arten jegliche Verbindung zu diesem Krieg zu umgehen. Zur Siegesfeier wird er auftauchen und tanzen, aber wenn es schlecht läuft streitet er seinen Anteil am Krieg ab… Wenn ISIS besiegt wird, dann wird Obama vergnügt aus dem Urlaub zurückkommen, um die Lorbeeren dafür einzustreichen. Seine immerwährender Wahlkampf wird Erinnerungstassen und -T-Shirts verkaufen. Wird ISIS nicht besiegt, wird sich herausstellen, dass Bush sich ins Weiße Haus geschlichen und die Luftangriffe auf ISIS befohlen hat, während Obama in Martha’s Vineyards Golf spielte.

Kommentare zu den Golf- und Urlaubskriegen

Obama_Golf+Feuer

Obama_golf-politiker

Obama_make-bush-look-better

Noch ein Prinzip der Politik Obamas:

„Nichts ist mein Fehler, verstanden!?“

Außenpolitisches:

Nein, er wird sich nicht in einen weiteren Krieg hineinziehen lassen – schon gar nicht vom „Islamischen Staat“…

Stoff für’s Hirn

17. August 2014 um 10:28 | Veröffentlicht in Lesen! | Hinterlasse einen Kommentar

Das „eines der dichtest besiedelten Gebiete der Erde“ – hat reichlich viel offenes Gelände, das die Terroristen aber für ihren Krieg nicht nutzen. Alan Dershowitz fragt, warum. Daniela Marcus hat’s übersetzt.

Unsere geistige Elite – ein Trupp „Kulturschaffender“ – hat einen offenen Brief zum „Krieg in Gaza“ veröffentlicht. Eran Yardeni schreibt, was das für ein boshaft-idiotisch einseitiger Schwachsinn ist.

Ulrich Sahm beschreibt ein paar Realitäten in Sachen Gazastreifen und „humanitäre Katastrophe“, die von der Hamas hausgemacht und bewusst herbeigeführt worden ist.

Dann beschreibt er ein paar Realitäten zur Wahrnehmung und Darstellung des gesamten Nahost-Konflikts bei uns.

Ulrich Sahm hat sich auch mit dem Sprachgebrauch unserer führenden Qualitätsmedien beschäftigt. Veröffentlicht wurde das im Weser-Kurier (und der könnte ruhig mal ein Lob dafür bekommen).

Eine präzise Einordnung des Charakterschweins Jürgen Todenhöfer.

Ein seltener Text in den Mainstream-Medien (warum wundert es nicht, dass es in einem Blatt des Springer-Verlags veröffentlicht wird?): Die dubiose Rolle der UN im Gazastreifen.

Die Israelhasser und selbst erklärten -freunde schwafeln gerne davon, dass der Gazastreifen von Israel besetzt sei. Welcher Blödsinn das ist, hat Alan Dershowitz aufgeschrieben, aro1 hat die Übersetzung.

Kann man sich rot im Kalender anstreichen: Eine deutsche Zeitung (der Bayernkurier) drückt nicht auf die Tränendrüse, sondern schildert die Reichen der Hamas im (und außerhalb des) Gazastreifens. 1.200 Millionäre hat die Terrororganisation.

Ein ganz persönlicher Versuch in Berlin – ein Mann hatte eine deutsches und eine israelisches Fan-Fähnchen am Auto.

Nicht zum ersten Mal stellt Oberst Richard Kemp klar, was von einigen Behauptungen über Israel und seinen Kampf gegen die Terroristen zu halten ist. Die Audiatur-Stiftung hat eine Übersetzung.

Eran Yardeni listet ein wenig von dem auf, was Prof. William Shabas als Leiter (oder überhaupt Mitglied) der „Ermittlungskommission“ der UNO zu den angeblichen Kriegsverbrechen Israels im Gazakrieg völlig disqualifiziert.

Es fällt mir schwer es zuzugeben, aber Alan Posener hat doch mal wieder etwas Gutes geschrieben – über den Antisemitismus in Deutschland und wie Linke damit umgehen (oder auch nicht).

Nach Anleitungen, wie man Nahostexpert werden kann, gibt es jetzt auch eine zur „Kunst des unsachlichen Argumentierens“.

Den Nahen/Mittleren Osten zu begreifen scheint arg schwierig zu sein. Ausgerechnet in Ha’aretz erschien ein Artikel, der Linke aufforderte sich die Region richtig anzuschauen und eine realistische und anständige Haltung Israel gegenüber zu gewinnen. Daniel hat ihn übersetzt.

Geld für den Gazastreifen

16. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Klartext | Hinterlasse einen Kommentar
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DryBones, 13. August 2014

Keiner weiß, was aus dem Waffenstillstand wird – aber es wird schonmal fleißig Geld gesammelt, das wieder in den Gazastreifen gepumpt werden soll…

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