Gerd Buurmann: In welcher Stadt…

20. Juli 2014 um 10:37 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa, Europa+Islam, Europa+Nahost, Muslime | Hinterlasse einen Kommentar
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wurden diese Fotos aufgenommen?

Paris07-2014

Antwort: Paris, Juli 2014.

DAS ist (auch) das Bild von Muslimen im Westen, von angeblichen Unterstützern der Palästinenser – die eigentlich nur ihren Judenhass und ihren Hass gegen die Gesellschaften, in denen sie leben, ausleben. Diese Fotos geben uns einen Eindruck, was passiert, wenn wir diese Sorte Muslime machen lassen, was sie wollen: Das sind Aufnahmen von Ereignissen, die NACH einem Verbot „pro-palästinensischer“ Demonstrationen entstanden! Sich an Recht zu halten ist für diese Leute haram. Recht zu respektieren, andere Menschen zu respektieren – ist haram. Und haram heißt: Nicht beachten, dran halten ist verboten, muss bekämpft werden (physisch!), da muss Verheerendes entstehen.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (13.-19.07.2014)

13. Juli 2014 um 22:18 | Veröffentlicht in Araber, die Welt+Nahost, EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, USA | 3 Kommentare
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(Die einzelnen Vorkommnisse sind hier.)

Sonntag, 13.07.2014:

Seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien haben die Terroristen mehr als 1.000 Raketen auf Israel geschossen.

Die Raketeneinschläge bei Hebron von gestern wurden von Arabern dort frenetisch gefeiert. Und auch in Israel gab es Araber, die die Sirenen ignorierten und hupend-feiernd durch die Gegend fuhren, als hätten sie gerade die Fußballweltmeisterschaft gewonnen. (Arutz-7 berichtet, dass viele Einwohner von Hebron auf die Dächer stiegen, um die Raketen zu sehen, dann aber enttäuscht waren, dass es in Tel Aviv nicht knallte.)

Die Fatah (Friedenspartner!) veröffentlicht gerne mal Videos, mit denen sie sich als Terrororganisation offenbart. Gerade fordert eines „Tel Aviv niederzubrennen).

Unter Vermittlung Ägyptens bot Israel letzte Woche der Hamas eine 40-stündige Waffenruhe „zum Abkühlen der Lage“ an. Die Hamas lehnte ab. (Dennoch wird Israel beschuldigt, keinen Waffenstillstand zu wollen – von der PA wie der Hamas!)

Die Einwohner des nördlichen Gazastreifens folgen den israelischen Warnungen und verlassen die Gegend. Die UNRWA hat Schulen geöffnet, die als Notunterkünfte dienen. Etwa 850 Palästinenser mit anderen Staatsbürgerschaften reisen über den Übergang Erez aus dem Gazastreifen aus. Die Hamas versucht die Menschen zum Bleiben zu animieren und behauptet, Israel betreibe lediglich psychologische Kriegsführung, ein Angriff sei nicht zu erwarten, man werde die Leute rechtzeitig warnen, sollte doch einer kommen.

Montag, 14.07.2014:

Stand 13:30 Uhr: Seit dem 8. Juli sind 38 im Gazastreifen abgeschossene und für Israel gedachte Raketen noch innerhalb des Strips eingeschlagen und haben die eigene Bevölkerung gefährdet (oder sogar geschädigt).
Innerhalb der letzten 6 Tage schossen die Terroristen mehr als 971 Raketen auf Israel – das sind mehr als 161 pro Tag.
Gestern waren es 130 Raketen – etwa ein alle 10 Minuten.
Die IDF griff 204 Terrorziele an; 12 Terroristen wurden getroffen.

Bilanz 17:30 Uhr: Die IDF hat bisher heute mehr als 100 Terrorziele beschossen; seit Beginn der Kampfhandlungen wurden somit 1.535 Ziele eliminiert. Zu den Zielen heute gehörten 33 Abschussrampen, 8 Raketenwerkstätten, 4 als Kommandoposten genutzte Privathäuser und 7 Terrortunnel. Darüber hinaus beschoss die Marine mehrere Abschussorte für Mittelstreckenraketen.
Die Terroristen schossen in der Zeit seit letzten Montag mehr als 1000 Projektive Richtung Israel; von diesen wurden 201 vom Abwehrsystem abgefangen, 745 schlugen auf israelischem Boden ein. (das bedeutet, das eine ganze Reihe noch im Gazastreifen explodierten und man nicht weiß, welchen Schaden sie dort anrichteten.)

Der Chef des Palästinensischen Islamischen Jihad, nach eigenen Worten in ständigem Kontakt mit Ismail Haniyeh, lehnte eine Waffenruhe zu Israels Bedingungen ab. Israel müsse die Blockade aufheben und die Übergänge öffnen.

Die Hamas ließ wissen, dass sie an einem Waffenstillstand nicht interessiert sei, außer Israel erfüllt alle ihre Forderungen (sprich: kapituliert).

Arbeiter der Israeli Electric Company in Schutzkleidung wurden bei Reparaturen nahe des Gazastreifens gesehen. Die IEC gibt aber an, dass nur die Stromversorgung für Israelis wiederhergestellt wird, nicht für den Gazastreifen.

Steinmeier ist in Jordanien. Er hatte der Hamas etwas zu sagen, während sein jordanischer Kollege darauf konzentrierte Israel zu verurteilen. Dem trat Steinmeier nicht entgegen, redete dafür – eigentlich zusammenhanglos, weil für die aktuellen Kämpfe irrelevant – das alte Mantra der Zweistaatenlösung vor sich her.

Hoffentlich bekommt er keinen Ärger: Der Mukhtar (religiöse Führer) des Jerusalemer Stadtteils Sur Baher pries Israel dafür, dass es seine arabische Bevölkerung und die Al-Aqsa-Moschee so gut gegen die Raketen der Hamas verteidigt.

Aus den USA kam die Warnung, Israel solle nicht in den Gazastreifen einmarschieren; das würde zu viele Zivilisten gefährden.

François Hollande großzügig: Israel kann sich verteidigen, wenn es angegriffen wird. Und dann wird sofort eingeschränkt – es soll gefälligst Zurückhaltung üben.

Dienstag, 15.07.2014:

Die IDF installierte Montagabend die insgesamt neunte Batterie Eiserne Kuppel.

Raketenzähler: Innerhalb von einer Woche haben die Terroristen 1.088 Raketen auf Israel geschossen (stand Montagabend). Seit 2001 sind es 15.200 alleine aus dem Gazastreifen. In der letzten Woche fing die Eiserne Kuppel 191 Raketen ab. Heute waren es seit 9 Uhr 76 Raketen, von denen 9 abgefangen wurden (Stand 17:30 Uhr).
Gegen 19:30 Uhr waren es 125 Raketen, die die Terroristen heute nach Israel schossen. Die Eiserne Kuppel fing 20 ab. Rund 100 schlugen in Israel ein.

Bilanz ca. 17:30 Uhr: Angriffe der IDF auf Hamas-Tunnel, 20 versteckte Raketenabschussrampen, Waffenlager und weitere operationale Infrastruktur. Die Gesamtzahl der am Nachmittag beschossenen Ziele beträgt 30.

Die Ägypter hatten zwar gesagt, sie würden nicht vermitteln; aber trotzdem hatten sie jetzt eine Waffenruhe vorgeschlagen, die ab 9 Uhr heute Morgen gelten sollte. Das israelische Kabinett hat den Vorschlag angenommen. Die Hamas nicht.
Die Fatah legte übrigens so viel Wert darauf, dass sie sich auch nicht an die Waffenruhe gehalten hat, dass sie eine Bekennerschreiben zu Raketenangriffen innerhalb dieser 6 Stunden herausgab – sie hatte u.a. auf den Übergang Erez geschossen, bei dem ein Israeli starb.

Geheimdienstinformationen zeigen, dass die Hamas Waffenlager und Terrorzentren in Moscheen versteckt bzw. lagert und von dort aus verteilt und schießt.

Die Hamas feiert ihren feigen Terroranschlag auf einen israelischen Schulbus am Gazastreifen, bei dem ein 16-jähriger getötet wurde. Der Gruß: „Wir werden Feiglinge wie dich jagen.“ Dazu sangen dann Schulmädchen in Gaza: „O geliebter Qassam-Kämpfer, schlag, schlag Tel Aviv.“

Mittwoch, 16.07.2014:

Raketenbilanz (ca.21 Uhr): 74 Raketen aus dem Gazastreifen schlugen in Israel ein, weitere 29 wurden von der Eisernen Kuppel abgefangen. Bis 22 Uhr stieg die Tageszahl auf 94 Raketen, von denen 7 in Aschdod und 19 in Aschkelon einschlugen.
Stand 9 Uhr: Seit dem 8. Juli haben die Terroristen 1,248 Raketen auf Israel geschossen – mehr als 145 pro Tag.
Während der letzten 9 Tage schlugen mindestens 100 Raketen der Terroristen noch im Gazastreifen ein.
Angriffsbilanz (ca. 17 Uhr): ca. 50 Angriffe vor allem im nördlichen Gazastreifen, wo die Menschen vor den Angriffen gewarnt worden waren. (Die Hamas hatte den Menschen wieder gesagt, sie sollten die Warnungen ignorieren.)
Die Araber meldeten bis zum Morgen insgesamt 204 Tote seit Beginn der Operation.

Die Hamas macht einen Waffenstillstandsvorschlag: Freilassung aller erneut verhafteten Terroristen, die gegen Gilad Shalit ausgetauscht worden waren; Öffnung aller Grenzübergänge; Israel darf keinerlei Aktivitäten der „Einheitsregierung“ stören. Ein Hamas-Vertreter reiste nach Kairo, um die Liste der Forderungen vorzulegen.

Während Israel den Arabern Warnungen schickt, damit die sich in Sicherheit bringen können, schickt die Hamas Israelis Drohungen. In den SMS-Botschaften wird behauptet, Israel sei „rechtlich verpflichtet“ die Hamas-Raketen zu tolerieren, bis es den Waffenstillstandsforderungen der Terroristen nachgibt.

Netanyahu hat den stellvertretenden Verteidigungsminister Danny Danon gefeuert, die Meinungsverschiedenheiten waren zu groß und Danon war kriegerischer als Netanyahu ertragen konnte. Die Hamas erklärt die Entlassung zu einem Sieg für sie.

Bashar al-Assad beschimpfte die arabischen Staaten, weil sie keine Kampftruppen in den Gazastreifen schicken, um die Terroristen zu unterstützen.

Donnerstag, 17.07.2014:

Raketenzähler:
- Stand 10:00 Uhr: Seit dem 8. Juli schossen die Terroristen 1.381 Raketen nach Israel – durchschnittlich mehr als 145 pro Tag.
- ca. 20:00 Uhr: Seit Ende der offiziellen Waffenruhe schossen die Terroristen mehr als 100 Raketen auf Israel.
abgefangene Terrorraketen:
- ca. 19 Uhr: Seit Ende der offiziellen Waffenruhe wurden 13 Terrorraketen abgefangen.
IDF-Bilanz (ca. 7:00 Uhr): 190 Angriffe auf Terrorziele innerhalb der letzten 24 Stunden; 2.200 während der gesamten Operation, davon (Stand 20:30 Uhr) 30 nach der offiziellen Waffenruhe.
- Stand 21:25 Uhr: insgesamt wurden heute 28 Raketen abgefangen.

Die UNRWA fand versteckte 20 Raketen in einer ihrer Schulen. Diese „wurden entfernt und die entsprechenden Parteien informiert“.

5. Kolonne: Die arabische Knesset-Abgeordnete Hanin Zoabi ist gegen den Waffenstillstand am Gazastreifen. Sie fordert eine „Belagerung Israels“ statt Verhandlungen und „Widerstand“ (= Terror) statt Sicherheitskoordination.

Die EU-Führung ließ wissen, dass sie nicht nur die Raketen auf Israel verurteilt. „Die Europäische Union verurteilt die Ermordung unschuldiger Zivilisten in Gaza während israelischer Militäroperationen.“ (Dass die Hamas ihre Bevölkerung als menschliche Schutzschilde missbraucht, bleibt völlig unerwähnt.)

Der Libanon reichte bei der UNO Beschwerde gegen Israel ein, weil die IDF nach Raketenbeschuss aus dem Land „zwischen dem 11. und 14. Juli 102 Granaten in den Libanon“ schoss.

„Beim nächsten Mal“, tönt die Hamas, „werden wir nach Israel einmarschieren“ und das „befreite Land erweitern“. Dann werde man auch „einige Überraschungen“ für Israel haben.

Die Jerusalemer Straßenbahn wird jetzt von einer Drohne aus beobachtet. Sollten sich wieder Täter an ihr zu schaffen machen, können sie sofort angegangen werden.

Freitag, 18.07.2014:

Zahlen:
- ca. 7 Uhr: 14 Terroristen wurden „neutralisiert“, 30 Raketenwerfer zerstört, 9 Tunnel beschossen; insgesamt wurden 103 Terrorziele getroffen.
- Seit Beginn der Operation in der Nacht wurden 17 Terroristen im Kampf getötet; weitere 13 andere ergaben sich.
- ca. 13 Uhr: bisher wurden durch die Bodenaktionen im Gazastreifen 21 Raketenwerfer und 4 Tunnel beschossen.
- ca. 20:00 Uhr: Seit Mitternacht schossen die Terroristen 105 Raketen auf Israel; 73 schlugen ein (3 davon in bewohnten Gegenden), 29 abgefangen.

Israel gab bekannt, dass das Ziel der Offensive die Wiederherstellung der Ruhe sei, nicht der Sturz der Hamas.

Die Hamas-Regierung im Gazastreifen hat Anweisungen an die Aktivisten in den sozialen Medien gegeben: Nennt die Toten immer „unschuldige Zivilisten“; stellt keine Fotos von aus zivilen Bevölkerungszentren geschossenen Raketen ein. Hm, warum wohl?

Der Friedenspartner: Fatahs „militärischer Zweig“, die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, prahlen damit, dass sie aus dem Gazastreifen Raketen nach Israel schossen – und das weiter tun werden.

Die IDF hat einige Fotos von Tunneln veröffentlicht, die sie im südlichen Gazastreifen entdeckt hat.

Der Dummschwätzer von der Turtle Bay: Ban Ki-moon forderte Israel auf mehr zu tun, um (pal-arabische) Zivilisten zu schützen.
Die US-Regierung will da nicht zurückstehen: Die Israelis würden nicht genug tun, um zivile Tote zu vermeiden, gab Außenamtssprecherin Psaki zu Protokoll. Kerry schob nach, dass die Aktionen auf die Zerstörung der Terrortunnel beschränkt werden sollten.

Sami Abu-Zuhri von der Hamas geht wohl der A… auf Grundeis; er nannte Netanyahu „zu feige einen richtigen Bodenkrieg zu führen und Gaza wird ein Friedhof für die Invasoren“. Darüber hinaus beschwerte er sich, die arabischen Regierungen würden „uns im Stich lassen“.

Ultralinke Israelis und Araber kamen mit einem „Friedensbus“ nach Sderot. Dort wurden sie von erbosten Einwohnern verbal so heftig empfangen („Ihr lauft durch unser Blut, geht nach Gaza“), dass sie auf dem Fuß umdrehten und die Stadt wieder verließen.

Das Militär hat beobachtet, dass Hamas-Terroristen Krankenwagen als Transportmittel nutzen, in denen sie zusammen mit Kindern fahren (Stichwort: menschliche Schutzschilde).

Klar doch, was sonst: Die PA behauptet jetzt, der „Islamische Staat“ (die Terror-Islamisten, die große Bereiche Syriens und des Irak erobert haben) werden von „jüdischem Extremismus geführt“ und von den USA als Mittel genutzt einen „innerpalästinensischen Bürgerkrieg zu schüren“.

Samstag, 19.07.2014:

Zahlen:
- Freitag, 18.07.2014: 240 Terrorziele beschossen, 10 Tunnel entdeckt, 137 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert, 87 Raketen trafen Israel, 40 wurden abgefangen
- Die Araber geben seit dem 8. Juli bis heute Morgen 290 Tote im Gazastreifen an, allei Freitag 55; 1 Soldat wurde direkt durch Terroristen getötet, ein weiterer offenbar durch fehlgeleitetes eigenes Panzerfeuer. In Israel starben bisher 2 Menschen an Herzinfarkt während Raketenalarm
- Stand 14:30 Uhr: Soldaten deckten heute bisher 3 Tunneleingänge auf.
- Stand 17:30 Uhr: den Tag über schlugen 57 Raketen in Israel ein, 9 weitere wurden abgefangen.
- ca. 19:30 Uhr: Die Zahl der Toten im Gazastreifen wird inzwischen mit 342 angegeben.
- ca. 19:45 Uhr: innerhalb der letzten 24 Stunden wurden insgesamt 12 Soldaten verletzt.
- ca. 20:00 Uhr: Heute wurden insgesamt bisher 20 Terror-Tunnel entdeckt.
- Die IDF gibt am Abend an, dass seit Beginn der Bodenoffensive 70 Hamas-Terroristen getötet wurden.

Qatar hat einen Waffenstillstandsvorschlag vorgelegt, der die meisten Forderungen der Hamas übernimmt. Er wurde offenbar vor der Bodenoffensive erarbeitet und wird weithin abgelehnt.

Ägypten ist nicht bereit seinen Waffenstillstandsvorschlag zu ergänzen; dieser erfülle die Bedürfnisse aller Seiten (die Hamas hatte ihn vehement abgelehnt).

Baroness Ashton forderte wieder: „beide Seiten“ sollten sofort einem Waffenstillstand zustimmen. (Hm, ist sie da nicht etwas ungenau? Wer lehnt denn einen Vorschlag nach dem anderen ab?)

Ein „Humanitärer Offizieller“ behauptet, Israel habe bei der Bodenoffensive im Gazastreifen Saringas eingesetzt.

Klar, wer schuld ist, oder? Der französische Außenminister Fabius hatte ein Gespräch mit Netanyahu. Hinterher sagte er, die Versuche einen Waffenstillstand zu erreichen, seien gescheitert. (Müsste er da nicht auch mit den Terroristen reden?)

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (06.-12.07.2014)

12. Juli 2014 um 22:00 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 06.07.2014:

Hamas: Den Raketenbeschuss auf Israel zu stoppen liegt in der Verantwortung der PA, nicht der Hamas.

Mehr als 150 Raketen und Mörser haben Israel innerhalb von weniger als einem Monat getroffen.

Mahmud Abbas bettelte die Hamas an, sie möge den Raketenbeschuss beenden, „um Israel keinen Grund für eine Operation im Gazastreifen zu geben“.

3 Israelis wurden wegen ihrer Internet-Aufrufe zu Gewalt zur Befragung festgenommen.

Ein israelischer Araber log, er sei von „Siedlern“ angegriffen worden; er gab später zu die Lüge erzählt zu haben, um die Lage anzuheizen.

Die Hamas droht wieder: Alle israelischen Städte liegen in Reichweite ihrer Raketen.

Montag, 07.07.2014:

Gesamtzahl der Raketen auf Israel aus dem Gazastreifen für den letzten Monat: 200, allein 50 davon seit Mitternacht.
Stand 7. Juli, 22:30 Uhr: Mehr als 220 Raketen (und Mörsergranaten) wurden in weniger als einem Monat auf Israel geschossen.

Die Hamas droht mit Rache; 6 ihrer Terroristen wurden bei den Luftangriffen getötet.

Nach wiederholten Versuchen von Arabern das Josefsgrab in Brand zu setzen, hat die PA Sicherheitskräfte dort stationiert, die das verhindern sollen.

3 der Verdächtigen beim Mord an dem arabischen Jungen haben die Tat gestanden.

Die 5. Kolonne: MK Ahmed Tibi besteht darauf, dass die Mörder der drei jüdischen Jugendlichen Terroristen keine Terroristen seien. Die Mörder des arabischen Jungen aber seien sehr wohl Terroristen.

Die IDF zieht am Gazastreifen weiter Truppen zusammen. 1.500 Reservisten wurden einberufen.

Die Hamas lässt über Kanäle wissen, sie sei zu einer Waffenruhe bereit, wenn Israel die arabischen Terroristen freilässt und nicht mehr schießt. (Israel hatte der Hamas 24 Stunden Zeit gegeben mit dem Raketenterror aufzuhören, was aber keine Wirkung hatte.)

Den Tag über gab es mehrere falsche Berichte/Anzeigen wegen Entführungen durch Araber.

Die Regierung hat der IDF grünes Licht für härtere Aktionen gegen die Hamas und den Gazastreifen gegeben; eine Eskalation soll aber möglichst vermieden werden.

Die Polizei hat bisher 220 israelische Araber wegen der Krawalle der letzten fünf Tage festgenommen.

Die Hamas begleitet ihren Raketenterror mit dem Versuch psychologischer Kriegsführung. Sie „warnt“ die „Siedler“ in Beer Sheva: „Haut ab, bevor es zu spät ist.“ (Beer7 bestätigt das aus erster Hand!)

Wegen des anhaltenden Raketenbeschusses haben die Kreise im Süden den Notstand ausgerufen.

Friedensgrüße von der Fatah: Bereitet die Leichensäcke vor, „Wir wollen, dass [euer] Blut zu Flüssen wird“.

Die Ben-Gurion-Universität in Beer Sheva hat wegen des Raketenbeschusses die für morgen angesetzten Prüfungen verschoben. In Aschkelon wurden die Sommerlager für Dienstag abgesagt, weil sie in Schutzräumen stattfinden, die wegen des Raketenhagels ggf. benötigt werden.

Dienstag, 08.07.2014:

Am Montag schossen die Terroristen 80 Raketen nach Israel. Seit Beginn des Jahres waren es mehr als 450.

Die Obama-Administration sagte, sie unterstütze Israels Recht auf Selbstverteidigung – forderte aber (mal wieder) Zurückhaltung von den Israelis.

Die Hamas sagt, sie habe mit 35 Raketen auf Militärbasen an Israel Vergeltung geübt – „Nitifot (Netivot), Ofokeem (Ofakim), Ashdod (Aschdod) & Asqalan (Aschkelon)“. Hm…
Außerdem schwört sie den Raketenterror fortzusetzen. Israel müsse die Eiserne Kuppel „auf jedes einzelne israelische Haus setzen“. Der Raketenbeschuss werde nicht aufhören, bis Israel die Belagerung beende, sagte der Hamas-Grande Ismail Al-Shakar. Zudem hieß es von der Hamas, man werde Soldaten entführen, sollte die IDF es wagen in den Gazastreifen einzumarschieren. (Als wenn das neu wäre – und nicht sowieso versucht würde.)

Nachdem der Versuch menschliche Schutzschilde zu benutzen im Tod von – so geben sie an – 15 Personen und 80 Verletzten endete (nach einer Angriffswarnung begaben sich haufenweise Araber an den Ort, der beschossen wurde), schwört die Hamas Rache.

Mahmud Abbas fordert ein Ende der „Eskalation“ seitens Israels, wie er die Luftangriffe auf Terrorziele nennt. Den Raketenterror zu verurteilen oder gar sein Ende zu fordern fällt ihm nicht ein.

In einigen Städten in der weiteren Umgebung des Gazastreifens fielen heute wegen des Raketenterrors die Prüfungen aus.
Viele Sommerlager im Süden fanden nicht statt.

Israel hat die Einberufung von 40.000 Reservisten genehmigt. 15.000 Reservisten sind bereits einberufen und sollen die derzeit am Gazastreifen stationierten Soldaten ablösen.

Stand 18 Uhr: Innerhalb von weniger 24 Stunden haben die Terroristen mehr als 130 Raketen auf Israel geschossen. Israel hat im Gegenzug 150 Terrorziele beschossen.

Jüdische 5. Kolonne: Die Parteichefin der Meretz-Partei schimpfte, die Regierung und die IDF seien Kriegstreiber, was Israel „einen hohen Preis abverlangen“ werde. Den Raketenterror erwähnte sie nicht.
Auf der „Friedenskonferenz“ der Ha’aretz wurde Naftali Bennett als „Faschist“ und „Mörder“ bezeichnet. Seine Rede wurde ständig unterbrochen. Hinterher sagte Ha’aretz-Herausgaber Amos Schocken vom Podium aus: „Hier gibt es Leute, die glaubten, man müsse mit Yassir Arafat reden. Es kann nicht sein, dass sie nicht wollen, dass Bennett angehört wird.“ (Da hat er wohl seine linken Meinungsterroristen überschätzt.)

Durch die Raketeneinschläge im Bereich von Aschdod wurden 9 Personen (leicht) verletzt.

Die Arabische Liga und die Organisation der Islamischen Kooperation fordern von den Vereinten Nationen die Operationen der Israelis gegen die Terroristen im Gazastreifen zu stoppen. Dazu wollen sie eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats haben.

Endlich: Der EU-Botschafter in Israel erklärte seine „bedingungslose Solidarität mit den Einwohnern des südlichen Israel“ unter dem Raketenterror. „Wahlloser Raketenbeschuss unschuldiger Zivilisten kann niemals eine legitime Antwort sein“, sagte er. Worauf die Raketen eine Antwort sein sollen, sagte er nicht.
Der britische Außenminister Hague verurteilte das Raketenfeuer rundheraus, konnte sich aber nicht dazu aufraffen die Täter Terroristen zu nennen.
Frankreich ruft „beide Seiten zur Zurückhaltung auf“. Hm… Der Französische Botschafter besuchte Sderot und verkündete, er hoffe darauf, dass beide Seiten einen Kompromiss erzielen würden.

Mittwoch, 09.07.2014:

Tagesbilanz: Heute schlugen 82 Raketen in Israel ein, weitere 29 wurden vom Abwehrsystem vernichtet.

Netanyahu zum Unterschied zwischen Israel und den Opfer spielenden Hätschelkindern des Westens:

Bibi-zum-Unterschied

Die IDF zerstörte seit Beginn der Operation 11 Häuser von Hamas-Kommandeuren, beschoss 550 Terrorziele der Hamas (darunter 31 Tunnel und 60 Raketenwerfer).

Heute wurden 7 Menschen wegen Verletzungen behandelt, die sie sich beim Lauf Schutzbunker zuzogen. Insgesamt musste der Magen David Adom (Roter Davidstern) 58 Menschen behandeln, seit die Operation schützende Schneide begann.

EU-Verurteilung: Mal die Hamas zu verurteilen ohne Israel auch eins überzubraten (und das auch noch mit falschen Angaben) geht bei der EU nicht.

Der stellvertretende Premierminister Danny Danon forderte, dass Israel die Lieferung von Treibstoff und Strom an den Gazastreifen einstellt.

Der Dummbatz im Weißen Haus drängte „beide Seiten“ des eskalierenden Konflikts Zurückhaltung zu üben und nicht im Geist der Rache zu handeln. (Hm, ob das hilft? Wo doch die Terroristen immer und ausschließlich Rache fordern?) „In diesem Moment der Gefahr müssen alle Beteiligten die Unschuldigen schützen, mit Vernunft und Maß agieren, nicht mit Rache und Vergeltung“, ließ er schreiben. Als wenn Israel das nicht versucht – anders als die Terroristen. Dann wieder das Gelaber von „beiden Seiten müssen gewillt sein für den Frieden Risiken in Kauf zu nehmen“. Und die einzige Möglichkeit ist die Gründung eines Palästinenserstaates. Was auch sonst? Sch… drauf, ob die überhaupt einen wollen und wozu…

Abbas wieder: Israel verübt im Gazastreifen „Völkermord“.

Die Hamas behauptet wieder Israel sei der Aggressor und betont, dass jetzt „alle Israelis Ziele sind“.

Und sie riskiert wieder die dicke Lippe schlechthin – Nachricht an die Israelis in Hebräisch: „Wartet, es kommen Selbstmordanschläge in jedem Bus, in jedem Café und auf jeder Straße. Fangt an die Särge zu zählen, die ihr brauchen werdet.“ Da bleibt eigentlich nur eins: Konsequent und ohne Skrupel ausschalten!

Die Fatah will mithalten: „Der Tod wird euch vom Süden bis zum Norden erreichen… die KN-103-Rakete ist auf dem Weg zu euch.“ Sie „wollen zusammen mit der Hamas Israel bekämpfen“. Und deshalb verkünden sie: „Ein Gott, eine Heimat, ein Feind, ein Ziel.“
Ein Abbas-Sprecher bezeichnet die Terror-Rakaten aus dem Gazastreifen als „defensiv eingesetzte Waffen“!

Wegen des Raketenbeschusses auf die Stadt sagte Herzliya eine Veranstaltung für 160 Kinder (aus Sderot) ab. Für so große Menschenmengen ist es zu gefährlich.

Die PA beschwert sich, dass die IDF Ziele nahe des Europa-Krankenhauses in Gaza beschoss. (Vielleicht sollten sie sich bei den Terroristen beschweren, die von dort aus Raketen schießen.)

Donnerstag, 10.07.2014:

Während der letzten 3 Tage sind in Israel insgesamt 384 Raketen eingeschlagen. Außerdem hat das Abwehrsystem weitere 88 Raketen zerstört.

Ein Hamassprecher forderte die Araber mal wieder auf menschliche Schutzschilde zu spielen.

Auf Druck der USA forderte die PA die Hamas auf das Raketenfeuer zu beenden. Vergeblich.

Wer ist hauptsächlich für tote arabische Zivilisten im Gazastreifen verantwortlich? Die Hamas fordert die Bevölkerung auf die Warnungen der IDF zu ignorieren und dort zu bleiben, wo der Beschuss stattfindet.

Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats: Ban Ki-moon sagt, eine Bodenoffensive „samt kompletter Eskalation“ könne nur verhindert werden, wenn die Hamas den Raketenbeschuss stoppt. Alle Beteiligten, auch die bewaffneten palästinensischen Gruppen, müssten das internationale Recht respektieren.

Durch einen israelischen Luftangriff kamen Dienstag 8 Mitglieder der Familie eines Hamas-Kommandeurs um. Sie waren telefonisch gewarnt worden, eine unbewaffnete Rakete „klopfte an“ und dann kam die scharfe. Augenzeugen berichten, dass einige Familienmitglieder das Haus verließen, während andere auf das Dach stiegen. Die IDF versuchte noch die Rakete umzulenken, was aber nicht mehr gelang.

Blödsinn von François Hollande: Er lobte Mahmud Abbas für dessen „Verantwortungssinn“ und seine Bemühungen „die Lage zu entspannen“. Wo bitte hat der Terrorchef das gemacht?

Freitag, 11.07.2014:

Bilanz von Montag bis Freitagmorgen 7 Uhr: 407 Raketen und Mörsergranaten schlugen in Israel ein, weitere 118 wurden von der Eisernen Kuppel vernichtet. Die IDF beschoss 1.100 Terrorziele im Gazastreifen. Nach Angaben aus dem Gazastreifen wurden dort bisher 100 Menschen getötet.
Tagesbilanz gegen 16:30 Uhr: Seit dem frühen Morgen sind 70 Raketen in Israel eingeschlagen.
Gesamtbilanz gegen 22:30 Uhr: Die Terroristen haben seit Montag mehr als 500 Raketen und Mörser nach Israel geschossen.

Die Hamas prahlt und behauptet, sie hoffe, die IDF werde eine Bodenoffensive starten. Sie habe bisher kaum etwas von ihrem Arsenal verbraucht. Sie hätten keine Angst vor den israelischen Drohungen und könnten noch Monate weiter machen.

Außerdem forderte die Hamas die internationalen Fluglinien auf ihre Flüge nach Tel Aviv einzustellen; diese seien zu gefährlich geworden, da der Flughafen beschossen werde.

Der Friedensvertragspartner Ägypten geißelte Israels Verteidigungsmaßnahmen gegen die Terroristen im Gazastreifen als „unterdrückerische Operation der Massenbestrafung“.

Barack Hussein Obama hat Netanyahu angerufen. Er unterstützte Israels Verteidigungsrecht, ist wegen der Eskalation besorgt und bot seine Vermittlungsdienste für einen Waffenstillstand an.

Samstag, 12.07.2014:

Stand 8:30 Uhr: Innerhalb von 4 Tagen haben die Gaza-Terroristen mehr als 689 Raketen geschossen. Das ist durchschnittlich alle zehn Minuten eine. Am gestrigen Freitag waren es 140 Raketen. Seit dem 8 Juli schlugen mindestens 27 Terror-Raketen noch im Gazastreifen ein. Im Gazastreifen wurden seit Beginn der Operation (Nacht von Montag auf Dienstag) 1.160 Terrorziele beschossen, Freitag waren es 235.

Die Hamas forderte die Bevölkerung des Gazastreifens auf keine Bilder vom Verschuss von Raketen auf Israel ins Internet zu stellen. Warum, dürfte klar sein: Sie beweisen, dass die Hamas Kriegsverbrechen begeht, indem sie aus dicht besiedeltem Gebiet heraus schießt und somit die eigenen Bevölkerung gefährdet.

Mahmud Abbas wurde von der Hamas beschimpft. Er sei ein Krimineller, der dem Feind helfe und ein Likud-Mitglied.

Beim Angriff auf ein Haus (der Schwester von Ismail Haniyeh) sollen zwei Neffen des Hamas-Granden getötet worden sein. Die Terroristen machen weder Angaben zum Alter der Toten noch zur Funktion des Hauses. Die Jerusalem Post hat ein Bild eines der Neffen – ein Erwachsener, was aus den Meldungen der Terroristen nicht hervorgeht; „Neffe“ klingt nach Kind und soll es wohl auch.

König Abdallah von Jordanien macht sich Sorgen. Die Angriffe auf den Gazastreifen schaden einer Zweistaaten-Lösung; sie sind eine Eskalation, die das Leiden der Palästinenser verstärkt und die Chancen der Rückkehr zum Verhandlungstisch verringern. (Der Raketenterror nicht?)

Die der Al-Qaida nahe stehende und im Sinai aktive Terrorgruppe Ansar Bait al-Maqdis will mitmischen und gibt bekannt, dass sie in den letzten Tagen 5 107mm-Raketen nach Israel geschossen hat.

Stolze Bilanz der Hamas: „Wir haben seit Beginn der Operation [schützende Schneide] 571 Raketen gegen Israel geschossen. Darin sind die Raketen von Samstag noch nicht eingeschlossen.“

Der britische Außenminister William Hague ließ offiziell wissen, dass ihm der Verlust an Leben im Gazastreifen extrem Sorge bereitet. (Mehr als 120 Tote bei den Terroristen, das geht ja wohl nicht, wenn es in Israel nicht so tödlich zugeht, oder?)
Außerdem will er am Rande der Atomgespräche in Wien mit den Kollegen aus USA, Deutschland und Frankreich die Lage diskutieren. Ein Waffenstillstand wie 2012sei ganz dringend notwendig.

Das Gesundheitsministerium in Gaza gibt bekannt (ca. 17:00 Uhr), dass seit Beginn der israelischen Operation 126 Menschen im Gazastreifen bei den Einsätzen getötet wurden.

Der UNO-Sicherheitsrat forderte eine Einstellung des Feuers und gab seiner großen Sorge um das Wohlergehen und den Schutz der Zivilisten auf beiden Seiten Ausdruck. Beide Seiten sollten das internationale Menschenrecht respektieren und den Waffenstillstand von 2012 wieder herstellen. Israelis und Palästinenser sollen wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, um einen umfassenden Frieden auf Grundlage der Zweistaaten-Lösung zu erzielen.

Die PA um Mahmud Abbas hat einen UNO-Resolution vorbereitet, mit der auf einen Waffenstillstand am Gazastreifen gedrängt werden soll. Die Resolution erwähnt den Raketenterror nicht einmal.

Demonstrationen gegen Israel wegen der Operation Schützende Schneide fanden in mehreren Städten in Europa statt. In Oslo trafen sich die Israelhasser vor dem Parlament, in Paris vor dem Außenministerium. In London gingen sie auf die Kensington Street und skandierten etwas von einem palästinensischen Holocaust; zudem gab es Transparente, auf denen Netanyahu als „tollwütiger, übler Massenmörder“ und ein „Klon Hitlers“ bezeichnet wurde.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Europas Trojanisches Pferd schlägt wieder zu

12. Juni 2014 um 13:26 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa+Islam, Islam+Islamismus, Terroranschläge, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Boaz Bismuth, Israel HaYom, 2. Juni 2014

Karl Martell (dessen Nachname „Hammer“ bedeutet) ist in Frankreich ein Held, bekannt vor allem wegen seines Sieges in der Schlacht von Tours (732 .n.Chr.). In der Nähe von Poitiers verlegten Martells Truppen der von Spanien aus nach Norden brandenden, einmarschierenden muslimischen Armee den Weg.

Ungefähr 1.400 Jahre später ist die muslimische Bedrohung nach Europa zurückgekehrt. Diesmal jedoch kommt die Gefahr nicht von der anderen Seite der Grenze. Jihadistische Kämpfer haben heute europäische Pässe und sind ein Trojanisches Pferd, das Europa aus dem Inneren heraus trifft.

Die Terroranschläge in Toulouse und Brüssel sind Beispiele dieser neuen Gefahr, die wie eine Wolke über Frankreich und seinen Nachbarn hängt. Eine ganze Weile vergrub Europa seinen Kopf im Sand. Vielleicht wacht es heute auf – obgleich das unwahrscheinlich ist. Es genügt wohl zu sagen, dass Karl Martell im Grab rotiert und das keineswegs, weil viele der neuen Europäer ihn nun gar nicht als Helden betrachten.

Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen dem am Freitag verhafteten Mehdi Nemmouche und Mohammed Merah, ebenfalls algerischer Abstammung, der 2013 in Toulouse an der Schule Ozar HaTorah drei jüdischen Kinder und einen Lehrer kaltblütig ermordete. Beide zeigten ein jihadistisches Profil. Beide verließen ihr Zuhause, um im Namen des Jihad zu kämpfen – Merah in Afghanistan, Nemmouche in Syrien. Beide kehrten nach Frankreich zurück und strebten an ihren von Al-Qaida gefertigten Jihad in der Heimat weiterzuführen. Sie sind die neue und gefährliche Zucht „zurückkehrende Bürger“.

Bei ihrer Rückkehr nach Frankreich fanden Nemmouche und Merah eine neue Beute – die jüdische Gemeinschaft. Sich vorzustellen, dass es Hunderte mehr gibt, die im Europa von heute in dasselbe Profil passen, die frei herumlaufen, ist beängstigend.

Ohne es zu merken finden sich die Europa durch die Ära des Friedens und der Bruderschaft der Europäischen Union und durch massive Einwanderung und politische Korrektheit, die das Gesicht des Kontinents veränderten, an der Front gegen die in ihrer Mitte lebenden Jihadisten wieder. Und die Juden sind am vordersten Vorposten postiert, die ersten, die unter Feuer kommen. Man kann kaum sagen, dass es keine Warnzeichen gab.

Wer unter den europäischen Führungspolitikern kann heute versprechen, dass Brüssel der letzte Terroranschlag gegen Juden ist? Nach den Anschlägen von Toulouse hat sich die Anzahl der antisemitischen Vorfälle in Frankreich verdreifacht. Merah wurde für viele muslimische Jugendliche ein Held. Wir können annehmen, dass Nemmouche dieselbe Folge haben und andere dazu inspirieren wird ähnlich zu handeln.

Die Kommentare des französischen Präsidenten Hollande vom Sonntag, mit denen er gelobte, die Republik würde die französischen Jihadisten bekämpfen, sind höchst willkommen. Nemmouches Verhaftung ist ebenfalls willkommen und wird allen Verschwörungstheorien da draußen ein Ende setzen. Wir müssen uns noch einmal daran erinnern, dass die Mehrheit der großen muslimischen Gemeinschaft in Europa nicht jihadistisch ist und dass viele einfach versuchen ein achtbares Leben zu führen – aber wir müssen auch laut und klar sagen, dass Merah und Nemmouche aus derselben Gemeinschaft hervorsprossen und dass sie nicht alleine sind. Die muslimische Gemeinschaft in Europa muss sich den Kampf gegen die Jihadisten ebenfalls anschließen.

Die Fälle Nemmouche heute und Merah gestern müssen auch die Alarmglocken der französischen Sicherheitsdienste läuten lassen. Wie konnten es diese unter strenger Beobachtung stehenden radikalisierten jungen Männer es schaffen unter dem Radar zu bleiben und solch mörderische Anschläge zu verüben? Heute gibt es in Frankreich rund 770 junge Männer wie diese, die aus Syrien nach Frankreich zurückgekehrt sind, dazu 250 weitere, die nach Belgien zurückgekehrt sind. Jeder einzelne davon ist ein potenzieller Terrorist. Man erwartet übrigens, dass ihre Zahl zunehmen wird. Es gibt zusätzlich 2.700 junge europäische Männer, die derzeit an der Seite der syrischen Rebellen gegen Baschar Assad kämpfen. Eines Tages werden sie nach Hause zurückkehren; und auch sie werden neue Beute suchen. Nach Zahlen des International Center for the Study of Radicalization and Political Violence beträgt die Zahl der Europäer, die in Syrien gekämpft haben, bei rund 13.000.

Französische und belgische Behörden, die aktuell miteinander kooperieren, werden jetzt versuchen Nemmouches Weg nachzuzeichnen. Mancher wird zweifellos versuchen zu darauf hinwirken und zu erklären, dass dies ein Fall ist, in dem ein junger Mann aus einer kleinen Stadt im Norden, der unter schwierigen Verhältnissen großgezogen wurde, in ein Verbrecherleben rutschte und versuchte einen Sinn im Leben zu finden. Auch hier muss Europa seine verfehlte Einwanderungspolitik neu untersuchen, die jihadistischen Terrorismus auf den Kontinent gebracht hat und ebenso auf wichtige Art die politische Rechtsextreme wiederbelebt hat.

Auch ist erstaunlich sich vorzustellen, dass in Belgien, wo der jüngste Anschlag stattfand, eine poltische Partei namens „Islam“, die die Instituierung des Scharia-Rechts im Land fordert, frei und legal agieren kann. Es ist schwer zu glauben, dass nur fünf Menschen im gesamten belgischen Sicherheitsapparat, wie mir am Sonntag von einer belgischen Sicherheitsquelle offenbart wurde, dafür zuständig sind, die gesamte Frage der der aus Syrien zurückkehrenden Jihadisten im Auge zu behalten. Und zu glauben, dass Belgien 2012 bereits begonnen hatte, die potenzielle Bedrohung zu untersuchen, die diese zurückkehrenden Staatsbürger darstellen. Der Anschlag in Brüssel hätte verhindert werden können, hätten sie die Bedrohung ernst genommen.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist eine tickende Zeitbombe geworden und der Westen ist anscheinend auf dem Weg ihn an allen Fronten zu verlieren. Assad ist immer noch an der Macht und die Rebellen setzen ihren Kampf in Europa fort.

Hebräisch ist jetzt in Mode – auf Kleidung

1. Mai 2014 um 15:18 | Veröffentlicht in Europa | 2 Kommentare
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Elder of Ziyon, 24. April 2014

Aus Ha’aretz:

Mit der offiziellen Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien im Juni können wir voraussagen, dass der Bereich auf dem und nahe des Spielfelds mit Spielern und Fans gefüllt sein wird, die kurze Sweatshirts mit dem Wort „heschbon“ in hebräischer Schrift auf der linken Seite, direkt über dem Herzen tragen werden. Woher wir das wissen? Ganz einfach: Im Verlauf des vergangenen Monats haben das bekannte Fußballer aus Europas führenden Mannschaften, darunter Mario Balotelli, Didier Drogba, Seydou Keita, Eden Hazard und Marco Verratti es getan. Und die Zahl wächst.

Grund ist die Markteinführung einer neuen Pariser Marke letzten Monat, H’echbone Paris, mit genau diesem hebräischen Wort auf der Vorderseite. Die Menschen dahinter sind Yoan Barouk und Soulemyane Kamissoko, zwei Freunde aus dem Pariser Vorort Sarcelles, der eine jüdisch, der zweite Muslim. Angesichts dieser Information könnte das Wort Heschbon, das in Hebräisch „Abrechnung“ oder „Rechnung“ bedeutet, mit Bedeutung aufgeladen sein. Doch es stellt sich heraus, dass die Entstehung des Markennamens recht nüchtern war – alles begann mit einem gemeinsamen Besuch Barouks und Kamissokos 2011 in Israel.

„Wir saßen in einem Restaurant in Tel Aviv und als und der Heschbon – die Rechnung – gegeben wurde, verliebten wir uns in das Wort, die Art, wie es geschrieben war und wie es ausgesprochen wurde“, sagt Barouk. „Als wir das Label letzten Monat gründeten, war es nur natürlich, dass wir dieses Wort aussuchten.“

Die beiden stellten eine kleine Kollektion Hemden zusammen, produzierten sie rasch und brachten ein paar Freunde dazu mitzumachen – Fußballstars, die sich fotografieren ließen, als sie die Shirts trugen – stellten sie auf Instagram ein und leiteten die Leute auf ihre Hompage, die auch ihre Verkaufsstelle ist.

Hechbone Paris Miteigentümer Souleymane Kamissoki (links) mit AC Mailand-Star Mario Balotelli

Glauben Sie, irgendjemand würde merken, wenn man das Logo ein wenig verändert?

Es wäre schön, das auf modischen Europäern zu sehen!

(Für die von Hebräisch Überforderten: das heißt „Hebron“.)

Die französische Gesellschaft betrachtet die Juden durch das Prisma der Schoah

3. Februar 2014 um 14:34 | Veröffentlicht in Europa, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Shmuel Trigano (direkt vom Autor)

Die Position der Juden in einem Land wird weitgehend davon bestimmt, wie dessen allgemeine Bevölkerung sie sieht. Das ist oft weit wichtiger als das Verhalten der Juden selbst. Die französische Gesellschaft und die jüdische Gemeinschaft in Frankreich haben regelmäßig unterschiedliche Einstellungen. In den letzten Jahren wurde ins jüdische Leben involviert zu sein zum Synonym mit communautarisme (d.h. dem Rückzug in die eigene Gemeinschaft, die als fehlende Loyalität der französischen Republik gegenüber angesehen wird) – ein Begriff mit negativem Beiklang. Das war vorher nicht der Fall. Die französische öffentliche Meinung betrachtet die jüdische Gemeinschaft als bezüglich der nationalen Staatsbürgerschaft ambivalent.

Die Juden spielen in Frankreich eine symbolische Rolle – als Resultat ihrer langen Geschichte in der europäischen Zivilisation. Diese Rolle war im letzten Jahrhundert stark von der Schoah und seit kurzem von der Masseneinwanderung von Muslimen beeinflusst.

Shmuel Trigano ist Professor für Soziologie an der Universität Paris, Präsident des Observatoire du Monde Juif und Autor zahlreicher Bücher, die sich auf jüdische Philosophie und jüdisches politisches Denken konzentrieren.

Im Frankreich der 1980-er Jahre ersetzte der Holocaust im kollektiven Gedächtnis plötzlich fast alle sonstige Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Danach wurde das Bild des Juden als Opfer, der Person, mit der man aus Prinzip Mitleid haben sollte, dominant. Heute jedoch gibt es diese Rolle fast nicht mehr.

Während der Jahre nach dem Krieg fand eine Verschleierung der Schoah statt. Zunächst herrschte der Gaullismus, was den Mythos des „Widerstands-Frankreich“ förderte, so als ob die Mehrheit der Franzosen aktiv gegen Vichy opponiert hätte. Die Behörden und Eliten des Landes mussten die Tatsache kaschieren, dass die kollaborierende Vichy-Regierung als demokratisches Ergebnis einer Abstimmung des französischen Parlaments an die Macht kam.

Die radikal veränderte Lage machte die „jüdische Frage“ zu einer extrem sensiblen. Es begann mit einem Skandal wegen Äußerungen von Louis Darquier de Pellepoix. Er war im Vichy-Regime Kommissar für jüdische Angelegenheiten. Mit seiner Flucht nach Spanien entkam er der französischen Nachkriegs-Justiz, die ihn zum Tode verurteilte.

1978 sagte er gegenüber der Wochenzeitung L’Express, dass in Auschwitz nur Läuse vergast worden waren und dass die Juden darüber logen, was dort geschah. Dank dieses Interviews und der von ihm entfachten Reaktion wurden die Juden plötzlich Thema sowohl in den Medien als auch in der öffentlichen Diskussion.

Als Darquier sein Interview gab, hatte sich die neue Wahrnehmung des „Juden als Opfer“ noch nicht herauskristallisiert. Das geschah dann später. Dieses Bild ist – statt durch die jüdische Gemeinschaft – in staatlichen Körperschaften institutionalisiert worden, so dem Museum des Schoah-Gedenkens und der Stiftung zur Erinnerung an die Schoah.

Woran man sich heute bei diesem „Opfer-Bild“ erinnert, ist der Zustand des Menschen, wie er sich im jüdischen Leid ausdrückt. Das hat eine ambivalente Rolle. Um von der französischen Gesellschaft als ganzes anerkannt zu werden, muss das Leiden enorm entjudet werden. Viele Personen der Öffentlichkeit und Pädagogen sagen, die Schoah der heutigen Generation zu vermitteln erfordert ihren universalen Aspekt zu betonen und aufzuwerten. Das bedeutet Barbarei, Unmenschlichkeit und Leiden in allgemeinen Begriffen bloßzustellen.

Während der Studentenunruhen in Paris 1968 wurde der Wahlspruch „Wir sind alle deutsche Juden“ benutzt, um den Studentenführer Daniel Cohn-Bendit zu verteidigen, einen deutschen Juden. Indirekt bedeutete das, dass man sich mit den Opfern eines Nazistaats identifizierte. Zwanzig Jahre später bekam der Spruch eine neue Nebenbedeutung: „Wir identifizieren uns mit universalistischen, assimilierten deutschen Juden, aber nicht mit Zionisten und jüdischen communautarians.

Bereits im vorigen Jahrhundert veränderte sich die Rolle des „absoluten Opfers“ in Frankreich langsam vom Juden zum hauptsächlich muslimischen Einwanderer, dessen Lage oft öffentlich mit der der jüdischen Opfer der Vergangenheit gleichgesetzt wird. In den 1980-ern hörte man gelegentlich, dass man mit dem Kampf gegen den rechtsextremen Rassismus der Partei Front National des Jean-Marie Le Pen und allgemeinen antiarabischen Rassismus gegen Antisemitismus kämpfe.

Die so genannten Debré-Gesetze von 1997 – benannt nach Innenminister Jean Louis Debré – regelten die Einwanderung und den Status von Ausländern. Auf Demonstrationen gegen diese Gesetze verkleideten sich einige Teilnehmer als Lagerinsassen. Sie trugen gestreifte Schlafanzüge und auf dem Rücken Taschen, als würden sie zu den Zügen reisen, die sie in die Konzentrationslager deportieren. Die Demonstrierenden und ihre Unterstützer verknüpften das Schicksal dieser unter französischem Rassismus leidenden Einwanderer mit dem der Juden als Opfer der Schoah.

Trigano schließt: Es gibt viele weitere Rollen, die Juden in der französischen Gesellschaft ausfüllen. Dazu gehört, dass Juden als positives Vorbild für muslimische Einwanderer hochgehalten werden. Sie sind außerdem ein Instrument der Behörden für den Erhalt des sozialen Friedens, Zeugen der vermeintlichen Toleranz der Muslime oder Beschöniger für französische Probleme wie Antisemitismus. Vor allem werden französische Juden in die Rolle der „Repräsentanten Israels“ gesteckt, das in den französischen Medien negativ dargestellt wird.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

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